PRIMS Full-text transcription (HTML)
Kirchen - und Ketzer - Hiſtorie
Dritter und Vierdter Theil.
Gottfrid Arnolds
Fortſetzung und Erlaͤuterung Oder Dritter und Vierdter Theil der unpartheyiſchen Kirchen - und Ketzer - Hiſtorie /
Beſtehend Jn Beſchreibung der noch uͤbrigen Streitig - keiten im XVIIden Jahrhundert.
Mit Koͤnigl. Polniſchen Churfl. Saͤchſiſchen und Chur - fuͤrſtl. Brandenburgiſchen PRIVILEGIIS.
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Franckfurt am MaynbeyThomas Fritſch. Jm Jahr1700.

Vorrede uͤber den Dritten und Vierdten Theil der Kir - chen - und Ketzer-Hiſtorie.

Geehrter Leſer /

1MAn hat mit gegenwaͤrtiger Continuation der ohnlaͤngſt ausgefertigten Kirchen-Geſchichte nicht laͤnger verziehen wollen / nachdem dieſel - be nicht allein im Beſchluß des gedachten Buchs verſprochen / ſondern auch von ſehr vie - len Perſonen allenthalben verlanget und ge - fordert worden. Welches denn theils die Beſchleunigung die - ſer Edition deſto mehr veranlaſſet / theils auch die Hoffnung ferner erwecket hat / es werde dieſe letztere Arbeit ſo wol als die erſte von rechtſchaffenen und verſtaͤndigen Gemuͤthern zu ih - rem und dem gemeinen Beſten / abſonderlich aber zu Steuer der ſo lange und gewaltig unterdruͤckten Wahrheit angewen - det werden.

2 Es iſt allerdings billich / daß ein redlicher Mann ſich von Hertzen erfreue / wenn er mercket / daß die Goͤttliche Wahrheit mehrern Beyfall unter den Leuten findet / als etwa ſonſt und zu andern Zeiten geſchehen ſeyn moͤchte. Noch vielmehr iſt man verbunden / ſolche Liebe und Begierde zur Wahrheit auf alle muͤgliche und Gott-gefaͤllige Art zu unterhalten / zu befoͤr - dern und zu vermehren. Wann dann in dieſen ietzigen Zei - ten die Anzahl derer / die etwas gruͤndliches und Goͤttliches ſu - chen und annehmen / ungleich groͤſſer iſt und taͤglich wird / als) (3inVorrede. in vorigen Jahren; dieſelbe aber von denen falſchen Lehrern theils mit Liſt / theils mit Macht an zulaͤnglicher Erkaͤntnis und Zunahme derſelben faſt uͤberall gehindert wird / alſo daß die wenigſten von dem Geheimnis der Boßheit oder auch der Gott - ſeligkeit muͤndlich berichtet werden koͤnnen: So iſt annoch durch Gottes Providenz die ſchrifftliche Anweiſung uͤbrig / welche auch viel weiter als die muͤndliche und an ſolche Orte zugleich reichet / dahin ſonſt nicht leicht ein Zeuge der Wahrheit kom - men kan.

3 Aus dieſem Abſehen iſt nun auch nach GOttes Willen der Erſtre und Andere Theil dieſer Kirchen-Geſchichte publici - ret worden: denen die beyden gegenwaͤrtigen nunmehro aus eben ſolchem Zweck folgen. Die anderen Urſachen oder Umb - ſtaͤnde des gantzen Wercks wird der Leſer in denen Vorreden uͤber die beyden erſten Theile nacheinander angefuͤhret finden: alſo daß allhier nichts weiter mehr zu erinnern noͤthig ſcheinet. Wie denn auch die Urſachen / warum man nicht die Hiſtorie vom 1688ſten biß auff dieſes itzige Jahr fortgeſetzet / im Beſchluß dieſes hier folgenden Dritten Theils zu erſehen ſind.

4 Meine Haupt-Abſicht iſt bey dieſen und allen andern Schrifften / dem Friede nachzujagen / und deßwegen allem An - laß zum ſtreiten und Schul-Gezaͤncke / ſo viel an mir iſt / durch GOttes Gnade zuvor zu kommen. Daß ich demnach viel weniger geneigt und geſonnen bin / mich in die ietzigen Strei - tigkeiten im geringſten zu mengen / oder einige Parthey zu ver - theidigen. Angeſehen dieſes alleine GOtt ſelbſt thun kan und muß / als welcher auch die menſchlichen Fehler / welche bey eini - gen ſonſt gutſcheinenden Hauffen zu finden / ſelber entdecken und abthun wolle! Und ob wohl einige ſtreit-ſuͤchtige Leute mich auch unter eine gewiſſe Parthey oder Secte mit ziehen / und mei - ne Arbeit / als ob ſie auff Verfechtung dieſes oder jenes Hauf - fens hauptſaͤchlich angeſehen waͤre / beſchuldigen und verdaͤchtig machen wollen: So bekenne ich doch frey dasjenige / was GOTT ſelber weiß / daß es in mir alſo ſtehe / ja er ſelbſt durch ſeinen Heil. Geiſt in CHriſto JEſu gewircket hat. Nemlich / daß ſich mein Gewiſſen ſo gar nicht in einiger Secte menſchli - cher Lehr-Art oder Meinung / ſie ſcheine ſo gut als ſie wolle / befriedigen koͤnne / daß ich vielmehr immerzu den großen Scha - den und Ungrund des ſectiriſchen Unweſens erkannt und da -herVorrede. her einen Ekel davor bekommen / und biß dato behalten. Hin - gegen / daß ich allein in dem HErrn JEſu CHriſto und deſſen eigener lauterer Lehre alles miteinander ſuche / finde und genieſ - ſe / ſo ferne er ſich in ſeinem Worte offenbahret / und noch immer als das wahrhafftige Licht einen jeden Menſchen gerne erleuch - tet: Welches denn auch die bruͤderliche Liebe zu allen ſeinen wahren Gliedern / und die gemeine zu allen Menſchen gruͤndet und unterhaͤlt.

5 Dieſer theure Grund / nehmlich die unpartheyiſche Liebe und Friedens-Begierde gegen iederman hat mich auch gedrun - gen / mich aller zanckſuͤchtigen Urtheile / Ausſpruͤche und Lehr - Saͤtze zu enthalten / und bloß das Amt eines redlichen Hiſtori - ci zu mainteniren / durch eine unpartheyiſche Relation und dabey geſetzte Zeugniſſe der Wahrheit / oder wenigſtens durch beygefuͤgten Anlaß / der den Leſer bewegen moͤchte / der Sache weiter nachzuſinnen. Es waͤre mir wol ein leichtes geweſen / mit Saͤtzen / Gegen-Saͤtzen und Schul-Fragen heraus zu fahren und auch die paradoxeſten Dinge zu verfechten: Alleine / was haͤtten dieſe anders gebohren / als Zanck / und folglich Haß / Laͤ - ſterung und eitel boͤſe Ding? Dahero mir niemand uͤbel ſpre - chen kan / daß ich das erſte Wort auff dem Titel-Blat immer vor Augen gehabt / nehmlich / daß ich eine unpartheyiſche Hiſtorie ſchreiben / und alſo ſelber gegen alle indifferent ſeyn muͤſſe; ob ich wol weder mir noch andern Freyheit geben darff / in dem Grunde des Glaubens auffs ungewiſſe zu lauffen.

6 Die Zeit und der Raum haben im uͤbrigen nicht ver - goͤnnen wollen / bey Excerpirung der Stellen aus den ange - fuͤhrten Scribenten allzu weitlaͤufftig zu ſeyn / ſondern mit der Summa der Materien meiſtentheils dem Leſer an die Hand zu gehen / und zu weiterem Nachſchlagen Anlaß zu geben. Jm - mittelſt ſind doch einige rare und bedenckliche Buͤcher / daruͤber in der Kirchen etwa Streit entſtanden / in dem Vierdten Theil excerpiret und recenſiret worden / welches / wo nicht allen / doch den meiſten und verſtaͤndigſten lieb ſeyn wird. Solte ſich in - deſſen iemand bey dieſer Arbeit in oͤffentlichen Schrifften durch das leider! gewoͤhnliche Laͤſtern und Verketzern mißvergnuͤgt bezeigen wollen: der hat erſtlich wol zu uͤberlegen / ob er die Sache nach Wuͤrden ausfuͤhren / oder nicht vielmehr noch wei -tereVorrede. tere gruͤndliche und unlaͤugbare Zeugniße ſo wol wider die fal - ſche / als von der wahren Kirche heraus locken und abdringen moͤchte.

7 Zwar werde ich meines Theils mich nicht in die geringſte Streitigkeit einlaſſen / noch meine Zeit mit einigen ſolchen Ne - ben-Dingen mehr zubringen; nachdem mich der HERR zu einer weit andern Ritterſchafft maͤchtiglich beruffen und beſtaͤ - tiget hat / alſo / daß foͤrderhin das geſamte Hiſtoriſche und bloß - buchſtaͤbliche Weſen meines Theils nicht mehr ſeyn mag. Es moͤchte auch dieſe aͤuſſere und ſehr ſchwache Art zu dienen und zu ſtreiten wol am laͤngſten gedauret und gegolten haben: in Anſehung / daß GOTT wircklich in ſo gar vielen Gemuͤthern gewaltig arbeitet / ſie auf eine zulaͤnglichere und gantz unuͤber - windliche Weiſe auszuruͤſten / daß ſie gegen aͤuſſere und innere Feinde beſtehen koͤnnen. Jedennoch wird es auch nicht erman - geln an ſolchen / die da ſich zu denen Unwiſſenden / Jrrenden / Verfuͤhrten oder auch Verfuͤhrern herunter laſſen / und entwe - der denen Boßhafftigen das Maul ſtopffen / und die Widerſpre - cher uͤberzeugen / oder den Schwachen den rechten Weg zeigen ſollen.

8 GOTT aber ruͤſte einen ieden aus zu dem wohlgefaͤl - ligſten Werck / ihm zufoͤrderſt ſich ſelbſt darzulegen zu einem an - genehmen Opffer / und durch Leiden Gehorſam zu lernen im ſte - tigen Kampff und Sieg wider alle Feinde / und denn auch deſ - ſen heiligen Willen in allen zu thun in ſeinen Tagen zur Ehre und Herrlichkeit ſeines Namens!

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Dritter Theil Der unpartheyiſchen Kirchen - und Ketzer-Hiſtorie.

Das I. Capitel. Von Ægidio Guthmann / Paulo Lautenſack / denen Marpurgiſchen Weigelianern und Bartholomæo Sclei.

§ 1.

Jahr MDC. biß MDCC.

DEm im beſchluß der Kirchen - und Ketzer-Hiſtorie geſche - henen verſprechen zu folge ſollen nunmehro diejenigen ſtreitigkeiten / welche aus dem 17. Seculo noch zu be - ſchreiben uͤbrig ſind / allhier nach der ordnung ausgefuͤhret werden. Wir wollen aber / ſo viel muͤglich ſeyn wird / dieſel - ben theils nach den umſtaͤnden der zeit / theils nach der materie ſelbſt ordnen und betrachten. Demnach kommen uns hier zu erſt vor augen diejenigen perſonen / welche noch um das ende des 16. und den anfang des 17. Seculi bekant worden ſind.

Guth - manns Le - ben

2. Unter dieſen mag nun hier zu erſt ſtehen Ægidius Guthmann / welcher vermuthlich aus Schwaben buͤrtig und um das Jahr 1575. zu Augſpurg und weiter hin vielen bekant und be - liebt geweſen / auch ſein buch damals geſchrie - ben haben ſoll / wie der auctor der vorrede und Sperber im Echo Fraternit. R.C.p. 12. ſchrei - ben. Dieſes buch wird in der neuen edition al -und Schriff - ten. ſo titulirt: Offenbarung Goͤttlicher Ma - jeſtaͤt / darinnen angezeigt wird / wie GOTT der HErꝛ ſich anfaͤnglich al - len ſeinen geſchoͤpffen mit worten und wercken geoffenbaret / und wie er alle ſei - ne wercke / derſelben art / krafft / eigen - ſchafft und wirckuug in kurtze ſchrifft artlich verfaſſet / und ſolches alles dem erſten menſchen / den er ſelbſt nach ſei - nem bild erſchaffen / uͤberreichet: hiebe - vor vor 60. jahren edirt / Amſterdam undDeren edition. Franckfurt 1675 in 4to. Dieſe neue editi - on hat Heinrich Amersbach Prediger zu Hal - berſtadt procuriret / weil die erſten exemplaria ſehr rar und theuer geweſen. Dahero die mi - niſteria zu Luͤbeck / Hamburg und Luͤneburg in ihrer Lehr - und ſchutz-ſchrifft wider den Guthmañiſchen offenbahrungs-patꝛon in der vorrede p. 25. ſich ſehr beklaget / daß der editor ein Lutheriſcher Prediger in ei - nem nahmhafften Lutheriſchen miniſte - rio waͤre. D. Gerhard hat allem Anſehen nach den auctorem der erſten edition nicht ge - wuſt / dahero er nur bloß das buch ſelber allegi - ret / und deſſen einſtimmung mit Weigelio zei - get / in diſputat. degloria DEl diſput. 2. p. F. 1. welches auch D. Himmelius gethan / der ohne dem Gerhardum faſt durchgehends ausſchrei -bet / in Colleg. Anti-Enthuſ. Diſput. 1. p. 16.

Jahr MDC. biß MDCC.

3. Was aber nun die Gelehrten von dieſem Buche gehalten haben / davon findet man un - terſchiedliche ausſpruͤche. Der unter den Lu -Urtheile von ihm / theranern ſehr beliebte und bekante D. Johann Valentinus Andreæ hat Guthmannen unter die homines inſolitæ eruditionis oder Leute von ungemeiner gelehrſamkeit gerech - net / welche kaum den namen nach be - kant waͤren; in Mythologia Chriſt. Manip. III. n. 23. p. 137. Der Auctor des Buchs Echo Fraternitatis bekennet am angezogenen oꝛte von ihm / daß er ihn vor einen hocherleuchte -und Lob - ſpruͤche. ten Mann und mit der weißheit GOt - tes begabet halte / auch von GOtt und den geſchoͤpfen ſehr ſubtil, geiſtreich und tieffſinnig handele. Item, daß derſelbe auctor GOtt ſeinen Schoͤpffer und deſ - ſen ſo vielfaͤltige herꝛliche geſchoͤpffe in - nen und auswendig / ſo zu ſagen / gar ei - gentlich muͤſſe erkant und gekant ha - ben. Der auctor der dedication, an Chur - fuͤrſt Fridrich den V. Pfaltzgrafen / Landgraff Moritzen zu Heſſen / und Graff Ernſten von Hollſtein hat davon alſo geurtheilet: Den ge - lehrten iſt dieſes opus ein wegweiſer weit hoͤherem nach zutꝛachten: den kuͤnſt - lern oͤffnet es die augen zur rechten Chriſtlichen philoſophie zu gelangen / und von der heidniſchen und falſchen ſich ab - zuwenden / das mangelhaffte zu erken - nen / das uͤberfluͤßige und unnuͤtze ab - zuſchneiden / und alles allein in dem ei - nigen centro, daraus es gefloſſen / zu ſu - chenund zu finden. Es deutet auff die rechte Mittel nicht allein ſpecificam me - dicinam, die geſtirn-kunſt / geſtalt-kunſt (ſignaturam rerum) die bau-kunſt / kuͤndig - keit vieler und aller ſprachen / geſang - kunſt nach inhalt des Wortes GOt - tes / und denexempeln unſerer lieben vor - elternohne mangel wiederum in ubung zu bringen: ſondern es tractiret auch / wie man zu der univerſal-tinctur und uͤber das zu den hohen gaben des H. Geiſtes / alle geſchoͤpffe neben der herꝛlichen Majeſtaͤt GOttes zu erkennen / vermit - telſt Chriſtlicher vorbereitung gelan - gen moͤge.

4. Der auctor des kurtzen Bedenckens / wel -Des aus - gebers re - commen - dation. ches vor der neuen edition ſtehet / ſchreibet gleichfals davon alſo: Obwol einige puncte A. K. H. Dritter Theil. Ain die -2Th. III. C. I. Von Ægidio Guthmann / Paulo Lautenſack /Jahr MDC. biß MDCC. in dieſem buch ſo mit denen gemeinen confeſ - ſionen nicht allerdings uͤbereinſtimmen / ſo iſt doch I. dieſer haupt-punct und grund richtig und uͤberaus koͤſtlich / daß Auctor mit dieſem werck fuͤrnemlich ſucht / das hochheilige wort GOttes beſter maſſen zu commendiren / daß wir von den veꝛfuͤhrꝛiſchē irꝛwiſchen den Heidẽ und unſers natuͤrlichen viehiſchen alten Men - ſchens zu dem wahren Goͤttlichen licht gefuͤh - ret werden / da ſich eigentlich in uns ſpiegelt des HErꝛn klarheit mit auffgedecktem ange - ſicht ꝛc. Menſchen lehren und ſatzungen haben zwar ſonſt vor den augen der fleiſchlichen einen ſchoͤnen ſchein / gleich den geſchmuͤckten tod - ten-graͤbern / ſo auswendig ſchoͤn / inwendig voller todtenbein und alles unflats ſind. Aber hie wird uns was beſſers angewieſen / nemlich das unvergaͤngliche ſamenkoͤrnlein des fromm - und ſeligmachenden Evangelii; denn in GOttes wort liegt das geheimniß des gantzen Reichs GOttes und der neuen crea - tur als eine krafft GOttes verborgen / nicht anders als in einem ſamen ein gantzer baum mit wurtzel / ſtamm / aͤſten / zweigen / blaͤttern / fruͤchten verborgen liegt. II. Jſt auctoris guter und auffrichtiger zweck aus GOTTes wort zu zeigen (die blinden / faulen / verzag - ten Chriſten auffzumuntern) was ein Chriſt fuͤr eine herꝛliche creatur GOttes / wie er ein rechter wunder-menſch in CHriſto / mehr / maͤchtiger / reiner / ſchoͤner ꝛc. als alle creatu - ren im himmel und auff erden / ein herꝛ uͤber alles / ein gott / licht und heiland der welt / ein himmels-koͤnig ſchon auff erden / ein ſiegsfuͤrſt uͤber tod / teuffel und hoͤlle; und alles das im geiſt und glauben. Jſt alſo das gantze buch eine erklaͤrung des II. cap. an die Hebraͤer / da dergleichen / was glaube ſey und wircke / ge - ſtalt denn gewiß / daß GOtt noch eben ſo ge - neigt waͤre / durch uns heutiges tages gleich - fals ſolche wercke zu thun / wenn wir nur in ſol - cher gelaſſenheit uns GOtt opfferten / wie die H. Patriarchen / Propheten / Apoſtel ge - than ꝛc. Das iſt ein verfluchter menſch (ſagt Taulerus) der wider GOtt ſolche luͤgen reden darff / und ſpricht GOtt gebe einem mehr als dem andern / GOtt iſt kein anſeher der perſo - nen / ſondern giebt allen gleich / wie den Pro - pheten und Apoſteln / alſo uns allen. Daß ich aber jetzo nicht ſo hoch erleuchtet als Elias, Paulus oder ſonſt ein Apoſtel / da hat GOtt keine urſach an / ſondern ich / daß ich mir nicht gaͤntzlich abſterbe ꝛc. Moͤchte ich dieſe ſtunde durch gelaſſenheit im geiſt und natur in und auswendig mir ſelbſt abſterben / ich empfaͤnde in einer ſtunde ſo viel als der hoͤchſte Apoſtel. Die gaben GOTTes muͤſſen nicht nach dem Geber / ſondern nach den nehmer gemeſſen werden. Receptivum non recipit per mo - dum imprimentis, ſed per modum ſuæ recepti - vitatis, quæ eſt in recipiente: bißher I auleri worte. Zugeſchweigen was ſonſt von unſern Theologis ex Zachar. XII. 8. auff dieſe zeiten N. T. gezogen wird / daß der ſchwache unter uns ſoll ſeyn wie David / und das hauß Da - vid (ein ſtarcker) wie GOttes hauß und die H. Engel.

III. Finden ſich einige puncte / darinnen der auctor ſonderliche meinungen hat / dieauff vorigen zweck des worts oder glaubens Jahr MDC biß MDCC. und deſſen uͤbung nicht eben practice gehen / oder dazu nicht ſo hoͤchſt noͤthig / die werden denen ſchrifftmeiſtern (wenn ſie ja als meiſter etwas zu ſtreiten haben wollen) zu diſputiren heimgeſtellt. Chriſten nehmen das ſamen - koͤrnlein mit einfaͤltigem tauben-hertzen im glauben mit freuden an / dancken GOtt / die - nen ihrem naͤchſten nach vermoͤgen aus GOtt / huͤten ſich dabey mit klugen ſchlangen-augen einfaͤltiglich / daß ſie nicht alſobald laͤſtern / was ſie mit ihrem in alten gewohnheiten und menſchenſatzungen vertiefftem adamsgeiſt nicht alſofort faſſen koͤnnen; nehmen unter - deſſen wie die bienlein den ſuͤſſen honigſafft / tragen ein / bauen ꝛc. was und wie ſie koͤnnen / laſſen den welthummeln das ihrige.

5. Viel andere ſolche judicia ſind nicht noͤ -Dieſes buch wird ſehr hoch geſchaͤtzet und ge - kauſſt. thig weiter anzufuͤhren / dahin auch gehoͤꝛet / daß dieſes buch ehemals von hohen und niedrigen ſo wol im manuſcripto als gedruckt ſehr theuer und mit vielem gelde offt erkaufft worden. Der Hertzog von Wuͤrtenberg ſoll es vor dieſenum etlich tauſend guͤlden erkaufft haben und ab - ſchreiben laſſen / auch in ſeine Bibliothec als ei - nen geheimen ſchatz verwahret. Siehe Colber - gen im Platon. Chriſtenth. P. I. c. 6. P. 289. der gedachte auctor des Echo ſchrieb gleichfals / es ſolte denen reichen dieſes buch mit viel 1000. cronen zubezahlen nicht zu theuer ſeyn. Die drey gedachten miniſteria klagen am angezoge - nen orte auch / daß es ſo hoch geſchaͤtzet / und haͤuffig erkaufft werde. Und Breckling ge - dencket auch / in Anti Calovio. p. C. 7. 8. daß in Holland wol ein exemplar bißweilen vor 100. thaler bezahlet worden. Welcher dann dar - neben Guthmannen als einen trefflichen philoſophum, magum, und naturkuͤndi - ger ruͤhmet / und daß mehr Goͤttliche wahrheit in ihm zu finden ſey / als in al - len ſchriften der gemeinen Theologorum. Was nun aber die judicia der andern partheyVon an - dern ver - worffen. betrifft / ſo iſt das offtgedachte buch der dreyen miniſteriorum mehr als zubekannt / worinnen ſie ſelbiges / oder vielmehr der concipiente D. Pomarius Superintendens zu Luͤbeck / als kaͤtze - riſch verwerffen und verdammen. Der gedach - te Breckling erwehnet auch an gemeltem ort / daß die Leiptziger Theologi ſelbiges ebenfalls confiſciret / und dem editori Amersbachen dieund conſi - ſcirt. exemplaria weggenommen haͤtten / dahero es nachmals wiederum ſo theuer worden / daß mans wol mit 30 thalern bezahlen muͤſſen. Er erinnert auch dabey / ein jeder liebhaber der verborgenen weißheit und wahrheit GOttes moͤchte ſelbſt urtheilen / ob des guten Mannes buch ſo veꝛkehꝛt / fanatiſch und gottloß ſey / als D. Calov. und Poma - rius es ausrufften. Item, ob in Calovii oder Guthmanns buͤchern beſſere gruͤnde al - ler Goͤttlichen und natuͤrlichen weiß - heit zu finden / und ob dieſe oder jene uns mehr und naͤher auff GOttes wort an - weiſen / und deſſen wunder offenbahren ꝛc. D. Nicolaus Hunnius hat in der betrach - tung der neuen Paracelſ. und Weigel. Theol. p. 9 an dieſem buche ſonderlich getadelt / daß es lauter Reformirten Potentaten dediciret wor - den / auch an einem Calviniſchenorte (nemlichzu Ha -3denen Marpurgiſchen Weigelianern und Bartholomæo Sclei. Jahr MDC. biß MDCC. zu Hanau) anno 1615. erſtlich gedruckt ſey. Klaget dabey / daß ihn auch der auctor des buchs von der magia commendiret habe / neben dieſen drey miniſteriis aber hat auch einer / Io - hannes Fabricius eine wiederlegung geſchrieben wieder dieſes buch / zu geſchweigen was andere Theologi davon hin und wieder nach ihrer art gedacht haben. Siehe Gerhardum l. c. Dann - hauer. Tom. 1. Theol. Conſc. p. 22. Jo. Meiſner. de Proph. Sect. IV. n. 2. Calovium und andere.

6. Nachdem aber die gewoͤhnlichen gruͤnde dererjenigen Scribenten / welche wider derglei - chen leute / die ſich der Goͤttlichen offenbarung geruͤhmet / bekant gnug / auch allhier zu wiederholen allzuweitlaͤufftig ſind: Will ich nur aus Guthmanns buche einige ſtellen an - fuͤhren / woraus der leſer ſelbſten einen unpar - theyiſchen ſchluß faſſen mag. Erſtlich koͤnnen zur probe die ſummaria einiger capitel dienen / als da ſind des erſten capitels im erſten buch / welche alſo lauten uͤber die erſten worte der Bi -Jnhalt des 1. cap. aus dem I. Buch. bel: Jm anfang war das Wort. Num. I. Was dieſer anfang ſey und wie er ſoll verſtan - den werden.

  • 2. Was vor dieſem anfang geweſen ſey.
  • 3. Welche dinge in dieſem anfang begriffen ſeyn.
  • 4. Ob die Heiligen GOttes einen anfang ha - ben / oder ob ſie von ewigkeit geweſen.
  • 5. Ob die Engel / Ertz-Engel ꝛc. auff dißmal im anfang der ſchoͤpffung oder aber davor ih - ren anfang genommen.
  • 6. Ob nicht alle dinge / die einen anfang haben auch ein ende nehmen werden.
  • 7. Wie viel 1000 jahr / monat / tag / ſtunden / minuten / von dieſem anfang biß auff dieſe ſtunde / verfloſſen.
  • 8. Jn wie vielerley wege dieſer anfang gethei - let ſey.
  • 9. Warum dieſer anfang und weswegen er gemacht worden.
  • 10. Was GOtt der HErꝛ durch dieſen anfang zuverſtehen habe geben wollen.
  • 11. Wie weit ſich dieſer anfang erſtrecket.
  • 12. Wie der ort genant werde / da dieſer an - fang angegangen iſt.
  • 13. Wem und wann dieſer anfang geoffenba - ret worden.
  • 14. Ob nicht dieſer anfang in einem heimli - chen buch verzeichnet ſey.
  • 15. Ob auch etliche unſichtige dinge in dieſen anfang verfaſſet.
  • 16. Ob alle gute dinge / aber nichts boͤſes in dieſem anfang begriffen.
  • 17. Ob nicht dieſer anfang heilig und wunder - barlich geweſen.
  • 18. Was fuͤr groſſe geheimniße unter dieſem wort anfang verborgen ſeyn.
Item, des 1. cap. aus dem II. Buch.

7. Alſo auch werden im erſten capitel des an - dern buchs folgende fragen nach einander ent - ſchieden: 1. Daß GOtt der HErꝛ allein und ſonſt niemand alle dinge durch ſein wort ge - ſchaffen / und noch heut zu tage alle dinge be - ſchafft.

  • 2. GOtt der HErꝛ ſchafft reine hertzen.
  • 3. Wie und mit was worten GOtt der HErꝛ alle dinge geſchaffen.
  • 4. Wer bey ſolcher ſchoͤpffung geweſen.
  • 5. Aus was urſachen ſolche ſchoͤpffung geſche - hen.
  • 6. Ob ein menſch die Stimme des worts in
    Jahr MDC. biß MDCC.
    der ſchoͤpffung ohne ſchaden mit ohren haͤtte faſſen moͤgen.
  • 7. Was fuͤr geheimniße im wort Schaffen ver - borgen liegen.
  • 8. Ob GOtt der HErꝛ die Engel und Heiligen geſchaffen.

Und auff ſolche weiſe hat er nun die gantze hiſto - rie der ſchoͤpffung aus denen erſten capiteln Ge - neſeos in dieſem buch erklaͤret / und daraus alle Goͤttliche und natuͤrliche weißheit deduciret / was aber inſonderheit die principia ſeiner lehre betrifft / ſo haben die erwehnte 3 Miniſteria aus ihm folgende ſaͤtze von der ohnmittelbaren er - leuchtung angefuͤhret und verworffen: die worteGuth - manns lehre von der er - leuch - tung. Pauli 2 Cor. III. 6. der buchſtabe toͤdtet / aber der Geiſt macht lebendig / waͤren von dem todten buchſtaben der ſchrifft zu verſtehē. Der ſchwartze buchſtabe der ſchrifft ſey als eine verſperrete truhe des geiſtlichen heimlichen verſtandes / und der verborgenen geheimniße GOttes / als des darinnen bewahrten koͤſtlichen ſchatzes; die buchſtaͤbliche auslegung der ſchrifft ſey der tod / die geiſtliche aber das leben. Der H. Geiſt zuͤnde in dem menſchen zu erſt einen ſolchen licht - glantz an / daß er alsdenn die geheimniſ - ſe verſtehe / die unter den ſchwartzen buchſtaben verborgen liegen ꝛc. Siehe p. 501. Punctum VII. Und des wegen nennen ſie ihn einen Weigelianer und Schwenckfelder. Wir koͤnnen aber ſeinen eigenen ſinn aus ſeinen worten am beſten vernehmen / da er im 6 buch am 6. cap. p. 203. ſeine groſſe freude bezeugetVon der Heiligen Schrifft. uͤber der von Luthero verteutſchten Bibel / auch die Reformatores gar ſehr ruͤhmet. Und hier - auff giebt er ſeinen ſinn von dem rechten ge - brauch und nutzen der ſchrifft alſo zu verſtehen / woraus zu ſehen ſeyn moͤchte / daß er die Schrifft nicht verachtet / ſondern allerdings hoch gehalten; welche worte aber / weil ſie ſeine widerleger mit fleiß uͤbergangen haben / ich hie - her ſetzen will: dannenher die H. Bibeln ei - nen lichten hellen glantz empfangen ha - ben / und einenſolchen lichten ſchein von ſich geben / daß dar auff ſehr viel leute ſich widerum bekehret / die H. Bibel mit fleiß durchleſen / und denrichtigen ver - ſtand daraus genommen / auch die ſchwere ſpruͤche mit andern Bibliſchen ſchrifften ausgelegt / und die ſchaͤndli - chen irthuͤmer ausgerottet: darum laſt uns das auffgegangene licht lieben / be - ſchuͤtzen / beſchirmen / und biß an unſer ende dabey beharren. Dergleichen oͤrter mehr bey ihm zu finden ſind.

8. Was er aber auff ſeiten des menſchen zumVon nothwen - digkeit des wa - chens und betens. rechten gebrauch und verſtand der ſchrifft / und zur wahren erleuchtung / noͤthig halte / zeiget er unter andern in dieſen worten an: Du weiſt / daß dich GOtt der HErꝛ hat gelehret beten / ſuchen und anklopffen / da du daſ - ſelbige nicht thun / ſondern die Haͤnde in buſen ſchieben wolteſt / ſo muͤſteſtu auch um deiner traͤgheit und ungottſeligkeit willen nicht allein dieſes koͤſtlichen ſcha - tzes / ſondern auch noch viel mehr noth - wendigere ſachen entrathen und man - geln. Derohalben ſo bitte auch um gna -A. K. H. Dritter Theil. A 2de und4Th. III. C. I. Von Ægidio Guthmann / Paulo Lautenſack /Jahr MDC. biß MDCC. de und eroͤffnung der geheimniße / und laß dir auff dißmal gnuͤgen / daß dir ge - zeiget iſt / wo du diß ſuchen ſolſt in IV. buch c. 17. p. 62. und im I. buch c. 18. p. 12. Unter dieſem wort Anfang ſo mit den Goͤttlichen buchſtaben JEHOVAH verzeichnet / ſind die hoͤchſte geheimniſ - ſe aller wunder wercke / die in dieſer welt geſchehen ſeyn / und geſchehen moͤchten / begriffen / da ein menſch dermaſſen aus - geſoͤhnet / und in GOttes huld waͤr / daß ihm ſeine augen eroͤffnet wuͤrden / daß der diß wort wuͤrdiglich koͤnte gebrau - chen / ſeine geheimniße verſtehen / und in das werck richten / der wuͤrde alle die wunderwercke ſo wol als Moſes / die Partiarchen / Propheten und Apoſtel gewuͤrcket haben / und noch viel groͤſſere dinge thun koͤnnen und moͤgen. Anders wo ſetzet er ebenfals im II. theil c. 32. p. 227. daß das ſehen am erſten durch den licht - glantz geſchehen muͤſſe / und alsdenn muͤſſe die kunſt oder wiſſenſchafft ausUnd Got - tes noͤthi - gen bey - ſtand. GOttes wort erfolgen. Von ſich ſelb - ſten bekennet er auch / daß er dieſes buch aus dem klaren befehl GOttes geſchrieben habe im IV. buch c. 17. p. 62. und uͤberhaupt weiſet er den leſer allein zu GOTT ſelber und auff den ſchluͤſſel Davids / hat auch deswegen ofte vieles verſchwiegen / mit der angehengten urſache / damit ein begieriges gemuͤthe ſelber ſich durch die Goͤttliche weißheit fuͤhren und lehren lieſſe. Siehe V. B. c. 104. p. 190. VI. B. c. 6. p. 193. IV. c. 17. V. c. 57. X. c. 17. XI. c. 88. XV. c. 20. &c.

9. Dieſes iſt ſonderlich der haupt-punct / worinnen die Theologi ihn getadelt haben / welchen ſie auch als ſeinen grund-irthum ange - ben / darauff ſein gantzes buch beſtehe / (lehr - und ſchutz-ſchrifft. p. II. c. 3. p. 551. und p. I. p. 400.) Hiernaͤchſt haben ſie auch andere puncte aus ihm gezogen / welches ſie aber nur irrigene -Seine andere verworffe - ne lehren. ben-puncte nennen. Zum exempel ſie tadeln an ihm / daß er geſetzet / alle geſchoͤpffe GOt - tes haͤtten eine ſinnlichkeit oder ein le - ben in ſich / GOtt ſchaffe noch heut zu tage neue dinge / die zuvor nie geweſen / GOtt habe keinen mitgehuͤlffen oder mitwircker / er wircke nicht durch die an - dere oder dritte urſache / GOttes wille ſey nichts anders geweſen denn lauter Engel / die Engel waͤren und thaͤten nichts anders denn allein GOttes wil - len / die ſtern-kugeln waͤren gewiſſe woh - nungen der dienſtbaren Geiſter / es waͤ - ren gewiſſe ordnungen und Choͤre der heiligen geiſter GOttes / als die Cheru - bim / Seraphim / Thronen / Herꝛſchaff - ten / Fuͤrſtenthuͤmer / Gewalten / Kraͤff - ten / Ertz-Engel / deren immer eine hoͤ -Von mei - dung der ſuͤnde. her als die andere: Siehe l.c. p. 560. Jtem ſie verwerffen / p. 569. daß er geſetzet: ein be - kehrter menſch muͤſſe den gaͤntzlichen vorſatz faſſen nimmermehr zu ſuͤndigen / und ſolle auch im werck ſelber nicht mehr ſuͤndigen / ja wenn er ein kind GOttes ſey / ſo ſuͤndige er auch gar nicht mehr. Dahero halten ſie vor irrig / wann er geſchrie - ben: Selig iſt der Menſch / der ſolches vonGOtt dem HErꝛn erlanget / daß er nochJahr MDC. biß MDCC. in dieſer zeit in den dritten himmel und gar ins Paradieß entzuckt wird / er wird fuͤrder hin nimmermehr ſuͤndigen. Jtem / was die rechte kinder GOttes ſeyn / die - ſelbigen ſuͤndigen nicht / denn ſie bleiben bey GOtt / alda keine ſuͤnde iſt / aber die ſuͤnden ſind wercke des Teuffels / und wer dieſelben thut / der iſt auch des Teuf - fels.

10. Dieſe und dergleichen expreſſiones mag freilich niemand / den ſein gewiſſen uͤberzeugt / und verdammet / daß er die ſuͤnde weder uͤberwunden habe / noch ferner zu uͤberwinden willens ſey / vor wahrhafftig erkennen / und wenn gleich Johannes noch ſo offt und deutlich bezeiget haͤtte / daß es wahr ſey und keine luͤgen. Eben wie man auch vor irrig ausgegeben / wann Guthmañ geſchrieben:Von der vollkom - menheit. Es werde ein ſuͤndiger menſch von dem glantz des Goͤttlichen anſehens erleuch - tet und gereiniget / da die ſuͤnde in ihm durch den wahren glantz des geſichts GOttes ausgebrandt und endlich ver - zehret werden Vid. Baierus Collat. Doctr. Quaker. Cap. XI. th. 1. p. R. 4. Jngleichen: der menſch koͤnne alle ſeine wercke gut und vollkommen machen / ſich von allen ſuͤnden reinigen / GOtt den HErrn aus grund ſeines hertzens aus gantzer ſeele und gemuͤth / und aus allen ſeinen kraͤf - ten lieb haben / und ſeinen naͤchſten als ſich ſelbſt / ſeine lehr und gebot halten. GOtt der Herr begehre von einem men - ſchē nichts unmuͤgliches / auch nicht / daß man dem menſchen ſolte etwas unmuͤg - liches anmuthen / fuͤrtragen / oder fuͤr - ſchreiben / ſondern alle ſeine lehre / joch buͤrde ſey ſuͤß / lieblich und ſanfftmuͤtig / die der menſch leichtlich erſchwingen / ertragen / und zu ende bringen koͤnne. Welches alles von denen orthodoxis vor gott - loß / Juͤdiſch und Socinianiſch angegeben wird. Siehe die lehr - und ſchutzſchr. p. 571. Gleich - wie ſie ihm auch vor unrecht ausdeuten / daß er die kraͤffte des glaubens / wie ſie ſich uͤber die na - tur durch GOttes allmacht erweiſen koͤnten / ſehr offt beſchrieben hat.

11. Alſo fuͤhren ſie dieſe ſeine worte als irrigVon der krafft des glaubens / an: Ginge diß mit dem Teuffel zu / wenn jemand auff dem meer mit bloſſen fuͤſſen wandelt / ſo muͤſte auch CHriſtus der Herꝛ in krafft des teuffels auff dem meer umgangen ſeyn / denn dem glauben iſt nichts unmuͤglich. Alſo auch und ebenund denen wundern. in dieſem glauben mag ein menſch der lufft brauchen / daß er ſeine gantze wor - te nicht allein hundert / ſondern etliche tauſend meil weges zu ſeinem freund trage / und von dannen wiederum ant - wort bringe. Es will an dir und dei - nem unglauben nicht gelegen ſeyn / und werden ſich die kinder des lichts in dieſen und viel andern mehr wunderbarlichen faͤllen der lufft rechter art nach zuge - brauchen wiſſen / daran ſich die gantze welt verwundern wird. Part. 2. p. 34. daraus folget / daß ihr unglaubige Hei - den und nichts anders ſeyd. p. 35. dawuͤrde5denen Marpurgiſchen Weigelianern und Bartholomæo Sclei. Jahr MDC. biß MDCC. wuͤrde man allererſt ſehen / daß ihr aus Heiden wahre Chriſten waͤret wor - den / und in der Chriſt glaubigen kirchen wohnet / und beweiſet euren glauben mit ſeinen fruͤchten / ihr wuͤrdet mit neu - en zungen reden. Wer es anders haͤlt der iſt unglaubig / und iſt kein Chriſt / ſon - dern ein Heid und abgeſchnittenes glied von der Gnade GOttes / der nicht glau - bet der verheiſſung CHriſti / ſo durch den glauben verheiſſen iſt worden / denſelben ſolte man von der gemeine GOttes aus - ſchaffen / biß ſo lange er ſich bekehret und glaubig wuͤrde. p. 85. Wenn der menſch nicht ſein ſelbſt / ſondern Gottes werck in einem feſten Chriſtlichen glauben brau - chen koͤnte / ſo wuͤrde er wũder uͤber wun - der ſtiften und anrichten. Deñ denglau - bigen iſt nichts unmuͤgliches / dieſelben koͤnten ſo groſſe und noch groͤſſere wer - cke thun / weder der HErꝛ ſelber gethan hat berge verſetzen. p. 86. So gar viel und groß iſt es an einem rechtſchaf - fenen glauben gelegen. Durch den glau - ben koͤnten wir das wort GOttes brau - chen / und dadurch wunderbarliche din - heſtifften / und koͤnten das meer vonein - ander theilen / mit truckenen fuͤſſen hin - durch gehen / den Tuͤrcken darin ertraͤn - cken. Was wuͤrden wir wol allein mit dieſem worte Werde ausrichten? wuͤrden wir nicht alle kranckheiten ge -Auch in natuͤrli - chen din - gen. ſund machen? wuͤrden wir nicht ſchoͤ - nes wetter koͤnnen machen? wuͤrden wir nicht alle unſere feinde zu felde da - durch erlegen? wuͤrden wir nicht aus zinn / eiſen / kupffer / queckſilber / bley gutes gold im augenblick koͤnnen ma - chen? Wer wolt er wehren? Denn GOtt der HErꝛ laͤſt ſein kraͤfftiges wort ſeine glaubigen brauchen / daß ſie dadurch wunderzeichen thun / die krancken ge - ſund machen / die teuffel und ſchlangen vertreiben. p. 87. Wer die weißheit von GOtt dem HErꝛn hat / derſelbe weiß die krafft und wuͤrckung des worts Gottes / und kan durch diß wort Werde aus allen metallen gold machen / und andere wunder wuͤrcken / er mag das ei - ſen / die ſteine / das holtz und andere har - te metallen mit bloſſen haͤnden ohn al - les feuer wie ein wachs bohren / und dar - aus bilder und andere wunderbarliche dinge machen / und ſeine geſtalt geben / wie ers haben will / das alles vermag er durch ſeinen glauben. Wo ſind aber un - ſere glaͤubige / die ſich ihres glaubens und Chriſtlichkeit ruͤhmen? Wo brau - chen ſie daß wort GOttes durch ihren glauben? Wenn macht der Hoheprie - ſter mit dem Wort: Es werde! gold oder ſilber / daß man dadurch kriegsleute be - ſtellen / und die Heiden aus den Chriſtli - chen koͤnigreichen ſchlagen koͤnte. Sie - he die Lehr - und Schutz-Schrifft l. c. p. 577. u. f.

12. Wie nun dieſe und dergleichen lehren de - nen orthodoxis nicht gefallen haben / ſo hat ih - nen vielweniger anſtehen koͤnnen / was er vonihrer lehre und leben hin und wieder eroͤffnetJahr MDC. biß MDCC. Sein be - kaͤntniß von den Predi - gern / hat. Als zum exempel / wenn er geſchrieben: Jn dieſer Eitelkeit ſind auch zum theil die Prediger / die ſich allerley pracht / hoffart und wolluſt der Welt geluͤſten laſſen / auch ſolches mehr als ihr ſtudiren angelegen ſeyn laſſen / und auch an ſonn - und feſttagen ohne alle vorbereitung und anruffung des H. Geiſtes auff die Cantzel treten / und ein eitles leeres ge - ſchrey machen / darinne kein geiſtlicher verſtand iſt. Jm VI. B. c. 6. p. 205, item p. 232. Es iſt keine groͤſſere ſchaar unter der Sonnen / die GOtt dem HErꝛn in ſeinem heiligthum / gaben und gnaden / mehr laͤſtern / und von ſolchen hohen herꝛlichkeiten weniger halten / als die eben ſind / die am geiſtlichſten wollen an - geſehenſeyn. Und p. 449. Weil die men -und dem kirchen. dienſt. ſchen aus den bet-haͤuſern eine moͤrder - grube machen / und den Teuffel ſelbſt hinein bringen / ſo wohnet er auch in den bet - haͤuſern. Die kirchendiener ſind die erſten / die ſolches thun / ꝛc. Wie auch P. II. p. 59. Wo ſind unſere vorſteher? wo iſt ihr glantz innerlich und aͤuſſerlich / ſind nicht ihre angeſichte aͤuſſerlich ver - dunckelt / und ihre hertzen befinſtert mit ihrem ſuͤndlichen leben / darinnen ſie ſte - cken und verderben. Weil ſie GOtt den HErꝛn fliehen / ſo moͤgen ſie weder in - nerlich noch aͤuſſerlich erleuchtet wer - den / und koͤnnen der gemeine GOttes gar nicht vorſtehen / denn ſie nichts Goͤttliches weder hoͤren noch ſehen moͤ - gen. Ob aber wol der auctor viele ſolche kla - gen inſonderheit auff die Paͤbſtiſchen Prieſter appliciret hat / ſo haben doch die gedachte 3. miniſteria in der ſchutzſchrifft p. 507. gemercket / daß er ſolche generalia principia zum grunde ſe - tze / wodurch auch die Lutheriſchen mit impli - ciret und angeruͤhret wuͤrden. Womit alſo angedeutet worden / daß das gewiſſen bey ſol - chen allgemeinen Klagen ſchon ſelbſt die appli - cation mache / geſetzt / daß auch ein auctor an ſol - che leute weder gedacht / noch wuͤrcklich geſchrie - ben gehabt. Wiewol Ammersbach in denen anmerckungen hin und wieder auch die appli - cation mehr als zu deutlich hiebey gemachet hat: Siehe P. I. p. 336. P. II. p. 17. und ſonſt.

13. Eben alſo hat er auch von der gemeinenVon der Heidni - ſchen phi - loſophie / philoſophie und ſchul-weißheit geurtheilet / wenn er unter andern geſchrieben: Die philo - ſophie iſt doch unter allen das ſchaͤdlich - ſte gifft / das zwiſchen himmel und er - den gefunden mag werden. Denn wie ihrs brauchet / ſo iſt es nur eine heidni - ſche narrerey / unſinnigkeit / und ver - fuͤhrung / die GOtt der HErꝛ haſſet / und ſie ſamt euch vertilgen wird. Part. II. Lib. XVI. c. 7. p. 177. Es wird auch von ihm Colbergen l. c. p. 289. er -und dem gemeinen ſtudiren. zehlet / daß er ſelbſten in den ſo genanten freyen kuͤnſten unterwieſen / aber auff den Univerſitæ - ten die eitelkeit derſelben gemercket / und dage - gen auff ſeinen reiſen befunden / daß bey unge - lehrten leuten dieſe und noch viel beſſere wiſſen - ſchafften anzutreffen ſeyen. Er habe auch zum drittenmal faſt alle Univerſitæten in der welt be - ſuchet / aber uͤberall gehoͤret / daß ſie nicht The -A 3oſophi -6Th. III. C. I. Von Ægidio Guthmann / Paulo Lautenſack /Jahr MDC. biß MDCC. oſophiſche ſondern heidniſche teuffeliſche buͤ - cher erklaͤrten. Von dieſen heidniſchen buͤchern hater ſonderlich ſehr viel erinnert / und unter an - dern folgendes: Was ſind nun die heidni -Wie auch den Heyd - niſchen Autoribus zu ſchulen. ſche ſchreiber und ihre buͤcher als grobe eitelkeit. Denn eben wie ihre heidni - ſche lehr-jungen / ſo Chriſten get aufft ſeyn / ihre buͤcher aus ihren eigenen kraͤff - ten ohne angeſuchte Gnade des H. Gei - ſtesſchreiben / und viel papier damit un - nuͤtzlich anwenden: alſo ſind auch ihre heidniſche buͤcher ohne verſtand des H. Geiſtes zuſammen aus ihren eigenen koͤpffen gedichtet und geſponnen / auch zuſammen gezogen und beſchrieben wor - den / den ſie mit ihren geſchmuͤckten an - zuͤgen und gezierten worten einen ſol - chen deckmantel anzogen / daß ſie mit ihrer Sophiſterey ſchier die gantze welt betrogen / und auff ihre ſeite gebracht. Wo bleibt denn der H. Geiſt? Ja es hat die Heidenſchafft in den Chriſtlichen ſchulen dermaſſen uͤber hand genommen und die lehrmeiſter wenig oder gar - nichts vonden Bibliſchen ſchrifften des A. und N. Teſtaments zu ſagen wißen. So doch GOtt der HErr befohlen / die furcht GOttes einzupraͤgen / im VI. B. c. 6. p. 205. Item p. 105. Die Heidniſche buͤ - cher werden in unſern hohen und niedern ſchulen heutiges tages gantz unchriſt - lich verfuͤhriſch fuͤrgeleſen / alſo daß man gaͤntzlich dafuͤr haͤlt / es koͤnne keiner ein lehrer in H. Schrifft und andern kuͤn - ſten werden / er muͤße denn zuvor die Heydniſche ſophiſterey gantz und gar eingefreſſen haben / welches vor GOtt dem HErrn ein groſſer greuel / GOttes - laͤſterung / und den Chriſten ein ewiger ſchand-mackel iſt / daß ſie nicht wollen gedencken / wie die Altvaͤter / Patriar - chen / Propheten / Koͤnige / die Weiſen / die Apoſtel und andere Chriſten ſolcher Sophiſterey in Heidniſchen buͤchern gar nicht gebrauchen / noch deſſen geachtet haben / denn ſie haben den rechten / wah - ren ewigen Kunſtmeiſter gehabt / der ih - nen kunſt / verſtand und weißheit gege - ben / der ihnen das licht der erkantniß in ihren hertzen angezuͤndet. Siehe auch p. 208. u. f. 222. 271. 301. 358. 401.

14. Und dieſes waͤre von gedachtem ſeriben - ten geſaget / in welchem ein liebhaber der weiß - heit finden wird / was er bey vielen andern / ſon - derlich bey denen Academiſchen lehrern vergeb - lich ſuchen moͤchte. Dieſem koͤnnen wir allhier beyfuͤgen einen andern mann / der ebenfalls wie Guthmann noch im 16. ſeculo gelebet / aber erſt -Lauten - ſacks leben und ſchrifften. lich im 17. recht bekant worden / nemlich Paulum Lautenſack einen Mahler und Organiſten in Nuͤrnberg. Dieſen hat der obenangezogene D. Andreæ nebenſt jenen auch unter die leute / ſo von ungemeiner wiſſenſchafft geweſen / geſetzet. Vid Myth. l.c. Ob er gleich die dunckelheit ſei - ner ſchrifften dabey geſtehet / ſeine ſchrifften aber ſind theils im vorigen ſeculo, theils im anfang des 17. herauskom̃en. Schon A. 1545. iſt ein tra - ctat von ihm publiciret wordē / deſſen titul undVortrag und inhalt derſelben. inhalt folgender iſt: Eine anzeigung vom eꝛſten bild uñ ſeinem buch: wie ſich Gott der einige zu erkennen gebe. Auslegungder dritten materien / inhalt als namenJahr MDC. biß MDCC. und himmliſcher perſonen mit zeugniß ihrer buͤcher: wie alles mit CHriſto muß gecreutziget werden / alsdenn wird geoffenbaret die herrligkeit GOttes in JEſu CHriſto. Anzeigung von GOtt / worauff das buch ſtehet. Anfang des buchs der offenbarung JEſu CHriſti in - halt. Die andere farbe (als blau) in dem erſten halben regenbogen / darin - nen ſich der Vater als im Sohn laͤſt ab - mahlen. Die dritte farb (als roth) in dem erſten halben regenbogen / darin - nen ſich der Sohn GOttes im himmel iſt offenbaren. Die vierte farbe (als gruͤn) des erſten halben regenbogen / darinne ſich die dritte perſon der Heil. Geiſt iſt abmahlen. Der andere halbe regenbogen mit ſeinen vier farben. Die andere farb des halben regenbogen blau im andeꝛntheil / daꝛiñen ſich die peꝛ - ſon des Vaters im Sohn iſt abmahlen. Die dritte farbe des andern halben re - genbogen als roht / darinnen ſich der Sohn GOttes als in ſeinem wort iſt of - fenbaren. Die vierte farb des regenbo - gen als gruͤn / des letztern / darinnen ſich der H. Geiſt iſt offenbaren als ein be - ſchlieſſer aller dinge. Der zwoͤlf ſterne in - halt auff der cron der Jungfrau Mariaͤ. Offenbarung des titels Chriſti geheim - niß beym Evangeliſten / die vereini - gung des anfangs und des endes verglei - chung. Die offenbarung JEſu CHri - ſti nach der menſchheit / wie allhie ange - zeigt iſt. Offenbarung der zwoͤlff ſtern geiſter bey ihnenhaben / wie gezeigt. An - zeigung der andern materien von der dreyheit. Auslegung der dritten ma - terien inhalt / als namen und himmli - ſche perſonen mit zeugniß ihrer buͤcher. Wie alles mit Chriſto muß gecreutziget / alsdenn wird offenbar die herꝛligkeit GOttes in JEſu CHriſto. Die aͤuſſer - liche ſchrifft am verſchloſſenen buch des lebens. Die erſte farbe des erſten hal - benregenbogen / buchſtab / geiſt. Die an - dere farbe (als blau) im erſten halben re - genbogen / dariñen ſich der Vater als im Sohn iſt abmahlen. Die dritte farbe (als roth. Die vierte farbe (gruͤn.) Des worts inhalt iſt offenbar / erſtlich die gelbe far - be. Die anderefarbe blau. Worauf die 12. Act. des glaubens gegruͤndet ſind. Offen - bar das heilige himliſche Jeruſalem von GOtt erbauet. Wie ſich GOtt und das wort in CHriſto erwieſen dreyfaltig und ſeyn. Endlicher beſchluß aller din - gein dem einigen Gott deꝛ gantzen welt.

15. Noch zuvor anno 1538. iſt dieſes buͤch - lein heraus kommen: Eine anzeigung mit ſchrifft / was in der Fr. Gundelfingerin behauſung vor gemaͤhlde angeſtellet iſt. Jn dieſen hat er ſonderlich die offenbarung Jo -Ausle - gung der Offenba - rung Jo - dannis. hannis geheimnißweiſe ausgelegt und appli - cirt / wovon er in der vorrede p. 3. 4. dieſes mel - det: Dieweil die welt des einigen haupt - buchs offenbarung weder wiſſen noch hoͤꝛen will / mit ſamt ſeinen geheimniſſen darinnen verleibet / ſo ſolches ihr wirdange -7denen Marpurgiſchen Weigelianern und Bartholomæo Selei. Jahr MDC. biß MDCC. angezeigt / daruͤber ſie den Kopff ſchuͤt - telt / als gehe ſie das buch gar nicht an / ſondern ſie haben zuvor ſchon alles ein gut wiſſen desjenigen / was von GOtt zu wiſſen ſey / daraus auch offenbar wird / was fehl und mangel ſie noch ha - be an der offenbarung JEſu CHriſti / darin er uns nicht unbillig verheiſt noch eins zu kommen (nach dem geiſt) unſere ge - wiſſen zu verſichern / ehe denn das ge - richte komme / auff daß wir unſtraͤfflich erfunden werden auff dem juͤngſten ta - ge. Drum auch alle Gelehrten ſo hart ſind angelauffen / das buch verachten / dieweil ihnen der Geiſt darinnen ver - borgen iſt / daß es wahr iſt / was CHri - ſtus verſchleuſt / das muß verſchloſſen bleiben / und was er ſey eroͤffnen / das muß geoffenbaret werden / wie denn ſol - ches werck GOtt mit zeichen und wun - derwercken am himmel hat angezeigt / wie ſolches in einem andern buͤchlein wird vermerckt / das zeugniß von oben aus der Schrifft / deßgleichen der titel CHriſti und anders ihre jahrzahl mit ſich bringen / zu welcher zeit das buch offenbar ſoll eroͤfnet werden / nemlich in der letztenzeit / wenn der ſiebende Engel poſaunen wird / ſollen ſolche geheimniſ - ſe GOttes geoͤffnet werden / wie er ſol - ches ſeinen Knechten und Propheten hat verkuͤndiget.

Offenba - rung JE - ſu CHriſti von Wei - gelio edirt

16. Dieſe ſeine ſchrifften zuſammen hat her - nach Valentinus Weigelius mit einer ſonder - baren auslegung erlaͤutert / welche Anno 1619. zu Franckfurt am Mayn heraus gekommen mit dem titul: Offenbarung JEſu CHri - ſti / das iſt / ein beweiß nach dem titul uͤber das creutz CHriſti / und die 3. Al - phabeth als hebraͤiſch / griechiſch und la - teiniſch / wie etliche wunderbare figu - ren. Welcher geſtalt der einige GOtt auff unterſchiedene art und weiſe / und endlich ohne einige figur wahrhafftig und vollkom̃lich in deꝛ perſon Jeſu Chri - ſti ſich geoffenbaret habe. Durch den gottſeligen Paulum Lautenſack Mahleꝛn und Organiſten weiland in Nuͤrnberg. Uber welche um voͤlligen verſtands wil - len die auslegung M. Val. Weigelii her - zugeſetzet worden. Darinnen zufinden wie der menſch mit GOtt / himmel und erden durchs wort / welches am ende der welt fleiſch worden / in einem thon gehe / und des teuffels diffonantz verhuͤtet wer - de. Franckfurt am Mayn. Und eben dieſer Weigelius hat ihn erſt recht bekannt gemacht (deßwegen wir ihn auch in dieſes ſe - culum verſpart) und hat ihn nicht allein in die - ſer edition, ſondern auch anderswo gar ſehr ge - ruͤhmet / und unter andern geſchrieben: Wirund ſehr geruͤhmt. werden nicht eher zu verkuͤrtzen zu ver - ſchwaͤꝛmenuñ zu verjagen aufhoͤren / biß wir die H. Biblia gruͤndlich verſtehen / nicht nach der ſchale derworte / ſondern nach dem kern: das iſt / biß wir Theolo - giam Theophraſti Paracelſi und Pauli Lau - tenſacks verſtehen / welche kein ander wort fuͤrgeben / als nur die H. Schrifft nach dem kern / und nicht nach der aͤuſ -ſern rinde. Jſt gar nichts neues bey ih -Jahr MDC. biß MDCC. nen zu finden / bleibet die aͤlteſte Philoſo - phie / und daher die wahrhafftigſte. Sie erklaͤren die beyden lichter der natur und gnaden / nur durch die Schrifft ohn alle gloß von menſchen: Jm Gnothi Seavton p. 36.

17. Aus dieſer Recommendation iſt von ſelbſt zu ſehen / was die Schul-Theologi vom Lautenſacke geurtheilt haben. Zumal er auch ſelber das gemeine elend beklaget / und unter andern in der vorrede uͤber die offenbahrung JEſu CHriſti: Es iſt dieſe ſtimme allent -Klage uͤber das verderb - niß / halben erſchollen: Hie iſt des HErꝛn tempel / wir haben Moſen und die Pro - pheten / wir ſind von unſerm vater Ab - raham / wir ſtehen in der linea und ſuceſſi one Petri &c. Wiewol aber nicht eben ſo viel ſcheltens wieder ihn als wol wieder andere zu finden iſt: So hat doch auch kein einiges wie - driges urtheil ihm die vereinigung und ſelig - keitin GOtt benehmen koͤnnen / welche er unter andern mit dieſen worten im H. theil p. 269. ſehr wol austrucket: O liebende lieblicheund be - kaͤntniß von GOt - tes liebe und verei - nigung. liebe / liebe der liebe / wie biſt du ein ſolch ſuͤſſes joch. O du dreyfacher einiger GOtt / du einige liebe / dulauter liebe / du brennende liebe / du flammende liebe / du verzehrende liebe! Gib doch den H. Geiſt in unſere hertzen / und entzuͤnde und mache uns inbruͤnſtig in der liebe ge - geneinander / ſo werde ich mit dir / du im - merwaͤhrende unauff hoͤrende liebe / dich im̃er in ewigkeit liebende liebe / als meine taube / mein hertz / meine hoffnung / mein leben / mein troſt und ſtaͤrcke / mei - ne ſuͤſſe / meine liebe / meine freundin / mein freund / und alles / und mein alles / dein alles und mir alles ꝛc.

18. Und weil dieſer Mann von WeigelioAndere Weigeli - aner. als mit ihm einſtimmig angezogen worden / ſo will ich allhier die hiſtoria zweyer anderer an - fahren / welche unter denen Reformirten als Weigelianer verdammet worden. Selbige waren zwey Præceptores im Pædagogio zu Marpurg / namens Georg Zimmerman undzu Mar - purg. Philipp Heinrich Homagius, mit welchen Anno 1619. und 1620. folgendes vorgegangen / wie es ein Marpurgiſcheꝛ Profeſior D. Johann Crocius nach ſeinem gutduͤncken beſchrieben hatt. Jm Anti-Weigelio dedicat. Sie haͤtten nemlichJhr be - kaͤntniß von den beydni - ſchen au - toribus. ſo wol Schuͤler als Studenten dahin verfuh - ret / daß ſie einen laͤrmen anrichten wollen / und den anfang von denen Heidniſchen auctoren in der ſchulen gemachet / welche ſie in ſchulen vor unzulaͤßig und verfuͤhriſch gehalten. Hingegen haͤtten ſie Weigelii buͤcher nicht allein ſelbſt gele - ſen / ſondern auch andere recommendirt. Sie waͤren darauf vors Conſiſtorium citirt worden da ſich der eine einen narren GOttes in ſei - nem reich geneñet haͤtte / welches vermuthlich auff einige veranlaſſung mag geſchehen ſeyn / da man ſie etwa nach gewohnheit vor narren geſcholten. Als ſie darauff arreſtirt worden /Gefaͤng - niß. haͤtten ſie im̃er zu den fenſtern heraus zu ſchrei - en angefangen / deswegen man ſie auffs ſchloß gefangen geſetzet. Unterdeſſen haͤtten ſich vie - le ihrer angenommen / und waͤre beſorgt wor - den / daß ſie gar viel anhaͤnger haͤtten / ſo gar /daß8Th. III. C. I. Von Ægidio Guthmann / Paulo Lautenſack /Jahr MDC. biß MDCC. daß man auch den Fuͤrſten beredet / als wenn der Proceſs ungerecht / und die Univerſitæt dabey nicht einig waͤre. Es waͤre darauff in einer commiſſion (da D. Crocius als ihr aͤrgſter feind Rector der Univerſitæt geweſen / oder wie er ſelbſt redet / das ſcepter gefuͤh - ret) wieder ſie inquirirt worden. Da ſichUnd ande - re Auſſa - gen / denn der eine einen unuͤberwindlichen zeugen der wahrheit / einen offenba - rer des Antichriſts unter XI. andern / ei - nen Anti-Iſcharioth und dergleichen genennet hat / einen unmittelbaren beruff vorgegeben / und geſagt / es haͤtte Anno 1619. GOtt mit ihm geredet. Er haͤtte Paracelſum und Weige - lium als die aller accurateſten / erleuchte - ſten und beſten Theologos geruͤhmet / welche einem hertzen den ſchluͤſſel der wahren erkantniß geben / welchen die buchſtaͤblichen und unerfahrnen Phari - ſeer weggenommen haͤtten. Die Theo -von den Theolo - gen. logos haͤtte er nur Philoſophiſche Theolo - gos, und Theologiſche Philoſophos geheiſ - ſen / item Ariſtotelico-Paulinos, Herma - phroditen / oder Zwitter-theologen / die das erkaͤntniß des Vaters und des Sohnes wegnehmen / einen unbekandten GOtt predigten / und dergleichen. Die cantzeln haͤt - te er Antichriſtiſche roſtra genennet die com - mentarios lauter luͤgen / und die oͤffentlichen predigten verachtet.

Von dem Seculo Spiritus S.

19. Er haͤtte ferner viel von dem ſeculo Spi - ritus S. geredet / und es eine perle genennet / die nicht fuͤr die ſaͤue muͤſte geworffen werden. Die ſchul-fragen haͤtte er vor unnoͤthig gehalten / zum exempel: An λόγ〈…〉〈…〉 ante incarnationem verum fuerit ὑΦιςάμενον? An unio naturarum ſitJhre ver - folgung. facta ſalvis proprietatibus? &c. Endlich haͤtte Zimmermann ſich geſtellet / als revocirte er / und waͤre wieder zu gnaden angenommen wor - den. Es haͤtte ihn aber hernach gereuet / daß er wiederruffen / und ſich nach Holland zu denen Wiedertaͤuffern gewendet. Von dannen waͤre er nachmals weiter gezogen und in einer be - ruͤhmten Hanſee-Stadt geſtorben. Homagi - us aber waͤre von Marpurg verwieſen worden / und nach Gieſen kommen / allwo er Præceptor am Pædagogio worden. Erhaͤtte aber auch da nicht lange bleiben koͤnnen / daß man ihn wieder weggejaget: Darauff er zu Caſſel anno 1626. oͤffentlich zur ſtaupe geſchlagen und des landes verwieſen worden. Die urſach dieſes proceſ - ſes verſchweiget Crocius: Es hat ſie aber ne - benſt andern noch merckwuͤrdigen umſtaͤnden eine Hollſteiniſche Poetin in folgenden verſen beſchrieben hinterlaſſen.

Philipp Heinrich Homagius,
Und Georgius Zimmermann /
Zeigten die reine Wahrheit an /
Zu Marpurg auff der hohen ſchulen /
Den Titul-tragern / Babels-bulen /
Und Letter-weiſen wolgelehrten /
Jhr red ſie mit der Schrifft bewaͤhrten.
Wolten auch damit ſo fortfahren /
Und der welt thorheit offenbaren:
Aber ſie wurden abgeweiſet /
Mit angſt - und thraͤnen-brod geſpeiſet:
Und beyd in carcerem gefuͤhrt /
So unbarmhertzig da tractirt /
Daß der Zimmermann revocirt.
Die ſtraff wurd taͤglich immer ſtrenger /
Jahr MDC. biß MDCC.
Er konte ſie nicht leiden laͤnger /
Und ſolche plagen mehr ertragen /
Bat gnad / und blieb ſo ungeſchlagen /
Wurd doch zum lande ausgejagt /
Hat ſeinen fall ſehr offt beklagt /
Ja auch mit thraͤnen bey dem eſſen /
Da er an meinem tiſch geſeſſen.
Aber Homagius mit krafft
Von GOtt begnadet / blieb ſtandhafft /
Und wolt nicht von der wahrheit weichen /
Ließ ſich am pranger blutig ſtreichen.
Sagt zum Landgrafen unverholen /
Und dem volck / wie ihm war befohlen /
Daß der / der ihn ließ ſtreichen aus /
Selbſt weichen ſolt von land und hauß.
Er macht dem Fuͤrſten deutlich kund /
Die kuͤnfftig ſtraff mit hand und mund /
Da er ihn ſah am fenſter ſtehn /
Dieſe kurtzweil mit anzuſehn:
Jndem er ſolt vom pranger gehn /
Rieff er gar laut mit hellen worten /
Daß es ihr Fuͤrſtlich Gnaden horten:
Du Landgraff haſt mich laſſen ſtreichen /
Du ſolſt auch ſelbſt zum land ausweichen /
Richt dich darnach / du wirſt nicht bleiben /
Denn man wird dich wiedrum vertreiben;
Wenn du draus biſt / will icheingehn /
Und mich frey laſſen wieder ſehn.
Das alles iſt auch ſo geſchehn.
Die den brey hatten angeruͤhrt /
Und ihren Herꝛn ins ſpiel gefuͤhrt /
Sind mit ihr meignen fett geſchmiert:
Worden darnach ſelbſt exulanten
Muſten ausgehn von den bekanten /
Jn fremden landen als vaganten
Herum ſpatziren / Iaboriren /
Auctoritaͤt und gut verlieren /
Und in ihrem peregriniren /
Schmertzlich parlirn und lamentiren.
Alſo kan GOtt das werck regieren!
Er lohnet beydes boͤß und gut /
Gleich wie man ſeinen freunden thut:
Giebt immer gern das ein ums ander.
Het loon na’t dœn, ſagt der Hollander.
Dergleichen mehr hat man vernommen;
Darum verjaget nicht die frommen /
Sonſt werden boͤſe wiederkommen /
Und euch ſo angſt und bange machen /
Daß euch vergehn wird euer lachen.
Selig iſt der zu jeder friſt /
Dem ander ſchad ein warnung iſt.

Anna Owena Hoyerin geiſtl. gedichten p. 242. ſeqq. Confer. Joh. Hen. Ottius Annal. Anabapt. p. 243. Colberg. Platon. Chri - ſtenth. P. I. p. 259. Gruͤndl. beweiß / daß Paracelſ. Weig. &c. mit groſſer heucheley umgehen p. 259.

20. Daß wir aber wiederum auff diejenigen perſonen kommen / welche zwar die meiſte zeit noch im 16. ſeculo gelebet / aber dennoch erſt im 17. ſonderlich bekant worden: ſo findet ſich un - ter dieſen auch einer namens BartholomæusBatthol. Sclei ſchrifften. Sclei, welcher von geburt ein Pole und ſeinem ſtande nach ein Doctor, vermuthlich der medi - cin, geweſen. Dieſer hat um das Jahr 1596. unterſchiedliche ſchrifften auffgeſetzet / welche erſtlich anno 1686. in Holland in 8vo heraus gekommen / unter dieſem titul: D. Bartholo - mæi Sclei Theoſophiſche ſchrifften: oder ei - ne allgemeine und geheime / jedoch ein -faͤltige9denen Marpurgiſchen Weigelianern und Bartholomæo Sclei. Jahr MDC. biß MDCCfaͤltige und teutſche Theologia; anwei - ſend / wie ein jeder menſch / durch das ge - heimniß JEſu CHriſti in uns / zu dem wahren und lebendigen glauben und er - kaͤntniß des dreyeinigen GOttes / ſeiner ſelbſt und aller creaturen weſendlich gelangen / und alſo das reich GOttes in der ſeelen wie der finden / eroͤffnen / und im rechten gebrauch aller dinge / em - pfindlich genieſſen ſolle: gegruͤndet und angewiſſen in dem dreyfachen Goͤttli - chen Offenbarungs-buche / als der H. Schrifft / der groſſen und kleinen welt. Deſſen zweck und abſehen.Der inhalt und die abſicht ſolcher ſchrifften iſt theils aus dieſemtitul zu ſehen / theils auch aus der vorgeſetzten anrede / da der 15. und 16. para - graphus alſo lautet: Sie werden euch ſehr hochwichtige dinge mit groſſem ernſt ſeelen-erbaulich vortragen / einſchaͤrf - fen und anweiſen / wie man nemlich al - le creaturen und wercke GOttes und ſeines geiſtes / durch das geheimniß JE - ſu CHriſti in uns / ſoll lernen recht erken - nen / zerlegen und auffſchlieſſen / auch / nach dem Goͤttlichen befehl / zu GOt - tes offenbarung / ehre und herrligkeit / zu des naͤchſten reiner liebe und unſer al - ler ſeligkeit wol anwenden und gebrau - chen ſolle! Jhr werdet mit entſetzen er - fahren / wann / wo und wie der unbe - greiffliche GOtt durch die dreyeinige offenbarung ſeines ewigen wortes / lichts und geiſtes ſo wol in uns ſelbſten als auſſer uns in allen creaturen mit uns rede und handele / nach der weiſe / wie wir uns gegen ſeine allgegenwaͤrtige heil. Majeſt aͤt tragen / in gehorſam / furcht und liebe / oder in ungehorſam / miß - brauch und verachtung ſeiner gaben: Deñ wer nicht mit ihm in ſeiner heil. ge - genwart in CHriſto JEſu wandelt / der wandelt wider ihn / und wird an ſtatt ſeines ſegens / erkaͤntniß und liebe: mit unſegen / blindheit und ungnade angeſe - hen und geſtraffet; Wie uns deſſen un - ſeretaͤgliche erfahrung uͤberzeugenkan / naͤchſt dieſem werdet ihr in unpartheyi - ſcher uͤberlegung und wiederkaͤuung des grundes und fundaments / daraus dieſer auctor geſchrieben / und dahin er anwei - ſet / bemercken die unfehlbare gewißheit von der wahren Chriſten - Religion, und deren glaubigen gemeinſchafft; im - gleichen was und wo ihre lehr-ſchul und kirche ſey / und wie man darzu kom - men muͤſſe! Jn ſumma / ihr werdet ver - nehmen / was der einige hochgelobte GOtt ſey / nach der offenbarung ſeines weſens und dreyfachen bildes in allen ſeinen geſchoͤpffen und creaturen in zeit und ewigkeit.

Materien und in - halt.

21. Die materien dieſes buches ſind in fol - gende theile eingerichtet. Der erſte handelt in dreyen buͤchern vom dreyfachen lebens - buch des lebendigen GOttes; nemlich wo man das wahre erkantniß GOttes ſuchen / und wor aus man es lernen ſolle / nemlich aus den dreyen lebendigen buͤ - chern des lebendigen GOttes / und nichtaus der menſchen todten buͤchern. DerJahr MDC. biß MDCC. andere von dem helleuchtenden auff - gang des hochmaͤchtigen lichtes GOt - tes; oder gruͤndlicher bericht aus heil. ſchrifft / was das lebendige erkaͤntniß GOttes ſey: Nemlich daß wir allein GOtt / und nicht die menſchen / den ab - gott / hoͤren ſollen; das iſt / daß wir GOtt allein / und die in ſeinem namen kommen und von ihm geſandt ſind / hoͤren ſollen / und nicht die abgeſandten der welt oder des teuffels. Und der dritte theil eine be - trachtung von des Adams Fall und deſ - ſen herſtellung. Oder gruͤndlicher be - richt / was uns das lebendige weſendli - che erkaͤntniß GOttes nuͤtze ſey / nemlich daß der menſch in GOtt recht lebe / und das Abendmahl CHriſtitaͤglich aus ihm nieſſen koͤnne. Hieran iſt gefuͤget eine all - gemeine buß-rede und eine klage uͤber die unbußfertige welt / und endlich eine ge - heime betrachtung des Vater Unſers / welche ſchon anno 1639. durch Abraham von Franckenberg auch publiciret wordē. Daran zu letzt 16. geiſtliche betrachtungen von ho - hen und gemeinen glaubens lehren ange - gefuͤget ſind. Was ſonſt den haupt-grund ſei -Sein grund auff CHriſtum allein. ner lehre anbelangt / gehet derſelbe durchge - hends dahin / daß er auff CHriſti vereinigung und das neue leben in ihm durchgehends drin - get / und darauff alle uͤbrige ſtuͤcke des Chri - ſtenthums gruͤndet. Zur probe dieſes ſeines ausdrucks koͤnnen folgende worte aus dem drit - ten buch §. 30. u. f. dienen: So wir nun die liebe in uns haben muͤſſen / und CHri - ſtus iſt die liebe GOttes / ſo muͤſſen wir je CHriſtum in wendig in unſerm hertzen in uns / und nicht auſſer uns haben / denn die liebe iſt alleine CHriſtus und alles / wenn wir das glaubten und thaͤten / ſo waͤren wir ſelige leute. Denn wie Adam mit ſeinem ſchaden nicht auſſer / ſondern in uns iſt: So muß auch CHriſtus mit ſeiner artzeney leben / friede / freude / licht / liebe / reich / huͤlffe und krafft in uns ſeyn. Luc. XVII. Gal. II. Col. I. Rom. V. VI. III XIV. 2. Cor. XIII. Wiſſen wirUnd zwar in der ſee - len. nun / daß CHriſtus in uns / wie er dann in allen menſchen iſt / und anklopfft und wir ihn auffnehmen / anbeten / und an - ruffen / quia invocare eſt in cor vocare, ſo ſind wir in der gemeine GOttes / und al - ler ſeiner heiligen / und ſo will CHriſtus in und bey unsbleiben / wohnen / und das Abendmahl mit uns halten / uñ wir mit ihm / nach der Schrifft / Apoc. III. Joh. I. VI. XIV. XV. Hebr. XII. XIII. Eph. II. III. IV. 1. Joh. II. III. IV. So wir aber un - ſern naͤchſten nicht recht lieben / we - he uns / daß wirs nicht thun; denn es wird uns gehen / wie Anania und ſeinem weibe der Sapphira Actor. V. Daraus fol - get nun unwiderſprechlich / daß unsder auswendige CHriſtus nach dem fleiſch gar nichts nuͤtze iſt mit alle ſeinemthun und leiden / wo wir nicht den inwendi - gen CHriſtum in uns haben / der uns recht ermundert in der liebe GOttes / und zu geiſtlichen und neuen Creaturen machet. Denn der glaube erfordert einA. K. H. Dritter Theil. Bgantzes10Th. III. C. I. Von Ægidio Guthmann / Paulo Lautenſack /Jahr MDC. biß MDCCgantzes hertz. 2. Cor. V. Joh. III. IV. V. VI. XV. Col. I. Und eben dieſes iſt der eini - ge punct / den die Weltweiſen nicht wiſ - ſen; Nemlich von dem inwendigen Chri - ſto / der ſtoſſet ſie vor den kopff / denn ſie koͤnnen ihn nicht in ihr gehirne bringen / darum aͤrgern ſie ſich an ihm / verwerf - fen und verhoͤnen ihn nicht allein / ſon - dern ſchaͤnden und laͤſtern ihn auch als die aͤrgſte ketzerey und ſchwermerey. So doch am allermeiſten daran gelegen iſt / denn eben das / iſt das rechte auge oder die geburt GOttes / davon Chriſtus re - det / damit er in uns ſiehet / ohne die ſind wir mit ſehenden augen blind / und ver - moͤgen die ſeligkeit nicht zu erlangen. Joh. I. III. IV. V. VI. VII. IIX. IX. Aber un - ſere hochgelehrten und weltweiſen leute koͤnnen zwar von der neuen geburt viel reden / aber im grunde der warheit wiſ - ſen ſie nicht / was ſie iſt; denn ſie meinen / es ſey um dieſe geburt nur ein aͤuſſerli - cher wahn / und alſo ein ſchlecht und lie - derlich ding / das mit bloſſen worten er - langet und verrichtet wird / laſſen ihnen alſo traumen / gleich als ſtuͤnde es in ei - nem bloſſen mund-geſchwaͤtz; aber nein / meine liebe Herrn / es iſt gar weit gefeh -Von der wiederge - burt / let. 1. Cor. I. 2. 4. Dieſe geburt GOttes iſt nicht ſo ein geringes / als ihr vermei - net / und gehet nicht aus dem menſchen / wie ihr fuͤrgebet / ſondern ſie kommt gar hoch von oben herab aus GOtt dem H.und deren inwendi - ger krafft. Geiſte / und iſt / wie Paulus ſaget / eine gabe GOttes / darum kan ſie mit nich - ten in auswendigen worten liegen / ſon - dern im innern grunde des hertzens / denn ſie kehret den gantzen menſchen um / und verneuert ihn. Joh. I. III. V. 2. Cor. V. Eph. II. III. IV. Wer nun das weiß / wie es zu - gehet / dieſe geburt in ihme hat / der iſt ein ſeliger mann / wie CHriſtus ſagt zu ſeinen Juͤngern: Selig ſind die augen / die da ſehen / das ihr ſehet / und die Ohren die da hoͤren / das ihr hoͤret ꝛc. da werden nicht die aͤuſſern augen gemeinet / ſon -Vereini - gung mit CHriſto / dern die innern. Denn es haben ihrer gar viel CHriſtum mit leiblichen augen geſehen / aͤuſſerlich / denen er gar nichts nuͤtz geweſen / die doch in ihren ſuͤnden geſtorben / welches nicht geſchehen waͤ - re / ſo ſie ihn mit den innern augen geſe - hen haͤtten / das iſt / im glauben / in der liebe; denn das heiſſet allein CHriſtum in CHriſto ſehen; darum iſt das gewiß / daß allein die liebe und die barmhertzig - keit GOttes der wahre CHriſtus ſey / der alles in allem in uns wircket / iſt und thut. Matth. XIII. Luc. X. Dieſer leidetund der - ſelben fruchte. auch in uns / duldet und vertraͤget alles / und iſt zu allem verzeihen gar willig; und wer iſt je gedultig unter allen men - ſchen denn allein CHriſtus? der auch fuͤr ſeine feinde den ſchmaͤhlichſten tod am creutze gelitten hat / und alles fuͤr ſie gebeten. Apoc. II. III. XIII. Col. I. 2. Cor. I.

Dieſer Chriſtus / dieſe liebe GOttes / dieſe ſonne der gerechtigkeit / iſt auch in unſerem hertzen eingeſchrieben / aber gar heimlich und verborgen / und ſehr wun -derbarlich / durch den finger GOttes /Jahr MDC. biß MDCC wie das geſetz im A. T. auswendig in die taffeln / damit ſich niemand zu beklagen habe. Rom. II. 2. Cor. III. Ezech. XXXVI.

Wer dieſe allerhoͤchſte geheimnuͤſſe GOttes findet / der hat die edlen perlen gefunden / und den hoͤchſten ſchatz / die kein menſch anders dann allein in ihme ſelbſt finden kan. Denn was in der Na - tur und A. T. auswendig iſt / das muͤſſen wir im N. T. in uns wahrnehmen / da es im geiſt und wahrheit erfuͤllet wird. Col. I. Joh. I. III. IV. V. VI. Math. XIII. 1. Cor. III. VI. 2. Cor. XIII.

Dieſen HErꝛn / dieſen Erloͤſer / dieſen Troͤſter in uns muͤſſen wir wiſſen / erken - nen und anruffen / ſo wir wollen ſelig wer - den und zu GOtt kommen. Denn ſo wir den / der die liebe GOttes in uns iſt / er - kennen / wiſſen und haben / ſo haben wir CHriſtum in uns / an dem der Vater ei - nen wolgefallen hat. Das iſt der hoͤch - ſte ſchatz im himmel und aufferden. Rom. V. VIII. X. Math. VI. XVII.

Darauff folget / wenn wir durch denGerech - tigkeit. glauben gerechtfertiget ſind / ſo haben wir friede mit GOttdurch JEſum CHri - ſtum. Rom. V. Eph. I. Wenn wir denken - nen / der der glaube iſt in uns / ſo haben wir ſchon den frieden erlangt / und doch ſo ferne als wir auch in ihme bleiben; denn hie gilt es auffſehens / wie uns Paulus treulich warnet. Wer ſich laͤſſet duͤncken / er ſtehe / mag wol zuſehen / daß er nicht falle. 1. Cor. X. Gal. VI.

Wenn wir nun alſo ſteiff und feſte an der barmhertzigkeit GOttes hangen und anhalten / dann fuͤrchten wir uns nicht mehr fuͤr GOtt / als fuͤr einem ſtrengen richter / ſondern ehren und ruffen ihn an / als unſern lieben vater / und ſprechen / ab - ba lieber Vater! dein wille geſchehe. Es gehe uns wie es wolle / ſo ſey dein heil. na - me allein hoch gelobet und gebenedeyet in ewigkeit / amen. Rom. VIII. Um dieſen troͤſter heiſſet uns CHriſtus ſo fleißig bit - ten / ſuchen und anklopffen / mit ange - hengter zuſage / wer da ſuchet / daß er fin - de. Luc. XI. Joh. XIV. 16.

Denn ſo ein neuer menſch in uns auff -Gemein - ſchafft der leiden. ſtehen ſoll / ſo muß zuvor der alte Adam untergehen / ſterben / verweſen und gar ausgerottet werden / welches denn nicht ſo ſchlecht zugehet / als mancher wehnen will; Darum ſo gehet da allererſt der zanck und hader an / davon Job ſaget / des menſchen leben iſt ein ſtreit auff der erden. Job. VII. und waͤhret mit uns biß in die gruben / wie David hievon auch ſagt: Auch zuͤchtigen mich meine nieren des nachts. Pſ. XVI. Wer ſich hierinnen rit - terlich uͤbet / an alle ſeinem thun und le - ben zweiffelnde / als an einem boͤſen fau - len baum / alle ſeine Gerechtigkeit fuͤr koth und dreck achtet / daß er nur CHri - ſtum gewinne und in ihm erfunden wer - de / Phil. III. und ſpricht mit Paulo Rom. VI. Jch weiß / daß in mir / das iſt / in meinemfleiſche /11denen Marpurgiſchen Weigelianern und Bartholomæo Sclei. Jahr MDC. biß MDCCfleiſche / wohnet nichts guts / und der - halben ſich allein waget und gruͤndet auff das theure verdienſt / leiden und ſterben CHriſti des Sohns GOttes und auff ſei - ne gerechtigkeit / nicht habende ſeine ei - gene gerechtigkeit / die aus dem geſetz iſt / ſondern die durch den glauben an CHri - ſtum kommt / nemlich die gerechtig keit / die aus GOtt iſt / in dem glauben zu er - kennen ihn ꝛc. Phil. III. der iſt dieſer / den die Schrifft / der Sohn GOttes / alle Prophe - ten und Apoſtel / ja GOtt im himmel ſelbſt fuͤr gerecht ſchaͤtzet und ausruffet.

22. Nebenſt dieſem ſeinem vortrag aber / wor - innen er durchgehends auff die praxin eines Chriſtlichen lebens gehet / hat er die gegen-ſaͤtze anderer hin und wieder verworffen / ſonderlich aber denen damals in Polen bekanten Socini - anern ernſtlich widerſprochen / auch insgemein uͤber das gemeine elend unter allen partheyen ge - klaget. Wie er zum exempel im andern theilVon der Prediger verderb - niß. p. 282. ſetzet: GOttes wort kan niemand als GOtt ſelbſt reden / wenn die Prieſter aus menſchen ſolches ohne Gottes geiſt nachaffen / und wie die papageyen nach - klappen / das iſt nur ein affenſpiel und Pfaffenwerck. Es ſucht nur ein jeder ſeine ſecte und kirchenhauffen groß zu machen / damit ſie nur ihren ſack voll be - kommen / und gnug zu freſſen haben. Alſo wird die groͤſte ſchacherey / ſimonie und marquetenderey heute mit GOttes wort / ſacramenten / beicht ſitzen / abſolu - tion ſprechen / kirchhaͤuſern / ſtuͤhlen / vor - bitten / leich - und hochzeit-predigten ꝛc. getrieben. Und heiſt doch von allen die - ſen: So ſpricht der menſch der luͤgner; dagegen GOtt ſagt: Was verkuͤndigeſtdu meine rechte ꝛc. du meineſt doch nurJahr MDC. biß MDCC in allen dingen dich ſelbſt / und ſucheſt in allen deinen predigten das deinige / was menſchlich / uñ nicht was Goͤttlich iſt ꝛc. Dergleichen klagen uͤber alle ſtuͤcke der gemei - nen religionen uͤberall bey ihm haͤuffig zu finden ſind. Wobey er im gegentheil ſehr offte ja durchgehends von den menſchen auff GOtt al - lein weiſet / und gleich nach dem titul dieſe erin - nerung geſetzet hat: Dieſes buch verwirfft alle irrdiſche menſchen-buͤcher / und be - gehret / nachdem es einmal 2. oder 3. uͤberleſen worden / und recht verſtanden iſt / auch ſelbſt verworffen zu werden / auff daß GOtt allein die ehre bleibe. Eſ. XLIIX. 17. Pſ. CXVI. Rom. III. Und im an - dern theil p. 122. Wiſſe gruͤndlich / daß ich dich mit dieſer meiner geringen einfaͤlti - gen rede nicht von dem haupt-brunnen oder von dem rechten wege / noch von der H. Schrifft auff die commenta der Vaͤter oder auch menſchen-gloſſen will gewie - ſen haben / vielweniger auff meine oder eines andern menſchen buͤcher: ſondern in die einige wahre Bibel / zu CHriſto / zu GOtt dem H. Geiſt / in dich ſelbſt / in das lebendige buch GOttes ꝛc. Es gedencket aber Breckling in ſeinem Anti-Calovio p. G. 8. daß D. Arcularius zu Franckfurt dieſes buch in einer ſchrifft / GOttes zeugniß auff erden genant / zu wiederlegen verſprochen / welches aber mir nicht zu handen gekommen / dahero auch hier weiter nichts zu gedencken iſt. Oh - ne daß ein anderer dieſes mannes lehre von dem inwendigen wort in allen menſchen eben auch nach ſeinen hypotheſibus verworffen hat. Vid. H. Wideburgius de Lumine ſalutif. omnibus hominibus congenito §. 10.

Das II. Capitel. Von D. Henrico Cunrado, Julio Sperbern / und Matthæo Weier.

§. 1.

UM das ende des 16. Seculi und den an - fang des 17. wurde mit ſeinen ſchriff -D. Cunra - di leben. ten bekant Henricus Cunrad, der ſich in ſeinen ſchrifften beyder artzeney Doctorem und der Goͤttlichen weißheit liebhaber nen - net; von andern aber wird er auch unter die Leip - ziger Profeſſores gezehlet / wie ich in einem alten manuſcripto Chimico finde. Er erzehlet ſonſt von ſich ſelbſt in der vorrede ſeiner bekantniß / daß er ſehr jung in die alchimiam gerathen waͤ - re / und ſchon ins 23. jahr (und alſo um das jahr 1575. mit der alchimie theoreticè und pra - cticè umgegangen.) Er haͤtte aber hernach / davor er GOtt dancket / den geiſt und gabe des unterſcheids in dieſer kunſt von GOtt durch be - ten und arbeiten gnaͤdiglich bekommen / daß er das boͤſe und die luͤgen zu verwerffen / hingegen das gute und die wahrheit zu behalten gelernet. Dazumal aber / nemlich anno 1598. hat er in Hamburg gewohnet / wie am ende ſelbigen buchs p. 439. gedacht wird.

Schriff - ten.

2. Seine ſchrifften aber ſind folgende: Erſt - lich ein buch in 8. mit dem titul: Vom Hylea liſchen / das iſt Primaterialiſchen / Catholi - ſchen oder allgemeinen Chaos, der naturgemeſſenen Alchimiæ und Alchimiſten wiederholte verneuerte und wolver - mehrte natur-gemaͤß Alchimiſch und rechtlehrende Philolophiſche Confeſſio oder bekaͤntnis. Magdeburg 1598. Her - nach eines in folio: Amphitheatrum apientiæ æternæ ſolius veræ Chriſtiano-Cabaliſticum, nec non Phyſico-Chimicumter triunum Ca - tholicum; Hanoviæ 1609. Von welchem letz - teren er in der bekaͤntnis gedencket p. 423. daß es auch zuvor anno 1602. teutſch heraus ge - kommen / und von ihm mit anwendung groſ - ſer unkoſten / reiſen / zeit und muͤhe geſchrieben ſey. Der editor des lateiniſchen exemplars Eraſmus Wolfarth erwehnet auch in der vorre - de / daß der auctor fruͤhzeitig verſtorben (nem - lich im 42. jahr ſeines alters) und das werck ſelbſten unvollkommen hinterlaſſen. Es iſt aber an dieſem Amphitheatro eine auslegung der Spruͤchwoͤrter Salomonis angehencket / welche er auch auffs neue uͤberſetzet / und nach ſeinen hypotheſibus von den unterſchiedenen ſtuffen der weißheit erklaͤret hat. Uber dieſe ſeine ſchrifften gedencket ſonſt ein ungenanter noch eines manualis, wie auch eines tractatus Phyſico-Medici, der im manuſcripto vorhan - den ſeyn ſoll.

A. K. H. Dritter Theil. B 2Vid. 12Th. III. C. II. Von D. Henrico Cunrado,
Jahr MDC. biß MDCC

Vid. E. P. J. H. Append. ad Georgii Er - neſti Aurelii Regeri Bericht auff einige fra - gen p. 137.

3. Was aber die Gelehrten ſelbiger zeit / und zwar die verſtaͤndigſten / von dieſem mañ gehal - ten / findet ſich hin und wiederum in ihren ſchꝛiff -Deſſen lob. ten. Joh. Valentinus Andreæ gedencket ſeiner unter denen maͤnnern / welche von ſonderbarer weißheit geweſen / ob man ſie gleich nicht alle - zeit verſtanden habe / in Mythologia Chriſt. Manip. III. n. 23. p. 137. Erfuͤhret ihn auch ein als einen / der von den unwiſſenden wegen ſeiner unbekanten weißheitverachtet woꝛden / im Menippo num. 85. p. 208. Johann Arnd zie - het gleich im anfang ſeines ſendſchreibens vom geheimnis der menſchwerdung ſeine confeſſion an / und ruͤhmet ihn / p. 5. daß er die ge - heimniſſe herꝛlich erklaͤret habe. Und faſt in der mitten p. 19. ſchreibet er: Aus D Cunrads buche / genant Schauplatz der ewigen weißheit / habe ich gelernet GOtt und die rechte weißheit aus der ſchrifft der groſſen und kleinen welt zu erkennen. Ja der damalige Secretarius im Churſaͤchſiſchen Ober-Conſiſtorio zu Dreſ - den Johannes Seusſius hat dieſes mannes ſachen mit folgenden verſen geruͤhmet und gut geheiſ - ſen / ungeacht Cunrad hin und wieder uͤber die verderbte Cleriſey und Univerſitæten geklaget / wie ſolche noch vor dem Amphitheatro zu finden ſind:Immundum potius mundum exuat, exuat et ſe, Indupeditrices & fugiat nebulas, Orcheſtramque tui ſubeat, Conrade, Theatri, Ætheris igniculo progrediente bono. Quas patulo invidiæ pandis ſtomachante The - atro, Conrade, ingenui progenies genii. ()Jngleichen hat ein Saͤchſiſcher ſchul-rector M. Andreas Riccius zu dieſes Conradi bildnis von deſſen ſchrifften dieſen lob-ſpruch geſetzet:Culpesne libros hujus, tibi dico, Sophiſta, Numinis inſtinctu ſacri nam ritè peregit. ()Womit er alſo die gemeinen Sophiſtiſchen oder falſch Philoſophiſchen und Theologiſchen ur - theile uͤber dieſe buͤcher ablehnē wollen / uñ zwar aus dem grunde / weil ſie durch GOttes an - trieb geſchrieben worden. Woraus man zu - gleich abnehmen kan / daß dazumal / wie allezeit / auch mitten in Sachſen / und bey den Conſiſto - riis, kirchen und ſchulen / ſich noch im̃er leute ge - funden / welche das gemeine elend / und zugleich etwas noͤthigers und heilſamers als auff denen cantzeln und cathedern zu hoͤren geweſen / erkant haben.

4. Nach der zeit haben nicht weniger andere ſcribenten wol von ihm geurtheilet / da ſie ihn unter die Theoſophos gerechnet / Vid. Breklin - gius in Chriſto Myſtico p. 12. und ſonſten alſo von ihm geſchrieben: Heinrich Khurath / ein hochanſehnlicher zierath ſeines Leip - tziges / und ein menſch fuͤrwahr weit ſelt - nerer hoͤherer verſtaͤndniß / als man von ihm glaubet. Er ward um die aller - tieffſten ſachen durchzuforſchen mit groſſer begierde von Goͤttlichen feuer entflammet / durchlaß der uraͤltiſten und alten als weltweiſen buͤcher / auff vielen reiſen hat er mit allen uͤberwie -gung gehalten / ja vermercket endlich /Jahr MDC. biß MDCC wie GOtt ſelbſt in der H. Schrifft / na - tur und ihm ſelbſt redet und antwoꝛtete. Als nun ihm derjenige / der es allein kan / JEſus CHriſtus die Vaters-weißheit / das allgemeine buch in der drey-zahl auffgethan / ſo erbauete er den Schau - platz der allein wahren weißheit nach Chriſtlicher cabaliſtiſcher Goͤttlicher ma - giſcher / wie anch phyſiſch-chimiſcher dreyeinig allgemeiner lehr-art / einrech - tes wunderbuch. Kuhlmannus U. B. B. Cap. XI. p. 72. Anderer ſolcher urtheile zuge - ſchweigen. Was aber nun die materien ſelbſt anbelanget / ſo findet man zufoͤrderſt in ſeinen ſchrifften / daß er zum grund alles ſeines vor - trags das Goͤttliche wort / wie es von eben dem - ſelben geiſt / der es eingegeben / denen menſchen erklaͤret / und zu nutze gemachet wird / nebenſt eiffrigem gebet uñ gehorſam des glaubens lege / auch dieſes alles zun natuͤrlichen wiſſenſchaff - ten erfordere.

5. Seine worte lauten untern andern hievon alſo in der vorrede uͤber ſeine Confeſſion: Al -Sein grund der Geiſt Gottes. lein der GOtt weißlich gelehrte und von dem licht der natur erleuchtete / auch ſich ſelbſt recht erkennende menſch kan GOTT-weißlich natur-gemaͤß und Chriſtlich von allen ſchlieſſen / ſonſt nie - mand. GOTT bekehre alle verkehr - te Hertzen / ſo zu bekehren ſeyn / und gebe ihnen zu erkennen / auch anzunehmen / das licht der wahrheit in der H. Bibli - ſchen Schrifft / im groſſen welt-buch der natur und in ſich ſelbſt. Jngleichen ſetzet er folgenden wunſch und gebet zu ſeinem vorha - ben im 10. cap. p. 438. O du geiſt der weiß -Gebet darum. heit Gottes / wohne auch foꝛthin die zeit meines lebens bey mir / und ſey allezeit mein geheimer / gemeiner und freundli - licher præceptor, unterweiſer und rathge - ber im oratorio und laboratorio, und ſonſt in allem meinem thun und laſſen / alſo daß von GOtt dem HErrn durch deinen rath lehre / unterweiſung / leitung und fuͤhrung in allem ich habe / wol wollen / wol erkennen / wol kennen und wol ſeyn Amen. Dabey er ſetzet: Hic ſit tibi Spiritus familiaris, oder dieſer geiſt ſoll mit dir fami - liar ſeyn. Dieſer und dergleichen bekaͤntniſſe halber haben ihn einige ohne zweiffel von denen ſchulgelehrten einen Enthuſiaſten geheiſſen / da -Enthuſi - aſinus. von er ſich in der gedachten vorrede alſo erklaͤret hat:

6. Hoͤre du laͤſtermaul / ſprichſtu / ich bin ein Enthuſiaſt, dieweil ich von viſioni - bus und geſichten / und ſonderlichen / je - doch gut geiſtlichen offenbarungen ſa - ge: ſo ſpreche ich mit warheit / du ſeyeſt ein naͤrriſcher fantaſt / der noch nicht wiſſe / oder aus unbeſonnenheit ihn nicht bedencke / was das woͤrtlein eigentlich heiſt / will geſchweigen was Enthuſiaſt recht ſey. (Dabeyziehet er an Exod. XXXI. 2. Jac. I. 5. 1. Cor. XII. 4. 1. Theſſ. V. 19.) Woher ſeynd vom anfang der welt her biß auff dieſe unſere zeit ſo viel vortreff - liche ingenia in quovis ſcibili funden / als fuͤrnemlich aus GOttes ſonderbarer ein -geiſtung /13Julio Sperbern / und Matthæo Weier. Jahr MDC. biß MDCCgeiſtung / innerlicher vocation, unter - weiſung und antreibung. Dencket nur / hierinnen uͤberall findet man noch heu - tiges tages exempla, auch unter denen / die nichts ſonders aus papiernen buͤ - chern ſtudiret / ja die weder ſchreiben noch leſen koͤnnen. Pfui dich / der du Enthuſiaſmum unchriſtlich verſpotteſt / und nur allein nach dem mißbrauch mißbraͤuchlich davon redeſt. Du ſol - teſt Gott bitten daß er dich zu einem gu - ten Ente machte. Hoͤre Paulum 1. Cor. XII. 4. Und ferner im andern capitel p. 43. undOffenba - rungen GOttes / 46. hat er von denen Goͤttlichen offenbarungen und andern wirckungen dieſes gerade heraus bekant: Mehr haben dieſe hohe gaben der wahren weißheit durch viſiones (wa - chend und auch ſchlaffend) und andere wun - derbare Chriſtlich - cabaliſch und Goͤtt - lich - magiſch zu werck geſtalte gute Ge - ſpraͤche mit dem wundeꝛbaren Gott und deſſelben guten geiſtern von GOtt dem wundeꝛbaren und guten Gottes Engeln aus wundeꝛbaꝛen Goͤttlichẽ uñ gut geiſt - lichen reſponſionibus empfangen. Hievon weiß die leichtfeꝛtige / gottloſe / ſicheꝛe uñ unreine welt / die dem teuffel (ob ſie es ſchon nicht wort habenund geſtehē will / ſo iſts doch im grund der warheit nicht anders) mehr macht und ehre denn GOtt zuſchreibet / gar nichts / iſt auch leider bey vielen / ſo zwi - ſchen dem rechten gebrauch und miß - brauch unterſcheid halten ſolten / altum ſilentium. GOttes unendliche macht oder gutthaͤtiger wille / ſondern unver - kuͤrtzt und ohne mangel / auch noch heu - tiges tages etwa (ſonderlich in hohen ver - borgenen zu GOttes ehren / dem menſchlichen geſchlecht zu gut / dem teuffel aber zu hohn und ſpott reichenden ſachen) durch ſonderbare / beydes geiſtlich und leiblich / innerlich und aͤuſſerlich gute erſcheinungen / ge - ſichte und antworten aus gnaden zu of - fenbaren / wemer will / ſonderlich ſo man im geiſt und wachen ihn darum anruffet. Joh. IV. 24. Luc. XI. 13. Pſ. CXLV. 18. 19.

Und deſſen noͤthiger weißheit.

7. Jn dem Amphitheatro hat er in der an - dern figur dieſe worte zur erklaͤrung geſetzet (denn das gantze buch iſt voller kupffer-ſtiche) Porta Amphitheatri ſapientiæ æternæ anguſta Jehovæ conſecrata, ideoq; ad eam per ſcalam ſu - am myſticam tractu DEI patris tam immediato merè enthuſiaſtico, quam variè mediato fit aſcenſus, ſolisque his divinitus afflatis datur copia introgrediendi. Und in der auslegung der Spruͤchwoͤrter p. 171. ſetzet er: Ein un - gelehrt mann richtet keine ketzerey an / die boͤß gelehrten ſind die verkehrten. Nemo unquam Davidicus fuit, qui non audi - verit Dominum loquentem in ſe Pſ. XXCV. 9. Nemovere Chriſtianus, qui non guſtaverit in ſe unctionem Spiritus ſapientiæ ſancti. Und eben daſelbſt am Ende hat er ſeinen begriff von der gemeinſchafft mit den H. Engeln in dieſemVon ge - mein - ſchafft der Engel. gebet ausgedrucket: O HErr laß meinen Engel deinen guten und feuerflammen - den diener mir zur rechten und zur lin - cken / vor und hinter mir / uͤber und unter und um mich ſeyn / daß er die boͤſen gei - ſter vertreibe.

8. Wie er nun mit einſtimmung ſovieler an -Jahr MDC. biß MDCC Von der gemeinen Philoſo - phia. derer verſtaͤndigen die rechte Goͤttliche weißheit æſtimiret / und nach ſeinem begriff excoliret hat: Alſo hat er von der gemeinen ſchul-weißheit un - ter andern alſo geſchrieben: Die Philoſophi finden bey Ariſtotele ihrem Abgott davon nichts / (nemlich von der geheimen verborge - nen weißheit) werdens auch nach deſſel - benkalten Philoſophia vor unmoͤglich hal - ten. Jn der bekaͤntnuͤß cap. IV. p. 100. wie auch in dem Amphitheatro p. 41. Und weil er gleich zu ſelbigen zeiten gelebet / da die meiſten Proteſtantiſchen Theologi ſich durch greulichesZanck - ſucht der Theolo - gen. gezaͤncke vor jedermann proſtituirten; hat er ſol - ches elend bißweilen auch beklagt und beſtrafft. Als wenn er in der Confeſſion cap. 8. p. 290. geſetzet: Jn dieſen letzten zanckſuchtigen zeiten koͤnnen ihrer viel ſich nicht drein richten / welchen Pfaffen zu glauben ſey. Und p. 293. Etliche wollen denen geiſt - lich genanten ſonſt faſt ſchuld geben / als richteten ſie alles ungluͤck in der welt an / und waͤren diejenigen / davon man im ſprichwort ſagt: die gelehrten die ver - kehrten. Und am rande: Jſts doch eine ſchande und zu erbarmen / daß man die realia fahren laͤſſet / und dem wort-gezaͤn - cke alſo ſehr nachhaͤnget / wie leider! heu - tiges tages bey denen / ſo ſich Chriſten ruͤhmen / warlich gar unchriſtlich ge - ſchiehet: Aber was richtet der teuffel nicht an / wenn man nicht achtgiebet? treue lehrer haben ſich des nicht anzuneh - men.

9. Jnſonderheit aber und vornemlich hat erVon der wahren und fal - ſchen Chi - mie. Profeſſion von der rechten Chimie als ein Me - dicus gemacht / und weil dieſelbe durch die ge - meine betruͤgerey der falſchen Alchimiſten ſehr verdaͤchtig und verhaſſt worden / hat er wieder dieſelben gar ſehr geeiffert / und ſie von der wahren wiſſenſchafft genau unterſchieden. Ge - ſtalt er in der Confeſſion das 10. cap. eigentlich wieder die betruͤger / zauberer und falſchen Chi - micos geſchriebē / welche er Arg-Chimiſten nen -Und dem lapide Phi - loſopho - rum. net / und durchgehends von denen erfordert / wel - che den lapidem finden wolten / daß ſie wahrhaf - tig aus GOtt gebohren / und alſo vorher gruͤnd - lich bekehret ſeyn muͤſten. p. 392. und 404. item 431. und 437. Zuletzt hat er p. 440. einen eige - nen anhang hievon gemacht unter dem titul: Treuhertzige warnungs-vermahnung ei - nes getreuen liebhabers der wahrheit / an alle wahre liebhaber der natur-gemaͤſſen Alchimiæ transmutatoriæ, daß wegen der buͤbiſchen handgriffe der betruͤgeriſchen Argimiſten gute auffacht vonnoͤthen. Jn welchem anhang er 46. arten und inventiones der falſchen Alchimiſten nacheinander gar artig und treulich entdecket hat. Mit dieſem undSein des - wegen er - littener wider - ſpruch / dergleichen ſeinem vornehmen aber hat er ſon - derlich bey denen ſchulgelehrten / ſo wol Theo - logen als Medicis, viel feindſchafft und uͤbele nachreden verdienet / daruͤber er hin und wieder und ſonderlich in der vorrede uͤber die Confeſſi - on klaget. Jngleichen in der letzten figur des Amphitheatri, da er ſchreibet: Der feind al -Und ver - folgung. ler wahrheit haͤtte ihn mit hoffaͤrtigen / ehrendiebiſchen / ſchandluͤgnerꝛſchen Poe - ten hoher und particular ſchul fuͤchſen / undB 3pennals -14Th. III. C. II. Von D. Henrico Cunrado,Jahr MDC. biß MDCCpennals-herren geplaget. Und p. 178. ſchreibet er: Was derer naͤrriſchen leute un - verſtand nicht gemaͤß ſey / muͤſſe ketzerey und unrecht ſeyn. Und endlich p. 220. Der ſatan haͤtte ihm allerhand hindernuͤſſe eingeworffen / daß man ihn einer affectirten neuerung und ſingularitaͤt beſchuldige / daß ihn die profanè philoſophantes calumniret / nnd wegen der geheimen wiſſenſchafften faſt infam gemachet / daß er den neid der falſchen bruͤder in ſeiner facultaͤt leiden muͤſſen ꝛc.

10. Eben um ſelbige zeit hat der in der hie -Sperbers leben. ſtorie derer Roſen-Creutzer erwehnte Julius Sperber gelebet / der anno 1616. bereits geſtor - ben ſeyn ſoll / wie der ausgeber ſeiner ſchrifften in der vorrede uͤber den tractat von ungewoͤhn - lichen ſeltzamen dingen meldet. Dieſen hat der gedachte Andreæ an erwehntem orte gleich - fals geruͤhmet / wie auch der Leiptziger Mathe - maticus Paulus Nagelius im 4. Capitel ſeines prognoſtici, von dem wir bald auch hoͤren wer - den. Was aber die ſchrifften dieſes auctoris, der ein Fuͤrſtl. Anhaͤltiſcher Rath zu Deſſau ge - weſen belanget / ſind dieſelben folgende / wie ſie meiſt nach ſeinem tod erſt heraus gekommen. Schriff - ten.Schon anno 1616. iſt zu Dantzig das buch Echo fraternitatis Roſeæ Crucis heraus gekom - men / von welchem in ſelbiger hiſtorie bereits ge - ſetzet iſt. Nach der zeit hat Benedictus Bhan - ſen in Holland anno 1660. und 61. unterſchied - liche ſachen aus manuſcriptis publicirt / deren titul und inhalt folgender iſt: Ein geheimer tractatus von den 3. ſeculis oder hauptzei - ten von anfang biß zum ende der welt / darinnen abſonderlich aus dem worte GOttes klaͤrlich dargethan wird / daß noch eine guͤldene / als die dritte und letzte zeit / hinterſtellig ſey / und was deroſelben zuſtand ſeyn werde. Die ſumma dieſer ſchrifft iſt folgende.

Jm erſten Theil.

Und deren inhalt von den drey hauptzei - ten.
  • 1. Daß ein einiger GOtt / Schoͤpffer und an - fang aller dinge ſey.
  • 2. Drey Hypoſtaſes oder perſonen in der Gott - heit.
  • 3. Dreyerley aͤmter deroſelben perſonen.
  • 4. Dreyerley ſecula oder zeiten nach denſelben dreyen perſonen.
  • 5. Von den wunderwercken deren dreyen zeiten nach einander / wie dieſelben im anfang und auch am ende einer jeden zeit geſchehen / als offenbare und gewiſſe zeugniße der veraͤnde - rung.
  • 6. Drey heilige maͤnner und Propheten / ſo dieſen dreyen zeiten vorgeſetzet.
  • 7. Dreyerley adjuncten derer ermeldten 3. Pro - pheten.
  • 8. Dreyerley welt / ſo nach einander folgen.
  • 9. Dreyerley werck GOttes / ſo GOtt dem menſchen nach ſolchen dreyen zeiten erweiſet.
  • 10. Dreyerley teſtamenta oder buͤnde.
  • 11. Dreyerley ſacramenta oder bundes-zeichen.
  • 12. Dreyerley mahlzeichen der errettung an den außerwehlten.
  • 13. Dreyerley theologia oder religion.
  • 14. Dreyerley intellectus oder verſtand der H. Schrifft.
  • 15. Dreyerley buͤcher der Heil. Schrifft.
  • 16. Dreyerley allgemeine gebote GOttes.
Jahr MDC. biß MDCC
  • 17. Dreyerley Evangelia von den H. Engeln verkuͤndiget.
  • 18. Dreyerley offenbarungen GOttes.
  • 19. Dreyerley allgemeine erſcheinungen der Engel.
  • 20. Dreyerley opffer.
  • 21. Dreyerley himmel-brod.
  • 22. Dreyerley Laͤmmer.
  • 23. Dreyerley wunderliche und uͤbernatuͤrli - che menſchen-geburten.
  • 24. Dreyerley verſam̃lung der auserwehlten.
  • 25. Dreyerley lobgeſaͤnge / der H. Engel.
  • 26. Dreyerley lobgeſaͤnge der heiligen Kirchen GOttes.
  • 27. Dreyerley ſtaͤdte Jeruſalem.
  • 28. Dreyerley geſchencke / ſo Koͤnige gen Je - ruſalem bringen.
  • 29. Dreyerley tempel zu Jeruſalem.
  • 30. Dreyerley laden des bundes.
  • 31. Dreyerley regiments-arten.
  • 32. Dreyerley regiment oder herꝛſchafften.
  • 33. Dreyerley rechte oder politiſche ſatzungen.
  • 34. Dreyerley medicina oder artzney kunſt.
  • 35. Dreyerley philoſophia.
  • 36. Dreyerley magia oder wiſſenſchafft der wahren weißheit.
  • 37. Dreyerley verſuchungen des ſatans / da - durch derſelbe das gantze menſchliche ge - ſchlecht haͤtte in verderben ſtuͤrtzen wollen.
  • 38. Dreyerley finſterniſſen.
  • 39. Dreyerley gleichlautende ankuͤndigung des endes der zeiten.

Jm andern Theil.

  • 1. Von zweyerley zukunfft CHriſti.
  • 2. Von der andern zukunfft CHriſti.
  • 3. Vom ſtande der niedrigkeit und der herꝛlig - keit CHriſti.
  • 4. Vom unterſchied der beiden zukuͤnfften und ſtaͤnden CHriſti.
  • 5. Von den zeichen und vorboten / ſo vor des HErꝛn tage kommen und vorhergehen wer - den.
  • 6. Von 3. perſonen / die noch vor des HErrn tage kommen werden.
  • 7. Von der zeit / tag und ſtunde / wenn des HErꝛn tag kommen ſoll.
  • 8. Von dem tag des HErꝛn.
  • 9. Von tauſend jahren / derer in der offenba - rung Johannis meldung geſchiehet.
  • 10. Von der aufferſtehung der todten.
  • 11. Vom juͤngſten gericht insgemein.
  • 12. Wer der richter ſeyn werde.
  • 13. Wer diejenigen ſeyn / die da ſollen gerich - tet werden.
  • 14. Wie und auff welche weiſe der richter rich - ten werde.
  • 15. Daß der richter durchs feuer richten werde.

Jm dritten Theil.

  • 1. Daß das alte vergehen und alles widerum werde verneuret werden.
  • 2. Vom</