PRIMS Full-text transcription (HTML)
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Anmerckungen uͤber Herrn Daniel Laſpers von Lohenſtein Arminius: Nebenſt beygefuͤgtem Regiſter derer in ſelbigem Werck befindlichen Merckwuͤrdigen Nahmen und Sachen.
Leipzig/Verlegts Johann Friedrich Gleditſch/1690.
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Jnhalt derer Anmerckungen uͤber des Herrns von Lohenſtein Arminius.

  • I. Vorrede.
  • II. Allgemeine Anmerckungen / worinnen enthalten
    • Das I. Capitel / vom dreyfachen Abſehen des Lohenſteins /
      • nemlich
        • 1 . Verfertigung einer Liebes-Geſchicht vom Arminius.
        • 2. Lob der Teutſchen.
        • 3. Anwendung feiner weitlaͤufftigen Gelehrſamkeit.
    • Das II. Capitel / von der Lohenſteiniſchen Schreib-Art.
    • Das III. Capitel / von denen Perſonen / derer Lohenſtein gedencket / welche denn
      • theils keinen ausdruͤcklich-angefuͤhrten
      • theils einen
        • entweder nirgends
        • oder allenthalben
        • oder nur da und dort
        etwas verdecktes bedeutenden Nahmen haben.
    • Das IV. Capitel / von Geſchlecht-Regiſtern / welche ſind
      • 1. Das Roͤmiſche des Auguſtus.
      • 2. Das Cheruskiſche / ſo ferne es zu denen alten Geſchichten des Arminius gehoͤꝛet.
      • 3. Das Chaſſuariſche.
      • 4. Das Gothoniſche.
      • 5. Das Stcambriſche.
      • 6. Das Thraciſche.
      • 7. Das Armeniſche.
      • 8. Das Oeſterreichiſche / derer Roͤmiſch-Teutſchen Kaͤyſer.
    • Das V. Capitel / von denen Voͤlckern / Laͤndern / Staͤdten / Bergen / Waͤldern / Fluͤſſen / derer im Arminius Meldung geſchicht.
    • Das VI. Capitel / vom Gebrauch und Mißbrauch des Arminius.
  • III. Abſonderliche Anmerckungen / uͤber den Arminius / nach Ordnung derer Blaͤt - ter jedweden Theils.
  • IV. Regiſter der merckwuͤrdigen Sachen und Nahmen.
  • V. Verzeichniß der Druckfehler / welche vor Leſung des Werckes zu aͤndern noͤ - thig ſind.
Anmer -3

Anmerckungen uͤber den Lohenſteiniſchen Arminius.

Vorrede.

MAn zweiffelt nicht / es weꝛde das gegen - waͤrtige Leben des groſſen Armini - us / als des ſeeligen Herꝛns von Lohen - ſtein vollkommen - ſtes Meiſterſtuͤck / bey gelehrter Welt in der ſonderbaren Hochachtung jederzeit bleiben / die es lange zu - vor nach ſeinem Verdienſt erlangt hat / ehe es noch durch den Druck ans oͤffentliche Tages - Liecht gekommen iſt. Jedennoch doͤrffte man - chem vielleicht beſchwerlich ſeyn / daß die Ein - fuͤhrung unterſchiedener ſeltzam-benennter oder ungenennter Perſonen dieſes Werck hier und dar dunckel gemacht / und waͤre dem - nach kein Wunder / wenn ſelbiger der Luſt und Nutzens / ſo er aus Leſung der deutlichen Oer - ter dieſes ſonſt ſo hochverlangten Buches ſchoͤpf - fen koͤnte / lieber entbehren / als zugleich uͤber der Auslegung der verdeckten Geſchichte ſich den Kopff zerbrechen wolte. Denn die Sinne de - rer Menſchen ſind ja ſo ungleich untereinander / als ihre Geſichter / und ſuchen viel die groͤſteVergnuͤgung in denen unverſtaͤndlichſten Buͤ - chern / umb (zum wenigſten in ihren Gewiſſen) die Ehre zu haben / daß ſie etwas bey dem Liecht ihres guten Verſtandes leichtlich ſehen koͤnnen / was andern Leuten lauter Aegyptiſche Finſter - niß iſt. Andere aber werden einer ſo muͤhſamen Luſt ja ſo bald uͤberdruͤßig / als des Schachſpiels / welches nicht wenig kluge Koͤpffe viel ehe unter die ſchwerſte Arbeit / als unter Ergetzungen des Gemuͤthes / zu rechnen pflegen. Nun laͤſſet man zwar einen jeglichen gar gern bey ſeiner Mei - nung / hoffet aber doch / jene werden ſich unſere Anmerckungen uͤber den Arminius nicht zu - wider ſeyn laſſen / nachdem ſie nicht an Rand bey - gedruckt / ſondern an dieſen abgelegenen Ort ver - wieſen worden / und alſo ihnen nicht hinderlich ſeyn koͤnnen / im eigenen Nachſinnen ſich zu uͤben. Dieſe hingegen werden ſonder Zweiffel unſer Vorhaben zum vergnuͤglichen Gebrauch dieſes Buchs hoͤchſtnoͤthig befinden. Und obwohl gegenwaͤrtige Schrifft ihre groſſen Un - vollkommenheiten hat; wird man dennoch vielleicht noch eben ſo wohl damit zu frieden ſeyn koͤnnen / als etwan mit einem unfoͤrmlichen Grentzſteine / der einem Reiſenden / wo nicht voͤlligen Bericht vom Wege / doch gnugſamen[a 2]Anlaß4AllgemeineAnlaß giebt / den rechten ſonſt unbekanten Weg / welchen auch der blinde und lebloſe Stein nicht ſehen und betreten kan / durch eigenen Fleiß zu finden und zu gehen.

Allgemeine Anmeꝛckungen. Das I. Capitel. Von dem dreyfachen Zweck des Arminius.

MAn kan niemahls ein ſinnreiches Buch mit groͤſſerer Luſt und Nutzen leſen / als wenn man deſſelben Abſe - hen wol inne hat. Jch zweiffele dem - nach nicht / es werde vor allẽ Dingen nach zuden - cken noͤthig ſeyn / was das eigentliche Voꝛhaben des ſeligen Herrns von Lohenſtein bey Ver - fertigung gegenwaͤrtigen Werckes geweſen.

Daß es eine Liebes-Geſchichte ſeyn ſoll / giebt die aͤußerliche Geſtalt leichtlich zu erken - nen; und weil in dergleichen Schrifften die Haupt-Perſon an Tugenden und Helden - Thaten / nicht weniger als treuer Liebe / voll - kommen ſeyn muß / als hat der um unſere uralte Voreltern hochverdiente Arminius mit allem Rechte zum Grund der Lohenſteiniſchen die - nen koͤnnen. Denn wer wolte demſelben den Ruhm eines gantz ungemeinen Heldens ſtreitig machen / nachdem die Warheit ſelbſt den klugen Tacitus(a)Annal. II. 88. genoͤthiget hat / dieſem Feldherrn der Teutſchen und Ertzfeind der Roͤmer den Preiß eines unuͤberwindlichen Erhalters ſeines Vaterlands zu geben. Solten wir das Gluͤck gehabt haben / die Geſaͤnge der alten Barden von ihm zu hoͤren / oder gar ſeine Tha - ten zu ſehen / wuͤrden wir dieſen theuren Helden uns weit anſehnlicher in unſern Gedancken ab - bilden / als insgemein zu geſchehen pfleget; in -dem dasjenige / was Griechen und Roͤmer von ihm melden / ein unvollkommenes und viel ehe nach ſeinem Todteu-Gerippe / als nach dem Le - ben entworffenes Bild zu nennen iſt. Jnzwi - ſchen muß dennoch der Fleiß des Georg Spa - latinus /(b)Bey dem Schardio T. l. Rerum German. p. 259. -298. Ulrichs von Huͤtten /(c)Bey eben demſelben p. 214. Jo - hann Heinrich Hagelganſens(d)Gedruckt zu Nuͤrnberg 1640. in 12. und Con - rad Samuel Schurtzfleiſchens(e)Seine Diſputation hiervon iſt gehalten zu Witten - berg 1670. geruͤhmet werden / ſo daſſelbe zuſammen geleſen und in ge - hoͤriger Ordnung aufgezeichnet / was Strabo / Florus / Paterculus / Tacitus / Dio und andere / von ihm uns zu wiſſen gemachet ha - ben. Aus dieſen wenigen Nachrichten aber erhellet gleichwohl ſo viel / daß / daferne auch eine und andere ruhmwuͤrdige Dinge dem Armini - us von unſern Lohenſtein zugeſchrieben woꝛden / von denen man keinen Grund in denen Ge - ſchicht-Buͤchern der Alten findet / dieſes weder dem Lohenſtein zu verargen / noch dem Arminius mißzugoͤnnen ſey: nachdem die bekanten Tha - ten dieſes letzteꝛn ſchon erhaͤrten / er habe / wo nicht eben die in dieſem Buch beſchriebene / dennoch dergleichen und vielleicht noch groͤſſere Thaten thun koͤnnen / und ſey nur zu beklagen / daß deſſen Wiſſenſchafft mit der Zeit / durch den Neid der Roͤmer und die Nachlaͤßigkeit unſerer Vorfah - ren / untergegangen; maſſen man auch aus ei - ner eintzigen Klaue eines Loͤwen deſſen Groͤſſe / und aus dem bemooßten Mauerwerck die Fuͤr - treffligkeit eines zerſtoͤrten Triumphbogens er - maͤſſen kan.

Wiewohl nun aber Arminius der Mittel - punct iſt / auf welchen alle Linien / ſo in dem Um - kreiß dieſes weitlaͤufftigen Buchs befindlich ſeynd / ſich beziehen; ſo wird man doch allent - halben gar vielerley merckwuͤrdige Dinge ein - gemiſcht befinden / ſo Teutſche und von Teut - ſchen entſprungene Voͤlcker / vor und nach Ar - minius Zeiten in der Welt verrichtet / alſo gar / daß es ſcheinet / die Geſchichte vom Arminiusſey5Anmerckungen. ſey bey nahe nur ein Vorwand / die allgemei - ne teutſche Geſchichte aber der rechte Zweck unſers Lohenſteins und habe ſich dieſer mit der Feder um die zu allerzeit lebende Teutſchen ja ſo hoch / als Arminius mit dem Degen um die nur zu ſeiner Zeit lebenden verdient machen wollen. Zu dem Ende ſiehet man in dieſem Ehren-Tempel der teutſchen Helden nicht nur die vor dem Arminius beruͤhmten(f)I. Theils VI. und VII. Buch. Bello - veſus / Lingo / Brennus / Bojorich / Catu - mand / Teutobach / Aembrich / oder auch die / ſo(g)Arminius hin undwieder. an des Arminius Begebniſſen ſelbſt Theil gehabt / unter welchen Jngviomer / Arpus / Flavius / Jubil / Marbod / Gottwald / Melo / Ganaſch / die vornehmſten ſind; ſon - dern(h)I. Theils II. und VII. Buch. auch alle aus dem allerdurchlaͤuchtig - ſten Oeſterreichiſchen Hauß entſproſſene Roͤmi - ſche-Teutſche Kaͤyſer; Alſo daß man unſern Arminius nicht weniger aus ſeiner Geſell - ſchafft / als aus ſeinen Thaten vor einen der groͤ - ſten Helden erkennen muß. Eben dieſe Be - gierde / die Ehre ſeiner Lands-Leute zu befoͤr - dern / hat unſern Lohenſtein vermocht / denen alten ungenanten Verfechtern der teutſchen Freyheit / aus denen noch heute zu Tage bluͤ - henden Hochfuͤrſtl. -Graͤflich-Freyherrlich - und Adelichen Haͤuſern Nahmen zu erborgen / ob ſchon manche unter dieſen vor ſechshundert / geſchweige vor ſechzehen-hundert Jahren / die Hoheit und Wuͤrde vermuthlich noch nicht ge - habt / welche dero preißwuͤrdige Ahnen nach der Zeit auf ihre ietzige Nachkommen mit dem Gebluͤt fortgepflantzet haben.

Aus eben der Urſache ſind die vornehmſten Gaben / womit die Natur und Kunſt unſer Vaterland begabet / ſo weitlaͤufftig ausgefuͤh - ret. Denn weil daſſelbe mit ſeinen unerſchoͤpff - lichen Bergwercken / Fiſch - und Schiff-reichen Fluͤſſen / geſunden Brunnen / Gehoͤltze / Jag -ten / Weinwachs / Schleſiſcher Leinwad / Agtſtein und dergleichen vor andern Land - ſchafften ſich beruͤhmt und beliebt macht; als wird iederman unſerm Lohenſtein recht geben / daß er alle dieſe zum Ruhm ſeines Vaterlandes dienende Sachen nicht obenhin beruͤhren wol - len. Ja dieſes gute Abſehen wird gar leichtlich vor dem Richterſtuhl der Billigkeit entſchuldi - gen koͤnnen / daß die Teutſchen faſt in alle be - kante Welt-Haͤndel eingemenget worden / ſo daß / daferne man dieſe Helden-Geſchicht vor die Richtſchnur der Hiſtoriſchen Warheit halten muͤſte / niemand zweiffeln duͤrffte / daß die Roͤ - mer / inſonderheit aber Caͤſar / Pompejus / Antonius / Auguſtus / nicht weniger die Griechen / voꝛnemlich Alexander der Groſſe / ingleichen der ſieghaffte Hannibal mit ſeinen Mohren / die Amazonen / Samniter / Lu - ſitanier und faſt die gantze Welt nichts wichti - ges ohne der Teutſchen Rath und Huͤlffe ausge - fuͤhret haͤtten / und alſo die Dienſte der tapfferen Teutſchen gleichſam allenthalben das Poſte - ment geweſen waͤren / auf welchen die beruͤhm - teſten Europaͤer / Aſiaten und Africaner ihre Siege gegruͤndet haͤtten und darauf aus mit - telmaͤßigen Zwaͤrgen zu ungeheuren Rieſen er - wachſen waͤren. Um deß willen muß die Ur - heberin der Amazonen(i)I. Theil / V. Buch. des Teutſchen Koͤ - niges Alemans Tochter ſeyn: Annibal(k)I. Theil / VI. Buch p. 820. bekoͤmmt Clotilden aus Gallien zur Ehe / und damit Gelegenheit / die Teutſchen zu ſeinen vornehmſten Huͤlffs-Voͤlckern und Werckzeu - gen aller ſeiner Siege zu machen. Der be - ruͤhmte Heerfuͤhrer der Luſitanier Viriath waͤ - re wohl von rechtswegen nichts mehr als eines ehrlichen Spaniſchen Viehhirtens Sohn. Al - lein / damit ſein wunders-wuͤrdiger Helden - muth und Kriegs-Erfahrenheit denen Teut - ſchen zum Ruhm gereichte / hat unſer Lohen -a 3ſtein6Allgemeineſtein(*)I. Theil p. 888. Wege und Mittel ausgeſonnen / ihn vor einen Teutſchen und zwar des Celtiſchen Fuͤr - ſten Olonichs Sohn / wahꝛſcheinlich auszugeben. Des Arminius Bruder Flavius(l)I. Theil IV. Buch. muß dem Koͤnig Juba in Numidien mit der Roͤmi - ſchen Flotte zu Huͤlffe ziehen / und derjenige Segimer /(m)I. Theil VII. Buch. der mit einigen Volck dem Craſſus wider die Parthen in Aſien beygeſtan - den / ein Teutſcher Feldherr und der Vater des Arminius ſeyn; damit Africa und Aſia / nicht weniger als Europa / den klugen Rath und tapffere Fauſt der Teutſchen zu bewundern An - laß bekaͤme. Ja unſer Verfaſſer hat denen Roͤmern ihr Kunſtſtuͤck wohl abgelernet /(n)I. Theil p. 753. b. 754. a. da ſie nemlich ihrer Widerſacher Siege und ihre eigene Niederlagen zu verkleinern oder alſo zu beſchꝛeiben gewuſt / daß die Ubeꝛwundenen mehr Ehre aus der Niederlage / als die Sieger aus ihrem Triumph haben moͤchten. Deñ eben alſo iſt der Rabe / ſo dem Marcus Valerius Cor - vinus(o)I. Theil p. 758. b. 759. a. den Sieg im Zweykampff zuwege bringt / lauter Zauberey und macht demnach die Uberwindung des Tentſchen Udalrich mehr ſchimpf-als ruͤhmlich; Und Titus Manlius Torqvatus hat von ſeinem Obſieg wenig Eh - re /(p)I. Theil p. 755. weil ſein Widerpart eine verkleidete un - gewaffnete Weibs-Perſon iſt. Da hingegen des Ruͤhmens von denen Siegen des Corvinus und Torqvatus bey denen Roͤmiſchen Geſchicht - Schreibern kein Ziel noch Ende iſt.

Dergleichen Freyheit koͤnte man nun zwar einem Hiſtorien Schreiber uͤbel ſprechen / nicht aber dem Verfaſſer eines ſo genanten Ro - mans / als welcher / eben ſo wohl als Mahler und Poeten / Macht hat / aus ſchwartz weiß / und aus weiß ſchwartz zu machen / nach dem ein - oder andere Farbe erfordert wird / ſeinem Werck das rechte Liecht und Schatten zu ertheilen. Man hat daher niemahls gnug ſich wundernkoͤnnen uͤber den unvergleichlichen Verſtand des Durchlaͤuchtigſten Verfaſſers der Roͤ - miſchen Octavia / indem er aus der ehrloſen Meſſalina die keuſcheſte Dame / aus der Zau - berin und Gifftmiſcherin Locuſta die unſchul - digſte Perſon / aus der liederlichen Acte eine gottfuͤrchtige Chriſtin mit uͤberaus-groſſer Wahrſcheinlichkeit macht; auf welchen Schlag denn auch der Herr von Lohenſtein bemuͤht ge - weſen / denen wahren Geſchichten derer alten Teutſchen durch ſinnreich erdichtete Umſtaͤnde eine andere und beſſere Geſtalt und Anſehn zu geben; ſo daß wenn Arioviſt / Arminius / Thußnelda / Arpus / Marbod / Jubil und andere von ihm beſchriebene / ihre eigene Ge - ſchichte in dieſem Buche ſuchen ſolten / wuͤr - den ſie ſich vielleicht mit groſſer Muͤhe daſelbſt finden und in hoͤchliche Verwunderung gera - then / daß ihre dicke Barbarey zu einen Muſter aller nach heutiger Welt-Art eingerichteten Sitten / und ſie / durch den Ovidius unſerer Zeiten / nicht aus Menſchen in Vieh / ſondern aus halben Vieh in vollkommene Menſchen verwandelt woꝛden.

Daß nun alles bißher geſagte nicht unge - reimet ſey / wird niemand leicht in Zweiffel zie - hen; doch iſt noch viel in dieſem Buch begrif - fen / das weder zur Liebes-Geſchichte vom Arminius / noch Lobe der Teutſchen noͤthig iſt / und dahero noch ein ander Abſehen haben muß / welches denn der ſelige Herr Verfaſſer die kluͤgliche Anwendung ſeiner ſo weitlaͤuf - tigen Gelehrſamkeit ſeyn laſſen. Denn bloß-erdichtete Dinge zu ſchreiben war vor ihn eine allzu ſchlechte Bemuͤhung. Vielmehr muſten dieſe Gedichte ein Blendwerck noth - wendiger und ernſthaffter Wiſſenſchafften ſeyn / um die jenigen auch wider ihren Vorſatz gelehrt / klug und tugendhafft zu machen / welche daſelbſtnichts /7Anmerckungen. nichts / als verliebte Eitelkeiten / ſuchen wuͤrden. Dannenhero ſchweifft er in ſeinen, Unterre - dungen aus / bald auf den Urſprung / Glau - ben und Gebraͤuche aller frembder Voͤlcker / bald auf die Geſchichte unterſchiedener beſchrie - hener Weltweiſen / bald auf die Beſchreibung aller Tugenden / Laſter und Gemuͤths-Re - gungen des Menſchen / bald auf wichtige Staats-Haͤndel und die hieruͤber entſtanden - ne Streit-Fragen / bald auf die groͤſten Wun - der der Naturkuͤndiger und neuen Aertzte; ſo gar / daß der jenige ſehr verwoͤhnten Ge - ſchmackes ſeyn muß / den eine ſo groſſe Ver - aͤnderung und Vermiſchung luſtiger und ernſt - haffter Dinge zu vergnuͤgen unfaͤhig waͤre. Gewiß iſts / daß gleich wie der grundgelehrte Lohenſtein eine lebendige Bibliothec geweſen / alſo dieſes Buch ein rechter Kern und Auszug ſeiner gantzen lebloſen Bibliothec mit allem Rechte heiſſen kan.

Das II. Capitel / Von der Lohenſteiniſchen Schreib-Art.

DJe Art zu ſchreiben / derer der Herr von Lohenſtein ſich in dieſem Werck gebraucht / iſt zwar hoch / doch nicht unverſtaͤndlich / hierbey ungezwun - gen / durchgehends gleichfoͤrmig / und um deß willen deſto angenehmer und wunderbarer. Denn wenn gleich einer in einer ordentlich-nie - drigen oder mittelmaͤßigen Schreib-Art denn und wenn hohe Reden und ungemeine Gedan - cken einmiſcht / ſiehets doch nicht viel beſſer aus / als ein Tuch-Kleid / das mit etlichen Sammt - Flecken geflicket iſt; da man hingegen unſerm Lohenſtein den Preiß laſſen muß / deſſen Ver - ſtand ſo viel ſinnreiche Spruͤche / deſſen Gedaͤcht - niß ſo viel merckwuͤrdige Exempel / deſſen Ein - bildung ſo viel artige Gleichniſſe iederzeit imVorrath gehabt / daß alle Stuͤcke dieſes Wercks mit unterſchiedenen Zierathen auf einerley Art verſetzet und denen wohlangelegten Gar - ten-Beeten aͤhnlich ſind / die einander alle gleich / und doch alle mit ihrem eigenen Reichthum verſorget ſeyn muͤſſen.

Wahr iſts / es moͤchten nicht wenig Leſer meynen / Lohenſtein habe der Sachen allzu viel gethan / und / (da er hin und wieder auf die uͤber - wuͤrtzten Speiſen ſo uͤbel zu ſprechen iſt /) ſeine Schrifften mit ſolchen koͤſtlichen Spruͤchen / Gleichniſſen und Exempeln uͤberwuͤrtzet: Es ſcheinet ja faſt / der unſaͤglich beleſene Mann habe alle ſeine redende Perſonen vom groͤſten biß zum kleinſten / vom Feldherrn biß auf den geringſten Soldaten / nach ſeinem eigenen Maaß abge - meſſen / und mit ſeinem eigenen Geiſte beſeelet / weil iedweder ohne Nachdencken im freyen Felde aus dem Kopffe ſo viel Geſchichten auf alle Faͤlle herzuſagen weiß / als mancher Halb - gelehrter in wer weiß wie viel Wochen aus etli - chen dutzent Troͤſtern vergeblich zuſammen ſu - chen ſolte. Allein gleich wie Plato ſein ge - meines Weſen entwoꝛffen / nicht wie es ſeyn kan / ſondern wie es ſeyn ſolte: Alſo machen ſolche Helden-Gedichte allezeit die Perſonen kluͤger und tugendhaffter / als ſie vermuthlich geweſen / damit ſie deſto eher dem Leſer zum Muſter vorge - ſtellet zu werden verdienen moͤchten. Und warum wolte man zu Lohenſteins Guͤtigkeit ſcheel ſehen / der ſeinen Leſer lieber mit vernuͤnff - tigen Dingen als mit eiteln Geſchwaͤtz unter - halten / und lieber ſeine eigene vollkommene Ge - dancken ſeinen Helden und Heldinnen in den Mund legen wollen / ehe daß er ſie etwas reden lieſſe / ſo zwar ihrer wahrhafften natuͤrlichen Faͤ - higkeit gemaͤß / nicht aber einen nach vollkom - menern Dingen begierigen Leſer voͤllige Gnuͤ - ge zu leiſten tuͤchtig waͤre?

Ubrigens iſt die Redens-Art unſers Lohen - ſteins rein-Hochteutſch / und weder mit La - teiniſchen oder andern frembden Woͤrtern ohnedie8Allgemeinedie hoͤchſte(a)Gleichwie alſo die Brahmaniſchen Ramma und Kriſt - na / das Griechiſche ΑΡΤΗΣΗ, das Lateiniſche Phalaur / Legionen / und etliche andere in ſehr gerin - ger Anzahl / ohne Dunckelheit der Rede / nicht haben koͤnnen vermieden werden. Noth / noch mit neugemachten Teutſchen vermenget. Und ob wohl ein und andere Arten zu reden da und dort(b)Zum Exempel / die Sonne geht zu Golde vor die Sonne geht unter; Kreilen der Vo - gel vor Krallen; Angewehren vor an - wenden / anwerden; Enthengen vor zulaſ - ſen / verſtatten; Zufroͤmen vor zuwenden / ſchencken; ſamb vor gleich als ob; die Saͤ -bel vor der Saͤbel; eine Krauſe vor ein Krug; warnigen vor warnen. vorkom - men / ſo vielleicht in Schleſien gebraͤuchlicher als in Meiſſen ſeyn; ſo wuͤrde es doch eben ſo groſſe Thorheit ſeyn / den ſeligen Herrn von Lo - henſtein deßwegen zu tadeln / als etwa den Li - vius und Gvicciardini / weil ihre Redens - Arten einiger maſſen verrathen ſollen / daß(c)Beſiehe Dan. Georg Morhoffs Buch de Patavinitate Liviana gedruckt zu Kiel 1684. in 4. jener von Padua / dieſer von Florentz(d)Hiervon iſt wohl zu leſen Tomaſo Porcacchi in ſeinem Giudicio dalla hiſtoria d Italia di M. Franceſco Gvicciardini (ſo vor der Venetianiſchen Edition von A. 1599. zu finden /) p. 13. b. buͤr - tig geweſen; denn diß alles wird nimmermehr hindern / daß nicht gelehrte Leute des Livius La - tein / das Jtaliaͤniſche des Gvicciardini und des Lohenſteins Teutſches fuͤr rein und untadelhafft halten.

Damit aber Lohenſtein ſein Teutſch von al - lem Lateiniſchen Beyſatz deſto mehr ſauberte / hat er (nach Art Johann Ludwig Gottfrieds in den vier Monarchien) die in den Lateiniſch - und Griechiſchen Geſchicht-Schreibern gefun - dene und mit Lateiniſch - und Griechiſchen En - dungen / Ausſprache und Schreib-Art unkaͤnt - lich gemachte Alt-Teutſche oder Galliſche Nahmen geaͤndert / wie ſie vermuthlich von denen Teutſchen und Galliern ehemahls ſelbſt ausgeſprochen worden; welches zu dem Ende mit unterſchiedenen Exempeln zu beſtaͤtigen iſt / damit man deſto ehe den Polybius / Appianus / Livius / Tacitus / Florus / Dio und andere Ge - ſchicht-Schreiber gegen unſern Lohenſtein ver - hoͤren koͤnne. Solchergeſtalt iſt

  • Der bey denen Roͤmern und Griechen ge - meldete _ _ Der beym Lohen - ſtein gedachte
  • Arminius Herrmann.
  • Maroboduus Marbod.
  • Cotualda Gottwald.
  • Orgetorix Orgetorich.
  • Ambiorix Aembrich
    (e)Das ſoll ſoviel ſeyn als Emerich.
    (e)
  • Adgandeſterus Adgandeſter.
  • Cimberius Cimber.
  • Dejotarus Dejotar.
    (f)Das hat Reineſius fuͤr Dietherr gehalten.
    (f)
  • Thumelicus Thumelich.
  • Deudorix Dietrich.
  • Ganaſcus Ganaſch.

Das III. Capitel / Von denen Perſonen / derer Lohenſtein gedencket.

DJe Perſonen / derer im Arminius gedacht wird / haben entweder Nah - men oder nicht; Auf den letztern Fall ſinds mehrentheils Leute / die nach Arminius Tode gelebet / und dahero ihre Nahmen ihme ohne Prophetiſchen Geiſt nicht haben bekant ſeyn koͤnnen. Weil aber dennoch nichts neues unter der Sonnen geſchieht / hat Lohenſtein(a)Beſiehe zur Probe unſere abſonderlichen Anmerckun - gen uͤber I. Theil p. 91. b. 94. a. 118. a. 167. a. 169. a. 270. a. u. ſ. w. ſeine Leute als vor ihrer Zeit ge - ſchehene Dinge erzehlẽ laſſen / was doch erſt nach ſeiner Zeit geſchehen iſt. Dieſe weder mit wah -ren9Anmerckungen. ren / noch erdichteten Nahmen benennte wahr - haffte Perſonen zu errathen / duͤrffte manchem ſchwer genug gefallen ſeyn; weßwegen dem - ſelben nicht unangenehm ſeyn wird / daß man in denen bald folgenden abſonderlichen An - merckungen / ſolche Muͤhe ihm zu erſparen / an gehoͤrigen Oertern gefliſſen geweſen iſt.

Die ausdruͤcklich-angefuͤhrten Nahmen aber ſind dreyerley Art / und haben entweder nirgends / oder allenthalben / oder nur da und dort eine verdeckte Bedeutung. Zur erſten Art gehoͤren die meiſten Haupt-Per - ſonen(b)Zum Exempel: Thußnelda / Asblaſte / Arpus / Ga - naſch / Melo / Jſmene / Leitholde / Arngrim / Erato / Auguſtus / Tiberius / Germanicus / Rhemetalces / Zeno / Flavius / u. ſ. w. und die ihnen bekant und bedient geweſen /(c)Adgandeſter / Salonine / Slawata / Schweinitz / die Graͤfin von der Lippe / und dergleichen. deßgleichen alle /(d)Alexander der Groſſe / Scipio / Hannſbal / Marius / Bojorich / Plato / Ariſtoreles / Heroſtratus / u. a. m. derer Nah - men ietztbeſagten Alters halben haben bewuſt ſeyn / und daher in ihren Geſpraͤchen gemeldet werden koͤnnen. Und von dieſen allen iſt un - noͤthig geweſen in denen abſonderlichen An - merckungen etwas zu gedencken; weil entwe - der ſolche dem Leſer bekant ſeyn / oder doch aus des Hoffmanns / Lloyds / Stephani und anderen Lexicis leichtlich bekant werden koͤnnen. Dan - nenhero / wenn der geneigte Leſer uͤber den und jenen Nahmen am gehoͤrigen Blate in offt-ge - dachten abſondeꝛlichen Anmeꝛckungen nichts angemerckt finden ſolte / ſoll er wiſſen / daß er ſolchen Nahmen zu dieſer erſten Gattung rech - nen muͤſſe. Wolte man nun auch dieſen Per -ſonen eine geheime Bedeutung aufdichten und alſo aus der Liebes-Geſchichte ein bloſſes Raͤtzel machen / wuͤrde man des Verfaſſers Abſehen eben ſo groſſe Gewalt thun / als jener dem Gva - rini / der deſſen Paſtor Fido, der vor ſeine Liebſte ſich aufopffern laſſen will / auf den vor ſeine ge - liebte Gemeine ſterbenden Chriſtus gedeutet / oder andere dem Virgilius / die ſeine vierdte Eclogam auf Chriſti Geburt gezogen; Aller - ſeits nicht ohne Nachſinnen / ſchwerlich aber nach des Guarini oder Virgilius eigenen Sinn und Meynung.

Zur andern Gattung gehoͤren lauter ſol - che Perſonen / von denen in deren abſonderli - chen Anmerckungen ein genugſamer Bericht erſtattet worden; Zum Exempel: Valuſce - nes /(e)Das iſt: Wenceslaus / Boͤhmiſcher Erb-Printz. Mars /(f)Das iſt: Rudolph / wie auch Albrecht von Oeſterreich / Kaͤyſer Rudolph des I. Soͤhne. Facſarif /(g)Fairfax. Sekkes /(h)Eſſex. Tirchanis /(i)Chriſtina Koͤnigin in Schweden. Aſteloth /(k)Der Graf von Athol (oder Atholes.) Gotart /(l)Guſtav Adolph / Koͤnig in Schweden. Gunholm(m)Guſtav Horn. / und ſo weiter.

Die zur dritten Art gehoͤrigen hat man in denen Anmerckungen mit Fleiß uͤbergan - gen / wenn kein geheimer Verſtand darunter ſteckt; Hingegen aber erklaͤret / wenn unter ſol - chen alten Nahmen etwas neues verborgen liegt. Wie beym Maꝛbod /(n)So ferne er wider Briton ſeinen Herrn einen Aufruhr erwecket / iſt er Olivier Cromwell; ſo ferne er den Bojen-Koͤnig Critaſir vertreibet / iſt er Carl Gu - ſtav Koͤnig in Schweden; ſo ferne er aber mit de - nen Roͤmern / Cheruſcern / Gothonen / Semno - nern zu ſtreiten hat / iſt er nichts mehr / als der Maro - boduus beym Cornelius Tacitus. Caꝛiovalda /(o)Dieſer iſt I. Theil p. 365. der Printz von Uranien / (nun - mehr Koͤnig von Engeland) Wilhelm Heinrich; ſonſt nichts mehr / als der bey dem Tacitus erwehnete Fuͤrſt der Bataver Cariovalda. Aembrich(p)So ferne er mit dem Julius Caͤſar Haͤndel hat und Catti - volck ſein Bruder / Jngviomer ſein Sohn / Asbla - ſte ſeine Schwieger-Tochter / Herrmann ſein Enckel iſt / iſt er der alte beym Caͤſar gedachte Ambtorir / Hertzog derer Lande / ſo heute zu Tage Braunſchweig und Luͤneburg heiſſen / ſo ferne er aber den Loͤwen - muth zum Sohn und die Teutſche Feldherrſchafft hat / auch mit Arabarn / Briton und Gotarten krie - get / ſo ferne iſt er Ferdmand II. Roͤmiſcher Kaͤyſer. und dergleichen zu ſehen ſeyn wird.

bHier -10Allgemeine

Hierbey iſt zu mercken / daß ſolche falſche Nahmen mehrentheils durch Verſetzung der Buchſtaben unkentlich gemacht worden; off - ters auch wohl wahrhafft ſeyn / aber aus beyſte - henden falſchẽ Namen gleichfalls fuͤr falſch muͤſ - ſen erkant werden. Zum Exempel: Jm I. Theil II. Buch / koͤnte Hermion wohl von einem Un - verſtaͤndigen vor einen rechten alten Teutſchen gehalten werden / weil wahrhafftig unter den alten Teutſchen ein Fuͤrſt mit Nahmen Her - mion geweſen. Allein daß es Rudolph von Habsburg / erſter Roͤmiſcher Kaͤyſer aus dem Hauß Oeſterreich ſey / giebt unter andern der ſeltzame Nahme ſeines Schwieger-Sohns Va - luſcenes zu erkennen / aus welchem duꝛch Buch - ſtaben-Verſetzung Venceslaus heraus koͤm̃t. Gleicher geſtalt wuͤrde beym Oriſmanes(a)I. Theil p. 304. wol niemand an den Marechal de Biron geden - cken / wenn nicht dabey des Treboſſerex (das iſt / Robert Eſſex /) zugleich Meldung geſchaͤhe.

So iſt auch nicht aus der acht zu laſſen / daß oͤffters ein einiger Nahme mehr als eine Perſon bedeute. Zum Exempel: Divitiac iſt im I. Theil p. 982. D. Martin Luther / p. 985. aber Heinrich IV, Koͤnig in Franckreich; Liſ - ſudaval iſt p. 132. col. a. Vladislaus Si - gismundus Koͤnig in Pohlen / und doch eben daſelbſt col. b. Vladislaus Koͤnig in Ungarn / Kaͤyſer Ferdinand I. Schwaͤher-Vater. Ge - gentheils hat eine einige wahrhaffte Perſon un - terſchiedene erdichtete Nahmen an unterſchie - denen Oertern. Zum Exempel / die Koͤnigin Chriſtina in Schweden heiſt Caniſtria /(b)I. Theil p. 229. Thinacris(c)I. Theil p. 142. Tirchanis /(d)I. Theil p. 1328. Vocione(e)II. Theil p. 522.; die Koͤnigin Eliſabeth von Engeland wird Te - lesbia(f)I. Theil p. 229. / Boudicea(g)I. Theil p. 1016. / und Antiope(h)I. Theil p. 304. ge - nennet. Koͤnig Heinrich der IV. in Franck -reich wird durch den vierdten Jnduciomarer(i)I. Theil p. 226. / Rubonor Fuͤrſt der Bigerrionen(k)I. Theil p. 984. / Di - vitiac Koͤnig der Sueſſoner(l)I. Theil p. 985. und Ambiorich(m)II. Theil p. 1268. angedeutet. Wenn bey Einmiſchung ei - ner kleinen Geſchichte geſagt wird / diß oder je - nes ſey vor wenig Jahren / neulichſt / nechſt - hin / und ſo weiter geſchehen / ſo iſts gewiß und faſt allezeit eine Geſchichte / die Lohenſteins Zeit weit naͤher als der Zeit des Arminius koͤmmt; wenn aber etwas vorlaͤngſt ſoll geſchehen ſeyn / ſo iſts eine Geſchichte / die nicht lange nach Armi - nius / lange aber vor unſer Zeit geſchehen. Man beſehe zum Exempel I. Theil p. 142 / allwo Thi - nacris Koͤnigin Chriſtina in Schweden / Ra - kimis Koͤnig Johann Caſimir in Pohlen / Hee - rulk Valer. Maximianus Herculeus / Nido - tical Diocletianus iſt. Jngleichen wenn ei - ne Jahrzahl ausdruͤcklich gemeldet wird / iſt ge - wiß eine neue Geſchichte angedeutet worden; wovon Exempel zu finden in denen abſonderli - chen Anmeꝛckungen zum I. Theil p. 125. b. 674. a.

Das IV. Capitel / Jn welchem die nothwen - digen Beſchlecht-Regiſter etli - cher Haupt-Perſonen zu finden ſind.

WEil Geſchlecht-Regiſter einer Ge - ſchicht ein groſſes Licht geben und verhindern koͤnnen / daß man nicht unterſchiedene Perſonen von einer - ley Nahmen unter einander vermenge / hat man vor gut befunden / einige zu beſſeꝛer Verſtaͤndniß des Lohenſteiniſchen Werckes dienliche hieher zu ſetzen:

Num. I. 11Anmerckungen.

No. I. Kaͤyſer Auguſtus Beſchlecht-Regiſter. Cajus Octavius. Deſſen Gemahlin / Atia.

b 2No. II. 12Allgemeine

No. II. Ein Stuͤck des Cheruskiſchen Geſchlecht-Regiſters / ſo ferne es die Oeſterreichiſchen Ertz-Hertzoge nicht bedeutet.

No. III. Chaſſuariſches Beſchlecht-Regiſter.

No. IV. 13Anmerckungen.

No. IV. Bothoniſches Beſchlecht-Regiſter.

No. V. Sicambriſches Beſchlecht-Regiſter.

b 3No. VI. 14Allgemeine

No. VI. Das Thraciſche Beſchlecht-Regiſter.

No. VII. Armeniſches Beſchlecht-Regiſter.

No. VIII. 15Anmerckungen.

No. VIII. Auszug des wahrhafften Oeſterreichiſchen Geſchlecht-Regiſters / deſſen Haupt-Perſonen mit alten Cheruskiſchen Nahmen (I. Theil II. und VII. Buch) benennet werden. Dieſe falſchen Nahmen ſind in Parentheſibus mit Lateiniſchen Buchſtaben bemercket:

Das16Allgemeine

Das V. Capitel / Von denen Voͤlckern / Laͤndeꝛn / Staͤdten / Beꝛgen / Waͤldern / Fluͤſſen / derer im Arminius Meldung geſchieht.

DEro Nahmen ſind oͤffters entweder mit Fleiß verſchwiegen / oder ver - drehet / oder zwar wahrhafftig / aber doch dem zugelegt / dem ſie nicht ge - hoͤren; welches denn geſchieht / wenn neue Ge - ſchichte erzehlet und dennoch fuͤr alte ausgegeben werden. Und dieſe hat man auf alle drey Faͤlle in denen abſonderlichen Anmerckungen zu erklaͤren geſucht. Deñ weil viel von denen heuti - gen Koͤnigreichen / vor und zu Arminius Zeiten / nur Roͤmiſcher Botmaͤßigkeit unterworffene Laͤnder waren / ſo konte Arminius und ſeine Sprachgenoſſen keiner Koͤnige gedencken / die an ſolchen Orten einen freyen Scepter gefuͤhrt; beſondern ſie muſten an ſtatt Oeſterreichs / (ſo mit zum Noricum gehoͤrete /) die Cherusker / (d. i. die Hertzoge zu Braunſchweig und Luͤneburg /) an ſtatt Hiſpaniens Britannien oder Celtibe - rien / an ſtatt Portugal die gluͤckſeligen Ey - lande / an ſtatt Franckreich die Sueſſoner / an ſtatt Boͤhmen die Marckmaͤnner nennen. (Beſiehe z. e. Anmerckungen uͤber I. Theil p. 118. a. 149. a. 232. a.) Gleichergeſtalt hat man zu Arminius Zeiten von keinem Pabſt / ja auch nicht von einem Haupte der Druiden zu Rom etwas gewuſt. Wenn demnach des Sitzes des Haupts der Druiden oder des Roͤ - miſchen Paͤbſtlichen Stuhls in einer verdeckten Geſchicht ſoll gedacht werden / ſo muß / an ſtatt Rom / entweder Carnutum (in Gallien) oder Cantium (in England) genennt werden / als allwo der teutſche Druiden-Orden in Anſehen war. (Beſiehe Anmerckungen uͤber I. Theil p. 971. 562.) Hingegen weil die Koͤnigin Chri -ſtina von Schweden als eine Cimbriſche ge - heiligte Jungfrau eingefuͤhrt wird / ihre Reiſe nach Rom anzudeuten; (I. Theil IX. Buch /) als hat auch Rom ſelbſt mit ſeinen eigenen Nah - men fuͤr den Ort ihres Auffenthalts angegeben werden koͤnnen.

Doch gnug von dieſer Art Nahmen; weil die obgedachten abſonderlichen Anmerckun - gen hieruͤber gnugſamen Bericht verhoffentlich erſtatten werden.

Hernachmahls iſts bekant / daß die Nah - men der Laͤnder / Voͤlcker / Staͤdte / Waͤlder / Berge / Fluͤſſe zu Arminius Zeiten gar anders gelautet als heute zu Tage; z. e. Bacharach ward (Bacchi Ara) das Altar des Bacchus / Muͤnchen Jſiniſca / u. ſ. w. genennet. Weil nun dieſe offt-vorkommende alte Lateiniſche Nahmen derer Teutſchen und anderer Weſt - und Nord-Laͤnder nicht iedermann bekant ſeynd / hat man nachfolgendes Regiſter nach dem A. B. C. verfertigt. Solte darinnen ein und anderer Nahme fehlen / wird er entweder von keiner Wichtigkeit / oder leicht aus dem darbey von Lohenſtein genennten wohlbekanten Berg und Fluß zu erkennen / oder auch vielleicht in denen abſonderlichen Anmerckungen uͤber ſelbiges Blat / erklaͤret worden ſeyn; umb welcher und andeꝛer Urſachen willen der geneig - te Leſer ſolche Anmerckungen unter Leſung des Hauptwercks bey der Hand allzeit wolle liegen haben. Man hat ſonſt in Verdeutſchung die - ſer Lateiniſchen Nahmen dem Cluverius faſt durchgehends gefolget / weil es geſchienen / daß auch der Herꝛ von Lohenſtein uns hierinnen vor - gegangen. Will inzwiſchen iemand noch ei - gentlicher davon berichtet ſeyn / der bediene ſich hierzu des ſehr muͤhſamen Lexici, des gelehr - ten Baſelſchen Profeſſors Johann Jacob Hoffmanns / da er die Meynungen des Clu - verius / Rhenanus / Junius / Valeſius / Baudrands und anderer / uͤber ieden Nah - men beyſammen antreffen wird.

17Anmerckungen.

Regiſter einiger zur Zeit Arminius bekanter Laͤnder / Voͤlcker / Staͤdte / Berge / Waͤlder / Fluͤſſe / ſo viel deroſelben nicht mit Teutſchen Nahmen vom Lohenſtein genennet worden.

A.

  • BErg Abnoba; im Wuͤrtenbergiſchen.
  • Agendicum; Sens in Champagne.
  • Alemaͤnner; Schwaben.
  • Aliſo; Jſelburg; oder wie Junius will / Weſel.
  • Altar des Bacchus; Bacharach.
  • Ubiſches Altar; Bonn.
  • Angrivarier; bey Minden / zwiſchen der Em - ſe und Weſer.
  • Anſibarier; zwiſchen der Weſer und dem Dommelfluß / wo Diepholt liegt.
  • Antonach; Andernach im Ertzbiſtum Coͤlin.
  • Arar; la Saone.
  • Arenacum; Arnheim.
  • Arverner; Auvergne.
  • Aſcanien; Anhalt.
  • Atheſis; Etſch.
  • Atrebater; Arras.
  • Atuaticher; Tongern.
  • Avaricum; Bourges.
  • Aventicum; Wiflisburg.
  • Aufidus; Fluß Lofanto.
  • Auguſtobona; Troyes in Champagne.
  • Auguſtodunum; Auſtun in Burgund.
  • Auguſtomagus; Senlis.
  • Auguſtoritum; Limoges.
  • Außcier; Auch.
  • Autricum; ſtadt Chartres.

B.

  • Des Bacchus Altar; Bacharach.
  • Baſtarnen; vom Urſprung der Weichſel an biß ans Euxiniſche Meer.
  • Batavodurum; Amſterdam.
  • Bellovaker; Beauvoiſin.
  • Bigerrionen; Bigorre.
  • Bituriger; Berry.
  • Bojen / Boͤhmen.
  • Boviaſmum; Prag.
  • Briganten; im Yorkiſchen und Northum - berland.
  • Brigantiniſche See; der Bodenſee.
  • Britannien; England.
  • Bructerer / Overyſſel.
  • Budorgis; Breßlau.
  • Burier; zwiſchen der Warte und Oder.

C.

  • Cadurcier; Qvercy.
  • Caͤſarodunum; Tours.
  • Caͤſaromagus; Beauvais.
  • Caninefaten; bey Utrecht.
  • Cantium; Kent in England.
  • Cariner; der Theil von Pommern / in wel - chem Stolpe / Colberg / Corlin / Camin / liegen.
  • Carnuter; Hertzogthum Chartres.
  • Catten; Heſſen.
  • Caturiger; Les Alpes d Ambrun.
  • Cavionen; Theil von der Marck bey der Grafſchafft Danneberg.
  • Cenomaͤner; Mans.
  • Centroner; Les Alpes de Tarantaiſe.
  • Chaluſus; die Trave.
  • Chaſſuarier; zwiſchen Paderborn und der Weſer bey Huxter.
  • Chaucen; von der Emſe an biß an die Weſer / und von dar biß an die Elbe.
  • Cheruſcer; Braunſchweig und Luͤneburg.
  • Cimbern; Holſteiner und Daͤnen.
  • Codaniſche See; der Belt oder die Oſtſee.
  • Codanonia; Seeland in Daͤnemarck.
  • Cronien; Groͤnland.

D.

  • Dobunier; Gloceſter in England.
  • Druſusburg; Duisburg.
cDul -18Allgemeine
  • Dulgibiner; zwiſchen Paderborn und der Weſer / bey Flotow.
  • Durocorturum; Rheims.

E.

  • Eborodunum; Olmuͤtz.
  • Eburoner; Luͤttich.
  • Eſthier; Preuſſen.
  • Eudoſen; im Meckelburgiſchen.

F.

  • Fabiranum; Bremen.
  • Fennen; Finnen.
  • Fletio; Het Vlie.
  • Fleviſche See; Suͤyder-See.

G.

  • Gabretiſche Wald; Thuͤringer Wald.
  • Garumna; la Garonne.
  • Gebenna; Cevennes.
  • Geneva; Genf.
  • Gennabum; Orleans.
  • Gepidia; Siebenbuͤrgen.
  • Godonium; Dantzig.
  • Gothinen; Jn Schleſien auf denen Marck - maͤnniſchen Grentzen: waren Berghaͤuer.
  • Gothonen; in Pommerellen.
  • Grinnes; Rhenen.
  • Gugerner; im Geldriſchen und Cleviſchen.

H.

  • Haruder; von Urſprung des Meyns biß an die Donau / bey Jngolſtadt.
  • Heduer; im Burgundiſchen.
  • Hercyniſche Wald; Boͤhmer-Wald.
  • Hermunduren; Voigtland / item ein Theil von Meiſſen und Ober-Sachſen.
  • Hetrurien; Großherzogthum Florentz.
  • Hibernien; Jrrland.
  • Hillevioner; Halland.
  • Hirren; Liefland.
  • Hydruntum; Otranto in Calabrien.

J.

  • Iccius Portus; Calais.
  • Jnſubrien; Meyland.
  • Jſiniſca; Muͤnchen.
  • Juliobona; Diepe.
  • Juliomagus; Angiers.

L.

  • Langobarden; in der Mittelmarck zwiſchen der Elbe und Oder.
  • Lappionen; Lapplaͤnder.
  • Lemovices; Limoſiner.
  • Lemovier; der Theil Pommern / in welchem Stetin / Uſedom / Wolgaſt / Grypswalde liegen.
  • Lexobier; Liſieux.
  • Ligeris; la Loire.
  • Ligurier; Genueſer.
  • Lingonen; Langres.
  • Lugdun; Lyon.
  • Lygier; zwiſchen der Warte und Weichſel.

M.

  • Marckmaͤnner; wohnten erſt zwiſchen dem Rheine / der Donau / dem Kocher und Ne - cker; nahmen hierauf der Bojen Land in Boͤhmen ein.
  • Marſen; die Teutſchen Marſen wohneten zwiſchen der Lippe und Emſe; die Jtalie - niſchen Marſen aber in einem Stuͤck von Abruzzo.
  • Marſinger; Schlefier.
  • Matrona; le Marne.
  • Mattium; Marpurg.
  • Mediomatriker; Metz.
  • Medoslan; Znaim in Maͤhren.
  • Melibocus; Blocksberg.
  • Menapier; Obertheil Brabands / item Gel - dern biß an Rhein.
  • Metaurus; Metro.
  • Monden-Altar; Luͤneburg.
  • Moriner; in Flandern.
Neme -19Anmerckungen.

N.

  • Nemeter; Speyerer.
  • Nervier; Jhnen gehoͤꝛte Cambray und Bavay.
  • Nidroſia; Drunthem in Norwegen.
  • Norichiſchen Laͤnder; Saltzburg / Oeſterreich / Steuermarck / Kaͤrnthen.
  • Noviodunum; Maine.
  • Nuithonen; im Meckelburgiſchen.

O.

  • Ordovices; Cardigan.
  • Oſen; in Schleſien / bey Oſtra und Oſwiecz.

P.

  • Petricorier; Perigord.
  • Peuciner; Siehe oben Baſtarnen.

Q.

  • Qvaden; von der Oberpfaltz biß an Maͤhren.

R.

  • Rauracker; Baſeler.
  • Rhaͤtico; das Siebengebuͤrge / Bonn gegen - uͤber.
  • Rhaͤtien; Tyrol / die Graupuͤndter / ꝛc.
  • Rugier; in Pommern.

S.

  • Samarobriga; Amiens.
  • Sarmater; Pohlen.
  • Scyrren; Preuſſen.
  • Seduſier; zwiſchen dem Kocher / Necker / Rhein und Mayn / bey Darmſtadt ſonderlich.
  • Segontiacher; Suſſex und Southampton.
  • Seguſtaner; Foreſt.
  • Semaniſche Wald; der Hartz.
  • Semnoner; in etlichen Stuͤck Landes von der Marck / Meiſſen / Lauſitz / Schleſien / Poh - len / zwiſchen der Elbe und der in die Oder fallenden Warte.
  • Seqvana; La Seine.
  • Serer; Chineſer.
  • Sicambrer; am Ufer des Rheins / in Geldern und Zuͤtphen biß ans Hertzogthum Cleve.
  • Sidiner; haben die neue Marck Branden - burg und ein Stuͤck Land vom Hertzogthum Stetin inne gehabt.
  • Sitonen; Norwegen.
  • Sudetiſche Gebuͤrge; Rieſenberg.
  • Sueßioner; Soiſſons.
  • Suionen; Schweden.
  • Swardonen; im Meckelburgiſchen.

T.

  • Taprobana; Ceylan.
  • Taunus; der Berg Hayrich / Mayntz gegen - uͤber.
  • Taxandrer; Seeland und Niederbraband.
  • Techelia; Teckelnburg.
  • Tencterer; wohnten am Rhein / wo itzt das Hertzogthum Berg / ein Theil von Weſtpha - len und der Grafſchafft von der Marck iſt.
  • Teutſchburg; Dietmelé in Weſtphalen.
  • Teutſchburgiſcher Wald; zwoͤlf Meilen von Paderborn nach Norden zu.
  • Thule; Jsland.
  • Tibiſcus; die Theiſſe.
  • Ticinum; Pavia.
  • Treva; Luͤbeck.
  • Tribocker; (Trebocci) Elſaß.
  • Tricaßiner; Troyes in Champagne.
  • Trinobanten; Mittelſex.
  • Turoner; Tours.

U.

  • Vada; Wageningen.
  • Vangionen; dieſen hat Mayntz gehoͤrt.
  • Variner; im Meckelburgiſchen.
  • Vaſaten; Duché d Albret.
  • Ubier-Stadt; Coͤlln am Rhein.
  • Ubiſches Altar; Bonn.
  • Ucetier; Uſets.
  • Veneter; Vannes.
  • Veſontio; Beſançon.
  • Viader; Oderfluß.
  • Vindelicien; vom Bodenſee und dem Berge Abnoba biß an den Jnn. Begreifft Schwa - ben und Bayern.
  • Vindomana; Wien.
  • Viſurgis; Weſer.
  • Uſipeter; Zuͤtphen.
c 2Das20Allgemeine

Das VI. Capitel / Vom Bebrauch und Miß - brauch des Arminius.

JCh begehre nicht / denen Romanen ins - gemein das Wort zu reden / von denen manche mit ſo aͤrgerlichen oder doch gantz unnuͤtzen Geſchwaͤtze angefuͤllet ſind / daß Chriſtlich-geſinnete und tugendhaffte Leute davor billig Abſcheu tragen / und den Ver - faſſer und Leſer hoͤchlich betauren / die umb einer Handvoll vergaͤnglicher Beluſtigung eine ſo ſchwere Verantwortung von dem gerechten GOtt auf ſich laden. Doch giebt es auch ſol - che / die dem Leſer eine Luſt / aber ohne Suͤnde / ja nicht ohne mercklichen Nutzen und Beyhuͤlffe zur Erkennung der Sitten derer Menſchen im gemeinen Leben / auch zu Schaͤrffung des Ver - ſtandes in allerley ſinnreichen Erfindungen / zu - wege bringen; welche man dahero / ohne Hind - anſetzung ſeiner ordentlichen Verrichtungen / unter dem Abſehen / das Gemuͤth durch ſolchen unſchuldigen / doch vergnuͤglichen Zeitvertreib zu ergetzen und zu inſtehender ernſthaffterer Ar - beit deſto williger zu machen / mit ja ſo guten Gewiſſen gebrauchen darf / als wie etwa z. e. Jagen / Muſic und allerhand Spiele lieben / weltliche warhaffte Hiſtorien leſen / Verſe ma - chen / von allen vergoͤnnet wird / die von Gewiſ - ſens-Faͤllen geſchrieben haben. Denn alle ſol - che Dinge ſind zwar nicht eben ſchlechter dings noͤthig / jedoch auch keines Weges ſchlechter Din - ge verboten. Daher nicht nur ein Haupt derDruiden(a)Pabſt Pius der andere; Beſiehe des Biſchoffs zu Soiſſons, Petr. Daniel Huët Buch de origine fabularum Roma - nenſium p. 118. von des Eurialus und Lucretia Liebes-Haͤndeln ein eigen Buch geſchrieben / ſondern auch (welches hoͤher zu verwundern) ein wohlbekanter Cheruskiſcher Barde(b)Andreas Henrich Buchholtz / ehemahls Profeſſor zu Rinteln / nachmahls Superintendent zu Braunſchweig. Beſiehe Memorias Theologorum Henningi à Witten, dec. XIII. p. 1712. 1714. ſich nicht geſcheuet / die Helden-Geſchichten des deutſchen Herkules und Herkuliſcus zu verfer - tigen / welches ihn auch nicht gereuet hat / nachdem andere ſeine Glaubens-Genoſſen je - nen mit Unverſtand eifernden Biſchoͤffen / die den Biſchof zu Triccaͤ in Theſſalien Heliodo - rus / weil er ſeine in der Jugend geſchriebene Liebes-Geſchichte nicht verbrennen wollen / ſei - nes Biſthums entſetzet(c)Daß der Biſchoff Heliodorus eine Aethiopiſche Liebes-Ge - ſchichte geſchrieben / iſt aus des Socrates Kirchen-Hiſtorien lib. V. c. 22. gewiß genug. Und daß er deßwegen abgeſetzt /worden / ſagt Nicephorus aus; welchem aber Valeſius in ſeinen Anmerckungen uͤber den Socrates keinen Glauben bey - meſſen will. Gewiß iſts / daß der groſſe Patriarch Photius, dieſe Liebes-Geſchicht zu leſen in ſeinem Myriobiblo Cod. 72. einen langen extract daraus zu machen / auch es ſonderbar zu ruͤhmen / ſich kein Gewiſſen genommen. Dahingegen er den leichtfertigen Romun des Achilles Tatius zwar geleſen / aber demſelben gar ein ſchlecht Lob ertheilet hat. haben / nachzueifern und zu folgen fuͤr unnoͤthig erachtet / vielmehr(d)Sonderlich hat Johann Riſt in der Vorrede uͤber einen Theil ſeiner Lieder ſolches uͤberaus weitlaͤufftig gethan. den Verfaſſer des Herkules dermaſſen ge - ruͤhmet haben / daß er von allen ſeinen ernſthaff - ten geiſtlichen und weltlichen Schrifften nicht mehrern Ruhm erwarten duͤrffen.

Allein nichts iſt ſo gut / das nicht mißbraucht werden koͤnte; und alſo ſteht vielleicht bey dem unvergleichlichen Werck des Herrn von Lohen - ſtein auch zweyerley zu beſorgen.

Vor eins moͤchte ein und anderer die er - dichteten Umbſtaͤnde von denen warhaff - ten / in denen unter die Gedichte eingemiſchten Geſchichten nicht unterſcheiden koͤnnen. Und erinnere ich mich hierbey / daß der kluge Herr Petrus Bayle in ſeinen Nouvelles de la Repub - liqve des lettres ſehr uͤbel auf die jenigen zu ſprechen geweſen / die warhaffte Geſchichte zum Jnhalt ihrer Gedichte erwehleten / weil hier - durch mit der Zeit verurſachet werden duͤrffte / daß man in Hiſtorien / weder was wahr / nochwas21Anmerckungen. was erdichtet / wuͤrde wiſſen und unterſcheiden koͤnnen. Allein ich befuͤrchte das ſo ſehr nicht; nachdem iederzeit ſo viel wahre Hiſtorien - Schreiber in der Welt ſeyn werden / daß man leicht bey ihnen wird erkundigen koͤnnen / ob diß oder jenes wahr oder unwahr ſey. Maſſen denn ihre ausdruͤckliche Bejahung ein Zeichen des erſten / ihre ausdruͤckliche Verneinung oder allgemeines Stillſchweigen ein Zeichen des letz - tern ſeyn wird. Mir koͤmmt die Sache vor wie mit denen Zeitungen: die lieſt die gantze Welt / obgleich offters kaum die Helffte daran wahr iſt. Jnzwiſchen ſchadet ſolches der Hiſto - riſchen Warheit wenig oder nichts / weil doch immerzu und uͤberall gelehrte Leute ſeynd / die aus denen Archiven der Koͤnige und Fuͤrſten ſol - che Hiſtorien heraus geben / die wird ein Pruͤfe - Stein anderer Erzehlungen ſeyn koͤnnen. Das iſt zwar unleidlich / wenn Varillas und andere Hiſtorien-Schreiber von dergleichen Schrot und Korn den Leſer unter dem Nahmen und aͤußerlichen Schein warhaffter Hiſtorien mit Fabeln betriegen; Aber diß iſt von dem nicht zu befuͤrchten / der niemals ſeine ſiñreiche Fabeln vorbloſſe Warheit ausgeben hat.

Die andere Sorge betrifft die allzu deut - liche Beſchreibung der Hurerey und Ehe - bruchs / ſo ſonderlich I. Theil / III. Buch / und II. Theil / I. Buch / zu finden. Allein es iſt der - ſelben in dem Vorbericht an den Leſer uͤber den erſten Theil des Arminius / ſehr wohl ab - geholffen worden. Uberdiß glaube ich / daß la - ſterhaffte Leute die Gedult nicht haben werden / dieſen unſchuldigen Zunder ihrer verdammten geilen Brunſt unter ſo viel ihnen beſchwerlichen Tugend-Lehren zu ſuchen; viel weniger wer - den Kinder und andere Einfaͤltige ein ſo tiefſin - nig Buch leſen oder verſtehen / daher ſie denn ſich ſo wenig daraus aͤrgern als beſſern werden. Tugendhaffte aber werden von ſich ſelbſt ſchon / was gut und boͤſe iſt / und jenes zu erwehlen / die -ſes zu verwerffen wiſſen. Zum wenigſten bin ich deß gewiß / daß alles vom Lohenſtein geſagte ſo leicht zu entſchuldigen iſt / als was obgenanter Verfaſſer des Herkules von ſeiner ehebrecheri - ſchen Statira geſchrieben hat. Gegentheils aber wird niemand / als der diß Werck nicht ge - leſen / leugnen / daß man daraus in Staats - Sachen / in der Sitten-Lehre / in der Hiſtorie aller Weltweiſen / in der Welt-Beſchrei - bung / Beredſamkeit / Poeſie / ſehr viel gute Dinge leꝛnen koͤnne / gleich wie wir oben(e)Allgem. Anmerckungen p. 6. b. 7. a. hieꝛ - von zuꝛ Gnuͤge gehandelt / und dem veꝛſtaͤndigem Leſer mehr hiervon zu ſagen Bedencken tragen / damit es nicht ſcheine / daß man demſelben eini - gen Zweiffel zutraute / als ob nicht ſchon der bloße beruͤhmte Nahme des Verfaſſers ein gnugſames Zeugniß von der Guͤte und Nutz - barkeit dieſes Wercks ſeyn koͤnne. Jedoch und zum Beſchluß wollen wir ein und anders an - noch kuͤrtzlich anmercken.

Anfaͤnglich / ſo laͤſt der Herr von Lohenſtein manchmal ſeine Heydniſche Sprach-Genoſ - ſen diß und jenes reden / nicht ſolches alles gut zu heiſſen / ſondern nur zu erzehlen / was ſie ge - glaubet und gelehret. Da ſich denn niemand beſchweren wird / daß er ſelbſt den deutlichen Ausſchlag zu geben unterlaſſen; Nachdem er von ſeinem Leſer gnugſamen Verſtand vermu - thet / ſelbſt zu urtheilen / was unter ſolchen Mei - nungen gut oder boͤſe / denen natuͤrlichen Rech - ten gemaͤß oder nicht gemaͤß ſey. Und hat er hierinnen eben ſo wohl gethan / als Matthaͤus Polus / der in ſeiner Critiſchen Bibel die Meynungen derer Gelehrten getreulich erzeh - let und das Urtheil hieruͤber dem Nachſinnen des klugen Leſers uͤberlaſſen hat.

Nachmahls / ſo kan man auch die koſtbaren Aegyptiſchen Gefaͤß denen Heyden entwenden / und zum Heiligthum gebrauchen; wenn man deſſen zum Exempel / was der Jndianiſche Zarmar von(f)I. Theil p. 712. u. f. ſeinem Selbſtmord zu Beſtaͤ -c 3tigung22Allgemeinetigung ſeiner Lehre redet / bey Beſchreibung des Todes eines Chriſtlichen Maͤrtyrers ſich be - dienen wolte. Man koͤnte die ſchoͤnen Gleich - nuͤſſe / die ein Dꝛuys von der bey denen(g)II. Theil p. 352. b. Heyd - niſchen Teutſchen gebraͤuchlichen Eintau - chung der neugebohrnen Kinder in fließendes Waſſer vorbringt / groͤſten theils in einer Rede von unſerer Geheimniß-vollen Chriſtlichen Tauffe ſehr wohl anwerden.

Sonſten iſts wohl am beſten / wenn man ein Buch leſen will / daß man es von Anfang biß zu Ende leſe / und ehe nicht urtheile / als biß man aus dem Beſchluß den voͤlligen Verſtand und Abſehen derer vorhergehenden Dinge wohl begriffen habe. Jedennoch aber wenn iemand anderer Meinung waͤre / und erſt ein Stuͤck aus dem Buch leſen wolte / welches ſeinem Sinn gleichfoͤrmig waͤre / und ihn / in Hoffnung der - gleichen mehr zu finden / das gantze Buch durch - zuleſen noͤthigen koͤnte / ſo kan demſelben auch gerathen werden.

Wolte zum Exempel einer eine wohl aus - geſoñene kurtze Geſchicht / die mit dem Haupt - werck nicht vermiſcht iſt / haben / ſo leſe er die uͤberaus-artige Begebnuͤſſe des Thraciſchen Koͤnigs Sadal /(h)II. Theil p. 40. 65. da die ungegruͤndete Ey - ferſucht eines Ehemanns gegen ſeine unſchuldi - ge Ehegattin mit recht-ſeltzamen Umſtaͤnden beſchrieben wird.

Wer an verbluͤmten Reden ſich beluſti - get / dem kan nicht uͤbel gefallen die wunderwuͤr - dige Abbildung der Herrſchens-Kunſt durch einen(i)II. Theil p. 751. 759. und p. 765. b. 784. b. Blumen-Garten.

Verlangte man Exempel ſinnreicher Uber - ſchrifften / ſo duͤrffte man nur den dem Auguſt zu Ehren damit ausgezieꝛten(k)I. Theil p. 354. b. 358. b. Lugduniſchen Tempel betrachten. Von netten Verſen koͤn - te die Probe aus dem(l)I. Theil p. 2127. 1131. a. Aufzug derer Mar - ſingiſchen Edelleute bey des Ritters SchafBeylager genommen werden. Einem Lieb - haber von natuͤrlichen Wiſſenſchafften wuͤr - de vielleicht nicht uͤbel anſtehen / was von Fort - pflantzung der Kranckheiten aus Menſchen in Baͤume von einem Wurtzelmann(m)II. Theil p. 4796. 483. a. lin. 3. und dem Cornelius Celſus voꝛgebracht wird. Wem mit einer tiefſinnigern Weißheit gedienet iſt / der leſe die ſchoͤne Rede der Princeßin Jſmene(n)II. Theil p. 544. 545. a. von Unſterbligkeit der Seelen.

Ferner wer etwas aufs erſtemahl nicht ver - ſtehet / der leſe es zum andern und drittenmahl / es wird verſichert die Muͤhe des Nachſinnens durch den merckwuͤrdigen Verſtand ſchon be - zahlet werden.

Endlich iſt zu mercken / daß in denen erſten ſiebenzehen Buͤchern nichts als Lohenſteins Arbeit zu finden / das letzte Buch aber von einer andern Hand hinzugethan ſey.

Und hierauf hindert uns nichts mehr die ab - ſondeꝛlichen Anmerckungen anzufahen; woꝛ - innen zwar manchmahl ein verdeckter Nahme auf einerley Art an zweyen oder mehr unter - ſchiedenen Orten erklaͤꝛet wird / doch nur darum / damit der Leſer bey einem von den letztern Oer - tern nicht Muͤhe habe / die Erklaͤrung allzu weit zu ſuchen. So ſind auch die zugleich an - gefuͤhrten Geſchicht-Schreiber / womit wir unſere Auslegung bewieſen / nicht eben die rare - ſten / jedennoch um ſo vielmehr von iedermann zu bekommen und nachzuleſen. Wo man aber auf niemand ſich bezogen hat / hat man es um deß willen vor unnoͤthig erachtet / weil alle Le - bens Beſchreibungen dieſer oder jener bloß hin beniemten Perſonen die vom Lohenſtein angedeutete Geſchichte angemercket haben / und alſo ein Geſchicht-Schreiber vor einem an - dern in ſolchem Fall genennt zu werden nicht verdienet.

Abſon -23

Abſonderliche Anmerckungen uͤber den Erſten Theil.

  • p. 91. b. lin. 30. Ein verſchlagener Hetrurier.) Hier wird gezielet auf den Curtium Inghi - ramium, ſo vor etlich funffzig Jahren dieſe Hetruriſchen Antiqvitaͤten bey Vulterra aus der Erden ausgegraben und hernach durch oͤffentlichen Druck der Welt bekant gemacht hat. Es iſt aber durch Leonem Allatium und Henricum Ernſtium zur Gnuͤge erwieſen worden / daß dieſe alten Schrifften eine Mißgeburt eines neuen Betruͤgers ſeyn.
  • p. 94. a. lin. 39. Der Fuͤrſt aus Malovends Voreltern.) Otto der erſte / Graf von Ol - denburg / ein Stamm-Vater der itzigen Koͤnige in Daͤnemarck und Hertzogen in Holſtein. Die Geſchicht wird von Hermañ Hamelmannen in der Oldenburgiſchen Chronica ins J. C. 990. geſetzet.
  • p. 110. b. lin. 35. Oberſte Feldherꝛen Deutſch - lands.) Roͤmiſche Teutſche Kaͤyſer.
  • p. 111. b. Cheruskiſche Hertzoge.) Oeſterrei - chiſche Ertzhertzoge.
  • Hermion.) Rudolph / Graf von Habs - burg erſter Roͤmiſcher Kaͤyſer ſeines Ge - ſchlechtes. Beſiehe allgemeine Anmer - ckungen / IV. Capitel / No. VIII.
  • Drey erwehlende Fuͤrſten / ſo dem Her - mion ihre Stimmen geben / hingegen ſeine Toͤchter zu Gemahlinnen neh - men.) Drey Churfuͤrſten / Ludwig Pfaltz - graf am Rhein / Albrecht II. Churfuͤrſt zu Sachſen und Otto Marckgraf zu Bran - denburg / derer der erſte Fraͤul. Mathilden /der andere Fraͤul. Agnes / der letztere Fraͤul. Hedwig ſich vermaͤhlet hat.
  • Jſtevon.) Kaͤyſer Friedrich II. Beſiehe Joannis Palatii Aqvilam Vagam l. 29. f. 39.
  • Atcoroth / Hertzog derer Qvaden.) Ot - thocar / Koͤnig in Boͤhmen.
  • Emma / Atcoroths Tochter.) Jutta / Boͤhmiſche Princeßin.
  • Mars / Hermions aͤlterer Sohn.) Ru - dolph Hertzog in Schwaben / Landgraf im Elſaß. Dieſer iſt wohl zu unterſcheiden von einem andern Mars / von welchem ſiehe p. 113. b.
  • Hermion entbloͤßete ſeinen Degen.) Es war ein Creutz / auf welchem Kaͤyſer Rudolph der I. in Ermangelung des Sce - pters / den Eyd von denen Churfuͤrſten an - nahm. (Beſiehe Johannis Palatii Aqvi - lam Vagam l. XXIX. fol. 43.) Weil aber kein Creutz ſich vor den Heydniſchen Her - mion ſchicket / als hat Lohenſtein an deſſen ſtatt den Degen nennen muͤſſen.
  • p. 112. a. Noricher.) Die Oeſterreichiſchen Staͤnde.
  • Gallier.) Carl von Anjou / Koͤnig in Sici - lien / ſo den Durnacin (d. i. Cunradin) den 27. Oct. 1229. zu Neapolis enthaup - ten laſſen.
  • Garramis.) Margaretha / Hertzogin von Oeſterreich.
  • Aleb.) Bela / Koͤnig in Ungarn und Steu - ermarck.
  • Bato / der Rhetier Hertzog.) Ladißlaus Koͤnig in Ungarn.
Ran -24Abſonderliche Anmerckungen
  • Rangolbebet / Fuͤrſt der Baſtarnen und Dacier. Ein gewiſſer Siebenbuͤr - giſcher Fuͤrſt / welchem Lohenſtein einen Nahmen von dem beruͤhmten Bethlen Gabor / in Ermangelung des rechten Nahmens / durch Veꝛſetzung derer Buch - ſtaben / erborget hat.
  • lin. 38. Mit drey Laͤndern.) Oeſter - reich / Steuermarck und Caͤrnthen.
  • p. 212. b. Kunigundis / eine Tochter des Koͤ - nigs der Reuſſen und Bulgarn.) Ku - nigundis Pohlniſche Princeßin.
  • p. 113. a. Regensberg.) Dieſen nennet Palatius f. 47. Berthold Capella.
  • Milota.) Milota de Diednicz, vorneh - mer Boͤhmiſcher Herr.
  • Eborudun.) Brin in Maͤhren.
  • Eburum.) Olmuͤtz.
  • Valuſcenes.) Venceßlaus / Boͤhmiſcher Erbprintz.
  • Jutta / Hermions Tochter.) Jutta / Kaͤyſer Rudolphs Tochter.
  • Bergroſe.) Dieſer Ritter heiſſet beym Alberto Argentinenſi Zevuſch / beym Palatio aber f. 48. Zaviſius Roſenſis; iſt nachmahls / auf Befehl itztgedachten Koͤ - nigs Wenceslaus / gekoͤpffet worden.
  • Seqvaner.) Burgundier.
  • Hanau.) Palatius nennt ihn Herrmann Waldeck.
  • Dieſer Held hat die Weiber gelehꝛt / ꝛc. ) diß gehoͤrt zu dem alt-teutſchen Hermion.
  • p. 113. b. Suaſandufal.) Kaͤyſer Adolff von Naſſau.
  • Ruſſen.) Sind hier die Englaͤnder.
  • Sarmater.) Frantzoſen.
  • Mars / Hermions andeꝛer Sohn die - ſes Nahmens.) Albertus Auſtriacus, Roͤmiſcher Kaͤyſer.
  • Nemeter Gebiete.) Speyeriſches Ge - biete.
  • Oettingen.) Ludwig Graf von Oettin - gen
  • p. 114. a. Der Hertzog derer Alemannier.) Johannes Hertzog in Schwaben.
  • Drey Mitverſchwohrne.) Rudolph von Wart / Walter von Eſchenbach und Ulrich von Palm.
  • Neun andere Fuͤrſten.) Neun Roͤmi - ſche Kaͤyſer / ſo nicht aus dem Hauß Oe - ſterreich entſproſſen. Nemlich: Henrich VII. von Luͤtzelburg; Ludwig H. aus Baͤy - ern; Carl IV. Koͤnig in Boͤhmen; Guͤn - ther Graf von Schwartzburg; Wences - laus Koͤnig in Boͤhmen; Rupꝛecht Pfaltz - Graf am Rhein; Friedrich Hertzog von Braunſchweig; Jodocus Marggraf in Maͤhren; Sigismund Koͤnig in Boͤh - men.
  • Cridifer.) Friedrich der Schoͤne / Roͤm. Kaͤyſer / Albrechts I. Sohn.
  • Dulwig / Hertzog derer Vindelicher.) Ludwig IV. Hertzog in Baͤyern.
  • Nach 130. Jahren.) Kaͤyſer Albrecht der I. iſt den 1. Maͤy 1308. ermordet und Al - brecht II. im Jahr 1438. zum Roͤm. Kaͤy - ſer erwehlet worden.
  • Vandal.) Albertus der andere / Roͤm. Kaͤyſer.
  • Pannonier.) Ungarn.
  • Marckmaͤnner.) Boͤhmen.
  • p. 114. b. Eubagen.) Huſſiten.
  • Druiden.) Roͤmiſch-Catholiſche.
  • Micaſir / Sarmatiſcher Fuͤrſt.) Ca - ſimir / Koͤnig in Pohlen.
  • Scythen.) Tuͤrcken.
  • Ulſing.) Friedrich der III. Roͤm. Kaͤyſer.
  • Cimburgis.) Cimburgis / Hertzog Zi - movit von Maſſow Tochter.
  • p 115. a. Alemann.) Maximilian I. Friedrichs III. Sohn; Beſiehe unten p. 119. a.
  • Vereingetorich.) Carl / Hertzog in Bur - gund / deſſen Tochter Anna Kaͤyſer Ma - ximilians des erſten Gemahlin gewe - ſen.
p. 118.25uͤber den Erſten Theil.
  • p. 118. a. Ein Celtiberiſcher Koͤnig.) Alfon - ſus der zehnde / Koͤnig in Spanien / iſt von ſeinem Sohne Sanctius des Reiches entſetzet worden und in groſſer Duͤrfftig - keit zu Sevilien geſtorben.
  • p. 119. a. Alemann.) Maximilian I. Roͤm. Kaͤyſer.
  • Marnier und Nervier.) Flandern.
  • p. 119. b. Trebal.) Albert Hertzog zu Sachſen.
  • Lepontier.) Schweitzer.
  • Hunnus.) Philipp / Kaͤyſer Maximili - ans I. Sohn.
  • Diumfared.) Ferdinand / Koͤnig in Spanien / deſſen Tochter Johanna itzt - gedachten Philipp dem erſten vermaͤhlt worden.
  • p. 120. a. Tritoniſche oder Atlantiſche Laͤn - der.) America. Beſiehe Hornium de Originibus Americanis, den Lohenſtein ſehr fleißig geleſen hat.
  • p. 120. b. Kokiſem.) Mexico.
  • Mittaͤgige Laͤnder / die vom Faͤrbe - holtz beruͤhmt ſind.) Braſilien.
  • p. 121. a. Joſua. ) davon meldet Procopius. Beſiehe Hornium p. 140. ſ.
  • Thule.) Jßland.
  • p. 122. a. Allamegan.) Feꝛdinand Magellan.
  • Taprobana.) Ceylan.
  • p. 122. b. Kronen.) Groͤnland.
  • Das Vaterland des rothen Faͤrbe - holtzes.) Braſilien.
  • p. 123. b. Zipangrier.) Japaneſer.
  • Die welche die Mittags-Laͤnder be - wohnen.) Peruaner. Beſiehe Hor - nium p. 448. ſeq.
  • p. 124. b. Uzou und Tepin.) Uzou der Tar - tarn Koͤnig hat den Koͤnig der Chineſer Tepin im J. Ch. 1260. vertrieben und ſeinen Auffenthalt in der neuen Welt zu ſuchen gezwungen. Hornius.
  • Marcomir.) Carl der V. Roͤm. Kaͤyſer.
  • Britannier.) Spanier.
  • Chila Cambel.) Beſiehe Hornium c. l. p. 101.
  • p. 125. a. Treva.) Luͤbeck.
  • Nocol.) Chriſtoph Colon oder Colum - bus.
  • Ligurier.) Genueſer.
  • p. 125. b. Sitonier.) Norweger.
  • Schon fuͤr acht hundert Jahren.) Harald Harfager hat gelebt im Jahr Chriſti 879.
  • Cimbrer.) Sind hier die Cambro-Bri - tannier.
  • Guͤneth.) Fuͤrſt von Cambrien oder Wallis.
  • Madoch.) Dieſer ſoll im J. C. 1170. in der neuen Welt angekommen ſeyn. Be - ſiehe Hornium p. 241. ſ.
  • p. 126. a. 11000. Jnſeln.) Les Maldives.
  • p. 130. a. Serer.) Chineſer.
  • p. 132. a. Marcomir.) Carolus V. wie obge - dacht.
  • Liſſudaval.) Vladislaus Koͤnig in Un - garn.
  • Salomin.) Soliman Sultan.
  • Uſeſival.) Franciſcus der I. Koͤnig in Franckreich.
  • Franaboja.) Fontarabia.
  • Olamin.) Milano oder Meyland.
  • Carjoma.) Majorca.
  • p. 132. b. Die Hertzoge derer Hermundurer und Catten.) Johann Friedrich / Chur - fuͤrſt zu Sachſen und Philipp Landgraff zu Heſſen.
  • Haupt derer Druiden.) Pabſt Cle - mens der VII.
  • Barden.) Evangeliſche.
  • Eubagen.) Calviniſten.
  • Zitin.) Ticinum oder Pavia.
  • Jazapol.) Johannes Zapolius, Woy - woda in Siebenbuͤrgen / ſo unten Dece - bal heiſſet.
  • Vindomana.) Wien.
d Aſſe -26Abſonderliche Anmerckungen
  • Aſſemules.) Muleaſſan Koͤnig von Tunis.
  • Barſaboſar.) Barbaroſſa.
  • Der Circkel der Sonnen iſt der Tu - gend zu enge und des Monden zu niedrig.) PLUS ULTRA.
  • p. 133. a. Kokiſem und Rupe.) Mexico und Peru.
  • Opiſot.) Potoſi.
  • Eine in einen ſaltzigten See gebauete Stadt.) Mexico.
  • p. 141. a. Hippon / Marcomirs Sohn.) Philipp II. Koͤnig in Spanien.
  • Jngram.) Ferdinand der I. Roͤm. Kaͤy - ſer.
  • p. 142. a. Thinacris / Koͤnigin derer Sa - mojeden.) Chriſtina Koͤnigin in Schwe - den.
  • Rakimis Koͤnig der Geten.) Johann Caſimir / Koͤnig in Pohlen.
  • Heerulk.) Valerius Maximianus Her - culeus, Roͤm Kaͤyſer.
  • Nidotical.) Diocletian.
  • p. 143. a. Liſſudaval.) Viadislaus Sigiſmun - dus / Koͤnig in Pohlen.
  • p. 143. b. Lubomir.) Georg Lubomirsky.
  • Liſſudaval.) Vladislaus Koͤnig in Un - garn.
  • Gudwil.) Ludwig / Cron-Erbe von Un - garn.
  • Hermildis.) Anna / Erb-Prinzeſſin von Hungarn.
  • p. 144. a. Decebal.) Johannes Graf von Za - polien; nachmahls Koͤnig in Ungarn und Woywoda in Siebenbuͤrgen. Doch iſt deſſen gegenwaͤrtige Liebes-Geſchichte nichts mehr / als ein Roman.
  • p. 149. a. Sueſſioner.) Franckreich.
  • p. 149. b. Eubagen.) Hugonotten.
  • Coluſar.) Carolus IX. Koͤnig in Franck - reich.
  • Das eine Haupt derer Eubagen.) Henrich / Koͤnig von Navarra / dem Caro - lus IX. ſeine Schweſter Marguerite de Valois vermaͤhlet hat.
  • Das andere Haupt.) Der Admiral von Franckreich Caſpar Coligny.
  • p. 150. b. Zoma.) Mohatz.
  • p. 151. a. Laſabile.) Jſabella (oder Eliſabeth) Koͤnig Siegmunds in Pohlen Fraͤulein Tochter.
  • Friedebald.) Churfuͤrſt Friedrich II. mit dem Zunahmen der Weiſe / Pfaltzgraff am Rhein; deſſen Leben Hubertus Leo - dius mit Fleiß beſchrieben hat.
  • p. 151. b. Boccan Hemer.) Marocco / ſo itzt unter frembden Joch / nemlich dem Koͤnig von Tafiletta, ſchmachtet.
  • Dacien.) Siebenbuͤrgen.
  • p. 152. a. Feſtan / Decebals Sohn.) Johan - nes II. des oben p. 144. a. gedachten Jo - hannis I. Koͤnigs in Ungarn Sohn.
  • p. 153. a. Clodomir.) Kaͤyſer Maximilian II.
  • Riama) Maria / Caroli V. Tochter.
  • Olorene.) Leonora / Kaͤyſer Carl des V. Schweſter. Beſiehe die Anmerckung zu p. 157. b.
  • p. 155. a. Buliſſa.) Libuſſa / Koͤnigin in Boͤh - men.
  • Sarpimil.) Primislaus / ein Boͤhmi - ſcher Ackersmann.
  • p. 157. b. Aſtinabes / der gluͤckſeligen Jnſeln Koͤnig.) Sebaſtian / Koͤnig in Portugal. Hier weicht die Liebes-Geſchichte ſehr weit von der hiſtoriſchen Warheit ab / die ſich alſo verhaͤlt: Marcomirs (oder Kaͤyſer Carls des Vten) Schweſter Olo - rene (Leonora) / ſo A. 1499. gebohren war / iſt / nicht als Gudwils (Ludwigs / Koͤnigs in Ungarn) Witwe / ſondern als ein Fraͤulein im J. C. 1519. vermaͤhlet worden / nicht mit Aſtinabes (Sebaſti - an /) ſondern mit Emanueln / Koͤnig in Poctugal / deſſen Kindes-Kindes-Kinderſt27uͤber den Erſten Theil. erſt derjenige Sebaſtian geweſen / ſo von Johanna / Kaͤyſer Carl des Vten Toch - ter / 20. Jan. 1554. gebohren worden und alſo A. 1558. nur 4. Jahr alt geweſen iſt / als die inzwiſchen an Franciſcus I. Koͤnig in Franckreich (nach toͤdtlichẽ Hintritt ihres erſten Gemahls / Koͤnig Emanuels /) ver - heyrathete Olorene (Leonora) geſtorben / wie er denn auch nicht ehe / als den 4. Aug. 1578. vor todt geſaget worden / nachdem er und ſein Bundsgenoſſe Mahomet die ungluͤckliche Schlacht wider den Koͤnig zu Fetz und Marocco / Abdelmelech ver - lohren; davon der Herr von Lohenſtein unten p. 170. b. handeln wird. Hinge - gen war des itztgedachten Gudwils Wit - we eben diejenige Maria / Kaͤyſer Carls V. Schweſter / ſo Lohenſtein Riama nen - net.
  • p. 158. a. lin. 25. Es haͤtte das Qvadiſche und Pannoniſche Reich u. ſ. w.) An ſtatt des erſten Worts Es haͤtte der Buchdru - cker Er / und hinter die Worte Panno - niſche Reich ein comma ſetzen ſollen. Denn der Verſtand iſt dieſer: Er (Jn - gram oder Ferdinand I.) haͤtte (durch ſei - ne Vermaͤhlung mit Anna Erbprinceſ - ſin von Ungarn und Boͤhmen) das Qva - diſche (Boͤhmiſche) und Pannoniſche (Ungariſche) Reich / deßgleichẽ (Rudol - phus der erſte /) der Urheber ihres (Oe - ſterreichiſchen) Stam̃es / welcher nun - mehr die andere Welt (Jndien) uͤber - ſchattete / (durch eheliche Verbindung ſeines Sohnes mit Eliſabeth Graͤfin von Tyrol) gantz Noricum (die Tyroliſchen Lande; ferner) ſein Vater (Philipp I Koͤnig in Caſtilien / vermittelſt ſeiner Hey - rath mit der Spaniſchen Erbprinceßin Johanna) gantz Britannien (oder Spanien) und die Friſiſchen Land - ſchafften (Nieder-Deutſchland) erwor -ben. Durch dieſen untadelhafften Hamen traue ihm Hippon (Philipp II.) Marcomirs (Carls V.) Sohn / Hibernien (England und Jrrland) zu fiſchen / (weil er zu dem Ende ſich mit Maria Koͤnigin in England vermaͤhlet hat.)
  • p. 161. b. Hunnus.) Jtztgemeldter Philipp I. Koͤnig in Caſtilien.
  • Diunfared.) Ferdinandus Catholi - cus, Koͤnig in Spanien.
  • Nojanes.) Johannes / Ferdinands Sohn.
  • Britannien.) Spanien. Beſiehe oben allgemeine Anmerckungen p. 16. a. lin. 24.
  • p. 162. b Hunnus Gemahlin.) Johanna.
  • Dero aͤltere Schweſter.) Jſabella / ſo erſt an Alphonſum den VI. nachmahls an Emanueln / beyderſeits Koͤnige in Portugal verheyrathet worden.
  • Caledonien.) Caſtilien.
  • Betiſale.) Jſabella / Jnfantin von Ca - ſtilien / Koͤnig Ferdinandi Catholici Ge - mahlin.
  • p. 162. a. Aleman.) Kaͤyſer Maximilian I.
  • Deſſen Tochter.) Margaretha.
  • Lucoſar.) Carolus VIII. Koͤnig von Franckreich.
  • Nana.) Anna / Hertzogin von Bretagne.
  • Amorichſchen Laͤnder.) Bretagne.
  • Gudwil.) Ludwig XII. Koͤnig in Franck - reich.
  • Lucoſars Schweſter.) Johanna.
  • p. 166 b. Dinafer.) Ferdinandus Catholi - cus.
  • p. 167. a. Der Unmenſch / der ſich fuͤr den Jupiter ausgab.) Cajus Caligula.
  • Einer / ſo eine Veſtaliſche Jungfrau geheyrathet.) Kaͤyſer Heliogabalus.
  • p. 169. a. Die zwey Gottesſchaͤnder / die ſich in Saturn und Anubis verſtecket.) Jene Geſchichte beſchreibt Ruffinus lib. d 2XI. Hiſt. 28Abſonderliche AnmerckungenXI. Hiſt. c. XXV. Dieſe Flavius Jo - ſephus l. XVIII. Antiq. Jud. c. 4.
  • p. 170. b. Der verdrungene Koͤnig der Mau - ritanier.) Mahomet.
  • p. 171. a. lin. 2. Der / welcher das Koͤnigreich behauptete.) Abdelmelech Koͤnig zu Fez und Marocco. Beſiehe oben die Anmerckung zu p. 157. b.
  • Salomin.) Soliman Sultan / deſſen auch p. 132. a. gedacht worden.
  • Siegeſtatt.) Sigeth.
  • Nezir.) Nicolaus Zerin.
  • p. 171. b. Miles.) Selim Sultan.
  • Sarmatien.) Pohlen.
  • Tiabor.) Stephanus Bathory / Fuͤrſt in Siebenbuͤrgen und Koͤnig in Pohlen.
  • p. 172. a. Aembrich.) Kaͤyſer Ferdinand II.
  • Segimer.) Kaͤyſer Ferdinand III.
  • Roderich.) Kaͤyſer Rudolph II.
  • Malorich.) Kaͤyſer Matthias.
  • Turama.) Amurath Sultan.
  • Mehadum.) Muhamed Sultan.
  • Techma.) Achmet Sultan.
  • Schwartzenberg.) Adolph von Schwaꝛ - tzenberg / ſo deß wegen A. 1599. zum Gra - fen gemacht worden / folgendes Jahr aber bey Papa ſein Leben ritterlich verlohren hat. Jſt der Aelter Vater des ietzigen Fuͤrſtens von Schwartzenberg / Ferdi - nand Wilhelms Euſebii.
  • Pannoniſcher Edelmann.) Ferdinand Graf von Hardeck.
  • Scythen.) Tuͤrcken.
  • Arabo. Raab.
  • p. 172. b. Marſingiſcher Ritter / Reder.) Schleſiſcher von Adel / Melchior von Re - dern.
  • Nidavar.) Varadin oder Groß-War - deyn.
  • Gundimes / Koͤnig der Dacier.) Sig - mund Fuͤrſt in Siebenbuͤrgen.
  • Naſared.) Andreas Bathory.
  • Tabiſock.) Stephanus Botskay.
  • Mithridates.) Schach Abas der groſſe Koͤnig in Perſien.
  • p. 175. b. Gotart.) Guſtavus Adolphus Koͤ - nig in Schweden.
  • Treva.) Luͤbeck. Von dieſem Luͤbecki - ſchen Goldmacher / der 17000. Cronen ſeinen Erben verlaſſen hat / ob er gleich im Kauffhandel ſtets ungluͤcklich gewe - ſen; deßgleichen von einem andern / der mit Segimern (d. i. Kaͤyſer Ferdinan - den III. ) zu thun gehabt / beſiehe E. G. Happels Relationes curioſas, im II. Theil p. 286. 287.
  • p. 178. b. Topiſo.) Potoſi.
  • p. 182. a. Malorich.) Kaͤyſer Matthias.
  • Techma.) Achmet.
  • Der dem Malorich nicht beliebige Fuͤrſt.) Bethlen Gabor.
  • p. 182. b. Aembrich.) Kaͤyſer Ferdinand II.
  • p. 185 a. Die Stadt / ſo ein Rhetiſcher Berg bedeckt.) Pluͤꝛs in der Schweitz / 25. Aug. 1618.
  • p. 212. b. Sigabor.) Alexander VI. Roͤmiſcher Pabſt / ſo vor ſeiner Erwehlung Borgias geheiſſen.
  • Apellis.) Bianca Capellis, Franciſci de Medicis Großhertzogs zu Florentz Ge - mahlin. Dieſe hatte ihres Gemahls Bruder / dem Cardinal Ferdinand / eine vergifftete Torte vorgeſetzet; welcher aber ſich entſchuldigte / weil er keinen Ap - petit zu eſſen haͤtte. Franciſcus meynte / diß geſchaͤhe aus Furcht deſſen / welches mehr als zu gewiß war. Weil er nun dergleichen ſeiner Gemahlin nicht zu - trauete / ſchnitte er ſelbſt die Torte ent - zwey und nahm die Helffte zu ſich. Als demnach Bianca ſahe / daß ihr Gemahl ſich unwiſſend den Todt an Hals gegeſſen haͤtte / fraß ſie aus Verzweiffelung die an - dere Helffte / und ſtarb bald drauf nebenſt ihm.
p. 220.29uͤber den Erſten Theil.
  • p. 220. b. Ein gewiſſer Fuͤrſt.) Carl VII. Koͤ - nig in Franckreich.
  • Sein erwachſener Sohn.) Ludwig der XI.
  • Ein anderer Vater in Hiſpanien.) Philipp II. Koͤnig in Spanien.
  • Seinem Sohne. ) dem Jnfanten Caro - lus.
  • p. 226. a. Ein Geſchlecht in Hibernien.) Das Koͤnigliche Stuartiſche Geſchlecht in Großbritañien / aus welchem nach Hen - rich Ranzauens Rechnung mehr als die Helffte / (nemlich uͤber 50. Perſonen) unnatuͤrlichen Todes verblichen. Joh. Buno not. ad P. Cluverii Geograph. p. 190.
  • Jnduciomaꝛer.) Die Henrici in Fꝛanck - reich.
  • p. 229. b. Hippon.) Philipp II. Koͤnig in Spa - nien.
  • Hibernien.) England.
  • Telesbia.) Eliſabeth.
  • Caniſtria.) Chriſtina / Koͤnigin derer Schweden und Gothen.
  • Britannier.) Spanier.
  • p. 232. a. Der Schutzherr Hiberniens. Oli - vier Cꝛomwell / Protector von England / Schottland und Jrrland.
  • Des Koͤniglichen Geſandten aus de - nen gluͤckſeligen Eylanden Bruder.) Pantaleon de & Meneſes, des Gra - fens de Penagion, Portugieſiſchen Am - baſſadeurs Bruder / welchen Cromwell A. 1654. koͤpffen laſſen. Chriſtoph A - dolph Thuldenus, P. I. Hiſtor. L. XI. p. 76. Wicquefort, de l’Ambaſſadeur L. 1. Sect XXVIII. p. 605. edit. 1682.
  • p. 248. Laodice.) Es ſcheint faſt / als ob Laodi - ce die Marie Françoiſe d Aumale, Princeſſe de Nemours, vermaͤhlte Koͤ - nigin in Portugal / Artavasdes den Koͤnig Alphonſus / Gotarzes den DonPedro deſſen Bruder / das Eyland im Caſpiſchen Meer die Jnſel Tercera ver - deckter Weiſe vorſtelle.
  • p. 264. b. Jdris.) So heiſſet bey denen Ara - bern der Patriarch Enoch.
  • p. 268. b. Jn Rhetien durch Einfallung ei - nes Berges.) Pluͤrs in der Schweitz.
  • Kampff zweyer Berge in der Muti - nenſiſchen Gegend.) Beſiehe Plinium Hiſt. Nat. l. II. c. LXXIII.
  • p. 270. a. Die Perſen haben ihrer Koͤnigli - chen Witwe ſchwangern Leib gekroͤ - net.) Dieſes ehe gekroͤnte als gebohrne Kind iſt Sapor II. Koͤnig in Perſien / ſo A. C. 380. geſtorben.
  • p. 274. b. Die Britanniſche Fuͤrſtin Lelebi - ſa.) Als Koͤnig Edward I. von England durch einen Meuchelmoͤrder mit einem vergiffteten Pfeil im gelobten Land ge - ſchoſſen worden / hat deſſen Gemahlin E - leonora / Koͤnig Ferdinands III. in Caſti - lien und Leon Tochter / das Gifft mit ih - rem Munde aus ſeiner Wunde geſogen und ihn hierdurch von der augenſcheinli - chen Todes-Gefahr gluͤcklich befreyet. Sie ſtarb hernach zu Herdeby in Lin - colnshire den 27. Nov. 1290. wie Fran - cis Sandford, in ſeiner Genealogical Hiſtory of the Kings of England f. 129. berichtet. Einige Authores, inſon - derheit Ludovicus Vives, nennen den Koͤnig den frommen Robert / die Koͤ - nigin aber Eliſabeth. Allein die Zeit - Rechnung und alte Grabſteine bekraͤffti - gen Sandfords Erzehlung.
  • p. 294. b. Die Koͤnige in Gallien biß auf des Jnduciomarus Soͤhne vertrieben mit dem Finger alle Kroͤpffe.) Diß iſt vielleicht aus Boiſſardo de Divin. c. 11. genommen / als welcher ſchreibt / daß die Koͤnige in Franckreich die Wunder - Kꝛafft Kroͤpffe zu heilen viel hundeꝛt Jah -d 3re und30Abſonderliche Anmerckungenre und biß auf die Zeit Henrichs II. ge - habt. Oben aber iſt gedacht worden / daß Lohenſtein I. Theil p. 226. die Henriche Jnduciomarer nenne. Hiermit ſtimmt Hubert Morus uͤberein / wenn er l. III. de S. Un. c. 5. berichtet / daß Henrich III. ei - nen ſeiner guten Freunde am Kropffe zu heilen ſich veꝛgeblich bemuͤhet habe. Nichts deſtoweniger mercken doch Gramon - dus und andere noch heut zu Tage leben - de Hiſtorien-Schreiber an / daß Henrichs des dritten Nachfolgere / Henrich IV. Lud - wig XIII. und XIV. eben die Gabe ge - habt / derer die vor Henrich III. regierendẽ Koͤnige ſollen theilhafft geweſen ſeyn.
  • p. 304. b. Antiope / Oriſmanes / Treboſſe - rex.) Oriſmanes iſt ſonſt in der Liebes - Geſchichte eine erdichtete Perſon; hier aber ein Ebenbild des Marſchalls von Franckreich / Charles Biron. Dieſem wieſe die Koͤnigin in England Eliſabeth / das Haupt ihres geweſenen liebſten Be - dienten / des Grafens von Eſſex / (welchen ſie 7. Mart. 1601. enthaupten laſſen /) und warnete ihn / ſich vor ſolcher Un - treu zu huͤten / damit er nicht gleichmaͤßi - ger Straffe ſich ſchuldig machte. Allein Biron ſchlug ſolches in Wind und verlohr hieruͤber ebenfalls ſein Haupt unter des Scharffeichters Hand / 21. Jul. 1602. Treboſſerex enthaͤlt in ſich die verſetzten Buchſtaben Robert Eſſex; und alſo muß Antiope Eliſabeth / Oriſmanes Biron ſeyn.
  • p. 308. a. Der Weltweiſe / ſo dem Kebswei - be des Hermias geopffert.) Ariſto - teles.
  • p. 309. a. Ein die Streubuͤchſe vergreiffen - der Diener.) Dem Koͤnig in Spanien Philipp II. wird als eine ſonderbare Lang - muth nachgeruͤhmet / daß als er einſt einen Brieff an den Pabſt geſchrieben und ſel -bigen mit Sande zu beſtreuen und eyligſt zu beſtellen / ſeinem Bedienten gegeben / dieſer aber an ſtatt der Streubuͤchſe das Tintenfaß auf das Papier geſchuͤttet / habe jener ſich nicht im geringſten beweget / ſondern nur geſaget: Gebt ander Pa - pier her: habe ſich hierauf niedergeſetzt und ſichs nicht verdruͤſſen laſſen / den Brief noch einmahl zu verfertigen. Ob nun der Diener aus Furcht einiger heimlichen Ungnade geſtorben / oder ob Lohenſtein eine gantz andere Geſchicht im Sinn ge - habt / iſt mir unbekant.
  • p. 310. a. Forſtard.) Der Graff von Straf - ford und Viceroy von Jrrland / den Carl Stuart I. Koͤnig in Groß-Britan - nien / auf faͤlſchlich Angeben und ungeſtuͤ - mes Anhalten des Engliſchen Parla - ments / 12. Maj. 1641. enthaupten laſſen.
  • Condelar.) Don Rodrigo Calderon Graf von Oliva, welcher unter Koͤnig Philipp III. in Spanien / naͤchſt dem Hertzog von Lerma / der vornehmſte Staats-Bediente geweſen / nachmahls aber unter Philipp IV. unzaͤhliger Miß - handlungen beſchuldiget und durch den Scharffrichter vom Leben zum Tode gebracht worden. Beſiehe Eraſmus Franciſci hohen Trauerſaals IV. Theil.
  • p. 312 a. Aſteloth.) Der Graf von Athol (oder d’Atholes) hat den mit ihm verwand - ten Koͤnig in Schottland Jacob I. mit 22. Wunden den 20. Febr. 1437. ermordet / nachdem ihm ein Sterngucker gewahr - ſagt hatte / er wuͤrde vom Volck fuͤr einen Koͤnig oͤffentlich ausgeruffen werden. Deßhalben ward ihm auch eine gluͤende eiſerne Crone zu wohlverdienter Straffe auf das Haupt geſetzet / mit der Uber - ſchrifft: Das iſt der Koͤnig derer Ver - raͤther! Beſiehe Acta Eruditorum 1685. p. 23.
p. 321.31uͤber den Erſten Theil.
  • p. 321. b. Deutſche Koͤniginnen haben ihre Liebhaber vom Pflugſchar genom - men.) Libuſſa Koͤnigin in Boͤhmen. Siehe oben p. 155. a.
  • Eine Kaͤyſerin hat ſich in einen Fech - ter verliebt.) Fauſtina, Kaͤyſers Mar - ci Aurelii Antonini Philoſophi Ge - mahlin; wie bey dem Capitolino zu ſe - hen.
  • Eine Fuͤrſtin hat ſich in einen Zwerg verliebt.) Julia, Kaͤyſers Auguſtus En - ckelin / hat zu ihrem Liebling den Conopas gehabt / der zwey Schuhe und eine Hand - breit lang war. Plinius H. N. l. VII. c. XVI.
  • p. 339. Bala Hippons Stadthalter.) Der Heꝛtzog von Alba. Die Aufſchrifft der me - tallenen Statua wird beym Palatio f. 599. Aquilæ Auſtriacæ alſo gefunden: FERDINANDO ALVAREZ A TOLEDO, ALBÆ DUCI, PHI - LIPPI II. HISPANIARUM REGIS APUD BELGAS PRÆFECTO: QUOD EXTINCTA SEDITIO - NE, REBELLIBUS PULSIS, RE - LIGIONE PROCURATA, PRO - VINCIA PACEM FIRMARIT: REGIS OPTIMI MINISTRO FI - DELISS. POSITUM. d. i. Ferdi - nanden Alvarez von Toledo / Her - tzogen von Alba / Koͤnig Philipp des II. Stadthaltern in denen deutſchen Niederlanden / nachdem er die Auf - ruhr vertilget / die Rebellen verja - get / die Religion beſchuͤtzet / den Land - frieden beveſtiget / iſt / als des guͤtig - ſten Koͤnigs treueſten Bedienten / dieſes Denckmahl aufgerichtet wor - den.
  • p. 304. a. Ein Seriſcher Koͤnig eines neuen Stammes.) Beſiehe Arminius I. Theil p. 615. a. lin. 6. ſeq.
  • p. 345. a. l. 35. Atlantiſche Jnſul.) Ame - rica.
  • p. 347. a. Der / dem man gifftige Schwaͤm - me zu eſſen gab.) Kaͤyſer Claudius.
  • p. 362. b. Bataver.) Diß ſind von hier an biß p. 369. die heutigen vereinigten Nie - derlaͤnder.
  • Britanniſcher Koͤnig.) Philipp II. Koͤ - nig in Spanien.
  • Eganor.) Wilhelm / Hertzog von Ura - nien / ſo 10. Jul. 1584. zu Delfft meuchel - moͤrderiſch umbs Leben gekommen.
  • p. 363. a. Eiſenhertz.) Jſt eben der / ſo gleich hiernaͤchſt Wodan heiſſet.
  • p. 363. b. Waldan.) Ließ Wodan.
  • p. 364. a. Wodan.) Moritz von Naſſau Printz von Uranien.
  • p. 364. b. Zwiſt zwiſchen denen Eubagen.) Spaltung derer Reformirten in Armi - nianer oder Remonſtranten und Calvi - niſten oder Contraremonſtranten.
  • Biſuar.) Johannes Barnerelt.
  • p. 365. a. lin. 2. Allgemeine Landes-Ver - ſammlung.) Synodus zu Dordrecht.
  • Dagobert.) Wilhelm / Printz von Ura - nien / ſo den 6. Nov. 1650. geſtorben.
  • Batavodurum.) Amſterdam.
  • Des Caledoniſchen Hertzogs Toch - ter.) Maria / Carl Stuart des I. Koͤnigs in England Tochter.
  • p. 365. b. Caledonier und Roͤmer.) Englaͤn - der und Frantzoſen.
  • Cariovalda.) Wilhelm Henrich / Printz von Uranien (nunmehr Koͤnig von Eng - land) ward gebohren den 24. Dec. 1650.
  • p. 366. a. lin. 6. Eydliches Buͤndnuͤß.) 5. Aug. 1667. Dieſes Buͤndnuͤß iſt von Wort zu Wort zu leſen in Valckeniers verwirrten Europa / Anhang N. III. f. 3. 4.
  • Druſus.) Jſt in dieſer Erzehlung Lud - wig XIV. Koͤnig in Franckreich; biß aufp. 371.32Abſonderliche Anmerckungenp. 371. a. allwo er des Kaͤyſers Auguſtus angenommener Sohn wieder wird.
  • p. 366. b. Der Fuͤrſt der Ubier.) Maximili - an Henrich / Churfuͤrſt zu Coͤlln.
  • Grinnes.) Rhenen.
  • Vada.) Wageningen.
  • Arenacum.) Arnheim.
  • Der zur Verthaͤdigung des Rhein - ſtroms beſtellete Kriegs-Oberſte.) Jean Barton de Mombas, General - Commiſſarius uͤber die Reuterey derer Niederlaͤndiſchen Provintzen. Beſiehe Valckeniers verwirrt Europa I. Theil fol. 237.
  • Taxanter.) Seeland.
  • Batavodurum.) Amſterdam.
  • Hibernier-Koͤnig.) Carl Stuart II. Koͤ - nig in Großbritannien.
  • p. 367. a. Enno.) Dieſe ordentliche Berath - ſchlagung gehoͤrt zum Roman / nicht zur Hiſtorie. Denn der Hertzog von Ura - nien hat die Wiedererlangung derjenigen Wuͤrden und Aempter / ſo ihm durch das Buͤndnuͤß den 5. Aug. 1667. abgeſpro - chen waren / mehr dem unordentlichen Geſchrey derer Buͤrger und des Poͤbels in unterſchiedenen Staͤdten / als der re - commendation einigen Regentens zu dancken gehabt. Jedoch ſchickt ſich dieſer wohl ausgeſonnene Umbſtand zu einem Helden-Gedichte weit netter / als die wahre Beſchaffenheit der Sache ſelbſt.
  • Ein gemeiner Mann.) Wilhelm Ti - chelaer / ein Barbierer. Beſiehe Hap - pels Relat. Curioſ. III. Theil p. 357.
  • Einer der fuͤrnehmſten Raͤthe.) Cor - nelius de Witt, Ruart von Puͤtten.
  • Hibernier.) Englaͤnder.
  • p. 371. a. Druſus.) Hier fangen die alten Roͤ - miſchen Geſchichten wieder an.
  • p. 372. b. Segimer.) Ferdinandus III.
  • Die Hauptſtadt derer Campſacer.) Wolffenbuͤttel hat Kaͤyſer Ferdinand III. durch den Pappenheim vermittelſt Schwellung der Ocker baͤndigen und aus derer Daͤnen Gewalt unter Hertzog Friedrich Ulrichs von Braunſchweig Botmaͤßigkeit bringen laſſen.
  • Grubenbrand.) Friedrich Wilhelm / Churfuͤrſt zu Brandenburg hat 1663. die Oder mit der Spree vereinbahret. Be - ſiehe Johann Wolffg. Rentſchens Bran - denburgiſchen Cederhayn p. 523.
  • p. 373. a. Vercingetorich.) Ludwig XIV. Koͤnig in Franckreich hat den Fluß Ga - rumna (Garonne) mit dem ins Mit - tel-Meer fallenden kleinern Fluß Atax oder l’Aude vereiniget.
  • Tuiſco.) Kaͤyſer Carl der Groſſe. Be - ſiehe Aventinum l. IV.
  • Phrat.) Trajanus hat den Phrat mit der Tiger / und Nero die Averniſche See mit der Tyber zu vereinigen vergeblich geſuchet.
  • Maſſageten.) Moſcowiter. Beſiehe J. C. Becmanni Hiſt. Orb. P. I. c. iii. §. XXI.
  • Silem.) Sultan Selim.
  • p. 374. b. Socas.) Durch Buchſtaben-Ver - ſetzung Saxo. Der gefangene Churfuͤrſt zu Sachſen / Johann Friedrich / hoͤrte oh - ne Beſtuͤrtzung an / was ſein Uberwinder Kaͤyſer Carl V. ihm im Monat Maͤy 1547. andeuten ließ / nemlich / daß / wo er nicht die Ubergabe der Stadt Witten - berg verſchaffte / ſolte ihm das Leben ab - geſprochen ſeyn. Er nahm den Todt mit freudigen Worten an / welche beym Thu - ano, lib. IV. zu leſen ſind; ja er bat den Hertzog von Braunſchweig / mit ihm im Schachſpiel fortzuſpielen. Welche ſei - ne Großmuth ihn bey Ehre und Leben erhalten hat. Beſiehe auch Saavedra, Symb. Pol. XXXIII.
p. 398.33uͤber den Erſten Theil.
  • p. 398. a. Jn denen Roͤmiſchen Laͤgern eine Frau.) Agrippina des Geꝛmanicus Ge - mahlin; wie im II. Theil wird erzehlt werden.
  • Eine Fuͤrſtin im Kriegs-Rathe.) Jch wolte faſt ſagen / daß die tapffere verwit - wete Landgraͤfin von Heſſen-Caſſel / A - malia Eliſabeth / von welcher in der Hi - ſtorie des 30. jaͤhrigen Kriegs uͤberaus viel Ruͤhmens iſt / verſtanden werde. Doch duͤrffte auf ſolchen Fall eine kleine Hy - perbole im Arminius ſeyn.
  • p. 433. a. Eine geſchaͤndete Fuͤrſtin.) Blan - ca Rubea, ſo von dem Wuͤterich Accio - lini geſchaͤndet worden; wie Bernardus Scardeonius weitlaͤufftig beſchrieben. Phil. Camerarius P. l. Hor. Subciſiv. c. 50.
  • p. 439. b. Einigen hat ein Pfeil ihr Ge - ſchwuͤr eroͤffnet.) Hieher gehoͤren die Exempel des Pheræus Jaſon, (beym Cicer. de Nat. Deor. und Plin. l. VII. H. N. c. 50.) des Prometheus aus Theſ - ſalien / (beym Plutarch. lib. qvid inter - ſit inter adulatorem) und anderer.
  • p. 444. b. Tauben zu Briefftraͤgern ge - braucht.) Siehe G. J. Voſſium l. III. de Idolol. c. 98. Phil. Camerarium P. l. Hor. Succiſ. c. 77. Pietro della Val - le, P. l. epiſt. 12.
  • Stadt in Syrien.) Tyrus.
  • Eine andere Feſtung.) Beſiehe Pau - lum Æmilium in vita Ludovici Craſſi und Petr. Juſtinianum Hiſt. Ven. l. II.
  • p. 445. a. Segimer.) Ferdinand III. R. K.
  • p. 448. a. Die Furcht treibt einem die grau - en Haare in einer Nacht heraus.) Dergleichen widerfuhr dem Diego Oſo - rio / als er auf Befehl des Koͤnigs in Spanien gefangen geſetzet wurde. Pe - trus Mexia, ſylva variar. lectionum P. II. c. 7. Wie auch dem Henrich Gate,den die Koͤnigin Maria in England zum Tode verdam̃et hatte. Thuanus, lib. 13.
  • p. 448. b. Großſprecher.) Martinus Jva - nius / ein Spaniſcher Ritter / ließ auf ſein Grab ſchreiben: Hic ſitus eſt Martinus Ivanius in omni diſcrimine expers timoris, d. i. Hier liegt Martinus J - vanius / der in aller Gefahr ohne Furcht war. Kaͤyſer Carl V. laß ſolches und ſagte: Dieſer hat gewiß ſeine Hand niemahls ins Feuer gehalten / ſonſt wuͤr - de er ſich ohne Zweiffel fuͤr der Hoͤlle ge - fuͤrchtet haben. Qvirinus Pegeus (o - der Harsdoͤrffer) Kunſt-Qvelle n. 5816. Jn dem Buch: Les Actions heroiques & plaiſantes de l’Empereur Charles V. (ſo bey dem erdichteten Pierre Mar - teau a Cologne gedruckt iſt) heißt dieſer Spanier Martin Janus Barbuda Ge - neral de l’armée d’Alcantara.
  • p. 453. a. Jener Waldgott / der kalt und warm aus ſeinem Munde bließ.) Jch halte / der Herr von Lohenſtein habe ſchrei - ben wollen: Jhr Mund blieſſe / wie jener Bauer / (der bey einem Wald - gott zu Gaſte war und mit ſeinem Athem ſo wohl ſeine Haͤnde waͤrmer / als das Eſſen kaͤlter machte /) kalt und warm heraus. Deñ ſo erzehlt dieſe Fa - bel Eraſmus, Adag. Chiliad. I. n. 830.
  • p. 455. b. Der ſich verbreñende Jndianer.) Zarmar / von welchem unten p. 714. ge - handelt wird.
  • p. 468. a. Taprobana.) Ceylan.
  • p. 473. a. Britannier.) Lohenſtein hat hierbey den Englaͤnder Kenelmum Digby ſon - der Zweiffel im Sinn gehabt.
  • p. 507. b. Cantabriſchen.) Spaniſchen.
  • Pannoniſchen.) Ungariſche.
  • Britanniſchen.) Engliſche.
  • Der Gallier Fuͤrſten.) Koͤnige in Franreich.
e Per -34Abſonderliche Anmerckungen
  • Perſina.) Die ſchwartze Perſina / Aethi - opiſche Koͤnigin / hat (laut des Heliodori Liebes-Geſchichte) an einem alabaſternen Andromeden-Bild ſich verſehn und die weiſſe Chariclea gebohren.
  • p. 524. b. Marcomir.) Kaͤyſer Carl V.
  • p. 531. b. Heruliſchen / Rugiſchen und Va - riniſchen Hertzoge.) Die Hertzoge von Meckelburg. Joh. Phil. Speneri Hiſt. Inſign. l. I. c. 61.
  • p. 561. b. Jener Scythe.) Timur Lanc oder Tamerlanes.
  • Einen groſſen Fuͤrſten.) Bajazeth / Tuͤrckiſchen Kaͤyſer.
  • p. 562. a. Alemann.) Maximilianus I.
  • Marcomir.) Kaͤyſ. Carl V.
  • p. 562. b. Carnutum.) Der Paͤbſtliche Stuhl zu Rom.
  • p. 582. a. Der Rauch gedoͤrrter Kraͤuter.) Tabac.
  • p. 583. b. Das Getraͤncke der Seren.) Das The derer Chineſer.
  • p. 591. b. Huhanſien / Koͤnig der Scythen.) Tartar-Cham.
  • p. 609. b. Der Papegoy in Britannien.) Die Geſchicht iſt zu Londen zur Zeit Hen - richs des VIII. geſchehen / wie Geſnerus meldet.
  • p. 611. a. Naͤchſthin ein Rabe zu Rom.) Un - ter dem Kaͤyſer Tiberius / nicht lange nach der vom Lohenſtein beſchriebenen Haupt - Geſchicht. Beſiehe Plinium l. X. H. N. c. 43.
  • p. 629. Aletodobal.) Ferdinand Alvarez von Toledo / Hertzog von Alba. Siehe o - ben Anmerck. zu p. 340.
  • p. 631. b. Marcomir.) Carl V.
  • Der Fuͤrſt derer Hermundurer.) Jo - hann Friedrich Churfuͤrſt zu Sachſen. Siehe oben Anmerck. zu p. 374. b.
  • p. 632. a. Tuͤrckis.) Diß hat Ruæus de Gem -mis und aus ihm Happelius Relat. Cu - rioſ. III. Theil p. 163. beſchrieben.
  • p. 632. b. Zwey Diamante bey einer Fuͤr - ſtin in Gallien.) Dieſe Fuͤrſtin iſt aus dem Luxenburgiſchen Geſchlecht gewe - ſen. Picinelli Mund. Symbol. l. XII. c. II. n. XXXV. aus Ruæo und Anſel - mo Boethio; ingleichen P. Mich. Ra - dau Orat. Extempor. p. 2. c. 5. qv. 1.
  • Affenzahn.) Als die Portugieſen den Tempel auf der Spitze des Berges Pico d’Adam A. 1554. auspluͤndern wollen / haben ſie nichts als ein guͤldenes Kaͤſtlein und in dieſem einen Affenzahn gefunden. Die Landes-Koͤnige haben 70000. Du - caten zur Ranzion vor dieſen ihren Goͤ - tzen geboten; allein Biſchoff Gaſpar hat ernſtlich verboten / ſie anzunehmen / auch den Zahn alsbald verbrant und die Aſche ins Meer geworffen. Johann Hu - go von Lindſchotten.
  • Smaragd / als ein Strauß-Ey groß.) Die Jndianer zu Manta (einem Dorff o - der Flecken in Peru an der Kuͤſte des fried - ſamen Meers /) haben ehemahls einen Smaragd angebetet / der ſo groß geweſen / als ein Strauſſen-Ey. Happelius, III. Theil Relat. Curioſ. p. 149.
  • p. 634. a. Britanniſche Koͤnigin.) Eliſabeth Koͤnigin in England.
  • Caledoniſche Fuͤrſtin.) Maria Stu - art / Koͤnigin in Schottland.
  • p. 635. b. Bruͤder der Sterne und Soͤhne der Sonnen.) Die Koͤnige in Perſien.
  • Mit dem Mond ſich vermiſchen.) Deſ - ſen ruͤhmte ſich Kaͤyſer C. Caligula.
  • p. 656. a. Jene Marſingiſche (d. i. Schleſi - ſche) edle Jungfrau / welche aus der Aſche ihꝛes erblichenen Braͤutigams eine Sand-Uhr machte.) Faſt derglei - chen / wo nicht eben dieſe Geſchicht / iſt ſowohl35uͤber den Erſten Theil. wohl mit Lateiniſch-als Jtaliaͤniſchen Verſen beſchrieben beym Picinello l. XXI. Mundi Symbol. c. XI. n. 153.
  • p. 659. a. Brahmanen.) Jnsgemein iſt zu mercken / daß was Maſulipat und Zar - mar vom Glauben und Gebraͤuchen de - rer Jndianiſchen Brahmanen erzehlen / aus Abraham Rogers offnen Thuͤr zum eroͤffneten Heydenthum und Chri - ſtoph Arnolds beygefuͤgten Zugaben / erborget ſey; ungeachtet dieſe nicht von denen alten / ſondern heutigen Brami - nen handeln.
  • p. 662. b. Baſira / Serapis / Joſeph.) Sie - he Pietro della Valle Reiſebeſchr. IV. Theil.
  • lin. 30. Jn weniger Zeit.) Zur Zeit des Neuen Teſtaments. Denn daß Zar - mar hiervon einen Vorſchmack gehabt / will der Verfaſſer vor wahr gehalten ha - ben I. Theil p. 666. 714.
  • p. 670. b. Hippon.) Philipp II. Koͤn. in Spa - nien.
  • p. 672. b. Ein Marſingiſcher Prieſter.) Lo - rentz Biſchoff zu Breßlau. Cromerus l. VIII. Hiſt. Polon.
  • Eine Britanniſche Jungfrau.) Zur Zeit der Koͤnigin Eiiſabeth. Kenelmus Digby tract. I. de nat. corpor. c. 38. Schottus Phyſ. Curioſ. l. III. c. 33. §. IV.
  • Ein Kriegs-Held fuͤrchtet ſich vor Raute.) Beſiehe Marcelli Donati lib. VI. Hiſt. mirab. Med. c. 4.
  • p. 673. b. Der Hertzog in Codanonia.) Der Koͤnig in Daͤnemarck.
  • Der Cimbriſchen Fuͤrſten Stamm - Frau.) Sueno Eſthritius Koͤnig in Daͤ - nemarck / ſo das biß aufs J. C. 1448. bluͤ - hende Koͤnigliche Geſchlecht angefangen / hat zum Aeltervater den Biörn gehabt / welchen eine Jungfrau (nach SaxonisGrammatici l. 10. Hiſt. Dan. f. 174. Bericht) von einem Baͤr ſoll empfangen haben.
  • Ein adelich Geſchlecht in Spanien hat einen Waſſermann zu ſeinen An - herrn.) Die Marini in Gallieien. Nie - remberg. l. V. Hiſt. Nat. c. 7.
  • Ein gantz Volck in Jndien an dem Fluß Kinxa.) Jm Koͤnigreich Pegu. Nieremberg l. c. aus Joh. Barro.
  • p. 674. a. Bey denen Bataveꝛn iſt fuͤr dritt - halb hundert Jahren eine gefuͤſſete Sirene gefangen worden / welche ſpinnen gelernet.) A. C 1403. wie No - ierus, Guicciardinus, Jonſtonus, und aus dieſen Schottus Phyſic. curioſ. l. III. c. IV. §. 1. berichten.
  • Ein Meermann ohne Schwantz.) Jm Monat May 1619. haben die Daͤniſchen Reichs-Raͤthe auf ihrer Ruͤckreiſe aus Norwegen nach Kopenhagen ſelbigen ge - fangen bekommen. Doch ſcheint es / er ſey ehe ein Geſpenſt / als eine unver - nuͤnfftige Seecreatur geweſen / weil er verſtaͤndlich geredet und gedraͤuet hat / daß weñ man ihn nicht alsbald loßlaſſen wuͤr - de / weder Schiff noch Gut zu Lande kom - men ſolte. Theatrum Europæum I. Theil. Zwar Happelius Relat. Curioſ. II. Theil p. 16. ſagt: Hat nicht der all - maͤchtige Schoͤpffer dieſem Mann den Mund eroͤffnen koͤnnen / wie Bi - leams Eſelin? Allein was GOtt thun kan / thut er nicht eben allzeit; und die teu - feliſchen Betruͤgereyen ſind in dieſen letz - ten Zeiten viel gemeiner / als dergleichen goͤttliche Wunder.
  • p. 711. b. Wiſtnou.) Der Brahmaniſche Gott Wiſtnou ſoll zehnmahl in leiblicher Ge - ſtalt erſchienen ſeyn / und zwar zum erſten unter der Geſtalt eines Fiſches. Ro - gers Offne Thuͤr II. Theil / III. Capitel:
e 2p. 714.36Abſonderliche Anmerckungen
  • p. 714. b. Ramma und Kriſtna.) Was die Heyden auf der Kuͤſte Coromandel von dieſem ihrem ſo genanten Gott glauben / hat einige Gleichheit mit unſerer Lehre von Chriſto / wie die obgedachten Roger und Arnold hier und dar anmercken. Jedoch iſt alles mit ſo viel teufeliſchen Luͤgen vermenget /