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Verlag des Arbeitgeber Hochstraße Nr. 37.

Der Arbeitgeber.
Archiv für Volkswirthschaft und neue Erfindungen, Central - Anzeiger für den Arbeitmarkt.

Bestellungen werden von allen Postämtern u. Buchhandlun - gen angenommen. Das Patent = und Maschinen - Geschäft des Arbeitgeber übernimmt die Ausführung neuer Erfindungen, vermittelt den Ankauf (zum Fabrik - preis) und Verkauf von Ma - schinen aller Art, es besorgt Patente für alle Länder und übernimmt deren Ver - werthung.

Nro 1036.
Frankfurt a. M., 10. März. 1877.

Das Reichs-Patent-Gesetz. Von Franz Wirth. VII.

Der Entwurf des Reichs = Patent = Gesetzes, liegt nunmehr in der verbesserten Gestalt, die ihm der Bundesrath gegeben, dem Reichstage vor und wurde von letzterem am 2. März in erster Berathung behandelt, sofern man die wenigen Worte, welche dabei gesprochen wurden, eine Berathung nennen kann. Es hat uns bei der äußerst geringen Sachkenntniß, welche über den Er - finderschutz bei uns herrscht, nicht gewundert, daß der Entwurf kurzer Hand an einen Ausschuß von 21 Mitglieder verwiesen wurde -- wir hätten 14, wie ein Mitglied mit Rücksicht auf den oben erwähnten Mangel verlangte, auch für hinreichend gehalten -- allein so kühl und achtungslos ist wohl selten ein Gesetz aufge - nommen worden, wie dieses. Kein Wort der Erläuterung von Seite der Regierungen wie es im englischen Parlament geschah, kein Urtheil über dessen Jnhalt, kein Wunsch, welcher dem Aus - schuß mitgegeben wurde, keine Andeutung, wie die Gesetzgeber die Sache aufgefaßt und behandelt wissen wollten! Nichts als ein kurzer Gruß des Abg. Ackermann, der die Vorlage als einen Fortschritt willkommen hieß, aber als das Wesentliche daran nicht die Hebung der Jndustrie und Jnschutznahme des bisher schutzlosen Erfinders, sondern die Umkehr vom Prinzip der freien Konkurrenz und des Freihandels hervorhob. Jhm wurde ganz richtig erwiedert, daß Freihandel und Erfinderschutz nichts miteinander zu thun hätten, selbst der Führer der Schutzzoll = Partei Kardorff trat ihm hierin entgegen. Der Abg. Braun fühlte sich veranlaßt, für den Frei - handel in die Schranken zu treten und, obwohl selbst Anhänger des Patentgesetzes, Ackermann scharf zu erwiedern. Dabei entwickelte er aber, wenn anders die Zeitungs = Berichte richtig sind, eine so bedenkliche Unkenntniß über die Sache selbst, daß man nur hoffen kann, seine Rede möchte im Ausland nicht gelesen werden. Er sprach zunächst vom englischen Anmelde = Verfahren und stellte es dem Prüfungsverfahren gegenüber. Nun ist aber England das einzige Land, welches das Aufgebot hat, also nicht das Anmelde - Verfahren. Wird nämlich » Opposition « gegen ein englisches Patent erhoben, so folgt eine Prüfung und zwar eine sehr genaue, wobei beide Theile gehört werden. Nur Frankreich, Belgien, Jtalien und Oesterreich haben das reine Anmelde = Verfahren, bei dem sich die Regierung gar nicht um den Jnhalt der Erfindung bekümmert. Ferner bemerkte Herr Braun, es sei bis jetzt noch nicht gelungen, einen Patentschutz durchzuführen. Nun, wir möchten ihm nicht rathen, in Frankreich ein gutes Patent anzugreifen oder eine wirklich neue Erfindung ohne Erlaubniß des Erfinders nachzuahmen. Nicht blos empfindliche Entschädigungs = Ansprüche sind dort die Folge von solchem Beginnen, sondern auch ziemlich hohe Strafen! Das Nachdrucks = Gesetz ist darin weit milder.

Ebenso hat Eugen Richter, der als Gegner des Gesetzes auftrat, dessen Bedeutung verkannt, obwohl seine Bemerkung, daß man dasselbe nicht überschätzen solle, ganz richtig ist. Mit dem Erfinder = Schutz werden nun nicht plötzlich die Erfindungen massen - haft hereinfluthen, wenn auch eine Zunahme derselben bereits wahr - nehmbar ist, die Vermehrung der Patentgesuche, zeitdem derReichs = Entwurf den Uebergang der alten Patente auf das Reich aufgenommen, ist ziemlich groß. -- Jrrig dagegen ist die Ansicht daß die auf das Marken = und Muster = Schutzgesetz gestellten Hoff - nungen sich nicht erfüllt, sondern nur mehr Rechtsstreite enstanden seien. So bedeutend wie Manche glaubten ist das Gesetz aller - dings nicht benützt worden, allein es sind doch immerhin mehr als 7000 Marken eingetragen und Muster im Januar allein 1735. Gerade die beklagte Zahl der Prozesse zeigt, daß das Gesetz von Wirkung ist. An den Diebstahl bisher gewöhnt, kann man sich bei uns noch nicht darein finden, fremdes Eigenthum zu achten. Für das Ansehen des deutschen Namens im Auslande sind beide Gesetze vom günstigsten Einfluß gewesen und eine Kunst = Jndustrie ist überhaupt jetzt erst möglich.

Die Begründung des Gesetzes ist uns noch nicht zugekommen, wir entnehmen daher der Ffurter Ztg., daß dieselbe zunächst die Uebereinstimmung der in der Enquete vernommenen Sachverständigen mit demselben hervorhebt und die Schattenseiten des Vorprüfungs - Verfahrens nicht unerwähnt läßt. Es sei deshalb eine schärfere Begrenzung der die Patentfähigkeit bedingenden Voraussetzungen vorgenommen und die Prüfung durch ein Aufgebot = Verfahren er - weitert, welches der prüfenden Behörde die Unterstützung der be - theiligten sachkundigen Kreise zuführe. Die Revision im Fall der Beschwerde durch neue Sachverständige sichere die Unpartheilichkeit der Prüfung und wahre derselben den Karakter der Strenge.

Der neue vom Bundesrath verbesserte Entwurf unterscheidet sich in mehren Punkten und zwar sehr zu seinem Vortheile von dem Entwurf des Reichskanzler = Amtes. Zunächst ist die Fassung der §. §. eine präzisere und dann sind einige grundsätzliche Aen - derungen vorgenommen worden, wovon die des Lizenz = Paragraphen 10 unerläßlich war. Punkt 2 des § 1. ist auf Muster und Modelle beschränkt, Punkt 3 auf Genuß - u. Arznei = Mittel, womit auch das Bedenken einer aus Dresden kürzlich unter Pieper's Leitung gehaltenen Versammlung, daß chirurg. Jnstrumente ausge - schlossen wären, fällt. -- Die Veröffentlichung einer Erfindung in ausländ. amtl. Schriften soll erst 3 Monate später als solche gelten. Dem Verlangen, nur dem Erfinder ein Patent zu er - theilen, ist mit §. 3 entsprochen und damit das Bedenken des Patent = Schutz = Vereins gehoben, daß Dritte die ausländischen Er - findungen stehlen. Es war dieß -- wie wir vermuthet -- nur ein Redaktions = Versehen. -- Sehr zu beklagen ist, daß nicht auch das Wort feilhalten geändert wurde, weil es zu Mißdeutungen Anlaß geben kann und keinen hinreichenden Schutz gewährt. Es können patentirte Gegenstände möglicherweise durch Vermittelung Dritter erworben werden, ohne daß diese sie feilbieten, jedenfalls aber sind alle Gegenstände ausgeschlossen vom Schutze, die Konsumenten direkt aus dem Ausland beziehen können, Oefen z. B., Eisenbahn = Bedarf, kurz alle Artikel, die nicht Maschine oder eine sonstige Betriebs = Verrichtung, ein Werkzeug oder ein sonstiges Arbeitsgeräth sind.

Jn eiuem neuen §. 6 sind nun auch die Erben aufgenommen und im §. 5 die Entschädigung für Erfindungen, welche der Staat übernimmt, nicht dem Oberhandelsgericht, sondern dem Rechtsweg überlassen. Ganz besonders müssen wir es anerkennen, daß im §. 7 neu unserer speziellen Forderung, das Datum fest - zustellen, entsprochen und dasselbe auf den Tag nach der Anmeldung verlegt worden ist. Die Zusatz = Patente sind geblieben; sie kostennur 50 M. Bedauern müssen wir dagegen, daß die Taxe von 50,100,150 ... M. bestehen blieb. Der Erfinder soll kein Steuer - Objekt bilden, sondern es muß ihm so leicht als möglich gemacht werden, seine Erfindung durch Patente zu schützen. Wir kommen deshalb immer wieder darauf zurück, daß der Satz des Patent - Schntz = Vereins (306,090 M.) der richtige ist. Derselbe reicht nicht blos zur Deckung aller Kosten, sondern wird noch einen bedeutenden Ueberschuß liefern. Jn 5 oder 10 Jahren eine hohe Taxe zu verlangen, damit unwichtige Erfindungen verlassen werden, ist ganz in der Ordnung, allein in den ersten Jahren muß sie so nieder wie möglich sein. Wir würden schon 10 20 30.. M. für genügend halten, 700 M. aber in den ersten 5 Jahren ist entschieden zu viel. Gemildert wird die Sache allerdings durch den Zusatz, daß armen Erfindern die Taxe gestundet und bei Nichterfolg ganz erlaßen werden kann, was nach dem I. Entwurf wieder hergestellt worden ist.

Der englische Patent - Gesetz - Entwurf. III.

Der neue (III. ) englische Patent = Gesetz = Entwurf unterscheidet sich wesentlich von dem früheren. Zunächst wird das Aufgebot - Verfahren verlegt auf die Zeit nach Hinterlegung der definitiven Beschreibung und das Patent wird 12 Monate hindurch, weder durch den Gebrauch noch die Veröffentlichung der Erfindung beein - trächtigt. Die Nachtheile der letzteren, welche nach Hinterlegung der vollständigen Beschreibung erfolgt, werden aber dadurch nicht beseitigt. Wird ein Patent aus irgend einem Grunde verweigert, so ist der Erfinder, welcher seine Erfindung vielleicht auch ohne Patent hätte verwerthen können, um sein Eigenthum gebracht. Jedermann kennt es und kann es benützen.

Das Verfahren ist nach dem neuen Entwurf in England folgendes: Mit der Eingabe wird nur eine provisorische Be - schreibung hinterlegt, die später ergänzt und vervollkommnet werden kann. Der Gegenstand der Eingabe (aber nicht die Be - schreibung) wird im Patent = Journal bekanntgegeben und dieselbe einer Prüfung dahin unterworfen, ob die Erfindung den Bestim - mungen des Gesetzes (Stat. of Monop. ) entspricht und ob Titel und Beschreibung richtig und genügend sind. Die früher beige - fügten Punkte der Neuheit und Frivolität hat man fallen lassen. Die Prüfung ist demnach eine ganz andere wie bei uns. Der Bericht des Examinators kann vom Erfinder eingesehen werden. -- Drei Monate vor Ablauf des 12 monatl. provisor. Schutzes muß die vollständige Beschreibung eingereicht werden, die veröffentlicht und nochmals einer Prüfung unterworfen wird, welche nun nicht blos auf die Form sich erstreckt, sondern auch auf die Neuheit, aber nur insoweit als es frühere englische Patente und Publikationen betrifft, die dem Patentbeamten bekannt sind. -- Der Bericht über diese II. Prüfung wird dann veröffentlicht und das Aufgebot erlassen. Der juristische Beistand des Patent - Amtes (the law officer) untersucht im Falle die Sache, hört den Erfinder und Opponenten, und erstattet Bericht darüber. Dieser Bericht wird auch veröffentlicht; wozu, ist eigentlich nicht ersichtlich.

Darauf hin muß der Erfinder die Ertheilung des Pa - tentes beantragen (notice to proceed) und jede Versäumung dieser Fristen zieht den Verfall des Patentes nach sich. Wird das Patent bewilligt, so legen es die Patent = Commissäre dem Lordkanz - ler zum Siegeln vor (warrant): im gegentheiligen Falle kann der Nachsuchende Berufung bei dem Kanzler einlegen. Jeder - mann kann dann nochmals Opposition gegen die Patentirung erheben. Jn allen Fällen muß aber der Antrag auf Ertheilung des definitiven Patentes (petition for sealing) binnen 3 Mona - ten nach dem Warrant eingereicht werden. Die Patente datiren vom Tage der Hinterlegung. Sehr einfach ist diese Prozedur, wie man sieht, nicht; es ist daher fraglich, ob sie im Parlament durchdringt.

Eine wichtige Verbesserung ist die Verlängerung der Patentdauer auf 21 Jahre, also um die Hälfte der jetzigen, so daß damit England alle andern Länder, selbst Belgien, überragt, ein sehr bedeutungsvolles Zeichen des Werthes, den man auf Pa - tente legt. Die Fristen = Verlängerung ist, wie im vorigenEntwurfe, beibehalten. -- Eine wesentliche Neuerung ist ferner die, daß der Staat Erfindungen nicht mehr umsonst beanspruchen kann -- was indessen nie geschah -- sondern bezahlen muß, wie jeder Andere, event. auf dem Wege der Expropriation.

Bezüglich des Lizenzensystems ist die Frist des unbeding - ten Schutzes von 2 auf 3 Jahre ausgedehnt worden. Man sieht, daß hier keine Sicherheit herrscht: man fühlt wohl, daß man dem Erfinder einige Zeit absoluten Schutz gewähren muß, erkennt aber auch an, daß 2 Jahre zu wenig sind. Drei werden es aber in gewissen Fällen ebenso sehr sein wie zwei.

Sehr wichtig, weil leicht zu versäumen, ist die Bestimmung, daß im Ausland patentirte Erfindungen binnen 6 Mo - naten auch in England patentirt werden müssen und daß das eng - lische Patent mit dem ausländischen aufhört. Letztere Bestimmung ist weitaus schärfer als im jetzigen Gesetz, welches solche Patente nur dann aufhebt, wenn das ausländische vor dem englischen ge - nommen war. Vermuthlich ist dies aber nur ein Redactions = Ver - sehen, weil man, abgesehen vom Ausland, doch den englischen Er - finder schwerlich beeinträchtigen wollte, und das würde geschehen. Derselbe würde nämlich weder ein russisches, noch ein dänisches oder schwedisches Patent nehmen können, weil diese nur 10 Jahre und weniger dauern, er also 11 Jahre und mehr an seinem eng - lischen verlieren würde. Ja es ist fraglich, ob er überhaupt ein fremdes Patent nehmen könnte, weil die 6 -- 11 letzten Jahre des engl. Patentes mehr werth sein können, als die übrigen zusammen. Diese Repressalie, welche zunächst der einheimischen Jndustrie zu Gut kommen soll, aber den einheimischen Erfinder gerade so tref - fen würde, wie den fremden, hat schon deshalb keinen Sinn, weil sie wegfällt, wenn man im Ausland gar kein Patent nimmt. Man will nicht, daß der Engländer Patent = Gebühr zahle, wenn der Ausländer aufhört, dies zu thun: man läßt Jenen aber ruhig zahlen, wenn der Ausländer überhaupt nie etwas entrichtet!! Die Deutschen Patent = Gesetze haben, mit Recht eine solche Bestimmung nicht aufgenommen.

Die Einführungs = Patente werden abgeschafft, nur der Erfinder selbst erhält ein Patent. Eine eigenthümliche Bestimmung ist die, daß ein Dritter mit Genehmigung des Patent = Jnhabers ein Verbesserungs = Patent nehmen kann. Letztere kosten nur 15 £ und werden dem ursprünglichen Patent beigefügt, lau - fen aber auch natürlich mit ihm ab. Die Uebertragung von Pa - tenten oder Theilen derselben wird in einem besonderen Buch (Register of proprietors) registrirt, das öffentlich aufliegt. -- Wer unberechtigt eine Patent = Marke auf einen Gegenstand setzt wird mit 50 £ bestraft.

Der provisorische Schutz kann bis 15 Monate verlän - gerr werden, ebenso die Frist für die Gesuche um Siegelung. Die bestehenden Patente können der Erleichterungen des neuen Ge - setzes theilhaftig werden mit Ausnahme der Patent = Dauer: sie können nur 14 Jahre dauern, aber nach dem neuen Gesetze zah - len. Die Taxen betragen2 1 / 2 £ für den provisor. Schutz von 12 Monaten, 10 £ für weitere 2 Jahre, 50 £ für weitere 4 Jahre, 100 £ für weitere 7 und 100 £ für weitere 7 Jahre. Außerdem kosten die Erneuerungs = Gesuche je 10 £, so daß ein 21 jähr. Patent287 1 / 2 £ oder 5750 Mk. kosten würde, während es jetzt in den 2 ersten Stadien das Doppelte, in den 2 letzten dasselbe kostet. -- Komisch macht sich der am Ende auch des be - stehenden Gesetzes beigefügte Vorbehalt, daß die Krone das Recht habe, jedes Patent aufzuheben oder zu beschränken oder Patente für beliebige Dinge zu ertheilen. Freilich wird davon nie Gebrauch gemacht.

* Arbeitmarkt. Die mildere Witterung hat wieder etwas mehr Verdienst gebracht: die durch den Frost unterbrochenen Bauten sind wieder aufgenommen und die ländlichen Arbeiten werden auch bald mehr Hände in Anspruch nehmen. -- Die Potsdamer Re - gierung hat eine Warnung vor dem Zuzug nach Belgien erlassen, weil dort wenig Arbeitsgelegenheit sei. Fremde Arbeiter müssen einen regelmäßigen Paß mitbringen, auf Grund dessen sie dann ein Arbeitbuch (livret) für Belgien bekommen.

Jm Allgemeinen ist wenig vom Arbeitmarkt zu berichten, er ist still und das ist gegenüber den Entlassungen der Kohlenarbeiter vor 3 Wochen gerade kein ungünstiges Zeichen. -- Jn Böhmenergibt der letzte Ausweis der Sparkassen, daß die Lage besser ist als in den vorigen 3 Wintermonaten, während deren mehr Geld zurückgezogen als eingelegt wurde. Jetzt überwiegen wieder die Einlagen. -- Jn Brünn sind die Fabriken ziemlich gut beschäf - tigt. -- Jn Wien dagegen klagt man über den Mangel an Ver - dienst. -- Die Corr. f. Nat. = Oekon. und Stat. gibt die Zahl der beschäftigungslosen Arbeiter in Wien, wohl etwas übertrieben, auf 11,000 an, während 18,000 nur als halb beschäftigt zu be - trachten seien. Zu den ersteren gehören insbesondere Manufaktur =, Holz = und Ledergalanterie = Arbeiter, Schlosser, Anstreicher, Vergolder, Maurer; zu den letztern Eisenarbeiter, Schuhmacher, Schneider, Goldarbeiter, Buchdrucker. Während in den Jahren 1872 -- 1873 etwa 10,000 Tischlergesellen arbeiteten, seien jetzt wenig mehr als 3000 beschäftigt. Es ist immer wieder die alte Geschichte! Die Ueberproduktion i. J. 1871 -- 1873 hat eine große Anzahl Ar - beiter in die Städte gelockt, welche sie nun nicht mehr verlassen wollen.

Jn Westfalen sind die Löhne begreiflicher Weise sehr ge - sunken. Der bereits erwähnte Spezial = Korresp. der Fr. Ztg. be - richtet, daß die Hütten = Arbeiter in Dortmund 2,80 M. täglich verdie - nen. Eisen und Stahl sind so im Preis gesunken, daß wer solches -- wenn auch erst in einigen Jahren -- braucht oder eine neue Anlage beabsichtigt, gut thun wird, jetzt zu bestellen.

Jn England hat sich nichts verändert, in Nordamerika liegt der Kohlenbau darnieder, wie überall. Nach dem Kap der guten Hoffnung werden Eisenbahn = Arbeiter, Maurer und Zimmer - leute gesucht. Jn Australien und Südamerika fehlt es an Arbeitern: man denkt deshalb daran, Chinesen einzuführen.

Aus dem nassauischen Kannenbäkerlande schreibt man uns, daß die dortige Thonwaaren-Jndustrie bisher durch die Krise nicht berührt schien, in letzter Zeit mache aber dennoch ein kleiner Rückgang in der Erzeugung von Luxuswaaren sich fühlbar. Die Waarensendungen nach Holland bleiben sich gleich und ebenso die Produktion der Krüge zum Versandt der Mineralwasser. Die Haus - industrie jedoch, vorzüglich zur Erzeugung von Thonpfeifen einge - richtet, zeigt einen stärkeren Ausfall in ihrer Arbeit. An Gehilfen werden noch immer in den verschiedenen Ortschaften bei 2000 be - schäftigt, doch ist der Lohn etwas reduzirt worden, weil die Arbeiter - Konkurrenz aus anderen Jndustrie = Bezirken auf dessen Höhe drückt. Aus Essen wanderten viele Familien zu, um hier Verdienst zu suchen, und auch die Zahl anderer Handwerksgesellen die hierher kommen um Arbeit, hat sich bedeutend vermehrt, sie können aber nicht beschäftigt werden und sind den Gemeinden eine schwere Last.

Ein Uebel nimmt in den letzten Jahren in schauderhafter Weise zu; es ist das Branntweintrinken, welches zahlreiche Opfer fordert. Es ist aber auch nicht anders zu erwarten, da die Eltern ihren halbwächsigen Jungen und die Meister ihren Lehrlingen zu viel Freiheit lassen. An Sonntagen sind manche Gastwirthschaften mit Lehrlingen dicht gefüllt, die sich dort mit Eifer dem Trunke und dem Kartenspiele ergeben; so erzieht man einen Arbeiterstand zur Produktion von billig und schlecht . -- Es sollte doch der sonst so ruhige Grenzhauser = Gewerbeverein ein ernstes Mahn - wort an Eltern und Lehrmeister richten.

[Wir bitten um Zusendung aller Zeitungsnummern, worin sich Angaben über Bedarf oder Ueberfluß an Arbeitern befindet. D. Red.]

Patentrecht. Jn einem Patentprozesse hat der oberste Gerichtshof in Frankreich folgende Rechtsgrundsätze aufgestellt: Wer einen Apparat construirt, der nach dem Urtheile der Gerichte in seiner Gesammtheit, in den einzelnen Theilen, aus denen er besteht, und in der Functionirung aller seiner Organe mit einem vorher durch einen Dritten patentirten Apparate übereinstimmt, ist als Nachahmer zu bestrafen und hieran ändert der Umstand nichts, daß der neue Apparat Modificationen enthält, aus welchen sich eine Ersparniß an den Herstellungskosten und bestimmte Vor - theile für die Reinigung und Handhabung des Apparates ergeben. -- Jn einem andern Streitfalle hat der Appellhof von Paris ent - schieden: Wenn ein früheres Patent genommen wurde auf die An - wendung irgend eines Metalles zur Herstellung eines industriellen Gegenstandes, im vorliegenden Falle für die Herstellung von Kanten zum Schutze des Schuhwerkes, so konnten die Gerichte mit vollem Rechte ein Patent wegen Mangels der Neuheit für nichtig erklären, welches nachträglich für die Anwendung von Kupfer oder weichem Eisenblech genommen wurde, wenn auch der zuletzt Patentirte dasletztere Metall zuerst für den gedachten Zweck benützt hat. Er hätte in jedem Falle das Patent auf die Anwendung dieses Metalles an Stelle des Kupfers nehmen müssen. -- Ferner in demselben Streitfalle: die Patentfähigkeit einer Erfindung hängt zwar nicht von der Wichtigkeit derselben ab, dennoch ist ein Verfahren nicht patentfähig, von welchem die Gerichte erkannt haben, daß es sich dem Wesen nach von den früher angewandten nicht sehr unter - scheidet. Solche Fehler können durch richtige Abfassung der Be - schreibung leicht vermieden werden.

* Markenschutz. Der Kongreß deutscher Chokolade - fabrikanten zu Frankfurt a. M. empfahl im Jnteresse der Bekämpfung der Vorurtheile des deutschen Publikums zu Gunsten fremdländischer Fabrikate, insbesondere eine reichlichere Benützung des deutschen Markenschutz = Gesetzes, der jedoch zugleich in Analogie der englischen Trade Mark Protection So - ciety eine Verwaltung des Markenrechtes durch den Verband selbst zur Seite treten müsse. Die Mitglieder verpflichteten sich darauf gegenseitig, Mißbräuche von Namen, Firmen oder Marken ihrer Fachkollegen, sofort dem geschäftsführenden Büreau in Stutt - gart im Jnteresse weiterer Wahrung der verletzten Rechte bekannt zu geben, -- ein für Jndustrie = Verbände sehr beachtenswerthes Beispiel, soll das Markenschutz = Gesetz seinen Zweck erfüllen und er - reichen. -- Die Preisbewegung von Kakao und Zucker gab zugleich Anlaß, prinzipielle gleichmäßige Erhöhung der Choko - ladepreise durch Cirkuläre aller deutschen Fabrikanten zum Be - schlusse zu erheben und einen weiteren Verbandstag im Som - mer dieses Jahres in Leipzig wieder abzuhalten bei Betheiligung möglichst sämmtlicher Jnteressenten.

-- Der Markenschutz wird verhältnißmäßig wenig benutzt. Jn Lübeck z. B. hatte die Gewerbekammer ein Verzeichniß der Marken angelegt, damit Jnteressenten dasselbe einsehen könnten, es hat aber bis jetzt nur ein Gewerbtreibender sich Auskunft erbeten und das Register wurde von gar Niemand nachgesehen, ebenso wenig eine Marke eingetragen. Lübeck hat freilich wenig Jndustrie.

* Zahlungs = Reform. Neue Vereine für Baarzahlung haben sich gebildet in Kempen.

-- Jn Wien hat der Reform = Verein die Sache in die Hand genommen und vorgeschlagen, Vereine der Konsumenten zu gründen, die sich zur Baarzahlung gegen Sconto und Be - richtigung von Forderungen nach dem Tage der Faktura verpflichten. -- Jn Darmstadt haben sich der Gewerbe = und der Handels = Ver - ein verbunden, um die Agitation in's Werk zu setzen. Baar - zahlung gegen Sconto, Berechnung von Verzugs = Zinsen, Ver - weigerung jedes Kredits, der 3 Monate übersteigt und Bekannt - machung dieses Verfahrens an allen Ecken sind auch hier die vorgeschlagenen Mittel.

Der Verband oesterreichischer Müller und Mühlen - Jnteressenten beschloß bezüglich der Kreditfrage die Anlage eines Jnformationsbuches vorzubereiten und durch einen Ausschuß von 5 Mttgliedern in Betreff des Mühleneskomptes mit den Banken zu verhandeln.

* Handel. Aus englischen Konsularberichten über den Handel China's im Jahre 1875 ergibt sich das interessante Faktum, daß Deutschland im Verkehr mit dem himmlischen Reiche die dritte Stufe unter den Staaten einnimmt. Es liefen in jenem Jahre in chinesische Häfen ein: 8277 englische, 3836 amerikanische, 1577 deutsche Schiffe, dagegen nur 239 fran - zösische u. s. w.

* Handels = Verträge. Am 14. sollen die Verhandlungen mit Oesterreich über den neuen Handels = Vertag mit dem Zollverein beginnen.

-- Jm » Journal des Débats « spricht Leroy = Beaulieu seine Genugthuung über den Entschluß der französischen Re - gierung aus, nicht den vom Ober = Handelsrathe ausgearbeiteten Zolltarif, der von bedenklichen schutzzöllnerischen Tendenzen behaftet ist, sondern die seit 1860 bestehenden Vertrags = Tarife zur Grundlage der Unterhandlungen behufs Erneuerung der Verträge zu nehmen.

* Eisenbahnwesen. Nachdem die in Berlin, Frankfurt a. M. und Dresden in Gasthöfen errichteten Billet = Verkaufsstellen günstige Ergebnisse geliefert, hat das Reichs = Eisenbahn = Amt die weitere Ausdehnung der Errichtung bei den Verwaltungen angeregt.

-- Die neue Strecke Crefeld = Oppum = Linn ist eröffnet.

-- Die dritte Bahn durch die Alpen gewinnt an Wahr - scheinlichkeit. Die Linie Sitters = Leuck der Simplonbahn soll am 1. Juni eröffnet werden, die Fortsetzung bis Visp und Brieg im nächsten Jahre. Die Vorarbeiten für den Tunnel sind im vollen Gang, derselbe wird 18 Km. lang.

* Pferdebahn. Die Arbeiten zur Mannheimer Pferde - bahn sollen am 1. März mit 30 belgischen Arbeitern beginnen und die Linien vom Bahnhof zum Hauptzollamt durch die breite Straße, Schloßhof, Rheinbrücke nach dem Bahnhof Ludwigshafen umfassen.

* Schifffahrt. Die Zahl der deutschen Handelsschiffe betrug am 1. Januar 1875 4602, (darunter 299 Dampfer) mit einer Tragfähigkeit von 1,068,383 Tons und 42,424 Mann Besatzung 83 mehr als i. J. 1871. Die Zahl der Segelschiffe ist zurückge - gangen, wogegen die Zahl der Dampfer eine Steigerung um 124 Schiffe oder 70% erfahren hat. Die 102 Dampfschiffe, welche Hamburg besitzt, übertreffen die 117 Dampfschiffe, welche die ganze preußische Küste aufweist, in der Ladungsfähigkeit um nahezu das Dreifache und in der Maschinenkraft um weit über das Doppelte.

-- Wir entnehmen der Korrespondenz des Königlichen Sta - tistischen Büreau's zu Berlin die interessante Angabe, daß in dem Verkehr auf dem Rhein im Jahr 1875, obschon Handel und Jndustrie in gedrückter Lage verharrten, sich doch eine merkliche Besserung fühlbar machte. -- Wird die Steinkohlen = Abfuhr aus dem Hochfelder Hafen hinzugerechnet, die 74 -- 4, 205, 706 Ctr. u. 75 -- 5, 671, 959 Ctr. betrug, so übersteigt die gesammte Steinkohlen Abfuhr zu Wasser von 1875 (im Betrage von 40,394,835 Ctr.) diejenige von 1869, die sich auf 39,394,835 Ctr. belief, um nahezu 1,500,000 Ctr.

-- Der Verein für Hebung der deutschen Fluß - und Kanalschifffahrt hielt zwischen dem 19. und 22. Fe - bruar seine Generalversammlung ab, in welcher Abgeordneter Lammers (Bremen) über die Moorkultur und Dr. Hammacher über Kapitalbeschaffung für Kanalbauten referirten.

* Münzwesen. Zur weiteren Durchführung des Münz - Gesetzes ward beschlossen: Für Reichs = Rechnung weitere 40,000 Pfund Gold in Kronen und halben Kronen auszuprägen und zwar zunächst zu gleichen Werthbeträgen, und hat vom 3. lau - fenden Monats an, nur noch die Ausprägung von Zwei = Mark - Stücken mit einem Betrage von etwa 19,000,000 Mk. und von 50 - Pfennig = Stücken mit einem Betrage von etwa 25,000,000 Mk. stattzufinden, worauf bis auf Weiteres mit der Herstellung von Reichs = Silbermünzen ganz inne zu halten.

-- Die Börsen = Deputation und Handelskammer in Triest beschloß die Niedersetzung einer Kommission zum gründlichen Stu - dium des Ueberganges Oesterreichs zur Goldwährung, es sollen alle österreichischen Handelskammern auf die Wichtigkeit desselben auf - merksam gemacht werden.

* Telegrafie. Die Reichs = Post = Verwaltung beabsichtigt, im Jnteresse des Verkehrs künftig Post = Marken auch zur Frankirung der Telegramme zu verwenden und die besonderen Telegraphen - Marken zu beseitigen, wodurch zugleich eine Vereinfachung im Ge - schäftsbetrieb herbeigeführt und anderseits die Kosten für Herstellung zweierlei Marken erspart werden.

* Honigmarkt. Der steiermärkische Bienenzucht = Verein beschloß in seiner letzten Hauptversammlung die Einrichtung eines steierischen Honigmarktes in Graz.

* Rechtspflege. Der Bundesrath hat entgegen dem Antrage Preußens, den Sitz des Reichs = Gerichts nach Berlin zu verlegen, die Verlegung des Reichs = Gerichts nach Leipzig be - schlossen. Mit großer Spannung sieht man dem Reichstag = Votum entgegen. Man befürchtet, daß dasselbe im Sinne des preußischen Antrages ausfällt. -- Es ist mit Genugthuung zu begrüßen, daß man den Sitz des obersten Gerichtshofes nicht in die größte Stadt des Reiches legte. Abgesehen von der ungünstigen geographischen Lage Berlins übt eine solche Stadt, wo Gesetzgebung, Regierung und ein bewegtes Parteileben konzentrirt sind, immer einen gewißen Einfluß auf den Einzelnen aus, der einem Richter gegenüber nicht wünschenswerth ist. Leipzig ist bereits der Sitz des Reichs = Handels - Gerichtes, ferner der Marken = und Musterschutz Registrirung für Ausländer. Es wird nur zweckmäßig sein, wenn man alle ähnlichen Reichs = Behörden, auch das künftige Patentamt dahin verlegt. Jn Amerika hat man dieselbe Maxime befolgt und in Frankreich hatman es auch für zweckmäßig erachtet, den Sitz der Nationalver - sammlung von Paris wegzulegen.

* Der Haushalt des deutschen Reiches ist für 1877 / 8 auf 542,903,370 M. veranschlagt, worunter 414 Mill. laufende und 128 Mill. einmalige Ausgaben, erstere natürlich meist für das Heer, dazu kommen 168,000,000 Mk. für Kasernen, das sind jährlich 8,400,000 M. Steuern mehr. Schöne Aussichten! --

* Steuerwesen. Jm preußischen Staat wurden im Jahre 1875 239,330 Steuer = Exekutionen in den unteren Klassen voll - streckt, davon 124,196 fruchtlos, in den höheren 97,516, fruchtlos 27,909. Jm Ganzen vollstreckt 403,456 davon frucht - los 161,531!! Jm Landtag wurde der Gegenstand ebenfalls zur Sprache gebracht, der Abg. Rickert erwähnte dabei, daß die Steuer = Erhöhung i. J. 1873: 16%, 1874: 13, 1875: 6, also im Ganzen in 3 Jahren 34% bertagen habe. Die Zahl der Steuer = Exkutionen, habe zeit 1871 um 332,000 und 256,000 zusammen abgenommen. Bemerkenswerth ist daß von 202,000 Reklamationen 100,000, also die Hälfte (! ) von der Regierung selbst für berechtigt erklärt wurden.

* Steuer = Reform. Die Friedens = Propaganda hat sich sehr praktisch jetzt auf die Steuern geworfen, um durch die - selben den Völkern die Augen zu öffnen. Potoni é schreibt uns: Die indirekte Steuer beruht auf der Kunst, ein Huhn zu rupfen, ohne daß es schreit. Das dumme Volk weiß nicht, daß es Steuer zahlt und namentlich nicht wie viel. Die direkte Steuer ändert das, sie ist die beste Schule des Selfgovernment. Die indirekte Steuer legt eine Binde um die Augen der Völker, die direkte legt die Wunde blos, so daß sie schmerzt. Jene erzeugt die Revolutionen, diese führt auf den langsamen, aber sichern Weg der Reformen. Kurz die indirekte Steuer ist der beste Weg den Krieg zu bekriegen. Die Völker werden dann fragen, wofür sie so viel zahlen müssen und die Antwort wird immer lauten: für die Heere, für den Krieg. Die Einführung der direkten Steuern hat ihre Schwierigkeit, allein man wird sie überwinden.

* Aktien = Gesetzgebung. Die Ausschüsse für Handel und Verkehr haben den Antrag gestellt, den Reichskanzler zu ersuchen, den Entwurf eines Gesetzes ausarbeiten und vorlegen zu lassen, welches unabhängig von der Revision des Handels = Gesetzbuches, den Ausschreitungen bei der Gründung, Verwaltung und dem Betriebe der Aktien = Unternehmungen, entgegen zu wirken geeignet ist.

* Genossenschaftswesen. Man kann die Genossenschaften nicht genug zur Vorsicht warnen, damit sie bei der Wahl ihrer Geschäfts - leitung die größte Sorgfalt beachten. Der Konsum = Verein zu Jnsterburg geht trotz seines mehr denn 10jährigen Bestehens und bei einem Jahresumsatz von 36,000 Mark, mit einem Rein - gewinn von 1100 Mark und 407 Mitgliedern, seiner Auflösung entgegen; die vorgenommene Revision des Statuts, Erneuerung des Vorstandes, sowie Wechsel des Lagerhalters kamen zu spät. Vor Verlusten bei der Liquidation sind die Mitglieder durch den angesammelten Reservefond von 1800 Mark gesichert.

-- Großes Aufsehen erregt die Erlassung eines Steckbriefes gegen den Kommerzienrath Paul Krauß in Kannstatt wegen Unterschlagung in seinem Amte als Verwalter der Kannstatter Spar - und Vorschußbank. Der Schaden, welchen die ge - genannte Anstalt durch das pflichtwidrige Gebahren ihres ehemaligen Vorstandes erleidet wird auf über 200,000 Mark angegeben, wozu noch die Verluste aus verschiedenen statutenwidrigen Geschäften hinzukommen.

-- Die Gewerbebank zu Murrhardt seit 1869 bestehend, erhöhte das dividendenberechtigte Kapital auf 43,363 Mk. und den Reservefond auf 7264 Mk. Sie erzielte bei 224 Mitgliedern ei - nen Kassenverkehr von 1,108,147 Mk., einen Kontokorrentenverkehr von 646,572 Mk. und einen Depositenverkehr von 321,773 Mk.

-- Die Aschaffenburger Volksbank hat 1876: 7,874,000 Mk. umgesetzt. Mitglieder 236. Vermögen 132,000 Mk. Dividenden 7 %.

-- Der Metall = Arbeiter bringt die Satzungen des auch bei uns wenig bekannten interessanten südd. Metall - Geschäfts = Vereins , der im Jahre 1872 zu Plochingen gegründet wurde, und befürwortet die Errichtung einer gleichen Vereinigung für Oestreich. Es ist dies ein Rohstoff = Verein, welcher den Mitgliedern Eisen, Stahl, Kupfer, Blech, Kohlen u. dgl. zu den Großpreisen und aus bester Quelle vermittelt, nebenbei aber auch Vereinbarungen bezüglich der Lohnfrage trifft, den Ver -kauf von Erzeugnissen der Mitglieder besorgt, dieselben auf Aus - stellungen vertritt und auf Gleichmäßigkeit der Preise bedacht ist.

* Lebensversicherungen. Bei den deutschen Gesell - schaften soll die Gesammtzahl der auf ihr Leben Versicherten bereits über 74,000 betragen, das versicherte Kapital 2150 Mill. Mk.

Die Betheiligung der Beamten läßt indeß noch viel zu wünschen übrig. Einige hohe Beamte in Hannover haben deshalb einen Preußischen Beamten = Verein in Hannover ge - gründet, um den Beamten die Versicherung zu erleichtern.

* Volksbildung. Jn einem Volksschullehrer = Verein zu Laage in Mecklenburg entblödete sich kürzlich ein dortiger Leh - rer nicht, als Referent aus dem Ritterschaftlichen, die Frage, was die Volksschule gegen den Aberglauben thun könne, in fol - gender Weise als These zu beantworten: Es kann nicht be - hauptet werden, daß die Zauberei nicht hilft. Die Frage ob es überhaupt möglich, durch Hülfe des Teufels Wunderwerke zu ver - richten, muß entschieden bejaht werden! Die heilige Schrift lehrt es an verschiedenen Stellen und warnt zugleich ernstlich davor. Die christliche Volksschule hat als im Dienste der Kirche stehend, durch die Gnadenmittel des Wortes Gottes und des Gebets, diesem Bollwerk des Satans kräftig entgegenzuwirken. Mit der Natur - wissenschaft kommt man nicht aus, weil diese Sünden ihren Sitz in Herzen, nicht im Verstande haben! Führwahr, ein hübsches Exemplar von Volksschullehrer und beklagenswerth die Ge - gend, welche von solchen Lehrern gebildet und unterrichtet wird!

-- Jn Breslau ist die Bildung eines Vereins im Werke, welcher auf die Ertheilung von Unterricht in den Grund - begriffen der Volkswirthschaft namentlich in den Volks - schulen hinwirken soll.

Schulwesen. Wie traurig es noch mit dem Schulwesen und namentlich in Preußen bestellt ist, zeigt folgende Geschichte des 71jährigen Lehrers Sch. in J. bei Luckenwalde, welche die Pädag. Ztg. erzählt. Sch. wurde kurz vor seinem 50jährigen Amtsjubi - läum mit -- 115 2 / 3 Thlr. jährlich pensionirt. Jn der Gemeinde J. hatte er 42 Jahre hintereinander gewirkt. Die Bitte, noch kurze Zeit länger im Amte bleiben zu dürfen, um sein wohlver - dientes Jubiläum feiern zu können, wurde ihm abgeschlagen, eben so seine Petition, den zum Leben und zum Sterben nicht aus - reichende Ruhegehalt um etwas zu erhöhen. Von dieser Pension, die der Amtsnachfolger tragen muß, hat nun der alte Mann bis heutigen Tages keinen Pfennig erhalten, und deshalb sein bischen Habe veräußern müssen, er sucht jetzt in Berlin nach 50jähriger Lehrer - thätigkeit vergeblich nach einem anderen Broderwerb (!). Die Mit - theilung klingt so gräulich, daß man sie kaum glauben kann. Die Pädag. Ztg. würde sich ein Verdienst erwerben, wenn sie den Fall im Aug 'behielte und sich nach dem Lehrer erkundigte.

-- Der Gesetzentwurf des französischen Unterrichts - Ministers über die Unentgeltlichkeit des Unterrichts be - stimmt, daß es jeder Gemeinde freigestellt ist, in ihren Schulen die absolute Unentgeltlichkeit einzuführen, ferner, daß jede Gemeinde, welche nach den bestehenden Vorschriften auf keine Unterstützung Seitens des Departements oder des Staates Anspruch hat, die Schulausgaben aus ihren eigenen Mitteln zu decken hat.

-- Ein sehr eingehendes Promemoria ist von dem Direktorium des Aachener Polytechnikums an das Ministerium gelangt; es fordert die Ausbreitung der Real = Gymnasien und ihre gründ - liche Vorbereitung für die polytechnische Hochschule.

* Hochschulen. Besuch im Winter 1876 / 77: Summa

Juristen.Mediziner.Theologen.1876.1876 / 77.
Berlin ...100328113936662490
Bern ...9314933----
Bonn ...------785311
Breslau ...43817710611071219
Erlangen ...45121149422474
Freiburg ...6412841290329
Gießen ...807022343312
Göttingen ..324121711049991
Graz ....------878--
Greifswald ..9022230475498
Halle ...122114181888854
Heidelberg ..1968513--473
Jnnsbruck ..20154186570628
Jena ....------503--

Summa

Juristen.Medeciner.Theologen.1876.1876 / 77.
Kiel ....1475--223--
Königsberg ..------611--
Leipzig ...105336132727302906
Marburg ..6510449445382
München ..352340751158--
Münster ...----184415--
Prag ...------1885--
Rostock ...372924141--
Straßburg ..--178--700--
Tübingen ..175943011025848
Wien ...------3810--
Würzburg ..934931509901030

Die Berliner Bau = Akademie wird in diesem Winter von 1085 Studenten besucht, dieselbe hat 77 Lehrer.

An sämmtlichen 8 Universitäten Rußlands: Dorpat, Warschau, Kiew, Odessa, Charkow, Moskau und St. = Petersburg betrug die Zahl der Studirenden am 1. Jänner 1866 4112, im ersten Semester des Jahres 1875 / 76 aber 5791, was einem Zuwachse um 41 pCt. gleichkommt. Das Maximum der Frequenz während des Decenniums von 1866 bis 1875 wurde im Jahr 1871 ereicht und zwar mit 6734 Studenten. (Fortsetzung siehe Beilage).

MEYERS Konversations-Lexikon.

Dritte Auflage mit 376 Bildertafeln und Karten. Begonnen 1874 -- Vollständig 1878.

Heftausgabe: 240wöchentliche Lieferungen à 50 Pfennige.

Bandausgabe:
30Brochirte Halbbände ..... àM. 4,00
15 Leinwandbände ....... à-9,50
15 Halbfranzbände ....... à-10,00

Bibliographisches Institutin Leipzig (vormals Hildburghausen).

Erschienen sind 10 Bände (enth. A -- Luzy).

Einladung zum Abonnement für 1877.

In unserem Verlage erscheint und kann durch jede solide Buch - handlung wie auch durch die Post bezogen werden der 11. Jahrgang, oder 1877 Nr. 1 und folgende der Zeitschrift

Kunst und Gewerbe, Wochenschrift zur Förderung deutscher Kunst-Industrie, herausgegeben vom bayrischen Gewerbe-Museum nebst dessen Mittheilungen, redigirt von Dr. Otto v. Schorn. Preis für den ganzen Jahrgang, bestehend aus 48 Nummern und 48 Kunstbeilagen nebst 24 Nummern Mittheilungen aus dem bayrischen Gewerbemuseum 15 Mk. R. -W.

Diese Zeitschrift errang sich während ihres 10jährigen Bestehens durch ihren gediegenen Inhalt mehrere staatliche Empfehlungen, Ausstellungsauszeichnungen und die allgemeine Aner - kennung der gesammten Presse, sie kann desshalb allen Gewerbe - Museen, Gewerbe - und Industrie-Vereinen, Kunst -, Industrie - und Gewerbe-Schulen, sowie allen Freunden der Kunstindustrie bestens empfohlen werden.

Probenummern liefern wir auf Verlangen gratis. Note: 27

Allgemeine Chemiker = Zeitung. Central = Organ für Chemiker, Techniker, Jngenieure, Apo - theker, Maschinenbauer, Fabrikanten chemisch techn. Apparate. Correspondenzblatt chemischer, technischer und Gewerbe = Vereine.

Chemisches Central - Annoncenblatt. Herausgegeben von Dr. G. Krause in Köthen. Preis: 8 Mark jährlich.

Der Gewerkverein,

Organ des Verbandes der deutschen Gewerkvereine, sowie für Einigungs = Aemter, Versicherungs = und Productiv = Genossenschaften, herausgegeben von Dr. Max Hirsch in Berlin. Preis 1 M.

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Apotheker. Jn einer der größeren Städte Württembergs, an der Eisenbahn gelegen wird bis 1. April eine sehr angenehme Gehilfenstelle frei.

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Apotheker ges. Jn einer Apotheke Köln's wird ein examinirter Herr als erster Receptar für dauernde Stellung gesucht.

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Gesteinarbeiter, ledige werden gesucht. Offerten beliebe man zu richten an die Annoncen = Expedition von Rudolf Mosse (W. A. Gärtner) in Darm - stadt. 31

Brauer. Für eine größere Brauerei wird ein gesetzter Mann gesucht, der etwas von der Buch - führung versteht und den Principal auch bei der Kundschaft vertreten kann. Offerten unter sub K. U. L. 153 an die Exped. d. Bl.

Braumeister. Ein gut empfohlener theoretisch und praktisch gebildeter Brauer sucht eine Stelle. Note: 35

Buchhalter gesucht für ein kleines Manufactur - Geschäft, verbunden mit Feuer = Versicherung; eine Caution von Thlr. 2000 ist erforderlich. Offerten unter K. V. E. 172 bef. d. Exped. d. Arbeitgeber.

Buchhalter gesucht für ein Nadelfabrik = Geschäft in Aachen, derselbe muß Deutsch, Französisch, Englisch und womöglich Jtalienisch correspondiren können.

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Buchhalter ges. : für ein Nürnberger Hopfen - Geschäft; Seidenwaaren en gros; Comptoir eines größeren Fabrik = Geschäftes; Getreidegeschäft; f. ein hiesiges Haus gleichzeitig für engl. und französische Correspondenz; für ein hiesiges Bankhaus; Fabrik - Geschäft im Bergischen; Wollhaus in Verviers; Saatgeschäft; Lack = und Farbwaaren; Holzwaaren - Fabrik.

Buchhalter. Ein erfahrener Rechnungsführer wird zum baldigen Antritt auf ein Baubureau ge - sucht. Offerten unter W. R. 185 bef. d. Exped. d. Arbeitg.

Buchhalter mit schöner Handschrift, gleichzeitig Correspondent in der engl. und franz. Sprache wird zur Aushülfe gesucht. Convenirenden Falles festes Engagement. Gute Referenzen erforderlich. Gefl. Fr. = Offerten unter K. F. W. 45 an die Expedition des Arbeitgeber.

Chemiker ges. für eine chem. Fabrik in den vereinigten Staaten von Nord = Amerika. Derselbe muß praktisch erfahren sein, in der Fabrikation von Chemikalien für medicinische, besonders in Alkaloiden etc. Nnr erste Fähigkeiten können beachtet werden. Offerten unter F. W. 784 bef. d. Exp. d. Arbeitg.

Commis ges. Für ein Colonial =, Porcellan - und Landesprodukten = Geschäft en gros & en détail wird ein angehender Commis gesucht, welcher mit der doppelten Buchhaltung und übrigen Comptoir - arbeit vertraut und ein gewandter Detaillist ist. Offerte unter Chiffre S. 18 post restante Jm - menstadt in Bayern.

Commis ges. für ein Fabrikations = Geschäft; Leinengarnbranche; bedeutendes Waaren = Geschäft; Tuchhandlung; En = gros - Geschäft in Heilbronn; Putz = und Modewaaren; Band = und Kurzwaaren en gros; Tapetenfabrik; Manufactur; Saamen - Geschäft; Getreide = Geschäft; Möbelbranche; hiesiges Bankhaus; Lederhandlung; Weinhandlung; bedeuten - des Fabrik = Geschäft in Würtemberg; Weißwaaren (Jsraelit. ); mechan. Leinenweberei; Farbenbranche (Expedient); Kurzwaaren; Tapeten und Teppiche; Correspondent f. eine deutsche Jute = Fabrik; Strumpf - und Strickwaaren; Hemdenfabrik; feines Waaren - Geschäft (Jsrael. ); Specereigeschäft; Eisenwaaren; Gummiwaaren; Mercerieartikel; Colonialwaaren; Gußbranche; Bank = Geschäft in Westfalen; Strohhut - Fabrik; Parfümerie = Fabrik; Tuchfabrik; gemischtes Waaren = Geschäft en gros; schweiz. Anilinfarben - Fabrik; Galanteriewaaren en gros; Hopfengeschäft; Harzproductenfabrik; Wollen = u. Baumwollenbranche; Herrengarderobe; Drogeuenhandlung; Destillations - Geschäft; Delicatessen = und Weinhandlung.

Conditor, welcher selbstständig arbeiten kann, findet dauernde Stellung in einer Hofconditorei. Offerten untera E. C. 180 bef. d. Exped. d. Arbeitg.

Correspondent. Ein Wollhaus in Verviers sucht einen tüchtigen Correspondenten, sowohl für französische und engliche wie besonders für deutsche Sprache. Franko = Offerten unter R. C. F. poste restante Verviers erbeten.

Factor gesucht in ein größeres Fabrik = Geschäft auf dem Lande, derselbe muß über 26 Jahre alt und militärfrei sein. Kaufmännische Bildung ist nicht absolut erforderlich, doch muß er im Rechnen und Schreiben gut bewandert sein. Salair zwischen 1000 -- 1500 Mark per Jahr. Offerten unter R. 7622 befördert d. Exped. d. Arbeitgeber.

Feuerschmiede die bereits in Waggonfabriken gearbeitet haben, in eine Eisenbahnwaggonfabrik. Offerten unter Chiffre M. G. 127 bef. d. Exped. d. Arbeitg.

Gärtner. Ein Gärtner in allen Zweigen der Gärtnerei erfahren, welcher mehrere Jahre einen Schloßgarten bearbeitet, sucht eine ähnliche Stelle bei einer Herrschaft. Note: 33

Gärtner. Ein zuverlässiger Gärtner, der den Rebbau gründlich versteht, die Baumzucht und den Gemüsebau kennt, auch einige landwirthschaftliche Kenntnisse besitzt, wird bei hohem Lohn gesucht. An - träge, mit Beifügung von Zeugnissen, werden unter M. N. F. postlagernd Baden = Baden erbeten.

Geometer ges. Ein mit dem Badischen Kataster - wesen vertrauter geprüfter junger Geometer, dem die besten Zeugnisse zur Seite stehen müssen, findet an - genehme Stellung. Der Meldung wollen gefl. die Gehaltsansprüche beigefügt werden. Offerten unter D. E. F. 781 bef. d. Exped. d. Arbeitg.

Gerber, gesetzten Alters für Sohlledergerberei, guter Lohn, Kost u. Logis im Hause. Offerten unter B. G. bef. d. Exped. d. Arbeitgeber.

Geschäftsführer. Jn ein Hotel ersten Ranges wird ein tüchtiger, solider junger Mann, der die Buchführung versteht und der französischen und englischen Sprache vollkommen mächtig ist, dauernd gesucht.

Franco = Adressen unter Lit. K. O. B. 57 an die Exped. d. Bl.

Gießermeister ges. Jn eine Gießerei wird zum baldigen Eintritte ein gewandter, energischer Gießermeister gegen hohes Salair gesucht. Nur solche Reflektanten, welche nachweisbar Tüchtiges leisten können, wollen sich melden. Offerte sub Z. befördert d. Exped. d. Arbeitg.

Glasmaler im Figurenfach geübt, finden lohnende Arbeit. Offerten unter B. H. 316 befördert d. Exped. d. Arbeitg.

Guß = und Schmiederohrleger für ein Gas - werk. Die Stellung ist bei gutem Lohn eine dauernde, jedoch wollen nur solche sich melden, welche über ihre bisherige Thätigkeit vortheilhafte Zeugnisse vor - legen können. Franco = Offerten unter H. Z. 65 an die Exped. d. Bl.

Heizer ges. Jn einer Papierfabrik findet ein tüchtiger verheiratheter Heizer, der mit Dampf - maschinen um zu gehen versteht, dauernde Stelle. Offerten mit Zeugnißabschriften und Bezeichnung der Lohnansprüche bef. unter K. E. d. Exped. des Arbeitgeber.

Stelle = Gesuch.

Ein junger Kaufmann mit schöner Handschrift, welcher mit der doppelten Buchführung, sowie der Correspondenz wohl vertraut ist und auch gute Sprach - kenntnisse besitzt, sucht bei bescheidenen Ansprüchen Engagement. Offerten erbittet man unter B. L. postlagernd Nürnberg.

Kaufmännischer Leiter für eine süddeutsche Papierfabrik, nur durchaus tüchtige und erfahrene Leute mögen sich melden. Offerten unter E. E. 5400 bef. d. Exped. d. Arbeitg.

Klaviermacher. Ein tüchtiger Ausarbeiter, der auch gut stimmen kann, findet in einer Fabrik angenehme, dauernde und gutbezahlte Condition. Offerten unter G. B. 180 bef. d. Exped. d. Arbeitg.

Landwirth, theoretisch und practisch gebildet, mit längerer Erfahrung als Oeconomie = Jnspector. Offerten unter T. 7495 bef. d. Exped. d. Arbeitg.

Stelle = Gesuch.

Ein praktisch und theoretisch gebildeter, verheiratheter Landwirth, welcher auch mit allen Comptoirarbeiten und der doppelten Buchhaltung, sowie mit dem Ma - schinenwesen vollständig vertraut ist, sucht Stelle als Fabrik = Jnspector, Rechnungsführer, Buchhalter, Lager - meister oder drgl. in einem größeren Etablissement. Gefl. Offerten unter F. S. 36 an die Expedition des Arbeitgeber erbeten. Note: 36

Lehrer gesucht. Schul = Jnspector an einer neu zu errichtenden Mittelschule; an ein Handels = Jnstitut für franz., engl. Sprache und Mathematik; f. die zweite Classe einer Volksschule; evang. höhere Bürger - schule, für die neueren Sprachen; höhere Stadtschule, für Geschichte, Geographie und Latein; Hauslehrer in eine hiesige protest. Familie; dsgl. in der bayr. Pfalz; an eine städt. höhere Bürgerschule, f. Deutsch, Geschichte, Geographie und Französisch; an eine höhere Töchterschule, f. Religion, Geschichte, deutsche, französische u. englische Sprache; academisch gebildeter Lehrer, für Englisch u. Französisch an eine höhere Töchterschule; an eine kath. Elementarschule; f. eine Realschule (Philologe); Hauptlehrer für eine Bürger - töchterschule; an eine Gewerbeschule, für Physik, Chemie u. Mathematik; städtische Knabenschule, für mathematisch = naturwissenschaftl. Gegenstände; Haupt - lehrer für eine dreiklassige Volksschule; Zeichenlehrer für die Jndustrie = Schule eines Waisenhauses.

Ein Genossenschafts = Wanderlehrer

gesucht von F. W. Raiffeisen in Neuwied. Note: 39

Lehrerinnen ges. : für eine Erziehungs = Anstalt eine Französin (Schweizerin); an eine höhere Töchter - schule für fremdsprachlichen Unterricht; für die zweite Classe einer evangel. Volksschule; an eine höhere Privat = Töchterschule; an eine kathol. Volksschule; geprüfte Elementarlehrerin für zwei Kinder.

Lithograph tüchtig in Schrift und Zeichnung erhält bei hohem Salair erste Condition und werden Muster erbeten. Offerten unter S. A. bef. die Exped. d. Arbeitg.

Maler. Ein unverheiratheter, in Decor, Filet und Monogrammes tüchtig geübter Maler findet bei gutem Verdienst dauernde Stellung. Offerten unter J. T. 111 an die Redaction d. Bl. erbeten.

Maschinenschmiede finden lohnende Accord - arbeit in einer Maschinenbau = Gesellschaft.

Mechaniker, gut geschulte, selbstständige Arbeiter, finden dauernde Stellung in einer optischen Werk - stätte. Offerten unter J. Z. 180 befördert d. Exped. d. Arbeitg.

Metalldreher finden dauernde Beschäftigung. Offerten unter Chiffre E. L. C. 130 an d. Exped. d. Arbeitg.

Modelleur. Ein in jeder Hinsicht tüchtiger, selbstständiger Modelleur für eine Ofengießerei Mittel - Deutschlands gesucht. Offerten mit Zeugnissen und Gehaltsansprüchen erbeten unter Chiffre N. R. 927 bef. d. Exped. d. Arbeitgeber.

14410

Modellschreiner für dauernde Beschäftigung in einer Maschinenfabrik. Offerten sub. M. G. 212 bef. d. Exp. d. Arbeitg.

Möbelschreiner für dauernde Arbeit gesucht. Franco = Adressen mit Angabe des früheren Arbeit - gebers oder Zeugnisse postlagernd Düsseldorf unter den Buchstaben T. 6 gewünscht.

Monteur. Eine kleine Maschinenfabrik, in der hauptsächlich landwirthschaftliche Maschinen, Brauerei - Einrichtungen und Thonbearbeitungsmaschinen ge - macht werden, sucht einen Monteur, der als Schlosser wie Dreher arbeiten und angeführte Arbeiten selbst - ständig ausführen kann. Offerten unter C. G. 397 bef. d. Exp. d. Arbeitg.

Photograph. Ein durchaus tüchtiger Retoucheur (akademisch gebildet), am liebsten verheirathet, findet sofort angenehme und gesicherte Stellung.

Offerte mit Gehaltsansprüchen nimmt entgegen unter Chiffre F. H. 1889 bef. d. Exped. d. Arbeitg.

Photograph. Zwei tüchtige Retoucheure fin - den sogleich gegen hohes Salair dauerndes Engage - ment und wollen sich nur in ihrem Fach ganz tüchtige Leute melden. Ein gewandter Copist kann ebenfalls eintreten. Offerten unter W. C. 312 bef. d. Exped. d. Arbeitg.

Redactions - Practicant.

Ein wissenschaftlich gebildeter junger Mann, der sich der Volkswirthschaft widmen will, findet Ge - legenheit zu weiterer Fachbildung bei der Redaction dieses Blattes.

Reisende gesucht: mit technischer Bildung für eine Maschinen = Fabrik; Weiß = und Modwaaren en gros; Harzproducten = Fabrik; Leder = Handlung en gros; Cigarren = Fabrik; bedeutendes Haus in Leinen - branche; größeres Fabrik = Geschäft Süddeutschlands; Wein = Handlung; Porzellan = Malerei; zur Etablirung eines Farbwaaren = Geschäftes en gros; Fabrik äther. Oele und Essenzen; Tapeten = Fabrik; Besatzwaaren; Seidenband, Tüll u. Spitzen; Branntweinhandlung u. Liqueurfabrik; Papierfabrik; Lüdenscheider Knopf - Fabrik; technische Arbeiten; Papierhandlung en gros; Poterie u. Ofengießerei; seidene u. wollene Fantasie - Artikel; Buchhandlung; Herren = Confections = Geschäft; Mannfacturwaaren; Glasraffinerie; Elberfelder Haus; Eisengießerei, welche Handelswaaren fabricirt; Colo - nialwaaren; Seide = und Putzartikel; Kunstwollen - Branche; Flanellhemden = Fabrik; Frucht =, Mehl = u. Mühlenbranche; Wäsche = Fabrik; rhein. Glashütte; Hopfen = Geschäft; Seifensiederei; Merceriewaaren en gros; Steingutfabrik; Tuch - En = gros - Geschäft.

Säckler. Ein Arbeiter, der auf Bandagen geübt ist, findet gut bezahlte, dauernde Arbeit.

Seifensieder, der hauptsächlich die Grün = und Weißsiederei gründlich und dabei die neuesten Füll - ungen in beiden Fächern mit Vortheil anzuwenden verstehen muß, sowie in der Toilettseifenfabrication nicht unerfahren ist, wird von einem ältlichen Fach - mann, der eine sehr bequem und gut eingerichtete Siederei in Norddeutschland besitzt, bei angenehmer und dauernder Stellung gesucht. Offerten mit An - gabe der früheren Thätigkeit bef. unter V. M. 6082 d. Exped. d. Arbeitgeber.

Spengler. Wir suchen zum sofortigen Antritt einen tüchtigen Flaschner für Anfertigung von Zimmer - Douchen. Fischer & Co., Heidelberg, Sandg. 4. Note: 38

Techniker. Für eine größere Maschinenfabrik wird ein tüchtiger Techniker gesucht, der mit dem Publikum zu verkehren, Geschäftsabschlüsse zu machen und die Monteure zu beaufsichtigen hat. Mit guten Referenzen versehene Bewerber wollen ihre Offerten unter V. H. 815 a. d. Exped. d. Arbeitgeber senden.

Techniker findet sofort Engagement für eine Thonwaarenfabrik Oesterreichs. Reflectanten müssen mit der Erzeugung von glasirten Wasser - leitungsröhren, Chamottewaaren, Fußboden = Platten, Gefäße für chemische Zwecke, Oefen ec. vollkommen vertraut sein, über Leistungsfähigkeit und Character prima Referenzen aufgeben können. Offerten sub A. H. W. 1819 an d. Exped. d. Arbeitgeber.

Techniker. Für eine im Königr. Polen neu zu errichtende Porcellan = Fabrik wird ein Mann vom Fache, der mit guten Zeugnissen versehen ist, um als Gründer und Leiter fungiren zu können, gesucht. Offerten unter S. C. bef. d. Exped. d. Arbeitg.

Techniker. Eine der bedeutendsten Fabriken für Centralheizungen sucht einen erfahrenen Oberingenieur. Derselbe soll hauptsächlich die Leitung des technischen Bureaus und der Fabrik übernehmen, muß aber auch im Stande sein, den Chef geschäftlich zu ver - treten. Ansehnliches Gehalt und eventuell Tanti è me sind in Aussicht genommen. Antritt möglichst sofort erwünscht. Offerten unter J. N. 8622 befördert die Expedition des Arbeitgeber.

Techniker. Eine Baumwollspinnerei Süddeutsch - lands sucht einen mit dem Spinnfach in allen Theilen vollkommen vertrauten, gewandten Mann gesetzten Alters, welcher mit der Feder und im Rech - nungswesen erfahren und im Stande ist, den Eigen - thümer in der Leitung und Beaufsichtigung des Ge - schäfts an die Hand zu gehen unter Umständen den - selben theilweise zu vertreten. Angenehme und dauernde Stellung. Offerten sub Chiffer M. 7266 befördert die Exped. d. Arbeitgeber.

Techniker gesucht: academisch gebildeter Architect, als Lehrer; technischer Lehrer für Constructions - Zeichnen; Bau = Assistent für eine Stadt - Bauver - waltung; Maschinentechniker auf einem Polytechnicum ausgebildet, der sich für den Eisenbahndienst practisch ausbilden will; Techniker mit der Buchführung ver - traut, auf ein Bau = Bureau; dsgl. als Correspondent; Jngenieur für Wasser = und Straßenbau = Jnspection; Jngenieur zur Besorgung von Reisen für ein techn. Geschäft; (Maurer) Techniker; Jngenieur, welcher gut Zeichnen und in Räderberechnung geübt ist, auf ein Bureau einer Maschinen = Fabrik; Chemiker für eine bedeutende Anilinfarben = Fabrik, der die Fabrikation von Eosin und dem neuen Anilin = Scharlach genau kennt; Director für eine Cementfabrik; Dirigent für eine Baumwollspinnerei; Betriebs = Director für eine Strickwaarenfabrik; Betriebsdirigent für Erzgangbergbau; Maschinen = Constructeur; Betriebs - Jngenieur zur Leitung der Werkstätten u. Gießereien einer größeren Maschinenfabrik; Chemiker der die Methyl = Grünfabrikation gründlich kennt; Chemiker für eine große Stearinkerzenfabrik; Bau = Assistent, gewandter Zeichner für Hochbau =, besonders Schul - bauprojecte; Baumeister im Wasserbau erfahren zur Leitung des Banes einer massiven Brücke; dsgl. zum Bau einer Garnisonbäckerei; zur Leitung der Restaura - tion einer Kirche; Techniker für Chaussee = und Hochbau; dsgl. im Heizungsfach erfahren.

Theilhaber. Ein gebildeter Kaufmann wünscht sich an einem soliden En-gros - oder Fabrik = Geschäjt thätig zu betheiligen oder ein solches zu übernehmen. Nur Offerten die mit genauer Angabe versehen sind, finden Berücksichtigung. Dieselben sind unter K. B. R. 137 an die Exped. des Arbeitgeber zu richten.

Theilhaber angeboten: Man wünscht sich vor - läufig mit Mk. 25 -- 30,000 an einem nachweislich lucrativen En-Gros - Geschäft zu betheiligen; dsgl. mit Mk. 15,000 an einem Fabrik = oder Detail - Geschäft; ein junger Kaufmann (Jsraelit) mit Mk. 20,000 an Manufactur =, Kurz = oder Weißw. ; ein Kaufmann, gesetzten Alters, unverheirathet mit Mk. 25 -- 30,000; an einer Bierbrauerei, Kunst - oder Sägemühle mit Mk. 10 -- 12,000; Maschinen - bautechniker an einem rentablen Fabrik = Geschäft mit Mk. 5000; Chemiker, kaufmännisch gebildet, mit Mk. 25,000; an einem rentablen Geschäft mit Mk. 40 -- 50,000; dsgl. mit Mk. 30,000; an einem lucrativen Geschäft mit Mk. 8 -- 10,000; an einem Leinen =, Tuch =, Material = oder Colonial - En-gros - Geschäfte mit ca. Mk. 30,000 thätig zu betheiligen; dsgl. mit Mk. 50,000 an einem hiesigen Geschäfte; rentablen Geschäfte mit M. 20 -- 30,000; Fabrik oder En-gros - Geschäft mit Mk. 20,000; an einem Möbel = Geschäft mit Mk. 15,000; Manufactur - branche mit Capital = Einlage; soliden lucrativ. Geschäft mit Mk. 30,000; an einem schon bestehenden Fabrik - Geschäft mit Mk. 30 -- 40,000; dsgl. mit Mk. 10 -- 20,000; dsgl. mit Mk. 5 -- 6000; dsgl. mit ca. Mk. 6000.

Theilhaber - Gesuch

für ein Mühlen = und Kalk = Etablissement, einige Minuten von dem Bahnhofe einer verkehr - reichen Stadt in der Nähe von Frankfurt gelegen. Das Besitzthum hat eine bedeutende Wasserkraft, neue und massiv in Steinen erbaute Wohn = und Mühlen = Gebäude, Scheune, Stallung und Neben - gebäude, ca. 20 Morgen gutes Grundeigenthum, größtentheils aus den besten Kalkfelsen, (sowohl grauen, wie weißen Marmor bestehend) und unbeschränkten Absatz besonders auch an Eisenwerke. Die Wasserkraft ließe sich auch vorzüglich zu einer Thonwaarenfabrikation benutzen, da sehr edle plastische Thone, Traß, Quarz, Sand und Kohlen ganz in der Nähe sind.

Das Einlage = Capital von wenigstens Mk. 30,000 kann durch hypothekarische Sicherheit garantirt wer - den. Näheres unter T. S. 30 durch die Exped. d. Arbeitgeber.

Verkäuferinnen f. ein gemischtes Waaren - Geschäft; Kurz = u. Modewaaren; Manufacturw. ; Tapisserie und Posamenten; Eau de Cologne; Aussteuer = Geschäft; Galanterie =, Leder = und Spiel - waaren; Musikalien und Jnstrumentenhandlung; Wollen = u. Weißwaaren: Specerei = Geschäft; Teppich - u. Möbelstoffe; Papier = Schreibmaterialien = u. Kunst - handlung; Confections = Geschäft; Seidenhandlung; Band = Geschäft; Schuhwaaren; Haus = und Küchen - geräthe; Conditorei; Colonialwaaren.

Verwalter. Für eine Fabriksniederlage wird als Leiter und Verwalter eine repräsentationsfähige Person gesucht. Gefordert werden vollst. Kenntnisse der Nürnberger Waaren = Branche und womöglich der französischen Sprache, ferner Erlag einer Baarcaution von fl. 4000, welche sichergestellt wird. Jahresgehalt fl. 1200 und 2% Tant. Offerten unter Z. M. 4515 an d. Exped. d. Arbeitg.

Werkführer. Zur Errichtung und Leitung einer Tricotagenfabrik wird für Berlin ein mit diesem Fache gründlich vertrauter Werksührer, unter günstigen Bedingungen per 1. April oder früher zu engagiren gesucht. Adressen sub L. & L. Berlin, Hauptpostlagernd.

Werkführer (Schreiner), praktisch und theore - tisch gebildet, der sich über Zuverlässigkeit ausweisen kann, sucht in einer Möbel = Fabrik dauernde Stellung. Offerten unter J. R. 37 befördert die Expedition des Arbeitgeber.

Werkführer ges. für ein größeres Orgelbau - Geschäft; Sand = und Lehmformer = Meister; Stein - Fabrik; große Kunstmühle; Lackirermeister für eine Wagenfabrik; Ziegelmeister für eine Dampfziegelei; Schmelzer für eine Lackfabrik; Bauführer zur Hülfe - leistung in Dienstgeschäften des Bau = Jnspektors; Bauführer zur Beaufsichtigung von Jahresbauten; für eine Glanzpapierfabrik; rheinische Tuchfabrik (Färber); Goldleistenfabrik (Firnisser); Maschinen - fabrik, welcher befähigt ist, die Anfertigung von Ma - schinen selbstständig zu leiten; Bautischlerei mit Maschinenbetriebe; Buckskinfabrik (Webermeister); Tuchfabrik (Spinnmeister); Bauführer für die Vor - arbeiten und den Bau einer Chaussee.

Werkführer. Ein mit der Messingfabrikation vertrauter Walzmeister wird von einem größeren Messingwerke zum baldigen Eintritt gesucht. Dasselbe Etablissement sucht einen mit der Geschirrfabrikation für Drahtnägel vertrauten Schlosser der die Fabrikation im Accord übernehmen will. Offerten mit Beifügung von Zeugnissen unter J. F. bef. d. Exped. d. Arbeitg.

Zeichner. Jn einer Maschinenfabrik wird ein Zeichner zur zeitweisen Beschäftigung gesucht. Offerten mit Angabe der Ansprüche pro Tag franco an die Exped. d. Bl. sub Q. C. 45.

Zeichner. Ein architectonitch gebildeter, nament - lich in der farbigen Behandlung perspectivischer An - sichten geübter Zeichner wird gesucht für außerhalb. Gehalt pro Monat 100 Rubel bei freier Wohnung. Offerten unter B. 101 an d. Verlag d. Arbeitgeber.

Zinngießer gesucht. Ein geübter und solider Mann findet dauernde Beschäftigung. Offerten unter W. P. 114 bef. d. Exped. d. Arbeitgeber.

Verantwortlicher Redacteur und Verleger Franz Wirth in Frankfurt a. M. -- Druck von Mahlau & Waldschmidt, Frankfurt a. M.

Hierzu eine Beilage.

Beilage zu No. 1036 des Arbeitgeber.

* Das Polytechnikum Karlsruhe hat die Befugniß erhalten, auf Grund vorzunehmender Prüfungen Diplome auszustellen, welche den Jnhaber als in den Naturwissenschaften ausgebildet empfehlen. Zur Prüfung kann Jeder zugelassen werden, der ein dreijähriges Studium der Naturwissenschaften nachzuweisen vermag. Die Gebühr für die Prüfung beträgt M. 86.

* Das Polytechnische Jnstitut in Berlin soll eine Erweiterung erfahren. Jm Auftrage des Handelsministers hat der Direktor der Bauakademie, Professor Lucae, einen umfassenden Plan nebst Kostenanschlag ausgearbeitet, welcher jetzt dem Finanz - minister vorliegt; der Bau soll so ausgeführt werden, daß er auf viele Jahrzehnte hin keiner Erweiterung bedarf.

* Stiftungen. Jn Paris ist man daran, ein neues Gym - nasium zu errichten, für das ein edler Bürger i. J. 1868 2,000,000 Fr. hinterließ.

* Ausstellungsbericht. Von dem von der österreichischen Commission für die Weltausstellung in Phiadelphia 1876 herausgegebenen Berichte ist soeben das zweite Heft erschienen. Dasselbe enthält die Mittheilungen über die Kurzwaaren = Jndustrie von Eduard Kanitz und über die Hüte aus Filz und Seide von Karl Hückel, mit höchst interessanten und wichtigen Angaben über die verschiedenen Zweige dieser Jndustrien, sowie viele statist. Zahlen.

* Ständige Gewerb = Ausstellung in Berlin. Der Verein Berliner Jndustrieller trägt sich mit der Jdee, eine permanente Ausstellung daselbst zu veranstalten, um dadurch dem Kleingewerbe Gelegenheit zu geben, sich zu vervollkommnen und die darniederliegende Jndustrie zu heben.

* Frauen = Arbeit. Der Frauen = Anwalt bringt einen inte - ressanten Bericht über die Verwendung von Mädchen als Setze - rinnen. Eine Buchdruckerin soll es schon i. J. 1686 in Boston gegeben haben, d. h. Buchdruckerei = Besitzerin, die selbst dirigirte, was wohl nichts besonders Merkwürdiges und bei uns sehr häufig ist. Von einer Schwägerin Franklin's wird zuerst gemeldet, daß ihre beiden Töchter in der Druckerei mitgeholfen hätten. Jetzt sollen Setzerinnen sehr häufig, in Chicago u. A. deren allein mehrere 100 sein. Jn England wurde i. J. 1859 der erste Versuch von dem Londoner Verein zur Förderung der Erwerbsthätigkeit der Frauen angestellt, und jetzt sind Setzerinnen in mehreren großen Druckereien beschäftigt. Nach der Zählung vom Jahre 1871 gab es in England 741 Schriftsetzerinnen. Jetzt hat sich eine beson - dere Gesellschaft gebildet um Mädchen auszubilden und in besonde - ren Frauendruckereien zu beschäftigen. Jn Folge eines Ausstandes machte der Druckerei = Besitzer Turnbell einen Versuch mit Setzerin - nen, der so gut gelang, daß viele Druckereien ihm folgten und jetzt ziemlich viel Mädchen in diesem Fache arbeiten. -- Jn Frankreich hat sich die weibliche Setzarbeit ebenfalls schon die Bahn gebrochen. Der berühmte Verlag von Firmin Didot in Paris beschäftigt allein 250 Mädchen, und seine griechischen Klassiker werden ausschließlich von weiblicher Hand gesetzt. -- Jn Puteaux bei Paris besteht eine Lehranstalt für Setzerinnen und Aehnliches findet man in andern Städten. -- Jn Schweden soll gar 1 / 5 aller Setzer weiblichen Geschlechtes sein. Ebenso gibt es deren in Holland und Dänemark. -- Jn Prag und Wien gibt es mehrere Druckereien, in denen weibliche Setzerinnen thätig sind. Der erste Versuch im deutschen Reiche wurde, ebenfalls in Folge eines Ausstandes 1865 von Payne in Leipzig gemacht, welcher einen Saal für Setzerinnen einrichtete und fortdauernd beibehalten hat. Die Setzerinnenschule und Frauendruckerei des Lette = Vereines sind bekannt; letztere gedeiht vorzüglich und beschäftigt jetzt 30 Setzerinnen. Einige der daselbst ausgebildeten Frauen haben schon in andern Buchdruckereien Beschäftigung gefunden, einige sind nach auswärts in kleinere Buchdruckereien berufen, eine ist nach Breslau und eine nach Zürich gegangen, wo man nach dem Vorbilde der Berliner Setzerinnenschule ähnliche Jnstitute eingerichtet hat. Man darf wohl annehmen, daß dieser Zweig gewerblicher Berufsthätigkeit jetzt den Frauen erobert ist und von ihnen behauptet werden wird.

-- Jn Cambridge soll der Zudrang junger Damen in diesem Semester so groß gewesen sein, daß Girdon = College und Newham = Hall sie nicht aufnehmen konnten und viele sich eine an - dere Wohnung haben suchen müssen.

Jn Frankreich bilden sich nun auch Vereine für Frauen - Arbeit.

-- Der Brünner Frauen = Erwerbs = Verein zählt 9 Ehrenmitglieder, 51 Gründer und 170 (133 Damen, 37 Herrn) Vereinsmitglieder; es nahmen 170 Schülerinnen an den verschiedenen Kursen Theil.

-- Jn Pest hat sich ein Frauenbildungs = Verein unter dem Präsidium von Frau Veres gebildet; dieselbe forderte in einem Vortrage über die Jndustrie = Verhältnisse Ungarns die Frauen auf, nur Produkte inländischer Jndustrie zu kaufen und sich überhaupt einfach in der Kleidung sowie frei von Luxus zu halten.

-- Jn Ravensburg wird demnächst durch die Thätigkeit des Stadtvorstandes eine Frauenarbeits = Schule errichtet.

-- Das preußische Oberverwaltungs = Gericht hat ent - schieden, daß die Schulbehörden berechtigt sind, den Unterricht in weiblichen Handarbeiten zu einem integrirenden Theil der Volksschule dergestalt aufzunehmen, daß die Gemeinden zur Tragung der dadurch entstehenden Kosten verpflichtet werden.

-- Baronin Alfred von Rothschild gab dem Wiener Frauen = Erwerbs = Verein 1000 Gulden zur Förderung seiner Zwecke.

-- Jn Bayern ward während des Jahres 1876 an 241 Mädchen und Frauen Unterricht in der Stenographie ertheilt.

-- Unter der Leitung von Frl. Amalie Thilo, der rühmlich bekannten Vorsteherin des Damen = Lyceums in Breslau, ward auch in Wien ein solches begründet, in welchem Diätetik, Pädagogik, Physik und Geschichte vorgetragen wird.

* Gesundheits = Pflege. Die Thätigkeit des Reichsgesund - heitsamts erstreckte sich auf den Entwurf zu einem Leichen - schaugesetz und eines solchen für die Thierärzte; ein weiterer betreffend die obligatorische Einrichtung von Schlachthäusern, so - wie die der Schlachtschau unterliegt noch der Vorberathung. Die Errichtung eines großen hygienischen Jnstitutes, wie solches von Pettenkofer in München und Fleck in Dresden errichtet wor - den, erweist sich als immer größeres Bedürfniß für das gesammte Reich. -- Die erste Wochennummer der Veröffentlichungen des deutschen Gesundheitsamtes enthält außer einem ausführ - lichen Programme den vergleichenden statistischen Nachweis über die in der letzten Jahreswoche 1876 stattgehabten Erkrankungs = Sterb - lichkeits = Vorgänge in 127 deutschen und 30 größeren ausländischen Städten. Festgestellt wird seit Eintritt des Weihnachtsfrostes eine Abnahme des Scharlach und der Diphterie, dagegen eine starke Zunahme der apoplektischen Todesfälle. Jnhalt und Ausstattung dieser Veröffentlichungen des neuen Amtes sind wohl geeignet, dem - selben einen weiten Verbreitungskreis im Jn = und Auslande zu sichern, nicht blos bei Aerzten, sondern bei allen für öffentliche Ge - sundheitsfragen sich interessirenden Ständen. Kürzlich hat das Reichsgesundheitsamt den Physikus Dr. Hirt, Docent an der Breslauer Universität, nach England auf Reisen geschickt, um Stu - dien über die Krankheiten der Arbeiter anzustellen.

* Thier = Schutz. Jn Kolberg in Preußen hat sich ein Thierschutz = Verein gebildet.

Die Schrift des Thierarztes Nielsen = Saethers über Schlachtmethoden ward vom Thierschutz = Verein Bergen (Norwegen) in 2500 Exemplaren bis nach Finnmarken versandt und von der Norwegischen Danmpfschifffahrts = Gesellschaft portofrei besorgt; es haben sich in Norwegen besonders die Pfarrer um den Thierschutz verdient gemacht.

Der französische Unterrichtsminister erließ ein be - sonderes Cirkular zum Schutze der insektenfressenden Thiere, den natürlichen Wächtern unserer Ernten, den eigentlichen Hülfs - truppen des Landmannes , wozu besonders die großen Jnsekten - vertilger Jgel, Kröte und Maulwurf zählen.

* Landwirthschaft. Jn Loga bei Keer soll noch diesen Herbst eine Molkereischule eröffnet werden.

* Viehzucht. Das statistische Büreau der Schweiz hat den ersten Theil der Ergebnisse der letzten Viehzählung veröffentlicht, woraus wir ersehen, daß nach einer durchschnittlichen Approximativ - Schätzung der Gesammtwerth des schweizerischen Viehstandes aller Klassen 333,675,505 Fr. beträgt, im Durchschnitt also 124 Fr. 21 c. auf den Einwohner. Jn allen Kategorien des Viehstandes mit Ausnahme der Maulthiere, Esel und Schafe fand seit der letzten Zählung April 1866 eine nicht unbeträchtliche Abnahme Statt. Jm Vergleich mit andern Ländern zählt die Schweiz wenig Pferde, auf 1000 Einwohner 39, während in Dänemark 176, Mecklen - burg = Schwerin 100, Preußen 92, Frankreich 88, Bayern 73, Oesterreich 69 und 26 in Jtalien auf die gleiche Anzahl Bewoh - ner kommen. Rindvieh zählt die Schweiz auf 1000 Einwohner 688, Dänemark 687, Bayern 630, Oesterreich 364, Preußen 350, Frankreich 313 und Jtalien 130; Schweine: die Schweiz 125, Mecklenburg = Schwerin 345, Bayern 179, Preußen 174, Frankreich 149, Oesterreich 125 und Jtalien 58; Schafe: die Schweiz 138, Mecklenburg = Schwerin 1971, Preußen 797, Frankreich 681, Bayern 276, Jtalien 261 und Oesterreich 246; Ziegen: die Schweiz 148, Jtalien 63, Preußen 60, Frankreich 50, Oesterreich 48 und Bayern 40; Bienenstöcke: die Schweiz 67, Mecklenburg = Schwerin 80, Bayern 70, Preußen 59, Frankreich 57 und Oesterreich 45, immer auf 1000 Einwohner gerechnet.

* Weinbau. Für das mittlere Moselgebiet hat sich zu Dusemond ein Weinbauverein gebildet, der vor Allem der überhandnehmenden Weinfabrikation steuern will.

* Raupenfeinde. Die Jnd. = Bl. bringen einen anziehenden Aufsatz über ein kleines Jnsekt, das seine Eier in die Larven des so schädlichen Kohlweißlings legt und diesen dadurch vernichtet. Das Jnsekt soll deshalb geschont werden.

* Amerikanisches Fleisch. Der Frigorifique (Kälteerzeuger) welcher Ende des vor. Jahres Frankreich verließ, um durch mit - genommene Eismaschinen frisches Fleisch aus Südamerika zu bringen, ist nach 94tägiger Fahrt in Buenos = Ayres eingetroffen.

* Bücherschau. Der Wanderlehrer der Gesellschaft für Verbr. d. Volksb., Dr. Keller, hat eine Schrift über das Lehrlings - wesen und die praktischen Mittel zur Hebung desselben (Verlag von Fr. Schäfer & Co. in Landsberg) herausgegeben, das Vielen willkommen sein wird. Es behandelt in scharfer Weise die Ent - wicklung des Lehrlings, den Leichtsinn bei der Wahl des Berufes und geht alle Mittel durch, welche zur Abhilfe der bestehenden Mißstände bis jetzt vorgeschlagen worden sind.

* Zeitungen. Jn Dresden erscheint jetzt auch eine Zeit - schrift zur Förderung der Feuerbestattung Urne , herausge - geben vom Vorort des Verbandes d. Feuerb. = Vereine als Organ desselben. Da die Leichen = Verbrennung, im Alter die übliche, auch bei uns die Zukunft für sich hat, zumal sie billiger ist als die jetzige, so verdient das Blatt alle Beachtung. Dasselbe bringt theils allgemeine theils technische Berichte u. A. in der ersten Nr. über ddn Ofenbau, die F. Vereine in Holland, die Technik der Leichenverbrennug in Japan und die erste Leichenverbrennung in Amerika.

-- Jn Stuttgart erscheint seit vorigem Jahre ein Zen - tralblatt für den deutschen Holzhandel , das zugleich amt - liches Organ des Holzhändler = Vereins ist.

Neue Erfindungen.

Neues aus Amerika. Ryder in Cleveland hat sich einen Apparat zum Bestimmen des Verkohlungsgrades von Me - tallen patentiren lassen. Mit Hülfe des Apparates wird vorerst die größere oder geringere Empfindlichkeit des zu prüfenden Metalles gegen Magnetismus festgestellt und hieraus die Qualität desselben abgeleitet. -- Um gewöhnlichem Holz das Aussehen von Pali - sanderholz zu geben, gibt man demselben nach einem Recepte von Cashin in Gardner zuerst einen Anstrich mit einer Lösung von Blauholz, Alaun und Stärke oder Mehl und überstreicht es nach dem Trocknen mit einer Composition von Eisen, Essigsäure und Chlornatrium. Shopland in Northport hat sich eine neue Vor - richtung für Dochtlampen patentiren lassen. Der Brenndocht wird im Jnnern des Oelbehälters auf eine drehbare Welle auf - gewickelt. Das Oel wird diesem Dochte durch einen zweiten end - losen Docht zugeführt, der im Oelbehälter liegt und oben über eine Welle läuft. Eine Feder drückt dieselbe Welle beständig gegen die Welle des Brenndochtes. Ein neues Zapfenlager vonWilkes u. Port in Monroe ist im Jnnern mit Antifrictions - rollen versehen, welche den Zapfen von allen Seiten umgeben und die Reibung desselben auf ihre bezw. Lager übertragen. Wood in Middlesbrough hat sich eine Vorrichtung zur Herstellung von Schlackenziegeln patentiren lassen. Dieselbe besteht aus meh - reren übereinanderliegenden Reihen von Formen, in welche die früssigen Schlacken direct von dem Ofen eingeleitet werden. Allen in Farmdale hat eine Schreibmaschine erfunden, welche ähnlich wie die Scholes'sche mit einer mehrreihigen Tastatur versehen ist, doch werden die Buchstaben = Stäbe nicht wie Klavierhämmer in die Höhe geschnellt, dieselben sind vielmehr mit der Tastenstange fest verbunden und werden einfach durch Niederdrücken der Tasten in die Höhe gestoßen. Die Stäbe werden derart geführt, daß sie sämmtlich nach einem gemeinsamen Mittelpunkte hinstoßen. Eine Vernagelungsmaschine für Kisten und dergl. von Perkins in Philadelphia besteht aus einem in senkrechter Richtung justir - baren Tische, auf welchen die zu benagelnde Kiste gestellt und gegen eine senkrecht stehende Wand angedrückt wird. Parallel mit der Wand laufen Führungen, in welchen Hämmer auf = und abbewegt werden, während seitliche Kanäle die Nägel zuführen. Mit Hülfe dieser Maschine kann immer eine ganze Seite der Kiste mit einem Schlage vollständig vernagelt werden. Sweeney in New = York hat sich ein neues Verfahren zum Behandeln von Rohhäuten patentiren lassen: Die Häute werden zuerst in Wasser aufgeweicht und dann mit Graphit und Bienenwachs oder Paraffin imprägnirt. Ein von Garrison in New = York erfundener Apparat zum Aus - breiten und Kühlen von Leim besteht aus einem hohlen Me - tallcylinder, welcher eine Kältemischung enthält. Der Cylinder taucht unten in den flüssigen Leim und nimmt während seiner Umdrehung beständig eine dünne Schicht Leim mit sich in die Höhe, welche erstarrt und durch ein endloses Band beständig von dem Cylinder abgehoben wird. Hix in Sykamore hat sich eine Scha - blonenschneidmaschine patentiren lassen. Dieselbe besteht aus einer senkrechtstehenden Nadel, welche mit Hülfe eines Rahmens in horizontaler Richtung geführt wird, während ein Triebwerk die - selbe sehr schnell auf = und abbewegt. Wird diese Nadel über ein Papier hergeführt, so macht sie in dieses kleine Löcher und stellt auf solche Weise die Schablone her. Die Hix'sche Maschine ist übrigens allem Anscheine nach sehr schwerfällig und unbequem zu handhaben, dagegen hat Dessinateur Henkel in Hannover bereits vor Jahresfrist eine Schablonenschneid = Maschine erfunden, welche, wie wir uns selbst zu überzeugen Gelegenheit hatten, ebenso leicht zu handhaben wie einfach in der Construction ist, dabei leistet die Maschine, was Schnelligkeit und Akkuratesse der Arbeit an - belangt, ganz Außerordentliches.

Neues aus England. Ein neues Verfahren zur Herstel - lung einer Nickellegirung, welches sich Mason und Parks in Birmingham haben patentiren lassen, besteht darin, daß man 20 Centner fein gepulvertes Nickeloxid und 1 bis 2 Ctr. Kupfer mit 2 Ctr. Flußspath oder 1 Ctr. Kryolit und 2 Centnern An - thracit = Kohle in einem Flammofen zusammenschmilzt und die er - haltene Legirung auf eine der bekannten Methoden reinigt. Clough in Bradford hat sich eine neue Vorrichtung zum Signalisiren von Eisenbahnzügen patentiren lassen. Dieselbe besteht aus drei isolirten Stangen, welche in Zwischenräumen mit electrischen Batterien in Verbindung stehen. Von diesen wird der electrische Strom auf die Locomotive mit Hülfe dreier Räder übertragen, welche beim Vorüberfahren die Stangen berühren. Tommasi aus Paris, Erfinder einer hydrothermischen Kraftmaschine, die bereits vor Jahren auch bei uns patentirt wurde, sich aber nicht bewährt zu haben scheint, hat sich eine Vorrichtung zum Comprimiren von Stahl auf hydrothermischem Wege in England patentiren lassen. Die Maschine, welche auf demselben Principe beruht, wie die oben er - wähnte Kraftmaschine und von dieser nur wenig verschieden ist, er - hält ihre Bewegung durch die abwechselnde Ausdehnung und Zu - sammenziehung von Oel, welche durch Dampf bezw. kaltes Wasser bewirkt wird. Sie bewegt einen Kolben, welcher genau in eine mit geschmolzenem Stahl gefüllte Form paßt und, indem er nieder - geht, das Metall zusammenpreßt.

* Aufgaben für Erfinder. Jn Graissesac bei Montpellier haben schlagende Wetter in dem Kohlenschacht Sainte Barbe von 60 Arbeitern 45 getödtet. Es wäre eine würdige Aufgabe für technische Talente, einen Sicherheits = Apparat zu ersinnen, welcherdergleichen unmöglich machte, wenigstens vor der herannahenden Gefahr warnte. Wir sollten meinen, dergleichen müsse möglich sein.

* Aufgaben für Erfinder. Die bisherige Methode des Hausbaues ist eigentlich eine recht ursprüngliche, der so sehr fortgeschrittenen Technik wenig entsprechend. Man verwendet zwar viele Hilfsmittel der neueren Zeit, allein das Mauerwerk selbst wird doch immer noch von Hand aufgelegt. Der Pisebau war der Anfang zu einer Aenderung, bewährte sich aber nicht. Häuser müssen eigentlich maschinenmäßig, wie Eisenguß, hergestellt werden, so daß man nur die Tragbalken von Hand einzulegen hätte. -- Das deutsche Hochstift in Frankfurt a. M. hat den Bauer'schen Preis von 1000 Mk. für einen Nähmaschinen = Motor abermals ausgeschrieben, wahrscheinlich nochmals vergebens. Dieser Motor müßte so eingerichtet sein, daß man ihn bequem mit etwas Erdöl oder Spiritus in Gang bringen könnte, ohne daß es lästig fiele. Da wo Gas ist, kann möglicherweise die neue Otto = Langen'sche ge - räuschlose Gaskraftmaschine, auf Liliputmaß reduzirt, dienen. Wer eine Wasserleitung hat, ist bereits in der Lage, Kraftbetrieb anzuwenden.

* Ein neues Schachspiel hat Max Müller in Wien er - funden. Ackermann's Gewztg. bringt eine Beschreibung davon, der wir entnehmen, daß dieses Spiel für 3 Personen bestimmt ist: eine davon hat nur eine Königin, die beiden andern keine - niginnen. Jn Folge dessen hat das Brett nur 7 Felder in einer Reihe. Des dritten Spielers wegen sind die Reihen auf 13 ver - mehrt. Die Felder wechseln nicht ab, sondern liegen in derselben Reihe nebeneinander und zwar so, daß auf 7 schwarze 6 weiße folgen, wovon die beiden äußern größer sind als die andern. Bauern sind nur je 7 vorhanden, die auf der nächsten schwarzen Reihe stehen; die Königin kommt in den Mittelpunkt des Brettes also auf die 7. Die Felder sind durch besondere Straßen, auf welchen die Figuren ziehen verbunden. Die Bauern gehen und schlagen schräg, die Königin macht jedoch auch Rösselsprünge. Jeder Spieler spielt gegen 2. Die Königin verliert mit jeder Figur, die sie nimmt, den Zug derselben, kann also schließlich keine Rössel - sprünge und Querzüge mehr machen, selbst den Bauernzug verliert sie und steht dann fest.

* Maschinen. Das große Talent des Amerikaners für die Konstruktion von Arbeitsmaschinen zur Erzeugung ganz spezieller Artikel trat auch auf der Philadelphia = Ausstellung deutlich hervor; sie zeigte eine ganze Reihe spezieller Maschinchen zur Herstellung von Uhrenbestandtheilen; zum Drehen, Schneiden, Poliren der einzelnen Theile einer Taschenuhr: Schräubchen, Stifte, - der u. s. w. hat man besondere Maschinchen, die von Frauen und Kindern bedient werden und Produkte von vollkommener Gleich - mäßigkeit und Uebereinstimmung liefern; desgleichen für Nadeln, Nägel, kleine Pfropfenzieher für Flakons und Medizinflaschen ec.

* Konserve = Bleistifte. Bei den gewöhnlichen Graphitstiften, welche fest in Holz gefaßt sind, ist es sehr unangenehm, daß sie durch das Zuspitzen immer kürzer werden. Der Konserve = Blei - stift ist nach der Deutschen Gewerbe = Zeitung, ein auf ge - wöhnliche Art in Holz gefaßter, aber darin verschieb - barer Graphit, so daß also das Graphitstängelchen am innern Holze nicht angeklebt sein darf; beim Zuspitzen wird hier das Holz nicht mitgenommen, sondern konservirt sich und bleibt demnach der Stift stets gleichlang; da überdies ein Konservestift fast ebenso billig wie ein gewöhnlicher Holzstift, so dürfte er diesem den Rang bald ablaufen.

* Uhrenfabrikation. Es mag Zufall sein, daß die patentlose Schweiz, früher die Alleinherrscherin in der Uhren = Jndustrie, an den patentreichen Nordamerika einen gefährlichen Wettbewerber er - halten hat. Zum Nachdenken fordert diese Thatsache jedenfalls auf. Jn Amerika hat sich unter dem Schutze der Patente eine höchst bedeutende Uhrenfabrikation entwickelt und es sind Kapitalien von solcher Höhe darin angelegt, wie es ohne Patente schwerlich möglich wäre. Der Vertreter der Schweiz bei der Ausstellung in Phila - delphia, Herr Favre = Perret hat einen eingehenden Bericht über den Gegenstand erstattet und an Ort und Stelle die Uhrenfabri - kanten von dem drohenden Verluste des ausländischen Absatzes in Kenntniß gesetzt. Die Amerikaner arbeiten nur mit Maschinen, die sie eigens für den Zweck erfanden, und sie arbeiten so exact und billig, daß Handarbeit nicht dagegen aufkommen kann. -- Der Bericht scheint denn auch solchen Eindruck gemacht zu haben, daß sich jetzt im Hauptsitze der Uhrenindustrie in Chauxdefonds, eineAktien = Ges. (Société Suisse d'Horlogerie) mit einem Grundstock von 500,000 Fr. gebildet hat, um an verschiedenen Orten der Schweiz die Uhrenfabrikation auf mechanischem Wege zu betrei - ben, d. h. mit Maschinen. -- Wir haben schon vor 3 Jahren auf die Sache aufmerksam gemacht, allein sie hat damals leider wenig Beachtung gefunden.

* Hartglas. Jm Sprechsaal wird mitgetheilt, daß ein Lampen = Cylinder von Bastie zerplatzt sei, ohne daß die Lampe brannte. Wir haben schon früher erwähnt, daß Hartglas nach öfterem Erhitzen seine Eigenschaften verliert.

* Die Seilbahnen scheinen immer mehr Verbreitung zu finden. Seit einiger Zeit sind auch auf den Fr. Krupp'schen Gruben zu Harzberg bei Oberlahn sowie zu Tiefenbach bei Stockhausen solche, Luftbahnen genannt, im Betrieb. Die erstere ist 2200 Meter lang. Der sächs. Jng. Bleichert hat den Bau dieser Bahnen zu einer Spezialität seines Geschäftes gemacht und schon bedeutende Erfolge damit erzielt.

* Steindruck. Das Schweiz. Gewbl. bringt als Beilage einen Schnellpressenabdruck auf zugerichtetem Baumwollenstoff aus der Anstalt von Würster, Randegger und Comp. in Winterthur, der sehr schön gelungen ist und für Reisekarten einen wesentlichen Fortschritt bildet.

Erfindungs = Patente, Marken = und Muster = Schutz, sowie die Verwerthung neuer Erfindungen besorgt das Patent = u. Maschinen = Geschäft von Wirth & Co. in Frankfurt a. M. Dasselbe gibt Auskunft über alle neuen Erfindungen und liefert Beschreibung und Zeichnung derselben.

Patentliste. Elsaß = Lothringen.
  • Fortsetzung der Liste der im Jahre 1876 ertheilten Patente. No. 561 -- 597.
  • Form für Eisengießereien. Demange in Zabern.
  • Gewebe für Treibriemen. Catala in Schlettstadt.
  • Verbesserungen an Spinnspulen für Spinnmaschinen. Hanover'sche Gummi - Kamm = Compagnie in Hanover.
  • Feuerlösch = und Leibrettungs = Kleidung. Ostberg in Stockholm.
  • Verbesserungen des Garmann'schen Keim = und Darr = Apparats. Götz in Schiltigheim.
  • Dampfpferd. Chaine in Paris.
  • Locomotive. Francq in Paris.
  • Expansions = Verstellungs = Vorrichtung für Dampfmaschinen. Cariol in Nienburg a. S.
  • Centrifugal = Sichtmaschine. Nagel & Kämp in Hamburg.
  • Dreschmaschine mit conischer Dreschtrommel. Helmsmüller zu Diepholz.
  • Nähmaschine. de Bue in Brüssel.
  • Verbesserungen in der Leuchtgas = Fabrikation und den hierbei zur Ver - wendung kommenden Apparaten. Aitken, Henry & Young in Glasgow.
  • Verfahren zum Loslösen der Haare oder der Wolle von frischen oder trockenen Hänten. De Montoison aus London.
  • Mechanischer Gerste = Wende = Apparat in den Malzkellern. Kolb in Straß - burg.
  • Ausdünstungsmittel der Salzauflösungen. Piccard in Lausanne.
  • Methode und Stempel zum Druck von Buchstaben und Zeichen auf un - ebenen und rauhen Flächen. Liebe in Dresden.
  • Maischbottich = System. Schrempp in Karlsruhe.
  • Verbesserungen an Heilmann'schen Kämmmaschinen. Démanet in Paris.
  • Behälter für Flüssigkeiten und Gegenstände zum Einmachen, mit hermetischem Verschluß. Mannskopf in Kolmar.
  • Luft = Heiz = Apparat für Eisenbahn = Wagen. Eichwede in Hanover.
  • Methode der Malzbereitung durch chemisches Abrinden. Sézille in Paris.
  • Sarganzeiger oder Revelator. Hüter in Straßburg.
  • Vorrichtung an Fuhrwerken zur Erleichterung des Anziehens der Pferde. Kaufmann in Hamburg.
  • Verbesserungen an Kinder = Sangflaschen. Briére in Meçon.
  • Verbesserungen an Fortbewegungs = Apparaten für Eisenbahnwagen und andere Fuhrwerke. Heshuysen in Amsterdam.
  • Druckmaschine zur Erzeugung des directen Drucks auf Glas, Porcellan ec. Heuer in Wien.
  • Verbesserungen in der Fabrikation von Eisen und Stahl und den dabei verwendeten Apparaten. Crampton in London.
  • Papierröhrchen = Maschine. Meyer in Ostheim.
  • Verbesserungen an metallurgischen Oefeu. Espinase in Firming.
  • Neue Art von röhrenförmigen, rauchverzehrenden, verticalen und hori - zontalen Dampf = Generatoren. Dufour in Compi è gne.
  • Verbesserte Baumsäge. Nolze in Pomssen.
  • System zum mechanischen Abwickeln der Kette an den Webstühlen. Monjot in Signy l'Abbaye.
  • Apparat, welcher den Zweck hat, von der Scheibe abgefallene Treibriemen während des Ganges wieder aufzunehmen. A. Dülken in Düsseldorf.
  • Universal = Klappstuhl. Pantz & Sohn in Metz.
  • Anwendung der in der Luft von selbst entzündbaren Stoffe in der Haus - wirthschaft, zu industriellen und Kriegszwecken. Montmagnon in Paris. (Fortsetzung folgt).

Amerika.

23. Januar. No. 186,405 -- 186,656. Wecker. Anilinfarben. Fallen 2 Patente. Pflug. Reife 3 Patente. Badeapparat. Bienenkorb 2 Pat. Blasrohr. Spinnmaschine. Tuchrolle. Schiffe. Schuhe. Flaschenschoner. Flaschenstopfen. Säemaschine. Bausteine. Bettgestell. Sarg. Schuhe. Kalender. Heißluftmaschine. Eisenbahnkuppelung 3 Patente. Eisenbahmwaggonräder. Teppichklopfer. Teppich - bürste. Wagen 3 Patente. Patronen. Patronenzündhütchen = Maschine. Möbel - Rolle. Ventile. Butterfaß 3 Patente. Wein = und Apfel = Presse. Cigarre. Tuch - schneidmaschine. Trockenapparat. Rolle. Kleiderklopfer. Kohlenkasten. Schriften - halter. Mähmaschine 2 Patente. Laubwollepresse. Hackmaschine. Senkstift = Acker - maschine. Striegel. Anfeuchtapparat. Maschinen für Zahnärzte. Zahnplatten. Zahn = Füllung. Transportable Krahne. Stanze. Schelle. Luftzugregulator. Reißzirkel. Bohrer. Drainirmaschine. Färbemethode. Erdecloset. Dachrinnen. Electromotor. Electrische Eisenbahnsignale 2 Patente. Electrischer Telegraph. Electrische Thermometer. Bauapparat. Abdampfapparat 2 Patente. Augen - glas. Fächer. Dampfbootrad. Zaun 2 Patente. Feuertelegraph. Feueranstecker. Ofenschirme. Fußboden. Todtenbahre. Druckpumpe 2 Patente. Obstglas. Gas - brenner. Gasofen. Einfahrthor. Siebapparat. Säemaschine. Kornelevator. Kornmeßapparat. Ofenrost. Mahlmühle. Kummetfedern. Hammerfabrikation. Hacken. Schnalle. Pferdegeschirr. Egge. Rechen. Huthalter 2 Patente. Kopfhalter. Hacken. Oefen. Pferdegeschirr. Heurechen 2 Patente. Pferdegeschirr 3 Patente. Pferdeschuh 2 Patente. Eisapparat. Eishäuser. Eismaschine. Leder für Bücher. Gießverfahren. Jnjector. Kanne. Schlüsselmaschine. Thürschloß. Kienrußfabri - cation. Lampencylinderputzer. Lampenlöschapparat. Laterne. Künstlicher Blut - egel. Briefkasten. Anzünd = Stange. Sieb. Pianoschloß. Locomotive 2 Patente. Schmiermischung. Malzquetscher. Busole. Fleischhacker. Fleischextract. Milch - kühler. Mühlsteinschärfm. Moskitonetze. Jnsectenfalle. Ziehbank. Sicherheits - mutter. Erzbrennverfahren. Erz = Behandlungsmethode. Stuhl. Papierschachtel. Papierkragen. Mutterkränze. Pianoforte. Rohrzange. Rohrverbindung. Pflug. Kautabackm. Schloß für Taschenbücher. Thonwaaren = Brennofen. Aufschlag. Krafthammer. Pumpen 2 Patente. Quecksilberofen. Eisenbahnschienen 3 Pat. Eisenbahnsignal. Eisenbahnbillet. Eisenbahnwagen. Heizvorrichtung. Butterfaß. Orgel. Kühlapparat. Flaschenregister. Klappstuhl. Rotirende Ackermaschine. Revolver 3 Patente. Steinbohrer. Walz = Maschine. Feuster. Wagen. Eisensäg - Maschine. Cirkularsäge. Gerüst 2 Patente. Schüppe 2 Patente. Schrauben - zieher. Schraubenschneidm. Nähmaschine 3 Patente. Transmissionsverbindung. Ladentisch. Boote. Klappstuhl. Lichtsignalapparat. Rohrschiene. Schiefertafel 2 Patente. Ziehvorrichtung. Hacken. Betten. Hebel. Sieb. Federn. Spritze. Dampf - heizapparat. Dampfkessel 1 Patente. Dampfpumpe. Geruchventil. Kunst. Stein. Thonwaaren. Federstuhl. Ofen 2 Patente. Bandwebstuhl. Theekanne. Telegraph. Walze. Presse. Werkzeughalter für Zahnärzte. Spielwaaren 2 Pat. Straßen - Locomotive. Trittbrett. Einfassung. Pferdegeschirr 2 Patente. Regen = Schirm 2 Patente. Ventile. Dampfbrenner. Wagen = Dach. Fournir. Wagenbremse 2 Pat. Wagenschloß. Wagenfeder. Kleiderschrank. Waschm. 2 Patente. Uhr. Wasserrohr. Wasserdichter Schlauch. Dampfkessel 2 Patente. Wetterglas. Lederschneidm. Radbremse. Schiebkarren. Hebmaschine.

Oesterreich.

1. -- 27. Januar. Künstl. Bernstein. Befeuchtungs = Rolle. Luftkompressions - Maschine. Verbesserungen an Dampsmaschinen und Oberflächen = Condensatoren. Ziegelmaschine. Sicherheitsschraubenmutter. Torf = und Thonwaarentrocken - Apparat. Dampf = Gelatineapparat. Spannungsmesser für Dampfkessel. Distanz - meßreflector. Steinbohrer. Verfahren zum Verschließen von Flaschen u. d. gl. Abziehpumpe für Petroleum. Licht = Planate. Schutzapparat für Lampen. Maschine zum Abschneiden der Cigarrenspitzen. Kugelventil für hermetischen Abschluß der Wasserabflußcanäle. Verbesserung an der Portland = Cement - Fabrikation. Heizöfen mit doppeltem Luftzuge. Verbesserungen an Locomotiven. Tasten = Jstrumente. Fleischzerkleinerungs = Maschine. Glasschmelz = Wannenöfen. Hydrant mit Bügelverschluß. Gebirgs = Eisenbahnsystem mit horizontalen Zahn - rädern. Gasretortenöfen. Getreide = Reinigungs = und Schälmaschine. Rollschuhe. Mittel zum Befestigen und Spannen von Sägeblättern. Weichensystem. Ver - besserungen an magnet = elektrischen Maschinen. Deckverfahren für Zucker in den Centrifugen. Dampfmaschinen. Petroleummeßapparate. Electromagnetisches Distanz = Signal. Bierdruckapparat. Kaffeemaschine. Papierfaßmaschine. Bügel - eisen und Maschinen zum Schleifen derselben.

Verschiedenes.

* Die Gartenlaube, welche heuer 25 Jahre alt wird, ist jetzt wohl das verbreiteste Blatt auf der ganzen Erde. Jm Jahre 1852 begründet, brachte sie es im ersten Jahre schon auf 5000 Abonnenten, im zweiten auf 8000, dann auf 14,500, 35,000, 42,000, 55,000, 70,000, 80,000, 86,000, 106,000, 138,000, 157,000, 177,000, 225,000, 265,000, 277,000, 310,000 und im Jahre 1876 auf 380,000, so daß heuer die Zahl auf 400,000 kommen wird. -- 18 Dampfschnellpressen drucken und 9 Satinirmaschinen glätten die 167 Ballen Papier, welche die enorme Auflage erfordert. Allein an Zuschuß für den Probedruck und Fehldruck sind9 1 / 2 Ballen nöthig, d. h. wöchentlich 896 M. -- Leider hat das Blatt seit einigen Jahren an Gehalt sehr abgenommen. Reines Schaugepränge und Hofnachrichten passen nicht für ein Blatt wie die Garten -laube, die ihrem bildenden Eiufluß und freien Geist ihren Erfolg verdankte.

-- Der gewerbliche Fortschritt ist nicht zu trennen vom ganzen menschlichen. Die Jndustrie ist nur ein Theil des socialen Lebens: geistige und moralische Bildung sind der andere.

-- Der arme aber spekulative Meister trägt mehr zur Hebung des Lohnes bei, als alle Arbeiter = Vereine im ganzen Land. Je mehr Meister entstehen, desto größer ist die Nachfrage nach Arbei - tern, in Folge dessen der Lohn steigt.

-- Die neue Rollbahn in Frankfurt ist ganz von Eisen und Glas; ihr Bau ist soweit vorgeschritten, daß demnächst die Eröffnung stattfinden kann. -- Jn Wiesbaden ist am 17. Febr. auch eine Rollbahn eröffnet worden.

-- Der Würt. Verein der Vogelfreunde schreibt auch dieses Jahr wieder Nistkästen für die bei uns einheimischen Jnsektenfresser aus. Durch Ausrotten von Waldungen, Gesträuchen, und hohlen Bäumen sind einer Menge von Vögeln ihre natür - lichen Brutstätten genommen und dieselben dadurch gezwungen worden, entweder nach und nach wegzubleiben oder sich mit un - passenden Nistgelegenheiten zu begnügen, in welchen die Brut meistens zu Grunde geht. Es kann deßhalb den Gemeinden sowohl, als jedem Einzelnen nicht dringend genug gerathen werden, von obiger Gelegenheit Gebrauch zu machen und sich um billiges Geld die Mithülfe der befiederten Sänger bei dem wichtigen Geschäft der Jnsektenvertilgung zu sichern, was gewiß reichlichen Ersatz für die Auslage