Gedruckt bei C. G. Pinckvoß.
Wer Steine wegwälzt, der wird Mühe damit haben, und wer Holz ſpaltet, der wird davon verletzet werden.
Mel. An dem reinſten Frühlingsmorgen Ging die Schäferin und ſang.
Ut primum adoleverint, crinem barbamque submittere, nec nisi hoste caeso exuere vo¬ tivum obligatumque virtuli oris habitum. ignavis et imbellibus manet squator.
Mel. Einſam bin ich nicht alleine.
Mel. Wer wollte ſich mit Grillen plagen?
Das die Albernen gelüftet, tödtet ſie.
Mel. Süße, heilige Natur.
Teutſch läuft eben ſo wider unſere Mundart, als wollten wir ſchreiben ter, tie, tas. Der gothiſchen und ſächſi¬ ſchen iſt thiutiſk, folglich der hochdeutſchen nur diutiſk gemäß.
Le patriotisme des nations doit être égoiste.
Tamdiu Germania vincitur.
Mel. O gieb, vom weichen Pfühle.
Dò huob er ûf unde tranc.
Monumentorum ardnum et operosum honorem, ut gravem defunctis, aspernantur.
Les talens sont distribués par la nature sans égard aux généalogies.
Auf die Präpoſitiones In, Von, Zu nehmen ſie groß Acht, als ob ihrer Ehren und Wohlfahrt ein großes daran gelegen.
Ich bin herunter gekommen Und weiß doch ſelber nicht wie.
Frequens fustium usus.
Chor.
Den Corporalſtock nicht!
40Ich finde dieſe Rede voll Verſtand, Wiewohl mich Griechenland nicht auferzogen.
— die Deutſchen ſind entzweit; Denn die Einen ſtreben zu erhalten, Und die Andern ſchwören Tod dem Alten.
τοῦ γὰϱ κϱάτος ὲστί μέγστον.
Dô huob er ûf unde tranc.
Dort Freie und Knechte, während wir unmündig ſind, unter Vormundſchaft.
Aufklärung iſt der Ausgang des Menſchen aus ſeiner ſelbſt verſchuldeten Unmündigkeit.
Wie ein Vogel des Stricks kommt ab, Iſt unſer Seel entgangen: Strick iſt entzwei, und wir ſind frei.
Wer ſich abſondert, der ſuchet was ihn gelüſtet, und ſetzt ſich wider alles was gut iſt.
Mel. Nachtigall, ich hör dich ſingen.
Die Herrſchaft, oder beſſer, die Tyrannei des Verſtandes, vielleicht die eiſernſte von allen, ſteht der Welt noch bevor.
Mel. Ueb 'immer Treu' und Redlichkeit.
Es iſt das Licht ſüße, und den Augen lieblich die Sonne zu ſehen.
Dô huob er ûf unde tranc.
Stemmata quid faciunt?
Der Ritter hieß vrum, wenn er mit dem Degen in der Fauſt das Recht ver¬ theidigte, ſelbſt aber niemand etwas zu Leide that; die Zeiten änderten ſich; man wollte keine frommen Ritter mehr haben; was man dagegen recht vrum, brauch¬ bar, fand, waren fromme Schafe.
Nunc patimur longae pacis mala.
Ein ächter deutſcher Mann kann keinen Franzen leiden, Doch ihre Weine trinkt er gern.
— ſo wäre es vielleicht manchem Schrifſteller vom Anfang des 19, Jahrhundert's in proteſtantiſchen Ländern nicht zu verdenken, wenn er ſich einen ſchick¬ lichen und beſcheidenen Theil von derjenige Preßfreiheit wünſchte, welche die Päpfſte zu Anfange des 16. ohne Bedenken allgemein zugeſtanden haben.
Die allerhöchſten Herrſchaften beſtiegen den höchſten Gipfel des Berges, knieten nieder und flehten zum Höchſten.
Hierum wo etwas frei noch wär, Bald bringen ſie ein Urſach her, Zu faſſen das mit einem Strick.
der luft — der muoz uns doch gemein sîn.
Mel. Wer niemals einen Rauſch gehabt.
Dô huob er ûf unde tranc.
Denn es hörete ein jeglicher, daß ſie mit ſeiner Sprache redeten.
Idque apud imperitos humanitas vocabatur, cum pars servitutis esset.
Hoc fonte derivata clades
Es giebt einen Freiſtaat, der in einer Bruſt Raum hat — oder haſt du kein Herz?
O curas hominum, o quantum est in rebus inane!
Vivant omnes hi et hae, qui et quae, Horum harum, quorum quarum
Dô huob er ûf unde tranc.
Cur mundus militat sub vana gloria.
Quos ego!
Mel. Guter Mond, du gehſt ſo ſtille.
Mel. In einem Thal bei armen Hirten Erſchien mit jedem jungen Jahr.
Er.
Ich kann den Schlüſſel nicht finden!
Alle (in höchſter Verwunderung).
Er kann den Schlüſſel nicht finden!
139Wenn heut 'ein Geiſt herniederſtiege!
Mihi quidem nulli satis cruditi videntur, quibus nostra ignota sunt.
Mel. Warum ſind der Thränen Unterm Mond ſo viel?
Dô huob er ûf unde tranc.
Mel. Herz, mys Herz, warum ſo trurig?
Wol im der ie nâch steten vröuden ranc.
Zwiſchen Sâone und Rhône.
Noch kompt vrönde und sauges tac, wol im ders erbeiten mac.
φίλη ένί πατϱ〈…〉〈…〉 δι γα〈…〉〈…〉 η.
Dedimus profecto grande patientiae documentum.
Sehet die Vögel unter dem Himmel an: ſie ſäen nicht, ſie erndten nicht, ſie ſammeln nicht in die Scheunen, und euer himmliſcher Vater nähret ſie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn ſie?
Mel. Das Grab iſt tief und ſtille.
Owé war sint verswunden alliu miniu jâr!
Vorgetragen am Breslauer Schillerfeſte 1837.
(Der damalige Präſident des Feſtes, Prof. Schön, hatte kurz vorher einen Trinkſpruch auf die Frauen ausgebracht.)
Es leben die Frauen und Fräulein!
CLARIN-DNote: Langfristige Bereitstellung der DTA-Ausgabe
Fraktur
Dieses Werk wurde von OCR-Software automatisch erfasst und anschließend gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien von Muttersprachlern nachkontrolliert. Es wurde gemäß dem DTA-Basisformat in XML/TEI P5 kodiert.
Distributed under the Creative Commons Attribution-NonCommercial 3.0 Unported License.