PRIMS Full-text transcription (HTML)
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LeichPredigt
Bey der Chriſtli - chen Begrebnuͤs Des weiland Ehrwirdigen / Achbarn vnd wolgelarten Herrn MARTINI EICHOLZEN, Des Fuͤrſtlichen Luͤbniſchen Weichbildes ge - trewen Senioris, Vnd der Chriſtlichen Kirchen zu gros Krichen wolver dienten Pfar - rers vnd Seelſorgers / Welcher den 8. tag Januarii dieſes 1603. Jahres Chriſti / ſanfft vnd ſeliglich eingeſchlaffen / vnd den 14. hernach in beiſein der Ehrwirdi - gen Prieſterſchafft gedachten Weichbil - des Chriſtlich daſelbſt zur Erden beſtatter worden iſt /
(Pſalm. 25.)Integritas rectumꝙ́ tuum me CHRISTE gubernent. ()
Schlecht vnd recht behuͤtte mich.
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Dem Edlen / Geſtrengen / Ehren - veſten / Achbarn vnd Hochgelar - ten Herren / ANDREAE HEV - GELN U. J. Doctorn, Fuͤrſt. Brigiſchen Rath vnd Cantzlern / Erb Herrn auff Dreßkaw / ꝛc. Meinem beſonders grosguͤnſtigen Herren vnd Patron.
Genade / Troſt / Friede vnd Segen / von Gott dem Vater / durch Jeſum Chriſtum vnſern Heiland / in krafft des heiligen Gei - ſtes / neben meinem Gebet / vnd wuͤnſchung aller gluͤckſeligen wolfahrt / auch erbittung meiner jederzeit willigen dinſt zuvor.

EDler / Geſtrenger / Ehrenveſter / gros - guͤnſtiger Herr Cantzler / Von den ge - rechten beſagets Gottes wort / daß jhrerPſal. 112 Prov. 10 nimmermehr vergeſſen werden / ſondern jhr gedechtnuͤs im Segen bleiben ſolle. Dann - her finden wir lange Catalogos in der Schrifft / darinnen der Heilige Geiſt Illuſtri - um & ſanctorum virorum, Als der vornemb - ſten Patriarchen / Propheten / Koͤnige vndA ijRichter[4]Syr. 44. Heb. 11.Richter / ꝛc. res præclaré geſtas nach der lenge erzehlet vnd ruͤhmet / Vnd der Sohn GottesMat. 26. ſelber ſaget / von dem Weibe von Bethanien / das jhn geſalbet / daß man allenthalben / wo vnd ſo lange das Evangelium werde gepre - digt werden / auch das an jhr ruͤhmen werde / was ſie an jhm gethan. So bindets auch Gotes wort fromen zuhoͤrern ſonderlich ein / daß ſie wolverdienter Prediger / die jhnen dasHeb. 13. wort Gottes geſaget / zum beſten gedencken ſollen. Nun iſt aber der Weiland Ehrwir - dige / Achbar vnd Wolgelehrte Herr Mar - tinus Eichholtz / des Fuͤrſtlichen Luͤbniſchen Weichbildes getreuer Senior, vnd Pfarrer zu Groskrichen / auch der gerechten einer gewe - ſen / weil er jhm als ein Suͤnder / die durch1. Imputa - tione. Chriſtum erworbene gerechtigkeit durch den glauben an jhn zugerechnet / vnd ſich derſel - ben als ſeiner ſelbſteigen getroͤſtet / auch dasMatt. 5. licht ſeines glaubens / durch deſſelbigen fruͤch -2. Inchoa - tione. te vnd euſſerliche gerechtigkeit der wercke / durch krafft des heiligen Geiſtes herfuͤr leuch - ten laſſen / auch in ſolchem glauben im HEr - ren ſeliglich eingeſchlaffen. Geſchicht demnach gar billich / daß ſeiner / als dem ſeine werckenachfolgen[5]nachfolgen / nach ſeinem abſchiede / in allen eh -Apo. 14. ren vnd zum beſten gedacht werde. Vnd zu dem ende iſt auch dieſe Leichpredigt von mir vnwirdigen geſchehen / vnd durch den druck ausgegangen: Denn wiewol ich mirs nie - mals in ſinn genommen / dieſe oder andere meine predigten zu publiciren vnd in druck zu geben / ſondern weil ich mich vnd mein ver - moͤgen am beſten ſelber kenne / wolte ich viel lieber mit derſelben daheime blieben ſein. So ſticht mich auch die φιλαυτία oder der Law - duͤnckel (Gott lob) ſo ſehr nicht / daß ich mich jemals mit meinem namen in den Buchla - den geſehnet hette: Jedoch weil wolgedach - ten Herren Senioris Wittib / ſo wol die Ehr - wirdigen Herren / ſeine Soͤhne vnd Eyde - maͤnner bald am Begraͤbnis / vnd von dato bishero vielfaltige anſuchung bey mir ge - than / daß ich die gehaltene Leichpredigt jhrem HErren / Vater / vnd Schweher / zu ſeligem Ehrengedechtnuͤs / Jhnen aber vnd andern zu troſte / zum druck befoͤdern wolte: Hab ichs jhnen (weil ſie ſonderlich die vnkoſten des drucks zuerlegen ſich erbotten) lenger zuver - wiedern vnd abzuſchlagen nicht gewuſt / ſon -A iijdern[6]dern ſie alſo vngeaͤndert / vnd der geſtalt vnd einfalt / wie ſie damals von mir geſchehen / im Namen Gottes zu drucken vbergeben. Ob ich aber auch gar wol weis / daß ich vieler Sciolo - rum & Zoilorum [qui nihil, niſi quod ipſi vel di - cunt vel ſcribunt, rectum putant, ſed aliorum etiam recté dicta & facta magno ſupercilio con - temnunt, & dente canino arrodunt] Cenſur vber dieſer Predigt nicht entlauffen werde / ſintemal der ſo am wege bauet mit Apelle viel Richter leiden mus: So habe ich doch das jenige was ich offentlich gepredigt / auch of - fentlich zuſchreiben / jres ſplitter richtens hal - ben / keinen vmbgang haben koͤñen noch wol - len / zumal weil verhoffentlich nichts darin - nen wird zufindẽ ſein / das dem worte GottesRom. 12 (nach welchem als nach der rechten Cynoſur vnd Lydio lapide alle Schrifften / ob ſie dem glauben ehnlich ſein oder nicht / dijudiciretJer. 17. werden ſollen vnd muſſen /) zu wieder ſein moͤchte / Vñ ſage mit dem Propheten / was ich gepredigt habe / das iſt recht fuͤr dir O HErr. Vnter E. G. Hochloͤblichen Namen aber / Grosguͤnſtiger Herr Cantzler / habe ich dieſe meine Leichpredigt ausgehen laſſen wollen / weil bey mir noch vnvergeſſen iſt / vnd auchkuͤnff -[7]kunfftig wol bleiben wird / wie freundlich vnd mitleidig E. G. in meinem betruͤbten zuſtan - de zu Wartenberg / fuͤr meiner Perſon promo - tion geſorget / vnd mich anfenglich / zwar ohne mein vorwiſſen / bitten vnd begehren / bey J. F. G. Hertzog Joachim Fridrichen meinem Weiland genedigen Fuͤrſten vnd Herren / Chriſtlicher vnd Hochloͤblicher gedechtnuͤs / Perſoͤnlich commendiret, mir auch ſolches hernach durch den Edlen Ehrenveſten Con - rad von Abſchatz ꝛc. zuentbitten / vnd mich zu ſich gen Dreßkaw in ſeine behauſung erfo - dern laſſen / vnd als denn zu J. F. G. auff das Fuͤrſtliche Haus am Teiche abgefertiget / da - mit J. F. G. gnedig mich ſelber hoͤren vnd vn - terredung mit mir halten moͤchtẽ. Weil ich deñ auf ſonderliche verſehung meines lieben Got - tes / qui veré extrudit operarios [tanquam ſagit -Pſal. 127 Luc. 10. tas] in meſſem ſuam, wieder mein verhoffen vnd begehren / von Hochgedachten J. F. G. durch E. G. patrocinium anhero gen Luͤben legitimé vociret vnd gelanget bin / habe gegen E. G. ich mein danckbares gemuͤt in andere wege bishero nicht / denn neben meinem Ge - bet durch dieſes munuſculum [ut literatorum plerunꝙ ſunt omnia] chartaceum zuerkleren ge -wuſt /[8]wuſt / Bitte demnach vnterdienſtlich / E. G. wolle dieſe meine dedication anders nicht als wolgemeinet vermercken / vnd hinforth / wie bishero geſchehen / mein goͤnſtiger Herr vnd foͤderer ſein vñ bleiben / Welches ich auch mit meinem Gebet fuͤr E. G. vnd deroſelben ge - liebten hausfrauen vnd Kinder / die ich hier - mit ſambt vnd ſonderlich Goͤttlicher genaden vnd bewahrung empfele / langwirige geſund - heit vnd beſtendige wolfarth Leibes vnd See - len / gegen Gott zuverbitten / jederzeit bereit willig ſein ſol vnd wil. Geben auffm Pfar - hoffe zu Luͤben / Am Tage Burghardi / Anno MIſerICorDIæ per Chriſtum exhibitæ.

E. G. Jederzeit dinſtwilliger Georg. Steinbach Pfarrer daſelbſt.

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THEMA CON - CIONIS, Ex Capite tertio ad Philippenſes.

VNſer wandel aber iſt im Himmel / von dannen wir auch warten des Heilandes JEſu Chriſti des HErrn. Welcher vnſern nichtigen Leib verkleren wird / daß er ehnlich werde ſeinem verklereten Leibe / nach der wir - ckunge / da er mit kan auch alle ding jhm vn - terthenig machen.

JHr meine geliebten vnd Auſſerwelten im HErren Chriſto / Es geſchicht nicht ohne gefehr vnd vrſache / daß ich bey gegenwertiger Leiche des wei - land Ehrwirdigen / Achbaren vnd Wolgelerten Herren Martini Eichholtzens / dieſer Kirchen gewe - ſenen treuen PfarErs vnd Seelſorgers / vnd des Fuͤrſtlichen Luͤbniſchen Weichbildes Senioris, eben dieſen Apoſtoliſchen Spruch Pauli / zum LeichAr - gument vnd grunde folgender Leichpredigt / auff dismal verleſen vnd zuerkleren vorgenommen habe. Vnd iſt die vrſache dieſe / daß es mir nicht freyge - ſtanden / zu dieſem mal etwa meines gefallens zu tra - ctiren. Denn ſonſt hette ich wol einen bequemern Bibliſchen Text / der ſich beſſer auff Alter Wolver - dienter Predicanten Perſon / leben vnd abſchied ge - ſchicket hette / finden koͤnnen / ſondern es hat mir ob - gedachter vnſer Herr Senior / ſchon albereit vor eimBhalben[10]halben Jahre dieſen Spruch ſelber an die hand ge - geben. Denn als ich damals (war der 7. Son - tag Trinitatis Anno 1602.) der Weiland Edlen Ehrentugendreichen Frauen Vrſulæ / Weiland Herr Melchior Brauchitſches ſeligen hinterlaſſenen Wittiben / eine Leichpredigt in der Pfarr Kirchen zu Luͤben / in ſeinem beyweſen gethan / iſt er nach vollendeter Predigt / neben andern Pfarrhern vom Lande zu mir in die Sacriſty kommen / vnd ſich deſ - ſen gegen mir erkleret / daß jhm dieſe / wie auch an - dere meine Predigten / die er auch an Freytagen zu - vor offt von mir gehoͤret (welches ich doch allhier ſonder alle meinen Ruhm / Gott zu ehre mit warheit vermelde) hertzlich wolgefallen hette / vnd mich dar - auff mit weinenden augen vnd milden zehren ange - ſprochen / demnach er numehr alt vnd ſchwach were / vnd ſich teglich vnd ſtuͤndlich des lieben Stuͤndleins vnd der genedigen Auffloͤſung vnd ausſpannung Gottes verſehe / Jch wolte jhm heut oder Morgen / zu ſeinem letzten Ehrendinſte vnbeſchweret auch eine Leichpredigt thun / vñ dieſen jtzt abgeleſenen Spruch des heiligen Pauli bey ſeiner Begraͤbnuͤs handeln: Denn er jhm vor vielen andern ſonderlich wolgefie - le / vnd ſich offte ſeines Himliſchen Politeumatis wieder dieſes Exilium, vñ der kuͤnfftigen verklerung wieder ſeines leibes vnd alters vngeſtalt draus troͤ - ſtet. Weil denn dieſe worte das anſehen bey mir hatten / daß ſie aus Menſchlicher bloͤdigkeit vnd weh - muth herruͤhreten / ſprach ich jhm auffs beſte mir muͤglich zu / er ſolte ſich in dieſem fall zu frieden vndDeut. 30. Pſal. 31. in den genedigen willen Gottes / der ſein leben vnd die lenge ſeiner tage were / vnd in deſſen Hende ſeinezeit[11]zeit ſtuͤnde / ergeben: Denn ob er wol ein hohes al - ter auff ſich hette / ſo koͤnne jhn doch Gott gleichwol ſeiner Kirchen vnd den ſeinigen zum beſten noch ein zeitlang erhalten / vnd im fall auch der Tod vielleicht bey jhm fuͤr der Thuͤr ſtehen vñ anklopffen moͤchte / ſo wuͤſte er doch wol / dz er ſich deſſen mehr zu freuen denn zu betruͤben hette / vnd daß er bey den gleubi - gen mehr nicht denn nur die Seele vom Leibe / aber nicht von Chriſto ſcheiden koͤndte / ſondern muſſe ſie vielmehr zu Chriſto befoͤdern / Denn weil Chriſtus ſein leben ſey / ſo muſſe auch ſterben ſein gewin ſein Phil. 1. Ja er ſey den gleubigen wie Ambroſius ſa -Phil. 1. get: Finis omnium malorum & Janua regni - lorum: So hab er ſich auch deſſen anzumaſſen / deſ - ſen ſich gemelter D. Ambroſius auff ſeinem Todbet - te getroͤſtet / davon er in der Leichpredigt gehoͤret / da er zu ſeinen vmbſtehenden Diſcipulis geſagt: Ita vixi inter vos, ut non pudeat me diutius vivere, nec mori me pœnitet, quia bonum Dominum ha - mus, So ſey es auch vom heiligen Auguſtino, wie er wiſſe wargeredet / Mortem piorum eſſe beatam migrationem de labore ad refrigerium, de expe - ctatione ad præmium, de agone ad bravium, de mærore ad gaudium, de morte ad vitam, de fide ad notitiam, de exilio ad patriam: So were auch ſein bitten gleich ein vnzeitiges begehren bey mir: Denn ob ich gleich kaum halb ſo alt were als er / jedoch weil ich offt propter dolores Colicos ſiech vnd auffſtoͤſſig were / ſo koͤndte er mir ſo balde (wo nicht eher) eine Leichpredigt thun / als ich jhm / doch ſolt er dis vertrauen zu mir haben / daß wo vnſer lie - ber HErr Gott / (me vivo & paſtore Lube -B ij) [12]) etwas an jhm thun wuͤrde / daß ich jhm ſeiner ge - thanen bitte / mit verleihung Goͤttlicher huͤlffe vnd genaden gern gewehren wolte.

Weil deñ der getreue Gott wolgedachten vnſern lieben Herrn Seniorem an der neheſten Mitwoch vergangen ſanfft vnd ſeliglich aus dieſem opaca la - crumarũ valle, in ſein Himliſches freudenreich / oder πολίτευμα hinweg gerafft hat: Vnd es nun heiſſet / Omne promiſſum cadit in debitum. Zuſage macht ſchuldt: Wil ich auff dieſe ſtunde meiner gethanen zuſage ein genuͤgen thun: Nicht zwar dergeſtalt wie ich wol ſolte / vnd gerne wolte / ſondern ſo viel ich kan1. Pet. 4. vnd vermag / vnd nach dem vermoͤgen das vnſer HErre GOTT durch ſeinen Geiſt darſtrecken wird.

Was aber inſonderheit den abgeleſenen ſpruch Pauli anreichet / ſo iſt er genommen aus der Epi - ſteln / welche der Apoſtel aus der Stad Rom / da - rinnen er vom Keiſer Nerone gefenglich gehalten / an ſeine geweſene Pfarr Kinder die Philipper ge - ſchrieben hat / darinnen er ſie vermahnet / daß ſie ja bey ſeiner Lehre beſtendig fushalten / vnd ſich durch die falſchen Apoſtel vnd Geſetzprediger davon nicht ſolten abfuͤhren laſſen / Vnd damit ſie jnen deſto we - niger traueten / ſo beſchreibt er ſie mit jhren lebendi -1. gen Farben vnd Kennezeichen: Nennet ſie Hunde /2. jhrer hehmiſchen tuͤcke vnd hinderliſt halben. Jtem boͤſe Arbeiter / denen es nicht vmb Gottes Ehre vnd der Leute heil / ſondern nur vmb jhren lohn zuthun3. ſey. 3. Feinde des Creutzes Chriſti / weil ſie dem Gecreutzigten Jeſu Chriſto ſeine gebuͤrliche Ehre4. raubten / vnd den wercken zuſchrieben. 4. Daß ſiejrrdiſch[13]jrrdiſch geſinnet weren / vnd den Bauch fuͤr jhren Gott hielten / dem ſie mit geitz vnd wolluſt dieneten / vnd mit dem hertzen nur an dieſem jrrdiſchen Welt - weſen klebeten. Heiſſet ſie auch jhr ende anſchauen /5. ſintemal auff daſſelbe die verdamnis / ſambt ewiger ſchmach vnd ſchande folgen werde. Dagegen aber vermahnet er ſie / daß ſie in ſeine / Jtem Timothei, Epaphroditi, vnd anderer Prediger Fusſtapffen treten / die nicht jrrdiſch geſinnet weren: ſondern vielmehr mit ſehnlichem verlangen warteten / auff die ſelige erſcheinunge JEſu Chriſti vom Himmel / oder auff die Froͤliche Himliſche Buͤrgerſchafft vnd Geſelſchafft der Auſſerwelten Gottes / vnd auff die herrliche verklerunge jhrer nichtigen Leiber / damit ſie der Sohn Gottes zieren vnd renoviren werde.

Weil nun Paulus in dem dritten Capittel ge - melter Epiſtel vornemlich von falſchen vnd recht - ſchaffenen Predigern redet: So hat jhm auch vn - ſer Herr Senior dieſen PredigerText wol wiſſen nuͤ - tze zumachen / Alſo daß er ſich auch darbey erinnert. 1. Seiner ſterbligkeit / daß er auch nur ein Gaſt vnd1. Frembdling alhie auff Erden ſey / Vnd derwegen. 2.2. ſein datum nicht vornemlich auff dieſes / ſondern vielmehr auff das kuͤnfftige leben geſetzt / vnd ein hertzlich ſehnen vñ verlangen darnach gehabt / Vnd 3. ſich auch wieder der Gottloſen Welt ſtanck vnd3. vndanck / vnd andere wiederwertigkeit vnd verfol - gunge / ſo treuen Predigern bey jhrem Ampte be - gegnet / Ja wieder den zeitlichen Tod ſelber / der freu - denreichen Buͤrgerſchafft vnd lieblichen Wonunge getroͤſtet / die jhm Chriſtus ſchon allreit erworben /Joh. 14. auch am Juͤngſten tage erblich einreumen / vnd ſeinenB iijnichtigen[14]nichtigen Leib mit ewiger klarheit vnd herrligkeit be - gaben werde.

Damit wir vns aber auch alleſambt dieſen ſchoͤ -Rom. 15. nen Apoſtoliſchen Spruch Pauli / zu ſeliger lehre /2. Tim. 3. krefftigem vnd hertzlabendem troſte / nothwendiger vermanung / auch heilſamer vnd Chriſtlicher beſſe - rung / dazu vns die gantze heilige Schrifft / vnd dem - nach auch dieſer Text gegeben iſt / durch Gottes ge - nade nuͤtze machen vnd gebrauchen moͤgen / So wol -Propoſi - tio bi - membris. len wir vns bey demſelbigen von folgenden zweyen Stuͤcken vnd Lehrpuncten auff dismal berichten laſſen.

  • 1. Wofuͤr wir dieſes Leben eigentlich halten vnd anſehen ſollen / Vnd wozu vns deſſelben betrachtung diene.
  • 2. Wo wir deñ vnſer kuͤnfftiges πολίτευμα ſuchen vnd gewertig ſein ſollen / Vnd was es auch fuͤr eine loͤbliche freuden - reiche gelegenheit mit vnſerer Himli - ſchen Buͤrgerſchafft / vnd vnſer Leiber Verklerung haben werde.

Votum. &c.

De I. Loco.

WAs demnach das Erſte proponirte Lehrſtuͤck belanget / ſo ſind ſolcher Leute auff vnſers HERren Gottes grundt vnd bodem / Ja auch mitten in ſeiner Chriſtenheit ſehr vielzu finden[15]zu finden / die nicht wiſſen / auch nit wiſſen wollen / was dieſes gegenwertige Weltleben eigentlich ſey: Vnd das ſind heute alle Mammoniſten vnd Geitzhelſe / die nur jrrdiſch geſinnet ſein / vnd den Bauch fuͤr jhren Gott halten / vnd ſolches in allen Staͤnden vom O - berſten biß zum Niedrigſten. Deñ im Lehrſtande fin - det man noch heute viel ſolcher Prædicantẽ, nicht we - niger als zur zeit Pauli die falſchen Apoſteln waren / die jhre Predigten alſo anſtellen / daß ſie niemanden offendiren, vñ mit der Geſetzpredigt erzuͤrnen vñ zuEze. 13. nahe kommen moͤgen / Sondern accommodiren ſich ad auram popularẽ & nutum potentum, Heucheln vmb einer handvoll Gerſten / vmb des Bauches vnd gelben Hofeſuppen willen / vnd ſingen (wie man es heute gerne haben wil) placentia, damit ſie nur der Leute gunſt vnd foͤrderung haben vnd behalten / vnd bey jhren Præbenden ruhig vnd friedig bleiben koͤn - nen. Die gehoͤren alle in die Zunfft vnd geſellſchafftNum. 22 Amos. 7. Act. 5. Mat. 26. 1. Reg. 18. Bileams, Amaſiæ des Prieſters zu Bethel. Jtem der Pfaffen / Baals, Judæ, Ananiæ, der falſchen Apoſtel / vnd noch heute in der Falſchgeſalbten Bauchdiener Bruͤderſchafft / welche Paulus allhie nennet 1. Feinde des Creutzes Chriſti / weil ſie bey1. vnd mit dem Gecreutzigten CHRJſto nichts leiden2. wollen. Jtem 2. animalia ventris, Bauchdiener / die nur bey Chriſto vnd ſeinem Evangelio gutte tage ſuchen / vnd nicht ſeine Heerde / wie ſie billich ſolten / ſondern ſich ſelber weiden. Da ſehe nu ein jeder vn -Eze. 34. ter vns Predigern gar wol zu / daß er nicht auch vmb ſchendliches gewins willens predige / damit jhm[1.]Pet. 5. nicht auch die erzehleten Epitheta Pauli mit warheit zugemeſſen werden moͤchten. Denn wir ſollen vndmuſſen[16]muſſen vns doch eben ſo wol als andern leuten pre - digen / damit wir nicht ander lehren / vnd ſelber ver -1. Cor. 9. werflich weren.

So ſind auch ferner ſolcher Erdmaden vñ Erd - wuͤrme in andern Staͤnden mehr denn genung / die nicht wiſſen vnd bedencken was dieſes leben ſey. Vnd1. gehoͤren in dieſen Orden alle Weltkinder / die tag vnd nacht rennen vnd lauffen / tichten vnd trachten / wie ſie Geld vnd Gutt / Haus vnd Hoff / ꝛc. zuſam - men bringen / damit ſie nur jhrem Madenſacke durch Wolluſt / Freſſen vnd Sauffen / ſanfft vnd guͤttlich thun moͤgen / gerade / als ſtuͤnde das Summum bo - num in delitiis carnis, oder bonis fortunæ, oder alsLuc. 12. leben man davon / Daß man viel Guͤtter vnd vollePſ. 144. Kammern habe / die heraus geben koͤnnen einen vor -2. raht nach dem andern / Ja es ſind ſolcher Geſellen ſehr viel in der heutigen Bauchwelt zufinden / die es beim ſpeculiren vnd ſorgen nicht bleiben laſſen / ſon - dern die es noch erger machen / getroſt ſchinden vnd ſchaben / ſtelen vnd rauben / wuchern vnd practici - ren viel erger als ein Tuͤrcke oder Jude / wenn / wie vnd wo ſie nur dazu kommen koͤnnen / nehmen jhnen vber jhren greulichen Bubenſtuͤcken durchaus kein gewiſſen / ſondern ſetzen Gott mit ſeinem Gebotte / die liebe des neheſten / vnd jhr eigen gewiſſen vnd ſelig - keit in die freye Schantze / vnd dencken / hetten ſie nur hie Mehl / es bleibe Gott mit ſeinem Himmel wo er wolle / vnd wenn ſichs hie nur wol lebete / ſo wuͤrde3. ſichs ſonderzweiffel auch dorte wol Seelen. Am allerwenigſten aber ſehen die Epicurer vnd Mam - mons Knechte dieſes leben recht an / die mit dem her - tzen gantz vnd gar an dieſem jrrdiſchen leben hangenvnd[17]vnd kleben / auff den vngewiſſen Mammon hoffen / haben nur die Welt / vnd was in der welt iſt / als Au -1. Joh. 2. genluſt / Fleiſchesluſt / vnd hoffertiges leben lieb / den - cken nicht einmal dran daß ſie ſterben vnd wandern ſolten / ſondern leben ſicher in tag hinein / gleich als hetten ſie einen pact mit dem Tode / vnd einen an - ſtand mit der Hellen gemacht / ſingen vnd fuͤhren desEſa. 28. Epicuri vnd Sardanapali Liedlein /Ede, bibe, lude, poſt mortem nulla voluptas. ()Item /O cives cives, quærenda pecunia primúm, Virtus poſt nummos. ()

Vnd haltens mit jenem WeltKinde / welchs da ſagte:Videte, ne dum cœlo injuriam fieri pro - hibetis, terram amittatis. ()

Dieſe Leute alle geben ja genungſam zuverſtehen / daß ſie von einem kuͤnfftigen vñ ewigen leben nichts halten / ſondern daß ſie dieſes leben fuͤr jhr Para - deis vnd Himmelreich halten: Denn ſonſt wuͤrden ſie ſich viel embſiger vnd fleiſſiger vmb das Himli - ſche Vaterland / vnd vmb die ewige Huͤtten bekuͤm - mern vnd annehmen / vnd ſich nicht ſo gar mit dem zeitlichen / des ewigen lebens berauben / Vnd ſind ſol - che leute in warheit viel nerriſcher denn der Eſopi - ſche HausHan / der ein GerſtenKorn einer Perlen vorzog: Vnd ein Kind das einen Apffel fur ei - nen Goldguͤlden wehlet. Solche Teuffliſche blindheit vnd hochſchaͤdliche thorheit / ſtraffet nun allhie Paulus an den WeltKindern vnd Geldnar - ren / wenn er ſaget: Vnſer Wandel iſt im Himel: Redet aber ſolches nicht vornemlich de facto, daß es alſo von allen Menſchen / wie billich / geſchehe / ſondern de jure, daß vnſer hertzen vnd gedancken /Cſeuffttzer[18]ſeufftzer vnd begierden fuͤrnemlich vnd am meiſtenMat. 6. hinauff in den Himmel / da vnſer Schatz iſt / ſollen gerichtet ſein / vnd wil der Apoſtel ſolche leute gleichPara - phraſis verbo - rum Pau - li. alſo anreden: O jhr elenden WeltKinder wie ſeit jhr doch ſo vnbeſonnen / daß jhr euch die Welt / die doch mit jhrer luſt / ſo wol als euer leben ploͤtzlich vergehet / vnd was darinnen iſt / mehr vnd hoͤher laſ - ſet angelegen ſein / denn das Reich Gottes mit ſei -1. Joh. 2. Mat. 6. ner Gerechtigkeit / darnach jhr doch vornemlich vnd fuͤr allen dingen trachten ſoltet? Wiſſet jhr dennSap. 2. nicht das euer Buͤrgerſchafft vnd Vaterland dro - ben im Himmel iſt? Darzu jhr anfenglich erſchaf -Joh. 3. fen / durch JEſu Chriſti eures Heilandes Blut vnd Tod erloͤſet / Ja dahin Chriſtus gefahren / vnd euch daſelbſt im hauſe eures Vaters bleibende ſtelle / vndJoh. 14. liebliche Wohnunge bereittet hat? Jſt nun euer Vaterland im Himmel / Je warumb richtet jhr denn beyde Augen vnd Hertzen nur auff das jrrdiſche / das jhr doch im Tode nolentes volentes begeben muͤſ - ſet. Vnd thut gleich wie die vnvernuͤnfftigen Thier von welchen der Poêt Ovidius ſagt:

Pronaꝙ́ cum ſpectent animalia cætera terram, Os homini ſublime dedit cœlumꝙ́ tueri. ()

Levit. 11Jtem / wie die Fiſche die keine Flosfedern ha - ben / vnd nur im Schlam liegen / vnd ſonderlich wie die Sewe / die den Ruͤſſel immerzu in Kleien vnd Trebern / Ja im Kotte vnd Vnflate ſtecken haben. Haſtu nun mein lieber Chriſt bishero nicht gewuſt / was dieſes leben ſey / So lerne es heute von Paulo derſelbe ſaget hie / daß vnſer Wandel im Himmel ſey / Jſt er nun im Himmel / je ſo kan er ja nicht all -hie[19]hie auff Erden ſein / Jſt ab er euer Vaterland hie nie - den auff Erden nicht / ſo folget daß dis leben nur ei - ne Walfart vnd Pilgramſchafft ſey / darinnen jhrGen. 47. nicht Buͤrger / ſondern nur Bilger vnd frembde Gaͤ - ſte ſeid. Seid jhr aber hie frembde Gaͤſte / ſo iſt es gewies / daß jhr allhie nicht daheime ſeid / vielwe - niger immer zu bleiben habt / ſondern werdet einmalHeb. 13. (es komme vber kurtz oder lang) dieſe jrrdiſche baw - fellige Huͤtten ablegen / aus dieſer ſuͤndlichen Babel ausziehen / vñ den allgemeinen weg dieſer welt wan -Apoc. 18 1. Reg. 2 dern muſſen.

Was wird als denn einem Welt Kinde ſeinSoph. 1. Gold vnd Silber nuͤtze ſein? Wird es jhn auch am Tage des zorns erretten koͤnnen[?]Freilich nicht / ſondern es wird jhm vielmehr eine vrſache ſeiner e - wigen verterbnuͤs vnd verdamnuͤs ſein / ſonder -1. Tim. 6. lich da ers per fas & nefas, dolo malo vnd durch die Welſche Practicken erworben hat. DannherMat. 16. Chriſtus ſaget: Was hilfft einen Menſchen ꝛc. Es hat aber der Apoſtel allhie ſonderzweiffel geſehen auff die worte des Patriarchen Jacobs / der ſein vnd aller Menſchen leben gar eigentlich beſchreib et / Gen. 47. Da er dem Koͤnig Pharao in Egypten auff ſeine frage antwortet: Die zeit meiner Wal - fart iſt 130. Jahr / wenig vnd boͤſe iſt die zeit meines lebens / vnd langet nicht an die zeit meiner Vaͤter / in jhrer Walfart. Da weis ers anders nicht zu intituliren als eine Walfart / da man immer auff wagendem Fuſſe ſtehet. Ja es nennet es Gott ſel - ber nicht anders. Exod. 6. terram peregrinatio -Exod. 6. nis patrum. So hat er auch geſehen auff die wor - te Davids / Pſalm. 39. Ich bin beydes dein Buͤrger /C ijvnd[20]1. Par. 29.vnd dein Bilger / wie alle meine Vaͤter. Wie meint er das? Ein Buͤrger vnd ein Bilger ſein iſt ja wiedereinander. . David redet dieſe worte di - verſo reſpectu. Einen Buͤrger Gottes nennet er ſich / weil er nicht allein iſt ein lebendig gliedwas des Geiſtlichen Hauſes Eccleſiæ, ſondern weil er auch ſchon allreit ſpe & fide in Meſſiam das Buͤrger - recht zum Himliſchen Vaterlande habe. EinenHeb. 13. Bilger aber nent er ſich dieſes zeitlichen lebens hal - ben / darinnen er gar keine bleibende ſtat / ſo wenig als ſeine Voreltern habe / Auff dieſe zeugniſſe der Schrifft hat nun Paulus ohne zweiffel geſehen / da er ſagt: Ewer Wandel iſt im Himmel. Vnd anderswo ſagt er von ſich vnd ſeinen Mit Apoſteln. Incertis vagamur ſedibus. Vnd darmit ſtimmen auch die andern Apoſtel. Epiſtola ad Heb. 11. ſagt von den Altvaͤtern / daß ſie im glauben geſtorbenDeut. 34. weren / ob ſie gleich die verheiſſung / das iſt / die erfuͤl - lung der verheiſſung vom Lande Canaan nicht empfangen / ſondern ſie nur von fern geſehen hetten / vnd hetten bekant / daß ſie Gaͤſte vnd Frembling auf Erden weren. Vnd Cap. 13. Wir haben hie keine bleibende ſtelle / ſondern die zukuͤnfftige ſuchen wir. 1. Pet. 2.Vnd D. Petrus 1. Cap. 2. nennet vns auch Bilger vnd Fremblinge / Vnd deſſen erinnert vñ auch Pau -2. Cor. 5. lus 2. Cor. 5. Daß wir vnſer Behauſung droben im Himmel hetten / hie aber wohneten wir nur in einer zerbrechlichen Huͤtte / die man jetzt auffſchlage / bald wieder einbreche / heute da / morgen anderswohin ſe -Exod. 26 tze / wie vorzeitten die Jſraeliten jhr templum por - tatile oder Stifft Huͤtten / vnd die Saracenen jhre tentoria. D. Auguſtinus vergleicht vnſer leben / ei -ner[21]ner Nachtherbrige / vñ ſagt daß ein jeder Menſch in 4. vnterſchiedliche Herbrigen einkehre. Die 1.1. helt er in Utero materno, darinnen er ſich auffs lengſte ein 10. Monat auffhelt. Die 2. helt er in2. der Welt / darinnen mancher kaum eine Stunde / ei - nen Tag / Woche / Monat oder Jahr auffhelt / vnd wieder davon eilet / Vnd ob gleich etliche ein 60. 70.Pſal. 90. vnd wenn es hoch koͤmpt ein 80. Jahr / darinnen verziehen / ſo muſſen ſie doch auch endlich auff vnd darvon / vnd die 3. Herbrige einnehmen / dieſelbe iſt3. nu das Grab / darinnen er raſtet bis an den Juͤng - ſten tag vnd wiederkunfft Chriſti des HErren. Die 4. aber wird der Menſch halten vel in igne vel re -4. frigerio æterno, darinnen er alſo denn ſeine bleibenMat. 25. de ſtelle immer vnd ewig haben wird. Vnd ob gleich einer mit Socrate ſagen wolte: Mundanus ſum, ſo vberzeugt jhn doch neben den exempeln der ſchrifft die allgemeine erfahrung / daß allen Menſchen ein - mal zuſterben geſetzt ſey / vñ daß ſie hie nur das elendHeb. 9. Pſal. 84. bauen / vnd durch den Jammerthal gehen / ſintemal immer einer nach dem andern reumet vnd auswan - dert / vnd die hinter ſtelligen mit ſtillem Munde alſo anredet: Hodie mihi, cras tibi. Sors hodierna mi - hi, Cras erit illa tibi. Vnd gehet hie zu wie in einer Badſtuben / da einer aus / der ander eingehet. Sehr wol gefallen mir die ſchoͤnen Verßlein Johan. Ro - ſæ Profeſs. Jen.

Vita, Viatoris quaſi tranſitus: omnia finem, Quicquid hîc immundus mundus honorat, habet. Tranſit Honos: tranſit Fortuna: Pecunia tranſit: Mente Deo ſimilis corpore tranſit Homo. C iijTranſivêre[22]Tranſivêre Patres: ſemel hinc tranſibimus omnes: In cœlo patriam qui bené tranſit habet.

Uſus. Es dienet vns aber dieſer Pauliniſche Spruch1. zu einer nuͤtzlichen vermanung / 1. daß wir bey vnd vnter den Tagen vnd Jahren vnſerer Bilgram - ſchafft ſtuͤndlich vnd taͤglich / einen Himliſchen oder Goͤttlichen Wandel fuͤhren / wie vom Enoch geſagt wird / quód ambulaverit coram DEO, vnd weilGen. 5. Heb. 13. wir hie keine bleibende ſtat haben / vnſere hertzen /Surſum corda glauben / ſeufftzer vnd hoffnung zu Gott in Himmel gerichtet ſein laſſen / vnd als treue Knechte mit groſ -Marc. 13 2. Tim. 4 ſem verlangen auff die erſcheinung vnſers HErrn vnd Heilands warten / oder wie er anderswo ſaget / dieſelbe lieb haben. Dazu vermahnet vns ChriſtusMatt. 6. ſelber / Jhr ſolt euch nicht ſchaͤtze ſamlen auff Er - den / die der Roſt vnd Mutten verzehren / vnd die Diebe nachgraben vnd ſtelen: Samlet euch aber Schaͤtze im Himmel vnd laſſet euer hertz ſein wo euer Schatz iſt. Vnd Paulus wil / daß wir nichtCol. 3. das was hie nieden / ſondern was droben do Chriſtus iſt ſuchen ſollen. Sehnet ſich doch ein Kind in der frembde / da ſichs viel vngeluͤcks genitten mus / hertz - lichen anheim zu ſeinen lieben Eltern vnd Geſchwi - ſter. Vielmehr aber ſol vns verlangen nach vn -2. Cor. 5. ſer behauſung / die im Himmel iſt / damit wir dem boͤ - ſen Wirtte dem Teufel / vnd ſeiner lieben Braut der Welt einmal aus den Augen kommen moͤgen / vndGen. 25. zu vnſern Vaͤtern / Bruͤdern vnd Schweſtern ver - ſamlet werden / die gleichesfals vnſer mit groſſem verlangen warten. Wie wir ſolche begierde auchPſal. 116 ſehen / am Koͤnig David / Ambulabo coram Domi -no in[23]no in regione vivorum. Jtem / Wie ſich der Hir -Pſal. 42. ſche ſehnet nach friſchem Waſſer / Alſo duͤrſtet auch meine Seele nach Gott / dem lebendigen GOTT. Wenn werde ich dahin kommen / daß ich Gottes An - geſicht ſchaue. Am heiligen Petro / Hie iſt gut ſein. Mat. 17. Apoc. 22 Phil. 1.Am heiligen Johanne: Veni bone Jeſu. Am hei - ligen Paulo: Cupio diſſolvi & eſſe cum Chriſto. Am heiligen Bernhardo: Quocunꝙ́ loco fuero, Chriſtum meum deſidero. Quám lætus cum inve - nero. Quàm felix cum tenuero. Am Auguſtino: Nolo vivere, mori deſidero, ut videam Chriſtum meum. An der heiligen Monica: Evolemus, E - volemus. Weiter wil auch der Apoſtel alle Geiſt -2. liche Bilgramsleutlin mit ſeinem Politeumate ver - mahnet haben / weil ſie gar eine weite ſchwere Reiſe hinein zuthun haben / daß ſie ſich vor jhrem anszuge nicht allein mit gutter Ruͤſtung / wie er ſie Epheſ. 6.Eph. 6. ſpecificiret, ſonderlich aber mit dem Schwerte des Geiſtes / vnd Schilde des glaubens / wieder den Hel - liſchen Straſſenreuber den Teuffel / vnd alle ſeine liſtigen anleuffe vnd jrrwiſche / dadurch er vns auff ſchedliche jrrwege abfuͤhren / niederwerffen vnd vns vnſers Schatzes berauben wil: Sondern auch mit nothwendiger zehrunge vnd nahrunge Goͤttliches Wortes vnd Troſtes gefaſt machen / vnd jhnen als Geiſtliche Ohmeiſen einen gutten vorrath vnd pro -Prov. 6. ſiant krefftiger Hertzſterckung vnd Labſal der See - len einſamlen: damit ſie hernach auff dem wegeMarc. 8. nicht verſchmachten / ſondern in krafft dieſer Speiſe / den groſſen vngeheuren Myrrenberg des todes ge -1 Reg. 19 troſt mit Elia erſteigen / vnd zu Gott ins ewige leben kommen moͤgen. Sol aber dieſes geſchehen / ſol -3.len[24]len wir vns ſchlieslich dieſe Apoſtoliſche vermanungLuc. 21. auch eine warnung ſein laſſen / daß wir vnſer hertzen mit der ſchweren Laſt vnd Buͤrde der zeitlichenLuc. 8. Guͤtter vnd Fleiſchlichen wolluͤſten / vñ andern ſuͤn - den nicht zu ſehr beſchweren / oder dieſelbe ja zuvor von vns ablegen / damit wir nicht darunter krafftlos werden vnd erliegen. Denn wie ſichs mit einem Vo - gel ſehr vbel fleucht / wenn er ſeine Fittige mit Miſpel oder Vogelleim beſchmieret hat / Alſo wandert ſichs auch zumal vbel / wenn ein Menſch einen vnbekand - ten vnd ſchlipfferigen Weg / vnd eine enge Pforten fuͤr ſich hat / vnd wil gleichwol ſein mattes Hertz / Seel / vnd gewiſſen mit fleiſchesluſt / augenluſt vnd hoffertigem weſen / mit geitz / freſſen / ſauffen / vnzucht / hoffarth vnd vbermuth belaͤſtigen vnd beladen. O wie gar vbel kan ein ſolch Weltmenſch das SurſumSyr. 41. corda practiciren, vnd mit Paulo von hertzen ſa - gen: Cupio diſſolvi. O wie gar bitter iſt einem ſolchen Geldnarren nur memoria mortis, ſchweige dann mors ipſa. Ach wie bald iſt es mit einem ſol - chen Menſchen geſchehen / daß jhn der Teufel zu fall bringt durch die irritamenta malorum, vnd jhm Gottes Wort / den glauben / ein guttes gewiſſen / vnd ſeine ſeligkeit aus dem hertzen reiſſet vnd raubet / derhalben hie ein jeder ſeiner Schantze wol warzu - nehmen hat. Vnd weil vns Gott weder vnſer le -Vitaq́; manci - pio nulli datur. ben / noch vnſer Haus vnd Hoff / zu erb vnd eigen gegeben / ſondern nur als Hausgenoſſen auff ein zeitlang zugebrauchen geliehen / vnd er vns daſſelbe beydes durch ſein wort / vnd durch die taͤgliche erfah - rung / vnd vorangehende Bilgramsleute alle ſtun - den auffſaget / ſo laſt vns ſolches nicht in Wind ſchla -gen / wie[25]gen / wie Huͤner vnd Genſe im Korbe / Gleichſam het -Eſa. 28. ten wir einen pact mit dem Tode / vnd einen anſtand mit der Hellen gemacht / ſondern laſt vns dem vnge - rechten Haushalter ſeine klugheit in dieſem fall ab -Mat. 16. lernen / vñ vns vm̃ eine andere Herbrige vm̃ſchauen / auff das wenn wir nu davon / wir in die ewige Huͤt - ten von Gott auffgenommen werden / darinnen wir vnſer πολίτευμα vnd Buͤrgerliches weſen vnd leben immerzu haben vnd continuiren werden.

Atꝙ hæc de 1. loco dicta ſufficiant.

De Secundo loco.

WEil es denn aus angehoͤrtem berichte2. Locus. gewiſſer denn gewis iſt / daß wir allhie keine bleibende Stat haben / ſo iſt es weiter wol fragens werth vnd noͤtig / Wo wir denn vnſer Va -Q. terland vnd die immerbleibende ſtelle ſuchen / finden vnd haben werden. Dieſe frage beantwortet vns auch allhier der Apoſtel vnd ſagt: Nicht zu Rom /. Jeruſalem / Conſtantinopel / nicht zu Augſpurg / Nuͤrnberg / da gewaltige niederlagen vnd geniesliche gewerbe vnd Kauffhendel ſein / da die Buͤrger auch groſſe herrligkeiten vnd freyheiten haben / ſondern1. deſcen - dit. im Himmel. Denn weil wir vnſere Staͤtte darin - nen / ſo wol als die gefallenen Engel / verloren hat - ten / ſo iſt Chriſtus vnſers heils halben vom Himmel auff Erden kommen / iſt ein armer Exul vnd Bil - gram worden / vnd vns Himmelsreumigen Betlern mit ſeinem volkommenen gehorſam vnd verdienſt das Himliſche Vaterland vnd ewige BuͤrgerſchafftDdarinnen[26]2. Aſcenditdarinnen erworben. So iſt er auch nach ſeinerJoh. 14. volendeten Bilgramſchafft wieder gen Himmel ge - fahren / vns denſelben wieder eroͤffnet / vnd darinnen bleibende ſtellen vnd luſtige Wonungen bereitet /3. redibit. Vnd von dannen haben wir auch Chriſtum vnſern4. reſuſcita tos glori - ficabit. Heiland wieder zugewarten / da er vnſer nichtige ſterbliche vnd verweſeten Leiber wieder aufferwe - cken / dieſelbten herrlich verkleren / vnd vns zu ſich ne - men / auff das wir auch ſein vnd bleiben / da er iſt /Joh. 17. 12. laut ſeiner vertroͤſtung. Vnd dahin vermahnet vns auch vnſer Heiland Jeſus Chriſtus / vnſer Heupter /Luc. 21. Rom. 8. Coloſſ. 3. Augen vnd Hertz zuerheben / vnd von dannen vn - ſere erloͤſung hoffen. Vnd Paulus befielet daß wirSuperna quærite. ſambt allen Creaturen auff die herrliche Offenbah - rung der Kinder Gottes ſchnlich warten ſolten. 2. Tim. 4.Verheiſſet auch denen die Krone der gerechtigkeit / die ſeine erſcheinung lieb haben. Weil vns nunJoh. 3. Chriſtus das Himliſche Vaterland mit ſeinem tode erworben / vns auch daſſelbe zu ſchencken zugeſaget:Joh. 10. Jch gebe jhnen das ewige leben / ſo haben wir vns1. deſſen im leben vnd ſterben gewis zuverſehen.

Was es aber fuͤr ein herrlich lieblich weſen vm̃ dieſe3. Cor. 2. vnſere Buͤrgerſchafft haben werde / ſo giebt ſich der A - poſtel zwar anderswo klar an: Es habe es kein Au - ge geſehen / kein Ohr gehoͤret / ſey auch in keines Men - ſchen hertze kommen / was Gott bereitet habe denen ſo jhn lieben. Aber gleichwol wil es Paulus etli - cher maſſen andeuten durch das woͤrtlein πολίτευμα, damit er das ewige leben vergleichet Civili con - verſationi, Einem Buͤrgerlichen handel vnd wan -Zach. 12. del. Denn die in dieſer welt wahre lebendige Glie - der vnd Buͤrger des Hauſes Davids / vnd der StadJeruſalem /[27]Jeruſalem / das iſt / der Chriſtlichen Kirchẽ ſein / die ſol - len auch Himmelsbuͤrger im ewigen leben ſein / da - rinnen ſie Stad - vnd Buͤrgerrecht / das jhn Chriſtus1. Pet. 1. teuer erworben / haben / aller Himliſchen privilegien vnd immuniteten, freyheiten vnd herrligkeiten al - ler heiligen genieſſen / vnd eine ewige / friedliche / freundliche / freudenreiche Gemein vnd Geſellſchafft Gottes / aller Engel vnd auſſerwelten halten wer - den / vnd das ſchoͤne Ecce quàm bonum, & quàmPſal. 133 jucundum, habitare fratres in unum ſingen vnd practiciren, daſelbſt wird rechte Buͤrgerſchafft den gleubigen gegeben. Darzu der Engel Bruͤder -Collatio. ſchafft ein gar herrliches leben / wie wir ſingen / ꝛc. Hie in dieſer welt / wohnen wir nur in ſolchen Staͤd -1. ten / Heuſern vnd Huͤtten / die durch Menſchen hen - de von Holtz / Stein vnd Leim gebauet ſind / Aber das Haus vnd die Stad Gottes / darinnen wir vn - ſern Wandel haben werden / iſt ohn hende von GottApoc. 21 ſelber gebauet / vnd ſind derſelben Gruͤnde / Mauren / Pflaſter vnd Thor von lauterm Golde / Perlen vnd Edelgeſteinen / Als Jaſpis / Saphirn / Smaragden vnd andern gezieret / darinnen wird kein Tempel ſein / denn wir werden alle von Gott ſelber gelehret ſein / Werden auch keiner Sonn vnd Mond beduͤrffen. Denn die herrligkeit Gottes wird vns erleuchten. 2.Hie wohnen wir in alten kleinen / bawfelligen / zu - brechlichen Staͤdten vnd Huͤtten / Aber dort haben wir ein neues / groſſes vnd ewiges Jeruſalem zuge - warten. Hie muſſen wir offt bey vnſern Staͤdten3. vnd Heuſern groſſe ſchatzungen vnd ſteuer / ſambt andern beſchwerungen vnd vberlaſten auf vns neh - men / auchofft bey einer gutten vnd gerechten ſache /D ijvon[28]von Tyranniſcher Ob rigkeit gewalt vnd vnrecht leiden / auch wol von Haus vnd Hoff / Erb vnd eigen ins wilde Feld verſtoſſen vnd verjagt werden. Aber in der kuͤnfftigen Stad Gottes / wird vns niemand keinen ſchaden noch hertzeleid mehr zufuͤgen / viel we -1. Theſ. 4 2. Pet. 3. niger aber ausſtoſſen koͤnnen / ſintemal beſtendiger friede vnd ſicherheit daſelbſt ſein / Ja auch ewige ge -4. rechtigkeit darinnen wohnen wird: Jn ſumma. Jn dieſer welt kommen offt boͤſe muttwillige Buben / falſche luͤgen vnd leſtermeuler / die Buͤrgerliche Ge - ſelſchafft vnd freundſchafft trennen / vnd den gemei - nen friede zerſtoͤren. (Cujus vis eſt turbare Rem & tranquillitatem publicam &c.) Aber dorte wird ein ewige / beſtendige liebe / trew vnd freundſchafft ſein vnd bleiben zwiſchen den Kindern Gottes / VndEſa. 25. Apoc. 7. Pſal. 16. weil Gott alle Threnen von jhren augen abwiſchen wird / ſo werden ſie haben freude die fuͤlle / vnd ein lieblich weſen. Jſt es nu vor zeiten ein herrlich dingAct. 22. geweſen vmb einen Roͤmiſchen Buͤrger / Alſo daß mancher das Buͤrgerrecht zu Rom / mit groſſem Gelde erkaufft hat / ſo iſt es viel 1000. mahl mehr ein herrlich ding vmb die Buͤrgerſchafft des ewigen le - bens. Derhalben wir auch dieſelbige allen Welt -Joh. 10. ſchaͤtzen vnd Kleinnodien weit vorziehen / vnd vns da - hin ſehnen ſollen / da wir haben werden das leben vnd volle genuͤgen / vnd wie Auguſtinus ſaget: Fi - nem deſideriorum noſtrorum, ubi DEVM ſine fine videbimus, ſine faſtidio amabimus, & ſine fa - tigatione laudabimus. Vber dieſe erzelte herr - ligkeiten der Himliſchen Buͤrger / macht der Apoſtel allhie noch eine namkuͤndig / nemlich glorificatio - nem Corporum noſtrorum vnd ſagt: Chriſtus vn -ſer HErr[29]ſer HErr vnd Heiland werde vnſere nichtigen Lei - ber verkleren ꝛc. Vnd weil Contraria ContrariisModus glorifica - tionis. oppoſita magis eluceſcunt, Vnd man deſto mehr vnterſcheides befindet / wenn man ſchwartz vnd weis gegeneinander helt: So helt Paulus auch hie ge - geneinander vnſere jetzigen vnd kuͤnfftigen Leiber / vnd ſagt: Hie haben wir σώματα τοῦςταπεινώσεωρ Cor -Præſen - tia Cor - pora. pora humilitatis nichtige / ſchwache / gebrechlige / ſterbliche vnd vorwesliche Leiber / die der ſuͤnden hal - ben / vielen gebrechligkeiten vnd dem Tode ſelber vnterworffen ſein / durch welchen ſie zerſplittert vñ zu Staub vnd Aſche reſo[l] viret werden / verweſen vnd verfaulen muſſen /Dannher er ſie auch anderswo ſterbliche / verwesliche / vnehrliche / ſchwache vnd na -1. Cor. 15 tuͤrliche Leiber nennet / Aber am Juͤngſten tage wirdFutura. er vns ſpannewe / ſchoͤne vnd helleleuchtende Leiber dafuͤr geben / Vnd ob es wol vnſer jetzigen Leiber ſein werden / wie es Job vnd alle Chriſten in jhrem glau -Cap. 19. ben bekennen: So werden ſie doch gar ein anderCredo hu jus Car - nis reſur. Schema form vñ geſtalt haben / ſintemal nicht allein die ſuͤnde / ſondern auch alle ſterbligkeit vnd verwes - ligkeit davon weit abgethan ſein / vnd das ſterbliche vnd verwesliche / das vnſterbliche vnd vnverwesliche anziehen wird / wie der Apoſtel am zuvorangezoge -1. Cor. 15 nen Spruche redet. Welcher geſtalt aber der him - liſche Illuminiſt Jeſus Chriſtus vnſere nichtigen Leiber verkleren werde / das zeigt Paulus auch an vnd ſaget / daß ſie im glantz vnd klarheit nicht allein ehnlich ſein werden des Himmels glantz vnd denDan. 12. Sternen / Auch nicht allein der Sonnen / AuchMat. 13. nicht allein den heiligen Engeln / wie Chriſtus ſaget /Mat. 22. ſondern dem verklerten Leibe Chriſti ſelber. WasD iijaber[30]aber Chriſti Leib fuͤr groſſe klarheit habe / das ſehen wir nicht allein aus der Hiſtoria ſeiner Aufferſte - hung vnd der Himmelfarth / da er mit ſeinem LeibeLuc. 24. durch den verſiegelten vnd vnabgeweltzten Grab - ſtein aufferſtehet / Durch verſchloſſene Thuͤren zuJoh. 20. Act. 1. Marc. 16 Matt. 17 ſeinen Juͤngern ins verſchloſſene Gemach koͤmbt / daß er ſich vnſichtbar macht / ſich in die Lufft hinauff ſchwinget / ſondern auch aus ſeiner verklerung auff dem Berge Thabor / da ſein Antlitz gefinckelt wie ein Helle Sonne / vnd ſein Kleid ſo weis worden als der Schnee. Mit ſolcher klarheit wil Chriſtus (ſagt hie Paulus) vnſere Leiber auch zieren / wie ers auch wie - derholet / 1. Cor. 15. daß wie wir hie getragen hetten das Bilde des jrrdiſchen / Alſo wuͤrden wir auch tra - gen das Bilde des Himliſchen Adams. Vnd darmit1. Joh. 3. ſtimmet auch Johannes. Es iſt noch nicht erſchie - nen was wir ſein werden / wenn es aber erſcheinen wird / werden wir ſein wie er iſt. Doch ſollen gleich - wol dieſe worte Pauli cum grano ſalis, vnd wie die Gelerten reden: οὐ κατὰ τό πόσομ non ſecundum quantitatem, nicht nach der groͤſſe vnd fuͤlle ſeines verklerten Leibes / ſondern κατὰ τὸ ποῗομ juxta qua - litatem Nach der ehnligkeit / Nach welcher der Auß - erwelten Leiber ſeinem verklerten vnd helleleuchten - den Leibe ehnlich vnd gleichfoͤrmig werden anzuſe - hen ſein. Denn gleich wie jetzt ein groſſer merckli - cher vnterſcheid iſt zwiſchen dem lichte vnd glantze der Sonnen / Mondens vnd Sternen / vnd auch im ewigen leben zwiſchen den ſeligen Chriſten ingemein / vnd zwiſchen den hocherleuchten vnd hochbegabten heiligen Gottes inſonderheit / ſein wird / Alſo das die - ſe viel groͤſſer klarheit vnd herrligkeit dort habenwerden /[31]werden / denn jene / wie Dan. 12. vnd Paulus lehret /Dan. 12. 1 Cor. 15 ob ſie wol alle einen Himmel vnd eine ſeligkeit ha - ben werden. Alſo wird auch an dem Heupte Chri - ſto / vnd ſeinem Leibe viel ein ſtercker Licht / glantz / klarheit vnd herrligkeit / denn an den Gliedern dorte im ewigen leben zuſehen ſein / Nicht allein wegen ſei - nes verklerten Leibes / ſondern auch wegen der Per -Matt. 17 ſoͤnlichen vereinnigung der inwohnenden Gottheit /Coloſſ. 3. derer fuͤlle in Chriſto leibhafftig wohnet vnd leuch - tet / Von deſſen lichte vnd glantze werden wir auch vnſer klarheit empfangen / welche nicht allein derExod. 34 Act. 7. Matt. 22 Pſal. 104 klarheit Moiſis / Stephani / der Sonnen vnd Mon - dens / vnd der heiligen Engel gleich ſein / ſondern auch dieſelbe weit vbertreffen wird. Deſſen wir vns deñ beydes wieder die ſcheutzligkeit des Todes / vnd wie - der die deformitet, mengel / ſchaͤden / gebrechen / vnd verwesligkeit dieſer vnſerer finſtern Leiber / hertzlich troͤſten ſollen. Damit aber gleichwol niemand weder an dem willen / noch an der krafft vnd ver - moͤgen Chriſti zu zweiffeln vrſach habe / ſo gibt jhm Paulus hie zween namen die vns alles zweiffels ent - ledigen koͤnnen / Denn 1. nennet er jn einen Heiland /Voluntas Chriſti. einen Helffer vnd reſtauratorem des verlornen E - benbildes Gottes. Jſt er nu von Gott zu einem1. Cor. 1. Luc. 2. Act. 10. Rom. 3. Heiland gemacht / bereitet vnd vorgeſtelt / J[a] ſo ſol er vns / die der Teuffel durch die ſuͤnde verſtelt hat / wieder erleuchten / Vnd weil wir auch hie hoͤren / daß er zu den ſeinen nicht als ein ſtrenger Gott vñ Rich - ter / ſondern als ein freundlicher Heiland kommen wil / ſo wil ers auch gerne thun / denn ſonſt koͤndte erRom. 8. nicht vnſer Heiland ſein / wenn er vns nicht zugleich2. Facultas Chriſti. gerecht vnd herrlich machen wolte. 2. Nennet er jneinen[32]einen HErrn. Nicht aber einen Ohnmechtigen / ſondern einen Allmechtigen HErren der ſolche krafft hat / damit er jhm alle ding kan vnterthenig machen / oder wie er ſelber ſagt / dem gegeben iſt alleMat. 28. vnd 11. Pſal. 8. gewalt im Himmel vnd auff Erden / vnd dem alle ding vbergeben ſind. Jſt er nun ein ſolcher HErr dem alle ding vnd Creaturen vnterworffen vnd vn - terthan ſind / ſo wirds jhm nicht vnmuͤglich / ſondern vielmehr leicht zuthun ſein / vns vnſere vhrſpruͤngli - che klarheit vnd herrligkeit zu reſtituiren. DennGen. 1. hat er anfenglich aus finſternuͤs Licht machen / vnd aus einem Erdenklos vnd Menſchen Ruͤbe eine ſchoͤ - ne holdſelige Mans vnd Weibesperſon formiren koͤnnen / wie ſolt er denn aus der Aſchen des Men - ſchen vnd aus ſeinen Ruͤben vnd Knochen / nicht ei - nen ſpannewen vnd helleleuchtenden Coͤrper ma -Ezech. 37 Joh. 12. 1 Cor. 15 chen koͤnnen / zumal weil ers zuthun verheiſſen / vnd auch an den Todtenbeinen beim Ezechiele vorgebil - det hat / vnd noch jaͤhrlich durch das Sahmkoͤrnlein in der Erden / welches viel ſchoͤner herfuͤr wechſt deñ es geſeet worden / Ja teglich durch die Aſchen vnd Kieslingſteine / daraus ein Glaſemacher ein ſchoͤn durchſichtig Glas machet / vnd durch viel andere Creaturen in der Natur vorſtellen leſſet.

Modus acquiren πολι - τεύματος cæleſtis. Es moͤchte jhm aber ſchlieslich ein fromes / bloͤ - des hertz / hie kuͤmmerliche gedancken machen vnd ſa - gen: Jch zweiffele gar nicht /Es werde vmb die Himliſche Buͤrgerſchafft der Auſſerwelten Gottes / vnd vmb jhrer Leiber klarheit im ewigen leben eine vberaus gros wichtige herrligkeit ſein / die kein Auge1. Cor. 2. geſehen / kein Ohr gehoͤret / ꝛc. Auch keines menſchen Zunge ausſprechen kan. Aber eines wolte ich gleich -wol[33]wol gerne wiſſen wie man zu dieſer Buͤrger - vnd Bruͤ - derſchafft komme / ob ich mich auch derſelben anzu - maſſen. Da hoͤre mein Chriſt vnd wiſſe gewis / daß ſo wenig du an jenem / ſo wenig auch an dieſem zu - zweiffeln haſt / vnd damit ich dirs kurtz vnd gleich mit einem worte ſage / ſo verſichert dich deſſen dein heili - ger Kinder Catechiſmus, an den du dich in dieſem vnd allem andern zweiffel halten muſt. Jnſonder -1. heit aber durch die heiligen Zehengebot / darinnen er dir vnd allen ſeinen Buͤrgern / alle ſeine Statuta, ſeine Stadrechte vnd Buͤrgerliche PoliceyOrd - nung offenbaren vnd verleſen leſt / auff das du wiſ - ſen moͤgeſt / was du jhm als deiner hoͤheſten Obrigkeit fuͤr Tribut, Schos vnd Schatzung zugeben / oder wie du dich gegen jhm im Himmel / vnd gegen deinen Mittbuͤrgern auff Erden zuerzeigen ſchuldig ſeiſt. 2.2. Verſichern dich deſſen die 3. HeuptArtickel des Chriſtlichen glaubens / darinn vns Gott der Vater ſolche vnſere Buͤrgerſchafft / vnd daneben ſeine ge - nade / erhoͤrung vnſer Supplication, ſchutz vnd huͤlf - fe zuſaget: Chriſtus aber weiſet / wie teuer er dir nicht etwan das Roͤmiſche / ſonder Himliſche Buͤr - gerrecht mit ſeinem Blut vnd Tode erkaufft vnd erworben: Der heilige Geiſt aber dich aller Buͤr - gerlichen Immuniteten vnd gemeinſchafft der Hei - ligen vnd Buͤrger Gottes / der vergebung der ſuͤn - den / der aufferſtehung vnd verklerung vnſers Leibes vnd des ewigen lebens / in Gottes Worte durch den glauben verſichert. 3. Durchs Gebete / darinnen3. er dir nicht allein macht vnd gewalt / ſondern auch ſeinen befehl giebt / daß du jhn als deinen Vater vmb das Himliſche Buͤrgerrecht / vnd allerley wolthatenELeibs[34]Leibs vnd Seelen anruffen ſolteſt / vngezweiffelter hoffnung / daß er dich hoͤren / nehren / ſchuͤtzen / ꝛc. 4.4. Durch die heilige Tauffe / darinnen du Gott dein homagium vnd Buͤrgerliche huldung gethan / Chri - ſtus aber dich mit ſeinem heiligen Blutte / in das Stadbuch des ewigen lebens eingeſchrieben / vnd fuͤr ſeinen Buͤrger vnd Bruder angenommen hat. Ja darinnen der heilige Geiſt reichlich durch Jeſum Chriſtum ausgegoſſen iſt / auff das du durch deſſel -Tit. 3. ben genade / ꝛc. 5. Durch die heilige Abſolution /5. darinnen er vns auff vnſer bitten / ſuppliciren vnd confitiren vnſer Geiſtlich Buͤrgerrecht / ſo wir das etwan durch vnſere rebellion vnd vngehorſam ver - ſchertzt / wiederumb auffs newe verlehnt vnd zuſagt / vns auch deſſen mit ſeinem Leib vnd Blutte / als vn -Praxis hujus doctrinæ ſerm Loͤſegelde / im Hochwirdigen Abendmal vorſi - chert / Da pruͤfe vnd befrage ſich nu ein jeder gar wol in ſeinem hertzen / ob er auch ein Buͤrger mit den hei - ligen vnd Hausgenoſſen Gottes ſey /Denn das kan er leicht aus dem bericht / wie jetzo geſagt wiſſen.

1.

1. Wo fern er das Himliſche Buͤrgerrecht in derLuc. 10. heiligen Tauffe erlanget / vnd in das StadBuch des lebens / welches Chriſtus ſelber / eingezeichnet / vnd al - ſo ein rechtſchaffen lebendig Glied der Chriſtlichen Kirchen iſt / dann auſſer derſelben iſt doch kein heil / ꝛc.

2.

2. Ob er auch die Statuta der Himliſchen Buͤr - ger beydes aus den Zehengebotten / vnd Artickeln des Chriſtlichen glaubens wiſſe vnd verſtehe.

3.

3. Ob er ſich auch denſelben gemes verhalte / ſei -Pſalm. 2. nem HErren vnd Koͤnige gehorche / folge vnd diene / jhm ſeinen Tribut / Schos vnd Schatzung / ſeinesgebets[35]gebets vnd gantzen Chriſtenthumbs fleiſſig entrichteMatt. 22 vnd gebe was ſein iſt.

4. Sehe er zu ob er auch die Buͤrgerliche laſt4. vnd beſchwerung / die allen andern Buͤrgern Got - tes gemein ſein / willig vnd geduldiglich ertrage / vnd1. Pet. 5. laſſe ſich weder durch lieb noch leid / luſt noch furch - te / Tod noch Leben / zur rebellion wieder Go to der defection bewegen / ſondern ſey vnd bleibe jhm ein lieber getreuer bis in den Tod. Apoc. 2.

5. Habe er acht drauff / daß er ſein Buͤrgerrecht5. nicht wieder verſchertze oder verliere / oder da ers ja verſehen / vnd an Gotte ſeinem HErren trewloſe worden were / ſehe er zu / daß er ſich je ehe je beſſer mit jhm wieder ausſoͤhne / vnd mit warem glauben an ſei - nen Wagen oder Roß halte / wie andere Miſſethaͤ - ter zu thun pflegen.

6. Sollen wir als denn / als die Weiſen vorſich -6. tiglich / vnd als am Tage wandeln / vnd wie hie Pau -Eph. 5. lus vermanet als treue wachende Knechte / auff dieMat. 24. zukunfft vnd erſcheinung vnſers Heilands / im glau - ben vnd gutten gewiſſen warten / vnd vns vnter al - lem Creutze auch im Todsſtuͤndlein ſelber vnſererLuc. 21. kuͤnfftigen erloͤſung / vnd vnſerer Leiber aufferwe - ckung vnd verklerunge troͤſten. Wer nu dis bey ſich befindet / der hat im wenigſten an ſeiner ſeligkeit nicht zu zweiffeln / es habe gleich ſonſt ſo einen elen - den zuſtand mit jhm wie es wolle / ſondern kan mit Paulo ſagen: Jch weis an welchen ich gleube / vnd2. Tim. 1. bin gewis / daß er mir mein beylage kan bewahren bis ans ende. Vnd mit Job: Jch weis daß meinJob. 19. Erloͤſer lebet / vnd er wird mich hernach aus der Er - den aufferwecken / vnd werde darnach mit dieſer mei -E ijner Haut[36]ner Haut vmbgeben werden / vnd werde in meinem Fleiſch Gott ſehen / denſelben werd ich mir ſehen / vndRom. 8. meine Augen werden jhn ſchauen vnd kein frembder. Jtem / Jch bin gewis daß mich weder Tod noch Le - ben / weder Engel noch Fuͤrſtenthumb / noch gewalt / weder gegenwertiges noch zukuͤnfftiges / weder ho - hes noch tieffes / noch keine andere Creatur vns kan ſcheiden von der liebe Gottes / die in Chriſto Jeſu iſt vnſerm HErren. Wer aber dieſe ken-vnd merck - zeichen der Himliſchen Gottes Buͤrger / nicht an ſich befindet / der gehoͤret auch warhafftig nicht in die Zunfft der Himliſchen Buͤrger vnd Hausgenoſſen / wie gros dicentes er auch wol ſonſt von ſeinem Chri - ſtenthumb machen koͤnne / ſondern vnter die Zahl der Heuchler / von welchen Chriſtus ſagen wird: War -Matt. 7. Mat. 25. lich ich kenne euer nicht. Es iſt nicht ein Schaff Chriſti / ſondern ein ſtinckender Bock des Sathans. Jn ſumma / Er gehoͤret in das Hellenregiſter / davonApoc. 21 1. Cor. 6. Gal. 5. Johannes vnd Paulus ſaget / daß ſie das Reich Got - tes nicht ererben ſollen / wo fern ſie ohne hertzli - che heilſame buſſe / verharren vnd hinfahren. Der - halben ſehe ein jeder zu / ſo lieb jhm Chriſtus vnd ſei - ner Seelen ſeligkeit iſt / daß er der zukunfft ſeines Heilands / als ein treuer Knecht / vnd kluge Jung - fraw im glauben vnd gutten gewiſſen erwarte / ſei -2. Tim. 4. nen lauff alſo vollende / daß er kempffe einen gutten kamff / vnd darinnen den glauben behalte / damit er1. Pet. 1. auch die Krone der gerechtigkeit / vnd das ende ſei - nes glaubens / welchs da iſt der Seelen ſeligkeit / da - von bringe / das helffe vns Gott allen mit genaden. Amen / Amen.

Repe -[37]

Repetantur repetenda. Sequitur Εγκόμιορ Perſonæ.

Was nu zum beſchlus die Perſon / Lehr / Wandel vnd Tod / vnſer ſeligen verblichenen Leiche / Des Weiland Ehrwirdigen / Achbaren vnd Wol - gelehrten Herren Martini Eicholtzens / dieſer Kir - chen geweſenen Pfarrers belanget / wil ich nur dis ſagen ſo viel mir wiſſentlich / vnd aus ſeinem eigenen verzeichnis zubefinden. So iſt derſelbe aus dem Lande zu Meiſſen / von Sonnenwaldaw buͤrtig ge - weſen / vnd von Chriſtlichen Eltern / Ehrn Petro Eicholtz Tuchmachern daſelbſt / vnd von Fraw Bar - bara Dubraun von Oſſeg zur welt geboren / VndAnno 1526. von denſelben / nach dem Er Chriſto durch die heilige Tauffe zugetragen vnd einverleibt / in der zucht vnd vermanung zum HErren aufferzogen / vnd beydes in der Schulen ſeines Vaterlandes / vnd zu Finſter - waldaw von ſeinen Præceptorn in Gottes worte / vnd in gutten Kuͤnſten vnd Sprachen vnterwieſen worden / Vnd nach dem er in gemelten Schulen / die fundamenta pietatis & artium liberalium gelegt / vnd ſeine Eltern ſeinen profectum neben einem fei - nen richtigen Ingenio an jhm vermerckt / haben ſieAnno 1541. jhn bald im 15. Jahre ſeines alters gen Wittemberg verſchickt / da er denn die Teuren Hocherleuchten Menner Gottes / Herren D. Martinum Lutherum, Philippum Melancht. Johannem Pomeranum, Paulum Eberum &c. ſeliger gedechtnuͤs drey Jahr nacheinander mit ſonderlicher luſt vnd fleiſſe gehoͤ - ret hat. Weil aber zu Wittenberg groſſe teurung eingefallen / hat er armuts halben von dannen ſich in Schleſien / auff Rath M. Othmanni ConſulisE iijGorlicen -[38]Anno 1544.Gorlicenſis, in die Fuͤrſtliche vnd damals weitbe - ruͤmbte Schule zum Goldberge / da er denn auch / weil er dem Herren Valentino Trozendorffio bea - tiſs. memoriæ ſonderlich lieb geweſen / bis ins 6. jahrAnno 1550. verblieben / vnd hernach ſich wieder gen Wittenberg begeben / vnd bis ins ander Jahr ſich daſelbſt auff ge - halten / Vnd nach dem er das 25. Jahr ſeines alters erreichet / vnd er durch Gottes genade ſo viel ſtudi - ret hatte / daß er Kirchen vnd Schulen nuͤtzlich die - nen vnd vorſtehen kondte / iſt er abermal in Schleſien gen Goldberg vnd gen Luͤben kommen / vnd weil da - mals gleich das Diaconat daſelbſt vaciret, iſt jhm daſſelbe vom Herren M. Thoma Tilgnero Pfar - rern vnd Decano daſelbſt angetragen / vnd als er die Probpredigt gethan zum Diacono ordentlich be - ruffen /Zu Wittenberg vom Herrn Philippo Me - lanchthone, Johanne Bugenhagen, Paulo Ebero: examiniret vnd ordiniret, vnd den 7. Octob. AnnoAnno 1551. 51. zu Luͤben inveſtiret worden. Jm folgenden Jahr hat er ſich durch ſonderliche verſehung Gottes mit der damals Tugendſamen Jungfrauen Agnes, Herr Caſpar Klimiſchens Buͤrgers zur Liegnitz ge - liebten Tochter / in den Eheſtand begeben / mit wel - cher er 15. Jahr eine freundliche / friedliche Ehe ge - fuͤhret / vnd mit deroſelben 8. Kinder 5. Soͤhne vnd 3. Toͤchter durch Gottes ſegen gezeuget / davon nur 2. Soͤhne noch bey leben / Vber der letzten Tochter nach dem ſie derſelben geneſen / hat ſie jhren GeiſtAnno 67. auffgegeben / vñ liegt allhier begraben. Nach dem er aber der Kirchen zu Luͤben nach dem vorliehenen Ta - lent Gotes 4. a〈…〉〈…〉 lang treulich gedienet / iſt er anhero gen Groskrichen von der Lehns Herrſchafft dieſerGemein[39]Gemein beruffen worden / da er denn auch dem Soh - ne Gottes ſeine Kirche gantzer 48. Jahr nacheinan - der geſamlet vnd erbauet hat. Als er in ſeinem ge - dachten Witwenſtande / 1. Jahr zugebracht / Hat er ſich hinwiederumb mit Jungfraw Barbara Wei - land Ehrn Anthonii Henſels Buͤrgers vnd Mei - tzers zum Hayn Ehegeliebten Tochter verehlicht / welcher er auch als ein Ehrliebender Eheman / in eh - licher liebe / treue vud freundſchafft 35. Jahr beyge - wohnet / vnd mit jhr 10. lebendige Kinder gezeugt / 5. Soͤhne vnd 5. Toͤchter / derer aber nur noch zwo beim leben ſampt den 5. Soͤhnen / Vnd hat alſo nach der verheiſſung des 128. Pſalms beides Kinder vnd Kin - des Kinder mit freuden geſehen vnd erlebt.

2. Zum andern damit ich auch etwas von ſeinerDe Do - ctrina. Lehre ſage / die er in zweien Kirchen dieſes Fuͤrſtli - chen Weichbildes gantzer 52. Jahr gefuͤhret / ſo hat er von allen Artickeln Chriſtlicher Religion / noch dem inhalt der Prophetiſchen vnd Apoſtoliſchen Buͤcher / den 3. Heupt Symbolis vnd denn nach der Augſpurgiſchen Confeſſion, derſelben Apologia, vnd nach des Herren Lutheri Schrifften vnd aus - gegangenen Fuͤrſtlichen Receſſen rein vnd lauter / friedlich vnd auffrichtig gelehret / auch die gegenleh - re verworffen / vnd mit guttem grunde der Heiligen Schrifft wiederlegt / Vnd wie er die teuren Maͤnner vnd Organa Spiritus ſancti, Herrn D. Martinum Lutherum, Philippum Melanchthonem, Johan - nem Pomeranum, Paulum Eberum, Caſparum Crucigerum Herrn Valentinum Trozendorffium bey leben gehoͤret / geliebet vnd geehret / Alſo iſt er auch bey deroſelbten Edlen Depoſito, Als ein treuerDiſcipel[40]Diſcipel ohn alles hincken vnd wancken bis in ſeine Gruben beſtendig verharret / vnd fuͤr die ewige Goͤt - liche warheit mit Mund vnd hertzen bekandt vnd ver - teidigt / vnd dargegen allen Calviniſchen / Sacra - mentiriſchen / Paͤbſtiſchen / Schwenckfeldiſchen vnd andern alten vnd neuen Secten / Jrthumen vnd Schwermereine von hertzen feind vnd zu wieder ge - weſen / welches ich jhm (weil ichs offt von jhm gehoͤ - ret) mit warheit zeugnuͤs geben kan vnd mus / vnd ſeine zuhoͤrer hirmit vermahnet haben wil / bey ſeiner Lehre beſtendig bis ans ende fus zu halten. Solche ſeine lehre hat er auch mit einem Chriſtlichen / Ehrba -De Vita. ren vnd vntadelhafftigen leben vnd wandel gezieret1. Pet. 5. vnd ſein vorbilde der Heerde im worte / Wandel / im1. Tim. 4. Geiſt vnd glauben / in lieb vñ keuſchheit geweſen. Vñ ob er wol auch wie alle andere Menſchen / ſeine men - gel nævos vnd gebrechen gehabt / welche er auch gern erkandt vnd bekandt hat / ſo wird jm doch verhoffent - lich niemand etwas von offentlichen ergerlichen ſuͤn - den vnd laſtern / wieder Ehr vnd gewiſſen nachzuſa - gen wiſſen / ſintemal er den vorſatz gehabt alſo zu le -1. Cor. 9. ben / damit er nicht andern predige / vnd ſelber ver - werfflich werde. So iſt er auch in ſeinem beruffe vnd ampte trew vnd fleiſſig geweſen / Geſetz vnd E -Eſa. 40. vangelium gefuͤhret / die hohen Berg erniedriget / vnd die tieffen Thal erhoͤhet / die krancken beſucht vnd getroͤſtet / Auch noch in ſeinem hohen alter / die Bibel vnd ander gutte Buͤcher fleiſſig geleſen / vnd ſeinem ſtudiren ſo fleiſſig obgelegen / daß er ſich auch der Haushaltung vnd Wirdſchafft des mehrenthei - les entſchlagen / vnd dieſelbe ſeiner Hausfrauen be - fohlen ſein laſſen / die denn darinnen auch nicht leichtetwas[41]etwas verſehen / wie er jhr etlich mal dis zeugnuͤs ruͤhmlich gegeben hat. Was er aber in den 52. Jah - ren ſeines miniſterii fuͤr muͤſeligkeit vnd wiederwer - tigkeit ausgeſtanden habe: Das kan ein jeder fro - mer Chriſt / vnd ſonderlich ein Diener Goͤttliches worts wol erachten / wenn er bedenckt vnd ſiehet / wie ſpinnefeind der Teufel treuen eiferigen Predigern ſey / vnd wie ſauer die welt mit jhrem halsſtarrigen vnbusfertigem weſen / ja mit feindſchafft / ſchmach vnd leſterung jhnen das leben machet / da bleibt es nicht auſſen was der Prophet ſagt: Oderunt corri -Amos. 5. pientem in porta, Jtem / Eum qui multos docet multa pati neceſſe eſt. Sonderlich aber ſeind jhmEccl. 1. etliche Gottloſe Pfarrkinder / vnd mutwillige Pau - ren allhier / Ja auch etliche der ſeinigen / den er als ein Vater alle trew vnd freundſchafft erzeiget / vnd offte gedienet / eine geraume zeit daher ſehr wieder - wertig vnd auffſetzig geweſen / vnd jhm in ſeinem ho - hen alter alles hertzeleid zugefuͤget / die jhm doch bil - lich troͤſtlich hetten ſollen ſein. Wie ichs etlich mal nicht allein aus ſeiner vielfaltigen ſchmertzlichen wehklage / ſondern auch aus gepflogener vnterhan - dlung wol gehoͤret vnd erfahren habe / welche war - lich wie zubeſorgen / zu ſeinem vnverhofften todes - fahl nicht wenig vrſach moͤgen gegeben haben / ſinte - mal er jhm ſolchen boͤſen danck vnd vntrewe zumal hoch zu hertzen ſteigen laſſen / vnd haben die ſo ſich ſchuldig wiſſen vnd jetzo in der Kirchen ſein / wol vr - ſache Gott vmb verzeihung zu bitten / ꝛc.

Was ſchlieslich betriefft ſeine kranckheit vndExitus Vitæ. ſeligen abſchied / ſo iſt zu wiſſen / das jhm gar nichts vnvorſehens begegnet / ſintemal er ſchon ein langeFzeit[42]zeit daher mit ſterbensgedancken vmbgegangen / vnd ſchon vor etlichen Jahren ſein Teſtament verfertigt hat / vnd darinnen verſehunge gethan / wie es ſeiner verlaſſenſchafft halben mit ſeiner Hausfrawen vnd dero zweyerley Kindern ſolte gehalten werden / vnd darmit vielem ſtriette vnd vneinigkeit der Stieffge - ſchwiſter begegnet.

Geſtern acht Tage als am Newen Jahre hat er ſeine letzte Predigt von dieſer Cantzel gethan / vnd zwar mit ſo ſtarcker ſtim̃e / als ſonſt nicht geſchehen / daß ſich auch viel daruͤber verwundert haben.

Heute acht tage hat er ſich bey ſeiner Hausfrauen angegeben / mit jhr in die Stad hinein zu fahren / denn er etwas mit mir zu reden hette / Weil es jhm aber ſei - ne Hausfraw wegen der ſehr groſſen kelte wieder - rahten / iſt er in jhrem abweſen eingefallen / vnd ſich auff ſein Pulpet hinter den Tiſch gelegt / vnd als ſie anheim kommen vnd ſich ſeines zuſtands erkuͤndiget / hat er vber den Schwindel vnd Hauptweh geklaget. Wiewol ſie nu daruͤber bald erſchrocken / vnd ſich beſorget / es wuͤrden diß ſeines Todes vorboten ſein / weil ſich zuvor dieſe beſchwerungen bey jm gar nicht erreget haben / hat ſie jhn doch getroͤſtet / er ſolte ſich zu frieden geben / es komme nur daher / weil er vorge - hendes tages zimlich ſtarck geredet / vnd nu etliche ſtunden lang geleſen / es werde ob Gott wolle keine noth haben. Aber er hat jhr alles ausgeredet / vnd angezeigt / es werde nu der liebe Gott ein ende mit jhm machen / vnd zwar ſo ſey er auch gar wol zu frie - den / er habe lange genung das elende gebauet / vnd ſich matt vnd muͤde gezogen / vnd beger einmal auff - geloͤſt vnd ausgeſpannet zu ſein / vnd zu ruhe zu kom -men.[43]men. Doch hat er hierinnen ſeinen willen dem Goͤtt - lichen vnterworffen / vnd geſagt mit David: SeinePſal. 31. Rom. 14. zeit ſtehe in Gottes Henden / Jhm wolle er leben vnd ſterben. Vnd das Spruͤchlein des heiligen Biſchoffs Martini / welchs ich auch ſonſt offt von jhm gehoͤret / wiederholet: Domine, ſi adhuc ſum neceſſarius po - pulo tuo, non recuſo laborem, fiat modó voluntas tua. Vnd weil man ſich auch des Schlags beſorget / iſt jhm allerley von Præſervativen vnd Labſal aus der Apotecken geholet vnd eingegeben worden.

Die folgende Nacht hat er wenig geſchlaſſen / ſondern ſich mit ſeinem lieben Weibe / mit hertzbre - chenden geſprechen von der wonne vnd freude des e - wigen lebens / wie er auch ſonſt zuthun pflegen / wenn er des Nachts ſchlafflos gelegen / geletzet / vnd Gott hertzlich gedancket fuͤr ſeine vielfaltige wolthaten / ſonderlich aber daß er jhm die 52. Jahr ſeines Pre - digampts ſo gutte geſundheit verliehen / alſo daß er die gantze zeit ſeines Ampts / (welches freilich eine groſſe genade) Leibes ſchwachheit halben / nicht eine einige predigt vnterlaſſen duͤrffen / vnd jhn weiter angeruffen / Er wolle jhn beydes fuͤr eim ſchnellen tode / vnd doch auch fuͤr einer langwierigen niederla - ge behuͤtten / welches jhm denn Gott auch verliehen. Denn morgen acht Tage ſchickt er mir ſeinen Kut - ſchen / vnd lies mich anſprechen / ich wolte vnbeſchwe - ret zu jhm kommen / vnd jhn auff ſein vorgehendes bekendtnuͤs Communiciren, darauff ich / ſo bald ſei - ne Tochter ein vnd anders gekaufft / auff geſeſſen bin. Aber ehe wir hinaus kamen / war er mitlerzeit ſanfft vnd ſeliglich eingeſchlaffen / vnd ohn alles zucken der Glieder wie ein ausgebrantes Licht ausgegangen /F ijJm[44]Jm 50. Jahr ſeines Eheſtandes / im 52. Jahr ſeines Predigampts / vnd im 77. Jahr ſeines alters. Doch iſt er hiemit an ſeiner ſeligkeit gar nicht verſeumet worden / ob er gleich die Communion nicht erreichen koͤnnen. Denn wie er ſonſt faſt alle Viertel Jahr hat zu Communiciren pflegen / Alſo hat er ſich auch zu nechſt am heiligen Chriſtage neben andern ſeinen Pfarrkindern der heiligen Communion gebraucht / vnd ſich darinnen mit ſeinem Erloͤſer Chriſto durch die Gemeinſchafft ſeines warhafftigen gegenwerti - gen Leibes vnd Bluttes vereiniget / bey dem er auch nu der Seelen nach vngezweiffelt in freuden lebet vnd bleiben wird / in alle ewigkeit.

Wir als Chriſten dancken Got von hertzen / daß er dieſen Man ſeiner Kirchen ſo lange gegoͤnnet / jhn bey ſeligmachender lehr ſeines wortes / bey wahrem troſt vnd glauben an ſeinen Sohn / bis an ſeinen letz - ten ſeufftzer erhalten / vnd ein ſelig〈…〉〈…〉 imeonſtuͤnd - lein verliehen. Dancken jhm auch fuͤr vielfaltige wolthaten / gunſt vnd foͤderung / die er jhm durch ſei - ne / zum theil in Gottruhende / vnd zum theil auch die jetzige Lehns Herrſchafft / vnd ſonſt durch fromme hertzen dieſe 48. Jahr erzeiget hat / welches er auch fuͤr ſeine Perſon neben ſeiner Hausfrauen vnd Kin - dern trewlich gethan. Bitten jhn auch er wolle dem Coͤrper vnſers Herren Senioris eine ſelige ruhe / vnd denn am Tage der erquickung vnd wieder er - ſtattung aller dinge / eine froͤliche aufferſtehung zum ewigen leben verleihen. Endlich bitten wir jhn auch / Er wolle die betruͤbte Witwe ſampt jhren Soͤhnen / Toͤchtern / Eidemaͤnnern / vnd der gantzen Ehrbaren leidetragenden Freundſchafft vnter jremzugeſtan -[45]zugeſtandenen leide Vaͤterlich troͤſten / die entledig - te Kirche vnd Gemein / wieder mit einem trewen Gottesgelerten Pfarrherren verſehen / auch die LehnsHerrſchafft dieſer Gemeine mit ſeinem Heili - gen Geiſte regieren / daß ſie ſich auch der hinterlaſſe - nen Wittiben / vnd deroſelben Waiſen treulich an - nehmen / denſelben mit rath vnd that zu huͤlffe kommen / vnd des reichen Propheten loh - nes von Gott gewertig ſein. Das helffe Gott mit genaden / Amen / Amen.

EPIGRAMMATA In Reverendi & doctiſſimi Viri Dn. GEORGII STEINBACHII Pastoris et Diocesis Lub. Decani digniſſimi Symbolum τὸ

Defecit caro mea & cor meum: DEUS cordis mei & pars mea DEus in æternum. (Pſalm 73. . 28.)
MUlta ſibi ſumunt homines ſolatia rerum,
Quos mundi immundi terror & error agit,
Sunt[46]
Sunt, auri quos ſacra fames malé tangit & angit,
Qui innumeros numos numinis inſtar habent.
Sunt, quibus ambitio fucatos ſvadet honores,
Ut quærant partum Marte vel arte decus.
Pelliculam curant Epicuri de grege porci,
Et ſibi tunc ſummum rentur adeſſe bonum.
Hos ego, ſi rogites, aſſis non unius omnes
Æſtimo. tam vile est in levitate genus.
Theſaurus vitæ Jesus mihi ſolus & unus,
Hac ego ſi potiar parte, beatus ero.
Hæc ſunt vera & grata meo ſolatia cordi,
Jam mihi cura ſoli nulla, nec ulla poli.
Dulce tibi nomen Jes u; Sed dulcius omen
Ut mihi ſis dulcis, nomen in omen eat
Eſto mihi, Jes u, mea lux, placabilis, eſto
Morte meos artus, diſſolüente, ſalus,
Cœtera cuncta abeunt ſuprema in funeris hora,
Cœtera cuncta abeant; tu modò Christe mane.
Dulce tuo verbo niti, tibi fidere dulce,
Dulce tibi Jes u vivere, dulce mori.

Melchior Eccardus Paſtor & Superattendens Olsnenſis.

QVærat avarus opes, mundicola captet honores
Turpe voluptatis, Leno, ſequatur opus.
Sed me delectant nec opes, nec fœda voluptas,
Dum modó ſit Chriſtus spesꝙ́ ſalusꝙ́ mea.
Sit licet in mundo mihi parva & curta ſupellex,
Cuncta tamen tribuunt Chriſtus, & alma fides.
Quem quia complexu teneo, quid terra vel æther
Majus habent? mundi quid bona curo? nihil.
Haud pavidam exhilarant mentem nec nomen honosꝙ́,
Ingentes nec opes, cúm venit hora necis.
Sed[47]
Sed tu gnate Dei, cúm mors hos occupat artus,
Atꝙ exire animam, te revocante, jubet.
Tu inspires cordi afflicto ſolatia verbi,
In nece ſis vita, atꝙ optima pars animæ.
Vivo tibi, moriorꝙ́ tibi, tuus usꝙ́ manebo,
Me nec ab amplexu Mors trahet atra tuo.

A me Georgio Steinbach Conſcriptum.

HERR wenn ich dich im hertzen trag /
Nach Himml vnd Erd ich gar nichts frag /
Denn wenn da kompt der bitter Tod /
Die Welt vns leſt ohn Troſt vnd Rath /
Du aber biſt mein ſterck vnd macht /
Wenn mir gleich Leib vnd Seel verſchmacht /
Jm Tod biſtu mein Troſt vnd Heil /
Vnd nach dem Tod mein beſtes theil.
Chriſte dir leb vnd ſterbe ich /
Dein wil ich bleiben ewiglich.

EPIGRAMMA In Reverendi & doctiſſimi Viri Dn. GeorgI SteinbachI Paſtoris & deœceſis Lub. Decani digniſſimi SYMBOLUM τὸ

Defecit caro mea, & cor meum: DEUS cordis mei, & pars mea DEUS in æternum. Pſalm 73. . 28.
UT ſcitum Scitum SteinbachI! ut Symbolon aureũ!
Cor, caro defecit; deficit haud DOMINUS.
Cor,[48]
Cor, caro defecit? Defecit ſæpè; ſed usꝙ́
Nec ſibi defecit, nec ſibi deficiet.
Cur ita? Namꝙ meæ vires, mea vitaꝙ́ cordis,
Æternùm qui non deficit, Ipſe Deus.
Hac conſpiro Fide: Jova, mihi deficis Ipſe;
Nec Tibi deficio, nec mihi deficio.

Melchior Agricola Sil. P. L. Cæſ.

Gedruckt zur Liegnitz durch Nicolaum Schneider.

About this transcription

TextLeichPredigt Bey der Christlichen Begrebnüs Des weiland Ehrwirdigen/ Achbarn vnd wolgelarten Herrn Martini Eicholzen
Author Georg Steinbach
Extent48 images; 10531 tokens; 3518 types; 71445 characters
Responsibility Alexander Geyken, ed.; Susanne Haaf, ed.; Bryan Jurish, ed.; Matthias Boenig, ed.; Christian Thomas, ed.; Frank Wiegand, ed.

CLARIN-DNote: Langfristige Bereitstellung der DTA-Ausgabe

EditionVollständige digitalisierte Ausgabe.

About the source text

Bibliographic informationLeichPredigt Bey der Christlichen Begrebnüs Des weiland Ehrwirdigen/ Achbarn vnd wolgelarten Herrn Martini Eicholzen Georg Steinbach. . 48 Nicolaus SchneiderLiegnitz1603.

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Universitätsbibliothek Breslau Universitätsbibliothek Breslau, 4 S 57/6 / 523023

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Fraktur

LanguageGerman
ClassificationGebrauchsliteratur; Leichenpredigt; Gebrauchsliteratur; Leichenpredigt; ready; aedit

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  • dta@bbaw.de
  • Deutsches Textarchiv
  • Berlin-Brandenburg Academy of Sciences and Humanities (BBAW)
  • Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)
  • Jägerstr. 22/23, 10117 BerlinGermany
ImprintBerlin 2019-12-10T09:36:00Z
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