PRIMS Full-text transcription (HTML)
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Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt:
Von aller Rechtglaͤubigen fromen Chriſten Ambt / vnd dem von Gott darauff folgenden Gnaden lohn. Auſs der Ernſten Vermahnung des Sohnes Gottes an den Engel der Gemeine Gottes zu Smyrna / (Jn der Offenbahrung Johannis am 2. Cap. . 10.)
Sey Getrew biß in den Todt / So wil Jch dir die Crone des Lebens geben.
Bey dem Begräbnuͤß Des Weylandt Edlen / Geſtrengen / Ehrenveſten / Auch Wolbenambten Herꝛen Friedrich von Dalibuhrns vnd Jacobsdorff / auff Kopitz. Welcher den 11 Tag Aprilis, Vmb 4. Nach Mittag / dieſes 1624 Jahꝛes / nach harter außgeſtan - dener Leibes Schwachheit / in groſſer gedult / beſtendigem vnd wahren Glauben / auff das Verdienſt JEſu Chriſti ſanfft vnd ſelig im HErꝛen vorſchieden / vnd folgendts den 8. May nach Jackſchenaw Chriſtlichen vnd Adelichen iſt zur Erden beſtattet worden.
(Auguſtin. )Non poteſt malè mori qui benè vixit, & vix benè moritur, qui malè vixit.
Gedꝛuckt zurOlſſe/ DurchJoh: Boͤſſemeſſer1624.
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Der Edlen / Viel Ehren - Tugendreichen Frawen Margaretha / Gebohrnen Kottwitzin / Des Weylandt Edlen / Geſtrengen / Ehrenveſten / Auch Wolbenambten Herꝛen Friedrich von Dalibuhꝛns vnd Jacobsdoꝛff / Auff Kopitz / nach - gelaſſenen Ehlichen Wittib / Meiner Großguͤnſtigen Fraw Gevatterin / Wuͤntſche ich Gottes gnade / kraͤfftigen troſt / Chꝛiſtliche gedult / vnd wahꝛe Erkaͤndtnuͤß des allein genedigen vnd wolgefelligen willens Gottes bevor.

EDle / Viel Ehrentugendreiche / Jnſonders Großguͤnſtige Fr. Gevatterin gar recht vnd wol ſaget der Po[ct]Stigelius

Non dolor eſt major, quam cum violentia mortis
Unanimi ſolvit corda ligata ſide.
Stigelius.
Auff Erden ſey kein groͤſſer Schmertzn /
Alls wenn der Todt trennt liebe Hertzn.

Welches dann vornehmlich ſich findet bey Chriſtlichen trewen Ehehertzen / wenn die durch den Zeitlichen todt von einander getrennet werden / Zwiſchen welchem / je groͤſſer vnd hefftiger die Ehe - liche Liebe geweſen / je ſchmertzlicher dann auch einem des andern ab - ſchied iſt / Sintemahl es heiſſet / wie Gregorius ſaget: Sine doloreGregor. 3. moral. amittitur, quidquid ſine amore poſſidetur; quæ vero ardenter diligi - mus habita, graviter ſuſpiramus ablata: Was einem in der Welt nicht lieb geweſen / deſſen kan er leicht vergeſſen / da es im Gegentheyl nicht ohne Schmertzen abgehet / wenn wir deſſen verluſtig werden / welches wir Hertzlich geliebet haben. Deſſen nicht allein in Prophan Hiſtorien / ſondern auch inn Goͤttlicher Schꝛifft / ja in der taͤglichen Erfahꝛung genugſam Exempel zufinden ſindt: Wie dann auch jetzo ſolches ſich bey der Fr. Gevatterin ereygnet. Nach dem der allgewal - tige Gott / nach ſeinem Genedigen wolgefallen / jhꝛ einen hefftigen vndA ijſchmertzlichen[4]ſchmertzlichen grieff inn jhr Hertze gethan / vnd ſie jhres trewen vnd fromen Junckers beraubet / daruͤber nicht vnbillich jhre Augen mit Waſſer flieſſen / vnd das Hertz im Leibe brechen moͤchte. Jedoch weils dem guͤttigen Gott alſo gefallen / Mache ich mir keinen Zweyfel / Es werde die Fr. Gevatterin in ſolchen fall ſich Chꝛiſtlichen zuſchicken / vnd alles Heydniſchen VnChꝛiſtlichen trawꝛens zu entſchlagen wiſſen / vnd der froͤlichen Widerbꝛingung am Juͤngſten tage troͤſten / da ſie mit groſſen frewden jhꝛen lieben Junckern wider vberkommen / vnd bey jhm vngetrennet vor Gott Ewig leben wirdt.

Das aber die F. G. dieſe meine geringſchetzige / jhrem Junckern in Gottſeligen gehaltene LeichPꝛedigt / von mir in Druck zu verfertigen begehꝛet / Als habe ich ſolchem jhꝛem begehꝛen auch ſtatt geben wollen / Nebenſt Hertzlicher wüntſchung / das der Allgewaltige Gott durch ſeinen H. Geiſt / Sie hierauß kraͤfftiglichen troͤſten wolle / damit ſie jhꝛe Seele in gedult faſſen / vnd jhꝛen willen in Gottes willen ſtellen moͤge. Welche Jch hiemit nebenſt jhꝛen Verwaiſeten Kinder - lein Goͤttlichem gnadenſchutz empfehlen thue. Geben zu Jackſchenaw den 12 Junÿ, Anno 1624.

Der F. G. Gebets williger Leonhartus Millichius.

Præfatio. [5]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt.

Præfatio.

CHriſtus JEſus der Hold / vnnd Leutſelige Heyland vñ Menſchen freund / Welcher Joh: am 16. . 8. ſeinen Juͤngern / welche wegen ſeines Hinganges zum Vater betruͤbet wordẽ / den troͤſter den H. Heiſt zuſenden vorheiſchet: der gebe vñ ſende auch denſelben heutiges Tages in aller / Jnſonderheit aber in dieſer Hochbetruͤbten Adelichen Wittib vnd aller andern Adelichen betruͤbten hertzen / damit derſelbe ſie vber dem ſeligen endlichen Hingange jhres viel geliebten Junckers vnd trewen Freundes kraͤfftiglichẽ troͤſte / vmb ſeines aller heyligſten Nahmens Ehre willen / Amen.

GEliebte / vnd zum theyl im Hertzen betruͤbte / Jm 2 Buch Samuelis am 1. Cap.2. Sam. 1. v. 26. . 26. leſen wir / das als Koͤnig David mit groſſen Schmertzen vernahm / wie ſein aller liebſter getreweſter Freund vnnd Bruder Jonathan Koͤnig Sauls Sohn im Streitt wieder die Philiſter vmbkommen wahr / wird er daruͤber hoͤchlichen betruͤbet / beklaget mit thraͤnen vnd ſeufftzen ſeinen toͤdt - lichen Vntergang: Es iſt mir leyd / ſagt er / vmb dich / mein Bruder Jonathan, Jch habe groſſe Frewde / vnd Wonne an dir gehabet / deine Liebe iſt mir ſonderlicher geweſen / denn Frawen Liebe iſt. Ach leyder Gottes heut erfahren wir nicht alleine / ſondern ſehen da zugegen mit vnſern Augen / einen mit todt ſeelig verblichenen Coͤrper / Eines Rechten / Trewen / Auffrichtigen / Gottſeligen vnd Gottfuͤrchtigen Rittersmannes: Des Weyland Edlen / Geſtrengen / Ehrenveſten / Auch Wolbenambten HerꝛenA iijFriedrich[6]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. Friedrich von Dalibuhrns vnd Jacobsdorff / auff Kopitz. Wer iſt wol nun vnter dieſer Verſamlung / der / ſo dieſen fromen Mann gekennet / nicht auch mit David klage vnd ſeufftze. Es iſt mir leyd vmb dich mein Bruder? Gewiß die anweſendẽ hochbetruͤbten Herꝛn Schwaͤger / Freunde / Verwandte vñ bekandte / koͤnnen wol ſeufftzen vnd ſagen: Ach es iſt mir ja leyd vmb dich mein Bruder / deñ ich groſſe Frewde vnnd Wonne gehabet an deiner Bruͤderlichen trew / freundlichen Converſation vñ beywohnung / ja die Vnterthanen koͤnnen klagen vñ ſagen: Es iſt vns leid vmb dich du trewer Juncker / deñ du gewiß es je vñ allwege trew -2. Reg. 13. . 14. lich ja Vaͤterlich mit vns gemeinet / Ach Vater 2. Reg. 13. v. 14. Jch vor meine Perſon kan wol mit Warheit ſagen / vnd klagen / Es iſt mir leyd vmb dich / du fromer Freund / Jch habe gewiß groſſe frewde an dir gehabet wegen deiner Gottſeligkeit vnd Froͤmigkeit / wegen deiner Andacht vnd Auffrichtigkeit / wegen deiner Liebe vnd Wolthaͤtigkeit / der Jch fruchtbarlichen genoſſen: O wie werde ich nun mit ſchmertzen deinen Leerenſtandt anſehen muͤſſen / darauß du durch dein fleiſſiges vnd Andaͤchtiges auffmercken das Wort deſto freudiger zu Predigen mich auffgemuntert haſt: Am allermeyſten aber / kan vnd mag die im Hertzen Hochbetruͤbte Adeliche Wittib / Neben den Verwaiſeten Kinderlein dieſe Klage fuͤhren / vnd ſagen: Ach es iſt mir ja leyd vmb dich / allerliebſter Ehegemahl: O groſſe frewde vñ wonne habe ich dieſe wenige kurtze Zeit an dir gehabet: Ach leyder Gottes / Nun iſt durch deinen Hingang / die Crone meines Hauptes gefallen / darumb iſt mein HertzThr. 5. 16. betruͤbet / Thren. 5. v. 16. Mein Augenluſt iſt mir benom -Ezech. 24. . 16. men / Ezech. 24. v. 16. Ich bin nun wie eine Einſame vndPſ. 25. . 16. elende / Pſalm. 25. v. 16.

Die[7]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt.

Die Adelchen Kinder koͤnnen vnd moͤgen auch ſagen vñ klagen: Ach es iſt vns leyd vmb dich allerliebſter Vater / wir haben groſſe frewde vñ wonne an dir gehabet / die weil ſo trewlich vñ Vaͤterlich du vor vns geſorget / gegen Gott verbetet / in Gottesfurcht vnterꝛichtet: Ach Gott erbarms / nun muͤſſen wir vnſers / nechſt Gott / treweſten Vorſtehers mangeln / die Seule daran wir vns lehneten / iſt vmbge - fallen / der Baum der vns Schatten vnd Nahrung ge - geben iſt vmbgehawen: Ja wir ſaͤmbtlichen inn gemein moͤchten wol wuͤntſchen mit Jeremia Cap. 9. . 1. Ach dasJer. 9. . 1. wir Waſſer genug hetten inn vnſern Haͤuptern / vnd das vnſere Augen thraͤnquellen weren / das wir nur genugſam ſeinen fruͤhzeitigen Todt beweinen vnd beklagen moͤchten. Was ſollen wir aber machen? Wir muͤſſen folgen S. Pauli Regel / Theßal. 4. v. 13. vnd nicht Trawren wie die1. Theſ 4. . 13. Heyden / die keine Hoffnung haben / vnd nach Sirachs vermahnung / Cap. 38. v. 18. vber dieſes fromen MannesSir. 38. 18 Tode vns wider troͤſten / vnſere Seelen in gedult faſſen /Luc. 21. . 19. Luc. 21. v. 19. vnd den willen Gottes vns nur beliebẽ laſſen. Zwar Schmertzlichen iſt es / ſonderlich der Hochbetruͤbten Wittib / weil es heiſt wie Stigelius redet:Stigelius.

Auff Erdn iſt kein groͤſſer Hertznleid /
Als wenn ein Ehgatt vom andern ſcheid.

Doch muß ſie jhr Hertz vberwinden vnd mit Hierony -Hieronym. mo ſagen / Raptus eſt maritus, durum quidem, tollera bile tamen: Rapuit enim is[& a757;]dederat. Das ich meinen fromen Junckern durch den Todt verlohren / das iſt zwar ſchmertzlich / doch leidlich / weil jhn durch den Todt der je - nige zu ſich genommen / der mir jhn gegeben vnd Ver - mehlet hatte / vnd mit jener Mutter: Theſaurum meumBernhard. Deo tradidi. Meinen allerliebſten Schatz / den ich nechſt Gott in der Welt gehabet / habe ich meinem trewen Gott zu verwahren vbergeben.

Die[8]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt.

Die Verwaiſeten Kinder koͤnnen ſich auch troͤſten vndBernhard. ſagen: O dilectiſſime parens, non te amiſimus, ſed præmiſimus; Non obiiſti, ſed abiiſti: non periiſti, ſed alio migraſti. Ach hertzliebſter Vater / mit nichten haben wir dich verlohren / ſondern nur voran geſchicket / du biſt nicht gaͤntzlich geſtorben / ſondern nur vor vns hin - gangen / du biſt nicht vmbkommen / ſondern anderweits / nehmlichen ins Land der Lebendigen verreyſet: Die Leid - tragenden vnd betruͤbten Herꝛen Schwaͤger / GefreuͤndteAmbr. lib. de exceſſu fratris. vnd Verwandte koͤnnen ſagen mit Ambroſio: Lætandũ magis, quod talem affinem, vel fratrem habuerim, quam dolendum quod fratrem velaffinem amiſerim. Wir haben vns mehr zu frewen / das wir einen ſolchen Schwagern vñ Brudern gehabet haben / Als das wir vns betruͤben ſolten das wir denſelben verlohren haben. Weil er ſeiner Froͤmigkeit / Auffrichtigkeit / vnd Trewhertzigkeit halben bey maͤñiglichen / ein vnſterbliches Ehꝛenlob / hinter ſich gelaſſen: Wir ſaͤmbtlichen moͤgen wuͤntſchen vñ ſagen mit Bileam, Moriatur anima mea morte hujus juſti. Meine Seele ſterbe des Todes dieſes Gerechten / vndNum. 23. . 10. mein Ende / werde wie dieſes Ende / Num. 23. v. 10. Ja wir koͤñen ſagen mit Carolo Magno in dem Epitaphio, ſo erCarol. M. Mich: Sachs Keyſ: Chꝛon. Part. 3. fol. 4. ſeinem Vettern Rolando gemachet / wie deſſen Michael Sachs inn ſeiner Keyſer Chronica gedencket im dritten Theyl:

Tu Patriam repetis, triſti nos orbe relinquis;
Te tenet aula nitens, nos lachrymoſa dies.
Nun koͤmbſtu ins recht Vaterlandt /
Wir / bleyben noch im Vngluͤcks ſtandt:
Froͤlich lebſtu ins Himmels ſaal:
Wir ſind noch hie in Angſt vnd Qual.
Weil[9]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt.

Weil aber es billich das bey Chꝛiſtlichen Leichbegaͤngnuͤſ - ſen auch etw[a]s auß Gottes Wort vorgetragen werde / als wollen wir vns / ehe wir zur Erklaͤrung des vorgenom̃enen Spruͤchleins ſchreiten zu der Hohen Goͤttlichen Majeſtet wenden / vmb Gnade vnd Erleuchtung des H. Geiſtes ſie Jnbruͤnſtig erſuchen / diß zu Lehren vnd Anzuhoͤren / ſo zu foͤrderſt / der Goͤttlichen Majeſtet zu Ehren / den betruͤb - ten zu Troſt / vns ſaͤmbtlichen aber zu Nuͤtzlicher Lehꝛe vnd Vnterꝛicht dienen vñ gelangen moͤge: Wollen derwegen beten ein Glaͤubiges vnd Andaͤchtiges Vater vnſer.

THEMA CONCIONIS

(Apocal. Cap. 2. . 11. )Sey getrew biß in den Todt / ſo wil ich dir die Crone deß Lebens geben.

GEliebten in dem HErꝛen Chriſto / der wolgeplagte Mann Gottes Job in ſeinem Buͤchlein am 7. Cap. . 1. vergleichet desJob. 7. . 1. Menſchen Leben / einem jmmerwehrenden ſtreit / muß nicht / ſagt er / der Menſch jmmer im Streit liegen / am allermeyſten aber die fromen vnd Glaͤubigen / ſo dem Frieden nach jagen / Hebr. 12. v. 14.Heb. 12. . 14. vnd ſo viel an jhnen iſt ſich befleiſſigen frieden zu haben mit jedermann / Rom. 12. v. 17. die haben am aller meiſten vn -Rom. 12. . 17. frieden vnd zu allen ſeiten zu Streitten / das Proſper rechtProſper vnd wol geſaget:

Nunqvam bella piis, nunquam certamina deſunt,
Et quo cum certet, mens pia, ſemper habet.

Die fromen koͤnnen des Streits nimmer geuͤbriget ſein / Sondern von allen ſeiten / wo ſie ſich nur hinkehren oderBwenden /[10]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. wenden / da finden ſie genugſam / damit ſie zu kaͤmpffen vnd zu ſtreitten haben / das die Kirche recht vnd wol von fromen verſtorbenen Chriſten ſinget.

Eccleſia.
Hie hat er muſt in Fahr zu allen Zeiten /
Mit Teuffel / Fleiſch / vnd boͤſen Menſchen ſtreitten /
Viel Hertzenleid erfahren / vnd ertragen /
Mit groſſen klagen.

Drey Feinde Damit die Glaͤubigen zu ſtreitten haben.Denn vber alle Leibliche Feinde vnd anderes Vngemach / damit die fromen / weil ſie in der Welt Leben zu ſtreitten haben / finden ſich noch dieſe drey Hauptfeinde / die den1. Der Teuffel Glaͤubigen auffs grauſamſte zuſetzen: Als da ſind / 1. DerFph. 6. 12. Teuffel / davon Paulus Epheſ. 6. v. 12. ſaget: Wir haben nit mit Fleiſch vñ Blut zu kaͤmpffen / ſondern mit Fuͤrſten vnd gewaltigen / Nemlichen mit den Herꝛen der Welt / die in der Finſternuͤß dieſer Welt herꝛſchẽ / mit den boͤſenwelcher iſt / Geiſtern vnter dem Himmel / welcher feind iſt.

1. Hoſtis robuſtiſſi - mus. 1. Hoſtis robuſtiſſimus. Ein ſehr ſtarcker Feind / vmb deßwegen auch Chriſtus jhn nennet einen ſtarcken gewap -Luc. 11. 21 neten / Luc. 11. v. 21. Vnd Job. Cap. 41. v. 17. Wenn manJob 41. 17. zu jhm wil mit dem Schwerdt / ſo reget er ſich nicht / oder mit Spieß / Geſchoß vñ Pantzer / er achtet Eyſen wie ſtroh / vnd Ertz wie faul Holtz / kein Pfeil wird jhn verjagen / die Schleuderſteine ſind jhme wie Stoppeln / Er ſpottet der bebenden Lantzen.

2. Hoſtis im maniſſimꝰ. 2. Hoſtis immaniſſimus. Ein grauſamer Feind / da - her er einer Schlangen vergliechen wird / Geneſ. 3. verſ. 14.Gen. 3. 14. welche grauſam vmb ſich beiſt vñ ſticht: Einem vngehew -Apoc. 12. . 7. ren Drachen / Apocal. 12. v. 7. Ja einem grimmigen vnd1. Pet. 5. 8. bruͤllenden Lewen / 1. Pet. 5. v. 8. Der Tag vnd Nacht vmb die Glaͤubigen herumb ſchleichet / vnd ſuchet / wie er ſie verſchlingen moͤge.

3. Hoſtis[11]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt.

3. Hoſtis potentiſſimus. Ein gewaltiger Feind / vmb3. Hoſtis potentiſſi - mus. deßwegen er auch ein Fuͤrſt vnd Herꝛ der Welt genennet wird / Eph. 6. v. 12. 4. Hoſtis callidiſſim. Ein liſtiger feind /Eph. 6. 12.

Deſſen Macht vnd viel liſt / Sein grauſam Ruͤſtung iſt /
4. Hoſſis callidiſſim. Eccleſia.
Legt Garn vnd Strick / Braucht falſche Liſt /
Das er verderb was Chriſtlich iſt.

Wie die Chriſtliche Kirche ſinget / der ſich offters / die Glaͤubigen zu verfuͤhren / gar meiſterlich weiß inn einen Engel des Liechts zu verſtellen / 2. Cor. 11. v. 14. Daher auch2. Cor. 11. . 14. Hilarius jhn nennet Callidiſſimũ ad traducendum ho - ſtem, Einen Argliſtigen feind die Menſchen zu verfuͤhꝛen. Hilarius.

5. Hoſtis impudentiſſimus. Ein vnverſchaͤmbter Geiſt /5. Hoſlis impuden - tiſſimus. Daher jhn auch Chriſtus einen vnſaubern Geiſt nennet / Luc. 11. v. 24. welcher ob er gleich ein / oder das ander mahlLuc. 11. . 24. abgewieſen vnd abgetrieben wird / kehret er doch wider vñ verſuchet ferner ſein Heyl / wie Matth. 4. v. 5. 8. Luc. 11. v. 24.Matth. 4. . 5. 8. zu ſehen.

6. Hoſtis inquietiſſimus. Ein vnruhiger Geiſt / derLuc. 11. v 24 weder Tag noch Nacht raſtet / noch ruhet / ſondern durch6. Hoſtis inquietis - ſimus. zeucht alle Ort der Welt / vnd ſchleichet allenthalben dem Menſchen nach / das Auguſt: recht ſaget: AdverſariusAuguſtin. noſter Satanas, ſive comedamus, ſive bibamus, ſive dormiamus, ſive vigilemus, ſive quodcunque opus operemur omnibus modis inſtat, artibus & inſidiis, nunc palam, nunc occulte ſagittas ſuas venenatas contra nos dirigens ut interficiat animas noſtras. Vnſer Widerſacher der Teuffel / wir Eſſen Trincken / wir Schlaffen oder Wachen / oder thun was wir wollen / brauchet er ſich doch allenthalben / durch allerley Liſt vnd betrug / beydes heimlich vnd offentlich / wie er ſeine gifftige Pfeyle wider vns richten vnd vnſer Seelen toͤdten moͤge. Mit dem muß nun ein fromer Chriſt manch hartes gaͤng -B ijlein[12]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. lein thun / in dem ď Sathan ſich vnterſtehet den Menſchẽ von Gott abzufuͤhren in Vermeſſenheit / Ehrgeitz / Ab - goͤtterey / vnd andere Suͤnden zufuͤhren / wie er auch desMatth. 4. . 3. Sohnes Gottes ſelber nicht verſchonet / Matth. 4. v. 3. ſeq. deme billich ein jeder maͤchtigen widerſtand thun muß mit1. Pet. 5. . 9. beten vñ wachen / 1. Pet. 5. v. 9. vnd ſich auß der Ruͤſtkam̃er des Heyl. Geiſtes / mit den Geiſtlichen waffen auffs beſte verſehen / damit er / wenn das boͤſe Stuͤndlein kombt / widerſtandt thun vnd alles wol außrichten vnd das FeldtEpheſ. 6. . 13. behalten moͤge / Epheſ. 6. v. 13. denn er gebrauchet allerley Stratagemata, ſetzet aͤuſſerlich vnd jnnerlich / bald mit dieſem / bald mit jenem zu / das es gutter Vorſichtigkeit wol bedarff.

ii. Die Welt.ii. Die Welt / welche den Glaͤubigen auch Liebkoſet / vnd von Gott jhn abzufuͤhren ſich vnterſtehet / die zeyget jhm allerley Wolluſt / Geldt / Gutt / Ehr / Zeitliche Herꝛ - ligkeit vnd derogleichen nichtige vnd vergaͤngliche dinge / dadurch jhꝛer viel hintergangen / betoͤhret vñ ins verterben verſencket werden: Deßwegen der Evangeliſt Johannes1. Johan. 2. . 15. 1. Joh. 2. v. 15. gar trewlich einen jeden / vnd alle in Gemein warnet: Habt nit Lieb die Welt / noch waß in der Welt iſt: So jemandt die Welt lieb hat / inn dem iſt nicht die liebe des Vaters. Denn alles was in der Welt iſt / (Nemlichen des Fleiſches luſt / vnd Augenluſt / vnd Hoffertiges leben) Jſt nit vom Vater / ſondern von der Welt / vnd die Welt vergehet mit jhrer luſt / daß billich ein jeder ſagen mag:

Eccleſia.
Ob mich die Welt auch reitzet /
Vnd mir auch jmmer zeyget /
Doch ich des gar nicht achte /
Das Himliſch ich betrachte /
Lenger zu bleyben hier.
Ehr / Gelt / Gutt / all jhꝛ zier.
Es wehrt ein kleine Zeit.
Das bleibt in Ewigkeit.

2. Tim. 4. . 10.Da Demas die Welt lieb gewann / fiel er ab / verließ Paulum, wie Er daruͤber klaget / 2. Timoth. 4. v. 10.

iii. Dieſer[13]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt.

iii. Vnſer eigen Fleiſch / welches dermaſſen verderbet / das auch vor der Fußſolen biß auff die Scheitel nichts ge - ſundes an jhm zu finden / Eſa. 1. v. 6. welches allezeit geluͤſtetEſa. 1. . 6. wider den Geiſt / Gal. 5. v. 7. vnd iſt alles Tichten vnd trach -Gal. 5. . 17. ten des Menſchlichen hertzens nur boͤſe von jugendt auff / Gen. 8. v. 21. daher auch Paulus / Rom. 7. v. 19. gantz ſehn -Gen. 8. 21. lichen klaget: Jch weiß dz in mir / das iſt in meinem fleiſcheRoman. 7. . 19. nichts guttes wohnet / Ja er ſeufftzet: Jch elender Menſch / Wer wird mich erloͤſen von dem Leibe dieſes Todes / v. 25. . 25.Damit hat der Menſch auch / weil er Lebet zu ſtreitten / welches er allezeit im Zaum halten / ſeinen boͤſen willenGal. 5. 24 Roman. 8. . 13. brechen / daſſelbige Creutzigen vñ toͤdten muß / Rom. 8. v. 13. vnd fleiſſig auffacht geben / das er ja die Suͤnde nicht laſſe herꝛſchẽ in ſeinem ſterblichen Leibe / jhr gehoꝛſam zu leyſten in jhren luͤſten / Rom. 6. v. 12. Da muß er nun ſehen / wie erRom. 6. . 12. allerſeits / wider dieſe vnd andere Feinde vben moͤge eine gutte Ritterſchafft / 1. Tim. 1. v. 18. damit er auch mit Paulo1. Tim. 1. . 18. ſagen moͤge / 2. Tim. 4. v. 7. Jch habe einen gutten Kampff gekaͤmpffet / Jch habe den Lauffvollendet / Jch habe Glau -2. Tim. 4. . 7. ben gehalten. Hinfort iſt mir beygeleget / die Crone der Gerechtigkeit / ꝛc. Welche dann auch hier in abgeleſenem Spruͤchlein / der Ewige Sohn GOttes allen denen / ſo jhme getrew ſein vñ bleyben / vnd ſich freventlich von jhme nicht abreiſſen / vorheiſchet. Jch habe aber dieſes Spruͤch - lein bey gegenwertigem Adelichen Leichbegaͤngnuͤß zu er - klaͤren mir belieben laſſen / folgender Vrſachen halben.

1. Propter exhortationis hujus neceſſitatem, Wegen1. der Nothwendigkeit dieſer Vermahnung / weil doch jetzo fort mehr wenig Trew vnter den Menſchen / beydes gegen Gott vnd dem Nechſten zufinden iſt.

B iij2. Propter[14]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt.

2.2. Propter pij defuncti fidelitatem, Wegen dieſes ſeelig verſtorbenen Junckers / welcher beydes gegen Gott vnd Menſchen / ſo viel jmmer moͤglich / in dieſer Sterblig - keit ſich ſolcher Trew beflieſſen / wie er deſſen bey maͤnnig - lich ein guttes Lob gelaſſen.

3.3. Propter Conſolationis effica citatem, Wegen des kraͤfftigen Troſtes / welchen nicht alleine die anweſenden Leydtragenden darauß wegen des Seelig verſtorbenen nehmen koͤnnen / Sondern auch wir / daß ſo wir ſolcher Vermahnung nach leben werden / vnd vns biß aus Ende getrew zu ſein befleiſſen / das wir deſſen auch dort frucht - barlichen genieſſen / vnd einen herꝛlichen Gnadenlohn da - von tragen vnd bringen werden.

Wir wollen aber abgeleſene Worte vor vns nehmen / vnd kuͤrtzlich dieſe Zwey ſtuͤcklein mit einander in der furcht des HERREN erwegen vnnd betrachten / Nemlich / Wir wollen anhoͤren.

Partitio bimembrisI. De omniũ verè piorum officio, Was aller RechtI. glaͤubigen fromen Chriſten Ambt ſey / oder was hier der HERR von jhnen erfordere.

II. II. De corundem Divino & gratuito præmio, Von dem herꝛlichen Goͤttlichen Gnadenlohn / den ſie davon haben / ſo ſie ſolcher Vermahnung nach leben werden.

HERRE JEſu Chriſte / der du inn Genaden ſolche beſtaͤndige Trew von vns erfoderſt / Gieb vnd vorleyhe vns deinen H. Geiſt / damit Er vns durch ſeiner Gnaden glantz erleuchte / auff das wir durch ſeinen Trieb / beydes im Leben vnd Sterben dir moͤgen getrew ſein / noch einiges Vngemach vns võ dir abwenden laſſen / vnd alſo auch den Gnadenlohn die Crone des Lebens davon bꝛingen / vmb deines aller - heyligſten Namens Ehꝛe willen / Amen.

Erſter[15]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt.

Erſter Theyl.

GEliebten im HErꝛen Chriſto / Es iſt diß Buch der Offenbahrung Johañis / daraus dieſer Text entlehnet / ein ſehr ſchoͤnes / Lehr vnd Troſt - reiches Buch / voller herꝛlicher Warnungen vnd Geheim - nuͤſſe / welches der H. Evangeliſt Johannes geſchrieben / auß ſonderlicher Goͤttlicher Offenbahrung in der Juſel Pathmos, inn welche er von dem grauſamen WuͤtterichPathmos Epheſus. Domitiano, võ Epheſo ins Elend war vorſchicket wordẽ / welches eine Stadt geweſen im kleinern Aſia, 136 Meylen von Jeruſalem: Dieſes Buch hat nun Johannes auß gemelter Jnſel geſchrieben an die ſieben Gemeinen der - ſelbigen Landſchafft / derer im Andern vnd dritten Cap. gedacht wirdt. Dieſe Jnſel Pathmos liget im Egyptiſchen Meer / zwiſchen dem kleinern Aſia vnd Griechenlandt 125 Meylen von Jeruſalem gegen Nordweſten / hat inn jhrem Vmbcirck 30000 Paſſus, das iſt bald 8. Meylen / wie Plinius lib. 5. cap. 12. ſchreibet: Es iſt dieſe Jnſel einePlinius lib. 5. Cap. 12. Delos. geweſen auß den Jnſeln Cycladibus, derer 53. geweſen / ſo Ringsweiſe vmb die Jnſel Delum gelegẽ / welche vor zeiten Poſidium, jetzundt aber Palmoſa genennet wirdt / wie Büntingius in ſeinem Itinerario lib. 2. pag. 52. ſetzet. Büntingiꝰ lib. 2. p. 52.Vnter andern aber ſchreibet auch Johannes dieſes ſein Buch auß befehl des Sohnes GOttes / an den Engel / das iſt an den Lehrer vnd Biſchoff / der Gemeine Gottes zu Smyrna / an welchen der Sohne Gottes dieſe ErnſteSmyrna. Vermahnung thut / Als er ſihet ſeine Truͤbſal / auch waß / vnd wie viel er wuͤrde vber dem Evangelio Chriſti leyden vnd außſtehen muͤſſen / Biß getrew / ſaget er / biß ans ende /3. Stuͤck bey dem Erſten theyl zu be - trachten. So wil Jch dir die Crone des Lebens geben. Da wir dann bey dem Erſten ſtuͤcklein zu betrachten haben.

I. Ex -[16]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt.

I. Exhor - tantis ma - jeſtas. I. Exhortantis Majeſtatem, Die Majeſtet vnd Herꝛ - ligkeit deſſen / von welchem dieſe Vermahnung herꝛuͤhret / welcher iſt der Ewige Sohn Gottes / der HErꝛe JEſus Chriſtus / welchen in dieſer Offenbahrung ſihet Johañes / als eines Menſchen Sohn / wandeln / mitten vnter denApocal. 1. . 13. ſieben guͤldenen Leuchtern / Apoc. 1. v. 13. der da ſaget / v. 18. Jch bin der Erſte vnd der Letzte / vnd der Lebendige / Jch. 18. war Todt / vnd ſiehe / Jch bin Lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit / vnd habe die Schluͤſſel der Hellen vñ des todes /. 5. Welcher v. 5. ein Fuͤrſt der Koͤnige auff Erden genennet wird / weil Er iſt Rex regum, & Dominus Dominantiũ, Ein Koͤnig aller Koͤnige / vnd ein HERR aller Herꝛen /1. Tim. 6. . 15. Apocal. 9. . 14. 1. Tim. 6. v. 15. Apoc. 9. v. 14. Der da alleine Vnſterbligkeit hat / vnd wohnet in einem Liecht da niemandt zu kommen kan / wie Paulus 1. Tim. 6. v. 15. ſaget: Der da Herꝛſchet /1. Tim. 6. verſ. 15. von einem Meer zum andern / vnd von dem Waſſer an /Pſ. 72. v. 9. biß zu der Welt ende / Pſal. 72. v. 9. Welcher ein Lehꝛer vonJoh. 3. v. 2. Gott in dieſe Welt geſendet / Joh. 3. v. 2. Welchen GOttDeut. 18. v. 15. 19. Matth. 17. verſ. 5. zuhoͤren vns gar Ernſtlichen geboten hat / Deut. 18. v. 15. 19. Matth. 17. v. 5. Daher wir dann deſto fleiſſiger ſollen auff - mercken / vnd ſeinem Gebot gehorchen vnnd nach leben / Sintemal wer ſeinem befehl nicht gehorchen wirdt / vonDeut. 18. v. 19. dem wirds Gott fordern / wie er drewet: Deut. 18. v. 19.

II. Perſone ad quam exhortatio directa ſpectabi - litas. II. Perſonæ, adquam exhortatio iſthæc directa ſpectabilitatẽ, Die Perſon an welche dieſe vermahnung gethan wird / welche iſt der Engel der Gemeine Gottes zu Smyrna. Es hat aber dieſe Stadt Smyrna gelegen im kleinern Aſia in der Landſchafft Jonia, 135 Meylen vonSmyrna eine Statt im klei - nern Aſia. Jeruſalem gegen Nordweſten / ſo eine Prechtige vnd be - ruͤmbte Stadt geweſen / vnter anderm auch dieſer vrſachẽ halben / weil der vortreffliche Griechiſche Poët Homerusauß[17]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. auß derſelben ſoll buͤrtig geweſen ſein / auch alda begrabenHomerus von Smyrna buͤrtig. worden / de[me]e zu ehren man dann in dieſer Stadt einen Tempel gebawet / vñ darinnen ſein Bildnuͤß auffgerichtet hat. Wie abermal Büntingi in ſeinem Itinerario lib. 2.Büatingi〈…〉〈…〉 ltin lib. 2 p. 25. 26. pag. 25. 26. berichtet. Durch den Engel aber der Glaͤubigẽ Gemeine daſelbſt / wird nach einhelliger Erklaͤrung der Alten Kirchenlehrer verſtanden / der Trewe vnnd Wol - verdiente Biſchoff der Kirchen daſelbſt Polycarpus, wiePolycarp〈…〉〈…〉 Lyra, Jrenæus, Euſebius, vnd andere ſolches bezeugen. Welcher Polycarpus geweſen / ein Juͤnger vnd Diſeipel Johannis des Evangeliſten / welchen er auch wegen ſeiner Hohen gaben dieſer Stadt Smyrna zu einem Lehꝛer vor - geſtellet / welcher er auch mit groſſem nutzen viel Jahr lang trewlich vorgeſtanden / Aber wie in gemein / alſo iſts jhm auch endlich ergangen / weil er auch den Propheten lohn empfangen / vnd vmb des HERRN Chriſti vnd ſeines H. Evangelij willen zum Fewer vervrtheylet worden / als aber daſſelbe jhm an ſeinem Leibe nichts ſchaden koͤnnen / iſt er endlich alſo im Fewer durchſtochen worden / Da er dann mit der Crone der Maͤrtyrer vnd des Lebens dieſer Verheiſchung nach iſt gekroͤnet worden / Anno 170. wie Euſeb. lib. 4. C. 14. meldet. Es gehet aber dieſe ernſteEuſ. lib. 4. Cap. 14. Vermahnung nicht allein dieſen trewen vnd ſtandhafften bekenner JEſu Chriſti Polycarpũ an / ſondern alle trewe frome glaͤubige Chꝛiſten in gemein / Sintemal was einem geſaget wird / das wird vns allen geſagt / das alle / ſie ſeyen gleich im Lehr / Wehr Nehrſtande / derſelbigen ſich an - zunemen haben / Wie dañ auch Chꝛiſtus in dieſem 2 Cap.Apoc. 2. . 11. ſaget; . 11. Wer ohꝛen hat zu hoͤren / der hoͤꝛe / was ď Geiſt den Gemeinen ſagt. Schleuſt hiemit keinen auß / ſondern wil das alle fleiſſig auff dieſe Vermahnung auffacht geben ſollen vnd derſelben nachkommen.

CIII. Ex -[18]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt.

III. Exhor - tationis qualitas. III. Exhortationis qualitatem ſeu gravitatem. Die Vermahnung an jhr ſelber / Was iſts denn? Was befihlet er? Biß getrew biß inn den Todt / das iſt ein ſehr wichtiges Stuͤck / daher diß billich aller fromen Chriſten Ambt ſein ſol / deſſen ſie ſich am meyſten befleiſſen ſollen / das ſie in alle jhꝛem thun getrew ſich erfinden laſſen / welche Trew nicht allein im Munde / ſondern im Hertzen / in der that vnd warheit beſtendig beſtehen ſol / vmb welche trew es gewiß ein gar edles / herꝛliches vñ koͤſtliches / aber ein vber - auß ſeltzames ding iſt / vnd iſt nit bey einem jeden zufinden / ſonderlich in dieſen letzten vnd boͤſen Zeiten / da gleichſam alle Trew verloſchen / vnd auffhoͤren wil. Ein jeder zwar wolte gerne den Ruhm haben / vnd vor einen trewen er - kennet vnd geruͤhmet werden / da doch der meyſte theil die aͤrgſten Buben vñ vntreweſten Menſchen ſind: Mancher giebet zwar mit dem Munde groſſe Trew fuͤr: Aber ſein Hertz iſt voller Vntrew / es iſt eine lautere Heucheley vnd Falſcheit / denn ſein Hertz hanget doch nicht rechtſchaffen an dem HERREN ſeinem GOtt / trachtet nach ſeines Nechſten ſchaden / vnd gehet auff ſeinem vngedeyen vmb / welches ein Grewel iſt fuͤr Gott / Alſo das Gott drewet /Pſ. 55. v. 24. das ſolche Leute jhr lebẽ nit ſollen zur helffte bringen / Pſ. 55. v. 24. welche vntrew Gott kennet vñ ſiehet. Deus enim totus oculos eſt quia omnia videt, Ipſe enim ſcit &Auguſt. ſub. Pſal. 120. videt omnia opera noſtra ſaget Auguſt: ſupra Pſal. 120. GOtt iſt lauter Auge / weil Er alles ſiehet / denn Er ſiehet vnd weiß alle vnſere Werck / ja Worte vnd Gedancken / dafuͤr auch der Menſch dermal eins wird Rechnung gebenRom. 14. . 12. 1. Pet. 4. . 5. muͤſſen / Rom. 14. v. 12. 1. Pet. 4. v. 5.

Es verſtehet aber allhier der Sohn Gottes nicht bloß vnd alleine die Trew / welcher ein jeder / vermoͤge ſeinesBeruffs[19]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. Beruffs vnd Ambts pflichte / zu rettung vnd verwahrung ſeiner gew[i]ſſen / Gott zu gehorſamen / Hoͤchſten vermoͤgen ſich jederzeit befleiſſen ſol / in allem ſich als einen Trewen Haußhalter zu erzeygen / Wie wir denn alle ſolche ſind / von denen Gott nicht mehr ſuchet / als das ſie ſich Trew erfinden laſſen / wie Paulus 1. Corinth. 4. v. 1. 2. ſaget / denn1. Cor. 4. . 1. 2. Maledictus qui opus Domini facit fraudulenter, ſagtJerem. 48. . 10. der Prophet Jeremias Cap. 48. v. 10. Verflucht ſey der des HErꝛen Werck leſſig thut. Derowegen ſollen getrew ſein:Trew ſol ein jeder ſein.

I. In ſtatu Eccleſiaſtico. Jm Geiſtlichen ſtande / beydesI. In ſtatu[eccleſi]- aſtico. Lehrer vñ Zuhoͤrer: i. Lehrer / das ſie jhrer anbefohlenen Herde ſich trewlich annehmen vñ acht auff dieſelbe haben /1. Doctort Actor. 20. v. 21. Das ſie trewlich Gottes wort vnverfelſcht /Actor. 20. . 28. ohne allen Menſchlichen zuſatz / rein vnd lauter jhren Zu -Deut. 4. . [2]. Jt. 12. . 33. hoͤrern vortragen / nichts dazu noch davõ thun / Deut 4. v. 2. Jt. 12. v. 33. Jhr Ambt redlich außrichten / 2. Tim. 4. v. 6. ſich befleiſſen Gott zu erzeygen einen rechtſchaffenen vnd vn -2. Tim. 4. . 6. ſtraͤfflichen Arbeyter / 2. Tim. 2. v. 15. Das ſie ſeyen ein vor -2. Tim. 2. . 15. bilde im Wort / im Wandel / in der Liebe / im Geiſt / im Glauben / in der Keuſchheit / 1. Tim. 4. v. 11. Das ſie anhal -1. Tim. 4. . 11. ten mit vermahnen / Niemandes Perſon anſehen / ſonder jhre Stim̃e wie eine Poſaun erheben / getroſt ruffen / vnd einem jeden ankuͤndigen ſeine Vbertrettung vnd Suͤnde / wie ſie dazu der HERR vermahnet / Eſa. 58. v. 1. auch derEſa. 58. . 1. gewaltigen nicht ſchonen / wie Elias gethan dem Gottloſen Koͤnige Ahab. 1. Reg. 18. v. 19. Johañes der Teuffer Herodi,1. Reg. 18. . 19. welchen er ſeiner begangenen Blutſchande halben ſtraffte / Marc. 6. verſ. 18. Ambroſius welcher auch des begangenenMar. 6. . 18. Ambroſiꝰ Bludtbades halber zu Theſſalonichen den Keyſer Theodo - ſium in Bann that / vnd die Kirchen verbott: Thun ſie dieſes nicht / ſo drewet Gott der HERR jhnen / das ErC ijwolle[20]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. Ezech. 33. . 8.[wolle] jhꝛer Zuhoͤꝛer blut fodern võ jhꝛen haͤnden / Ezec. 33. v. 8. Ja fuͤr jhre Seelen werden ſie Rechenſchafft gebenHebr. 13. . 17. muͤſſen / Hebr. 13. v. 17. Deßwegen ſie jhre Zuhoͤrer zur Bußfertigkeit vnd Gottſeligkeit trewlich anhalten ſollen. 2. Audito - res. 2. Zuhoͤrer ſollen Trew ſein / das ſie das Wort trewlich annehmen / jhre Lehrer deßwegen deſto lieber haben / vmb1. Theſſ. 4. . 12. jhres Werckes willen / 1. Theſ. 4. v. 12. nicht derentwegen ſie neyden vnd anfeinden / ſo ſie jhnen die Warheit ſagen / vnd jhrer Laſter halben ſtraffen / weil ſie doch dadurch jhr Heyl vnd beſtes ſuchen: Sondern jhnen gehorchen: wieHebr. 13. . 17. Paulus Hebr. 13. verſ. 17. vermahnet: Gehorchet Ewern Lehrern vnnd folget jhnen / denn ſie wachen vber Ewere Seelen / als die da Rechenſchafft dafuͤr geben ſollen / auff das ſie das mit frewden thun vnd nicht mit ſeufftzen / den das iſt Euch nicht gutt: Die thewre Berlage des Wortes Gottes in jhren Hertzen bewahren vnd behalten: DennLuc. 11. . 28. ſolche ſind ſelig / Luc. 11. v. 28. Weil es iſt eine Krafft ſelig zu machen die ſo daran glaͤuben / Rom. 1. v. 16. Jhr LebenRom. 1. 16. darnach anſtellen / vnd alſo nicht bloſſe hoͤrer / ſondern auchJac. 1. . 22. Thaͤter deſſelben ſein: Jac. 1. v. 22. Ja ſie ſollen jhre LuſtPſ. 1. . 22. daran haben / vnd davon reden Tag vnd Nacht / Pſal. 1. v. 2.Joh. 5. . 39. fleiſſig in der Schriefft ſuchen / Joh. 5. v. 39. So werden ſieJohan. 15. . 14. allezeit Chriſtum zum freunde habe / Joh. 15. v. 14. Welcher mit dem Vater vnd Heyl. Geiſte zu jhnen kommen wirdJohan. 14. . 24. vnd Wohnung bey jhnen machen / Johan. 14. v. 24.

II. In ſtatu Politico. II. In ſtatu Politico. Jm Weltlichen Stande / beydes Obrigkeit vnd Vnterthanen. 1. Obrigkeit die ſoll Trew1. Obrigkeit. ſein in jhrem jhnen von GOtt auffgetragenem Ambte / Nicht nur der Andern / ſondern auch der Erſten Tafel der H. Zehen Gebott ſich trewlich annehmen / den Gottce - dienſt befoͤrdern / Kirchen vnnd Schulen wol vorſtehen /weil[21]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. weil es heiſſet: Erunt reges nutritii tui, & reginæ nu trices tu〈…〉〈…〉. Die Koͤnige ſollen deine Pfleger / vnd jhreEſa. 49. . 23. Fuͤrſten deine Seugammen ſein / Eſa. 49. v. 23. Das heiſſet auch den Sohn kuͤſſen / Pſ. 2. v. 11. Sehen ſie wie etwa jrꝛigePſ. 2. . 11. falſche Lehre vñ vorfuͤhriſche Geiſter einſchleichen wollen / ſollen Sie bey Zeiten mit Ernſt derſelben vorbeugen vnd ſie abſchaffen / nach den loͤblichen Exempeln der Gottſeligẽ Koͤnige / als EZechiæ 2. Reg. 18. v. 4. Joſiæ 2. Reg. 23. v. 42. Reg. 18. . 4. 2. Reg. 23. . 4. Des Loͤblichen fromen Keyſers Theodoſij, welcher auch durch ein offentliches Educt, alle falſche Lehꝛe vñ Jrꝛgeiſter verbotten vnnd abgeſchaffet. Sollen allen hoͤchſten fle[i]ßTheodoſi〈…〉〈…〉. dahin wenden / wie der rechte Gottesdienſt erhalten / vnd die wahre Religion in jhren Landen außgebreytet vñ fort gepflantzet werden moͤge / das heiſſet recht dem Koͤnige der Ehren die Thore weit auffgethan / damit Er einziehenPſal. 24. . 10. koͤnne / Pſal. 24. v. 10. Gericht vnd Gerechtigkeit ſollen Sie trewlich hegen / niemandes Perſon anſchen / vnd derſelben zugefallen das Recht beugen; das gutte foͤrdern / das boͤſe ſtraffen / vnd bedencken / das jhnen die Obrigkeit ſey gegebẽ von dem HERREN / vnd die Gewalt von dem hoͤheſten welcher der mahl eins wird fragen wie Sie handeln / vnd forſchen waß ſie ordnen / deñ ſie ſeind ſeines Reichs Ambt - leute / Sap. 6. v. 4. deſſen auch Joſaphat ſeine Ambtleute vñSap. 6. v. 4. Richter erjnnert / wenn er ſaget / 2. Paral. 19. v. 6. 7. SehetJoſaphat - 2. Paral. v. 6. 7. zu waß jhr thut / denn jhr haltet das Gerichte nicht den Menſchen / ſondern dem HErꝛen / vnd Er iſt mit Euch im Gerichte: Darumb laſſet die furcht des HErꝛen bey Euch ſein / vnd huͤttet Euch / vnd thuts / dann bey dem HErꝛen vnſerm Gott iſt kein anſehen der Perſon / noch annehmen des geſchenckes: 2. Vnterthanen ſollen auch Trew ſein2. Vntertha - nen. jhrer Obrigkeit vnd Herꝛſchafft / vnd ja im wenigſten ſichwider[22]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. wider dieſelbe nicht aufflehnen / oder widerſtreben / Sinte - mahl wer der widerſtrebet / der widerſtrebet Gottes Ord -Rom. 13 2. nung / Rom. 13. v. 2. Vnd wil Gott auch ſolche Vntrew nicht vngeſtrafft laſſen / wie zu ſehen an der AuffruͤhriſchẽNum. 16. . 21. 22. Rotte Korah / Dathan vnd Abiram / Num. 16. v. 21. 22. deß - gleichen an den Auffruͤhriſchen Bawren / wie es SleidanSleidanus lib. 5. beſchreibet / lib. 5.

III. Inſtatu Oecono - mico. III. In ſtatu Oeconomico. Jm Haͤußlichen ſtande / da gebuͤhret Haußvaͤtern vñ Haußmuͤttern jhres AmbtsHauß Vaͤter. vnd Beruffs trewlichen abzuwarten / das ſie den jhren trewlich vorſtehen / jhre Kinder / in der Furcht vnd Ver -Fpheſ. 6. verſ. 4. mahnung zum HErꝛen Aufferziehen / Epheſ. 6. v. 4. Nach dem Exempel der Heyligen Gottes: Abrahams, Hannæ vnd andere. Der Mann / das er nach GOttes befehl ſein Wetb mit Trewen meine / als ſein eygen Fleiſch ſie Liebe /Eph. 5. v. 28 Epheſ. 5. v. 28. Jm gleichen die Weiber das ſie getrew vndEpheſ. 5. verſ. 22. vnterthan ſein jhren Maͤnnern als dem HErꝛen / Epheſ. 5. v. 22. Beyde geſambt / das ſie Trewlich jhre Kinder vnd Geſinde zur Gottesfurcht / vnd allen GOtt wolgefelligenKinder. Tugenden anhalten: Kinder ſollen auch jhꝛe Eltern trew -Sir. 7. v. 29. lich lieben / ſie ehren / Sir. 7. v. 29. jhnen gehorchen / ſo esSir. 3. v. 8. 9. jhnen anders ſoll wolgehen vnd lange leben auff Erden /Exod. 20. verſ. 12. vermoͤge des Vierdten Gebotes / Exod. 20. v. 12. Jm AlterSir. 3. v. 14. 15. jhrer trewlich pflegen vnd ſie ja nit betruͤben / Sir. 3. v. 14. 15. Geſinde.Geſinde ſoll Trew ſein ſeiner Herꝛſchafft / dieſelbe ehren /1 Pet. 2. v 18. Eph. 6. . 5. jhr gehorchen vnd trewlich dienen / denn Gott auch trewe Dienſte nicht wil vnbelohnet laſſen / Epheſ. 6. v. 5. wie wirGeneſ. 30. Cap. 41. v. 40. deſſen Exempel haben an Jacob / Geneſ. 30. deßgleichen an Joſeph / Gen. 41. v. 40. Trew ſoll auch ſein in gemein einMatth. 22. verſ. 40. jeď ſeinem Nechſten / dz er jhn liebe als ſich ſelber / Matt. 22.1. Theſ. 4. verſ. 6. v. 40. das er jhn nicht verforteyle im Handel / 1. Theſ. 4. v. 6. nicht[23]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. nicht vbel jhm nachrede / noch faͤlſchlich jhn angebe / Exod. 20.Exod. 20. . 16. v. 16. ſondern i[n]allem Bruͤderliche liebe vñ trew erweiſen / welche nach Pauli vermahnung ſol hertzlich ſein / Rom. 12.Rõ. 12. v. 10. v. 10. Daran auch die Hohe Majeſtet GOttes ein groſſes vnd angenehmes gefallen hat / Pſalm. 133. v. 1. Sir. 25. v. 2. Pſ. 133. v. 1. Sir. 25. v. 2.An ſolcher Trew derer ein jeder billich in ſeinem Stande vnd Beruff allezeit ſich befleiſſen ſoll / hat zwar Gott ſeine Luſt vnd wolgefallen / wil auch ſolche mit ſeinem Gnaden - ſegen nicht vnbelohnet laſſen: Doch gefellet jhme am meyſten / ſo Widergebohrne Chriſten / durch jhr gantzes Leben / ſo viel in dieſer Sterbligkeit jmmer moͤglich jhrem Gott vñ Schoͤpffer / der ſie nach ſeinẽ Ebenbild geſchaffen / Geneſ. 1. v. 27. Durch ſeinen Sohn thewr erloͤſet / 1. Pet. 1.Gen. 1. v. 27 v. 19. Vnd durch den Heyl. Geiſt geheyliget / in ſeinen1. Pet. 1. v. 19 Gnadenbundt angenom̃en / auß Waſſer vnd Geiſt wider - gebohren / Joh. 3. v. 4. Trew zu ſein ſich befleiſſen / dazu ErJoh. 3. v. 4. vns ſelber in obẽ angezogenen Woꝛten anmahnet / Apoc. 2.Apocal. 2. verſ. 11. v. 11. vnd ja ſich nichtes ſcheydẽ laſſen von der liebe Gottes /Rõ. 3. v 39. Rom. 8. v. 39. welche Trew wir Gott erweiſen. Gott erweiſen wir vnſer trew

I. Verbum Dei fideliter audiendo, & mandata ejusI. Verbum Dei audiẽ - do illudo, fideliter cuſtodien - do. cuſtodiendo. Weñ wir ſein Wort gerne vñ mit andacht hoͤren / auch trewlich daſſelbe vñ alle ſeine Gebot bewahren vnd halten: Denn ſolches erfodert Er auch von vns / vnd wil das wir daſſelbe als eine thewre Beylage trewlich vnd fleiſſig in vnſerm Hertzen bewahren ſollen / 2. Tim. 1. v. 14. 2. Tim. 1. v. 14.Deñ ſeelig ſaget Chriſtus / ſind die / ſo Gottes Wort hoͤꝛenLuc. 11. v. 28. vnd bewahren / Luc. 11. v. 28. Darumb ſollen wir nicht ſein bloſſe hoͤrer / ſondern auch Thaͤter des Worts / Jac. 1. v. 22. Jac. 1. v. 22.Dadurch werden wir Chriſti freunde / ſo wir thun / was er vns gebeut / Joh. 15. v. 14. Wie dañ auch Sirach. 6. v. 36. vnsJoh. 15. v. 14 vermahnet / Hoͤre gerne Gottes Wort / v. 37. BetrachteSir. 6. v. 36. v. 37.jmmer[24]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. jmmer Gottes gebott / vnd gedencke ſtets an ſein Wort / denn wol dem / der ſtets mit Gottes Wort vmb gehet / Es iſt ja nichts beſſers denn Gott fuͤrchten / vnd nichts ſuͤſſersSir. 23. v. 37 denn auff Gottes gebott achten / ſagt Sirach Cap. 23. v. 37. Deut. 7. v. 13.Da wird in allem Gottes ſegen verheiſchen / Deut. 7. v. 13. Ja wol dem der Luſt hat zum Geſetze des HERREN / vnd redet davon Tag vnd Nacht / der iſt wie ein BaumPſ. 1, v. 2. 3. gepflantzet an den Waſſerbaͤchen / Pſal. 1. v. 2. 3. Daher dañ nicht vergebens S. Paulus vermahnet / das wir Gottes Wort ſollen reichlich vnter vns wohnen laſſen / in allerCol. 3. v. 16. Weißheit / Col. 3. v. 16. Sintemal Ignorantia vorbi〈…〉〈…〉 ſtIſidorus. nutrix omniũ vitiorũ ſaget Iſidorus, Wo man Gottes Wort nicht achtet / vnd nichts davon weiß / da gereth man gar leicht in allerley Suͤnde vñ Laſter. Daher David ſich frewete / wenn er ſolte ins Hauß Gottes gehen / GOttesPſ. 122. v. 1. Wort zuhoͤren / Pſalm. 122. v. 1. Darumb betet er / das esPſ. 119. v. 43 Gott nicht wolle võ ſeinem Munde nehmen / Pſal. 119. v. 43.v. 50. denn das erquicket jhn / v. 50. Darumb iſts jhm lieber dennv. 72. viel Tauſent ſtuͤcke Goldt vnd Silber / v. 72. Es iſt ſeinemv. 103. 104. Munde ſuͤſſer deñ honig / weil es jhn klug machet / v. 103. 104. v. 105.Ja es iſt ſeiner Fuͤſſe leuchte / v. 105. Darumb abermal ſeligLuc. 11. v. 28. ſind die Gottes woꝛt hoͤꝛen vñ trewlich behaltẽ / Luc. 11. v. 28. Ut ſignum eſt mortis Corporalis, cibum corporalemSimile Gregorius, non percipere: Ita verbũ Dei quod eſt cibus animæ contemnere, ſignũ eſt mortis æternæ ſaget Gregorius. Gleich wie des Leiblichen todes es ein gewiſſes Kenn vnd Merckzeichen iſt bey einem Menſchen / wann er keine Leib - liche ſpeiſe mehr zu ſich nehmen kan: Alſo iſts auch ein ge - wiſſes Kennzeichen des Ewigen todes / wenn ein MenſchConſtanti - nus. Gottes Wort ſo da die rechte Seelen ſpeiſe iſt / verachtet: Von Conſtantino dem Keyſer wird loͤblichen geruͤhmet /das[25]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. das er auß begierde gegen Gottes Wort / die Predigten deſſelben ſtehe[n]de habe angehoͤret. Papias hat pflegen zu -Papias. ſagen: Se unicam Concionem audiendo plus diſcere, quam multas horas libros legendo. Das er auß einer Predigt mehr lerne / als wenn er ſonſt viel Stunden lang in Buͤchern leſe: Darumb billich in dieſem Stuͤck ein jeder GOtt ſol getrew ſein / das er ja ſein Wort nicht verachte / ſondern mit andacht hoͤre / daſſelbe Trewlich behalte / die ſollen auch fuͤr Gott Ewig leben / Laut der Verheiſchung Chriſti / Johan. 8. v. 51. Warlich / warlich / Jch ſage Euch /Joh. 8. . 51. So jemandt mein Wort wird halten / der wird den Todt nicht ſehen Ewiglich / Wie auch Gregorius vermahnet:Gregorius. Verba Dei quæ aure percipitis, mente retinete. Gottes Wort ſo jhr mit Ewern ohren hoͤret / vorwahꝛet / ja feſt vnd trewlich inn Ewerm Hertzen vnnd Gemuͤhte. Vnd Beda ſaget: Hi verbum Dei audiunt, & cuſto -Beda. diunt; qui audientes aure, recondunt mente, & opere implent: Et hi beati, quia exinde vitam æternam poſſidebunt. Das iſt: Die ſinds / die GOttes Wort recht hoͤren vnnd behalten / welche wenn ſie es mit jhren ohren hoͤren / auch in jhrem Hertzen verwahren / vnd in der That erfuͤllen / das ſie darnach leben / vnd ſolche ſind ſelig / weil ſie daher das Ewige leben beſitzen werden.

II. Sacramenta rite uſurpando, & baptiſmi fœdusII. Sacra - menta rite uſurpando & ſœdus baptiſmi ſideliter ſervando fideliter ſervando. Weñ wir der Hochwuͤrdigen Sacra - ment recht gebrauchen / vnd den Bundt der H. Tauffe vnvorbruͤchlich vnd trewlich vns zuhalten befleiſſen: Zu welchem ende Chriſtus die Heyl. Sacrament eingeſetzt / Jnſonderheit das H. Abendmahl / das wir deſſelben vns offt gebrauchen ſollen / Auch das ein getauffter Chriſt / durch ſein gantzes Leben ſich ſeiner Tauffe erjnnere / da erDdurch[26]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. Epheſ. 5. . 26.durch das kraͤfftige Seelen had / welches Paulus neñet ein Waſſerbad im Woꝛt / Eph. 5. v. 26. Ein Bad der Widerge -Tit. 3. . 5. burt vñ ernewerung des H. Geiſtes Tit. 3. v. 5. iſt gewaſchen von allen ſeinen Suͤnden / weil die Tauffe vor Gottes angeſicht iſt:

Die Rote Flut /
Die allen Schaden heylen thut /
Von Adam her geerbet /
Auch von vns ſelbſt begangen.

Eph. 2. . 3.Dadurch iſt er auß einem vnſeligen Zorn kinde / Eph. 2. v. 3. Ein ſeliges liebes Kindt Gottes woꝛden: Auß dem Reiche des Zorns / des Teuffels / Todes vnd der Hellen / inn das Gnaden Reich Chriſti verſetzet / in das Buchs des LebensCol. 1. v. 13. Phil. 4. v. 3. Apoc. 17. . 8. eingeſchriben / Phil. 4. v. 3. Apoc. 17. v. 8. Zur Gemeinſchafft der Heyligen gebꝛacht / vnd auff die Erbſchafft des kuͤnff - tigen Ewigen lebens vertroͤſtet worden. Derohalben ſo ſey er auch jngedenck des Tauffgeluͤbdnuͤſſes vñ des Bundes mit Gott auffgerichtet / befleiſſe ſich denſelben feſt vnd vn - verbruͤchich zuhalten / vnd wie er einmal dem Teuffel ab - geſaget / alſo demſelben trewlich widerſtehe vñ widerſtrebe / Laſſe ſich nichtes von ſeinem Tauffgeluͤbdnuͤß abfuͤhren. Daneben verachte er nicht das Hochwuͤrdige Abendmahl / ſondern halte ſich offters mit zerknirſchtem / bußfaͤrtigen / vnd glaͤubigen Hertzen darzu / Laſſe ſich Speiſen mit dem wahren Leib vnd Blut JEſu Chriſti / damit er deſto mehr dadurch ſeiner Seligkeit verſichert / vñ in ſeinem Glauben geſtaͤrcket werde / das alles / was Chriſtus mit ſeinem aller - heyligſten Leyden / vnd Blutflieſſenden Wunden / Ja mit ſeinem Todt vnd Aufferſtehung / ja thewren werthen ver - dienſt erlanget vnd erworben / jhn auch gewißlich angehe / vnd theyl daran habe: Ja das Chriſtus in jhm / vnd er inEph. 3. 17. Chꝛiſto wohne / Epheſ. 3. v. 17. Alſo das er getroſt ſagen kan:

Jch bin ein Glied an deinem Leib
Des Troͤſt ich mich von Hertzen /
Von dir ich vngeſcheyden bleyb /
Jn Todes noth vnd Schmertzen.
Wer[27]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt.

Wer nun diß Edle thewre Pfandt inn ſeinem Hertzen hat / der iſt wol verſorget vnd feſt verſichert / das jhn nichts ſcheyden koͤnne von der Liebe Gottes / die da iſt in Chriſto JEſu ſeinem HERREN / Rom. 8. v. 38. Ja Chriſtus derRom. 8. . 38. HERR verſichert jhn ſelber deſſen / Joh. 10. v. 28. das nie -Johan. 10. . 28. mandt jhn ſolle auß ſeiner Hand reiſſen / denn es heiſſet / wie die Chriſtliche Kirche ſinget:

Jch bin dein / vnd du biſt mein /
Vnd wo Jch bin / da ſoltu ſein /
Vns ſol der Feind nicht ſcheyden.

Ja es hat ein ſolcher Menſch ſich fuͤr dem Ewigen tode nichts zu fuͤrchten / denn Corpora noſtra EuchariſtiamIrenæus. percipientia jam non ſunt corruptibilia, ſed ſpem re - ſurrectionis vivam habentia, Vnſere Leiber / die im H. Abendmahl mit dem Leib vnd Blut JEſu Chriſti ge - ſpeiſet vnd getraͤncket werden / ſind nun nicht mehr gantz verweßlich / ſondern haben dieſe Lebendige kraͤfftige Hoff - nung / das ſie dermal eines widerumb aufferſtehen werdẽ / ſaget Irenæus. Ja ein ſolcher Menſch kan dem Teuffel ſelber trotz bieten vnd getroſt vnter Augen tretten. Diſce -Chryſoſt. dimus ab hac menſa tanquã leones ignẽ ſpirantes ipſis Dœmonib formidabiles facti, ſaget jener Alte Kirchen lehrer / wir gehen võ Tiſche des HErꝛn frewdig / gleichſam mit Fewerſpruͤtzendem Munde hinweg / alſo das ſich der Satan fuͤrvns entſetzen muß. Derhalben wol allen denen die ſolches bedencken / getrewlich ſich dazu halten / die ſollen auch der Cron des Lebens theylhafftig werden. III. Nomẽ ipſius San cliſſimum fideliter celebrãdo, & unicè E - jus auxiliũ implorãdo.

III. Nomen ipſius Sanctiſſimum fideliter celebran - do, & unicè Ejus auxilium implorando. Denn dazu hat er vns erſchaffen / ſeine Guͤtte vnd Leutſeligkeit in ſei - nem Sohne vns erwieſen / durch den H. Geiſt erleuchtet /D ijdas[28]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. das wir allezeit ſeinen allerheyligſten Namen ſollen ehꝛen / loben / herꝛlich mit Mundt vnd hertzen ruͤhmen vñ herꝛlich preiſen / vnd mit David vnſere Seele dazu auffmuntern /Pſ. 103. . 1. Pſal. 103. v. 1. Lobe den HErꝛen meine Seele / vnd was in mir iſt ſeinen H. Namen / welches auch thun die HimliſchẽEſa. 6. . 3. Seraphim / Eſa. 6. v. 3. welchem alleine auch die Ehre mußPſ. 115. . 1. gegeben werden / Pſalm. 115. v. 1. Wie dann zu ſolchem LobePſ. 146. 147. 148. 150. vns David anmahnet im 146. 147. 148. wie auch 150. Pſalm. Den ſollen wir ruͤhmen mit Mundt vñ Hertzen / mit that vnd Warheit / deñ / den HERREN loben iſt ein koͤſtlichPſ. 147. v. 1. ding / Ja es iſt lieblich vnd ſchoͤn / ſagt David / Pſal. 147. v. 1. Denn man kan denſelben nicht herꝛlich genug ruͤhmen / Er iſt vnd bleybet noch viel herꝛlicher / denn ſeine Herꝛlig - keit iſt groß: Sollen derowegen vber ſeiner Ehre mit Elia1. Reg. 19. . 14. eyfern / 1. Reg. 19. v. 14. Keines weges jhn verleſtern / welches der HERRE nicht wil vngeſtrafft laſſen. Dieſen ſeinen H. Namen des HE[R] RN vnſers Gottes / ſollen wir in allen Noͤthen anruffen / als zu einem ſichern Ancker alle vnſere Zuflucht nehmen / denn der Name des HErꝛen iſt ein feſtes Schloß / der Gerechte laͤufft dahin / vnd wird be -Prov. 18. . 10. ſchirmet: ſaget Salomo. Prov. 18. v. 10. Ja zu dieſem HErꝛnPſ. 121. v. 1. 2. ſollen wir alleine vnſere Augen vnd Hertzen erheben / weilWas vns inn Noͤthen Gott Anzuruffen reitzon ſoll. von jhm vnſer huͤlffe kombt / Pſal. 121. v. 1. 2. Vnd ſolches deſto trewlicher zuthun / ſoll vns anreitzen:

I. Mandati Divini gra - vitas. I. Mandati Divini gravitas. Der ernſte befehl Gottes / dadurch er ſolches ernſtlichen ſelber von vns erfordert vñ begehret / als im 50 Pſalm. v. 15. Ruffe mich an inn derPſ. 50. . 15. Noth. Pſalm. 91. Er ruffe mich an / Matth. 4. v. 10. ſagetPſ. 91. . 15. Chriſtus / du ſolt Anbeten Gott deinen HErꝛen / vnd jhmMatth. 4. . 10. alleine dienen: Welchem befehl wir denn trewlich nach - leben ſollen.

2. Summa[29]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt.

2. Summa Dei bonitas. Die groſſe Guͤttigkeit dieſes2. Summa Dei boni - tas. HERREN / welche Er als ein Vater gegen vns ſeine Kinder taglich erweiſet / denn Er in Chriſto JEſu ſeinem Sohn ein guͤttiger vnd gnaͤdiger Vater iſt / der vns auch in deſſelben Namen Vaͤterlichen erhoͤꝛen will / denn ſo ein Vater ſeinen Kindern weß guttes giebet: Wie viel mehꝛ wird der Vater im Himmel waß guttes geben / denen / die jhn bitten / ſaget Chriſtus Matth. 7. verſ. 11. Daher deſtoMatth. 7. v. 11. freudiger wir fuͤr jhn tretten koͤnnen / vñ ſagen Abba lieberRom. 8. v. 15. Vater / Rom. 8. v. 15. Weil Er iſt / ipſa bonitas, die ſelbſt - ſtaͤndige Guͤttigkeit / als kan er vns nichts deñ guttes thun / Jn dem Er nicht allein daß was Er hat / ſondern ſich auch vns ſelbſt mittheylet.

3. Promiſſionis, de certa exauditione, veritas. Die3. Promis - ſionis veti - tas. Gewißheit der Erhoͤrung: Dañ wir nicht vergebens jhn anruffen ſollen / ſondern Er verheiſchet gewiß / das er vns Warhafftig auch erhoͤren wolle: Als im 50 Pſalm: v. 15. Pſ. 50. v. 15.Ruffe mich an in der Not / ſo wil Jch dich erhoͤrẽ / Pſ. 91. v. 15. Pſ. 91. v. 15.Er ruffẽt mich an / ſo wil Jch jhn erhoͤren / Jch bin bey jhm in der Not / ꝛc. Eſa. 65. v. 24. Es ſol geſchehen / Ehe ſie ruffen /Eſ. 65. v. 24. wil Jch antworten / wenn ſie noch reden / wil Jch hoͤren: Matth. 7. v. 7. Bittet / ſo wird Euch gegeben / Suchet / ſoMatth. 7. v. 7. werdet jhr finden / Klopffet an / ſo wird Euch auffgethan: Joh. 14. v. 13. Verheiſchet Chriſtus / was jhr bitten werdetJoh. 14. v. 13 in meinem Namen / das wil Jch thun. Vnd Joh. 16. v. 23. Joh. 16. v. 23Warlich / warlich / Jch ſage Euch / ſo jhr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen / ſa wird ers Euch geben: Vnd ſolche Hoffnung gewiſſer Erhoͤrung / ſol deſto mehr in vns erwecken / weil Chꝛiſtus ſelber fuͤr vns bittet / Ioh. 16.Johan. 16. v. 26. v. 26. vnd zur Rechten Gottes vns vertritt / Rom. 8. v. 34. Rom. 8. v. 24.Ja der H. Geiſt ſelber vertritt vns auffs beſte mit vnaußſpꝛechlichen ſeufftzen / ſaget abermal S. Paulus / Rom. 8. v. 27.

3. Sum -[30]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt.

4. Summa utilitas. 4. Summa utilitas, Dann durchs Gebet erlangen wir Genade vnd Verſoͤhnung / vnſer Angefochtenes vnd be - truͤbtes Hertz erlanget dadurch Troſt vnd Erquickung / die weil es durchs Gebet alle ſeine Not vñ Anligen in Gottes Schoß leget: Das Gebet erlanget vermehꝛung des Glau - bens / der Hoffnung / der Erkaͤndtnuͤß / der Liebe / Gedult /Luc. 11. . 13. Ja den H. Geiſt / Luc. 11. v. 13. Durchs Gebet vberwindenJac. 4. 7. wir den Sathan / Jacob. 4. v. 7. vnd alle feinde / wie zuſehenExod. 17. . 11. an Moſe / Exod. 17. v. 11. deßgleichẽ an dem Koͤnige Hißkia /2. Reg. 19. . 15. 35. 2. Reg. 19. v. 15. 35. Durchs Gebet erlangen wir den Segen zu den wercken vnſers beruffs / deñ Pia oratio vera eſt be - nedictio. Ein Gottſeliges Gebet iſt vñ erlanget auch den rechten Segen: Es erhebet das Gebet vnſere Hertzen /1. Sam. 2. . 30. von dem jrꝛdiſchen zu dem Himliſchen / vñ welche jhn nun alſo anruffen vñ ehren / die wil er wider ehrẽ / 1. Sam. 2. v. 30.

IV. Intre - pidè ac fi - deliter Deũ corã mun - do conſi - tendo. IV. Intrepidè, ac fideliter Deum coram mundo confitendo. Weñ wir mit freudigem vñ vnerſchꝛockenem Hertzen vñ Gemuͤtte jhn trewlich vor der Welt bekennen / denn wer jhm trewlich anhanget / vñ freudig voꝛ der WeltMatth. 10. . 32. bekeñet / den wil Er auch wider bekennen vor ſeinem Him - liſchen Vater / Matth. 10. v. 32. Welches trewlich gethan haben / nicht allein die Heyligen Apoſtel vnd alle Trewe Blutzeugen JEſu Chꝛiſti / ſondern auch der H. Maͤrtyrer Polycarpus, An welchen der Sohn GOttes dieſe Ver - mahnung thut / welcher gewiß biß ans ende ſeinem Gott trew geblieben / vnd frewdig jhn vor der Welt bekennet /Euſebius lib. 4. Ob er ſchon daruͤber zum Fewer vervrtheylet ward / wie Euſebius deſſen gedencket lib. 4. Deñ als jhme gedrewet wardt / ſo er Chriſtum nicht wuͤrde verleugnen / ſolte jhm allerley Marter angethan werden / Auch endlich verbren -Polycarp. net werden / ſaget er frewdig: Ignem minaris ad horamarſu -[31]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. arſurum, ac paulo poſt extinguendum. Ignoras enim ignem illum futuri Judicij, ad perpetuum impiorum ſuppliciũ & Cruciatum reſervatum. Du dreweſt mir / ſagt er zum Tyrannen / mit dem fewer / welches kaum eine ſtunde brennet / darnach aber verliſchets: Du weiſt aber nicht daß Fewer des zukuͤnfftigen Gerichts / welches den Gottloſen zu Ewiger qual vnd pein bereittet iſt: Wie erMichael Sachs Keyſ: Chro: parte 1. dann auch vnter dem Siebenzehenden Roͤmiſchen Keyſer Marco Antonino Vero Philoſopho verbrandt worden / wie Mich: Sachs in ſeiner Keyſ: Chꝛon: gedencket parte 1. Ein ſolcher trewer bekenner JEſu Chriſti iſt auch geweſen Ignatius, welcher ein Diſcipel Johañis des EvangeliſtenIgnatius. vnd Biſchoff zu Antiochia geweſen / welcher getroſt demTrajanus. Keyſer Trajano, auch in offentlichen Predigten ſich wider - ſatzte / vmb deßwegen Trajanus jhn fahen vnd gen Rom fuͤhren ließ / vnd als er Chriſtum nicht verleugnen wolte / ſondern frewdig bekandte / ward er endlich nach vieler jhm angethaner Marter / den grim̃igen Lewen vorgeworffen: Da er nun alſo hingefuͤhret ward ſagte er:[F]rumentum Christi ſum, dentibus beſtiarum commolor, ut panis mundus fiam. Jch bin ein Weitzenkoͤꝛnlein Chꝛiſti / vndMichael Sachs Keyſ: Chro: parte 1. pag. 84. werde jetzt durch die Zeene der wilden Thiere zermahlen / das auß mir ein ſchoͤnes Brodt werde zu meines HErꝛen Tiſche vnd Ehren / wie Michael Sachs inn ſeiner Keyſer Chronica parte 1. pag. 84. meldet / Vnd Euſebius lib. 3. c. 36. Euſebius lib. 3. c. 36.Alſo auch Babylas Biſchoff zu Antiochia / welcher vnter demBabylas. Keyſer Decio, ſambt ſeinen dreyen Soͤhnen wegen ſtandt -Mich. Sachs Keyſ: Cron: parte 1. pag. 194. haffter bekenndtnuͤß / Anno 262. iſt enthauptet worden. Michael SachsKey: Chron: parte 1. pag. 194. Alſo hat auchJoh. Huſs. Chriſtum biß in ſeinen Todt trewlich bekennet / Johannes Huß zu Coſtnitz / vnd iſt daruͤber verbrandt wordẽ / An. 1415. den 5. Julÿ. Ein ſolcher bekenner iſt geweſen D. Lutherus,die[32]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. die Proteſtirende Staͤnde / ꝛc. Welche Standhaffte be - kendtnuͤß von allen Chriſten erfordert wird / damit Gott dadurch geehꝛet werde / ob wir ſchon auch dz Leben daruͤber zuſetzen ſolten / Sintemal wir ſolches Gott ſchuldig ſind /Gen. 1. . 27. der nicht alleine vns dz Leben gegeben vñ erſchaffen / Gen. 1. v. 27. Sondern auch durch ſeinen Sohn das verwirckte Leben wider erlanget / vnd geſchencket: Dadurch bezeugen wir vnſern Glauben vñ vertrawen zu Gott. Jch Glaube /Pſ. 116. . 10. darumb rede ich ſaget David / Pſal. 116. v. 10. Deñ ſo du mit deinem Munde bekenneſt JEſum / das Er der HErꝛ ſey / vnd glaͤubeſt in deinem Hertzen / das jhn GOtt von den Todten aufferwecket hat / ſo wirſtu ſelig: Denn ſo man võ hertzen glaͤubet / ſo wird man gerecht. Vnd ſo man mit dem Munde bekeñet / ſo wird man ſelig / ſaget ď H. ApoſtelRom. 10. . 10. 11. Paulus in ſeiner Epiſtel an die Roͤmer am 10. Capitel.

Dadurch bezeugen wir vnſere Frewdigkeit vñ Beſten - digkeit im Glauben / Ja wie lieb wir Chriſtum vnſern HErꝛen haben / vnd wie feſt wir an jhme halten: Durch ſolche ſtandhaffte bekendtnuͤß wird der Schwachglaͤubige nicht wenig geſtaͤrcket / vnd deſto frewdiger zu gleicher be - kendtnuͤß gemachet. Wer derowegen in dieſem ſtuͤck auch Getrew biß ans Ende verharꝛet / der wird Selig / ſagetMatth. 10. . 22. Chriſtus der HERR / Matth. 10. v. 22.

V. Fortiter ac fideliter contra Sa - tanam pu - gnando, ac viriliter ei reſiſtendo. V. Fortiter ac fideliter contra Satanam pugnando, ac viriliter ei reſiſtendo. Das wir trewlich wider den Satan ſtreitten / vnd mit Starckmuͤtigem hertzen jhm widerſtehen: Vmb deßwegen auch Paulus vns vermah - net / das wir allezeit ſollen vben eine gutte Ritterſchafft /1. Tim. 1. . 19. Glauben vnd guttes Gewiſſen behalten / 1. Timoth. 1. v. 19. Deñ ſo jemandt Kaͤmpffet / ſo wird er doch nicht gekroͤnet / er kaͤmpffe denn recht / ſaget er abermahl 2. Timoth. 2. v. 5. Vnd[33]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. Vnd an die Epheſer am 6. Cap. . 10. vermahnet er vnd2. Tim. 2. . 5. Epheſ. 6. . 10. 11. 12. ſaget: Zu[le]tzt meine Bruͤder / ſeyd ſtarck in dem HErꝛen / vnd in der Macht ſeiner ſtaͤrcke / Ziehet an den Harniſch Gottes / das jhr beſtehen koͤndt gegen die liſtigen Anleuff des Teuffels. Deñ wir haben nicht mit Fleiſch vnd Blut zu kaͤmpffen / Sondern mit Fuͤrſten vnd Gewaltigen / Nemlich mit den Herꝛen der Welt die in der Finſternuͤß dieſer Welt Herꝛſchen / mit den boͤſen Geiſtern vnter dem Himmel. Vmb des Willen / ſo ergreiffet den Harniſch Gottes / auff das jhr / wenn das boͤſe Stuͤndlein kombt / Wiederſtandt thun / vnd alles wol außrichten / vnd das Feldt behalten moͤget. Vnd Jacob in ſeiner Epiſtel am 4 Cap. v. 7. Wieder ſtehet dem Teuffel / ſo fleucht er vonIac. 4. . 7. Euch / deñ weil wir in der Tauffe Chꝛiſto gelobet / hergegen dem Teuffel / allen ſeinen Wercken vñ Weſen abgeſaget / Als wil vns auch Gewiſſens halben obligen vnd gebuͤhꝛen / trewlich demſelben nach zu kom̃en / vnd wider den Teuffel zu ſtreitten / damit wir obſiegen / vnd die Sieges Cron / davon bringen moͤgen.

VI. Crucem patienter ferendo, & Christum ſubVI. Crucẽ patienter ferendo, & Chriſtum ſub cruce fideliter ſequendo. cruce fideliter ſequendo. Das wir gedultig das Creutz Chriſti tragen / vnd jhme trewlich nach folgen / denn vns gebuͤhꝛet vnſerm Vorgaͤnger Chriſto JEſu vnter ſeiner Creutzfahne / vnter welche wir geſchworen / Trewlich nach zufolgen / alles ſo er vns zuſchicket vñ auffleget / willig vnd gedultig an vnd auffzunehmen / vnſere Seelen in gedult zufaſſen / Luc. 21. v. 19. Vnd mit jenem alten KirchenlehꝛerLuc. 21. . 19. ſagen: Domine hic ſeca, hic ure, Ach lieber HErꝛe GOtt / hier hawe / hie ſchlage / hier brenne vnd machs mitAuguſtin. mir nach deinem gefallen / ſchone nur meiner dort inn Ewigkeit. Nichts deſto minder auch mitten vnter demECreutz /[34]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. GOTtes Huldt vnnd Gnade / So allezeit auch inn der Anfechtung herfuͤr blicket erkennen vnd warnehmen / vndAuguſtin. mit Auguſtino ſagen: Et cum cœdis, & cum blandiris pater es, cædis ne peream, blandiris ne deficiam. Du trewer GOtt / du ſchlaͤgeſt mich / oder erzeugeſt dich freundlich gegen mir / ſo biſt vñ bleybeſtu doch allezeit mein getrewer Vater. Du ſchlaͤgeſt vnd Zuͤchtigeſt mich / da - mit ich nicht mit der Welt verdampt werde: Du erzeygeſt dich auch hinwider freundlich gegen mir / damit ich an dei - ner Gnade nicht verzage. Sollen auch dieſer Zeit leyden ja nicht werth achten der Herꝛligkeit / die dermal eins anRom. 8. . 18. vns ſol offenbahret werden / Rom. 8. v. 18. Sondern vns getroͤſten / das Gott getrew ſey / der niemanden leſſet ver - ſuchet werden vber ſein vermoͤgen / ſondern machets / das die Verſuchung ſo ein ende gewinne / das es der Menſch1. Cor. 10. . 13. ertragen kan / ſaget abermahl S. Paulus / 1. Cor. 10. v. 13. Deñ legt Er vns gleich eine Laſt auff / Ey ſo hilfft Er vnsPſ. 68. 20. auch wider / ſaget David / Pſalm. 68. v. 20. Leſſet Er vns er - fahꝛen viel vñ groſſe Angſt / ſo macht Er vns dennoch widerPſ. 71. . 19. Lebendig / Pſ. 71. v. 19. Da verſpricht Er vns auch darunter getrewen beyſtandt / wie die Chriſtliche Kirche ſinget:

Jch wils jhm Trewlich helffen tragn /
Mit meiner huͤlff wird ers erjagn /
Das Ewig Himmelreiche.

Dann wer zur EhrenCrone kommen wil / der muß zuvor auch hier mit Chriſto die Doͤrnen Crone tragen. PudeatBernhard. membrum deliciari, ſub capite ſpinis coronato. Ein Chriſt ſolte ſich ſchaͤmen dz er jhm lauter gute Tage wolte begehren vnd inn Frewden leben / weil ſein HERR vnd Heyland Chꝛiſtus JEſus / deſſen Glied er iſt / ſelber iſt mitMatth. 10. . 30. Doͤꝛnern gekroͤnet worden. Daher auch Chꝛiſtus Matt. 10. v. 38. ſaget:

Wer[35]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt.

Wer nicht ſein Creutz auff ſich nimmet / vnd folget mir nach / der iſt mein nicht werth / darumb jener Poët recht vermahnet:

Tu ne cede malis, ſed contra audentior ito.

Vnd einVirgil. 6. Æneid. AnderNobile vincendi genus eſt patientia, vincit, Qui patitur, ſi vis vincere diſce pati. ()

Leid / Schweig / Meid / vnd Vertrag /
An GOTT dem HERREN nicht verzag /
Deine Sach GOTT alleine klag /
Dein Gluͤck das kommet alle Tag.

Ja deſto mehr ſollen wir gedultig ſein im Creutze / weil wir wiſſen / das Chriſtus mit ſeinem vnverſchuldeten Creutze / vnſer wol verdientes Creutz gecredentzet hat / das es vns anders nicht / als zu allem gutten gereichen vñ dienen muß: Chriſtus hat gelittẽ fuͤr vns / vñ vns ein Fuͤrbilde gelaſſen / das wir ſollen nachfolgen ſeinen Fußſtapffen / 1. Pet. 2. v. 21. 1. Pet. 2. . 21.Zu dem haben wir auch noch dieſen Troſt / das wir wiſſen / das Er auch vnter dem Creutz mitleiden hat mit vns / weil Er auch allenthalben verſuchet worden / Heb. 4. v. 15. DerHeb. 4. . 15. vns gewiß in Noͤthen nicht verlaſſen wird / ſondern ge - trewen beyſtand leiſtẽ / laut ſeiner verheiſchung / Pſ. 91. v. 15. Pſ. 91. . 15.Jch bin bey jhm in der Noth. Vnd Eſa. 41. v. 10. FuͤrchteEſaiæ 41. . 10. dich nicht / Jch bin mit dir / weiche nicht / denn Jch bin dein Gott / Jch ſtaͤrcke dich / Jch helffe dir auch / Jch erhalte dich / durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit. Vnd Eſa. 43.Eſa. 43. 2. v. 2. Fuͤrchte dich nicht / deñ Jch habe dich erloͤſet / Jch habe dich bey deinem Namen geruffen / du biſt mein: Denn ſo du durchs Waſſer geheft / wil Jch bey dir ſein / das dich die ſtroͤme nicht ſollen erſeuffen. Vnd ſo du ins Fewer geheſt / ſoltu nicht brennen / vnd die Flam̃e ſol dich nicht anzuͤndẽ / Ja Er iſt bey vns alle Tage biß ans ende der Welt / ſaget Chriſtus der HErꝛ / Matth. 28. v. 20. Nach dem VnwitterMatth. 28. . 20.E ijleſſet[36]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. leſſet Er die Sonne wider ſcheinen / vnd nach dem HeulenTob. 3. . 22. vnd weinen vberſchuͤttet Er mit frewden / ſaget die Gott - ſelige Sara im Buͤchlein Tobiœ am 3. Capit. Wie vnsEſaiæ. 15. . 7. 8. auch der HErꝛ ſelber troͤſtet / Eſaiæ 54. v. 7. 8. Jch habe dich ein klein Augenblick verlaſſen / Aber mit groſſer Barm - hertzigkeit wil Jch dich ſamlen. Jch habe mein angeſicht im Augenblick des Zornes ein wenig von dir verborgen / aber mit Ewiger genade wil Jch mich dein Erbarmen / ſpricht der HErꝛ dein Erloͤſer: Darumb ſelig iſt der Mann der die Anfechtung erduldet / denn nach dem er bewehret iſt / wird er die Cron des Lebens empfahen / ſaget Jacob in ſei -Jac. 1. v. 12. ner Epiſtel / Cap. 1. v. 12.

VII. Terre - na quæq; Propter Chriſtum contem - nendo & deſerendo. VII. Terrena quæq; propter Christum contemnen - do & deſerendo. Wenn wir vmb Chriſti willen alles Zeitliche nichts achten / ſondern ſo es jhm gefellig / vnd er ſolches vber vns verhenget / daſſelbe gerne vbergeben vnd verlaſſen / zu mahl weil wir doch wiſſen / das wir von alle dem waß wir an Zeitlichem Gutt haben nichts davon mit1. Tim. 6. . 7. vns auß der Welt nemen koͤñen / wie Paulus 1. Tim. 6. v. 7. ſaget: Wir haben nichts in die Welt gebracht / darumb offenbahr iſts / wir werden auch nichts hinauß bringen / außgenommen die Kinder / wenn man dieſelbe Chriſtlich vnd Gottſelig in der furcht des HErꝛn erzogen. Darumb niemandt jhm das Zeitliche allzu ſehr ſol belieben laſſen / das er vmb deſſelben willen / an ſeinem Gott wolte trewloß werden / denn was huͤlffe es doch den Menſchen / wenn er die gantze Welt gewinne vñ litte an ſeiner Seelen ſchadẽ /Matth. 16. . 26. ſaget Chriſtus / Matth. 16. verſ. 26. Daher jene vornehmeJulitta. Hiſtoria. Herꝛn Fraw / als ſie wegen der bekaͤndtnuͤß JEſu Chꝛiſti an den ſie Trew vnd beſtendig ſich hielt / zur Marter vnd zum Tode ſolte gefuͤhret werden / vnnd aber von etlichenver -[37]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. vermahnet ward / ſie ſolte ſich doch bedencken / jhrer ſelbſt ſchonen / das Chriſtenthumb fahren laſſen / jhr anſehliches Geſchlecht /[u]nd groſſes vermoͤgen betrachten / ſo ſolte ſie beym Leben / an jhrem Ehrenſtande / Gutt vnd vermoͤgen gelaſſen werdẽ / gantz Chriſtlichen geantwortet vñ geſaget: Valeat vita, pereat pecunia, famula Christi ſum. Ey mit nichten / Es fahre hin / beydes das Zeitliche leben vnd alle mein Haab vnd Gutt / Jch wil derentwegen von meinen HERREN Chriſto nicht abfallen / denn ich bin ſeine Magd vnd Dienerin / daher auch Chriſtus hierauff reiche vergeltung in jenem Leben verheiſchet / Matt. 19. v. 29. Matth. 19. . 29.Da Er ſaget / Wer verleſſet Haͤuſer / oder Bruͤder / oder Schweſter / oder Vater / oder Mutter / oder Weib / oder Kinder / Ecker vmb meines Namens willen / der wirds Hundertfaͤltig nehmen / vnd das Ewige leben ererben.

VIII. Christum unicè, ac fideliter ante omniaVIII. Chri - ſtum unicè ac ſideliter anteomnia deſiderãdo deſiderando. Das wir eynig vnd allein vor allen dingen nach Chriſto dem HERREN trachten / vnd vns trew - lich dahin bemuͤhen / wie wir den zum freunde / Ja allezeit vmb vnd bey vns haben moͤgen vnd allwege mit David ein ſehnliches verlangen nach jhm habẽ im 42 Pſalm. . 1. Pſ. 42. . 1.Da er ſaget: Wie ď Hirſch ſchꝛeyet nach friſchem Waſſer / ſo ſchreyet meine Seele Gott zu dir. Meine Seele duͤrſtet nach Gott / nach dem Lebendigen Gott / Wenn werde ich dahin kommen / das ich Gottes angeſicht ſchawe. Vnd mit dem Alten Kirchenlehrer Bernhardo. Bernhard.

Quocunꝙ loco fuero,
JEſum meum deſidero,
Quàm lœtus cum invenero,
Quam felix cum tenuero.
Wo ich nur bin / ſo gedenck ich dein
HERR JEſu du Erloͤſer mein.
E iijWie[38]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt.
Wie froh wird mir das Hertze mein /
Wenn ich dich find / vnd du zeuchſt ein /
O wie Selig werd ich doch ſein /
Wenn ich werd Ewig bey dir ſein.

Nach dieſem ſehnet ſich Paulus / Phil. 1. v. 23. Jch habe luſt Abzuſcheyden / vnd bey Chriſto zu ſein / vnd diß ſol ein jeď jhm ſeine Hoͤchſte Sorge ſein laſſen / das er Chriſtum bey ſich vnd in ſeinem hertzen habe: Sit hæc mea prima cura,Bernhard. Ut te quæram mente pura. Non eſt labor, nec gra - vabor.

Ach Gott laß diß mein hoͤchſts Sorgn ſein /
Das ich nach dir mit Hertzen rein /
Trachte / durchs gantze Leben mein /
Es ſol mir nicht beſchwerlich ſein.

Denn wo man jhn alſo begehret / von Hertzen nach jhm trachtet / vnd nach jhm ein ſehnliches verlangen traͤget / da wil Er gewiß nicht ferꝛne ſein / ſondern ſich Genaͤdig fin - den laſſen.

IX. Pie vi - vendo. IX. Pie vivendo. Wenn wir Chriſtlich vnd Gottſelig leben / vnd nach der Vermahnung des Apoſtels Pauli /Tit. 2. . 12. Tit. 2. v. 12. Verleugnen das Vngoͤttliche weſen / vnd die Weltlichen luͤſte / vñ Zuͤchtig / Gerecht vñ Gottſelig leben in dieſer Welt / vnd Gott dienen ohne furcht vnſer Leben - lang in Heyligkeit vnd Gerechtigkeit die jhm gefaͤllig iſt /Luc. 1. 74. 75. Luc. 1. v. 74. 75. Daher auch Bernhard gar trewlichen hier - zu vermahnet: Dum hic vivis illi vivas, qui, ut tu ſem[&1d71 ;]Bernhard. viveres, ſemel pro te mortuus eſt. Lieber Menſch / weil du hier in der Welt lebeſt / Siehe ja wol zu / das du dem zu gefallen lebeſt / Welcher / damit du Ewig leben moͤchteſt / Einmal fuͤr dich geſtorben iſt. Denn darumb iſt Chriſtus fuͤr alle geſtorben / Auff das die ſo da leben / hinfort nicht jhnen ſelbſt leben: Sondern dem der fuͤr ſie geſtorben vñ2. Cor. 5. . 15. Aufferſtanden iſt / ſaget der Apoſtel Paulus / 2. Cor. 5. v. 15.

X. Christum[39]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt.

X. Christum ſyncerè diligendo, conſtanter acX. Chriſtũ Syncerè diligendo, conſtanter ac ſideliter ipſi ad - rendo. fideliter ipſi per fidem adhærendo. Weñ wir Chꝛiſtum hertzlich v[b]er alle ding lieben / trewlich vnd beſtendig jhme durch den Glauben anhangen: Nu Jſrael / Was fordert der HErꝛe dein Gott von dir / denn das du den HErꝛen deinen Gott fuͤrchteſt / das du in allen ſeinen Wegen wan - delſt vñ liebeſt jhn / vnd dieneſt dem HErꝛn deinem Gott / von gantzem Hertzen / vnd von gantzer Seelen / ſaget der Mann Gottes Moſe / Deut. 10. v. 10. Welches Gott auchDeut. 10. . 10. ſelber von vns erfodert / das wir Jhn ſollen Lieben von gantzem hertzen / von gantzer Seelen / vnd von allem ver - moͤgen / Deut. 6. v. 5. Vnd vns von ſolcher Liebe / wederDeut. 6. 5. Todt noch Leben / weder Engel noch Fuͤrſtenthumb / noch Gewalt / weder Gegenwertiges noch Zukuͤnfftiges / weder Hohes noch Tiẽffes / noch keine Creatur ſcheyden laſſen / wie Paulus Rom. 8. v. 38. 39. vermahnet / ſondern beſtendigRoman. 8. . 38. 39. in wahrer Liebe verbleyben / ſo wird Er gleichesfalls auch gegen vns in beſtendiger Liebe verharꝛen: Denn Nemi - nem deſerit, niſi prius deſeratur. Er verleſſet keinen / Er werde denn zuvor verlaſſen. Solcher Trew vnd Be - ſtaͤndigkeit / koͤndten auß Heyl. Schriefft / ſo wol andern Hiſtorien viel Exempel angezogen werden / ſo es die Zeit leyden wollen. Ein ſchoͤnes vnd herꝛliches Exempel aber ſolcher Liebe vñ Beſtaͤndigkeit haben wir an dem Heyligen Polycarpo, an den dieſe Ermahnung gehet / deñ als er vom Proconſule ermahnet Chriſtum zu verlaſſen / vnd zu ver - laͤugnen / Antwortete er mit frewdigem hertzen / vnd ſagte: Octoginta ſex annos illi jam inſervivi, & nullo mePolycarp. hactenus affecit incommodo; quomodo igitur regem meum, qui me ad hoc usq̀; tempus incolumem ſerva - vit contumelioſis verbis poſſum afficere. Jch habeJhm[40]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. Jhm nun Sechs vnd Achtzig Jahr gedienet / vnd hat mir hißher nie kein Leyd angethan / Mit was vor Gewiſſen koͤndte ich denn nun meinen HErꝛen vnd Koͤnig der mich biß auff gegenwertige ſtunde in guttem Geſundt erhalten / vnd ſonſt vor anderm vbel vñ vnfall bewahret / verlaͤſtern /Catharina Hertzog vnd verlaͤugnen. So beſtaͤndig war auch Catharina,Heinichs von Sachſen Eh - gemahl. Hertzog Heinrichs von Sachſen Ehegemahl / Churfuͤrſten Mauritii vnd Augusti Fr. Mutter / welche als ſie mit toͤdt - licher Kranckheit behafftet / vor jhrem Seligen abſchiede offters dieſe Wort geredet vnd widerholet. Jch wil / ſagte Sie / an meinem HErꝛn Chriſto kleben bleyben / wie eine Klette am Rocke. Welche Wort / als ſie dermahl einesAuguſtus Churfuͤrſt. Churfuͤrſten Auguſto erzehlet wordẽ / hat er zu ſeinem Hof - Prediger vnd Artzt geſaget: Gott helffe mir auch alſo an meinem letzten ende / Jch wil auch durch ſeine Gnade an jhm kleben bleiben vnd meinen HErꝛn Chꝛiſtum bekeñen / Er laſſe mich nur im Ewigen lebẽ ſeinen Schuchhader ſein /Selneccer. Wie ſolches D. Selneccerus in Churfuͤrſten Augusti Leich - pꝛedigt erzehlet. O wie wenig wuͤrden wol jetz[o]ſolcher be - ſtaͤndigen gefundẽ werden / weñ jrgends eine Verfolgung (dafuͤr Gott gnedigſt behuͤten wolle) angehen ſolte / in dem der meyſte theyl / wie das Wurmſtichige Obſt abfallen / ſo bald es ein wenig von einem harten Winde beruͤhꝛet wirdt / Oder aber wie die Schwalben / welche die Kaͤlte nit ertragen koͤnnen / ſondern ſo bald der Winter heran gehet / Ziehen ſie davon. Da heiſts recht wie die Kirche ſinget:

Gern wolt die Welt auch Selig ſein /
Wenn nur nicht wer die ſchwere pein /
Die alle Chriſten leyden.
So mag es anders nicht geſein /
Darumb ergieb dich nur darein /
Wer Ewig pein wil meyden.

Wer nun derwegen alſo an ſeinem Gott trew verbleybet / der ſoll Selig werden / Laut der Außſage Chꝛiſti / Matth. 10. verſ. 22. Vnd ſo viel vom Erſten Theyl.

Ander[41]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt.

Ander Theyl. 2. Pars

WEil aber Gott iſt ein Mildreicher ver -De piorum præmio. gelter alles gutten / der wil auch ſolche Trew / von ſeinen Glaͤubigen jhm geleyſtet / keines weges vnvergolten laſſen / Sondern herꝛlich vnd auß Gnaden dieſelbe belohnen / wie er in dieſen angezogenen Worten verheiſchet: Biß getrew / ſagt er / biß ans ende / ſo wil Jch dir die Crone des LebensDabey wir zu betrachten haben. geben / bey welcher Verheiſchung wir dann zu betrachten / haben Nachfolgende Zwey ſtuͤcklein.

I. Dantis Majeſtatem. Den Mayeſtaͤtiſchen HErꝛn /I. Dantis Majeſtatẽ. welcher ſolch koͤſtliches Gnaden geſchenck giebet / denen ſo biß ans Ende getrew verbleyben. Welcher ſeine getrewe Chriſten / ſo jhme beſtendig vnd trewlich dienen / reichlich begnaden vnd begaben wil. Denn gleich wie es inn derSimile. Welt zugehet / das offters Koͤnige / Fuͤrſten / Herꝛen / oder ſonſten vornehme vermoͤgende Leute / die trewen dienſte / jhrer Diener mit beſondern Gnaden geſchencken pflegen zu vergelten: Alſo nun thut jhme auch der groſſe Him̃els Koͤnig / der leſſet auch die trewen vnd beſtendigen dienſte ſeiner glaͤubigen nit vnbelohnet. Ja in der Welt pflegets auch offters zugeſchehen / das manchem ſeine trewe dienſte mit dem hoͤchſten Vndanck belohnet werden / das es heiſt / wie man im gemeinen Sprichwort pfleget zuſagen / Vn - danck in fine laborũ, Wie ſolchen Vndanck von ſeinem vntrewen Schwaͤher dem Laban erfahren muſte Jacob /Geneſ. 31. . 7. 36. wie zu leſen / Geneſ. 31. verſ. 7. 36. Der Koͤnig David von Saul / 1. Sam. 18. v. 11. Deßgleichen der Prieſter Jojadas1. Sam. 18. . 11. von dem Koͤnige Joas, welchen er beym Leben vnd Koͤnig - reich erhalten. Aber Joas vergaß gar bald ď Barmhertzig -Fkeit[42]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. keit vnd trew die jhme der Pꝛieſter Jojadas geleyſtet hatte / Sondern erwuͤrgte jhm ſeinen Sohn Zachariam / wie zu2 Paral. 24. . 22. leſen 2. Paral. 24. v. 22. Alſo ward mit Vndanck von demJuſtinian. Belliſarius Keyſ: Juſtiniano belohnet der trewe wol verdiente Kriegs heldt vnd Oberſte Belliſarius, welcher wegen ſeiner Ritter - lichen thaten vnd trewen dienſte bey dem Keyſer in ſolches anſehen kam / das der Keyſer ſein Bildnuͤß neben ſeinem auff die Muͤntze ſchlagen laſſen / aber es wehret nicht lang / deñ der Keyſer jhm hernach nicht alleine / alle ſeine Guͤtter nahme / aller Ehren entſetzte / Sondern jhm noch dazu die Augen außſtechẽ ließ / das er ſich des Betteln nehꝛen muſte:Mich: Sachs Keyſ: Chron: parte 2. pag. 36. Wie zu leſen inn der Keyſer Chronica Michael Sachſen parte 2. pag. 36. Aber ſo thut jhm Chriſtus nicht / ſondern wer jhme trew iſt vnd bleybet / dem wil Er im gegentheyl auch wider getrew ſein vnd bleyben / Auch trewlich jhme vergelten / nicht allein hier in dieſem / ſondern auch dort in jenem Leben. Darumb Er auch vns ſelber anredet / Seid getroſt / Es wird Euch im Himmel wol belohnet werden. Matth. 5. . 22.Matth. 5. v. 12. Jn dem er jhꝛe Seele nicht in vnruhe leſſet / ſondern ſo bald ſie vom Leibe abſcheydet / durch ſeine Engel ſie abtragen leſſet inn die Schoß Abrahæ / da ſie getroͤſtetLuc. 16. . 22. wird / Luc. 16. v. 22. Bringet ſie als ſeine Erloͤſeten mitEſ. 35. v. 10. jauchtzen in das Himliſche Zion / Eſa. 35. v. 10. Giebet jhnen das Ewige leben / wie Er es ſeinen Schaffen verheiſchet /Johan. 10. . 28. ſo jhme folgen / vnd ſeiner Stimme gehoꝛchen / Ioh. 10. v. 28. Deßwegen auch Paulus jhn nicht vnbillich einen ReichenEph. 2. 4. Gott nennet / Epheſ. 2. v. 4. Welcher ſeine Himliſche ſchaͤtze auff thut / vnd ſeinen Glaͤubigen reichlichen dieſelben mit theylet. Groſſe Herꝛen koͤnnen offters herꝛliche vñ groſſe Geſchencke geben / aber ſolche Schaͤtze / wie Chriſtus ſeinen Glaͤubigen vñ trewen dienern giebet / koͤñen ſie nicht gebẽ. Alexander[43]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. Alexander Magnus, der vor einen Gott wolte angeſehenAlexand. Magnus. vnd geehret werden / als er groſſe Geſchencke außtheylete / wolte er auch / daß die Philoſophi, ſo nichts von jhm ge - beten / auch etwas von jhme bitten ſolten / darauff ſie be - gehreten / Er ſolte jhnen die Vnſterbligkeit geben / wie Maͤchtig ſonſt dieſer Koͤnig wahr / War es jhme doch vn - moͤglich / das er ſolcher bitte die Philoſophos hette ge - zweygen koͤnnen. Koͤnige koͤnnen offters jhren trewen Dienern groſſe Guͤtter / gantze Landſchafften / Staͤdte vñ Doͤrffer geben / Aber das Ewige leben nicht / denn es iſt ein bonum infinitum, ein vnendlich Gutt / welches nicht von einer endlichen Creatur / Sondern von einer vnendlichen Natur kan gegeben werden / Nemlichen võ Gott / welcher alleine iſt die Cauſſa efficiens vnd wuͤrckliche Vrſach des Ewigen lebens / darumb billich wir jhme getrew ſein ſollen / damit wir auch auß genadẽ vmb Chꝛiſti verdienſt / ſolches Gutt erlangen moͤgen / welches iſt vber alle andere guͤtter / daher Anshelmus demſelbẽ nach zutrachten vns ermahnet. Anshelm.Ama unum bonũ, in quo ſunt omnia bona; Deſidera ſimplex bonũ, quod eſt omne bonũ, & ſatis eſt: Quid enim amas caro mea! Ibi eſt, Ibi eſt, quicꝗd amabis, quicquid deſiderabis. Wiltu etwas lieben / tewer vnd werth halten / ſo dencke darnach / daß du das Ewige gutt lieben moͤgeſt / inn welchem alle Guͤtter oder Schaͤtze be - grieffen ſind: Trachte nach dem einigen Gutt / welches alleine das rechte Ewige gutt iſt / ſo haſtu alles genug / vnd vber gnug: Vnd weiter: Was begereſtu oder was wuͤnt - ſcheſtu meine liebe Seele / da / da wirſtu alles finden / was du lieben vnd wuͤntſchen kanſt. Vnd daß wird vns nun gegeben / nicht auß Verdienſt / ſondern auß lauter Guͤtte vnd Barmhertzigkeit / vmb des HERREN verdienſtesF ijJEſu[44]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. JEſu Chriſti willen / denn auß Genaden ſeyd jhr Selig wordẽ durch den Glauben / vnd daſſelbige nicht auß Euch / Gottes gabe iſt es / nicht auß den Wercken / auff das ſich nicht jemandt ruͤhme / ſaget der Hocherlauchte ApoſtelEpheſ. 2. . 8. Paulus / Epheſ. 2. verſ. 8. Daher Baſilius auch ſchoͤn ſaget:Baſilius. Propoſita eſt recreatio æterna iis, qui in hac vita legi - time militant: Non tanquam merces pro operibus debita, ſed gratis data immenſa liberalitate, ſperan - tibus in ipſo. Das iſt: Den Glaͤubigen / welche in dieſer Welt trewlich vnd Ritterlich kaͤmpffen vnd Ringen / iſt eine Ewige ergetzung bereitet / Nicht als ein Verdienſt / welches jhnen Gott vmb jhꝛer wercke willen ſchuldig were / Sondern auß Genaden vnd Miltigkeit Gottes wird es gegeben denen die auff jhn Hoffen. Dazu wird nun der Glaube erfodert / nicht als ein Werck das die Seligkeit vordienen koͤndte / ſondern allein als ein Instrument, dasSaccus Conc. 8. de vita æter - na p. 184. Simile. die Wolthat annimmet. Als zum Exempel / wie Doctor Saccus in ſeiner achten Predigt vom Ewige[n]leben / auff dem 184 blat diß Gleichnuͤß giebet: Als wenn ein armer Mann / ſagt er / ſeine Hand außſtrecket / vnd die Allmoſen ſo jhm von einem reichen Mañ gegeben wird / annimmet / ſo thut er zwar etwas / inn dem er ſeine Hand reget vnd außſtrecket / Er kan ſich aber nicht ruͤhmen das er die All - moſen damit verdienet habe / oder das vmb Wuͤrdigkeit ſeines zugreiffens willen / jhme die Allmoſen gegeben ſey: Sondern die Ehre vnd der Ruhm gebuͤhret / dem der jhm die wolthat erzeyget hat. Alſo iſt zwar der Glaube vnſere Hand / dadurch wir das Ewige leben annehmen / deren - thalben aber duͤrffen wir vns nicht ruͤhmen als wenn wir durch ſolches annehmen als ein beſonderes Wercke die Seligkeit verdienen koͤnten: Sondern der Ruhm gehoͤꝛetGott[45]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. Gott dem HErꝛen / der da reich iſt von Barmhertzigkeit / vnd von groſſer Guͤtte / der vns auß Vaͤterlicher liebe vnd Genade[ſ]olche groſſe Gabe mildiglich mittheylet.

II. Doni precioſitatem. Die Herꝛligkeit vnd Koͤſt -I. Doni pre cioſitatem. ligkeit des Geſchenckes oder Gnaden lohnes / welches nicht ein ſchlechtes vñ geringes / ſondern ein herꝛliches vnd vber -Die Crone des Lebeno. auß koͤſtliches Kleinot iſt / Nemlichẽ die Crone des Lebens / damit der Ewige Sohn Gottes alle ſeine Trewe vnd im Glauben beſtendige Chriſten an jenem groſſen Tage mit groſſer Solennitet herꝛlich Croͤnen vnnd ſchencken wirdt / vnd zu Himliſchen koͤnigen vñ Pꝛieſtern machen fuͤr Gott vnd ſeinem Vater / Apoc. 1. v. 6. Vor Zeiten ſind bey denApocal. 1. . 6. Griechen die Ritterlichen Kaͤmpffer / Ringer vnd Wette - laͤuffer / welche in den Ludis Olympiis, Islmicis, Nemeis vnd Pythiis ſich wol gehalten vnd das beſte gethan hatten / mit einem ſchoͤnen Ehrenkrantz gekroͤnet worden: Alſo wird allen Geiſtlichen Chriſtrittern / die hier Ritterlich ringen / im Glauben durch Todt vnnd Leben zu Chriſto dringen / die Chriſtlichen jhꝛen Lauff vollendet / Glauben vñ guttes Gewiſſen behalten / 1. Tim. 1. v. 19. Eine herꝛliche Crone1. Tim. 1. . 19. beygeleget / welche jhnen Chꝛiſtus Jeſ: der gerechte Richter an jenem Tage mit groſſer Wonne vnd Herꝛligkeit auff - ſetzen wird / wie Pauls ſaget / 2. Tim. 3. v. 8. Von Timotheo,2. Tim. 3. . 8. welcher ein Juͤnger des Apoſtels Pauli geweſen / leſen wir /Hiſtoria von Timotheo. daß des Tages zuvor / ehe er vmb des H. Evangelij willen iſt getoͤdtet worden / habe inn einem Geſichte den Himmel offen geſehen / vnd Chriſtum einen ſchoͤnen Crantz machẽ / von welchem dieſe Stim̃e zu Timotheo erſchollen: Hæc corona tibi Timothee nectitur, qua cras Dominus te ornabit. Siehe lieber Timotheé, dieſer herꝛliche vnd koͤſtliche Crantz oder Crone wird dir bereytet / damit derF iijHerr[46]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. Herr dich Morgenden Tages herꝛlich Croͤnen wirdt. Darauff er auch deſto freudiger zum tode gegangen / ſeinen Halß dem Hencker dargeboten vnnd enthauptet worden. O wie trewlich haben es doch vor Zeiten die Ringer vnd Kaͤmpffer jhnen angelegen ſein laſſen / das ſie eine ver - welckliche vnd vergaͤngliche Ehren Cron haben erlangen moͤgen: Wie viel Tauſentmal mehr ſoll ein jeder Geiſt - licher Chriſtritter jhme es laſſen angelegen ſein / damit er die vnverwelckliche Ewige Ehren Crone erlangen moͤge / weils zumahl ſo gar eine vberalle maß herꝛliche vnd koͤſt -2. Sam. 12. . 30. liche Crone iſt. Jm andern Buch Samuelis am 12 Cap.1. Paral. 21. leſen wir / v. 30. Daß nach dem Koͤnig David die StadtKoͤſtliche Chrone des Koͤniges zu Rabba: Rabba eingenommen / das er eine ſehr koͤſtliche Crone von dem Haupt des Koͤniges der Ammoniter genom̃en / welche David auff ſein Haupt geſetzet wordẽ / welche am gewichte einen Centner Goldes gewogen / ſo am Golde in die drey vñ zwantzig tauſent Vngriſche Ducaten iſt geſchetzt woꝛdẽ / ohne die herꝛlichen vnd koͤſtlichen Edlen geſteine ſo darein verſetzet geweſen / die man nicht gewogẽ noch geſchetzet hat. Eine ſehr herꝛliche koͤſtliche Crone ſatzte Koͤnig AhaſverusEſther 2. . 17. auff dz Haupt Eſther, da er ſie an Vaſthi ſtadt zur Koͤnigin vber Hundert vnd Sieben vñ Zwantzig Laͤnder Croͤnete / Eſther 2. v. 17. Eine vber alle maß koͤſtliche dꝛeyfache Crone wird dem Bapſt auffgeſetzet: Aber nichts durchauß ſind dieſe Jrꝛdiſche Cronen / wenn ſie gleich noch viel Tauſen - mal herꝛlicher vnd koͤſtlicher wehren zu ſchetzen / gegen der Himliſchen Ehren Crone / damit die Heyl. Außerwehlten GOttes am Tage der Mayeſtaͤtiſchen Zukunfft Chriſti JEſu werdẽ gekroͤnet werden / welcher Cronen herꝛligkeit vnd Koͤſtligkeit zu erſehen auß dem lieblichen Nahmen ſo der H. Geiſt hin vnd wider derſelben giebet in Gottes ge - offenbarten Worte / alſo das er ſie nennet:

1. Co -[47]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt.

1. Coronam gloriæ. Eine Ehren Crone / wie ſie alſo1. Corona gloriæ. genennet wird in der Erſten Epiſtel Petri am 5. Cap. v. 4. 1 Pet. 5. 4.Da Petrus ſaget: Das die Trewen diener Gottes werden empfangen die vnverwelckliche Crone der Ehren / deñ die Glaͤubigen mit Ehren vnnd Schmuck werden gekroͤnetPſal. 8. . 6. werden. Pſalm. 8. v. 6.

2. Coronam Juſtitiæ. Davon Paulus redet 2. Tim. 4. v. 8. 2. Corona Juſtitiæ. Hinfort / ſagt er / iſt mir beygeleget die Crone der Gerech - tigkeit / damit er an deutet die groſſe Frewde vnd Herꝛlig -2. Tim. 4. . 8. keit der Außerwehlten Gottes im Ewigen leben / davon Sapient. 5. v. 16. Aber die Gerechten werden Ewiglich lebẽ /Sapient. 5. . 16. 17. vnd der HErꝛ iſt jhr Lohn / vnd der Hoͤheſte ſorget fuͤr ſie. Darumb werden ſie empfahen ein herꝛliches Reich / vnd eine ſchoͤne Crone von der Hand des HERRN / damit Chriſtus ſeine Geiſtliche Braut die inn jhrer Liebe jhme trew geblieben / in jhrer Heimfuͤhrung Croͤnen wird / dasEſaiæ 61. . 10. ſie recht wird ſagen koͤñen mit der Kirchẽ Gottes / Eſ. 61. v. 10. Gaudens gaudebo in Domino, & exultabit anima mea in Deo meo; Quia induit me veſtimentis ſalutis, indu - mẽto juſtitiæ circumdedit me, quaſi ſponsũ decoratũ corona, & quaſi ſponſam ornatã monilib ſuis. Das iſt wie es D. Luther giebet: Jch frewe mich in dem HErꝛen / vnd meine Seele iſt froͤlich in dem HErꝛn meinem Gott: Deñ er hat mich angethan mit Kleiďn des Heyls / vnd mit dem Rock der Gerechtigkeit bekleidet / wie einẽ Bꝛaͤutigam mit Pꝛieſterlichem ſchmuck gezieret / vnd wie eine Bꝛaut in jhꝛem geſchmeide berdet: Ja ſie werdẽ zu Koͤnigl: wuͤrden erhaben werdẽ / da ſie vor den Augen Gottes leben werdẽ: Tanquã Sereniſſimi & Jlluſtriſſimi Reges & Principes. Als die Durchlautigſten Koͤnige vñ Fuͤrſten / vnd zwar in einem ſolchen Mayeſtetiſchen glantz / der die Sonne weitvber -[48]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. Matth. 13. . 43.vbertreffen wird / Matth. 13. v. 43. Daruͤber ſich dann hoͤch - lichen frewen werden. Groſſe frewde war bey ď Croͤnung Salomonis / da der Prieſter Zadock jhn an ſeines Vaters Davids ſtatt zum Könige ſalbete / das von dem Frewden1. Reg. 1. . 40. geſchrey des Volckes die Erde erſchall / wie zu leſen 1. Reg. 1. v. 40. Was wird aber nun wol fuͤr Frewde ſein / wenn der Koͤnig aller Koͤnige / der HErꝛ aller Herren / vnd Hohe Prieſter vns zu Himmels Koͤnigen vnd Fuͤrſten CroͤnenApocal. 1. . 6. wird / Apocal. 1. v. 6. Daruͤber wird ein vnaußſprechliches Jauchtzen vnd Frolocken ſich erheben / da wird recht jhr Mundt voll Lachens vnd jhre Zunge voll ruͤhmens ſein / vnd werden bekennen / das der HErꝛ groſſes habe an jhnenPſ. 126. 2. gethan / wie David ſaget / Pſalm. 126. v. 2.

3. Corona Im̃arceſci - bilis. 3. Coronam Immarceſcibilem. Eine vnverwelckliche Crone / wie ſie genennet wird / 1. Pet. 5. v. 4. Den Ringern vnd Kaͤmpffern ward zum Ehrenlohn gegebẽ eine Crone1. Pet. 5. 4. oder Crantz võ verwelcklichen Blumen / die nicht viel vber Nacht wehren. Den Glaͤubigen aber wird gegeben w〈…〉〈…〉 rdẽ eine vnverwelckliche Crone die nicht verduͤrbet / ſondern Ewig ſchoͤn vnd herꝛlich bleybet.

4. Corona vitæ. 4. Coronam vitæ. Eine Crone des Lebens / wie ſie hier genennet wird / nicht dieſes vergaͤnglichen / ſondern des Zukuͤnfftigen Ewigen lebens / derer auch ď Apoſtel JacobJac. 1. . 12. gedencket in ſeiner Epiſtel am 1. Cap. v. 12. Seelig iſt der Mann / der die Anfechtung erduldet / denn nach dem er be - wehret iſt / wird er die Crone des Lebens empfahen / welche Gott verheiſchen hat / denen die jhn Lieb haben: Andere Cronen ſind ein todtes weſen / habẽ keine Lebendige krafft in ſich / koͤnnen das Leben weder geben noch erhalten / weil der Todt eben ſo wol zu dem kombt / der Seyden vnd Cron traͤget / als der einen groben Kittel an hat. Sirach. 40. v. 4. Wie[49]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. Wie deſſen wir ein Exempel haben an Herode, welcher in ſeiner Koͤnig[li]chen Pꝛacht vom Engel geſchlagen ward / daß er gefreſſen wurd von den Wuͤrmen vñ ſeinen Geiſt auffgeben muſte / wie Act. 12. v. 23. zu leſen. An Julio Cæſare,Actor. 12. . 23. welcher auff dem Rathauſe zu Rom / in ſeiner KeyſerlichẽJulius Cæſ. pꝛacht / auff ſeinem guͤldenen Stul von Caßio, Decio, vnd Bruto, welche ſich ſambt anďn Sechtzig Ratsherꝛn wiď jhnKeyſ: Chron: Mich: Sachs part. 1 p. 10. verbunden mit 23 wunden zu Tode geſtochen ward / vnnd andern mehr. Aber dieſe Crone giebt vnd erhelt auch das Leben ſelber ſambt allen Himliſchen ſchaͤtzen vnd GuͤtternTung. in Analyſi Epl. Dom. pag. 143. durch Chꝛiſtum vns erworben / Welche Crone das Cwige leben oder die Cron des Ewigen lebens genennet wirdt.

1. Ratione dignitatis ſeu honoris. Wegen der Wuͤr -5. Corona vitæ. digkeit vnd Herꝛligkeit / denn gleich wie die jenigen ſo ſich1. Ration[e]dignitatis ſeu hono - ris. entweder in den Schawſpielen / im Kaͤmpffen vñ Ringen / oder auch wider die Feinde wol halten / vnd waß Lobwuͤr - diges verꝛichtet / mit einer Ehren Cron gewuͤrdiget / vnd damit gleichſam aller Ehren werth erklaͤret worden: Alſo werden wir auch dort an jenem Tage mit dieſer Ehren - Crone gekroͤnet / vnd alſo der Himliſchen herꝛligkeit durch Chriſtum wuͤrdig erklaͤret werden. Groſſe Ehre wider - fuhr dem Juden Mardochæo, da jhn Koͤnig AhaſverusMardoch. ließ Koͤniglichen Schmuck anlegen / jhme die Koͤnigliche Crone auffſetzen / vnd durch den vornehmbſten Fuͤrſten / in der Stadt in ſolcher Herꝛligkeit vmbher fuͤhren / wie zu leſen / Esther 6. v. 11. Cap. 8. v. 15. Aber groͤſſere Ehre wirdEſther. 6. . 11. den Glaͤubigẽ angethan werden / weñ ſie Chriſtus JEſus mit der Crone des Lebens Croͤnen vnnd Praͤchtiglich mit vielem Triumphiren wird in ſeinen Himmel fuͤhꝛen:

Denn es le[b]t doch kein Mann /
Die Glori vñ den Ewign lohn /
Der außſprechen kan /
Den vns der HERR wird
ſchencken.
GDa[50]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt.

Da ſie von der Hand des HErꝛen ein Herꝛliches ReichSap. 5. 17. werden empfangen / Sap. 5. v. 17. Das ſie in Ewigkeit nicht verlaſſen werden oder darauß vertriebẽ werden / wie Koͤnig2. Sam. 15. . 14. David 2. Sam. 15. v. 14. Mithridates, Darius, vnd andere / Sondern das ſie Ewig beherꝛſchen vnd beſitzen werden.

2. Ratione Claritatis. 2. Ratione Claritatis. Wegen der herꝛlichen Klarheit: Denn gleich wie eine Crone ſo von dem beſten vnd koͤſt - lichſten Golde gemachet / vnd mit ſchoͤnen Edlen geſteinen gezieret wird / einen ſchoͤnen vnd herꝛlichen glantz von ſich giebet / Alſo werden auch die Außerwehelten Heyligen Gottes / mit dieſer Cronen gezieret / leuchten vnd glaͤntzenMatth. 13. . 43. wie die Sonne in jhres Vaters Reich / Matth. 13. verſ. 43. Ja wie des Himmels glantz / vnd wie die Sternen jmmerDie Außer - wehiten wer - den haben: vnd Ewiglich / Dan. 12. v. 3. Denn da werden die Außer - wehlten Gottes an jhnen Euſſerlich haben / 1. Claritatem,1. Clarita - tem. groſſe Klarheit / deñ ſie einen verklaͤrten Leib haben werdẽ / Der da wird ehnlich ſein / dem verklaͤrten Leibe ChriſtiPhil. 3. 21. JEſu / ſaget der Apoſtel Paulus / Phil. 3. v. 21. Wie ein voꝛſchmack deſſen vns Gott gezeiget an Moſe / Exo. 34. v. 29.Exod. 34. . 29. an Chꝛiſto ſelber / Matth. 17. v. 2. Daher D. Lutherus ſaget: Lucebunt facies noſtræ ſicut Sol in meridie; nõ eruntMatth. 17. . 2. ibi rugæ, non contracta frons, non oculi purulenti. Luther. in Geneſin. Vnſere Angeſichter ſagt er / werden glaͤntzen wie die Soñe am hellen Mittage / da werden weder Runtzeln noch bloͤde vnd trieffende Augen ſein.

2. Agilitatẽ ſeu ſubti - litatem. 2. Agilitatem ſeu ſubtilitatem. Behendigkeit vnd Subtilheit / deñ vnſere Leiber allenthalben durchdringen werden / vnd wird ſie nichts auffhalten moͤgen / ſondern wohin ſie gedencken / werden ſie auch bald ſein koͤnnen /Auguſtinꝰ. Daher dann Auguſtinus ſaget: Corpus noſtrum erit agilimũ, Ubi voluerit eſſe Spiritus protinus erit corp. Vnſere[51]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. Vnſere Leiber werdẽ dermaſſen behende ſein / das wo jhme nur der Geiſt wird hingedencken vnd wuͤntſchen / auch der Leib als bald ſein wird: Vnd Bernhardus. Tanta levitasBernhard corporum credenda eſt, & agilitas beatorũ, ut poſſint, ſi velint, absque omni mora ſeu difficultate, ipſam quoq; cogitationũ noſtrarũ ſeꝗ ad omnia velocitatẽ. Wir ſollen gewiß Glaͤuben / das vnſere Leibe ſo leicht vñ behende ſein werden / das ſie auch ohne allen Verzug vnd beſchwer / ſo ſie werden wollen / der Gedancken geſchwin - digkeit nachfolgen koͤnnen.

3. Perpetuam ſanitatem. Stets vnd Jmmerwerende3. Perpe - tnam ſani tatem. Geſundheit / denn Schmertz vnd Seufftzen da gaͤntzlichen wird weg muͤſſen / ſaget Eſaias Cap. 35. v. 11. Es wird jhnenEſa. 35. 11. kein vbels mehr begegnen / noch einige Plage ſich zu jhrer Huͤtten nahen / Pſalm. 91. v. 10. Es wird nicht mehr auff ſiePſ. 91. 10. fallen die Sonne oder jrgends eine Hitze. Apocal. 7. v. 16. Apocal. 7. . 16.Ja keiner Kranckheit werden ſie mehr vnterworffen ſein / wie Augustinus hievon ſaget: Nullus ibi morbus, nullaAuguſtin. claudicatio, nulla gibboſitas, nulla membrorũ luxatio, nulla cæcitas, nulla ſurditas. Es wird da keine kranckheit mehr ſein. Es wird da kein Lahmer / kein Hoͤckrichter / kein Blinder noch Tauber ſein. Denn Corpus noſtrum ha - bebit omnimodam impaſſibilitatem. Es wird da gantz kein Leyden mehr ſein / ſaget jener Alte Kirchenlehrer / weil da ſein wird / Sanitas ſine infirmitate, Geſundheit ohne Kranckheit / wie Auguſtinus redet. Auguſtin.

4. Immortalitatem. Vnſterbligkeit / denn es wird4. Immor - talitatem. als denn der Todt nicht mehr ſein / noch Leyd / noch Ge - ſchrey / Apoc. 21. v. v. 4. Wir werden da habẽ einen vnſterb -Apoc. 21. . 4. lichen / ja einen Geiſtlichẽ leib. 1. Cor. 15. v. 45. Der todt wird1. Cor. 15. . 45. da verſchlungen ſein Ewiglich / Eſa. 25. v. 8.

G ijJnnerlich[52]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt.

Jnnerlich werdẽ ſie habẽJnnerlich werden ſie geſchmuͤcket vñ herꝛlich gezieret ſein /1. Perfectã weil ſie haben werden: 1. Perfectam Dei cognitionem,Dei cogni - tionem. Vollkommene Erkaͤndtnuͤß Gottes / welches inn dieſem1. Cor. 13. . 9. Leben nur Stuͤckwerck iſt / 1. Cor. 13. v. 9. Hier ſindt wir noch in Schola particulari, vnd iſt vnſer Theologia nur Al - phabetaria, Dort aber inn der Himliſchen Univerſitet, werden wir vollkommene Theologi ſein / vnd vollkommene Erkaͤndtnuͤß des einigen Goͤttlichẽ weſens / vñ aller tieffenJer. 31 34. Geheimnuͤſſe haben / da wirds heiſſen / wie Jeremias cap. 31. ſaget / v. 34. Non docebit ultra vir proximus ſuum & vir fratrem ſuum, dicens, cognoſcite Dominum. Es wird keiner den andern / noch ein Bꝛuder den anďn lehꝛen / vnd ſagen er kenne den HErꝛen / Sondern ſie ſollen mich alle erkennen / beyde klein vnd groß / ſpricht der HErꝛ.

2 Sapientiã2. Sapientiam, Vollkommene Weißheit: Hier fehlets offters ſehr / auch dem allerweiſeſten / das er auff manche Thorheit gereth / dort aber wirds nicht ſein Particularis, Sondern Conſummata, univerſalis & totalis ſapientia, Eine vollkommene vnd allgemeine Weißheit.

3. Juſtitiam3. Juſtitiam, Gerechtigkeit hier ſind alle Menſchen /Eſaiæ 64. verſ. 6. wie die Vngerechten / vnd alle jhre Gerechtigkeit / wie ein vnreines Kleidt / ſaget Eſaias cap. 64. v. 6. Vnd haben das Vnrecht wie Waſſer in vns geſoffen: Dort aber werdenEſ. 62. . 10. lauter Gerechte ſein / mit dem Rocke der Gerechtigkeit an - gethan / Eſa. 62. v. 10. Denn in das Himliſche Jeruſalem nicht wird eingehen jrgendt ein gemeines das da GrewelApocal. 21. v. 26. thut vnd luͤgen / ſaget der Geiſt Gottes / in der Offenbah - rung Johannis am 21. Cap. v. 26.

4. Lætitiã. 4. Lætitiam, Ewige frewde / Denn ſie werden wider kom̃en in das Himliſche Zion mit jauchtzen / Ewige frewde wird vber jhꝛem Haupte ſein: Frewde vñ Wonne werdenſie[53]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. ſie ergreiffen / vnd Schmertz vnd ſeufftzen wird von jhnenEſa. 35. 11. weg muͤſſen / Eſa. 35. v. 11. Da ſie einen Sabbath an dem andern haben werden / Eſa. 66. v. 23. Da werden ſie mitEſ. 66. 23. Wolluſt getrencket werden / wie mit einem Strom / Pſ. 36.Pſ. 36. . 9. v. 9. Ja jhr Hertze wird ſich frewen. Joh. 16. v. 22. Johan. 16. . 22.

Jn ſolcher Frewde / Wonn / vnd Luſt / Die auch kein Menſch hat nie gekoſt / Noch nie kein Hertz erfahren. (1. Cor. 2. . 9.)1 Cor. 2. v 9.

3. Ratione perpetuitatis. Deñ dieſe Crone Ewig wehꝛen3. Ratione perpetui - tatis. wird / ſie wird nit zerfallen / nit zerbꝛechen / noch zerſchmeltzẽ / der Roſt kan jhr nicht ſchaden / noch etwas anders: Son - dern ſie wird Ewig bleiben: Andere Cronen / wie ſie jhꝛen Anfang haben / alſo haben ſie auch jhr Ende / Aber dieſe Crone hat kein Ende / vnd vergehet nim̃ermehr / ſondern die Außerwehlten Heyligen Gottes werden Ewig damit gezieret ſein vñ bleyben / vnd dariñen vor dem Throne des Lambes Prangen: Welche frewde iſt es Eltern / wenn ſie jhre Kinder zu Koͤniglichen wuͤrden erhabẽ ſehen. Groſſe frewde muß es gebracht haben / Kiß / dem Benjamiter / da ſein Sohn Saul zum Koͤnige vber Jſraël geſalbet wordẽ /1. Sam. 10. . 1. 1. Sam. 10. v. 1. Deßgleichẽ Iſai, dem Bethlehemiter / da ſein Son David zum Koͤnig vber Jſraël erwehlet vñ geſalbet worden / 1. Sam. 16. v. 13. Ja wir leſen / das Chilo Lacedæ -1. Sam. 16. . 13. monus fuͤr Frewden geſtorben ſey / als er ſeinen SohnChilo La - cedæmonꝰ Oſſicin. Raviſij. vmbfangen / der zu Olympia, darumb das er ſich wol vnd Ritterlich gehalten / war gekroͤnet worden / mit einer ver - welcklichen vnd vergaͤnglichen Crone. O welche frewde wird deñ wol ſein / wenn doꝛt in jenem Leben frome Eltern jhre gehorſame vnd frome Kinder / Ein fromer Ehegatt den Andern / Ein Bruder vnd gutter freund den andern / mit dieſer Himlichen / herꝛlichen / vnverwelcklichen / vnver - gaͤnglichen / Ewigen / jmmerwehrenden Ehren Crone desEwigen[54]Chriſtliche Leich vnd Ehrenpredigt. Ewigen lebens gekroͤnet werden ſehen / die in alle Ewige Ewigkeit von jhnen nicht wird genommen werden.

O Helffe vnnd Verleyhe nun Chriſtus JEſus der Ertzhertzog des Lebens / daß wir allezeit / Ein jeder in ſei - nem Stande vnd Beruff / inn allem / zu foͤrderſt aber / GOtt moͤgen getrew ſein / Sein Wort beſtendig lieben / gerne hoͤren / vnd trewlich darnach leben: Der Hochwuͤr - digen Sacrament recht gebrauchen / den Bundt der Hey - ligen Tauffe trewlich vnd vnverbruͤchlich halten: Trew - lich vnd von Hertzen ſeinen allerheyligſten Nahmen loben vnd inn Noͤthen anruffen / vnnd zu demſelben durch ein Glaͤubiges Gebet alleine vnſere Zuflucht nehmen: Auch das Creutz ſo er vns zuſchicket / vns nicht beſchweren laſſen / ſondern jhme getrewlich nachtragen: Frewdig vnd Trew - lich Jhn vor der Welt bekennen. Ritterlich wieder den Satan ſtreitten: Auch ſo es ſein Wille / vmb ſeines Na - mens vnd Worts willen / gerne alles vbergeben / vnd ver - laſſen: Nach jhme alleine ein ſehnliches verlangen haben / Vnd alſo Trew vnd beſtendig biß an vnſer ſeliges Ende Jhme anhangen / Damit auch wir dermal eins von ſeiner Hand dieſe herꝛliche Crone des Lebens erlangen vnd vber - kommen moͤgen. Welchem ſambt ſeinem Vater / vnd dem H. Geiſt / Sey Lob vnd Preiß inn alle Ewige Ewigkeit / Amen.

AMEN.

COM -[55]Chriſtliches Ehren Zeugnuͤß.

Commendatio defuncti.

WAs jtzo wir / Geliebten in dem HErꝛn / mit einander angehoͤret / Das kan etlicher maſſen / wol vnd recht auff dieſen in Gottruhenden ſeeligen Junckern gezogen werden / Den Weylandt Edlen / Geſtrengen / Ehꝛnveſten / Auch Wolbenambten Herꝛn Friedrich von Dalibuhꝛn vnd Jacobsdoꝛff auff Kopitz / welcher ſo viel immer moͤglichen geweſen / vnd der H. Geiſt beyſtandt geleiſtet / ſich Hoͤchſten fleiſſes dahin bemuͤhet / wie er biß an ſein Ende / Gott ſeinem Herren moͤchte Trew verbleyben / daher er auch / wie wir feſtiglich Glauben / allbereit der Seelen nach die Crone des Lebens vberkommen / biß er auch dem Leibe nach am Juͤngſten tage dazu ge - langen wirdt.

Anlangende nun aber ſein Adeliches herkommen / Chꝛiſt - lichen vnd Gottſeligen wandel / in der Welt / Auch ſeinen ſeligen Ab - ſchiedt auß dieſer Welt / ſo verhelt ſichs darmit / wie folget.

Es iſt dieſer frome in Gottſelige Juncker / Auß einem Wol Adelichen Geſchlecht / derer von Dalibuhꝛn vnd Jacobsdoꝛff ent - ſpꝛoſſen. Sein H. Vater iſt geweſen / Der Weyland Edle / Geſtrenge / Ehꝛnveſte / Auch Wolbenambte / Herꝛ Friedrich von Dalibuhꝛn / auß dem Hauſe Kleinpancken / Jm Wintzigiſchen Weichbilde gelegen.

Seines H. Vatern Fraw Mutter iſt geweſen / eine Rechenbergerin / auß dem Hauſe Joxdoꝛff / im Wintzigiſchen Weich - bilde gelegen.

Seines H. Vatern Vatern Mutter eine Motſchelnitzin auß dem Hauſe Crantz / im Breßlawiſchen Fuͤrſtenthumb gelegen.

Seines H. Vatern Mutter Mutter eine Lembergin / auß dem Hauſe Dallberdoꝛff / im Raudniſchen Weichbilde gelegen.

Seine Fraw Mutter iſt geweſen / die Weyland Edle / Viel Ehꝛen Thugendtſame Fraw Margaretha / Gebohꝛne Axlebin / Magnuͤſſin genandt / auß dem Hauſe GroßReichen / im Lignitziſchen Fuͤrſtenthumb gelegen.

Seine[56]Chriſtliches Ehren Zeugnuͤß.

Seine Fr. Mutter Mutter eine Berollderin / auß dem Hauſe Bꝛuntzelswalde / im Freyſtaͤdtiſchen Weichbilde gelegen.

Seiner F. Muttern Vatern Mutter eine Braͤunin / auß dem Hauſe Schꝛeüſen / im GꝛoßGlogawiſ: Fürſtenthum gelegen.

Seiner Fr. Muttern / Mutter Mutter eine Schlich - tigin / auß dem Hauſe Billwieſe / im Steiniſchen Weichbilde gelegen.

Von ſolchen Adelichen Eltern iſt nun dieſer in Gott - ſelige Herꝛ Friedrich von Dalibuhꝛn / Anno 1575. Zu Kleinpancken / im Wintzigiſchen Weichbilde gebohꝛen / welche ſeine Eltern / jhn auch als bald wenig Tage hernach / dem HErren Chꝛiſto / durch die H. Tauffe voꝛtragen / vnd in ſeinen Gnadenbundt ein verleiben laſſen: Jhn auch als baldt von ſeiner Kindtheit an zu aller Gottſeligkeit / zu dem lieben Gebeth vnd andern Chꝛiſtlichen vnd Adelichen Thugenden angehalten / daß er alſo baldt von Kindtheit an der Gottſeligkeit ge - wohnet / vnd deroſelben biß an ſein ſeliges ende nachgejaget hat. Als er nun ein wenig zu Jahꝛen vnd beſſerm verſtande kommen / Haben ſeine Adelichen Eltern / damit er inn der angefangenen Gottſeligkeit ferꝛner erbawet wuͤrde / an jhnen nichts erwinden laſſen / auch keinen Vncoſten geſparet / Sondern jhn dem Weylandt Ehrwuͤrdigen / Ac[h]barn vnd Wolgelahꝛten Herꝛen Johanni Teichmann / damals Pfarꝛherꝛn zu GroßReichen / welcher damals auch anderer Vornehmer vom Adel Kinder bey ſich gehabet / in ſeine Inſtitution vntergeben vnd vertrawet / welcher auch als ein trewer Præceptor allen fleiß bey jhme angewendet / deme auch vnſer in Gottruhende Juncker / trewlich gehoꝛſamet / vnd ſich willig vnnd gerne von jhme inn allem gutten vnter weiſen laſſen / vnter deſſen Institution er dann auch Fruchtbarlich die fundamenta pietatis Christianæ geleget / Auch an andern Chꝛiſtlichen vnd Adelichen Tugenden von Tage zu tage zugenommen / alſo das man bald an jhme wahꝛ vnd abnehmen koͤnnen / waß fuͤr ein fromer vnd Gottliebender Mann dermal eines auß jhme werden würde / Sintemal es heiſt nach dem gemeinen Spꝛichwoꝛt: Urit mature, quod vult urtica manere. Was zur Neſſel werden will / das bꝛennet balde. Als aber nicht lange hernach ſeine beyden Adelichen Eltern todes abgangen / vnd er dadurch in den Elenden vnd betruͤbten Waiſen ſtandt geſetzet / Hat ſich Gottder[57]Chriſtliches EhrenZeugnuͤß. der ein Vater der Widwen vnd Waiſen genennet wird / Pſal. 68. v. 6.Pſ. 68. . 6. ſeiner trewlich a zenommen / Jn dem Er jhme frome vnd trewe Ade - liche Voꝛſteher vnd Woꝛmuͤnden zu geoꝛdnet / die an ſtatt ſeiner inn Gottruhenden Eltern ſich ſeiner trewlich angenommen / welche auch hernachmals als er von ob erwehnten Pfarꝛherꝛn zu GꝛoßReichen / in ſeinem Chꝛiſtlichen Glaubens bekendtnuͤß wol vnterweiſet woꝛden / jhn von dannen abgefodert / vnd weil er luſt gehabet / auch inn voꝛnehmer Fürſten vnd Herꝛen Hoͤfe ſich vmbzuſchawen / vnd etwas nuͤtzliches zu verſuchen / Als hat jhme auch Gott / durch befoͤꝛderung ſeiner Herꝛen Voꝛmünde / vnd anderer voꝛnehmen Leute Interceſſion, einen recht Chꝛiſtlichen fromen vnnd Gottſeligen Herꝛen zu geſchicket / Als den Durchlauchten Hochgeboꝛnen Fuͤrſten vnd Herꝛen / Herꝛen Guſtavum Fuͤrſten des H. Roͤm: Reichs / Pfaltzgraven am Rhein / Gꝛaven zu Spannheim vnd Feldentz / Herꝛen auff Lauttereck / ꝛc. An welchem Fürſtlichen Hofe er Anno 1590. kommen: Gegen welchem ſeinem Loͤb - lichen vnnd Chꝛiſtlichen Fürſten vnd Herꝛen / er ſich aller Trew vnnd Vnterthaͤnigen gehoꝛſams beflieſſen / auch in ſolchem FuͤrſtlichenHofe / da die Gottſeligkeit auch geliebet vnd gevbet woꝛden / deroſelben nicht vergeſſen / ſondern deroſelben trewlich nachgeſetzet / Jm gegentheyl fuͤr aller Vppigkeit vnnd Gottloſigkeit ſich Hoͤchſten fleiſſes gehuͤttet / Jnſonderheit voꝛ der Füllerey / welche ein Bꝛunnquell iſt vielen vbels / Jnn dem er ſich wie einem Chꝛiſtlichen vnnd Adelichen Knaben wol anſtehet / in ſeinem wehꝛenden dienſte Núchtern vnd Meſſig gehalten / Alſo das er in den 9. Jahꝛen (welches jetzo von jungen Leuten / ſonder - lich an ſolcher voꝛnehmen Fuͤrſten Höfe gar ein ſeltzames were) ſich / wie er viel vnd offters ſich Loͤblichen deſſen geruͤhmet / vber dꝛeymal im Trunck nicht vbernommen / weil ſonderlich ſein Gnediger Fuͤrſt vnd Herꝛ dieſem Laſter der Trunckenheit feind geweſen.

Weil dann er / wie oben gedacht gegen Höchſt gedachter Jhr. F. G. aller Trew vnd Vnterthaͤnigen gehoꝛſams je vnd allwege ſich beflieſſen / Als ſind auch derentwegen Jhꝛ. F. G. vor andern jhme mit befondern Gnaden gewogen geweſen. Alſo das Jhꝛe F. G. hernach hin vnd wiď wo dieſelbte hingereyſet / jhn gerne vmb ſich gehabet / vnd mit genom̃en. Als Jhꝛ. F. Gn. 1596. Jhr eine Reyſe durch Heſſen / Düringen / vnd Meiſſen / zu Jhꝛer Churfurſtlichen Gnaden zu Sachſen / vnd von dan -Hnen[58]Chriſtliches EhrenZeugnuͤß. nen durch das Land Schleſien zu Jhrer Koͤniglichen May: in Polen / nach Krackaw gethan / Haben Jhr F. G. dieſen Jnn Gottruhenden Junckern auch mit ſich auff ſolche Reyſe genommen / da er dann nicht allein der Churfuͤrſtlichen / ſondern auch der Koͤniglichen Hoffhaltung in Pohlen / weil J. F. G. eine Zeitlang allda ſtille gelegen / ſich erkuͤn - diget: Auch hernach mit Jhꝛer Koͤniglichen Mayeſt: Comitat nach Warſchaw auff den Landtag gezogen / da er auch der Herꝛen Senatorũ der Cron Pohlen / vnd anderer voꝛnehmen Staͤnde / ſtattliche Auffzuͤge geſehen. Nach vollendetem Landtage iſt er mit Jhr. F. Gn. durch Schleſien / Meiſſen / Düringen vnd Heſſen / widerumb nach Lauttereck / doch eines anďn weges gezogen / da er dann in gedachtem Fuͤrſtlichem Hofe ſich biß Anno 99. Vnd alſo ins Neunde Jahr from / Gottſelig / Trew / vnd Gehorſam auffgehalten / da auch J. F. G. jhn Wehꝛhafft gemachet / auch hernach jhn auff Gehoꝛſames Vnterthaͤniges begehꝛen / gedachtes 99. Jahꝛ in Genaden abgefertiget / da er auch inn guttem Geſundt zu den ſeinen nach Hauſe gelanget / da jhme auch ſeine Herꝛen Voꝛmuͤnde / Als die Edlen / Geſtrengen / Ehꝛnveſten / Auch Wolbe - nambten H. Vllrich Axleben / Magnuß genandt / zur Krummenlinde / Vnd Herꝛ Hanß Gfuge / damals zu Joxdoꝛff wohnende / (weil er nunmehꝛ Mannbar / vnd ſeine Mündige Jahꝛ erꝛeichet) ſeiner Vaͤter - lichen verlaſſenſchafft halber Rechnung gethan / vnd jhme ſelbige ein - gehendiget: Gegen welchen ſeinen Herꝛen Vormuͤnden / er ſich dann voꝛ jhꝛe Trewe voꝛſorge Danckbahr erzeyget.

Nachmaln hat er ſich hin vnd wider bey ſeinen gutten Freunden vnd Verwandten auffgehalten / biß er An. 1610. auß ſonderlicher ſchickung Gottes / ſich inn ein Chꝛiſtliches Ehegelübd nüß mit Rath vnd willen beyderſeits Adelichen verwandten vnnd gefreundten eingelaſſen / mit Weylandt / der Edlen / Viel Ehꝛentugendreichen Jungfr: Catharina / gebohꝛnen Langnawin / Als des Weylandt Edlen / Geſtrengen / Ehꝛn - veſten / auch Wolbenambten Herꝛen Chꝛiſtoff von Langenawes / auß dem Hauſe Wandritz / Des Weyland Durchlauchten / Hochgebohꝛnen Fürſten vnd Herꝛn / H. Geoꝛge Hertzogen zur Lignitz vnd Bꝛieg / Ehꝛiſt - milder gedenckens / geweſenen Landshauptmanns nachgelaſſenen Ehe - lichen Tochter / welches Adeliche Eheverloͤbnüß auch gedachtes 1610. Jahꝛ / den 16 Jul&ff; zur Krummenlinde / Jn des Edlen / Geſtrengen / Ehꝛnveſten / auch Wolbenambten Herꝛen Geoꝛge von Schlichtiges /Auff[59]Chriſtliches Ehren Zeugnuͤß. Auff Linde vnnd Krummenlinde Adelichem Hauſe / welcher jhꝛer als ſeiner PflegeTochter ſich hertzlichen angenommen vnnd die Hochzeit außgerichtet / Eh〈…〉〈…〉 ſtlichen iſt vollnzogen woꝛden. Welches ſein Erſtes Adeliches Ehegemahl / er Hertzlichen geliebet / mit Trewen gemeinet / Eine Chꝛiſtliche / Friedliche / Gott vnd Menſchen wolgefellige Ehe mit derſelben gefühꝛet 7 Jahꝛlang / weniger 5 wochen 3 Tage / Mit welcher er durch Gottes ſegen 2 Kinď gezeuget / Als An. 1611. den 15 Novemb. eine Tochter / welche er auch als bald folgenden Tages als den 16 Nov. dem Herrn Chꝛiſto durch die H. Tauffe voꝛtragen vnd Margarethã nennen laſſen / ſo noch am Leben: Vnter des hat er ſich auff Mietgüt - tern als zur Krummenlinde auff einem Forwerck Kalldeboꝛn genandt / vnd hernach zu Krehlaw auffgehalten / biß das er jhme allhier in dieſer gegend das Gutt Kopitz erkauffet / auff welchem Gott jhn abermals in ſeinem Eheſtande geſegnet / vnd Anno 1615. den 17 Novembr. jhn mit einem Jungen Sohne erfrewet / den er auch bald hernach Chꝛiſto dem HErꝛen durch die H. Tauffe einvorleiben vnd Christophorum nennen laſſen / welche beyden Kinder der Erſten Ehe noch am Leben / vnd jetzo mit weinenden Augen jhꝛem lieben Herꝛen Vater nachſehen muͤſſen: GOtt wolle jhme dieſelben befohlen ſein laſſen / als ein trewer Vater verlaſſener Waiſen ſich jhꝛer Vaͤterlichen annehmen / durch ſeinen H. Geiſt regieren / das ſie wachſen vnd zunehmen moͤgen / an verſtandt / Alter / Weißheit / vnd Genade bey Gott vnd den Menſchen / Auch ſie auff ebener Bahn leyten! das ſie in gleicher Gottſeligkeit / Trew / vnd Auffrichtigkeit jhꝛem ſeligen Herꝛen Vatern nach folgen moͤgen.

Dieſen ſeinen lieben Kindern iſt er gewiß ein trewer Vater geweſen / in dem er ſie als bald von Kindheit an / fleiſſig zum Gebet gehalten / im Catechiſmo trewlich vnterwieſen / ſie fleiſſig mit ſich zur Kirchen ge nommen / vnd alſo in aller Gottes furcht vnterꝛichtet.

Sehr getrew iſt er auch geweſen dieſem ſeinem Erſten Ehegemahl / Denn weil Gott der Allmaͤchtige / dieſelbe mit Langwiriger Leibes Schwachheit heimgeſuchet / das ſie vber die 2 Jahꝛ faſt jmmer zu bey gehendem Leibe Siech vnnd Kranck geweſen / Biß endlichen ſie ſich auch gantz eingeleget / vnd lange Zeit zu Bette liegen muͤſſen / Jſt er doch vnter ſolchem Langwirigem Hauß Creutze nie vngedultig woꝛden / ſondern gedultig ſolches getragen / in ſolcher Langwirigen Kranckheit /H ijſeines[60]Chriſtliches EhrenZeugnuͤß. ſeines lieben Ehegemahls Trewlich gepflogen vnd gewartet / an keinen vncoſten es erwünden laſſen / ſondern aller ordentlichen Mittel / zu wi - derbringung jhꝛer Geſundheit ſich gebrauchet / vnd jhr alſo alle Eheliche liebe vnd trew biß an jhr ſeeliges ende erwieſen / da ſie Gott endlichen Anno 1617. den 25. Auguſti. auß dieſem Müheſeligen Thraͤnen vnnd Jammerthal / zu ſich in ſeinen Himliſchen Frewden Saal / durch den Zeitlichen todt ſanfft vnd ſeelig abgefodert / dadurch er in den betruͤbten Widwenſtandt geſetzet worden / darinnen er dennoch Gott dem Herren mit ſeufftzen Trew geweſen / vnd ſeinen willen inn ſeinen Göttlichen willen geſtellet / welchen ſeinen Widwenſtandt er Gottſelig Züchtig / From vnd Eingezogen gefuͤhꝛet.

Dieweil er aber auch offters Kranck vnd Siech geweſen / weil jhme in ſeinen jungen Jahꝛen heimlichen ein boͤſer Trunck beygebracht wor - den / den er niemals recht verdewen koͤnnen / vnd ſeine Wirtſchafft ohne einen trewen Ehegehülffen fort zu treiben ſchwer fallen wollen / Als hat er zu forderſt Gott den Herren jnbrünſtig angeruffen / das ſo es ſein Göttlicher Wille / er jhn widerumb mit einem Trewen / Fromen / vnd Gottſeligen Ehegenoſſen begnaden wolle / Auff deſſen ſonderliche ſchickung er ſich den Anno 1619. abermals den 11. Jun&ff;. in Chriſtliches Eheverloͤbnüß eingelaſſen / Mit der / jtzo nun von hertzen Hochbetrübten vnd vorwaiſeten Widwen / der Edlen viel Ehrentugendtꝛeichen da - mals Jungfrawen Margaretha / gebohrnen Kottwitzin / von Leſſen - dorff zu Krehlaw / gegen welcher er nicht minder als gegen ſeinem er - ſten Ehegemahl ſich aller Ehelichen liebe vnd trew beflieſſen / in dem er gewiß dieſelbe als ſein eygen Hertz trewlich vnd jnbꝛünſtig geliebet / jhꝛer ſich trewlich angenommen / wie er dann im gegentheyl auch widerumb trewe Liebe von jhr empfunden. O welch eine gewüntſchte / recht Gott vnd Menſchen wolgefellige Ehe iſt doch zwiſchen jhnen geweſen / denn gewiß bey jhnen geweſen / Ein Hertz / ein Sinn vnd Wille: Vneinig - keit vnd Widerwillen iſt zwiſchen jhnen nicht erfahꝛen woꝛden / vnd were wol zu wüntſchen / daß / ſo es Gott gefallen / dieſe zwey trewe Lieb - habende Hertzen lange Zeit hetten beyſamen Leben moͤgen / weils aber Gott anders geſchicket / müſſen wir nur ſeinen Willen vns auch gefallen vnd belieben laſſen.

Weil[61]Chriſtliches EhrenZeugnuͤß.

Weil er dann auch mit dieſem ſeinem Andern Ehege - mahl eine Chꝛiſtliche vnnd Gott wolgefellige Ehe gefuͤhꝛet 5. Jahr / weniger 9 Wochen: Als hat auch beyderſeits Gott ſie mit ſeinem Eheſegen gekroͤnet / Vnd Anno 1620. den 5. Jun&ff;, mit einem Jungen Sohne begnadet / welcher den 9. Jun&ff; iſt getaufft woꝛden / vnd Sebaſtian Friedrich genennet woꝛden / vber welchem jhꝛem Soͤhnlein ſie zwar beyde Hertzlichen ſich erfrewet / Gott aber hats jhnen nicht lange laſſen wollen / ſondern als es nur wenig Tage gelebet / widerumb bey Zeiten durch den Zeitlichen todt / auß dieſem boͤſen Leben von jhnen abgefoꝛdert / welches auch den 29. Jun&ff;, Chriſtlichen anhero nach Jackſchenaw iſt begraben woꝛden / deme Gott genedig ſeye / in der Erden eine ſanffte Ruhe / vnd hernach am Juͤngſten tage eine froͤliche Aufferſtehung zum Ewigen leben geben vnd verleyhen wolle.

Nachmals hat ſie Gott abermals in Genaden angeblicket / vnd An. 1622. den 13. Auguſti, jhnen eine Junge Tochter beſcheret / welche auch bald den 15. darauff getauffet / vnd Barbara iſt genennet woꝛden / ſo noch am Leben / welches einige Edle Zweyglein / dann der Allgewal - tige Gott genedigſt zu Troſt der Hochbetruͤbten Adelichen Mutter / vnd zu Linderung jhꝛes zugefuͤgten Schmertzens / lange Zeit in gattem Geſundt vnd bey langem Leben erhalten wolle.

Anno 1623. den 13. Decembr. hat ſie abermals Gott mit einem Jungen Sohne begabet / welcher aber das Leben nicht auff die Welt bꝛacht / wie Schmertzlich nun dieſes jhnen beyden geweſen / Haben ſie doch Gott dem Herren ſtille gehalten / Jhꝛe Seelen in gedult gefaſſet / welches ſie den 15. Decembr. auch anhero zur Erden beſtatten laſſen.

Getrew iſt auch dieſer frome Gottſelige Juncker geweſen / ſeiner von Gott veroꝛdneten Obꝛigkeit / in dem er in allem deroſelben ſchuldigen Geh[or]ſam geleyſtet / niemals deroſelben widerſtrebet / noch etwa deroſelben durch vnnuͤtze Haͤndel zuſchaffen gemaͤchet.

Getrew iſt er geweſen inn ſeinem Beruff gegen ſeinen Vnterthanen / Gerechtigkeit hat er geliebet vnd geſchuͤtzet / das boͤſe ab - geſchaffet vnd geſtraffet / So jrgends ſeiner Vnterthanen einer in etwz ſich vorgrieffen / Hat er nicht allein gebuͤhꝛlichen darwider geeyfert /ſondern[62]Chriſtliches EhrenZeugnuͤß. ſondern auch darüber ſich bekuͤm̃ert: Trewlich hat er vor ſeine Vnter - thanen geſoꝛget / vnd in voꝛfallendem mangel / jhnen huͤlffreiche hand ge - boten / daß nun nit vnbillich dieſelben jhn hertzlich betrawꝛenvnd bekla - gen / weil ſie vnter jhme gutten frieden gehabet / Auch im wenigſten nit von jhme vber gebuͤhr ſind beſchweret woꝛden: Trewlich hat er ſie zur Kirchen vnd Gottſeligkeit angehatten / jhnen auch ſelber mit guttem Exempel vorgangen / gutte acht auff ſie gehabet / Vnd wenn er ver - mercket / daß einer oder der andere vorſetzlichen den Gottesdienſt ver - ſeumet / hat er gebuͤhꝛendes Auffſehen darauff gehabt / vnd ſolches ge - ſtraffet. O wolte Gott / daß von allen Herꝛſchafften dero gleichen geſchehe / daß nicht alleine ſie jhꝛe Vnterthanen gleiches falls alſo zur Gottesfurcht anhielten / ſondern auch ſelber durch ihr Exempel zu gut - ter nach folge Anlaß geben / ſo wuͤrde es auch gewiß vmb manche Herꝛſchafft vnd Vnterthanen beſſer ſtehen.

Trew iſt er auch geweſen dem Heyligen Miniſterio, Vnd Jnſonderheit ſeinen Seelenſoꝛgern / davon kan Jch gewiß vnd mit warheit wol ſagen / vnd jhme ein Herꝛliches Zeugnuͤß deſſen geben / nicht allein wegen ſeiner Gottſeligkeit / vnd vnſtraͤfflichen Lebens / ſon - dern auch wegen ſeiner Wolthaͤtigkeit vnnd Mildigkeit / derer ich zum offtern Fruchtbarlich genoſſen: Kein Spoͤtter iſt er des Heyl. P[r]edig - ambts geweſen / nit von Lehꝛern vnd Pꝛedigern ſchimpfflichen geredet / Auch nicht Zuhoͤꝛen konnen / wenn von andern ſolches (wie es denn Leyder gar gemein) geſchehen.

Aller trew hat er ſich auch beflieſſen gegen ſeinen Nach - bahren / hat er einem oder dem andern inn etwas Wilfahꝛen koͤnnen / hat ers gewiß nicht vnterlaſſen / auff keines vngedewen iſt er niemals vmbgangen / ſeines Nechſten vnglücks ſich nicht gefrewet / ſondern mit jhm ein Hertzliches mitleyden getragen: Zu Zanck vnd Vnwillen hat er niemanden Vrſach gegeben / ſondern der Eintraͤchtigkeit gegen maͤnniglichen / ſeines theils ſich beflieſſen. Jſt jhme auch gleich Wider - willen zugefuͤget woꝛden / Jſt er doch nicht Rachgirig geweſen / ſondern vielmehr alle Wiederwertigkeit mit gedult vberwunden / wie alle ſeine Nachbaren jhme deſſen gut Zeugnuͤß geben / vnd wol wüntſchen / das ſie lenger jhn vmb vnd neben ſich haben möchten.

Vor -[63]Chriſtliches EhrenZeugnuͤß.

Vornehmlichen vnnd zu foͤrderſt hat er Hoͤchſten ver - moͤgens ſich dahin b[em]uͤhet / damit er ja ſeinem lieben Gott biß an ſein ende moͤchte Trew verbleyben.

Wie Trewlich hat er doch Gottes Woꝛt geliebet / Mit Luſt vnd Andacht daſſelbe angehoͤꝛet / Trewlich inn ſeinem Hertzen daſſelbe be - wahꝛet / Seine Luſt vnnd Frewde an demſelben gehabet / Sich mit David Pſalm. 122. v. 1. Hertzlich gefrewet / wenn er zum Hauſe GottesPſ. 122. v. 1. gehen ſollen / dann Jch gewiß mit grunde der Warheit jhme dieſes Zeugnuͤß geben kan / daß ſo lange er in dieſem Kirchſpiel ſich auffgehal - ten / die Kirche vnd den Gottesdienſt vorſetzlichen niemals verſeumet / dann nicht alleine er an gewoͤhnlichen Sonn vnd andern Feyertagen / mit Weib vnnd Kindt / Geſinde vnnd Vnterthanen / ſich fleiſſig zur Kirchen gehalten / vnnd des Gottesdienſtes beſtendig biß zu ende ab - gewartet / ſondern auch die gemeinen Wochen gebete / wie vnmüſſig er auch geweſen / mit Andacht beſuchet / vnd neben andern fromen hertzen Gott vmb Linderung vnd Abwendung der Wolverdienten ſtraffen jnniglichen angeruffen. Einen ſehr Fleiſſigen vnd Trewen Zuhoͤꝛer / habe Jch an jhme gehabet / dann ich niemals geſpuͤret / das jhme / wie manchem / vor Schlaff die Augen zufallen wollen / ſein Antzlitz iſt ge - wiß die gantze Pꝛedigt vber gegen dem Pꝛedigſtull gerichtet geweſen / wie jhme alle / die / ſo ſich fleiſſig anhero zur Kirchen gehalten / Neben mir diß nach ſagen muͤſſen: Vnd ſonderlich iſts ſehꝛ Lobwürdig an jhme geweſen / daß ob es wol dieſen harten Winter vber mehꝛerntheyls ſo vnwegſam geweſen / das man offters weder auß noch ein gekönnet / hat er ſich doch niemals / wie grauſam auch das Wetter / vnd wie vn - wegſam es geweſen ſich von der Kirchen abhalten laſſen: Sondern wenn man zur Kirchen gehen ſollen / hat er ſeine Vnterthanen mit ſich genommen / vnd wo er mit den Roſſen nicht durch bꝛechen koͤnnen / ſie jhme durchreumen muͤſſen / damit / wie trewlich er jhm den Gottes - dienſt angelegen ſein laſſen / genugſam er in der That erwieſen / Wenn den dritten Sonntag das Ambt zu Janſchdoꝛff verꝛichtet worden / Jſt er doch auſſer der Kirchen nicht geblieben / ſondern entweder nach Lucin oder anders wohin gezogen / vnd ſeines Gottesdienſts gepflogen. Kein vergeßlicher Hoͤrer des Wortes Gottes iſt er geweſen / ſondern trewlich das gehöꝛte Wort Gottes inn ſein Hertze beygeleget / fleiſſig daſſelbe zu Hauſe fuͤr ſeinen Kindern vnd Geſinde wiederholet:

Die[64]Chriſtliches EhrenZeugnuͤß.

Die Wochen tage vber / hat er Fleiſſig die H. Schꝛiefft vnd andere Theologiſche Buͤcher zu Hauſe geleſen / vnd alſo auſſer ſeines〈…〉〈…〉 ts vnd Haußgeſchaͤfften / die Zeit mit Leſen / Beten vnd Singen zu - gebracht.

Wie gar trewlich hat er den Namen Gottes erhoͤhen / vnd denſelben nicht alleine zu Hauſe / Sondern auch in der Kirchen / mit Mundt vnd Zunge rühmen helffen / denn er nicht wie ein ſtummer allda geſeſſen / ſondern die Lieblichen Geiſtlichen Lieder mit frewden vnd groſſer Andacht / Gott zu Lob vnd Ehꝛen trewlich ſingen helffen / welches wol mancher jhme eine Schande zu ſein / einbilden dürffen.

Sehr Andaͤchtig vnd Embſig iſt er geweſen in ſeinem Gebet / in dem er zugleich Hertz vñ Augen zu Gott erhabe: Manche ſchoͤne Stunde hat er zu Hanſe mit dem lieben Gebet zubracht / welches auch ſeine groͤſte Luſt geweſen in ſeiner aͤuſſerlichen Leibes Schwachheit / das ob er ſchon offters von den ſeinigen abgemahnet / das er mit ſo ſtetem vnd vielem Beten ſich nicht vollendt ſo abmatten wolte / iſt er doch deſſen nicht muͤde vnd vberdruͤſſig worden / ſon - dern denen ſo jhn abgemahnet zur Antwort gegebẽ / das er dadurch / wenn er mit ſeinem Gott redete nicht ſchwaͤcher / Sondern viel ſtaͤrcker werde: Wie manch Vnheyl vnnd Vngluͤck hat er mit ſeinem andaͤchtigen Gebet abwenden helffen.

Seinen lieben GOtt hat er Trewlich / ſeinem Selig - machenden woꝛte nach bekennet / vnd iſt võ gantzem hertzen der wahren reinen Chriſtlichen Religion / vngeaͤnderter Augſpurgiſcher Confeſſion zu gethan geweſen / mit allem Ernſt hat er gehaſſet die Flader Geiſter vnd verfuͤhꝛiſchen Lehrer / vnd deroſelben ſich entſchlahen.

Trewlich vnd Ritterlich hat er wider den Satan / die Welt / vnd ſein eigen Fleiſch geſtritten: Dann weil Er from vnnd Gottſelig ſich erwieſen / Jſt er auch der ſchweren Anfaͤchtungen desSatans[65]Chriſtliches EhrenZeugnuͤß. Satans nicht geuͤbꝛiget geweſen / Sondern es hat auch der Helliſche Moꝛdtgeiſt offters hefftig an jhn geſetzet / vnd ſeine fewꝛige Moꝛdtpfeyle / grimmig wieder jhn〈…〉〈…〉 erichtet / jhn offters in groſſe Melancholey vnd ſchwermuͤtige gedancken gefuͤhꝛet / dem er aber Ritterlichen widerſtandt gethan / vnd mit dem Schwerdt des Geiſtes / vnd dem lieben Gebet ſolche fewꝛige Moꝛdtpfeyle des Helliſchen boͤſewichts durch GOttes huͤlffe vnd beyſtandt abgelehnet / Trewlich vnd mit groſſer gedult hat er auch das von Gott / jhme aufferlegte vnd zugeſchickte Creutz nach getragen / denn er auch nicht alle Zeit auff Roſen gangen / ſondern er hat auch offters das bittere Thꝛaͤnen bꝛodt vnd den Angſt vnd Thꝛaͤnen kelch koſten vnd ſchmecken müſſen / Jn dem Gott auch jhn mit manchem groſſen vnd ſchweren Hauß Creutze heimgeſchuchet vnd be - leget / wie deſſen auch oben erwehnet woꝛden / nicht allein durch Lang - wuͤrdige Leibes Schwachheit ſeines Erſten Ehegemahls / durch derer Toͤdtlichen abgang / Auch nicht allein durch Toͤdtlichen abgang ſeiner Zweyer lieben Kinder anderer Ehe / vnd anderm derogleichen Creutz vnd Trübſall mehꝛ / daruͤber zwar nit vnbillich ſeine Augen mit waſſer gefloſſen / welches aber er dennoch alles gedultig ertragen / Sondern Gott hat jhn auch zum offtern an ſeinem Leibe mit Schwachheit vnd Schmertzen angegrieffen / darunter er doch wider Gott nicht gemurꝛet / ſondern erkennet / das er auch ein Sündiger Menſch ſey / vnd ſolches mit ſeinen Sünden vmb Gott wol verdienet / mit dem Pꝛopheten Micha geſaget / Cap. 7. v. 9. Jch wil des Herren ZoꝛnMich. 7. v. 9. tragen / denn ich habe wieder jhn geſuͤndiget / darneben ſich aber Gottes Guͤtte vnd Trew getroͤſtet / der niemanden leſſet verſuchet werden vber ſein vermoͤgen / ſondern es mit der Verſuchung ſo machet / das mans ertragen kan / 1. Cor. 10. v. 13. Jn deſſen Willen er alles Heimgeſtellet /1. Cor. 10. v. 13. der es machen moͤchte mit jhm Wunderlich / doch Seeliglich. Jſt bey jetzigen Hochbekuͤmmerten Zeiten jrgendt einer Verfolgung gedacht woꝛden / wie viel frome Hertzen hin vnd wider vmb des Herren Chꝛiſti vnd ſeines H. Evangelij willen / alles das jhꝛe hinter ſich ver - laſſen muͤſſen / hat er auch hierinn ſein trewes Hertz gegen ſeinem lieben Gott entdecket / vnd wenn es ja alſo / vnd nicht anders hette ſein ſollen / auch gewiß bereyt were geweſen / ehe alles das ſeine / als ſeinem lieben Gott zu vbergeben / vnter deß aber mit Jeremia Cap. 15. v. 16. geſeufftzet /Jerem. 15. v. 16. das Gott vnter deſſen jhme vnd vns allen ſein Seeligmachendes Woꝛt erhalten wolle.

JEin[66]Chriſtliches EhrenZeugnuͤß.

Ein Hertzliches ſehnen vñ verlangen hat er auch je vnd allwege / vornemlichen in ſeiner aͤuſſerſten Schwachheit / nach ſeinem Herren Chꝛiſto getragen / vnd recht wie der Hirſch nach ſriſchem Waſſer / nach Jhme ſich geſoͤhnet.

Ein Hertzliches vnd Gottſeliges leben / ſo lange er inn dieſer gegendt gewohnet / hat er gefühꝛet / daß er nicht vnbillich / vielen zu Chꝛiſtlichem Folg exempel ď Gottſeligkeit vnd Auffrichtigkeit möchte vorgeſtellet werden: Zwar kein Engel iſt er auch geweſen / ſondern wie alle andere Menſchen / auch ſeine Maͤngel vnd Gebrechen an ſich gehabet / vnd manchen Fehltritt gethan / vnd gegen ſeinem Gott ſich vorſündiget / Doch iſt er in ſolchen ſeinen Sünden nicht liegen blieben / noch ſicher darin foꝛt gefahꝛen / ſondern ſolche ſeine Fehltritt erkennet / mit Thꝛaͤnen dieſelben berewet / Gott dieſelben Hertzlichen abgebeten / vnd mit Bußfertigem hertzen / Erlaſſung ſeiner Suͤndenſchuldt bey Gott geſuchet: Zum wenigſten hat er des Jahres dreymal bey dem Beichtſtull vnd Tiſche des Herren ſich eingeſtellet: Wie offters hat er mit Thꝛaͤnen vor Gott vnnd mir ſeinem Seelenſorger ſeine Suͤnden bekaͤndtnuͤß gethan / Mit gebuͤhꝛender Andacht das Hoch - wũrdige Sacrament des Leibes vnnd Bluts des Herren Chꝛiſti empfangen: Vnd ſo viel jmmer moͤglich / hat er ſich beflieſſen ſeine Hende in vnſchuldt zu waſchen / einen vntadelichen Wandel vor maͤn - niglichen zufuͤhꝛen / damit er nicht alleine ſeinen Kindern / Geſinde vnd Vnterthanen / ſondern auch andern mit guttem Exempel vorgangen.

Seinem lieben GOTT iſt er auch getrew verblieben / biß an ſein ſeeliges ende / vnd ſich von ſeiner Liebe gar nichts ſcheyden laſſen / ſondern jhn ſtets biß an ſeinen Letzten ſeufftzer in ſeinem Munde vnd Hertzen gefuͤhꝛet. Ob gleich Gott mit harter Leibes Schwach -Job. 13. v. 15. heit vnd Schmertzlicher Kranckheit jhn angegrieffen / hat er doch ſein vertrawen von Gott nicht abgewendet / ſondern offters mit Job 13. geſaget / Ob der Herr gleich jhn toͤdten ſolte / wolle er doch auff jhnPſal. 73. v. 24. Hoffen / vnd mit David Pſalm. 73. gebetet: Herr / wenn ich nur dich habe / ſo frage ich nichts nach Himmel vnd Erden / ob mir gieich Leib vnd Seel verſchmacht / ſo biſtu doch Gott meines Hertzens troſt vnd mein theyl.

Mit[67]Chriſtliches EhrenZeugnuͤß.

Mit ſeiner letzten Niederlage vnd ſeeligen Abſchiede / verhelt ſichs alſo: Den 20. Mart&ff;, war Mitwoch nach Lætare, als das Tauwetter[a]nhielte vnd der Schnee zerfloß / vnd gedachter vnſer Juncker vmb ſeine Wirtſchafft gangen / vnd vermercket / wie das jhme durchs Schneewaſſer ſchaden moͤchte geſchehen / hat er demſelben voꝛ - kommen vnd abhelffen wollen / (wie er denn in ſeiner Wirtſchafft ſehꝛe Sorgfeltig geweſen / vnd trewlich ſich deroſelben angemaſſet /) da er ſich denn etwas ſehꝛ erkaltet / das jhn darauff bald ein Schawer ankom̃en / welchem aber er durch ſtarcke bewegung biß auff den ſchweiß verhoffet abzuhelffen / hat aber ſich darauff vbler befunden / doch ſich nicht bald eingeleget. Vnd weil er vermercket / wie ſichs zu einer Kranckheit mit jhm anlaſſen wolte / hat er den 22. Martÿ, eine Adern ſchlagen laſſen / der hoffnung der Kranckheit vorzubeugen / darauff doch keine beſſerung erfolget / ſondern die Kranckheit jmmer hefftiger bey jhm angehalten / biß er ſich alſo gar einlegen muͤſſen / Als jhme eine Fraw vom Adel ein Giffipulver eingegeben / Jſt er darauff etwas außgeſchlahen / das man ſich bald gutter Beſſerung getroͤſtet.

Den 3. Aprilis als Jch ſeine Kranckheit vernommen / Habe ich jhn beſuchet / da ich jhn noch bey zimlichen kraͤfften befunden / doch das er groſſe hitze hatte / da ich denn eine weyle bey jhm verwartet / vnd auß GOttes Woꝛt mit jhme geredet / da er ſich denn ſchon gantz Chꝛiſtlichen in Gottes genedigen willen ergeben / welcher es mit jhme ſolte machen / Wunderlich / nur Seliglich / doch hatten wir ſaͤmbt - lichen gutte Hoffnung / das Gott jhme wider zu guttem Geſundt verhelffen wurde: Weil aber die Kranckheit nicht ab / ſondern von Tage zu genommen / Als hat man endlichen (wiewol mans auch bald Anfangs thun wollen / er ſich aber keines weges darzu bewegen laſſen wollen / mit einwendung / dz er doch gar nichts von Artzneyen bꝛauchen koͤnnte /) Jhr: F. G. Leib Medicum Herꝛn D. Georgium Rhumbaum zur Olſſen holen laſſen / welcher ſo viel moͤglichen an ſeinem fleiß / nichts erwinden laſſen / ſondern alles daß ſo zu abhelffung der Kranck - heit / zu ſtaͤrckung vnd erhaltung der Kraͤffte / vnd zu widerbringung der Geſundtheit fuͤr rathſam erfunden / verordnet vnd gebꝛauchet / welches alles doch nichts fruchten wollen / ſondern die Kranck heit je mehꝛ vnd mehꝛ zu / die Kraͤfften aber abgenommen.

J ijAm[68]Chriſtliches EhrenZeugnuͤß.

Am H. Oſtertage / als ſeine gelie[b] te Haußfraw / von jhme nicht weichen / ſondern bey jhme verbleyben wollen / hat ers nicht geſtatten wollen / ſondern faſt ſie genöhtiget zur Kirchen zufahꝛen / mit Einwendung / daß ſie jhme nicht ſo viel zu Hauſe / als in der Kirchen mit jhꝛem Gebete gegen Gott dienen koͤndte: Als aber ſie auß der Kirchen nach Hauſe kom̃en / hat er geſaget / wie jhme die Zeit ſo lange woꝛden / vnd jhn Hertzlich nach jhr verlanget hette / dann er je lenger je Schwaͤcher woꝛden / Jn welcher werenden Schwachheit / er doch nie - mals jrgendts ein vngedultiges Geberde von ſich vermercken laſſen / ſondern mit dem lieben Gebet vnd den ſchoͤnſten Troſtſpꝛuͤchlein Goͤtt - licher Gnaden verheiſchungen / auß Gottes Woꝛte ſich ergetzet vnd ge - tröſtet / Dann gewiß er ein Mann von Beten geweſen / vnnd ſind die ſchoͤnen vnd Troſtreichen Gebetlein / derer er Taͤglichen / ſonderlich in dieſer ſeiner letzten Kranckheit ſich gebꝛauchet nicht alle zu erzehlen. Hat er jrgendts bey geſunden Tagen / ein ſchoͤnes Troſt vnd Gebet - Buͤchlein gehabet vnd vberkommen / hat ers gewiß mit ſonderlicher Luſt vnd Andacht durchleſen / vnd jhme wol wiſſen nuͤtze zu machen. Wenn er auch an ſeinem Gebet geweſen / hat er ſich niemanden daran jrꝛen laſſen / Sondern in ſeiner Kammer mit Hertzlichen ſeufftzern zu Gott / vnd ſolches des Tages nicht nur ein / ſondern vnterſchieden mahl ſein Gebet zu Gott verꝛichtet.

Als aber nun alle Menſchliche mittel bey jhme nichts hafften noch Früchten wollen / ſondern es ſich mit jhme zu einem Seligen ende ge - nahet / bin Jch den 10. Aprilis, als Mitwochs nach Oſtern abermals auff erforderung gegen Abendt zu jhme kommen / da ich jhn dann ſehre Schwach vnd Math am Leibe / aber ſtarck im Geiſte gefunden / vnd als Jch jhn darauff zur Gedult inn ſeiner Angſt vnd groſſen Leibes ſchmertzen ermahnet / beyneben der Vaͤterlichen gütte vnd trewe des Genedigen Gottes erjnnert / welcher nach ſeiner Barmhertzigkeit auch mitten im Creutz den ſeinen beywohne / vnd ſie nicht verlaſſe / ſondern ſie zu ſeiner Zeit ſeinem Willen / vnnd jhꝛer Seligkeit nach / wol wiſſePſalm. 91. auß der Angſt vnd Noth / Laut ſeiner troſtreichen Verheiſchung im 91. Pſalm zufühꝛen: Da hat er ſich abermals gantz gedultig in Gottes Genedigen willen ergeben / vnd geſaget / Gott ſolle hier ſchlagen / hawen vnd brennen vnd es nach ſeinem gefallen mit jhm machen wie er wolle / Nur doꝛt wolle er ſeiner verſchonen.

Darauff[69]Chriſtliches EhrenZeugnuͤß.

Darauff Jch jhme dann etliche kraͤfftige Troſtſpruͤche eingehalten: Als Joh: 3. Alſo hat Gott die Welt geliebet / ꝛc. darunter er auch〈…〉〈…〉 griffen ſey / vnd ſich deſſen im Glauben anzumaſſen habe / vnd daß Jhn auch Gott Eſa. 49. in ſeine Hende gezeichnet /Eſaiæ 49. Der auch wie ein Vater ſeines Sohnes gewiß ſich ſeiner Erbarmen werde / Pſalm. 103. Ja weil Er die Angſt ſeines Hertzens wol ſehe vndPſalm. 103. kenne / ſo bꝛeche Jhm das Hertze im Leibe gegen jhme / daß Er ſich ſeiner Erbarmen müſſe. Jerem. 31. Ob ſchon nicht zu dieſem / doch zu einemJerem. 31. viel beſſern / herꝛlichern vnd Ewigen leben / Zu welchem / ſo er ja jtzt des Zeitlichen todes hingienge / Chꝛiſtus als ſein Erloͤſer jhn am Jüngſten tage gewiß erwecken würde / Job 19. Wie Er Joh. am 5. Ezech. 37. Job 19. Joh. 5. Dan. 12. ꝛc. Verheiſchen / deſſen allen er mit rechtem wahꝛem Glauben kraͤfftiglichen ſich getroͤſtet / Darauff ich hernach etliche kurtze Gebet -Ezech. 37. Dan. 12. lein mit jhme gebetet. Als:

Was mein GOtt wil das geſcheh allzeit.
Auff meinen liehen GOtt traw ich in Angſt
vnd Noth / ꝛc.
Jtem: Jch bin ein Glied an deinem Leib / ꝛc.
Jtem: O HErr biß du mein Zuverſichr / ꝛc.

O JEſu GOttes Laͤmmelein / Vnd andere dero - gleichen kurtze Gebetlein vnnd Sprüche Göttlicher Schriefft mehr / welcher Jch die Nacht durch / weil Jch bey jhm blieben / jhme ein - gehalten / die er auch mit Hertzlicher Andacht angehoͤꝛet / vnd ſo viel er voꝛ Schwachheit vermocht / ſolche nach gebetet.

Weil er aber wol bey ſich empfunden / wie ſeines bleybens in dieſem Leben nicht mehꝛ ſein würde / ſondern nun ď Todt ſich beguͤnte zu jhme nahen / hat er ſelbige Nacht Hertzlichen begehꝛet kuͤnfftigen Moꝛgen / mit dem Seligen Viatico vnd letzten Zehrpfennige / des Leibes vnd Blutes JEſu Chꝛiſti / im Hochwürdigen Abendtmahl / auff dieſe ſeine letzte Hinfarth ſich zu verſehen / wiewol er kurtz als Fünffthalb wochen zuvoꝛ den 8. Martÿ, ſolches auch gethan / Haben darauff die Nacht durch / weil er nie keinen Schlaff gethan / mit verlangen des Tages erwartet:

J iijWeil[70]Chriſtliches EhrenZeugnuͤß.

Weil Jch aber vermercket / wie die Schwachheit jmmer hefftiger zu genommen / Auch wie die Spꝛache vor groſſer Mattigkeit aller dinges nicht mehꝛ foꝛt wolte / Als haben wir des Tages gaͤntzlichen nicht erwartet / ſondern als es ein wenig begundte zu Tagen / zu dieſer Heiligen Handlung geſchꝛitten / vnd weil er vor groſſer Mattigkeit ſeine Beichte nit verꝛichten koͤnnen / hat er begehꝛet jhme ſolche voꝛzuſpꝛechen / welche er auch mit ſonďlicher andacht ſo viel moͤglich nach geſpꝛochen / mit gefaltenen vnd gen Himmel erhobenen Henden / welche weil er voꝛ groſſer Schwachheit ſelber nit halten koͤnnen / hat er durch ein Zeichen begehꝛet / jhme dieſelben zuhalten / Auch in ſeinem Bette ſich auffrichten laſſen / Vnd alſo mit Hertzlicher andacht / das Hochwuͤrdige Abendt - mahl empfangen / Nach genieſſung deſſelben / auch Gott ſeinem Herren Hertzlichen hievor gedancket.

Jn wehrender Leibes Schwachheit / hat er ſein getrewes Chegemahl die jetzt Hochbetruͤbte Adeliche Wittib / welche als jhꝛ eygen Hertz jhn Hertzlich geliebet / nie verlaſſen / Sondern neben jhꝛer Jungf. Schweſter / Jhme alle trewe Handreichung gethan / weder Tag noch Nacht von jhme gangen / O wie jnbrünſtig hat ſie offters mit Thꝛaͤnen Gott jhꝛen Herrn hertzlich angeruffen / dz Er jhr / ſo es ſein Goͤttlicher wille were / doch jhꝛen lieben Junckern noch eine zeitlang erhalten wolle.

Groſſe Trew hat auch inn wehrender Kranckheit jhme ſein Herꝛ Schwager erwieſen / Der Edle / Geſtrenge / Ehꝛnveſte / Auch Wol - benambte Herꝛ Chꝛiſtoff von Rhediger vnd Stryſa / Erb vnd Lehnsherꝛ allhier zu Jackſchenaw / ꝛc. Weil zwiſchen Jhnen eine rechte Auffrich - tige Bruͤderliche vnnd Schwaͤgerliche Liebe vnnd Vertrewligkeit ge - weſen / wie in gleichen auch dieſelben Adeliche Haußfraw / Nicht allein das ſie Taͤglichen Jhn beſuchet / ſondern auch die gantze Nacht vor ſei - nem Abſchiede bey Jhme verblieben.

Nach empfahung des Hochwürdigen Abendmals / als ich jhn gefragt / ob er auch nu / weil er mit Gott durch Chꝛiſtum gaͤntzlichen außgeſoͤnet / gerne / ſo es Gott geliebte / auff Chꝛiſti verdienſt ſterben wolte / hat er ge - antwoꝛtet / Ja mit willen: Darauff ich jhn ermahnet / er ſolle nun mitGeneſ. 22. v. 27. Jacob den Sohn Gottes / mit den Armen des Glaubens vmbfahen / vnd Jhn ja nicht laſſen / vnd mit Paulo nach demſelben ein ſehnlichesPhil. 1. v. 23 verlangen haben / Ph. 1. v. 23. Jt: Mit Bernhardo beten / Wo ich nur bin / da gedenck ich dein / ꝛc.

Auch[71]Chriſtliches EhrenZeugnuͤß.

Auch bedencken / dz er lebe ſterbe / er doch des HErꝛn ſey. Rom. 14. v 8. Bernhard. Darauff er ſich erklaͤret / wie er allbereit durch Gottes gnade / denſelbenRom. 14. v. 8. feſt in ſein hertz e[in]geſchloſſen / darauß er jhn auch durch des H. Geiſtes beyſtandt nicht laſſen wolte / wie er dann ſtets dieſen Holdſeligen Na - men JEſu in ſeinem Hertzen vnd Munde gefuͤhꝛet / darauff ich denn mit jhme noch dieſes Gebetlein gebetet.

ACh JEſu liebſter Heyland mein /
Joh. Forſt.
Der in die Welt biſt kommen rein /
Vnd haſt durchs bitter Leyden dein
Mich erloͤſt / von der Hellen pein.
Dich bitt ich liebſter Heyland mein /
Komm auch jetzt in mein Hertz hinein /
Vnd mach durch deinen Geiſt darein /
Dir ein rein ſanfftes Bettelein /
Das ich von dir allzeit allein /
Moͤg Safft / Krafft / vnd Troſt ſchoͤpffen fein /
So wil ich dir von Hertzen mein /
Hier vnd dort Ewig Danck[b]ahr ſein.

Welches Gebetlein jhme denn ſehꝛ wolgefallen / vnd daher zum offtern ſolches mit mir gebetet. Weil aber Jch darauff mich nach Hauſe begeben muͤſſen / Jnn dem ich eine Leichpꝛedigt zu verꝛichten gehabet / Habe ich jhn dem trewen Gott befohlen / Neben Hertzlicher wünt - ſchung / das derſelbe als der rechte Leibes vnnd Seelen Artzt / deſſen Hand nicht verkuͤrtzet / an Leib vnd Seele jhn ſtaͤrcken wolle / damit ich jhn bey beſſern Kraͤfften finden moͤchte / Hat er darauff geantwoꝛtet / Wie Gott will. Vnter deſſen in meinem abweſen / hat jhme ſeine Adeliche Haußfraw / Neben jhꝛer Jungfraw Schweſter tröſtlichen Zugeſpꝛochen / jhme viel Lieblicher Troſtſpruͤchlein vorgeleſen / welche auch ſo viel er vermocht / mit Mundt vnnd Hertzen nachgeſpꝛochen: Als nach vollbrachter Predigt Jch widerumb zu jhm kommen / hat er in aͤuſſerſter Schwachheit gelegen / daß wir ſaͤmbtlichen Hoffeten / der liebe GOtt jhn nicht lang mehꝛ auffhalten / ſondern genedig Auffloͤſen würde. Wiewol er noch bey gutten Sinnen vnd guttem verſtande ge - weſen / da habe Jch jhn noch ſeines Chꝛiſtlichen Glaubens erjnnert / vnd gefraget / Ob er noch feſtiglich Glaͤube / daß Chꝛiſtus jhn geliebet / vnd ſich ſelbſt vor jhn dahin gegeben habe.

Jtem:[72]Chriſtliches Ehren Zeudnuß.

Jtem: Ob er Glaͤube durch nichts anders als durch das Thewre Verdienſt JEſu Chꝛiſti / Gerecht vnd Selig zu werden.

Jtem: Ob er Glaube das gewiß Gott ſeine H. Engel jhme auch jetzo vmb ſein Siechbette beſtellet / welche trewlich auff ſeine Seele warten / dieſelbe in die Schoß Abꝛahæ abzufuͤhꝛen / Hat er / wie - wol ſehꝛe Schwach mit dem Munde vnd Augen zu verſtehen gegeben / daß er alles diß feſtiglich Glaͤube / darauff ich jhme ferꝛner eingehalten / Jn was fuͤr vnaußſpꝛechliche Frewde vnd Herꝛligkeit / er nun bald der Seelen nach verſetzet / vnd am Jüngſten tage dem Leibe nach / auch dazu würde Aufferwecket werden / Da er bey Chꝛiſto ſeinem HErrn ſein vnd bleyben wuͤrde / wo Er iſt / Ewiglich / vnd ſeine Herꝛligkeit anſchawen / Darauff Jch jhme noch Vorgebetet / D. Eberi Sterbe Gebettlein:

HErr JEſu Chriſt wahr Menſch vnd Gott / ꝛc.
Jtem: Wenn dirs gefellt ſo kom HErr Chriſt / ꝛc.
Jtem: Ach HErr laß dein lieben Engelein /
Am letzten ende mein Seelelein /
Jn A[b]rahams Schoß tragen / ꝛc.
Jtem: HErr JEſu Chriſte Gottes Sohn /
Der du fuͤr mich haſt gnug gethan /
Ach ſchleuß mich in die Wunden dein /
Du biſt allein
Der einig Croſt vnd Helffer mein.
Amen / Mein lieber fromer GOTT /
Beſcher mir jetzt ein Selign Todt /
Huͤlff das ich moͤge auch zu gleich /
Bald in dein Reich
Kommen / vnd drinn bleybn Ewiglich.
Jtem: Jch lieg im Streitt vnd widerſtreb /
Hilff O HERRE Chriſt dem Chwachen / ꝛc.
Jtem: Hilff helffer hilff in Angſt vnd Notb /
Erbarm dich mein O trewer GOTT / ꝛc.
Jtem: Du Ehren Koͤnig JEſu Chriſt /
Der du am Creutz geſtorben biſt / ꝛc.
Jtem:[73]Chriſtliches EhrenZeugnuͤß.
Jtem: HERR JEſu Chriſt in deine Hend / befehl ich
a[n][m]einem Letzten end / ꝛc.
Jtem: HErr JEſu Chriſt mein HErr vnd GOtt /
dein Leyden groß / dein Wunden roth / ꝛc.
Jtem: Hilff mir Herr in der letzten noth / wenn mich
ergreifft der bittere todt. Vnd andere derogleichen Gebett -
lein mehr.

Als nun aber jhme begundten die Augen zu brechen / Habe ich jhme zugeſchryen / Nun ſolte er ſeine Seele in Gottes Hende befehlen / Sind darauff ſaͤmbtlichen auff vnſere Knie nieder gefallen / vnd Gott den Herrn vmb gnedige Auffloͤſung dieſes ſeines trewen Dieners Hertzlichen angeruffen. Welch vnſer Gebett Gott auch erhoͤꝛet / vnd nicht lange hernach jhn gnedigſt ohn alles vngeberde / vmb Zeygers 4. Nach Mittage ſanfft vnd ſelig Auffgeloͤſet / Seines alters 49. Jahr. Vor ſeinem ſeligen Abſchiede / hat er fleiſſig gebeten / doferꝛ er jemanden / Es were Adel oder Vnadel / hier anderßwo / die gantze Zeit ſeines Lebens / mit Woꝛten oder Wercken were zuwider geweſen / Man jhme ſolches auß Chꝛiſtlicher Liebe verzeyhen wolle / wie er auch von grundt ſeines Hertzens maͤnniglichen verziehen hat.

Weil er dann nun GOtt ſeinem HErren biß an ſein ſeliges Ende vnd letzten Seufftzer getrew geweſen / Als hat er nun auch der Seelen nach allbereit erlanget / das Kleinot vnd den Gnaden lohn / Nicht eine vergaͤngliche oder verwelckliche / ſondern Himliſche / Ewige / vnd Vnverwelckliche Ehꝛen Cron / die Crone der Herꝛligkeit vnd Gerechtigkeit / die Mayeſtetiſche Cron des Lebens vnd der Ewigen Seligkeit / Mit welcher er auch am Juͤngſten tage dem Leibe nach / von dem Sohne Gottes / vor allen Engeln vnd Außerwehlten Gottes wird zu ejnem Himmels Koͤnige vnd Pꝛieſter gekrönet werden / der jhn mit vollem Triumphiren wird in den Himmel fuͤhꝛen: Koͤnnen nun recht von jhm ſagen:

Nun hat er alles Vngluͤck vberwunden /
Den rechten Fried / vnd beſten Schatz gefunden /
Darnach er hat gleich wie ein Chriſt geſtrebet /
Dieweil er lebet /
KSein[74]Chriſtliches EhrenZeugnuͤß.
Sein Geiſt der Lebt jetzundt in groſſen frewden /
Jſt angethan mir einem weiſſen Kleyde /
Vnd Preyſer hoch mit Engliſchem gedichte /
Gottes Gerichte.

Welche Lang gewuͤntſchte Herꝛligkeit vnd Seligkeit / Wir jhme dann auch von Hertzen gerne goͤnnen. Vnd hat nun die hinterlaſſene Hochbetruͤbte Abeliche Wittib / Nebenſt den verwatſeten Kinderlein / So wol die gantze Loͤbliche Adeliche Freundtſchafft ſich allzu ſehꝛ vber ſeinem Toͤdtlichen hingange nicht Vrſach zu betruͤben / Sondern zu gedencken / Daß Sie jhꝛen lieben Junckern / Vatern / Schwagern vnnd Brudern nicht verlohꝛen / ſondern nur vor ſich hin geſchicket / da er wol verſorger iſt im Himliſchen Zton / Zu welchem / ſo ſie auff ebener bahn im Glauben jhme werden nachfahꝛen / auch ge - wiß zu ſeiner Zeit mit Jauchtzen vnd Frewden gelangen werden / da ſie in Ewiger frewde vnd wonne vngeſchieden bey einander bleiben werden in alle Ewigkeit.

Wuͤntſchen demnach nun zum Beſchluß / dieſem ſeligen Abgeleibten Cörper inn dem Schoß der Erden / eine ſanffte Ruhe / vnd hernach am Juͤngſten tage ein froͤliche Aufferſtehung zum Ewigen Frewden leben / Auch das der Allgewaltige Barmhertzige GOtt / der ſich einen Vatern betruͤbter Widwen vnd Waiſen nennet / jhme dieſe im Hertzen Hochbetruͤbete Wittib / Neben jhꝛen Verwaiſeten Kinderlein inn Genaden wolle befohlen ſein laſſen / ſelber ſich jhꝛer Vaͤterlich annehmen / durch ſeinen Heyligen Geiſt kraͤfftiglich troſten / Chꝛiſtliche gedult verleyhen / Vnd vns ſambtlichen zu ſerner Zeit / derogleichen ſelige Nachfarth geben vnd verleyhen / vmb ſeines allerliebſten Sohnes JEſu Chꝛiſti willen / Amen.

Gebet. [75]

Gebet.

O Ewiger Allmaͤchtiger GOtt / vnd Barm - hertziger Vater / der du auß vnermeßlicher Liebe vñ Guͤttigkeit / dich vnſer als ein trewer Liebhabender Vater hertzlichen angenommen / vnd durch deinen lieben Sohn JEſum Chriſtum vns tewer erloͤſet / zu deinen Kindern erkauffet / vñ zu Erben deines Ewigen Reichs auffgenom - men / Auch inn Chriſto deinem Sohne / das Ewige leben verſprochẽ haſt: Vber diß auch noch taͤglich als ein trewer guͤtiger Vater / vor vns deine Kinder / Vaͤterlich vñ trew - lich ſoꝛgeſt / vñ nach aller Notturfft an Leib vñ Seele trew - lich vnd Vaͤterlich verſieheſt: Vnd aber vor ſolche deine Vaͤterliche Liebe vnd trewe / nichts anders von vns erfor - derſt / Als das wir dir von Hertzen hinwider trewlich an - hangen / Jn rechtſchaffener Liebe / vnbeweglichem Glauben beſtendig biß ans Ende dir dienen ſollen. Nun weiſt vnd kenneſtu aber allerliebſter Vater gar wol / vnſers ver - derbten Fleiſches Schwachheit vnd Vnvermoͤgen / darzu wie grauſam der Argliſtige feind ď Teuffel vns nachſehet / von ſolcher Trew vnd Liebe gegen dir abzufuͤhren / vnd durch vnerew vñ vngehorſam von vns mit ſich in Ewiges Verdamnuͤß zu verleyten. Bitten demnach dich O ge - treweſten GOtt vnd Vater / du wolleſt vmb deines aller - liebſten Sohnes JEſu Chriſti willen / als ohne welchen Wir nichts vermoͤgen / Vns hierinn trewlichen beyſtandt leyſten / vnd von oben herab vns mit dem Geiſt der Krafft vnd Staͤrcke außruͤſten / Auff das nicht alleine wir vnſers Beruffs nach deinem Willen vnd befehlich trewlich ab - warten. Sondern zu foͤrderſt vnd vor allen dingen / gegen dir als rechtſchaffene trewe Diener / vns in allem erweiſen moͤgen: Dein Seligmachendes Wort nicht alleine trew -lich[76]lich vnd mit Andacht anhoͤren / Sondern auch feſt daſſelbe behalten / vnd trewlich darnach Leben: Deiner Hochwuͤr - digen Sacrament trewlich / vnd mit Glauben recht ge - bꝛauchen / vnſers Tauffgeluͤbdnuͤſſes vns taͤglich erjnnern / trewlich vñ vnverbruͤchlich daſſelbe halten: Deinen aller - heyligſten Namen herꝛlich ruͤhmen / Jhn in Noͤthen trew - lich anruffen / Auch fuͤr alle Leibes vnd der Seelen wol - thaten dir Dancken: Trewlich vnd mit frewdigem Geiſte vor der Welt dich bekennen: Trewlich dem Satan wider - ſtehen / vnd Ritterlich wider jhn ſtreitten: Auch alles ſo vns zu Leyden von dir aufferleget wird / trewlich vnd inn Chriſtlicher gedult dir nach tragen: Vmb deinet willen alles Zeitliche gerne verlaſſen / Nach deinẽ Sohne Chꝛiſto JEſu vns Hertzlichen ſehnen: Deinem befehlich nach dir in Gottſeligkeit dienen / vnd biß an vnſer Ende in vnge - faͤlſchter Liebe / vnd beſtendigem Glauben / dir trewlich anhangen moͤgen: Auff das wir auch als Trewe diener erkennet / von dir zu ſeiner Zeit auß Gnaden die Cron der Ehren vnd Gerechtigkeit / die Vnverwelckliche Cron des Lebens vnd Seligkeit erlangen moͤgen / Durch JEſum Chriſtum deinen allerliebſten Sohn / welchem mit dir vnd dem H. Geiſte / Sey Lob vnd Preiß geſaget / von nun an biß in alle Ewigkeit / Amen.

AMEN.

About this transcription

TextChristliche Leich vnd Ehrenpredigt
Author Leonhartus Millichius
Extent76 images; 22512 tokens; 5336 types; 149423 characters
Responsibility Alexander Geyken, ed.; Susanne Haaf, ed.; Bryan Jurish, ed.; Matthias Boenig, ed.; Christian Thomas, ed.; Frank Wiegand, ed.

CLARIN-DNote: Langfristige Bereitstellung der DTA-Ausgabe

EditionVollständige digitalisierte Ausgabe.

About the source text

Bibliographic informationChristliche Leich vnd Ehrenpredigt Von aller Rechtgläubigen fromen Christen Ambt/ vnd dem von Gott darauff folgenden Gnaden lohn. Auß der Ernsten Vermahnung des Sohnes Gottes an den Engel der Gemeine Gottes zu Smyrna Leonhartus Millichius. . 76 S. Johann BössemesserOels1624.

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Universitätsbibliothek Breslau Universitätsbibliothek Breslau, 4 O 18/1-3 / 508137

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Fraktur

LanguageGerman
ClassificationGebrauchsliteratur; Leichenpredigt; Gebrauchsliteratur; Leichenpredigt; ready; aedit

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  • dta@bbaw.de
  • Deutsches Textarchiv
  • Berlin-Brandenburg Academy of Sciences and Humanities (BBAW)
  • Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)
  • Jägerstr. 22/23, 10117 BerlinGermany
ImprintBerlin 2019-12-10T09:35:40Z
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ShelfmarkUniversitätsbibliothek Breslau, 4 O 18/1-3 / 508137
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