WIr leſen von dem Hochweiſen vnd Be - ruͤhmbten Manne Cicerone, daß alsjhm[4]jhm ſeine Tochter Tullia mit dem Tode verbli - chen / daß er gantz ein jaͤmmerliches Klagen gefuͤhret / daß der Servius Sulpitius verurſacht / jhn als einen Trewen Freund zu troͤſten / vnd1. fuͤhrt jhme zu Gemuͤte: Erſtlich / Er ſolle be - trachten / daß das wiederwertige Gluͤck alle Menſchen hinweg rucket / was jhnen am lieb -2. ſten iſt / oder geweſt. Ferner ſo ſagt er / Cicero ſol betrachten / daß ſeine Tochter erlebt hette die hoͤchſte Ehre / welche er vnter dem Roͤmi - ſchen Volcke erlangt / vnd ſie auch ſelbſt einen trefflichen Roͤmiſchen Herrn vom Adel zur E - he gehabt / bey jhm viel gutes in jhrem Leben3. eingenommen vnd empfangen. Vnd fuͤrs drit - te hat er jhn troͤſten wollen / damit daß Tullia ſeine Tochter geſtorben were / gleich zur vn - gluͤckſeligen zeit / da gleich das Roͤmiſche Reich vnd Regiment zuriſſen / vnd durch Zwitracht4. eingefallen war. Vnd endlich fuͤhret er jhme zu Gemuͤt / daß alle Menſchen die geboren wer - den / muͤſſen ſterben vnd zeitlich vergehen.
Diß waren die Argumenta, mit welchen der Sulpitius ſeinen Trewen Freund aus der Heyd - niſchen Philoſophia jhme dem Ciceroni ſein Trauriges Gemuͤt / troͤſten vnnd auffrichten wollen. Aber in Angſt vnd Truͤbſeligkeit gelten gar nichts ſolche Philoſophiſche Argumenta, vnd vergehen eher denn ſtuppel im Fewer.
Ach was fuͤr Argumenta ſol ich dann neh - men vmb ſchuldiger pflicht / die ich ſchuldigbin[5]bin zu troͤſten / die betruͤbten vnd hertzlich wei - nenden Edle Eltern / Herren Vater vnd Fraw Mutter / dieſes verblichenen Leichleins / der ich mich viel zu wenig hierzu erkenne / Vnd ſol nicht das Fewer deß Betruͤbnis vnterſchieren / ſondern leſchen / weil Gott ſelber alle Prediger ermahnet zu troͤſten / mit dieſen worten / ſpre - chend bey dem Propheten Eſaia: Troͤſtet / Troͤ -Eſa. 40. ſtet mein Volck / redet mit (dem betruͤbten) Hie - ruſalem freundlich. Vnd Gott ſelbſt eben in die - ſem Propheten den Troſt allen betruͤbten zu - ſpricht / mit dieſen Worten: Zion ſpricht derEſa. 49. HErr hat mein vergeſſen / Kan auch ein Weib jhres Kindes vergeſſen / daß ſie ſich nicht erbar - me vber den Sohn jhres Leibes[?]Vnd ob ſie deſſelben vergeſſe / So wil ich doch deiner nicht vergeſſen. Solcher Goͤttlichen Spruͤche hat die heilige Bibel hin vnd da / an vnterſchiedli - chen Orten / bey den Propheten vnd im Newen Teſtament: Wie loͤblich troͤſtet der HERR Chriſtus die betruͤbte Wittib / da er ſpricht: Weine nicht. Alſo die Chriſtliche KircheLuc. 7. ſchreyet auch mit heller Stimme: Hoͤrt auff zu weinen vnd klagen / Weint nicht als wolt jhr verzagen / Gott ſollen wir nicht wiederſtreben / Durch ben Todt gehen wir ins Leben. Alſo rede ich euch heute an / O jhr betruͤbten El - tern / jhr hochbetruͤbten Freunde vnd Bluts - verwandten / werdet nicht Trawig wie die1. Theſ. 4. Heyden / die keine Hoffnung haben / LaſtFewere[6]Syr. 38.ewere Trawrigkeit nicht ſo tieff in ewere Her - tzen ſteigen / ſondern ſchlaget ſie von euch / dannSap. 4. der HERR leſt euch ſagen: Dieſes Leichleins Seele gefelt Gott / darumb eilet er mit jhme aus dieſem boͤſen Leben / vnd iſt kommen zur Ruhe: Dann hier iſt er in Angſt geweſen / dort aber wird er geneſen / In ewiger Freud vnd Wonne / leuchten wie die helle Sonne: Dieſe aber hertzliche Schmertzen vnnd Wunden / wird keine Menſchliche Weißheit auſſer Got - tes Wort nicht temperiren / meſſigen / heilen / vnd ſtillen. So laſt vns dieſen Spruch als das Wort Gottes fuͤr vns nehmen / vnd behertzi - gen / vnd kuͤrtzlich anhoͤren.
Erſtlichen / wer die Gerechten ſein / vnd wie es jhnen gehet.
Zum Andern / warumb Gott mit jhnen ſolchen Brauch vnnd Proceß helt / daß er ſie ſo zeitlich dahin rafft.
Vnd zum Dritten / wie wir vns zum Troſt dieſen Goͤttlichen Brauch appliciren ſollen.
Hilff HErre Iheſu Chriſte / hilff Helffer hilff / daß wir dieſen Goͤttlichen Spruch / dir zu Ehren / vnd vns zum Troſt / durch die Krafftdeines[7]deines heiligen Geiſtes Chriſtlich handeln / be - trachten vnd gebrauchen moͤgen / Amen.
NVn hebt der Heilige Geiſt dieſen SpruchI. Wer die Gerechten ſein. an / vnd ſaget: Der Gerechte ob er gleich zeitlich ſtirbt / kompt er doch zur Ruhe / Was ſein das fuͤr Leute / von welchen allhie der Geiſt Gottes redet: Dann Chriſtus ſagt bey dem Heiligen Evangeliſten Mattheo: Non veniMatth. 9. vocare juſtos, ſed peccatores, Ich bin kommen die Suͤnder zur Buſſe zu ruffen / vnd nicht die frommen / vnd die Geſunden beduͤrffen nicht deß Artztes / ſondern die Krancken / Darumb muſtert dieſer Spruch aus die Mahometiſche Gerechtigkeit / von welcher der Mahomet ruͤh - met in ſeinem andern Laſterbuch Cap. 4. Vnd im dritten Buch Cap. 32. Alſo redet auch nicht von den heuchleriſchen Gerechten / welche ſich ſelbeſt vermeſſen / als wenn ſie from weren / als da ſein die Phariſeer / vnd hentiges Tages dieLuc. 18. Papiſten / welche durch jhre ertichte Werck Kloſter leben / Heuchleriſche Faſten / vnd an dere Mittel / dadurch ſie jhnen vnd andern Menſchen die Gerechtigkeit fuͤr Gott zu ver - dienen vermeinen / vnd in derſelben vber an - dern Leuten ſich hoch erheben / da doch GOtt jhre Wercke ſolcher Gerechtigkeit verwirfft /Eſa. 29F ijMatth.[8]Matth 15. Vergeblich dienen ſie mir mit Men - ſchen Satzungen: Darumb die Werckheligen ſollen vnd koͤnnen dieſen Spruch keines wegesII. Worbey zu erken - nen[?] jhnen zum Troſt ziehen vnd appliciren. So iſt die Frage: Wo werden dann die Gerechten g[e -]funden / vnd wie werden ſie erkandt[?]Gewiß vnter den Weltweiſen dieſer Welt wird man1. Cor. 1. wenig finden ſolcher Leute / der Gerechtigkeit / So haben ſie auch nicht das Zeichen weder auffgebrandt noch auffgeſchrieben auff der Stirn oder Naſen / Sondern GOTT kennet2. Tim. 2. die ſeinen / wie der Heilige Apoſtel Paulus be - zeugt / Der feſte grund Gottes beſtehet / vnd hat den Siegel / Der HErr kennt die ſeinigen. Ioh. 10.Vnd Chriſtus ſpricht: Er kenne vnd ruffet ſei - ne Schafe mit Nahmen / vnd fuͤhrt ſie aus. Exod. 33.Vnd GOTT redet zu Moſe: Du haſt Gnade funden fuͤr meinen Augen / vnd ich kenne dich mit Nahmen. Vnd abermal ſpricht GOTTIere. 1. zum Jeremia: Ich kandte dich / ehe ich dich in Mutter Leibe bereitet hatte. Hieraus ſehen wir / daß der HERR ſeine Gerechten kennet / jhre Nahmen weiß / vnd wird von jhme kei - ner weg geriſſen noch verloren. Moͤchte aber jemand ſprechen vnd ſagen: Was hilfft michs / daß ich gewis weiß / daß GOTT die ſeinigen kennet / wann ich nicht ſol wiſſen / daß auch mein liebes Kind vnter der zahl der Gerechten iſt. Ja freylich / die jenigen koͤnnen nicht wiſ - ſen noch gewiß ſein / daß ſie vnd die jhrigen inder[9]der zahl der Gerechten ſein vnd eingeſchloſſen werden / die ſo Gottes Wort der Verheiſchung aus den Augen ſetzen / den Bund der Gnaden - tauffe verachten / oder auff etliche vnd præde - ſtinatos ziehen vnd deuten. Darumb wiltu wiſ - ſen / ob dein Kind in der zahl der Gerechten iſt / erſcheinet daraus.
Erſtlich / daß Chriſtus aller gleubigen iſtI. 1. Cor. 1. die Gerechtigkeit / wie Paulus bezeuget / Als er ſagt Gott der Vater hat Chriſtum Iheſum ge - macht zur Weißheit / zur Gerechtigkeit / zur Heiligung vnnd Erloͤſung. Nun haben wir auch mehr Zeugniſſe / daß die Kinder an Chri - ſtum gleuben / denn das Himmelreich iſt jhr. So iſt kundt vnd vnlaugbar / daß allein der Gleubigen das Himmelreich iſt. Iſt nun dem alſo / als folget daß die Kinder den Glauben haben / So bezeuget auch der Mund der War -Matt. 18. heit / daß ſie an jhn gleuben / vnd ſolches auch der Heilige Apoſtel Paulus beſtetiget / daß der1. Cor. 7. gleubigen Chriſten Kinder ſind heilig / Sind ſie dann heilig / ſo ſind ſie gewiß in der zahl der Gerechten Darumb O fromer Vater vnnd Mutter glenbe vnnd zweiffele nicht / daß dein Kind auch vnter den Gerechten iſt / Diß iſt vom erſten Zeugniß vnd Zeichen der Gerechten.
Ferner denander grund der Gleubigen iſt /II. welcher folget aus der Heiligen Tauffe / dann die Heilige Tauffe iſt ein Bund eines gutten Gewiſſens / wie Petrus der Heilige ApoſtelF iijbe -[10]1. Pet. 3.bezeuget / als er ſpricht: Er hat vns Selig ge - macht in der Tauffe / die durch jenes bedeutet iſt / nicht das abthun deß Vnflats im Fleiſch / Sondern der Bund eines gutten Gewiſſens. Vnnd Paulus der Apoſtel ſpricht an die Gala -Gal. 3. ter: Wie viel ewer getaufft ſind / haben Chri - ſtum angezogen. Vnd daß niemand zweiffele an dieſem Zeichen / damit wir verſiegelt ſein in der Heiligen Tauffe / ſpricht er ferner: AllhieIbidem. iſt kein Jude noch Grieche / hier iſt kein Knecht noch Freyer / hier iſt kein Mann noch Weib / denn jhr ſeyt allzumal in Chriſto Jeſu. So ſol ein gleubiger Chriſt aus dieſem allem inn ſeim Hertzẽ ſchlieſſen / vnd feſtiglich gleuben / daß ſein Kind in dem Bunde der Gerechten iſt / vnd iſt gewiß in der Huld Gottes / da alle Wieder - gebornen eingeſchloſſen / Dann Er hat vnsTit. 3. Selig gemacht durch das Bad der Wiederge - burt vnnd Ernewerung deß Heiligen Geiſtes / welchen Er außgegoſſen hat vber vns reich - lich durch Chriſtum Jeſum. Wie Paulus aber -Eph. 5. mals ſpricht: Er hat vns geheiliget vnd gerei - niget / durch das Waſſer bad im Wort. Da ha - ben wir ein Gezeugniß vnd warhafftiges Zei - chen / daß die Kinder vnter den Gerechten ſein / denn allhier haſtu Gottes Wort vnnd Verheiſ - ſung / vnd trotz denen geboten / die da die wuͤr - ckung der Heiligen Tauffe in ſo viel Zeit her - nach den Kindern zuſchreiben / oder gar in zwei - fel ziehen / oder nur auff etliche Kinder deuten /daß[11]daß ſie ſolche helle vnnd klare Schrifft herfuͤr bringen moͤchten / oder noch ein mahl jhnen Trotz gebotten / daß ſie die Kinder aus dem Reich Gottes ſtoſſen / in welches ſie Chriſtus auffnimmet. Vnd bezeuget daß das Reich Got - tes jhr ſey / wie Marci am 10. zu leſen / Vnd an - derswo der Wille deß Vaters im Him̃el nichtMatt. 18. iſt / daß jemand von dieſen kleinen verlohren werde. Wann du nun dieſes Wort Gottes leſ - ſeſt in deinem Hertzen wahr ſein / welches feſter ſtehet dann Himmel vnd Erden / Als kanſtu ſagen: Nun bin ich gewiß daß mein Kind war - hafftig durch Chriſti Blut inn der Tauffe ge - recht iſt worden. Vnd diß vom andern Zeugniß vnd Zeichen der Gerechten / folget das letzte der kuͤrtze halben.
Nun iſt das dritte Kennzeichen der Gerech -III. ten / ſie fliehen vnnd meiden die Weltliche Luſt / vnd befleiſſigen ſich der Gottſeligkeit / wie die Schrifft meldet: Gib dem Weiſen / ſo wird erPro. 9. weiſe werden: Lehre den Gerechten / ſo wird er in der Lehre zunehmen. Vnd ferner ſpricht er: Deß Gerechten Mund iſt ein lebendiger Bruñ. Vnd der Prophet Eſaias ſpricht: Der Gerech -Eſa. 26. ten Weg iſt ſchlecht / den Steg der Gerechten macheſtu richtig. Vnd der Koͤnigliche Pro -Pſal. 119. phet ſpricht: Wie ein Juͤngling vnſtraͤfflich ſei - nen Weg gehet / wann er ſich helt nach ſeinem Wort. Darumb Chriſtus ſchleuſt: Laſſet ewerMatt. 5. Liecht leuchten fuͤr den Leuten / daß ſie ewregute[12]gutte Werck ſehen / vnd ewren Vater im Him - mel preyſen. Wann nun die Eltern ſehen / daß jhre Kinder nach den Zehen Geboten Gottes jhnen folgen / von Gott anfangen die Furcht bey den Eltern / practiciren den Gehorſam / vnd an dem Neheſten volbringen die Liebe / So ha - ben ſie ein warhafftiges Zeichen / daß jhre Kinder ſein inn der Zahl der Gerechten durch Chriſtum Iheſum / der jhren Willen vnd Vol -Phil. 1. bringen heiliget vnd gerecht macht / Darge - gen aber ſagt Chriſtus Joh. am 3. Wer arges thut / der koͤmpt nicht an das Liecht / daß ſeine Werck nicht geſtrafft werden. Wolte GOtt daß die Alten wie auch die Ingendt ſpecimina veræ pietatis, nach der auſſage der Heiligen Schrifft heute erzeigeten / wie wir deſſen der Heiligen Schrifft Exempel haben / Jacob der fuͤrchte ſich daß er nicht deß Vatern Zorn erlangete / vnnd befleiſſiget ſich zugleich derGen. 27. Mutter zu gehorſamen / wie er ſpricht: Viel - leicht wird mich mein Vater begreiffen / vnnd wuͤrde fuͤr jhm geacht / als wenn ich jhn betrie - gen wolte / vnd brecht vber mich einen Fluch. Alſo der David der Sohn Iſai fuͤrchtet Gott / gehorſamet dem Vater / vnd zum Nutz ſeinem Neheſten gehet er wieder den mechtigen Go - liath / ob wol zwar ſeine Bruͤder jhme auffſe - tzig waren. Einen ſolchen Gehorſam erzeigt vnſer ChriſtKindlein / wie wir im nechſten Sontage gehoͤret haben. Aber ſo viel in derkuͤr -[13]kuͤrtze von den Kennzeichen der Gerechten.
Wie gehets dann den Gerechten[?]Diß be -III. Wie es jh - nen gehet[?] richtet vns der Geiſt der Warheit: Der Ge - rechte ſtirbet. Du Menſchenfreſſer / wie haſtu ſolche Gewalt erlanget / daß die Gerechten ſo plotz von dir weg gerafft werden. Wie haſtu dann ſolche Gewalt vberkommen. Daß auch die hoͤchſten Potentaten dir nicht wiederſtre - ben koͤnnen[?]Warumb nimpſtu nicht die Ty - rannen / die ſchreckliche vngehewre Thieren / vnd verwuͤſter deß Friedens / vnd deß wahren Gottesdienſtes[?]Du Menſchenfreſſer / warumb haſtu dich nicht dahin eingelaſſen zu denen / welche inn jhrer Noth nach dir geſeufftzet[?]Warumb haſtu den Gotteslaͤſterer lauffen laſ - ſen / oder den / der ſeinen Vater ſpottete / wieGen. 9. Cham / oder alles Hertzleid den Eltern ge - than / wie Eſau mit ſeinen Weibern / oder denGen. 26. Vater verfolgete wie Abſalon[?]Oder / du Men - ſchenfreſſer / warumb biſtu nicht eingefallen vnter einen hauffen Kinder in einer Kaluppen /2. Sam. 15. welche weder zu beiſſen noch zu brechen ha - ben / ſampt jhren Eltern[?]Oder haſtu nicht koͤnnen dahin raffen etliche verwaiſete Kinder / welche weder Vater noch Mutter haben[?]Oder einen armen Lazar / welcher viel Jahr kranck gelegen[?]Aber meine Geliebten diß alles iſt geſchehen aus dem willen deß Allerhoͤchſten / der nimpt den Sohn deß Davids bald nach2. Sam. 12. dem Bunde der Beſchneidung: Alſo nimptGGott[14]Gen. 4.Gott den gerechten Abel / leſt den Gottloſen Cain leben / Darumb ſpricht Gott bey demEſa. 26. Propheten Eſaia: Gehe mein Volck inn deine Kammer / vnnd ſchleus die Thuͤr nach dir zu. Eſa. 56.Vnd abermals: Der Gerechte kommet vmb / vnd niemand iſt / der es zu Hertzen nehme / vnd die Heiligen werden auffgerafft / vnd niemand achtet darauff / darumb daß dein Kind geſtor - ben iſt / ſo iſts geſchehen nach dem willen deß HErren / nicht aus Zorn / ſondern aus Gna - den / dann er hat wollen dein Vngluͤck (da er viel dargegen leben leſt) wegnehmen / wie ge - ſagt iſt worden. So viel von dem erſten Theil.
WAs moͤgen denn fuͤr vrſachen ſein / daß Gott mit den frommen vnd gleubigen Kindern aus dieſer Welt eilet[?]Derſel - ben erzehlet allhier der Spruch der Weißheit /I. vnd ſaget / Erſte Vrſache ſey / Er gefelt GOtt.
Woher hat dann Gott einen ſolchen wol -Tit. 3. gefallen an vns[?]Freylich nicht nach vnſern Wercken / die wir gethan hetten / ſeind daß wirLuc. 17. vntuͤchtig ſein zu allem gutten / Vnd wenn wir gleich alles gethan hetten / alle die Wercke die wir ſchuldig ſein / ſo bleiben wir doch vnnuͤtze Knechte / wie Chriſtus bezeugt / Luc. 17. DannGen. 6. & 8. wir durch Adams Fall ſeind gantz verderbet / daß all vnſer Thun / Tichten vnnd Trachtenſeind[15]ſeind boͤß von Jugend auff / wie GOTT ſpricht in dem erſten Buch Moſe am 6. vnd achten Ca - pitel. Vnd abermal bezeugt Eſaias / daß all vn -Eſa. 64. ſer Gerechtigkeit nichts anders iſt / als ein Kleid eines vnreinen Weibes / So hat er auch nicht an vns einen gefallen vmb der anſehung der Perſonen / Sondern diß wolgefallen hatAct. 10. GOTT zu vns vmb deß Glaubens willen / wel - chen wir haben an ſeinem Eingebornen Soh - ne Iheſum Chriſtum / an dem hat GOTT ei - nen gefallen / vnd an allen die an jhn gleuben.
Wo nun der Glaube nicht iſt an den Einge - bornen Son Gottes / da kan auch keinẽ wolge - fallen Gott an den Vngleubigen haben / dannM[i]r. 16. es heiſt / Wer nicht gleubet / der wird verdampt. Vnd aber mal Joh. 3. Wer nicht gleubet / der iſt ſchon gerichtet / denn er gleubet nicht an den eingebornen Sohn Gottes.
Vnd an die Roͤmer am 14. bezeugt Paulus /Rom. 14. Was nicht aus dem Glauben gehet / das iſt Suͤnde. Vnd abermahls an die Hebr. 11. OhneHebr. 11. Glauben vnmoͤglich iſt Gott zu gefallen. Die - weil dann dein Kind gleubet / wie oben bewie - ſen iſt worden: So folget daß der Ewige GOtt vnnd Vater an deinem Kinde einen gnaͤdigen wolgefallen hat / dieweil auch die HimliſchenMatt. 18. Fuͤrſten auff dein Kind wartẽ / vnd ſeind dienſt -Heb. 1. bare Geiſter derer die da Erben das Himmel - reich. Iſt nun deme alſo / als eilet Er mit jhme aus dieſem Jammerthal / da nichts dann muͤheG ijiſt[16]iſt vberal / vnnd zwar aus ſonderm gefallen / Gleich wie ein Gaͤrtner / welcher wann er ſihet / ein luſtiges Baͤnmlein / hebet er daſſelbe aus / vñ verſetzt es an ein andern beſſern vñ luſtigern Ort: Alſo der Ewige Vater hat auch einen wolgefallen an deinem Kinde / hebt daſſelbe aus / vnd verſetzt es in den luſtigen Garten deß Paradiſes / Warumb wolt jhr euch dann kuͤm - mern vmb die Ewigen / weil GOtt vmb dieſel - ben ſich gekuͤmmert / weil Er ſie bereitet hat inn dem Leibe jhrer Mutter: Vnd habt jhr an ew - ren Kindern ein wolgefallen / ſo tregt GOTT noch ein groͤſſers vber jhnen: Wann dein Kind ſolche Gnade / vnd ein ſolchen wolgefallen bey einem Fuͤrſten hette / daß er daſſelbe an ſtadt ſei - nes Sohnes auffnehme / vnd fuͤr das ſeine hiel - te / Wuͤrdeſtu auch alſo vnbeſonnen ſein / dein Kind aus deß Fuͤrſtẽ Haͤndẽ reiſſen / zũ Schloß hinauſſer mit demſelben eilẽ / vnd in dem Baw - felliges Huͤttlein mit jhm eilen: Trawen nein / So wirſtu viel mehr Gott dem Vater dein Kind laſſen in ſeinem gnaͤdigen wolgefallen. Sol - chen gefallen hat GOTT gehabt von anbe - gin: Sihe der Iſmael weinet in der Wuͤſten / von der Mutter verlaſſen / Wie ſchickt GOTTGen. 21. ſeinen Engel zu der Agar / daß ſie ſich deß Kin - des annehmen ſol / vnd daſſelbige nehren / Vnd zu Ninivæ hatte Gott mehr acht auff die Kin - der / welche Er bald zehlet / daß derſelben iſtIon. 3. 124000. Vnd vmb derſelben ſchonet Er der Al -ten /[17]ten / vnd der gantzen Stadt. Ein ſolch gefal - len Gott hatte an deß Koͤniges Sohne deß Je - roboam / daß er denſelben weg nimpt / daß1. Reg. 14 nicht ſeinen Leib vnnd Coͤrper die Hunde freſ - ſen / oder die Vogel vertriegen. Ein ſolch ge - fallen trug GOtt an dem Soͤhnlein Davids /2. Sam. 12 obs gleich inn ſchrecklicher Suͤnde deß Ehe - bruchs empfangen ward. Diß von der erſten Vrſach.
Die andere vrſach iſt / vnd wird erzehlet all -II. hier: Er rafft jhn hinweg / dann er iſt jhm lieb. O der vnausſprechlichen Liebe GOttes / wie hat Er vns doch ſo lieb / daß jhme auch das Hertz bricht / daß er ſich vnſer vnnd der vnſern erbarmen wil / Jer. 31. O du guͤtiger GOtt / was hat es dich darzu bewogen / daß du vns armen Menſchen / die wir doch deiner Liebe viel weni - ger wuͤrdig ſein / denn daß wir ſie mit vnſern Wercken verſchulden ſolten / vnd was hat doch dein Kind hierzu gethan / daß es Gott ſo hoch geliebet hat / Johan. 3. Alſo hat GOTT die Welt geliebet. Vnd anderswo ſpricht GOTT: Ich hab dich je vnnd je geliebet / darumb habIer. 31: ich dich zu mir gezogen / aus lauter Guͤte. So mercke liebe Seele / du betruͤbter Vater / vnnd weinende Mutter / was du doch fuͤr einen Trewen Liebhaber haſt / daß Er nicht allein dich / ſondern auch dein liebes Kind geliebet hat / Dieſer iſt der rechte Vater / wir Eltern ſeind nur vnſerer Kinder wie die Stieffvaͤter / dasG iijmuſtu[18]muſtu ſelber bezeugen / dann du lehreſt dein Kind beten / Vater vnſer der du biſt im Him - mel / Hiermit gibſtu ein Zeugniß / daß jhr rech - ter Vater iſt im Him̃el / daher Paulus ſchleuſt:2. Cor. 6. Ich wil euch annehmen / vnd ewer Vater ſein / vnd jhr ſolt meine Soͤhne vnnd Toͤchter ſein / ſpricht der Allmechtige GOTT. Vnd an dieEph. 2. Eph. 2. Aber Gott der da reich iſt von Barm - hertzigkeit / durch ſeine groſſe Liebe / damit Er vns geliebet hat / Da wir noch Todt waren in den Suͤnden / hat Er vns ſampt Chriſto leben - dig gemacht. Wann du deinen Sohn einem gutten Freunde auff zwey oder drey Jahr ge - beſt / haſtu nicht macht denſelben wieder zu nehmen / Vornemlich wann du ſehen moͤchteſt / daß es nicht mit deines Sohnes Nutze iſt: Ach weiß denn nicht GOTT was ſeinen Soͤhnen vnd Toͤchtern vor Gefahr vorſtehet / wie ſolt Er ſie nicht wieder zu ſich fordern: Vnd aus Lieb dieſelben nehmen / die Er dir vertrawet.
Darumb ob wol dein Kind in Suͤnden em - pfangen vnd geboren / ſo iſt es doch in der vn - ausſprechlichen Liebe Gottes deß Vaters / vmb deß Heylandes Iheſu Chriſti / Daher abermalRom. 8. Paulus trotzet wieder den Todt / Teuffel / Hell vnnd Helliſch Geſind / Wer wil vns ſcheiden von der Liebe Gottes / Truͤbſal oder Angſt / oder Verfolgung / oder Hunger / ꝛc. Ja mitten im Tode bleiben wir von ſeiner Liebe vnge -ſchei -[19]ſcheidet. Diß ſey die andere Vrſache / warumb Gott die ſeinen weg nimmet.
Die Dritte Vrſache / daß Er ſie bringet zur Ruhe / Dañ es ſpricht dieſer verleſene Spruch: Iſt er doch in der Ruhe / Gott gleichet ſich ei - ner Trewen Mutter / oder einem Trewen Me - dico: Wann ſie fuͤr jhnen haben einen Patien - ten / wie befleiſſigen ſie ſich / daß ſie denſelben zur Ruhe / vnd in einen Schlaff bringen. Was thut Gott anders mit ſeinen Gerechten / die Er ſelbeſt gerecht macht / an denen Er einen Wol - gefallen hat / vnnd ſie liebet / Denn wenn ſie kranck vnnd matt ſein / das er ſie bringet zur Ruhe / vnd was ſol man ſagen / Ein Patient wann er kranck iſt / wo iſt er am liebſten / dann in der Ruhe. Alſo bringet Gott dein Kind zu der Ruhe / wie jtzo ruhen Baͤume vnd Kraͤuter / als wenn alles an jhnen Todt were / Aber wenn die zeit deß Fruͤlings koͤmpt / wie gar loͤblich werden ſie auffwachen. Alſo dein Kind ru - het auch ein weile / Es wird aber wenn der froͤ - liche Fruͤling / die Zukunfft Chriſti kompt / ſo werden dieſe Todten Gerippe gruͤnen vnnd le - ben. Darumb bedencke in was Kummer vnd Vnruhe iſt dein Kind geweſt. Es iſt wie ein Pilgram der ſich ſehnet auff die Herberge zur Ruhe / Dann wir ſeind die Pilgram auff dieſerPſal. 39 Erden / vnd in voller Vnruhe / Wie der gedulti -Hiob 14. ge Job bezeuget / Daher ſinget die Kirche Got - tes aus dem 90. Pſalm: Ach wie Elend iſt vnſerZeit /[20]Zeit / allhier auff dieſer Erden / Gar bald der Menſch darnider leidt / Wir muͤſſen alle ſterben / Allhie in dieſem Jammerthal / Iſt Muͤhe vnnd Arbeit vberall / Auch wenn dirs wolgelinge. Diß iſt aber die Dritte Vrſache / warumb Gott ſeine Gerechten weg raffen vnd ſterben leſt vor der Zeit / daß er ſie zur Ruhe bringe.
ES moͤchte aber jemand ſagen / Ja wer gleubets / daß der Kinder abſterben / vnd zu foͤrderſt / wann frome Kinder weg ge - rafft werden / ſolche Schmertzen erregen ſol - ten: Tu ſi hic eſſes, aliter ſentires, ſagt einer / Wo kan das Vaͤterliche vnd Muͤtterliche Hertz von dem Weinen ablaſſen / dann die Kinder gehen von Hertzen / auch wieder zu Hertzen ſteigen ſie / ja gewiß der kan nicht gleuben / wie die El - tern ſchmertzlichen leiden / wer es nicht ver - ſucht hat. Auch die jenigen haben viel zu thun / dieſe hertzliche Schmertzen zu leſchen /Gen. 37. ob ſie auch gleich Gottes Wort haben / wie wir ſolches ſehen an dem Patriarchen Jacob / da eilff Soͤhne fuͤr jhm ſtehen / vnd jhn troͤſten / noch ſchmertzet mehr der vermeinte verſtorbe - ne / vnd von Thieren zuriſſene Joſeph. Dar -umb[21]rumb weinend zureiſt er ſeine Kleider / Alſo ein Pelican zureiſt ſeine Bruſt vber ſeinen Jungen / welche getoͤdtet worden / Darumb wieder ſol - che Schmertzen laſt vns in dem verleſenen Text den rechten Troſt ſuchen vnd anhoͤren.
Vnd diß iſt der rechte Troſt / das der heili -I. Transla - tus est. ge Geiſt ſpricht: Er wird hinweg genommen aus dem Leben vnter den Suͤndern.
Was iſt das Leben aller Menſchen / Iſt nicht alles Suͤnde / denn alles Tichten vnndGen. 6. Trachten der Menſchen iſt boͤß von Jugendt auff. Vnnd gewiß der Gerechten iſt wenig im Lande / Ja der Gerechte iſt wie ein Lilien vnterCant. 22. den Doͤrnen. Vnd der Prophet Micheas derMich. 7. ſagt: Der beſte vnter jhnen iſt wie ein Dorn / vnd der redlichſte wie eine Hecke / Ach frome Seele / beſihe obs nicht heute ſo zugehet / wie Micheas ſagt vnd klagt / Daß auch der Geiſt Gottes ſagt eben durch dieſen Propheten: DerIbidem. fromen Leute iſt wenig im Lande / vnd der Ge - rechten ſind nicht mehr vnter den Leuten / Sie lauren alle auffs Blut / ein jeder jagt den an - dern / auff das er jhn verderbe: Vnd meinen ſie thun wol daran / wenn ſie boͤſes thun. Was der Fuͤrſt wil / das wil der Richter / daß er jhme ein Dienſt thun ſol / die Gewaltigen rathen nach jhrem mutwillen Schaden zu thun / vnd drehens wie ſie wollen. Ach ſehet vnd betrach - tet / ob nicht vber dieſem Zuſtande faſt in allenHKoͤ -[22]Koͤnigreichen vnnd Fuͤrſtenthuͤmern geklaget wird / biß in den Himmel. Wie muß mancher hoͤrend nicht hoͤren / wann er ſitzt bey man - chem Rahtſchlag: Da koͤmpt nun Gott / wann er ſihet / daß manche Ingenia moͤchten zwiſchen ſolchen Dornen erſticken vnd vergehen / Rafft ſie Gott / vnd bewahret dein Kind fuͤr ſolchem vngluͤcklichen Verderb / vnnd nimpt ſie aus der Gottloſen mittel / Dann ſihe / wann dein Kind in der jrre ſolte gehen / vnnd vnter die Raͤuber kommen vnd gerahten / wenn aber jemand kaͤ - me der jhn davon abhielte vnd bewahrete / wuͤr - deſtu nicht fro daruͤber ſein / darumb weil dann dieſe Zeit eine boͤſe Zeit iſt / vnd aber Gott dein Kind bewahret / wie ſol dann dein Hertz nicht fro vnd zu frieden ſein / weil dein Kind dir be - wahret wird fuͤr der verderblichen menge der Suͤnder. Darumb ſpricht Gott: Gehe mein Volck in dein Kaͤmmerlein / verſchleuß die Thuͤr hinter dir zu / biß mein Grim̃ vergeht. O wel - chem Vngluͤck iſt dein Kind entgangen / vnnd ſolteſtu ſo lange leben / du wuͤrdeſt GOtt dan - cken / daß Er dir denſelben inn der Arca der Gnaden / wie zur Zeit der Suͤndflut erhalten hat / Vnd ſo viel von dem erſten Troſt.
Der ander Troſt iſt / daß der Spruch ſaget: Raptus eſt, Er iſt hingeruckt. Es braucht all - hier der heilige Geiſt einer ſonderlichen art / der Rede / das er ſpricht / raptus eſt. Vnd zeuget diß Wort ein Notwendigkeit / dann wie ein Va -ter /[23]ter / wann er ſihet / daß ſein Sohn in gefahr ſtehet / wil eine Wand abreiſſen / oder ein Aſt von einem Baume abfallen / reiſt er den Sohn hinweg aus der gefahr / Alſo thut der Allmech - tige Gott dein Kind aus der gefahr hinweg zu rucken vnd zu reiſſen / Wie wir ſehen in dem erſten Buch Moyſis im gleichen Exempel / Da Loth verzog zu Sodoma / haben die EngelGen. 19. Gottes denſelben ſampt ſeinem Weib vnd bey - den Toͤchtern bey der Hand erwuſcht / dieſel - ben mit zur Stadt hinaus geeilet. Alſo ſpricht Chriſtus zu Paulo: Eile / vnd mache dich auffAct. 22. behend von Jeruſalem hinaus: Da Paulus in groſſer gefahr geſtanden / darumb eilet GOtt mit den ſeinigen aus dieſer argen Welt / wie mit dem Soͤhnlein deß Gottloſen Koͤniges Jero - boam. Was wiltu weinender Vater oder Mut -1. Reg. 1. ter klagen / haſtu nicht gehoͤrt daß eine Zeit wird kommen / daß man die fuͤr Selig preyſen wird / welche weder ſchwanger noch geborenMatt. 24. haben: Dagegen wehe denſelben ſpricht Chri - ſtus ſelbeſt: O wie mancherley Vngluͤck ſtehen fuͤr der Thuͤr / welche GOtt bewegen daß Er mit den ſeinigen eilet / vnd viel Ingend hinweg raffet / vnnd erzehlet ſonderlich zwo Vrſachen / warumb Er die Gerechten hinweg rucket / diß zu Troſt vnd jhnen zum beſten gereicht.
Die eine Vrſach ſpricht Er / Daß die Boß -I. heit ſeinen Verſtandt nicht verkehre / Wie gar viel Menſchen verkehren jhre Sinne durchH ijBoß -[24]Boßheit / leidige Hoffart / Suͤndt / Schand vnd Laſter / Diß ſehen wir wie die erſte Welt verkehret war durch boͤſe Exempel der Caini - ten / daruͤber klagt Gott ſelbeſt / ſprechend: DaGen. 6. ſahen die Kinder Gottes nach den Toͤchtern der Menſchen / daß ſie ſchoͤn waren / vnd namen ſie zu Weibern / welche ſie wolten: Jacob derGen. 34. heilige Patriarche vnd ſein Ehliches Weib / ſie waren beyde Ehrlicher Leute Kinder / vnd bey - de Tugendhafft. Was geſchicht aber: Zeugen eine Tochter Dinam, welche ſie zogen zu aller Tugendt / Aber durch boͤſe Exempel vnnd rei - tzende Luſt fiel ſie in Suͤnd / Schand vnd Laſter. Eli war ein Hoherprieſter / worzu gerathen aber ſeine Soͤhne[?]David war ein Man nach dem Herren / noch erlebt er an der Thamar ei - ne Schande: Gewiß dieſe alle wann ſie hetten wehlen ſollen / ſie hetten lieber jhre Kinder zum Grabe ſehen tragen / dann dieſelben mit geſun - dem Leibe fuͤr jhnen ſehen ſtehen / Heute wie werden doch ehrlicher Leute Kinder verder - bet durch boͤſe Exempel / Heute eines ehrlichen Vatern Kind ein Schleſier ſihet einen Außlaͤn - der in ſonderer Tracht / derſelbe felt auff die Tracht / wil bald Spaniſch / Frantzoͤſiſch / oder in anderm Muſter herfuͤr eingehen / vnnd ſihet nicht auff das Ehrliche Kleid ſeiner Vorfah - ren / vnd ſeind rechte Polypi, daß ſie eingehen an mancherley ort an jhren Fuͤſſen. Vorzeiten welche Zierde iſt geweſt vnter den FrawenBil -[25]Bildern / jetzo aber iſt eine Tracht vnter jhnen / daß ſie auch einen kuͤhnen Heldt fuͤr ſeinem Feinde in freyem Felde / im Walde / vnnd zu Nacht ſampt ſeinem Klepper mit jhrer Pracht verjagen moͤchten. Vnd ſolche boͤſe art der ſeltzamẽ Kleidung iſt nicht allein gemein vnter denen vom Adel / ſondern auch wiſſen ſie auffzu - fuͤhren der Prieſter vnd Lehrer Kinder / Buͤr - gers vnd manches Bauren Kind / vnd wann einer nach Tugendt / ehrbarn Kleidern ſtrebet / Ach wie wird er ſo veracht / daß man auch kei - ne gemeinſchafft mit jhme haben wil. Ja wol / er muß manches Schimpffwort hoͤren / vnnd das meine ich daß es die rechte Boßheit iſt / welche der heilige Geiſt allhier nennet / welcher Gott wiederſtrebet / vnd zu ſtraffen draͤuwet / Darumb du weiſſeſt nicht / ob dein Kind durch dieſe Boßheit der Hoffart verfuͤhrt moͤchte worden ſein: Darumb nimpt der HERR die Jugendt jhnen zum beſten von dannen. Diß wenn du betrachten wolteſt / ſo wuͤrdeſtu ſa - gen / vnd ſprechen: Hilff Gott / welcheBoßheit iſt heute zu Tage / vmb welcher willen muß vnd wil Gott die Welt ſtraffen / wie er draͤwet Eſa. Eſa. 14.14. Wie biſtu vom Himmel gefallen du ſchoͤner Morgenſtern / wie biſtu zur Erden gefallen: Vnnd Maria die werde heiligſte Jungfraw ſagt vnd ſpricht: Der HERR zerſtrewet dieLuc. 1. Hoffertig ſein in jhres Hertzen Sinn. Vnd Petrus ſaget / daß Gott wiederſtrebet den Hof -H iijfer -[26]fertigen / aber den Demuͤtigen iſt Er holdt. Ach fuͤr ſolcher eingefallener Boßheit / hat GOtt hinweg auch dein Kind / oder auch wol die dei - nigen weggerafft vnd hingeruckt / was wiltu denn Trawren ſo ſehr / weil Gott es fuͤr ſolcher Boßheit der argen Welt hingeruckt hat. Denn du kanſt ſagen: Weil die Boßheit ſo groß iſt in der Welt / vmb welcher willen die Welt wird zu Drummern gehen / So hat nun Gott wol ge - than / weil Er mein Kind hinweg gerafft hat fuͤr ſolchem Vngluͤck. Nun ſetzt er noch eine vr - ſache / vnd ſpricht: Falſche Lehre ſeine Seele nicht betriege.
Vorhin hat der Heilige Geiſt den Ver - ſtandt vnd Sinn der Menſchen angeſehen / aber allhier erzehlt Er den hoͤchſten Schadẽ / Nem - lich der Seelen Schaden. Moͤchte jemand ſagen: Iſt dann ein vnterſcheid zwiſchen dem Verderb deß Verſtandes vnd der Seelen[?]Ja freylich / in der Suͤndfluth ſeind viel Tauſendt Menſchen verderbt / vmb der Boßheit willen / aber an der Seelen ſeind jhr viel nicht verdor - ben: In der Wuͤſten ſeind von den 600000. am Leib alle geſtorben / vnd geſtrafft / aber an der Seelen ſeind vnverletzt blieben: Alſo auch all - hier macht der Heilige Geiſt einẽ Vnterſcheid / das Verderben draͤwet dem Leibe / wie denen zuGen. 34. Sichem geſchach / Aber allhier draͤwet der H. Geiſt der Seelen das Verderben. Vnd ob wol zwar alle Suͤnde der Vngleubigen VerderbenLeib[27]Leib vnd Seel / So hat doch die Suͤnde in den Wieder gebornen vnnd Gleubigen die Krafft vnnd Wirckung nicht / darumb kan auch vmb vnſer Suͤnde willen all Vngluͤck deß Leibes kommen / aber die Seele mus vnangetaſtet blei - ben / Daher ſpricht Chriſtus: Fuͤrchtet euchMatt. 10. nicht fuͤr denen / die den Leib toͤdten moͤgen / Fuͤrchtet euch aber fuͤr dem / der beyde Leib vnd Seel verderben mag: Daher auch der Mann Gottes Lutherus recht die Chriſtliche Kirche hat lernen ſingen: Nehmen ſie vns den Leib / Gutt / Ehr / Kind vnd Weib / laß fahren dahin / ſie haben keinen Gewinn / das Reich Gottes mus vns doch bleiben: Was mag dann die Seele verderben / davor vns der heilige Geiſt warnet: Derſelbe Moͤrder iſt die falſche Leh - re / Darumb die Leute ſo da ſagen / Man ſol die falſchen Lehrer nicht mit ſcharffen Worten angreiffen: Aber ſolche Leute wollen den Teuf - fel nicht erzuͤrnen / vnnd jhme zu nahend nicht graſen laſſen: Alſo auch die jenigen welche vor - geben / Man gleubet was man gleubet / ſo kan man doch ſelig werden: Wann diß gelten vnnd wahr ſein ſolte / So hette der Spruch der Weiß - heit falſch geredt / Falſche Lehre ſeine Seele nicht betriege: So hette auch Chriſtus ver - geblich ſeine Trewe Warnung gethan: HuͤtetMatth. 8. euch fuͤr den falſchen Propheten. Vnd anders - wo: Huͤtet euch fuͤr dem Sawerteig derMatt. 16. Schrifftgelehrten vnd Phariſeer. Vnd Pau -lus[28]Gal. 5.lus hette ſchrecklich wieder die Chriſtliche Lie - be geſtrauchelt / da er ſpricht an die Galater: Wolte Gott daß ausgerottet wuͤrden / die euch verfuͤhren: Darumb die falſche Lehre ſollen nicht allein die Eltern fliehen / als den Seelen Moͤrder / ſondern auch jhre Oelpflaͤntzlein dar - fuͤr warnen / vnd jhnen denſelben Moͤrder von Jugend auff anzeigen vnd weiſen. O Menſch bedencke / was wuͤrdeſtu von dem Vater hal - ten / deme ein Ochſe in eine Grube fallen moͤch - te / vnd zugleich auch ſein Sohn / vnd er wolte dem Ochſen helffen / vnnd das Kind verderben laſſen / Ach leider das ſein die Eltern / welche Vntrew werden an jhren Kindern / wann ſie dieſelben in der falſchen Lehre aufferziehen vnd auff wachſen laſſen. Weil aber offt die Eltern das jhre thun / vnd aber der Teuffel ſich vnter - ſtehet durch ſeine Schupen frome Kinder von dem rechten Wege zu bringen / ſchreitet GOtt ins Mittel / vnd bewahret dieſelben inn ſeinem wahren Erkentnuͤß / vnd in der ſeligen Einfalt deß Carechiſmi: So haſtu O frome Seele aber - mal einen Troſt / das gewiß Gott dein Kindt fuͤr dem Seelen Verderber hat erhalten / vnnd dir zu Troſt daſſelbe verberget / biß an jenen groſſen Tag der Offenbahrung vnſers Herrn Iheſu Chriſti / der ſich zu dem gleubigen Kinde fuͤr ſeinem Himliſchen Vater bekennen wird. Da ſol dann dein Hertz ſich frewen mehr denn Jacobi deß Patriarchen / als er ſeinen Sohnden[29]den Joſeph ſahe lebendig in Egypten[.]Diß von dem andern Troſt.
Den Dritten Troſt ſollen die Eltern ſchoͤ -III. pffen aus dieſen Worten / als die Weißheit ſpricht: Er iſt bald volkommen worden / vnnd hat viel Jahr erfuͤllet. Erſtlich wenn ein Thier abnimpt / ſo wirds vnvolkommen: Vnd vnſer Leben iſt gantz vnvolkommen / alhier auff die - ſer Erden / Dann es heiſt: Vix vivimus, viventes quotidiè morimur: Aber dort wird das volkom - mene Leben ſein / wann wir bey dem HErren in Ewigkeit ſein vnd bleiben werden / 1. Theſ. 4. Beſihe mit welcher wartung haſtu dein Kind aufferzogen / vnd doch viel Kranckheit hat auß - ſtehen muͤſſen: Nun hat auffgehoͤrt alles we - he / jetzt lebt es in volkommenem Leben bey dir O Chriſts / darumb leſt mancher ſein Kind ſtu - dieren / daß ein volkommener Menſch aus jhm werden moͤchte / Fuͤr den Menſchen mags et - was ſein / aber fuͤr Gott wie ſeind alle Klugen / Hochverſtendigen vnd Gelahrten auſſer Chri - ſto gar nichts / ja wann Gottes Wort anfaͤngt zu reden / ſo ſein ſie Puri A B C darii, da muſtu ge - wiß ein Diſcipulus ſein / aber der Heilige Geiſt in Chriſti Schul iſt der Magiſter, Daher der H. Mann Gottes Lutherus wol vnd Chriſtlich ge - ſagt hat: Maneamus Diſcipuli & relinquamus Magiſterium Spiritui ſancto. Vnd Paulus an die Corinther / 1. Cor. 13. ſagt: Vnſer wiſſen iſt ſtuͤckwerck / wenn aber kommen wird das vol -Jkom -[30]kommene / als denn wird das flickwerck auffhoͤren / Darumb ſo haſtu abermahl den Troſt / daß dein Kind gewiß in die hoͤchſte A - cademiam iſt kommen / ſihet vnd hoͤret vnauß - ſprechliche Worte / welche auff Erden weder ein Philoſophus / weder der hoͤchſte Academicus niemals gehoͤret / noch in ſein Sinn kom̃en iſt. O Chriſten Seele / Sihe / wann du von deinem Sohne etlich Jahr nichts gehoͤrt hetteſt / vnd keme an dich ein Schreiben / dein Sohn were zu Athen oder ſonſten an einem vornehmen Or - te der vornembſte diſputator, du wuͤrdeſt inn deinen Gedancken erfrewet / vnd gleich leben - dig. Was wiltu minder von deinem Kinde an - dere Gedancken machen / du wirſt jhn etlich Jahr nicht ſehen / Aber derweil iſt er volkom - men worden / in der hoͤchſten Academia fuͤr dem Throne Gottes / wann du als deme gleubeſt / welcher Troſt kan dir doch mehr ſein / denn daß dein Kind zu der Himliſchen Wuͤrden kom - men ſey.
Zuletzt ſpricht das Buch der Weißheit: Er hat viel Jahr erfuͤllt / was fuͤr Jahre wil der Heilige Geiſt allhier verſtanden haben: Wann der Menſch nur etlich Jahr erfuͤlt hat / vnd in bluͤhender Jugend dahin ſtirbet / wie kan der viel Jahr erfuͤlt haben: Allhier muͤſſen wir ler - nen deß Heiligen Geiſtes Sprache erkennen / Dann wie ſolche Studenten die in die hoͤchſte Schul ziehen / nicht jrrdiſch ſein / alſo jhre Jahrnicht[31]nicht auff Mathematiſche weiſe ſollen wir ver - ſtehen / dann viel ſind alt / haben viel Jahr zu - bracht / aber in Gottes ſachen ſeind ſie Narren / vnd geringer dann heute in den Schulen / die da leſen lernen / Dann es heiſt vnd iſt wahr:
‘Si Chriſtum diſcis, nihil eſt ſi cætera neſcis, Si Chriſtum neſcis, nihil eſt ſi cætera diſcis. ’ ()O welch ein hohes Alter haben heute vnſere Kinder durch Gottes Gnad erlangt / wann ſie nur den einfeltigen Catechiſmum Lutheri er - lernet / vnd glauben demſelben / dann ſie ſeind viel gelehrter als jemals ein Baͤpſtiſcher Do - ctor, vnd der gelehrteſte Wieder Chriſt inn der gantzen Welt: So hat er auch gluͤckſelig ſeine Jahr erfuͤlt / wann er im Glauben biß ans En - de beharret / dann ſolchen iſt die Kron der Ewi - gen Seligkeit bereitet / 2. Tim. 4. Wie ſol ſich dann dein Hertz nicht frewen / weil dein Kind auch jhre Jahr in Chriſti Iheſu Erkentniß biß an ſein Ende zugebracht. Vnd Apoc. 2. ſpricht der Lebendige: Sey getrew biß ans Ende / So wil ich dir die Kron deß Lebens geben / welche vns allen Chriſtus auffſetzen wolle / Dem ſey Lob vnd Preiß in Ewigkeit / Amen A. A.
BElangendt nun der in Gott ſeeliglichen eingeſchlaffenen Adelichen Leichen / her -J ijkom -[32]kommen Standt vnd erreichten Jahre / in die - ſer Welt Lebens vnd ſeligen Abſterbens. So iſt dieſer Adeliche Juͤngling aus vhraltem Herren vnd wol Adelicher Ankunfft vnd Ge - ſchlechtẽn im Jahr 1605. den 28. Januar. in dieſe Welt geboren.
Sein Herr Vater iſt der Edle / Wolehren - veſte vnd Hochbenampte Herr Friedrich von Gellhorn vnd Petterßdorff / Erb vns Lehns - herr zu Jacobin vnd Kunnert.
Seines Herren Vatern Vatern Fraw Mutter iſt geweſen eine gebohrne Senitzen / aus dem Hauſe Rudelßdorff / im Streliſchen Weichbilde gelegen.
Seines Herren Vater / Vatern Vatern Fraw Mutter iſt geweſen eine geborne Borſch - nitzen / aus dem Hauſe Hangßdorff / im Grot - kawiſchen gelegen.
Seines Herren Vatern Vatern Fraw Mutter Mutter eine geborne Reibnitzen / aus dem Gauſe Kittel / im Nimtzſchiſchen Weich - bilde gelegen.
Seines Herren Vatern Fraw Mutter iſt geweſen eine geborne Zedlitzen / aus dem Hau - ſe Petergaw / im Nimtzſchiſchen Weichbilde gelegen.
Sei -[33]Seines Herrẽ Vatern Fraw Mutter Va -6. tern Mutter iſt geweſen eine geborne Heidin / aus dem Hauſe Seifferßdorff im Reichenba - chiſchen Weichbilde gelegen.
Seines Herren Vatern Fraw Mutter7. Mutter iſt geweſen eine geborne Tzeſchen / aus dem Hauſe Keippitz / im Streliſchen Weichbil - de gelegen.
Seines Herren Vatern Fraw Mutter8. Vatern Mutter Mutter iſt geweſen eine ge - borne Login / aus dem Hauſe Altendorff / im Reichenbachiſchen Weichbilde gelegen.
Seine Fraw Mutter iſt die auch Edle / viel -9. Ehrentugendtreiche Fraw Eva / geborne von Sebottendorffin / aus dem Hauſe Hentzen - dorff im Muͤnſterbergiſchen Fuͤrſtenthumb gelegen.
Seiner Fraw Mutter Herren Vatern Fraw10. Mutter iſt geweſen eine geborne Panwitzen / aus dem Hauſe Mechwitz / im Brigiſchen Fuͤr - ſtenthumb gelegen.
Seiner Fraw Mutter Herren Vatern11. Vater Fraw Mutter iſt geweſen eine gebor - ne Sitſchin / aus dem Hauſe Stibendorff / im Ottmachaiſchen gelegen.
Seiner Fraw Mutter Herren Vatern12.J iijFraw[34]Fraw Mutter Mutter iſt geweſen eine gebor - ne Ottweinin / aus dem Hauſe Ziegenhalß / im Neiſſiſchen gelegen.
Seiner Fraw Mutter Fraw Mutter iſt geweſen eine geborne Biſchoff heimen / aus dem Hauſe Eiſenbergk / im Streliſchen Weichbilde gelegen.
Seiner Fraw Mutter Fraw Mutter Va - tern Mutter iſt geweſen / eine geborne Reide - burgin / aus Muͤnſterbergk.
Seiner Fraw Mutter Fraw Mutter Mut - ter iſt geweſen eine geborne Parchwitzen / Her - ren Standes / aus dem Hauſe Schilleperck / im Muͤnſterbergiſchen gelegen.
Seiner Fraw Mutter Fraw Mutter Va - tern Mutter Mutter / iſt geweſen eine geborne Schaffkutſchen vom Newenhauſe / im Schweid - niſchen Fuͤrſtenthumb angelegen.
Diß ſeind die 16. Ahnen / vnd hochloͤblichen Adelichen Herkommen dieſer Adelichen Leichen: Nun ſehen wir ferner / wie dieſe Chriſt - liche vnd gewiß inn Warheit hoffende ſeelige Leiche ſeines Herkommens aus Herren vnnd Adel Standes / iſt mit Blumen vnd Krentzlein gezieret / ja auff ſein Haͤupt iſt ein ſchoͤnes Kraͤntzlein geſetzt worden. Aber dieſe Blumenvnd[35]vñ Kraͤntzlein ſehẽ wir heute vnd ferner nim̃er - mehr / ſein Gedaͤchtnuͤß aber ſol bleiben / Vnd iſt leichter 2. oder 3. Leichpredigten einem Gott - fuͤrchtigen zu thun / dann von einem Gottloſen ein wort auffzubringen. Weil dann der Heilige Geiſt ſagt: Laſt vns loben die beruͤhmbten imSyr. 45. Lande / dann jhr Gedaͤchtnuͤß gruͤnet jmmer daSyr. 26. ſie liegen / ſpricht Syrach. Vnd der weiſe Mann Salomon ſagt: Das Gedaͤchtnuͤß deß Gerech -Pro. 10. ten bleibet im Segen. Darumb wollen Ewer Adeliche Liebe ein wenig ſich gedulden / vnnd ferner das Gedaͤchtniß dieſes Adelichen Juͤng - lings anhoͤren. Demnach aber Ewer Ad: lie - be bekandter mehr dann bewuſt / ſein dieſer Chriſtlicher Adelichen Eltern betruͤbten jhren Zuſtandt / welchen Gott jhre Hertzen mit die - ſem Riß vnd abbruch verwundet / doch muͤſſen ſie alles in Goͤttlichen willen einſtellen / haben dieſelben als Chriſtliche Eltern fuͤr allen din - gen zu dem Bunde der Genaden Gottes / vnnd1. Pet. 3. zu dem Brunn der Wiedergeburt dieſen jhren liebſten Sohn geleitet / vnd durch Chriſtliche Paten zufuͤhren laſſen / da er denn ſeinen Nah - men nach ſeinen beyden GroßEltern Carll - Chriſtoff erlangt / hernach aber ſo bald er hat gehen koͤnnen / denſelben zum H: Catechiſmo zur Ehre vnd Furcht Gottes ermahnt / auffer - zogen vnd vnter weiſen laſſen / biß an ſeinen ſeli - gen Abſchied von dieſer argen vnd verderbeten Welt: So haben auch dieſes verblichenenLeich -[36]Leichleins ſeine ChriſtlicheEltern an Præcepto - ribus vnd trewer diſciplin nichts mangeln laſ - ſen / dieſelben zum gehorſam den Præceptoribus / vnd die Præceptores zu fleiſſiger vnterweiſung ermahnet / da denn Gott ſeinen reichen Segen gegeben (vnd wo diß hertzliebſtes Kind hette leben ſollen) groſſe Kunſt / geſchickliche Adeli - che Geberden / vnd ſonderlich mit herrlichem Verſtande were von Gott begabt worden / wie ſich denn alles in ſeiner zarten Jugend reichli - chen erzeiget hatte. Nun wollen wir aber in ſpecie die gaben Gottes anſehen / vnd kuͤrtzlich anhoͤren / das Initium ſapientiæ timor Domini: Die Furcht deß HErren iſt der Weißheit an - fang. Hieraus hat er erſtlichen lernen erken - nen Gott in ſeinem Weſen / Chriſtum Jeſum ſei - nen eintzigen wahren Seligmacher aus den Goͤttlichen Schrifften / welche da ſein das of - fenbarte Wort Gottes / vnd in der reinen vn - be[fl]eckten Mutter der vnverfelſchten Augſpur - giſchen Confeſsion begriffen / dann der Stieff - mutter der geenderten Confeſsion war er ſo feind / daß er ſich hat verlauten laſſen / ehe zu ſterben / dann dieſelbe anzunehmen / vnd weil die gantze Auguſtana Confeſsio der Roͤm: Kay: May: Carolo V. Anno 1530. vberantwortet / vnd von viel 100000. Menſchen angenommen / bey derſelben auch viel Tauſendt ſeliglich geſtor - ben / iſt eingeſchloſſen worden in das Compen dium Theologicum deß Hutteri, hat ers ſo liebgewon -[37]gewonnen / daß er daſſelbe gar außwendig ge - lernet / daß er auch jedem der es begehret auff jedere quæſtion antwort hat geben wiſſen / O einen gutten vnd ſeligen Theologum: Vnd das meine ich daß GOtt an jhme den Spruch er - fuͤlt hat / Aus dem Munde der jungen KinderPſal. 8. vnd Seuglingen haſtu dir eine macht zuge - richt: Er hat auch das gepredigte Wort Got - tes hertzlich lieb gehabt / daß ich mit guttem Gewiſſen ſagen kan / wenig oder gar nichts ſei - ne Augen weil ich geprediget habe von mir ge - wandt / wann er auch ein andern daheim ange - troffen / der vorſetzlich die Kirche verſeumet / demſelben hefftig zugeredet / vor allen dingen wann er auffſtund / vnd angeleget war / iſt er zu ſeinen ſtudiis mit luſt gegangen / verhoffend / ohn ſondere groſſe muͤhe dieſelben ſeine ſtudia auff einen gruͤnen vnd erwunſchten Zweig zu bringen / da er mit dem Spruch deß Herren Luth: ſich getroͤſtet: Dimidium ſtudii ſedula vo - ta dabunt: Fleiſſig gebetet / iſt halb ſtudieret / darumb wann er auffgeſtanden / vnd ſich zu ſei - nem hertzliebſten Bruder Leonhardo von Gell - horn / vnd ſeinem lieben Vettern Chriſtoff von Gellhorn geſamlet / mit hertzlichen Seufftzen fuͤr allen dingen diß ſchoͤne Gebet recitiret. O guͤttiger gnediger vnd Barmhertziger GOtt / weil du befohlen haſt allen gleubigen Kindern dichanzuruffen / ja auch gewiſſe erhoͤrung zu - geſaget / So komme ich auch als im HertzenKge -[38]gewiſſes gleubiges Kind / vor dich meinen gne - digen Gott vnnd Vater: Vnd bitte von grund meines Hertzens / du wolleſt mir auch aus lau - ter Gnade deinen Segen / vnd die Krafft deines Heiligen Geiſtes zu meinen ſtudiis geben / vnd verleihe / daß ich dieſelbigen nicht wieder dich vnd dein heiliges warhafftiges Wort / ſon - dern zu deines Nahmens Lob / Ehr vnd Preiß / vnd mir zu meiner Seelen Heil vnd Seligkeit / nuͤtzlichen vnd dienſtlichen / vnnd denn auch ſo lange du guͤtiger vnnd gnaͤdiger Gott wilt / zu dieſer zeitlichen Lebens vnterhaltung ſo viel moͤglichen / foͤrderlichen moͤge anwenden / vmb deines allerliebſten vnd werdeſten Sohnes Je - ſu Chriſti meines vnnd aller Gleubigen vnnd außerwehlten Kinder HErren vnd Heylandes willen / Amen.
So iſt dieſer Adeliche Juͤngling auch vn - ter den Gerechten / weil er allhier ſeinen hertz - lichen Glauben an Iheſum Chriſtum bekandt: Auff gethanes Gebet hat er neben den andern die Bibliſche Lection vorgenommen / vnd die Spruͤche daraus obſervirt, vnd jhme bekandt gemacht / daß er auch das vierde mahl dieſelbe Bibel durchgeleſen / Wann dieſe Lection taͤg - lich abſolvirt war / als denn alle drey jhre Locos occupirt, vnd jhre Lectiones mit luſt vor ſich ge - nommen / nach der Zeit vnnd Ordnung ſeine jhme erkuͤſte Lection aus dem obenbemelten Compend. Theol: Hutteri / darnach Grammati -cam[39]cam vnnd Syntaxin deß Philippi, Dialect. Loſsi, Terentium, Epiſt. Ciceronis, vnnd Theſaurum Calviſii, aus denſelben mit leſen vnd durch an - leitung ſeiner Præceptoren vorgenommen / vnd daraus das vornembſte obſervirt, vnd ad uſum transferirt, Auch hat er den erſten Pſalm practi - cirt / Er hat luſt zum Geſetze deß HErren / vnnd redet von ſeinem Geſetze Tag vnd Nacht: Dar - umb er offt deß Nachts auffgeſtanden / vnd Gebetlein die jhme auch im Schlaff vorkom - men / in ſein ſonder Buͤchlein auffgeſchrieben / Fuͤr dem Tode iſt er vnerſchrocken geweſt / vor vielen geſaget / Er wuͤrde nicht lange leben: Er wolte auch ſeinem Herren Großvater nach zie - hen / Diß heiſt auch nach dem 39. Pſalm gelebt / HErr lehre vns bedencken daß wir ſterben muͤſ - ſen: O welch ein ſeliges Kind iſt das geweſt. So viel wie er ſich gegen Gott erzeigt nach der erſten Taffel der Zehen Gebot.
Mit wenig hoͤrt wie er ſich angelaſſen hat nach der andern Taffel: Seine hertzliebſte A - deliche Eltern hat er geehret / jhnen gehorſa - met / vnd fuͤr jhnen allezeit in der Kindlichen Furcht geſtanden / wañ er etwas aus ſchwach - heit nicht recht gethan / ſeine hertzliebſten El - tern offt ſchaͤrffere Worte gegen jhme ge - braucht / denn das Hertze geweſt / hat er fleiſ - ſig zugehoͤret in der ſtille vñ Gedult / die Straf - fe angenommen / vnnd wann er auff die ſeite kommen / ſich ſelber geſtrafft / ſprechend: WieK ijhaſtu[40]haſtu es alſo gemacht: Haſtu denn nicht an - ders die Sachen moͤgen außrichten: Er hat auch kurtz vor ſeinem Tode zu der Jungfraw die noch in dem Klagehauſe iſt / geſagt: Gott ſol mich behuͤten / daß ich meiner Fraw Mutter ei - ne vrſach geben ſolte vorſetziglich zum Zorn dieſelbe zu bewegen.
Sehet diß Edle Kind hat dem Patriar - chen Jacob nachgefolget / der da ſagt zu ſeiner Mutter: Mein Vater wird mich begreiffen / vnd wird achten / als ich jhn betriegen wolt / vnnd brecht vber mich einen Fluch / Denn SyrachSyr. 3. ſagt: Deß Vatern Segen bawt den Kindern Haͤuſer / aber der Mutter Fluch reiſſet ſie nie - der: Weil Gott in dem vierden Gebot begreifft Præceptores vnd Obrigkeit / hat er auch ſeinen Præceptoribus gehorſamet / geehret / vnd nicht mit vnwillen / ſondern freudig ſeine Lectiones die ſie jhme aufflegeten / angenommen: Vnd ob jhn zwar anderthalb Jahr das viertaͤgliche Fieber geplagt hat / (doch auch daſſelbe biß - weilen etliche Zeit auſſen geblieben) hat er alle - zeit groſſe Gedult gehabt / vnd wann nur ein wenig daſſelbe nachgelaſſen / Iſt er wieder zu ſeinem Ampt vnnd Lectionibus gegangen / vnd willig gelernet / Diß Zeugniß giebet man jhm / da auch allhier gegenwertig vnter der Prieſterſchafft ſein voriger Præceptor eben die - ſen rhum der Froͤmigkeit bezeuget: Fuͤr das Dritte gegen den armen auch Vnterthanen /hat[41]hat er nichts mehr dann freundlich ſich geſtel - let / wenn ein Armer kam / vnd wolte was vor - bringen bey ſeinem Herren Vater / war er nicht beſch weret den anzuſagen: Hatte aber jemand etwas geſaͤndiget / vnd den Herren Vater er - zuͤrnet / ſo hat er jhm alſo zugeredet / vnnd ſein vornehmen mit glimpff zu er weiſen wiſſen.
Nun kommen wir auch zu ſeinen letzten ſtu - pffen den 22. Novemb. deß verfallenen Jahres 1618. Als ſeine Fraw Mume ſolte auff Jacobin kommen / vnd mit jhrer Ankunfft ſich verzoch / iſt er endlich zu Bette gegangen / vnnd eben in derſelben Nacht / ſampt ſeinem hertzliebſten Bruder vnd lieben Vettern zugleich an Moſern kranck worden: Vnd weil ein ſchwerer Fluß jhm auff die Bruſt gefallen / hat er bald ſeinen Todt vermeldet / vñ weil ſein hertzliebſter Herr Vater verreiſet war / ehe er kranck worden / hat er ein hertzliches Sehnen nach demſelben ge - habt / vnd mit begierd geſagt: Ja wann doch der Herr Vater nur nicht lange were / ſondern bald anheim kommen moͤchte: Vnd diß freylich den Herren Vater ſchmuͤrtzet / daß er nicht ſol - te bey ſeinem letzten Stuͤndlein ſein geweſt / dañ wer iſt nicht gerne bey der ſeinigen letzten Hin - zuge: Weil er aber geſehen hat das aͤngſten der Frawen Mutter / hat er ſie ſelbeſt getroͤſtet / ſeine Hand jhr dargereicht vnnd ermahnt / ſie ſolte ſich nicht kuͤmmern / es wuͤrde bald beſſer wer - den / Auch zu der Fraw Mutter geſchickt / jhrK iijan -[42]anzeigen laſſen: Es hette ſich mit jhme gar huͤbſch gebeſſert: Nach mir hat er auch ſchi - cken laſſen / weil ich aber nicht anheimiſch ge - weſt / hat man auff ſein begehren nach dem Ehrwuͤrdigen / Wolgelehrten Herren Johan. Kleern / Pfarrherrn zu Weigwitz geſchickt / der jhm auch den Weg nicht hat tanren laſſen / aber etwas langſam kommen / da ſein Seeliger Abſchiedt vorhanden ſchon geweſt. Der weil aber hat er ſich mit feinen Spruͤchen ſelbeſtPſal. 50. getroͤſtet vnd gebetet aus dem 50. Pſalm: Ruffe mich an in der zeit der Noth / ſo wil ich dich er - retten / vnd du ſolſt mich preyſen. Luc. am 18. Luc. 18.Solte Gott nicht erretten ſeine Außerwehlten / die zu jhm Tag vnd Nacht ruffen / vnd ſolt Ge - dult daruͤber haben: Ich ſage euch / er wird ſieIoh. 3. erretten in kurtzer zeit. Joh. 3. Alſo hat GottRom. 14. die Welt geliebet / etc. Rom. 14. Vnſer keiner le - bet jhm ſelber / vnd keiner ſtirbet jhm ſelber / le - ben wir / ſo leben wir dem HErren / ſterben wir / ſo ſterben wir dem HErren / darumb wir leben oder ſterben / ſo ſeind wir deß HErren. Vnd ausIob. 19. Job. 19. Cap. Ich weiß daß mein Erloͤſer lebet / vnd Er wird mich hernach aus der Erden auff - erwecken / vnd werde darnach mit dieſer meiner Hant vmbgeben werden / vnnd werde in mei - nem Fleiſche Gott ſehen / vnnd meine Augen werden jhn ſchawen / vnd kein frembder.
Wann ich nur dich habe / ſo frage ich nicht nach Himmel vnd Erden. Wann mir gleichmein[43]mein Leib vnd Seel verſchmacht / ſo biſtu doch Gott allezeit meines Hertzen Troſt vnnd mein Heil.
Vnſer Wandel iſt im Him̃el / von dannenPhil. 3. wir erwarten deß Heylandes Jeſu Chriſti deß HErrren / welcher vnſern nichtigen Leib ver - kleren wird / daß er ehnlich ſey ſeinem verklerten Leibe / nach der wuͤrckung / damit Er jhme alle ding kan vnterthenig machen. Hat auch dieſe Verßlein gebetet vnd geſprochen:
HErr Iheſu Chriſte / dir lebe ich / dir ſterbe ich / dein bin ich todt vnd lebendig.
Laß mich im Tode vnd Leben mein / nim - mermehr von dir geſchieden ſein.
Das Blut Iheſu Chriſti machet vns rein1. Ioh. 1. von allen Suͤnden.
Mein Gott vnd gnediger Vater / In deinePſal. 31. Haͤnde befehl ich dir meinen Geiſt / du haſt mich erloͤſet du getrewer Gott.
Vnd was der ſchoͤnen Spruͤche mehr gewe - ſen ſein / dann jhme die Biblia wie vor ange - zeigt / zimlich bekandt geweſen.
Noch eintziges ſeinen Nahmen was anlan -get /[44]get / iſt genendt Carolus Chriſtophorus, Nomina ſeind gemeiniglich omina.
Dann erſtlich ſo iſt ſein Name Carolus / das iſt / Carus leo, Ein lieber Lewe / Ein Lewe ob er zwar ein grimmiges Thier iſt / ſo hat er doch dieſe art: Eines das er im Holtze vergittert helt ſeinen Standt: Alſo dieſer Adeliche Juͤng - ling gegen dem Reichen vnd Armen hielt ſeinen Standt freundlich / vnd vernuͤnfftig gegen je - dermenniglichen ſich erzeigt / ſo iſt er auch ein Lewe / welcher durch huͤlff deß H. Geiſtes das harte Eiſen deß Creutzes nichts geachtet vnnd vberwunden hat / vnd hoffende ſo hat er ſeinen Lauff volendet / Glauben an ſeinen Erloͤſer ge - halten / vnd ritterlich gekempffet: Alſo iſt er auch genendt Chriſtophorus, das Gott jhm ge - geben hat / im Creutz vnnd Wiederwertigkeit ſeinem Sohne ehnlich zu werden / das Creutz vnd Noth jhm nachzutragen / Vnnd alſo Chri - ſto zu folgen / wie Chriſtus ſelber ſagt: Wer mit mir herrſchen wil / der nehme ſein Creutz auff ſich / dieſes Creutz hat er freylich Chriſto viel Zeit nachgetragen / darumb hat er auch in euſ - ſerſter ſeiner Noth zu ſeinem Erloͤſer geſchryen vnd geſagt: Ach Herr / du wirſt mir nicht mehr aufflegen / denn das ichs ertragen kan / darum̃ hat er Chriſtum in ſeinem Creutz getragen / diß bringt ſein Name Chriſtophorus / denn Chri - ſtus leidet in den Gleubigen / Act. 9. Nun iſt jhm auch die Kron der Ewigen Seligkeit auff ge -ſetzt /[45]ſetzt / vnd weil dann Gott ſolche Gnade / Ga - ben vnd Froͤmigkeit in dieſes Edle Kind einge - pflantzet hatte / Wie ſol dann den Edlen Eltern nicht ſchmertzen vnd wehe thun / weil ſie jhr Kind ſo plotz in beſter Bluͤte aus jhrer Hoff - nung verlohren haben / Schmertzen doch die boͤſen Kinder / wie ſollen dann die fromen Kin - der nicht ſchmertzen / Aber der Vater aller Barmhertzigkeit wolle dieſen hoch Adelichen betruͤbten Eltern durch den Troſt deß H: Gei - ſtes beywohnen / ſie troͤſten / jhre verwundte Hertzen heilen / daß ſie dieſe Heimſuchung fuͤr eine Vaͤterliche Heimſuchung erkennen vnnd annehmen / vnd in Goͤttlichen willen einſtellen. Wolle auch der Barmhertzige Gott dieſe bey - ſtehende Adeliche Freundſchafft gnaͤdiglichen troͤſten / Amen. A. A.
Zu letzt iſt zu wiſſen / daß dieſer Edle Juͤng - ling inn ſeinem andern Climacterico anno ge - ſtorben den 22. Novemb. vergangenen Jahres 1618. ſeines Alters 18. Jahr 42. Wochen / 6. Tage.
Der Ewige Barmhertzige GOTT wolle jhme vnd vns allen geben vnd verleyhen froͤli - che Aufferſtehung am Juͤngſten Ta - ge zu der Ewigen Seligkeit / Amen / Amen.
à Joachimo Goetzio Sedinenſi Pom. Præceptore defuncti.
Lconhartus à Geelhorn Frater.
Chriſtoff à Geelhorn Conſanguineus.
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Fraktur
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