Am Hofe iſt dieſesmal nichts Veraͤnderliches paſ - ſiret, von der fernern Reiſe iſt auch noch nichts poſiti - ves zu melden. Jhro Koͤnigl. Majeſtaͤt haben neulich der Gegend Helſingnoͤr des Hn. Obriſt Num - ſens Cavallerie-Regiment gemunſtert, und retournir - ten Mittags wieder nach Fridensburg, woſelbſt Jhro Majeſt. auch bis dieſe Stunde alle Mittewochen von 10. bis 11. Uhr continuiren, von allen und jeden die Suppliquen allergnaͤdigſt anzunehmen, auch die meh - reſte Zeit denen Sollicitirenden ſelber Gelegenheit ge - ben, ihre Noht zugleich muͤndlich vortragen zu duͤrffen. Der Schwediſche Envoye Herr Baron von Adlerfeld, hat ein Memorial uͤberreichet, und darin vorgeſtellet, daß 2. Regiments-Quartier-Meiſters aus Schweden mit vielen Koͤn. Geldern deſertiret, und ſich nach Norwe - gen reteriret, und verlanget deren Auslieferung; wel - ches auch zugeſtanden worden. Auf dem neuen Holm ſtehen wieder 2. neue Krieges-Schiffe auf dem Stapel fertig, von 50. bis 60. Canons, welche mit dem eheſten ins Waſſer gelaſſen werden ſollen. Der bekandte und beruͤhmt geweſene Koͤnigl. Capell-Meiſter hat ſich we - gen Schulden nach Schonen reteriret, und hat ihn der Koͤnig gleich als unwuͤrdig dimittiret.
Jhro Koͤnigl. Majeſtaͤt will man nach der Leip -ziger Meſſe in Pohlen, auch ſo gar allhier in Warſchau vermuhten.
Den Marſchalls-Stab bey unſerm Tribunal hat der Samoytiſche Staroſt erhalten. Die Nobleſſe in allen unſern Woywodſchafften machet ſich zum Kriege fertig, um ſolcher geſtalt allen feindlichen Anfaͤllen die Stirne biethen zu koͤnnen.
Der Groß-Sultan hat reſolviret, ins kuͤnftige Mi - niſters an diejenigen Europaͤiſchen Hoͤfe, welche an dem hieſigen Ottomanniſchen Hofe dergleichen haben, zu ſenden: und iſt ſchon ein Reſident ernant, welcher nach den Wieneriſchen Hof gehen ſoll.
Aus der muͤndlichen Relation des am 14. dieſes alhier wieder angelangten Couriers von Dreßden, wel - cher ſeine Briefe bey dem Herrn Staats-Secretair von Hoͤpken abgeliefert, vernimt man, daß ſich die ſtreitigen Religions-Sachen in Pohlen zum Accom - modement anſchicken.
Vor einigen Tagen erhielte der Koͤnig einen Ex - preſſen von Rom, welcher Sr. Majeſt. die Bullen fuͤr 7. Biſchoͤffe in Braßilien und China uͤberbrachte. Die Geſchencke, welche Se. Majeſt. mit Dero Am -[2]baſſadeur an den Chineſiſchen Kayſer uͤberſenden, beſtehen in 2. mit gruͤnen Sammet beſchlagenen Kiſten, die eine mit Gold und die andere mit Sil - ber bordiret; ſelbige ſind angefuͤllet mit guͤlden - und ſilbernen Stoffen, Lioniſcher Fabric; verſchiedenen Marmornen Tiſchen, einer ſilbernen zu Rom ge - machten Arm-Crone; unterſchiedliche Kaͤſtgen mit koͤſtlichen zu Paris und Londen verfertigten Ga - lanterien, als Schnuptobacks-Doſen, Koͤchern, und andern Curioſitaͤten, ꝛc. ꝛc. Dem Verlaut nach wil der Koͤnig, zu wieder Aufbauung des Kloſters derer Bernhardiner-Nonnen in der Stadt Arroucca, ſo bekanter maſſen durch einen grauſamen Brand groͤ - ſten theils ruiniret worden, eine Anſehnliche Sum - ma Geld geben.
Vorigen Sonnabend begab ſich der Pabſt nach St. Johan im Lateran, um daſelbſt zu ſchlaffen, und folgenden Morgen deſto eher zur Eroͤffnung des Con - cilii bey der Hand zu ſeyn. Am Sonntag Morgen machte Se. Heil. mit einer Proceßion nebſt der gan - tzen Cleriſey um gedachte Kirche den Anfang, und hielte, auf dem Paͤbſtl. Seſſel ſitzend, ein brennend Licht in der Hand, ſunge folgends die Meſſe vom Heil. Geiſt, und taht eine gelehrte Anrede an die Biſchoͤffe, worauf die erſte Seßion in der Kirche ge - halten ward, und retournirte der Pabſt des Abends nach dem Vatican. Selbigen Morgen ward die ſchon balſamirte Leiche des am 13. dieſes verſtorbenen Hertzogs v. Fiano Ottoboni auf einem hohen mit 100. Wachs-Lichtern und vielen Wapen-Schilden umgebe - nen in praͤchtigen mit guͤldenen Frantzen Trauer-Ap - parat gezierten Todten-Geruͤſt exponiret, und nach ge - haltenen muſicaliſchen Exequien des Abends in dem Grabmahl ſeiner Vorfahren zu San Marco zur Er - den beſtattet. Er hat 2. Soͤhne als Erben hinter - laſſen, und die Hertzogin ſeine Gemahlin nebſt dem Cardinal Ottoboni, ſeinem Nepoten, zu Adminiſtra - toren beſtellet, auch 10000. Meſſen fuͤr ſeine Sele zu leſen angeordnet. Am Montage beſuchte der Pabſt die 4. Ablaß-Kirchen, und gab deſſelbigen Ta - ges der Portugieſiſche Ambaſſadeur dem Cardinal Marefoſchi die oͤffentliche Viſite. Am Mittwochen hielte der Pabſt geheimes Conſiſtorium, worin aber, auſſer der von ihm ſowol als denen Cardinaͤlen ge - ſchehenen Auſruffung verſchiedener Kirchen, nichts neues vorgefallen. Selbigen Mittag ſpeiſete die Groß-Printzeßin in dem Kloſter von St. Tereſa bey den 4. Brunnen, wohin ſie eine Menge von friſchen Fiſchen bringen ließ, weil ſelbige des Mittwochensaus Devotion kein Fleiſch iſſet. Am Donnerſtag Nachmittags ward vor dem Pabſt im Vatican-Pal - laſt die erſte Congregation des Concilii gehalten, wobey 32. Cardinaͤle und 57. Ertz - und Biſchoͤffe ſich gegenwaͤrtig befunden, und ſind darinnen die am Sonntag beſtimmte Puncta eroͤrtert, welche morgen ſolenniter ſollen approbiret, und zu gleicher Zeit an - dere Puncta wieder vorgenommen werden, deren Approbation kuͤnfftigen Sonntag zu publiciren ſeyn wird. Dieſe Ordnung ſoll ſo lange obſerviret wer - den, als neue Materien zu proponiren verhanden ſeyn, und glaubt man, daß bey continuirender Ei - nigkeit das Concilium am Sontag uͤber 8. Tage geendiget ſeyn koͤnne, deſſen Decreta durch den Hrn. Majella ausfuͤhrlich beſchrieben, und ſodann gedruckt, auch an alle Biſchoͤffe, ſo dem Concilio nicht beyge - wohnet, uͤberſandt werden ſollen. Mit letztern Frantzoͤſiſchen Briefen vernimt man, daß die in der Conſtitutions-Affaire vom Pabſt nach Franckreich ſpe - dirte Bulle viel Aufſehens daſelbſt verurſachet habe. Der Pabſt hat ein Edict publiciren, und ſolches an alle Nuntios und Miniſtres des Roͤmiſchen Stuhls, ſogar an denen entlegenſten Oertern in der Welt, uͤber - ſenden laſſen, damit einem jeden der Pardon bekant ſeyn moͤge, welchen Se. Heiligkeit allen Abtruͤnni - gen, die ſich aus denen Kloͤſtern, in fremder Religion Laͤnder retiriret, verliehen, daß ſie nemlich zuruͤck kommen, und von ihren Obern ohne Straffe wie - derum angenommen werden ſollen.
Am verwichenen Sonnabend Abend kam der Hoch - Edle Hr. Gio Maria Vincenti, welcher unlaͤngſt mit der Groß-Cantzler-Wuͤrde gezieret worden, von Cambray allhie zuruͤcke. Hingegen hat der juͤngſt - bemeldte Tripolitaniſche Bottſchaffter Mehemet Ef - fendi ſich auf das Schiff, das Crucifix, an Boort be - geben, um mit ſelbigem nach ſeiner Heymaht zu re - tourniren.
Verwichenen Sonntag hat der Pohlniſche Miniſter, Graf von Watzdorff, ſich von hier nach Parma bege - ben, und ſcheinet es, daß bemeldter Graf an dem hieſi - gen Hofe mehr von Seiten des Kayſers, als ſeines Koͤ - nigs geweſen ſey. Jndeſſen hat er ſeinen Secretaire allhier gelaſſen, weilen er in 3. Monahten wieder zu kommen vermeynet. Der Groß-Hertzog haͤlt ſich an - noch in ſeiner Cammer auf, weilen ihn, ſich aufs Land zu begeben, von denen Medicis, wegen des jetzigen un - beſtaͤndigen Wetters, widerrahten worden; Jeden - noch haben Se. Hoheit heute unterſchiedlichen Mini -[3]ſtris Audience ertheilet, und werden, wie man ſagt, in kurtzen nach Poggio Jmperiale abgehen. Die Prin - tzeßin Eleonora continuiret in der Beſſerung. Der allhier anweſende Miniſter eines vornehmen Potenta - ten, haͤlt bey dem Groß-Hertzog noch immer ſtarck an, daß derſelbe, zur Beforderung der Ruhe in Jtalien, fremde Trouppen in ſeine See-Havens einnehmen moͤchte; allein Se. Koͤnigl. Hoheit ſcheinen, aus vie - lerley Urſachen, nicht dieſen Vorſchlag zu hoͤren; Jn - deſſen hat man doch ermeldtem Miniſter eine Antwort geben laſſen, welche dieſer durch einen Expreſſen nach ſeines Herrn Hoſe uͤberſandt.
Laut Oppliſchen Briefen hat man vom 25. die - ſes, wie daß allda die Execution des juͤngſt gedach - ten Soldaten, welcher in Moͤnſterberg ſich vermeſ - ſentlich wider das Hochwuͤrdige Gut vergriffen, auf folgende Weiſe vollzogen worden: Jndeme gedachter Soldat vorhero zu verſchiedenen malen auf das ſchaͤr - feſte examiniret, um zu erachten, ob ſolcher in der Auſſa - ge beſtaͤndig verbleiben wuͤrde; weilen er dann je - desmal beſtaͤndig geblieben, als iſt der Sententz uͤber ihn ergangen, daß ihm die linke Hand abgehauen, und er lebendig verbrennet werden ſolle, welches auch gedachten dito vollzogen worden, indem er wohlbe - reitet mit hertzhafftem Gemuͤht die dictirte Straffe uͤberſtanden, ſagend: Daß er dieſes und viel meh - rers wegen ſeiner Vermeſſenheit verdienet habe; er ſoll laͤnger als eine Viertelſtunde im Feur lebend verſpuͤret worden ſeyn. Gedachter Birnbaum in Moͤnſterberg waͤre mit groͤſter Solennitaͤt der Mi - litz umgehauen worden, davon gegen 6. Lafftern Holtz, ohne viel Gebundholtz, gemachet; gedachtes Holtz wird in groͤſter Veneration gehalten, indem von ſolchem kleine Creutzel formiret, und weit und breit her - umgeſendet werden; auf dem Ort aber, wo der Baum geſtanden, wird ein ſchoͤnes Crucifix geſetzet werden.
Sogleich vernimt man, daß Jhro Hochfuͤrſtl. Gn. der Herr Biſchoff von Eychſtaͤdt im 80. Jahr ſeines ruͤhmlichſt gefuͤhrten Lebens das Zeitliche mit dem E - wigen verwechſelt habe.
Verwichenen Sonnabend wurde hier ein Mandat wegen Verringerung der Muͤntzen publiciret, wodurch das vorige vom 27. April aufgeſchoben wird. Unſer Gouverneur hat an alle Staͤnde und Obrigkeiten dieſer Provintzen Circular-Schreiben ergehen laſſen, daß ſel - bige ihre Gruͤnde gegen obgedachte Verringerung der Muͤntzen forderſamſt ſchrifftlich einbringen ſollen. ZuCammerich iſt annoch alles ſtill, wie aber verlautet, ſo verlangen die bey dem Congreß intereßirte Plenipoten - tiarien, auſſer denen Spaniſchen, mit allem Ernſt, daß die alldorten angeſtellte Conferentien daſelbſt fortgeſe - tzet werden moͤchten, ohne den Congreß an einen andern Ort zu transferiren, woruͤber dann die Spaniſche von ihrem Hof eine Antwort erwarten, ſo daß nechſtens zu vernehmen ſeyn wird, ob dieſer Hof darzu ſich beque - men werde. Der Groß-Hertzogl. Florentiniſche Mi - niſter zu Cambray ſoll wiederhohlte Ordre bekommen haben, ſich eifrigſt zu bemuͤhen, damit die Succeßion auf das Groß-Hertzogtuhm Toſcana Jhro Hoheit der Groß-Printzeßin Maria Anna Loniſa, verwittibten Churfuͤrſtin von Pfaltz, und Schweſter des regierenden Groß-Hertzogen, moͤge zuerkandt werden, maſſen die Geſundheit Sr. Koͤnigl. Hoheit, man mag auch von Dero Wohlſtand ſchreiben, was man will, nichts deſto - weniger auf gar ſchwachem Grunde ſtehet.
Wie man vernimt, ſo werden Jh. Koͤnigl. Majeſt. eheſter Tage aus Leipzig aufbrechen, und ſich nebſt denen Grandibus nach dem Schloſſe Lichtewalde erheben, allwo Sie von Dero geheim. Cabinets-Mi - niſter, Graffen von Watzdorff, magnific tractiret werden duͤrfften, ſodann waͤren Se. Majeſt. reſol - viret, auch auf des Herrn General-Feld-Marſchall Graffen von Flemmings Guͤter von dar abzureiſen; nachher aber wird die ſaͤmtliche Hohe Suite in die - ſer Reſidentz wieder eintreffen. Der Koͤnigl. Leib - Medicus Doct. Bartholomaͤi iſt von Jh. Koͤnigl. Majeſt. zum Hoff-Raht ernennet worden. Man vernimt, das unweit von hier an der Elbe eine Manns Perſohn mit Stock und Degen gefunden worden, ſo mit den Fuͤſſen im Waſſer, mit dem Kopffe aber auf dem Lande gelegen; es waͤre an ſelbigen nichts weiter obſerviret worden, auſſer daß er auf der Bruſt einen blauen Fleck gehabt, und iſt ſolcher auch an dieſem Orte begraben worden. Am 28. paſſato iſt die Frau geheime Raͤthin von Gersdorffin allhier geſtorben. Der Herr General-Feld-Marſchall, Graff von Flemming, hat die Proteſtantiſche Mini - ſters zwar bewogen, ihre Abreiſe von dem Koͤnigl. Ho - fe aufzuſchieben, um zu ſehen, ob kein Mittel vorhan - den, die Thorniſche Sache in der Guͤte abzutuhn, allein es ſcheinet, daß die meiſten Pohlniſchen Magnaten nicht geneigt ſeyn, den guten Willen des Saͤchſiſchen Hofes zu unterſtuͤtzen, und das Ohr zu einem guten Vergleich herzugeben, ja man verſichert ſo gar, daß in einer letzthin von ihnen gehaltenen Verſamlung, ein alter Staroſt feinen Saͤbel entbloͤſſet, und geſchworen[4]habe, wie er ihm lieber ſeinen grauen Kopf abſchlagen laſſen, als ſeine Einwilligung zu dem geringſten Vor - theil derer Proteſtanten geben wolte.
Zu Roſtock hat Herr M. Joh. Benj. Dragheim, Perſii VI. Satyras in teutſche Proſe uͤberſetzt, mit nuͤtz - lichen Anmerckungen aus der Roͤmiſchen Antiqui - tæt und Mytologie herausgegeben, auch die beſten lateiniſchen Phraſes und das Original ſelbſt nach ei - ner accuraten Edition andrucken laſſen.
Zu Berlin iſt denen Prieſtern und Candidatis zum Beſten, als eine kurtz gefaſte Kirchen-Ordnung, nachſtehendes gedruckt worden: Kurtzer Auszug aus denen vornehmſten Koͤnigl. Preußiſchen Edicten und Verordnungen der Chur-Marck Brandenburg, die etwa einem Inſpectori, Prediger, Candidaten und andern zu wiſſen noͤthig ſeyn moͤchten, denen zum Dienſt, ſo dergleichen noͤthig haben, abgefaſſet von Joh. Porſt, Koͤnigl. Preußiſchen Conſiſtorial-Raht und Probſt in Berlin. 4to.
Zu Halle ſind folgende Diſputationes gehalten worden: Diſſertatio juris publici ſolennis de Maje - ſtate imperii Magiſtratuum majorum, Præſide Patre Juſt. Henning. Bœhmero, JCto, a Filio Joan. Samuel. Frid. Bœhmero, Hallenſi, pro obtinendis ſummis in jure honoribus d. 19. April. 1725. eruditorum exa - mini expoſita.
Differentiæ jurium 1) romani 2) græci 3) germanici 4) feudalis 5) publici 6) naturæ 7) gentium 8) veniæ ætatis 9) problematum forenſium in ætate puberum & majorum; Regum, Principum, clientum, ſubdi - torum; Præſide Joanne Petro de Ludewig, Frideri - cianæ Cancellario, Potent. Poruſſ. Regis a conſiliis intimis & in Regimine atque Conſiſtorio Ducatus Magdeburgici, Ordinis JCtorum Præſide vicario, Profeſſore jurium & hiſtoriarum, Domino in Gatter - ſtætt, reſpondit, Carolus Henricus Fuhrmann, Ha - lenſ. Magdeb. die 21. April. 1725.
Ferner iſt hieſelbſt vor kurtzen in Octavo heraus kommen: D. Michaelis Alberti, Koͤnigl. Preußiſch. Hof-Rahts und Medic. & Philoſophiæ Prof. Publ. Ord. &c. ausfuͤhrlicher Beweiß vom Podagra ohne Saltz, oder daß das Podagra, wider die gemeine Mey - nung, ſelten von einer ſaltzigen Schaͤrffe herruͤhre: Aus dem Lateiniſchen ins Teutſche mit Fleiß uͤber - ſetzet.
Der vor einem ½ Jahre von Hn. Hofraht Leupold verſprochene andere Theil ſeines Theatri Machinarum Hydraulicarum iſt nunmehro fertig, und beſtehet aus 2. Alphabet Text und 54. Bogen Kupfer. Er iſt in 10. Capitel abgetheilet, welchen ein Diſcours von Maſchinen-Weſen uͤberhaupt, und was darbey zu beobachten, beygefuͤget iſt. Wasder Herr Autor vor dißmahl weglaſſen muͤſſen, ver - ſpricht er in ſeinem Theatro der Berg-Maſchinen gaͤntzlich nachzuhohlen, auf welches er um ſo viel mehrern Fleiß wenden wird, da ſowol Jh. Roͤmiſch - Kayſerl. Majeſtaͤt als auch Jh. Koͤnigl. Majeſtaͤt in Pohlen und Churfuͤrſtl. Durchl. zu Sachſen durch einen reichlichen Beytrag ihn in den Stand geſetzet, daß er beſondere Experimenta anſtellen, und die Berg-Maſchinen in perſoͤhnlichen Augenſchein wird nehmen koͤnnen.
Hieſelbſt ſind von neuen her - auskom̃en: Teutſche Chronologiſ. Tabellen, von An - fang der Welt, bis auf das jetztlaufende Jahr, welche nicht nur die Kayſer - und damit verknuͤpfte Kirchen - Hiſtorie in ſich faſſen, ſondern auch die, von allen Koͤnigen, Churfuͤrſten, Hertzogen und ſonſt alten ho - hen Haͤuſern, und dabey eines jeden Hauſes Hiſto - rie, unter ihrer beſondern Rubrique, durch alle Se - cula hindurch vorſtellen, dergeſtalt, daß ſie die no - tablen Begebenheiten ſowohl etwas weitlaͤuftiger, wie ſonſten, vortragen, als auch zum Anhange eines jeden Seculi, von den hinbey gefuͤgten Gelehrten, ei - ne kurtze Nachricht von ihrer Station und geſchriebe - nen Buͤchern geben. 1725. Sie ſind gar wohl bey der Jnformation junger Leute zu gebrauchen.
Des Hochberuͤhmten Herrn Lic. Brockens uͤberſetzter Kinder-Mord des Marino iſt vor kurtzen mit verſchiedenen Teutſchen, Jtaliaͤni - ſchen und Frantzoͤſiſchen Gedichten vermehret, wie - derum herauskommen. Dem Titel iſt des Herrn Autoris Bildniß, von Wolffgang in Berlin ſehr ſau - ber geſtochen beygefuͤget, und die Zuſchrifft in ei - nem wohlgeſetzten Jtaliaͤniſchen Gedichte an den jetzigen Groß-Hertzog zu Florentz gerichtet. Es kan dieſe Auflage den erſten, und das Jrrdiſche Ver - gnuͤgen in GOtt den zweyten Theil der Brockiſchen Schrifften ausmachen, weil beide gleich ſtarck, mit gleicher Schrifft, in gleichem Format, und auf ei - nerley Papier gedruckt ſind.
Der gantz beſondere Kraͤuter-Weins-Tranck / welcher von dermaſſen theils fremden / theils neu-erfundenen Kraͤutern praͤ - pariret / daß er die aller ſchwereſten und empfindlichſten Kranck - heiten gruͤndlich hebet / als vielen elendig geweſenen Perſohnen bekandt / iſt ſeiner ungezweiffelten Wirckung und mit der menſchlichen Natur verwandten Eigenſchafft / itzo im Fruͤh - Jahr ſehr nuͤtzlich zu gebrauchen / maſſen er uͤberhaupt einen geſunden Magen / geſunde Saͤffte / und geſundes Blut machet / dann ohne dieſes kan kein Coͤrper beſtaͤndig geſund ſeyn; cu - riret die Waſſer - und Gelbe-Sucht / Schlag - und Haupt-Fluͤſ - ſe / Verlaͤhmung / Schlaff-Sucht / Ohnmachten / Schwindel / Gicht / Stein - und Glieder-Schmertzen / Hypochondr. / Me - lanchol. / Frieſel / Scharbock / geheime maͤnnliche Accidencen / Fiebers / Zehrung / innerliche Hitze / unfruchtbahre / unreine Mutter / gibt neue Kraͤffte / verſpricht den Podagriſten wenig - ſtens einige Jahre Dilation / und die es alle Jahr einmahl praͤ - ſervative gebrauchen / ſind gaͤntzlich davon / als auch von allen andern Kranckheiten frey; die Cur waͤhret 14 Tage mit Com - moditaͤt / und weiſet die Gebrauchs Beſchreibung die erfordern - de Diaͤt / bey ſel. Thomas von Wierings Erben in Hamburg aufrichtig vor 3 Rthlr.
Britt-Marie SchusterNote: Bereitstellung der Texttranskription.Note: Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.2014-07-01T14:43:40Z Manuel WilleNote: Bereitstellung der Texttranskription.Note: Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.2014-07-01T14:43:40Z Arnika LutzNote: Bereitstellung der Texttranskription.Note: Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.2014-07-01T14:43:40Z CLARIN-DNote: Langfristige Bereitstellung der DTA-Ausgabe
Fraktur
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