Nunmehr iſt es gewiß, daß den 17ten dieſes Conſi - ſtorium wird gehalten werden. Das Publicum erwar - tet den Ausgang deſſelben mit Ungeduld.
Der Koͤnig von Sardinien hat dem Pabſt einige Me - daillen, die bey Gelegenheit der Vermaͤhlung des Gra - fen von Provence mit der Prinzeßinn von Savoyen ge - praͤget worden, geſchenkt. Auch hat Monſignor Paſ - ſionei Sr. Heiligkeit mit einer koſtbaren Sammlung alter ſilberner und goldener Medaillen ein Praͤſent ge - macht, welche Dieſelben nach dem Vaticaniſchen Muſeo bringen laſſen.
Den 18ten des vergangenen Aprilmonats wurde The - reſe Mekinkler, die Frau des erſten Sergeanten bey der Koͤnigl. Schweizergarde, Daniel Stempels, von einem außerordentlich großen Maͤdchen entbunden. Es wog an dem Tage, da es getauft wurde, 61 Pfund und 1 ⅓ Unze, und befindet ſich ſeit der Zeit geſund und munter, waͤchſt auch nach Proportion ihrer Groͤße. So ungewoͤhnlich dieſe Begebenheit iſt, ſo wahr iſt ſie doch.
Wir erwarten hier in kurzem Se. Koͤnigl. Hoheit, den Prinz Xaver von Sachſen, welche eine Woche bey uns bleiben, und hierauf nach Turin abgehen werden.
Zu Seſtri hat man nunmehr mit der Erbauung einer großen Kriegsſchebecke fuͤr Spanien den Anfang gemacht.
Aus Madrid wird gemeldet, daß der Franzoͤſiſche Ge - ſandte daſelbſt mit den vornehmſten Staatsminiſtern Sr. Katholiſchen Majeſtaͤt ſeit einiger Zeit lange Con - ferenzen halte, ohne daß das geringſte von ihren Unter - handlungen bekannt wuͤrde.
Aus Baſtia heißt es, daß die Truppen des Grafen von Marboeuf bey Fiumorbo, zwiſchen den Pro - vinzen Caſinea und Tavagna, von den Berg-Corſen an - gegriffen worden, und ſich mit Hinterlaſſung einiger Tod - ten und Verwundeten haͤtten zuruͤckziehen muͤſſen. DieCorſen ſind hierauf ebenfalls zuruͤckgegangen, und haben 7 Maulthiere und ihre Treiber im Stich gelaſſen. Auch an andern Orten ſind Scharmuͤtzel vorgefallen. Sonſt ſuchen die Franzoͤſiſchen Truppen die mißvergnuͤgten Corſen noch fleißig auf. Einige davon, die auf ihre Cavallerie ſtießen, wurden ſogleich niedergemacht; die uͤbrigen, welche ſie in ihre Gewalt bekommen, ſollen auf einer Fregatte nach den Americaniſchen Colonien gebracht werden. Die Zahl der Corſen, von deren Treue die Franzoͤſiſche Regierung uͤberzeugt iſt, ſoll ſich nicht uͤber 7000 Mann belaufen; doch ſind die Einwoh - ner der Garniſonsplaͤtze nicht mit darunter begriffen.
Unſer Herzog hat vor einigen Tagen in der Stadt Carpi ein kleines Auguſtiner-Kloſter aufgehoben, und die Einkuͤnfte deſſelben einem Armenhauſe vermacht.
Se. Koͤnigl. Hoheit, der Großherzog, ſind nach Piſa abgegangen, die Erleuchtung daſelbſt, bey Gelegenheit des Feſtes des heiligen Ranieri, mit anzuſehen, die aber wegen entſtandenen Windes an dem beſtimmten Tage nicht hat vor ſich gehen koͤnnen.
Den 16ten dieſes iſt der Ritter Hamilton, Engliſcher Geſandte an dem Neapolitaniſchen Hofe, aus Neapolis hier angekommen.
Der Superintendent, Doctor Luͤtkemann, hat heute die Reichstagspredigt gehalten.
In kurzem werden Geſandte an verſchiedene Hoͤfe abgehen, um daſelbſt die Thronbeſteigung Sr. jetzt re - gierenden Koͤnigl. Majeſtaͤt foͤrmlich bekannt zu machen.
Den 16ten dieſes machten die Confoͤderirten eine ver - ſtellte Attaque gegen die Verſchanzung der Ruſſen bey Pultusk. Zwiſchen Praſchnitz und Pultusk iſt noch ein verſchanzter Poſten, zur Sicherheit der großen Land - ſtraße von Warſchau nach Preußen bey dem Dorfe Karn -[2]jewo. Dieſes Commando wurde von der Attaque gegen Pultusk allarmiret, und marſchirte mit allen, bis auf die Kranken, zur Unterſtuͤtzung nach Pultusk. So bald die Confoͤderirten dieſes bemerkten, ſo unterhielten ſie die angefangene Attaque nur zum Schein, und fielen die im Marſch begriffenen mit allen uͤbrigen auf einmal an. Das Commando erreichte indeſſen ſeine alten Ver - ſchanzungen, die es ſich ſonſt bedienet hatte, ehe die neuen angeleget wurden, und vertheidigte ſich aus ſolchen, bis die Confoͤderirten, die abgeſeſſen waren, und Sturm liefen, ermuͤdeten, und von der Attaque abließen. Waͤh - rend derſelben Attaque detaſchirten ſie nach der Ver - ſchanzung bey Karnjewo, aus welcher die Ruſſen ihren Marſch angetreten. Sie nahmen ſolche, da wenige Kranke darinn waren, ein, und bemaͤchtigten ſich der zuruͤckgebliebenen Bagage und Geraͤthſchaften; und ſollen, außer denen in der Verſchanzung erbauten Ca - ſernen, noch die nahe gelegenen Scheunen und Staͤlle verbrannt haben. Auch ſoll die Verſchanzung ſelbſt beſchaͤdiget ſeyn. Mit den naͤchſten Briefen wird der Verluſt und naͤhere Umſtaͤnde mit Gewißheit gemeldet werden koͤnnen. Indeſſen iſt das gewiß, daß der Herr General von der Goltz, ehemaliger Marſchall der Dißidentiſchen Confoͤderation zu Thoren, auf ſei - ner Hinreiſe aus Preußen nach Warſchau nur wenige Augenblicke vor der Ankunft der Confoͤderirten das Schloß zu Pultusk erreicht hat; wie auch die beyden mit Geld beladene nach Warſchau beſtimmte Wagen, welche einen Tag fruͤher Pultusk paßiret hatten, uͤber die Narw in Sicherheit gekommen, ungeachtet die Con - foͤderirten ihrer Spur nachgeſchickt haben. Auf beyde ſcheint vielleicht dieſer Verſuch angeſehen geweſen zu ſeyn, der ſich hernach mit der Attaque der Verſchan - zungen geendigt. Die Sicherheit der Landſtraße iſt aber noch nicht hergeſtellet, weil geſtern Abend noch der erſte Rußiſche Poſten an der Graͤnze aus Korſchellen wieder nach Praſchnitz zur Unterſtuͤtzung marſchiren muͤſſen; wie denn auch der Herr Oberſte von Roͤnne, der nur heute an der Graͤnze aus Poſen angekommen, um nach Warſchau zu gehen, Halte gemacht hat.
Da, nach erhaltener Ordre von Warſchau, der Herr Oberſtlieutenant von Lange, vom Cargapolſchen Cara - Binier-Regiment, ſich von hier nach Caliſch in Marſch ſetzte, und einige Meilen von hier Nachricht erhielt, daß ſich ein ſtarker Trupp Confoͤderirte in der Gegend von Kaliſch aufhielt; ſo machte dieſer unermuͤdete und brave Officier ſogleich ſeine Diſpoſition, dieſen Trupp, wo moͤglich, anzugreifen und zu ſchlagen, welches ihm auch nach Wunſch gelungen iſt. Er machte mit ſeiner leichten Cavallerie einen forcirten Marſch von 12 Meilen, hob unterwegs alle ausgeſchickte Spions gluͤcklich auf, und kam dem Herrn Regimentarius Sieraszewska ſo unvermuthet auf den Hals, daß er ihn mit Verluſt von 200 Todten und 100 Gefangenen ſchlug. Unter den Gefangenen befinden ſich 2 Rittmeiſter, Chodabski und Kaminski, 3 Lieutenants, 2 Faͤhnrichs und 9 Unteroffi - ciers. Die Diſpoſition des Herrn Oberſtlieutenants war ausnehmend. Da der Feind ſich ſo poſtirt hatte, daß ihm nicht beyzukommen war, ſo gieng er mit ſeinem Corps durch einen tiefen Fluß, welches der Feind ohne Lebensgefahr fuͤr unmoͤglich hielt; und ſo kam er ihm ſo unvermuthet auf den Hals, daß nur wenige, ſo ſich mit dem Regimentarius, welcher ſchwer bleßirt iſt, mit der Flucht gerettet, theils getoͤdtet, theils gefangen worden. Die Gefangenen ſollen morgen hier eingebracht werden.
Bey dem hieſigen theuren Preiſe des Getraides, da 100 Pfund nahe auf 7 Thaler geſtiegen ſind, hat ein gut - meindender Ungenannter eine ſichere Anleitung auf ei - nem Bogen abdrucken laſſen, wie man bey dieſen theuren Zeiten wohlfeil und gut leben koͤnne. Sein Anſchlag geht auf eine Suppe, worinn Reiß, Kartoffeln, Kuͤrbis, gelbe und gemeine Ruͤben, mit etwas Brodt und But - ter gekocht werden. Mit 44 Pf. davon koͤnnen 20 er - wachſene Perſonen 2 Tage lang leben, wobey der Auf - wand etwas weniges hoͤher als auf einen Gulden ſteigt. Der Herr Landvoigt Engel hat dieſen Bogen in das Franzoͤſiſche uͤberſetzt, und mit einigen Vermehrungen abdrucken laſſen. Er hat auch veranſtaltet, daß zu Nion in 3 Keſſeln dieſe nahrhafte Suppe fuͤr die Armen ge - ſotten wird.
Am 21ſten, fruͤh um halb 5 Uhr, ſind unſere gnaͤ - digſt regierende Graͤfinn und Frau, Frau Johanne Alexandrine Charlotte Henriette, Graͤfinn zu Stollberg, ꝛc. gebohrne Graͤfinn von Flemming, von einem geſunden und wohlgebildeten Grafen, welchem bey dem noch ſel - bigen Tages vorgenommenen Tauf-Actu die Namen Joſeph Chriſtian Ernſt Ludwig beygelegt ſind, zum Vergnuͤgen des ganzen Hochgraͤfl. Hauſes, und zur Freude der Unterthanen gluͤcklich entbunden worden.
In dem Reichshofraths Concluſo vom 11ten dieſes uͤber die Klage wegen der wider die Reichsverſamm - lung und Reichsſtadt Regenſpurg angelegte Churbayeri - ſche Getraid - und Victualien-Sperre, wird Sr. Chur - fuͤrſtl. Durchl. von Bayern aufgeleget, die Sperre ohne allen Verzug wiederum aufzuheben, die Geſandt - ſchaften bey ihren Freyheiten, und die Stadt Regenſpurg bei ihrem hergebrachten Incolat-Recht ruhig zu laſ - ſen, mit dem Bedeuten, daß zu Handhabung dieſer Kayſerl. Verordnungen die Manutenenz-Commißion auf den Herrn Erzbiſchof zu Salzburg, wie auch eventua - liter auf den Oeſterreichiſchen Kreiß erkannt worden ſey. Dem Herrn Erzbiſchof zu Salzburg wird alſo vermoͤge des weitern Inhalts dieſes Concluſi aufgetra - gen, dieſe Sperre, wenn ſolche Chur-Bayern nicht ſelbſt ſogleich aufheben ſollte, mann militariy ohne Zulaſſung einiger Friſt abzuſchaffen, und falls hierzu eine weitere Beyhuͤlfe noͤthig ſeyn ſollte, die Anzeige hievon dem Oeſterreichiſchen Kreiß zu thun; daher auch wegen der allenfalls noͤthigen Aßiſtenz-Leiſtung an der Kayſerinn - KoͤniginnMajeſtaͤt als ausſchreibenden Fuͤrſten des Oeſter - reichiſchen Kreiſes zugleich ein Kayſerl. Reſcript ergangen.
Man ſiehet jetzt ein Reichshofraths-Concluſum vom 14ten May, in Sachen der Katholiſchen Gemeinde zu Bremen gegen den Magiſtrat daſelbſt, punƐto Grava - minum Religionis, Kraft deſſen 1) der von Buͤrger - meiſter und Rath zu Bremen erſtattete allerunterthaͤ - nigſte Bericht ad AƐta gelegt werden ſollen, und ſolcher Anton Fulardi und Conſorten, auf Anmelden, aus der Kanzeley, jedoch bloß zur Notiz, abſchriftlich mitgethei - let werden koͤnnen; 2) hierauf und auf die vom Magi - ſtrat darinn gethane Erklaͤrung verwieſen worden iſt.
In der vorigen Woche iſt ein Recruten-Tranſport von 600 Mann aus Boͤhmen hier angelangt, und von Sr. Majeſtaͤt, dem Kayſer, in Begleitung der Herren Feldmarſchaͤlle, Grafen von Laſcy und Thierheim, in Augenſchein genommen, und hierauf weiter nach Ungarn abgeſchickt worden; wobey zugleich die Nachricht mit[3]eingelaufen ist, daß allda noch immer mit Aushebung der zum Kriegsſtande tauglichen Mannſchaft fortgefah - ren werde. Gleiche Aushebung ſoll nun auch hier ehe - ſtens den Anfang nehmen, weswegen von Seiten der Kreiß-Aemter ſchon der vorlaͤufige Befehl ergangen iſt, daß alle Herrſchaften und Eltern ihre abweſende Unterthanen und Soͤhne, auch die, ſo hier in Wien be - findlich ſind, zu beſtimmter Zeit nach Hauſe rufen ſollen.
Der Kayſerl. Koͤnigl. Hof befindet ſich noch immer zu Laxenburg, und wohnt den Kriegsuͤbungen der dort campirenden Truppen bey. Statt der ausgeruͤckten Truppen ſind nun die aus Italien und den Niederlan - den kommende, in gedachtes Lager eingeruͤckt.
Man hoͤrt von großen Schaͤden, welche durch die Ueber - ſchwemmung der Waſſer uͤberall verurſachet worden. An der hieſigen großen Taborbruͤcke hat das reißende Waſſer letzthin 3 Joche mit ſich fortgefuͤhrt, daher die Ueberfahrt zu Nußdorf geſchehen muͤſſen. Eben eine dergleichen Ergießung hat ſich auch in Boͤhmen geaͤußert, und mel - den die Berichte von Prag, daß das wuͤthende Waſſer mehr als 10000 Klaftern weggeſchwemmet habe.
Die Opera Armide wird mit groͤßtem Beyfall hier aufgefuͤhret; aber die uͤbrigen Schauſpiele werden nicht ſtark beſucht. Die Franzoͤſiſche Schaubuͤhne wird gar aufgehoben werden, weil die Koſten die Einnahme weit uͤberſteigen.
Se. Excellenz, der Graf von Hatzfeld iſt zum Boͤh - miſchen Hofkanzler, an die Stelle des Herrn Grafen von Choteck, ernannt worden.
Am 27ſten dieſes verſtarb hier nach einer langwieri - gen Krankheit der Graf Brahe, einziger Sohn des Gra - fen dieſes Namens erſter Ehe. Die anſehnlichen Guͤter des Verſtorbenen fallen nun auf den juͤngeren Bruder letzter Ehe, und letzten Grafen dieſes Namens.
Waͤhrend der Regierung der verſtorbenen verwitt - weten Prinzeßinn von Oranien, da der jetztregierende Erbſtatthalter noch minderjaͤhrig war, hatte man oft den Vorſchlag gethan, den großen Kriegsrath aufzuhe - ben, und das Regiment Schweizergarde auf den Fuß der andern Schweizer Regimenter, die in Dienſten der Republik ſind, zu ſetzen. Die Stadt Amſterdam hatte beſonders dieſe Sache ſehr lebhaft getrieben, welche aber dennoch nicht ſtatt fand. Jetzt ſagt man, daß der letzte Punkt von neuem aufs Tapet gebracht worden, ſeit der Zeit der Capitain von der Hollaͤndiſchen Garde verwundet iſt, welches man den Schweizern zuſchreibet. Da dies eine ſehr bedenkliche Sache iſt, ſo kann man noch nichts Gewiſſes davon berichten. Man glaubt aber nicht ohne Grund, daß ſie wol zu Stande kommen duͤrfte.
Vor einigen Tagen iſt ein Rußiſcher Oberſter durch den Haag als Courier nach London gegangen, deſſen Depeſchen von aͤußerſter Wichtigkeit geweſen ſeyn ſollen. Auch hat ſich daſelbſt ein reicher Kaufmann, der mit Engliſchen und Franzoͤſiſchen Fabrikwaaren handelt, an ſeinem 61ſten Geburtstage in ſeinem Gartenhauſe an die Fenſter-Gardinſchnur wohlbedaͤchtlich aufgehenkt.
Ob ſich gleich der Dichter dieſer Romanzen nicht genannt hat, ſo wird man doch unſern Herrn Doctor Schiebeler als Verfaſſer derſelben nichtverkennen, wenn man auch nur eine davon geleſen hat. Sie verdienen, denjenigen, welche in ſeinen muſikaliſchen Gedichten ſtehen, und mit allgemeinem Beyfall aufge - nommen worden, an die Seite geſetzt zu werden, und den Liebhabern der Tonkunſt koͤnnen wir die angenehme Hoffnung machen, daß dieſe ſowol, als die uͤbrigen noch nicht in Muſik geſetzte Romanzen des Herrn Doctors bald mit Melodien, ſo wie die 6 erſten, erſcheinen wer - den. Die Reiſe nach dem Parnaſſus iſt in dieſer Sammlung die erſte, die der Beſcheidenheit des Dich - ters Ehre macht. Es folgen Ariadne und Theſeus; der Fall des Vulkanus, deren Moral alle eiferſuͤchtige Ehemaͤnner wohl zu beherzigen haben:
Die Platoniſche Liebe, Ruͤbenzal, und Lied eines Nachtwaͤchters an ein allerliebſtes Maͤdchen von vier Jahren, welches wir ganz mittheilen wollen:
Heute wird das 9te Stuͤck der Wochenſchrift: Nah - rung des Vergnuͤgens fuͤr denkende Leſer, bey H. C. Grund ausgegeben.
Da am bevorſtehenden Dienſtage, als am 9ten Julii a. c. Vormittags um 11 Uhr, das bey dem Schaarthor belegene von Hertel bewohnt werdende Haus, um einen Theil deſſelben gleich nach dem Verkauf, der uͤbrige Theil aber nach Martini dieſes Jahres abzubrechen, und einen reinen Platz zu liefern, oͤffentlich an den Meiſtbietenden verkauft werden ſoll: Als wird den Liebhabern ſolches hiemit kund gethan, um ſich zu bemeldter Zeit in ober - waͤhntem Hauſe einzufinden, und auf was Weiſe die Abbrechung zu bewerkſtelligen ſeyn wird, zu vernehmen.
Hamburg, den 1ſten Julii, 1771.
Die 18te Ziehung der Kayſerl. freyen Reichsſtadt Ham - burg privilegirten Zahlen Lotterie iſt heute, Mittewochs den 3ten Julii 1771. mit gewoͤhnlichen Formalitaͤten, in Gegenwart einer hochverordneten Deputation, mit ge - naueſter Ordnung auf dem hierzu beſonders erbauten Ziehungsgeruͤſte vor dem Lotteriehauſe in Beyſeyn einer großen Menge Zuſchauer, frey und oͤffentlich vollzogen, wobey folgende Nummern zum Vorſchein gekommen, naͤmlich:
Aufs neue ſind zur 19ten Ziehung obige Nummern mit den Namen nachbenannter Jungfern hinwiederum be - ſetzt:
Der Termin zur 19ten Ziehung iſt den 24ſten Julii veſt - geſetzt, und wird, wie die folgenden Ziehungen, von 3 zu 3 Wochen, von 3 bis 4 Uhr, gezogen werden. Alle bey gedachter Ziehung gefallene Gewinnſte werden in denen aufgeſtellten Comtoirs, wo die Einlage geſchehen, ohne den mindeſten Abzug, gegen Einlieferung der Original - Billets, ſogleich ausgezahlet, wozu die General-Caſſa die anſehnlichſten Baarſchaften in ſteter Bereitſchaft haͤlt.
Der Schlußtag fuͤr Original-Billets iſt den 20ſten Julii, Abends bis 8 Uhr.
Auswaͤrtige ſichere Perſonen, welche fuͤr dieſes Lotto eine Collecte zu uͤbernehmen geſonnen, belieben ſich dieſerhalb immediate an die General-Direction zu wen - den, und koͤnnen von derſelben alle Willfaͤhrigkeit ge - waͤrtigen.
Zur erſten Ziehung der privilegirten Koͤnigl. Daͤni - ſchen Zahlen-Lotterie in Copenhagen, welche den18ten dieſes daſelbſt geſchehen wird, kann ein jeder taͤg - lich zu aller Zeit Billets auf ſelbſtgefaͤllige Weiſe in mei - nem General-Comtoir erhalten, und der beſten Bedie - nung verſichert ſeyn. Alle einheimiſche und auswaͤrtige ſichere Perſonen, welche unter annehmlichen Bedingun - gen eine Collecte fuͤr dieſe Lotterie zu uͤbernehmen be - lieben, duͤrfen ſich nur bey meinem General-Comtoir melden, woſelbſt ſie mit dem Erforderlichen verſehen werden koͤnnen.
Die Einnahme zur 126ſten Ziehung der Koͤnigl. Preußi - ſchen Zahlen-Lotterie wird heute Abend in meinem General-Comtoir geſchlossen. Zur Braunſchweiger, Eutiner, und allen uͤbrigen Zahlen-Lotterien ſind gleich - falls taͤglich zu aller Zeit beliebige Billets bey mir zu haben.
Denen reſp. Herren Intereſſenten der ſogenannten Ulmer Geld - und Renten-Geſellſchaft wird ſchon zur Genuͤge bekannt ſeyn, daß mit ſolcher eine Abaͤnderung vorgegangen, und ſelbige in eine monat - liche Claſſen-Lotterie verwandelt worden ſey. Wie nun verſchiedene von denenjenigen, welche noch zur zweyten Ziehung der vorigen Renten-Geſellſchaft ihre Einlage gemacht, und alſo vermoͤge der neuen Einrichtung an der erſten Ziehung dieſer monatlichen Geld-Lotterie Theil haben, und ihre alten Scheine gegen die neuen noch nicht verwechſelt, ſolches zu bewerkſtelligen erſucht, weil der Termin zur erſten Ziehung, als welcher auf den 15ten hujus angeſetzt iſt, ziemlich weit herangenahet, und die Umtauſchung der Looſe nur bis den 6ten hujus dauert; ſo habe ſaͤmmtliche Herren Theilnehmer hier - durch freundlichſt erinnern wollen, ihre in Haͤnden ha - bende Scheine in dieſer Zwiſchenzeit an mich einzulie - fern; widrigenfalls die neuen zur erſten Ziehung guͤltigen Looſe verkauft, und andern Freunden uͤberlaſſen werden.
Der ſeit mehr als zehn Jahre abweſende Johann Wilhelm Kalau wird ad inſtantiam ſeiner Inteſtat-Erben und ſeines Curatoris auf den 12ten Auguſt 1771. ediƐtali - ter und sub poena, daß er pro mortuo im Ausbleibungs - fall werde declariret werden, vor das Koͤnigl. Branden - burg Neuhauſiſche Juſtiz-Collegium zu Koͤnigsberg in Preußen adcitiret.
Koͤnigsberg, den 29ſten April, 1771.
Buͤrgermeiſter und Rath der Stadt Stade haben un - term 25ſten Junii 1771. alle diejenigen, welche in den hieſigen Stadtkirchen, oder auf den Kirchhoͤfen, einige Begraͤbniſſe, und in erſteren Kirchenſtellen haben, durch einen oͤffentlichen Anſchlag erinnert, daß ſie ſolche, und zwar Einheimiſche binnen 12 Wochen, Auswaͤrtige aber binnen einem Jahre a dato gehoͤrig um - und zuſchreiben laſſen ſollen, widrigenfalls, wie auch, wenn in kuͤnftigen Acquiſitions-Faͤllen die Um - und Zuſchreibung von Ein - heimiſchen binnen 6 Wochen, und von Auswaͤrtigen binnen einem halben Jahre nicht beſchaffet wird, ſolche Kirchen und Begraͤbnißſtellen als verlaſſen, und einer jeden Kirche heimgefallen erklaͤret werden ſollen.
Britt-Marie SchusterManuel WilleArnika LutzFabienne WollnyNote: Bereitstellung der Texttranskription.Note: Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.2014-07-07T12:30:46Z CLARIN-DNote: Langfristige Bereitstellung der DTA-Ausgabe
Fraktur
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