Am 5ten dieſes, des Abends, iſt von dem, die zwote, Armee en Chef commandirenden General, Fuͤrſten Waſ - ſiley Michailowitſch Dolgorucky, bey dem Kayſerl. Hofe der vorlaͤufige Bericht eingegangen, daß, nachdem er mit gedachter Armee den 23ſten vorigen Monats vor Perekop angekommen, er den dritten Tag darauf, naͤm - lich den 25ſten, fruͤh um 6 Uhr, die Krimiſche Linie bey dem erſten Angriff erſtiegen habe, ungeachtet ſie von der Veſtung Perekop geſchuͤtzt, und hiernaͤchſt von feind - lichen Truppen vertheidigt geweſen, die, nach Ausſage der Gefangenen, in 50000 Tartaren und 7000 Tuͤrken, unter perſoͤnlicher Anfuͤhrung des Chans, Selim Girey, beſtanden. Die Attaque iſt, nach dieſer Nachricht, fruͤh um 2 Uhr, rechter Hand von dem ſchwarzen Meer, durch 4 Colonnen, unter Commando des General - Majors, Grafen Mußin-Puſchkin, unter linker Hand uͤber Siwaſch durch ein Corps, welches der General-Major, Fuͤrſt Proſorowsky, angefuͤhrt, formiret worden. Bey jenem war der Brigadier, Fuͤrſt Gallitzin, und bey dieſem die General-Majors, Fuͤrſt Peter Gallitzin und Fuͤrſt Alexey Gallitzin. Sobald auf das gegebene Signal der erſte Angriff durch ein beſonderes Detaſchement auf der lin - ken Seite geſchah, erhob ſich der Chan nach der rechten, woſelbſt ſeine Truppen ein Lager aufgeſchlagen hatten; und da ſolcher auch hier vor ſich gieng, ſo konnte er es gegen die Tapferkeit Ihrer Kayſerl. Majeſtaͤt Truppen nicht aushalten, ſondern nahm mit allen den Seinigen die Flucht. Die Contre-Eſcarpe am Graben, welche Ihrer Kayſerl. Majeſtaͤt ſiegreiche Truppen mit der groͤß - ten Unerſchrockenheit erſtiegen, war 6½ Faden, und die Eſcarpe 13 Faden hoch, der Graben aber in ſeinem Grunde 8 Faden breit. Von Stab - und Ober-Officiers iſt niemand geblieben, und verwundet nur 4 Officiers; von Unter-Officiers und Gemeinen dagegen ſind theils todt, theils bleßirt, uͤberhaupt nicht uͤber 100 Mann. Auf den feindlichen Batterien haben die Unſrigen gegen 40 Kanonen, nebſt einigem Vorrath von Pulver undGeraͤthſchaften, zur Beute gemacht. Der commandi - rende General ſchließt dieſe ſeine Nachricht damit, daß er meldet, wie ſich bereits auch aus der Veſtung Perekop ſelbſt Deputirte bey ihm eingefunden haͤtten.
Heute, da das Thronbeſteigungsfeſt Ihrer Majeſtaͤt, der Kayſerinn, in der Stadt gefeyert wurde, traf der Oberſte Gruſchewsky, als Courier von der zwoten Armee, ſchon mit der Nachricht von der Eroberung von Perekop ein. Er uͤbertrachte ſogleich die Schluͤſſel der Veſtung Or - copi. Der Fuͤrſt Dolgorucky hatte die Linien beym Eingange der Krimm den 25ten forciret, und den 26ten ergab ſich die Veſtung mit der Beſatzung und allem dem, was ſich darinn befand, in unſere Gewalt. Der Chan der Tartarn ſollte die Linie mit 600000 Mann ver - theidigen. Er entfernte ſich aber bey der Ankunft un - ſerer Armee, und als nachher etwa ein Corps von 20000 Mann unſern linken Fluͤgel anfiel, ſo ward es ſo wohl empfangen, daß es ſich nach einem blutigen Gefecht nach der Flucht umſehen mußte. Den 27ten hat unſere Ar - mee ihren Marſch weiter fortgeſetzet, um tiefer ins Land zu dringen. Unſere Soldaten haben an allem Noͤthigen einen Ueberfluß, und einen brennenden Eifer, ihre ſieg - reiche Unternehmungen weiter zu verfolgen.
Wir ſind gewiß, daß er bey dem bloßen Zweifel, ob auch das Blut aller dieſer Unſchuldigen wol auf ſeine Seele fallen moͤchte, welche die Ottomanniſche Rache aufgeopfert, und ob Gott nicht wegen der ewigen Ver - dammniß aller derer, welche aus Verzweifelung und Furcht ihre Religion verlaͤugnet, Rechenſchaft von ihm fordern moͤchte, mit Entſetzen werde angefuͤllet werden.
Es giebt zwiſchen dem Tuͤrken und einem jeden an - dern Volk keine Vertraͤge. Sein Geſetz giebt ihm Vollmacht, ja raͤth ihm, ſelbige nicht zu halten, weil dieſem Geſetz zufolge derjenige, welcher kein Muhame - daner iſt, gar keines Rechts faͤhig iſt; daher, wenn nun der Tuͤrke, wie es ſehr wahrſcheinlich iſt, belehret durch[2]ſeine eigene Niederlagen, ſeine Macht, die noch ſo ſehr kann vermehret werden, recht zu gebrauchen lernte, ſo iſt es gewiß, daß er nach ſeinem einmal angenommenen Grundſatz, entweder zu bekehren, oder zu zerſtoͤhren, oder wenigſtens zu Sclaven zu machen, immer da, wo er ſich am ſtaͤrkſten glaubet, Angriffe thun wird. Aller Schaden, alle Niederlagen und Verfolgungen, auch die Mißhand - lung des Chriſtenthums, wuͤrden dem Urheber eines ſo unzeitigen Friedens, als des Urſprunges ſo vieler Uebel, ohne Zweifel zugeſchrieben werden. Was wuͤrde das arme Deutſchland ſagen, wenn je die traurigen Tage vom Jahr 1683. wieder erſcheinen ſollten, da Cara Mu - ſtapha bis an die Mauren Wiens ruͤckt, und in ſo vie - len Laͤndern Verwuͤſtung, Niederlage und Abſcheu ver - breitete? Es wuͤrde ſagen, daß Rußland, welches dem Menſchenblute ſo feind nicht iſt, als die Tuͤrken, allezeit viel gelinder wuͤrde geweſen ſeyn, | es moͤchte denn nun auch, auf was fuͤr Art es wolle, den Krieg gluͤcklich zu Ende gebracht haben. Es wuͤrde ſagen, daß eine leere Einbildung von Eiferſucht die Aufreibung des Feindes des menſchlichen Geſchlechts, der dies aus Grundſaͤtzen iſt, verhindert hatte, und wider welchen ſich die chriſtlichen Maͤchte ſchon ſo oft umſonſt ver - bunden gehabt.
Schließlich alſo verlangen wir jetzo nicht, daß irgend ein Staat die Ehre ſeiner Waffen und das Wohl der Unterthanen aufs Spiel ſetze. Fuͤr uns arme Griechen verlangen wir nur von den Chriſten, daß ſich keiner unſerer Befreyung widerſetze, und Millionen Unſchul - dige einem gewiſſen und ſchleunigen Untergange auf - opfere, ſich ſelbſt aber in Gefahr bringe, einmal ein aͤhnliches Schickſal zu erfahren. Ueberhaupt beſtehet die einzige Gnade, um welche wir die Chriſten, unſere Mitbruͤder, anflehen, in der bloßen Einwilligung, daß wir nicht umkommen ſollen. Dies ſind die Wuͤnſche, welche ihnen in der nahen Erwartung ihres Untergan - ges demuͤthig vorleget. Die ungluͤckliche Griechiſche Nation.
Der Graf von Marboeuf beſichtiget jetzt die alten Thuͤrme von Porto Vecchio, und hat verſchiedene In - genieurs bey ſich. Man verſichert, er werde nachher die Inſeln, welche zu Corſica gehoͤren, ebenfalls in Au - genſchein nehmen. Der Bewegungsgrund dazu iſt un - bekannt. Die Franzoͤſiſche Cavallerie verfolget noch immer die Mißvergnuͤgten. Viele von ſelbigen ſind mit einigen Weibsperſonen, die ſich verſchiedener Ver - brechen ſchuldig gemacht haben, nach Frankreich geſchickt worden. Man erwartet im hieſigen Miniſterio einige Veraͤnderung. Indeſſen bezahlen nunmehro die Pro - vinzen die neuen Auflagen ohne Murren. Das Syſtem, welches man hier einzufuͤhren gedenket, muß fuͤr ſie ſehr vortheilhaft ſeyn.
Der Admiral Spry lieget noch zu Plymouth, und wartet auf die voͤllige Ausruͤſtung der Schiffe, mit wel - chen er auslaufen ſoll.
Den 16ten dieſes langte ein Engliſcher Officier mit der Nachricht von der Entbindung der Koͤniginn von Daͤnnemark von einer Prinzeßinn hier an.
Der Graf von Harcourt iſt noch nicht aus Paris zu - ruͤckgekommen, und geſtern ſind noch Depeſchen an ihn von unſerm Hofe nach Verſailles abgefertiget worden.
Geſtern war die Koͤniginn zum erſtenmal nach ihren gehaltenen Wochen bey der Cour zu St. James,und empfieng die Gluͤckwuͤnſche des Adels und der Ge - ſandten. Den 24ſten werden Ihro Majeſtaͤten von Richmond nach Windſor abgehen.
Die Admirals Saunders und Keppel ſind nach Ports - mouth abgereiſet, um die Magazine daſelbſt zu beſehen. Ueberhaupt werden jetzt verſchiedene neue Anordnungen beym ganzen Schiffsweſen in dieſem Koͤnigreiche gemacht.
Die Admiralitaͤt hat dem Proviant-Amt Ordre ge - geben, 300 Tonnen Proviant zu verſchaffen. Dieſe ſollen nach der Inſel Falkland gebracht werden. Man glaubte anfangs, daß unſer Miniſterium nicht Willens waͤre, die Inſel zu behalten, ſondern ſelbige nach der Beſitznehmung freywillig zu verlaſſen. Jetzt zeiget es ſich, daß dieſe Muthmaßung eben ſo ungegruͤndet ge - weſen, als viele andere, woran es hier nie fehlet.
Vor einigen Tagen iſt der Admiral Holbourne im 67ſten Jahre ſeines Alters verſtorben. Er war Vice - Admiral von der weißen Flagge, Schoutbynacht von Großbritannien, und Gouverneur des Hoſpitals zu Green - wich. Er iſt 52 Jahr in Dienſten geweſen. Admiral Montague, ein Bruder des Grafen von Sandwich, iſt wieder zum Schoutbynacht von Großbritannien ernannt worden.
Dieſer Tagen wurde Indigo, der in Florida gewach - ſen, zum oͤffentlichen Verkauf gebracht. Er wurde ſo gut befunden, daß das Pfund fuͤr 8 Schillinge 9 Pfen. verkauft wurde. Die Oſtindiſchen Schiffe haben eine große Menge von dieſer Waare nach England gebracht, und man glaubt, daß der Preis davon ſehr fallen werde.
Die Antwort des Koͤnigs auf die letzte Remonſtranz der Stadt London iſt nicht nach dem Geſchmacke der Anhaͤnger der Minoritaͤt. Vorgeſtern wurde in Weſt - minſter und London von einem langen hageren und ſchlecht gekleideten Mann, der voͤllig das Anſehen eines Enthuſiaſten hatte, ein Papier ausgetheilet, auf welchem bloß folgende Worte ſtanden: To your Tents, o Iſrael! bind your Nobles in Chains, and your Princes in Fetters of Iron. Man ließ dieſen Schwaͤrmer ſeine Zettel un - gehindert austheilen.
Aus Virginen wird unterm 27ſten May Folgendes geſchrieben: Vergangene Nacht hatten wir eine ſo große Ueberſchwemmung, daß wir faſt im Waſſer um - gekommen waͤren. Sie iſt durch den haͤufigen Regen verurſacht worden. Der Fluß Rapphannock ſtieg 12 bis 14 Fuß hoͤher, als ſich die aͤlteſten Leute hier erin - nern koͤnnen. Es iſt ein ſehr betraͤchtlicher Schaden dadurch verurſachet worden. Alle Waaren aus den Gewoͤlben, und das Korn aus den Magazinen zu Rockey Ridge und Warwick, die an dem Ufer des Fluſſes ge - legen, ſind weggeſchwemmet. Man rechnet den Ver - luſt auf 10000 Pf. Sterl.
Aus Senegal, in Africa, iſt Nachricht eingegangen, daß der Gouverneur O’Hara gluͤcklich daſelbſt wieder angelanget ſey, und die Beſatzung in guten Umſtaͤnden angetroffen habe. Von ſeinen mitgenommenen Recruten iſt kein einziger unterwegens geſtorben. Einige Briefe von daher merken einen Umſtand an, der in kurzem in der Weltgeſchichte merkwuͤrdig werden duͤrfte, naͤmlich daß die Sclavenhandlung dort allmaͤhlig ſehr abnehme, und daß es das Anſehen haͤtte, als wuͤrden dieſe Voͤlker auch einſt das Joch abwerfen, um frey, ſo wie ſie Gott erſchaffen, leben zu koͤnnen.
Von Spithead hat man, daß daſelbſt ein Hollaͤndiſches Oſtindiſches Compagnieſchiff, welches nach Indien be - ſtimmt iſt, eingelaufen ſey. Unter dem Volke herrſcht eine Krankheit, an welcher taͤglich einige ſterben. Das[3]Gouvernement hat deshalb dieſes Schiff zur Quaran - taine angewieſen.
Der Premierminiſter hat, zufolge eines ihm vorge - legten Plans, beſchloſſen, an dem Mißiſippi ein Gouver - nement anzulegen, wo die Englaͤnder nothwendig mit Mexico und den daſigen Spaniſchen Provinzen in Hand - lung ſtehen muͤſſen. Dieſe verlangen Tuch, Leinewand, ꝛc. und jene Spaniſche Thaler. Sollte der Plan wirklich ausgefuͤhret werden, ſo wuͤrde England viel Nutzen, und Mexico viel Bequemlichkeit davon haben.
Der Hof will noch einen andern Plan zur Ausfuͤhrung bringen. Er will naͤmlich die Gouverneurs der Engli - ſchen Provinzen in America independent machen, d. i. ſie ſollen kuͤnftig, in Anſehung ihres Gehaltes, nicht von den Provinzen, ſondern allein von England abhangen. Dieſer Vorſchlag iſt deshalb geſchehen, um die Colo - nien in der Abhaͤngigkeit von England zu er - halten, da denn der Gouverneur nicht mehr noͤthig hat, wegen ſeines Salairs auf den Willen der General-Aſ - ſemblies zu warten.
Der Prinz von Naſſau-Yſenburg, der einige Zeit in England geweſen, und die Univerſitaͤten beſucht hat, wurde geſtern dem Koͤnige zu St. James vorgeſtellet, und ſehr gnaͤdig von ihm empfangen.
Paulus Aemilius Irwin iſt von dem Koͤnige zum Gou - verneur der Inſel Guernſey ernannt worden.
Die Kriegsſchiffe, welche von ihren Stationen aus America in unſern Haͤven ankommen, werden abbezahlet, die Matroſen aber beybehalten, und auf die Gardeſchiffe vertheilet.
Geſtern hatte der neulich angekommene Kayſerl. Koͤn. außerordentliche Geſandte, Baron von Wiedmann, bey Ihren Majeſtaͤten, dem Koͤnige und der Koͤniginn, wie auch bey Ihren Koͤnigl. Hoheiten, den Erbprinzen, die erſte Audienz.
Man ſagt, daß die Kroͤnung des Koͤnigs ſchon den 7ten Auguſt zu Upſal vor ſich gehen werde.
Der Reichsrath und General-Gouverneur in Pom - mern, Graf Loͤwen, und der Baron Ehrenſwart, haben um ihren Abſchied angehalten. Von Reichstags-An - gelegenheit kann man noch nichts Erhebliches melden.
Geſtern iſt der Poſtdirector Lindemann aus Stockholm zu Stralſund angekommen. Das von dem Koͤnigl. Ober - gerichte uͤber ihn geſprochene Urtheil iſt nicht ſo hart, als das Stralſundiſche; indeſſen hat er aufs neue an den Koͤnig appelliret.
Nunmehr wird der Fall des Waſſers auch vor unſerm Deichthor immer merklicher. Seit geſtern iſt es da - ſelbſt 9½ Zoll, beym Geſundbrunnen 11 Zoll, und bey Ratzenburgs-Ort noch mehr gefallen. Die Landleute in den Vierlanden haben die Hoffnung, daß ſie von den Wieſen noch etwas Grummet, oder ſogenannte Nach - matt, gewinnen werden. Die Kornaͤhren kommen da - ſelbſt ſchon wieder aus dem Waſſer hervor, und man hat einen Verſuch gemacht, und gefunden, daß das Korn noch nicht verdorben iſt. Unſere Waſſermuͤhlen haben geſtern Nachmittag wieder angefangen zu mahlen.
Aus Luͤbeck wird gemeldet, daß der Doctor und Ober - Hofprediger, Herr Cramer in Copenhagen, zum daſigen Superintendenten ſey erwaͤhlet worden.
Bey der vorgeſtrigen Ziehung der hieſigen privilegir - ten Zahlen-Lotterie ſind die Nummern: 9. 22. 44. 3. 54. aus dem Gluͤcksrade zum Vorſchein gekommen.
D. Jo. Georg. Richteri Tabulae theologicae dogma - ticae ad uſum lectionum. Lipſiae, impenſis Jo. Fr. Junii. MDCCLXXI. Dieſe Tabellen ſind eigentlich fuͤr die Zuhoͤrer des Herrn Verfaſſers, welche ſeinen dogmati - ſchen Vorleſungen beywohnen, gemacht worden. Sie erſtrecken ſich uͤber die ganze Dogmatik, ſo wie ſie in unſern bekannten Syſtemen abgehandelt wird. Jungen Theologen, die auch nicht bey dem Herrn Doctor die Dogmatik hoͤren, koͤnnen ſelbige zur Wiederholung dienlich ſeyn.
In eben dieſem Verlage ſind herausgekommen: Be - trachtungen uͤber das heutige Gartenweſen, durch Beyſpiele erlaͤutert. Aus dem Engliſchen. Dieſe Be - trachtungen koͤnnen wir allen Liebhabern der Gaͤrten auch in Deutſchland empfehlen. Man trifft in ſelbigen die Grundlage von einem ganzen Lehrgebaͤude uͤber das - jenige an, was uns die Natur Schoͤnes, Erhabenes, Schreckliches, Melancholiſches, Sanftes, Einſames in ihren Auftritten darbieten kann. Die Beſchreibungen einiger Gaͤrten, Parke und Laͤndereyen in England, welche in ſelbigen vorkommen, koͤnnen denen, welche Gaͤrten anlegen, oder die ihrigen verbeſſern wollen, ſehr gute Dienſte thun, ſo wie uͤberhaupt dieſe Schrift vie - les zur Verbeſſerung des Geſchmacks in dieſer Kunſt beytragen wird.
Der zweyte Theil des Herrn Ingels vollkommenen Bergwerkskunſt wird kuͤnftige Michaelis-Meſſe fertig. Wir kuͤndigen dieſes Buch denen Liebhabern der Berg - werke zum Beſten nochmals an, da dieſer zweyte Theil das Noͤthigſte der Bergwerkswiſſenſchaft, naͤmlich von Schmelz - und Fingirung aller Erzte, in ſich begreift, und der Herr Verfaſſer durch ſeine 35-jaͤhrige Praxin ſolche ſo zeiget, daß es ihm und dem Werke Ehre machet. Die Praͤnumeration mit 1 Rthlr. 8 Ggr. fuͤr beyde Theile, wovon der erſte gleich ausgeliefert wird, wird bis zu Ende der bevorſtehenden Leipziger Michaelis-Meſſe noch an - genommen, und zwar hauptſaͤchlich bey nachbenannten Herren: 1) bey dem Buchhaͤndler Ringmacher in Ber - lin; 2) ebendaſelbſt bey dem Buchbinder Vieweg; 3) bey dem Buchdrucker Jacobaͤer in Leipzig; 4) in Hamburg bey Heinr. Chriſt. Grund; desgleichen in den vornehmſten Buchhandlungen Deutſchlands. Wer ſich dieſen Praͤnumerations-Preis zu Nutze machen will, beliebe ſich in Zeiten zu melden; Gelder und Briefe aber franco einzuſenden.
Wann nunmehro die dritte Vertheilung der 55ſten Hamburgiſchen Stadt-Lotterey gezogen worden; ſo koͤnnen diejenigen, denen die Gewinne zu Theil gewor - den, ſelbige taͤglich bey dem Collecteur, allwo der Ein - ſatz geſchehen, in Empfang nehmen. Die Appellirung der nicht gezogenen Looſe muß vor dem 15ten Auguſt bey Verluſt des Looſes bewerkſtelliget werden; immaßen mit Ziehung der vierten und letzten Vertheilung praͤciſe auf den 19ten ejusdem verfahren werden wird.
Die 31ſte Ziehung der Churfuͤrſtl. Trieriſchen Zahlen - Lotterie geſchahe zu Coblenz den 18ten dieſes mit ge - woͤhnlichen Formalitaͤten, wobey die Nummern:
| 17. | 23. | 34. | 21. | 74. |
aus dem Gluͤcksrade erſchienen. Die abermal hieher gefallene ſehr ſtarke Gewinne koͤnnen nun, wo die Ein -[4]lage geſchehen, ſogleich ohne allen Abzug, gegen Einlie - ferung der Original-Gewinn-Billets in Empfang ge - nommen werden. Die 32ſte Ziehung dieſer ſoliden Lotterie geſchiehet den 8ten Auguſt, und alſo von 3 zu 3 Wochen.
Naͤchſtkommenden Donnerſtag, als den 1ſten Auguſt, iſt der Schluß allhier von der 17ten Ziehung des Hochf. Augsburg-Dillingiſchen Lotto. Alle, ſo ſich hierbey zu intereßiren gedenken, koͤnnen bis beſagten Tag, Abends um 8 Uhr, ſowol in meinem Hauptcomtoir, als bey allen aufgeſtellten Herren Collecteurs, auf ſelbſtgefaͤllige Spiele bedienet werden. Auch koͤnnen ſowol hieſige, als auswaͤrtige ſichere Perſonen, ſo von dieſen beyden Lotterien die Collecte uͤbernehmen wollen, ſich nur an mich addreßiren, und der prompteſten Bedienung ver - ſichert halten.
Heute Abend um 6 Uhr iſt der Schluß zu der 47ſten Ziehung des Herzogl Sachſen-Coburg-Saalfeldiſchen Lotto. Alle diejenigen, ſo an dieſer Ziehung annoch Antheil nehmen wollen, werden dahero erſucht, ihre be - liebigen Einſaͤtze bis dahin gefaͤlligſt beſorgen zu laſſen, indem nach gemeldter Zeit nichts mehr angenommen wird.
Von dem Durchlauchtigſten, Großmaͤchtigſen Fuͤrſten und Herrn, Herrn Guſtav, der Schweden, Gothen und Wenden Koͤnig ꝛc. Erben zu Norwegen, auch Herzogen zu Schleswig-Holſtein, ꝛc. Unſerm allergnaͤdigſten Koͤ - nige und Herrn.
Wir zum Pommerſchen Hofgericht verordnete Di - rector und Aſſeſſores, thun hiemit kund und zu wiſſen: Demnach bey Sr. Hochgraͤfl. Excellence und der Koͤnigl. Pommerſchen Hochpreisl. Landesregierung der Hochedle und Veſte Herr Baron von Vegeſack, als Directeur der von Ihro Koͤnigl. Majeſtaͤt allergnaͤdigſt octroyrten Stralſundiſchen Zahlen-Lotterie, gehorſamſt angezeiget: Wie ſich allerley Ausſtreuungen verbreiteten, als ob die gedachte Direction ſich weigerte, gewonnene Billets zu bezahlen; und daher gebeten, per publica Proclamata in tribus diverſis territoriis affigenda alle und jede vorzu - fordern, die dergleichen Anſpruͤche an Ihr haben koͤnnten.
Und dann Hochgedachte Sr. Hochgraͤfl. Excellence, und die Koͤnigl Hochpreisl. Regierung dieſem Geſuch deftriret, und dem Koͤnigl Hofgericht die Publication ſolcher Proclamatum uͤbertragen:
So citiren, heiſchen und laden, Kraft tragenden Amts, Wir hiemit alle und jede, welche an der Koͤnigl Schwe - diſchen octroyirten Zahlen-Lotterie zu Stralſund der - gleichen Anſpruͤche haben moͤgen, daß ſie den 13ten Auguſt, den 20ſten September und den 30ſten October curr. Morgens um 10 Uhr, vor dem hieſigen Koͤnigl. Hofgericht ſich einfinden, ihre Forderungen dociren, und wann ſelbige rechtmaͤßig, prompte Bezahlung gewaͤrti - gen koͤnnen. Dahingegen, im Fall ihres Außenbleibens, ihnen ein ewiges Stillſchweigen auferlegt, und ſie als Diffamanten dieſes, unter Koͤnigl Schutz ſtehenden Lottos, angeſehen werden ſollen; zu welchem Ende ſie denn auch zugleich hiedurch vorgeladen ſind, in ultimotermino, den 30ſten October, die Publication der Praͤ - cluſio-Urthel, wie ſolche in proceſſu provocatorio recht - lich anzuhoͤren.
Auf gebuͤhrendes Anſuchen der Geſchwiſtere und Ge - bruͤdere, die Glaube, iſt deren ſeit 14 Jahren abweſen - der Bruder Guſtav Friderich Glaube, da ſein Aufent - halt nicht ausfuͤndig zu machen geweſen, nach der Ver - ordnung vom 22ſten October 1763. edicaliter, und in dem peremtorie vor Einem Koͤnigl. Preußiſchen Kam - mergerichte zu Berlin angeſetzten Termino den 7ten Auguſt 1771. Morgens um 8 Uhr, zu erſcheinen, unter der Verwarnung vorgeladen worden, daß außenbleiben - den Falls er fuͤr todt geachtet, und ſein ſaͤmmtliches Vermoͤgen ſeinen Geſchwiſtern eigenthuͤmlich uͤberlaſſen werden ſolle.
Berlin, den 14ten September, 1770.
Buͤrgermeiſter und Rath der Stadt Stade haben un - term 25ſten Junii 1771. alle diejenigen, welche in den hieſigen Stadtkirchen, oder auf den Kirchhoͤfen, einige Begraͤbniſſe, und in erſteren Kirchenſtellen haben, durch einen oͤffentlichen Anſchlag erinnert, daß ſie ſolche, und zwar Einheimiſche binnen 12 Wochen, Auswaͤrtige aber binnen einem Jahre a dato gehoͤrig um - und zuſchreiben laſſen ſollen, widrigenfalls, wie auch, wenn in kuͤnftigen Acquiſitions-Faͤllen die Um - und Zuſchreibung von Ein - heimiſchen binnen 6 Wochen, und von Auswaͤrtigen binnen einem halben Jahre nicht beſchaffet wird, ſolche Kirchen - und Begraͤbnißſtellen als verlaſſen, und einer jeden Kirche heimgefallen erklaͤret werden ſollen.
Da der Wachsbleicher Johann David Jenſchowsky in Berlin ſeine Wachs-Fabrique dermaßen in Stand geſetzet hat, daß er nicht allein einen anſehnlichen Vor - rath weißes ſchoͤnes reines Wachs dieſen Sommer be - reits gebleichet, ſondern es ihm auch durch ſeine vier - jaͤhrige Praxin ſo gerathen, daß ſolches an Weiße keinem nichts nachgiebt; ja, mit dem beſten in Deutſchland gleichkommt: Als machet derſelbe einem geehrten Publico und ſeinen reſp. Kunden dieſes hierdurch bekannt, daß ſie anjetzt von ihm ſowol in Quantitaͤt, als en Detaille, alle Sorten Wachslichter und Scheibenwachs um die billigſten Preiſe, und zwar das Pfund à 13 Ggr. bekom - men. Die Schoͤnheit und Guͤte des Wachſes wird ſich von ſelbſt anpreiſen. Auswaͤrtige Freunde koͤnnen ſich prompter Ueberſendung verſichert halten; dagegen bit - tet man ſich aus, die Briefe und Gelder franco zu ſchicken.
Es wird hierdurch bekannt gemacht, daß in bevorſte - hender Braunſchweiger Laurentii-Meſſe in einem Ge - woͤlbe auf der breiten Straße, unter Herrn Hofrath Spießen Hauſe, der ſel. Diederich von Bartels Wittwe aus Luͤbeck nachgelaſſenes ſehr gut ſortirtes Lager von aͤchten Gold - und Silberwaaren, Sammeten, Seiden - Velpen und Engliſchen Manſcheſter und Velverets, zum Einkaufspreis gegen baare Bezahlung aufgeraͤumet wer - den ſoll.
Es wird hiemit angezeiget, daß eine gute Wohnung, belegen am Berge oben dem alten Schlangen, zur Miethe, und auf Martini kann befahren werden. Naͤhere Nachricht davon iſt im Grundſchen Comtoir zu erfragen.
Britt-Marie SchusterManuel WilleArnika LutzFabienne WollnyNote: Bereitstellung der Texttranskription.Note: Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.2014-07-07T12:30:46Z CLARIN-DNote: Langfristige Bereitstellung der DTA-Ausgabe
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