Jch hoffe, daß Sie meinen Brief vom 13ten erhal - ten haben. Es giengen viele Unordnungen bey der Poſt vor, aber durch die hier erfolgte gluͤckliche Re - volution, wovon ich ſogleich reden will, hat ein auf dem Rathhauſe der Stadt errichteter beſtaͤndiger Aus - ſchuß 4 Buͤrger bey der Poſt ernannt, damit alles da - ſelbſt richtig und ordentlich zugehe. Geſtern haben dieſe Buͤrger daſelbſt ihre Stellen eingenommen.
Am Montag fruͤhe ſchien die Stadt Paris mehr einer mit Sturm eroberten Stadt, als der Hauptſtadt des Koͤnigreichs, aͤhnlich zu ſeyn. Man begegnete nur be - waffneten und undiſciplinirten Leuten, die ſich den groͤßten Ausſchweifungen uͤberließen. Jn der Nacht hatte man die Boutiken aller Waffenſchmiede aufge - brochen, und aus ſelbigen alle vorraͤthigen Gewehre weggenommen. Des Morgens mußte jeder eine gruͤne Cocarde, als das Symbolum der Hoffnung, nehmen. Bey der Conſternation verlohren doch die Buͤrger den Kopf nicht. Es war eine allgemeine Verſammlung auf dem Rathhauſe; (Hotel de ville) verſchiedene Ver - ſammlungen waren in den Kirchen, wo die Buͤrger - ſchaft beſchloß, ſich zu bewaffnen und ſich ſelbſt zu ſchuͤtzen. Vor 4 Uhr des Nachmittags giengen Pa - trullen in allen Quartieren der Stadt, welche von der Verſammlung auf dem Stadthauſe abhiengen, wo unter dem Praͤſidio des Herrn von Fleſſelles, Prevot der Kaufleute, ein immerwaͤhrender Ausſchuß errichtet ward, um das zu reguliren, was die Buͤrgerwache be -trifft. Die Stadt nahm die Franzoͤſiſchen Garden und andere Koͤnigl. Truppen in Sold, welche ihre Fahnen verlaſſen hatten. Sie errichtete von dieſen Truppen und von den buͤrgerlichen Truppen eine Miliz von 48000 Mann; und, welches zum Erſtaunen war, vom Dienſtag an befanden ſich ſowol an Soldaten, die ihre Fahnen verlaſſen hatten, als an Einwohnern, uͤber 100000 Mann unter den Waffen. Es ſind wirklich 116000 bewaffnete Leute, worunter aber wenig Caval - lerie iſt. Man vertheilte dieſe Truppen Quartierweiſe, und die Quartiere wieder Diſtrictweiſe. Man er - nannte Officiers, und errichtete eine Caſſe zur Bezah - lung der Soldaten und Arbeiter, ꝛc. Man bewog die Buͤrger, zu dieſer Caſſe ihre Beytraͤge zu geben, wozu jeder ſeinen Beytrag auch gab und noch uͤberfluͤßig gie - bet. Es wurden namhafte Summen dazu geliefert.
Vom Montag fruͤh an begab ſich ein Theil des be - waffneten Volks, ohne Ordnung und ohne Chef, nach verſchiedenen Kloͤſtern und andern Haͤuſern, um zu ſehen, ob ſich allda Korn - oder Me〈…〉〈…〉 magazine befaͤn - den. Die Carthaͤuſer kamen der Viſite zuvor, und ſchickten ihr Korn nach der Halle. Jn dem Hauſe der Prieſter von der Mißion des heil Lazarus, in der Vor - ſtadt St. Martin, fand man etwa 50 Fuhren Getraide, die man ſogleich nach der Halle ſchickte. Die Prieſter mußten die Wagen beſteigen. Dieſes Korn ward ver - kauſt, und das Geld den Prieſtern wiedergegeben. Montags Abends begab ſich eine Menge Raͤuber nach dem gedachten Hauſe des heil. Lazarus, pluͤnderte es, und wollte das Haus in Brand ſtecken, aber die Buͤr - gerwache eilte herbey, und zerſtreuete die Boͤſewichte, von welchen viele getoͤdtet und einige ſogleich aufge - henkt wurden. Bey den jetzigen Unruhen hat ſich die Buͤrgerwache dergleichen Executionen der Raͤuber er - laubt. Nie iſt in Paris die Ruhe groͤßer geweſen, als in der Nacht vom Montag auf den Dienſtag, und auch[2]an den folgenden Tagen, und nie war die Sicherheit der Buͤrger beſſer.
Man beſuchte am Montag und Dienſtag verſchiedene Privathaͤuſer, um aus ſelbigen die etwa darinn befind - lichen Waffen zu nehmen. Man war auch in dem Hotel des Polizey-Lieutenants, wo verſchiedenes verdorben ward. Um fernere Beſchaͤdigung zu verhuͤten, hat er ſich eine Buͤrgerwache aus, die ihm auch bewilliget ward. Man beſuchte auch die Meublekammer der Krone, aus welcher man alle alte und neue Gewehre wegnahm. Des Abends bemaͤchtigte man ſich eines Fahrzeuges mit Kugeln und Pulver, welches fuͤr das Lager beſtimmt war.
Eben dieſen Abend fieng man an, alle Poſtillions, Couriers und Bothen zu durchſuchen, (welches auch bis jetzt noch fortgeſetzt wird.) Man bemaͤchtigte ſich beſonders zweyer Couriere, bey welchen man wichtige Briefſchaften fand. Der erſte hatte ein Packet an den Poſt-Director in Verſailles, worinn ſich eine Addreſſe an den Koͤnig befand. Es war dieſes ein Brief an Se. Majeſtaͤt von dem Marſchall von Caſtries, in wel - chem er ſich entſchuldigte, daß er die ihm angebotene Stelle eines Seeminiſters nicht wieder annehmen koͤnne, er ſagte noch, daß man in der Einſamkeit anders denke, als bey Hofe; daß man bey der Parthey, die der Hof jetzt genommen, nicht wiſſe, was man rathen koͤnne, und verſicherte zuletzt den Monarchen von ſei - ner Ergebenheit. Dieſer Brief hat das Publicum ſehr zum Vortheil des gedachten Miniſters eingenommen. Der zweyte Brief war von dem Herrn von Fleſſelles, Prevot der Kaufleute, an den Herrn von Breteuil, oder, wie andere mit mehr Wahrſcheinlichkeit ſagen, an den Gouverneur der Baſtille, worinn er meldete, daß er bis jetzt die buͤrgerliche Canaille unthaͤtig gehal - ten haͤtte, daß er aber fuͤr nichts mehr ſtehen koͤnne, wenn die Koͤnigl. Truppen nicht bald erſchienen.
Man verpflichtet, auch bis jetzt noch, alle Perſonen, welche aus Paris gehen, zur Wiederkunft, und bittet ſie, Paris nicht zu verlaſſen. Verſchiedene angehaltene Particuliers hatten anſehnliche Summen bey ſich, welche man nach dem Stadthauſe gebracht hat, um ſie den Eigenthuͤmern mit der Zeit wiederzugeben.
Die Stadt befahl, daß die buͤrgerlichen Truppen ſtatt der gruͤnen Cocarde eine rothe und blaue nehmen ſollten, welches die Farben des Stadtwapens ſind, und die von keinem andern, als den regiſtrirten Truppen, getragen werden koͤnnen. Aber in eben dem Augen - blick vertauſchte das Publicum die gruͤne Cocarde mit einer rothen und weißen. Niemand, auch ſelbſt die Geiſtlichen, darf ohne dieſe Cocarde ausgehen. Die gruͤne Farbe iſt wegen des Wapens einer gewiſſen Perſon verhaßt worden, von welcher man glaubt, daß ſie dem Koͤnige zu den genommenen Maaßregeln ge - rathen habe.
Gegen den Oberſtallmeiſter von Frankreich, Prinzen von Lambeſc, war der Poͤbel ſehr aufgebracht, der am Sonntag die Tumultuanten mit der Cavallerie bis in den Garten der Thuilleries verfolgt hatte. Am Mon - tag begegnete man einer ſeiner Kutſchen, die man nach dem Platz von Greve fuͤhrte, und daſelbſt verbrannte.
Als an eben dieſem Tage der Herzog von Chatelet, Oberſter der Franzoͤſiſchen Garden, zu Pferde war unduͤber den Fluß ging, drohete man, ihn ins Waſſer zu werfen, aber ſein unerſchrockener Muth und 2 bewaff - nete Franzoͤſiſche Garden befreyeten ihn von der Wuth des Poͤbels.
Der Oeſterreichiſche Ambaſſadeur, Graf von Mercy, ließ das Silberzeug und andere koſtbare Meublen aus ſeinem Hotel wegbringen, und verlangte eine Wache von der Schweizergarde; aber das Volk bezeigte die groͤßte Achtung fuͤr dieſes Hotel, ſo wie fuͤr alles, was dem Ambaſſadeur und auch den uͤbrigen hier befindlichen fremden Geſandten gehoͤrt.
Es fehlte der großen Anzahl buͤrgerlicher Truppen an Waffen. Am Dienſtag Vormittag begaben ſie ſich haͤufig nach dem Jnvalidenhauſe, welches an das ſogenannte Champ de Mars ſtoͤßt, wo uͤber 6000 Mann Truppen campiren. Man machte den Thorweg zu. Sie ver - langten, daß man ihnen die Waffen ausliefere. Der Gouverneur, Herr von Sombreuil, erſchien an dem Thorweg, um mit dem Volke zu reden. Aber kaum war er da, als ſchon viele Buͤrger uͤber die Mauern und Graben geſetzt waren, und ſich auf dem Hofe be - fanden. Hierauf ließ der Gouverneur die Thore oͤffnen. Das Volk nahm alle Saͤbel, Bajonette, und 30000 Flinten, fuͤhrte auch 22 Kanonen mit ſich fort, ohne daß ſich die im Lager befindlichen Truppen regten. Waͤh - rend daß ein kleines Detaſchement der buͤrgerlichen Trup - pen dieſe Canonen im Triumph fortfuͤhrte, begaben ſich die uͤbrigen nach dem Arſenal, wo ihnen nichts widerſtand. Sie giengen hierauf nach der Baſtille, die ans Arſenal ſtoͤßt, und verlangten, daß man ihnen die darinn befindlichen Waffen und Pulver ausliefere. Der Marquis von Launay, Gouverneur der Baſtille, ließ die Thore oͤffnen, und 2 bis 300 Perſonen auf den erſten Hof kommen, ließ hierauf die Zugbruͤcke auf - ziehen und die Thore wieder zumachen, ſo daß dieſe Perſonen eingeſchloſſen waren. Herr von Launay that noch mehr, er ließ mit Kartaͤtſchen auf ſie feuern. Hierauf verſuchten die Truppen, die ſich außerhalb be - fanden, einen Sturm auf die Baſtille. Man ließ die aus dem Jnvalidenhauſe genommene Kanonen kommen, ſchoß mit ſelbigen das Thor auf, und riß die Zugbruͤcke ab; aber vorher waren einige Soldaten der Franzoͤſi - ſchen Garden und der Buͤrger (eine unglaubliche Sache!) in den Platz hineingekommen. Es war ein Grenadier der Franzoͤſiſchen Garden, welcher zuerſt hinein kam. Er lief zu einer Kanone, toͤdtete den Kanonier, nahm ſeine Lunte, brannte los, und toͤdtete etwa 12 Jnva - liden. Gleich hierauf zog er ſein weiſſes Schnupftuch hervor, zeigte es dem Volk, lief zum Gouverneur, und nahm ihn gefangen. Schon waren die buͤrgerlichen Truppen durch das Thor und uͤber die Bruͤcke in die Baſtille gedrungen, und in weniger als 3 Stunden war dieſer Platz von buͤrgerlichen Truppen angegriffen und erobert. Man nahm dem Herrn von Launay das Ludwigskreuz ab, und knoͤpfte es dem obengedachten Grenadier ins Knopfloch. Man fuͤhrte den Gouverneur, den Major der Baſtille, und einige invalide Kanoniers im Triumph nach dem Platz von Greve. Man zwang ſie, ihre Kleider verkehrt anzulegen. Zu gleicher Zeit befreyte man alle Staatsgefangene, unter welchen ſich einer befand, der ſchon 40 Jahre geſeſſen hatte. Als man auf dem Platz von Greve angekommen war, erſtach[3]man den Hrrrn von Launay und den Major, man henkte 2 Kanoniers, und pardonnirte einige andere. Als Herr von Fleſſelles, Prevot der Kaufleute, der ſich auf dem Stadthauſe befand, erfuhr, daß man den Herrn von Launay umbringen wolle, ging er hinaus, um fuͤr ihn Pardon zu bitten; aber kaum war er auf der Treppe, dem Platze gegenuͤber, als die Perſon mit dem oben - gedachten Brief ankam, den ſie ihm zeigte, ihn einen Verraͤther hieß, und ihn mit einem Piſtol todt zur Erde ſtreckte. Man ſchnitt dem Herrn von Launay und dem Major die Koͤpfe ab, fuͤhrte ſie im Triumph nebſt den Schluͤſſeln der Baſtille durch die Straßen und nach dem Garten des Palais Royal. Ein in der Baſtille 14 Jahre geweſener Gefangener ward auch im Triumph aufgefuͤhrt, der einer der ſchoͤnſten Maͤnner war. Von den Soldaten oder National-Truppen ſind 27 getoͤdtet.
An dem merkwuͤrdigen Dienſtage nahm man noch 12 Kanonen weg, die in der Nachbarſchaft von Paris auf Befehl des Marſchalls von Broglio gepflanzt waren. Des Abends ward die allgemeine Conſternation des vorigen Tages in Freude verwandelt. Man befuͤrchtete einige Angriffe in der Nacht, man riß alſo das Pflaſter einiger Straßen auf, beſonders in den Vorſtaͤdten, und man nahm alle Maaßregeln, um ſich dem Angriffe der Koͤnigl. Truppen zu widerſetzen. Um 10 Uhr des Abends, entſtand ein falſcher Laͤrm; ein neuer entſtand um 3 Uhr, des Morgens. Es waren die Truppen aus dem Lager des ſogenannten Champ de Mars, welche aufbrachen, und mit ſolcher Eile nach Verſailles zogen, daß ſie ihre Zelter, Matratzen, Toͤpfe, ꝛc. zuruͤck ließen, deren ſich die National-Truppen den folgenden Mor - gen bemaͤchtigten.
Seit dem Sonntage iſt hier kein Schauſpiel gewe - ſen, und man weiß noch nicht, wenn ſie wieder anfan - gen werden. Am Mittewochen fiengen 15 Maurer an, die Baſtille niederzureißen, und man faͤhrt noch immer fort damit. Als man dieſen Ort einnahm, nahm man zugleich das Regiſter mit, worinn ſich die Gefangenen einſchreiben, und brachte es aufs Stadthaus. Am Mittewochen warf das Volk alle Archive auf den Hof, welche zerſtreuet und zum Theil zerriſſen wurden, und die man ſehr bedauert, weil ſie vieles zur Aufklaͤrung deſſen, was in der Baſtille vorgegangen, beygetragen haben wuͤrden. An der Niederreißung der Baſtille wird noch mit unglaublicher Thaͤtigkeit gearbeitet.
Ohne den Schritt, welchen Se. Majeſtaͤt, der Koͤ - nig, am Mittewochen thaten, und wovon ich gleich reden werde, wuͤrden in der Nacht vom Mittewochen auf dem Donnerſtag alle Große und Geiſtliche, die es nicht mit der ſogenannten Volksparthey halten, aufge - hoben worden ſeyn. Man wollte Gewalt gebrauchen, und ſie mit bewaffneten Leuten und Kanonen von Verſailles holen, ꝛc. ꝛc.
Man hat Nachricht, daß zu Rouen ein allgemeiner Aufſtand geweſen, als man die Abreiſe des Herrn Necker erfahren. Man hat viel Getraide und Mehl weggenommen. Die Soldaten haben gefeuert, und man hat wiederum viele Soldaten erſchoſſen.
Nachdem ich Jhnen nun von den verſchiedenen ſchreck - lichen Auftritten Nachricht gegeben, die in dieſen Ta - gen hier vorgegangen ſind; ſo muß ich jetzt noch etwasvon den verſchiedenen Sitzungen der Nationalverſamm - lung ſagen.
Montags, den 13ten, beſchaͤfftigte man ſich noch mit der Entfernung der Truppen, und mit der Ent - laſſung des Herrn Necker. Es wurden ſtarke Reden gehalten. Eine Deputation von Paris, welche Nach - richt von dem brachte, was daſelbſt in der Nacht vor - gegangen war, unterbrach die Deliberationen auf eine kurze Zeit; man fieng aber gleich wieder an zu delibe - riren, und nach verſchiedenen aͤußerſt ſtarken Aeußerun - gen einiger Deputirten, ward beſchloſſen, ſogleich eine Deputation an den Koͤnig zu ſchicken, mit der Bitte, die neuen Miniſter wieder zu entlaſſen, die Truppen zuruͤckzuſchicken, und zu erlauben, daß eine gewiſſe Anzahl Deputirter ſich nach Paris begebe, um daſelbſt die Errichtung einer buͤrgerlichen Wache zu bewerk - ſtelligen. Die Deputation gieng zum Koͤnige, der ſel - biger, ohne von der Entlaſſung der Miniſter etwas zu gedenken, die folgende Antwort gab: “Jch habe Jhnen ſchon meine Meynung uͤber die Maaßregeln zu erkennen gegeben, zu welchen mich die in Paris vorgegangenen Unordnungen bewogen haben. Mir allein koͤmmt es zu, uͤber deren Nothwendigkeit zu urtheilen, und ich kann hierinn nichts aͤndern. Einige Staͤdte bewachen ſich ſelbſt, aber die Groͤße der Hauptſtadt erlaubt dieſes nicht. Jch zweifle an der Reinigkeit ihrer Abſichten nicht, die Sie bewegen, Mir Jhre Sorgfalt in dieſen traurigen Umſtaͤnden anzubieten, aber Jhre Gegenwart zu Paris wuͤrde nichts gutes wirken; ſie iſt hier noch zur Beſchleunigung der wichtigen Arbeiten nothwendig, deren Fortſetzung ich noch immer von ihnen verlange.”
Auf dieſe Antwort machte die Nationalverſammlung das folgende Arreté: Die Generalverſammlung er - klaͤrt, als Dollmetſcherinn der Nation, daß Herr Necker und die uͤbrigen Miniſter, welche entfernt wor - den, die Achtung und das Bedauern der Nation mit ſich nehmen, daß in ihren Communicationen mit dem Koͤnige keine Mittelsperſon exiſtiren kann; daß die Miniſter und Agenten der Civil - und militairiſchen Macht alles das verantworten muͤſſen, was gegen die Rechte der Nation und die Decrete der Nationalver - ſammlung unternommen wird; daß die gegenwaͤrtigen Miniſter und Raͤthe perſoͤnlich fuͤr alles Ungluͤck ſtehen ſollen; daß die Nationalſchuld unter den Schutz der Ehre der Nation genommen, daß die Nation die Jn - tereſſen davon bezahlen will, daß niemand das infame Wort Bankerott ausſprechen ſoll, und keine Macht Treue und oͤffentlichen Glauben brechen muͤſſe; daß die Verſammlung bey ihren genommenen Arretes bleibe. > (Man ſehe unſere Mittwochs-Zeitung.)Die Verſamm - lung beſchloß hierauf, in der Nacht nicht auseinander zu gehen. Dem Koͤnige ward das gedachte Arreté beym Abendeſſen uͤbergeben. Die darauf ertheilte Antwort war der erſtern mehrentheils gleich. Eine zwote Ant - wort, worinn der Koͤnig verſprach, daß der Prevot der Kaufleute von Paris eine Buͤrgerwache einrichten, und daß ſich die Truppen aus dem Champ de Mars zuruͤckziehen ſollten, befriedigte die Nationalverſamm - lung nicht.
Jn der Sitzung vom 14ten wurden dieſe Koͤnigl. Antworten in Ueberlegung genommen, und der Praͤſi - dent ſagte noch, daß er erfahren, daß die Papiere, die[4]die Finanzen betreffen, ſo wie es Herr Necker einge - richtet habe, der Verſammlung vorgelegt werden ſoll - ten. Ein Ausſchuß von 6 Gliedern ward ernannt, den Plan der Conſtitution aufzuſetzen.
Es ſcheint, daß der Koͤnig von dem, was den Tag vorher in Paris vorgegangen, nicht genau unterrichtet geweſen; indem Se. Majeſtaͤt, wie gewoͤhnlich, auf die Jagd giengen. Am Mittewochen, den 15ten, fruͤh um 9 Uhr, kamen der Herzog von Orleans und der Prinz von Beauveau, Audienz bey dem Monarchen zu haben. Man wollte ſie erſt nicht zulaſſen, aber zuletzt beſtanden ſie ſo ſehr darauf, daß ſie die Audienz er - hielten. Sie erzaͤhlten Sr. Majeſtaͤt hierauf alles, was ſich in Paris bey dem Jnvalidenhauſe und der Ba - ſtille zugetragen, mit großer Freymuͤthigkeit. Der Monarch begab ſich hierauf mit ſeinen beyden Koͤnigl. Bruͤdern in einem Jagdwagen nach der National-Ver - ſammlung, und hielt daſelbſt folgende Rede:
“Meine Herren! Jch habe Sie verſammelt, um Sie uͤber die wichtigſten Staats-Angelegenheiten um Rath zu fragen. Das, was meinem Herzen am mei - ſten ſchmerzlich iſt, betrifft die Unordnungen in der Hauptſtadt. Der Chef der Nation koͤmmt mit Zu - trauen in die Mitte ihrer Repraͤſentanten, ihnen ſeine Bekuͤmmerniß zu erkennen zu geben, und ſie einzula - den, Mittel auszufinden, Ordnung und Ruhe wieder herzuſtellen. Jch weiß, daß man ſich unterfangen hat, bekannt zu machen, daß ihre Perſonen nicht in Sicher - heit waͤren. Sollte es wohl noͤthig ſeyn, Jhnen wegen ſo ſtrafbarer Geruͤchte Muth einzuſprechen, die Mein bekannter Charakter ſchon im voraus widerlegt? Ja, Jch bin es, der nur eines mit Jhnen ausmacht, Jch bin es, der Jch Mein Vertrauen auf Sie ſetze. Hel - fen Sie Mir bey dieſen Umſtaͤnden das Wohl des Staats ſichern; Jch erwarte es von der National - Verſammlung und der Eifer der Repraͤſentanten Mei - nes zum allgemeinen Wohl vereinigten Volks iſt Mir der ſichere Buͤrger davon. Da Jch Mich auf die Treue Meiner Unterthanen verlaſſe; ſo habe Jch Meinen Truppen befohlen, ſich von Paris und Verſailles zu entfernen. Jch bevollmaͤchtige Sie, und lade Sie ein, Meine Willensmeynung der Hauptſtadt bekannt zu machen.”
Dieſe Rede erweckte die lebhafteſte Freude, und die ganze Verſammlung ertoͤnte von dem: Es lebe der Koͤnig! Der Koͤnig kehrte hierauf mit ſeinen beyden Bruͤdern nach dem Schloſſe zuruͤck, begleitet von der National-Verſammlung. Die Koͤniginn, Madame, ihre Tochter, Madame Eliſabeth und der Dauphin waren auf dem Balkon.
Hierauf giengen 80 Deputirte, an deren Spitze ſich der Erzbiſchof von Paris befand, von Verſailles nach Paris, um den Koͤnigl. Entſchluß der Stadt anzu - kuͤndigen. Als ſie auf dem Platze von Louis XV. angekommen waren, fanden ſie ſich mit mehr als 4000 Mann buͤrgerlicher Truppen umgeben. Ein Theil der Deputirten begab ſich grade nach dem Stadt - hauſe mit den ſie begleitenden Truppen; der uͤbrige Theil gieng in den Garten der Thuilleries, durch die Straße St. Honoré, und begab ſich nachher auch nach dem Stadthauſe, und kuͤndigte allenthalben den Frie - den an. Als ſie durch die Straße St. Honoré gien -gen, kamen ſie 2 Cabriolets vorbey, welche das Volk im Triumph auffuͤhrte, worauf ſich 4 bey der Belage - rung der Baſtille verwundete Franzoͤſiſche Garden, nebſt dem Grenadier, befanden, der zuerſt in dem Hof der Baſtille eindrang. Er hatte eine Krone von Blu - men, das Ludwigskreuz und das blaue Band. Die Deputirten gaben ihm die Hand, und einige kuͤßten ſie ihm. Als der Erzbiſchof von Paris auf dem Stadt - hauſe den Koͤnigl. Entſchluß bekannt machte, entſtand große Freude. Er ſelbſt begab ſich nach der Metropo - litankirche, und ſtimmte das Te Deum an. Einige Deputirten begaben ſich des Abends nach dem Garten des Palais Royal, wo ſie mit großen Freuden-Bezeu - gungen aufgenommen wurden.
Den Tag darauf hatte der auf dem Stadthauſe er - richtete immerwaͤhrende Ausſchuß den Marquis de la Fayette zum General-Commandanten der buͤrgerlichen Miliz, und den Herrn Bally zum Prevot der Kaufleute ernannt. Die erſte Ernennung geſchah mit großem Jubel. Der Marquis wollte reden, er konnte aber nicht. Er zog hierauf ſeinen Degen, ſenkte ihn vor der Verſammlung zum Zeichen des Danks, und geſtern blieb er auf dem Stadthauſe, und ertheilte ſeine Befehle.
Dem ungeachtet bewachte die buͤrgerliche Miliz die Stadt die ganze Nacht hindurch, und man ſcheint we - gen des Abmarſches der Truppen noch in Sorgen zu ſeyn, aber ohne Grund, indem die Truppen nicht da - von fliegen koͤnnen, und erſt die noͤthigen Anſtalten zum Abmarſch treffen muͤſſen.
Jn der National-Verſammlung von geſtern las man viele erhaltene Dank-Addreſſen. Der Adel und die Geiſtlichkeit waren nun voͤllig mit dem Buͤrgerſtande einig. Es ward der Verſammlung bekannt gemacht, daß der Koͤnig den Siegelbewahrer, den Herrn von Villedeuil, und den Kriegsminiſter, Marſchall von Broglio, entlaſſen habe. Was den Baron von Bre - teuil und den Herzog de la Vauguyon betrifft, ſo hatten dieſe noch nicht den Eid abgelegt, und werden ihre Stellen nunmehr nicht erhalten. Die Verſammlung machte eine Addreſſe an den Koͤnig, worinn ſie um die Zuruͤckberufung des Herrn Necker bat, welche Se. Majeſtaͤt gewiß bewilligen werden. Man glaubt, die Verſammlung werde eine Deputation an den Herrn Necker ſchicken, um ihn zu bitten, daß er wieder zu - ruͤckkomme. Der Graf von Montmorin und der Herr de la Luzerne werden ebenfalls ihre Miniſterſtellen wieder erhalten.
Der Polizey Lieutenant, Herr von Crosne, hat ge - ſtern ſeine Stelle niedergelegt.
Auch das Parlement hat ſich geſtern beym Koͤnige bedankt, daß er die Truppen wieder zuruͤckmarſchiren laſſen.
Die Herren de la Galaiſiere, Foulon und de la Porte hatten, der erſte die Stelle eines Generalcon - trolleurs, der zweyte das Kriegs-Departement fuͤr die ſtreitigen Faͤlle, und der dritte das See-Departement ausgeſchlagen.
So eben erhaͤlt man Nachricht, der Koͤnig werde um 11 Uhr Vormittag nach dem Stadthauſe kommen. Man macht alle Anſtalten zu ſeinem Empfang, und die buͤrgerlichen Truppen werden ſich von Paſſy bis[5]nach dem Stadthauſe ſtellen, damit der Monarch die Menge derſelben ſehen moͤge. Es werden wenigſtens 100000 Mann ſeyn.
Jn der vorigen Nacht iſt der Prinz von Lambeſe einem Detaſchement Cavallerie gluͤcklich entwiſcht. Sein Tod war unvermeidlich, haͤtte man ihn in die Haͤnde bekommen.
Jetzt iſt es hier ganz ruhig. Alle Boutiken und Laden ſind wieder offen, und jeder geht ſeinem Ge - werbe nach.
Mit einem aus Paris angekommenen Expreſſen iſt die Nachricht eingegangen, daß Herr Necker durch ein Arret des Koͤnigs wieder zuruͤckberufen, die neu ange - ſtellten Miniſter aber von ihren Stellen wieder ent - laſſen worden. Man hofft, daß der dem Herrn Necker nachgeſandte Courier ihn noch zu Bruͤſſel treffen werde. Ob er ſeine Stelle eines Directeurs der Finanzen wie - der annehmen werde, das wird die Zeit lehren. Man ſagt, daß die National-Verſammlung zu Paris dieje - nigen, welche die Entlaſſung des Herrn Neckers ange - rathen haben, als Verraͤther des Vaterlandes behan - delt wiſſen will.
Die Nachricht, als wenn zu Paris an 10000 Men - ſchen bey der Revolution umgekommen waͤren, iſt gaͤnzlich ungegruͤndet. (Man ſehe den vorhergehenden Brief aus Paris.)
Vorgeſtern iſt der geweſene Franzoͤſiſche Finanzmini - ſter, Herr Necker, hier eingetroffen, und hat ſeine Reiſe uͤber Bonn und Coblenz weiter fortgeſetzt. Geſtern trafen ſeine Frau Gemahlinn und Tochter, Madame von Stael, hier ein, und ſind mit ihrem Gefolge eben - falls heute von hier weiter fortgereiſet.
Der Herzog und die Herzoginn von Devonſhire ſind zu Spaa eingetroffen, wo auch der Churfuͤrſt von Coͤlln und die General-Gouverneure der Oeſterreichiſchen Niederlande den 26ſten erwartet werden.
Am Mittewochen ward dem Unterhauſe der Bericht vorgelegt, wie viel das Haſtingſche Verhoͤr waͤhrend dieſer Sitzung gekoſtet habe. Die Summe belief ſich auf 20312 Pfund Sterling. Herr Scott bezeugte ſeine Verwunderung uͤber die Groͤße der Summe, machte einige Anmerkungen daruͤber, und ſagte, er werde am folgenden Tage den Antrag thun, daß eine Berechnung moͤge vorgelegt werden, wie dieſe Summe im Kleinen ausgelegt worden. — Die Bill, wodurch der Oſtindi - ſchen Compagnie Erlaubniß gegeben wird, unter dem Anſehen des Parlements, eine Million Pf. Sterl. in ihren bluͤhenden Umſtaͤnden zu borgen, iſt eingebracht. — Wie der Bericht der Committee uͤber die Tobacks - Acciſe-Bill abgeſtattet werden ſollte, ſchlug der Alder - mann Watſon vor, daß Folgendes in dieſelbe moͤge eingeruͤckt werden: Wenn ſich ein Tobacksfabrkant, oder ein der damit handelt, von den Commiſſarien der Acciſe in ihrem geſprochenen Urtheil, von dem anjetzt nicht weiter appellirt werden kann, unterdruͤckt oder uͤbel behandelt zu ſeyn glaubt, ſoll er berechtigt ſeyn, die Sache vor eine Jury oder 12 Geſchwornen unter -ſuchen, und von ihr entſcheiden zu laſſen. Der Alder - man Newnham unterſtuͤtzte dieſen Antrag, weil er billig ſey, und nichts weiter fordere, als wozu jeder Englaͤnder nach der Reichsverfaſſung ſchon berechtigt ſey. — Herr Fox hielt alle Acciſe fuͤr etwas, daß der Freyheit eines Volks durchaus zuwider ſey, und wollte daher, daß man die Forderung zugeſtehen ſolle. — Herr Sheridan war auch fuͤr den gethanen Antrag, er - klaͤrte, daß die Acciſe-Geſetze der Handlung und der Aufnahme der Manufacturen zuwider waͤren. Er war eben im Begriff, zu erzaͤhlen, wie ein in den Preußi - ſchen Staaten errichtete Fabrik durch die Acciſe ſey zu Grunde gerichtet worden, und wie ſich die Fabrikanten nach Holland retiriret haͤtten, wie ihn der Sprecher unterbrach, weil, ſeiner Meynung nach, dieſes nicht zur vorhabenden Sache gehoͤre. — Herr Sheridan be - hauptete das Gegentheil, ſetzte aber ſeine angefangene Erzaͤhlung nicht fort. — Nach einigen ferneren Reden ward der Antrag mit 55 Stimmen gegen 16 verworfen. — Wie hierauf der Antrag geſchah, daß die Bill paßire, fieng eine neue Debatte an, um dieſelbe gaͤnzlich zu verwerfen. Der Alderman Watſon und verſchiedene andere behaupteten, die Acciſe werde den Tobackshandel gaͤnzlich zu Grunde richten, und die Fabrikanten noͤthi - gen, außerhalb dem Reiche Aufenthalt zu ſuchen. — Herr Fox hielt eine lange Rede, in der er gleich An - fangs bitterlich klagte, daß, indem andere Laͤnder ihre Kraͤfte anſtrengten, um das Joch der Tyranney abzu - werfen, ſo thaͤten wir hier alles, was moͤglich, um die Grundſaͤulen der Freyheit zu untergraben, und dem Deſpotiſmus den Weg zu bahnen. — Herr Grenville, der neue Staatsſecretair, hielt dafuͤr, die Acciſe ſey eine ſehr heilſame Sache fuͤr die Finanzen, denn es wuͤrden dadurch jaͤhrlich uͤber 6 Millionen eingeſamm - let, und er fragte Herrn Fox, ob er es fuͤr rathſam hielte, durch Abſchaffung derſelben einen National - Bankerott zu befoͤrdern? Die Beſorgniſſe in Ruͤckſicht auf die Conſtitution, welche Herr Fox geaͤußert, waͤren chimaͤriſch, und ſeine gedroheten Gefahren haͤtten ihr Daſeyn bloß in der Einbildung. — Herr Fox erklaͤrte ſich uͤber das, was er geſagt, naͤher, und ſagte, er habe nicht behauptet, daß die Acciſe gaͤnzlich aufgeho - ben werden ſolte, ſondern er widerſetzte ſich nur bloß der fernern Ausdehnung derſelben. — Der Sprecher ſchlug ſich hier ins Mittel, und wie fuͤr den Antrag, die Bill paßiren zu laſſen, geſtimmt wurde, gieng der - ſelbe mit 70 Stimmen gegen 20 durch.
Die Nachrichten aus Weymouth von der Koͤnigl. Familie lauten noch immer ſehr guͤnſtig. Der Koͤnig iſt munter und wohl, macht auch mit ſeiner Reiſegeſell - ſchaft auf der Fregatte Southhampton kleine Excur - ſionen in der Bay und an der Kuͤſte. Man ſagt, der Prinz von Wallis nebſt dem Herzoge von York werden im Anfange naͤchſter Woche auf einige Tage nach Wey - mouth abgehen.
Die Sage iſt ungegruͤndet, daß der Rußiſche Hof ſich erboten habe, ſeinen Antheil von Pohlen, den er bey der Theilung erhalten, wieder abzutreten, wenn ſich Oeſterreich und Preußen zu einer gleichen Zuruͤckgabe verſtehen wuͤrden.
[6]Es beſtaͤtigt ſich, daß zu Koͤnigsberg in Preußen eine Commißion ernannt worden, welche ſich mit der Aus - fuͤhrung eines neuen fuͤr Oſtpreußen vortheilhaften Handlungsplans beſchaͤfftigt, nach welchem den 1ſten September der bisherige Pohlniſche Grenzzoll aufhoͤren, und ein neues Surrogat eintreten ſoll, welches zwar die Abgaben der Kaufmannſchaft etwas erhoͤhet, aber der Handlung ſonſt viele Erleichterung ſchaft. Der Vergleich der Kaufmannſchaft mit der Zucker-Raffinerie ſoll ſchon zu Ende gebracht ſeyn, nach welcher die Raffi - nerie eine Entſchaͤdigung von 66000 Thaler erhaͤlt. Es ſoll auch ein Handlungstractat zwiſchen England, Preußen und Pohlen auf dem Tapet ſeyn.
Mit der letzten Poſt aus Deutſchland erhielt der Car - dinal Antici von Seiten des Churfuͤrſten von Coͤlln, deſſen Miniſter er am Paͤbſtlichen Hofe bisher war, die Nachricht, daß er als Cardinal nun nicht mehr die Churcoͤllniſche Miniſterſtelle verwalten koͤnne. Mit der naͤmlichen Poſt wurde dieſe Stelle dem Stiftsherrn Agoſtini, Agenten des Erzbiſchofs von Salzburg, uͤber - tragen.
Herr Bourke, von St. Croix in Weſtindien gebuͤrtig, geht noch in dieſer Woche als Koͤnigl. Daͤniſcher Chargé d’Affaires nach Warſchau, von da der dortige bisherige Reſident, Herr Kammerjunker von Roſenkranz, als Koͤnigl. Daͤniſcher Miniſter nach Petersburg reiſet.
Der Prinz Cardito, Miniſter des Neapolitaniſchen Hofes, hat ſeinen Rappel bekommen, und geht als Ge - ſandter nach Liſſabon.
Der nach Stockholm beſtimmte Engliſche Geſandte, Herr Liſton, iſt hier angekommen, und wird eheſtens nach ſeinem Poſten abgehen. Geſtern hat ihm zu Ehren der Schwediſche Ambaſſadeur ein großes Diner gegeben.
Geſtern hat ein Schwediſches Schiff, gefuͤhrt vom Capitain Kreppelin, von Bordeaux, mit Wein und Branntewein beladen, kommend, und von den Ruſſen aufgebracht, in den Baum gelegt.
Der ſich durch die Eroberung der Schwediſchen Fre - gatte, Venus, beruͤhmt gemachte Capitain Crown, hat durch einen Courier von Petersburg den St. Georg - Orden, und das Patent als Capitain de Haut Bord er - halten.
Aus Finnland will man Nachricht haben, daß der Schwediſche Oberſte Steding, nach erhaltener Ver - ſtaͤrkung von dem General-Major Kaulbars, das Fort St. Michael wieder beſetzt habe. Auch ſoll die Rußiſche Beſatzung aus Friedrichsham am 6ten einen Ausfall gethan haben, wobey es auf beiden Seiten blutig her - gegangen. Nach einem Geruͤcht ſoll der General-Major von Sprengtporten an ſeinen Wunden geſtorben ſeyn.
Am 6ten dieſes wurde hieſelbſt die Gemahlinn des Grafen zu Lynar von einer Tochter gluͤcklich entbunden, und empfieng in der Taufe die Namen, Juliane Ama - lia Louiſe.
Das Original dieſer ſehr intereſſanten Schrift iſt Franzoͤſiſch, und hier wird eine ſehr treue und fließende Deutſche Ueberſetzung davon geliefert. Wer ſich von dem wahren Verlaufe des Feldzugs in Schweden im vorigen Jahre, von den Vorfaͤllen bey demſelben, die zum Theil einzig in ihrer Art ſind, von den dabey ge - pflogenen Unterhandlungen unterrichten will, der kann hier ſeine Neugierde voͤllig befriedigen. Man findet hier viele bisher noch unbekannte Umſtaͤnde, viele Auf - ſchluͤſſe, die vielleicht ſonſt niemand, als der Durchl - lauchtige Verfaſſer, zu geben im Stande war. Vor - zuͤglich wichtig ſind auch die Beylagen, deren Anzahl ſich auf 33 erſtreckt. (Koſtet 1 Mk. 8 ßl.)
Von dieſer Zeitung iſt der Monat Junius erſchienen. Er enthaͤlt: 1) Woͤchentliche Reichstags-Nachrichten. 2) Statiſtiſche Nachrichten aus Paris, Coͤlln, Bamberg. 3) Von der Regierungsform des Deutſchen Reichs. 4) Abhandlung, iſt die Geſellſchaft dem Mann, den die Gerichte fuͤr unſchuldig erklaͤrt haben, nachdem ſie entweder ein Verfahren oder eine Strafe uͤber ihn er - gehen laſſen, einen Erſatz ſchuldig? 5) Ueber Schwe - den und Rußland, in Staats - und Voͤlkerrechtlichen Problemen. 6) Geheime Jnſtruction fuͤr ſaͤmmtliche Dicaſteria der Churfuͤrſtl Saͤchſiſchen Lande, nach der ſie ſich im Sprechen uͤber Criminalfaͤlle zu richten haben. 7) Das Brauchbarſte aus Ferguſons Eſſay on the hiſtory of civil Society. 8) Ueber ſymboliſche Buͤcher und Kirchenverordnungen des Herzogthums Wuͤrtemberg. — Von dieſer Zeitung erſcheinen alle Woche 3 Bogen in 4to, und der Jahrgang koſtet gegen halbjaͤhrige Vor - auszahlung 6 Thaler, in Louisd’or zu 5 Thaler. Wer ſie woͤchentlich zu erhalten wuͤnſcht, wendet ſich an das naͤchſtgelegene Poſtamt. Jn der Hofmannſchen Buch - handlung allhier iſt ein ausfuͤhrlicher Plan gratis zu haben.
Die Meyerſche Buchhandlung daſelbſt will um eines bevorſtehenden Nachdrucks willen von jetzt an bis Ende dieſes Jahrs Georg Chriſtoph Hambergers zuverlaͤßige Nachrichten von den vornehmſten Schrift - ſtellern vom Anfange der Welt bis 1500 in 4 Therlen groß 8. ſtatt des bisherigen Preiſes zu 6 Rthlr. 12 Ggr. Conventionsgeld fuͤr 3 Rthlr. 6 Ggr. baar, nicht nur an die Herren Buchhaͤndler, ſondern auch an oͤffent - liche Schulen verlaſſen, ſo wie allen denjenigen, die fuͤr letztere Collectionen fuͤr dieſes ſehr brauchbare Schul - buch uͤbernehmen wollen, das 11te Exemplar frey geben. So bietet dieſe Handlung auch den Auszug daraus in zween Theilen gr. 8. ſtatt des bisherigen Preiſes von 3 Rthlr. 12 Ggr. fuͤr baare 1 Rthlr. 18 Ggr. Conventions - geld, und auf 10 bezahlte Exemplare das 11te frey an; man bittet ſich aber Beſtellungen ſowol als Gelder franco aus.
Bey Herrn Conrad Heinrich Hausmann in Braun - ſchweig iſt auf naͤchſte Laurentii - und folgende Meſſen ein Gewoͤlbe nebſt Schreibſtube und Logis zu vermie - then. Außer dieſem Logis ſind noch einige Gelegen - heiten fuͤr Meßfreunde zu haben.
[7]Ein Ungenannter giebt dem Publicum die gewiß ſehr an - genehme Nachricht, daß er zehn noch ungedruckte Epitres philoſophiques & morales, und eine Erzählung von Friedrich dem Großen in Händen habe, und nun als einen Beytrag zu der immer noch unvollſtändigen Sammlung der Oeuvres de Frederic auf Unterzeichnung herauszugeben geſonnen ſey. Er hat ſie im Jahre 1779 von dem Monarchen ſelbſt mit einem Briefe erhalten, aus dem wir nur folgende Stelle anführen: “Sagen Sie mir Jhr Urtheil über die Stücke, die ich Jhnen “ſchicke, ganz offenherzig. Jch habe ſie zur Belehrung meiner “Kleinneffen (petits-neveux) verfertigt, wenn ſie im Stande “ſeyn werden, ſie mit einigem Vortheil zu leſen. Sie wer - “den hier metaphyſiſche und beſonders moraliſche Grundſätze “finden, die ſie zu ihrem Nutzen verwenden können. Sie ſind “der erſte, dem ich ſie mittheile. Voltaire und d’Alembert “würden mir gewiſſe Stellen, deren Jnhalt ihren Lehrſätzen “gerade zu entgegen geſetzt iſt, niemals verziehen haben, und “deshalb ich dieſer Gedichte auch nie in meinen Briefen an “ſie erwähnt, u. ſ. w.” Von der Wahl der Gegenſtände kann man ſich ſchon aus den Ueberſchriften einen Begriff machen: 1) L’Eſprit. 2) L’Imagination. 3) Le Caractère. 4) L’Amour - propre. 5) L’Amour & L’Amitié. 6) La Converſation & la Société. 7) Le Préjugé & l’Opinion. 8) Le Ridicule. 9) Les Femmes. 10) La complaiſance qu’elles ont en leur beauté. 11) La matrone d’Ephèſe, conte. Das Ganze wird wenig - ſtens 30 Bogen gr. 8. betragen, und auf prächtiges Papier mit ſchöner Schrift in London gedruckt. Die Subſcription bleibt bis Ende Auguſt offen. Der Preis iſt 1 Rthlr. 22 Gr. Conventionsgeld, der nachherige Ladenpreis 2 Rthlr. 14 Gr. Jn Deutſchland wendet man ſich mit Beſtellungen nach Gotha an die Ettingerſche Buchhandlung.
Dem hieſigen Wohllöblichen Niedergerichte haben Teibche Wallich, cum Curatore, Meyer Jonas Goldſchmidt, uxor. nom. Teile, geb. Wallich, Jacob Simon Neuſtädel, ux. nom. Hanna, geb. Wallich, Philipp Jſaac Gans, ux. nom. Eſter, geb. Wallich, Golde & Lutzee Wallich, cum Curatore, Elias Wulff Abraham von Halle, Jacob Moſes Schleſinger und Levin Hertz, tut. nom. Moſes, Levin & Beile Schleſiuger, durch ihren Anwald abermals implorando zu vernehmen gegeben, welcher - geſtalt am 10ten April dieſes Jahrs hieſelbſt der weyland Herzogl. Mecklenburgiſche Hof-Agent, Daniel Salomon Wallich, mit Hinterlaſſung ihrer der Jmplorantiſchen Wittwe und Erben verſtorben wäre. Ohnerachtet nun bey der genaueſten Unter -ſuchung deſſen Verlaſſenſchaft ſolche in der größten und pünkt - lichſten Ordnung befunden worden, und aus den Handlungs - büchern nichts hervorgienge, daß irgend jemand einige An - ſprache daran zu machen hätte; ſo wollten ſie dennoch in Hinſicht ausgebreiteten Handlungsverkehrs, worinn ihr Erb - laſſer geſtanden, und zur völligſten Sicherſtellung gegen etwa - nige unbekannte Gläubiger, nach Ablauf des erſten, um ein öffentliches ſecundum Proclama dahin geziemend bitten, daß alle und jede, welche an den Nachlaß des allhier verſtorbenen weyland Herzogl. Mecklenburgiſchen Hof-Agenten, Daniel Salomon Wallich, ex quocunque capite vel cauſa Anſprache und Forderung zu haben vermeynten, ſich damit in termino peremtorie præfigendo ſub pœna præcluſi et perpetui ſilentii zu melden, und ſolche rechtlicher Art nach zu juſtificiren ſchul - dig ſeyn ſollten. Dieſem Petito Proclamatis iſt gerichtlich defe - riret, und der 31ſte Auguſt a. c. pro termino peremtorio an - geſetzet worden.
Hamburg, den 16ten Julii 1789.
Nachdem von des verſtorbenen Peter Schrammes geweſenen Ausgedingers in dem unter E. E. Domſtift St. Petri zu Budißin gehörigem Dorfe Nimſchütz hinterlaſſenen Söhnen, Johann und Jacob Andreas Schramm, ſich bereits ſeit reſp. 25 und 24 Jahren außer Landes begeben, wovon der erſtere, der Kaufmannſchaft nach, nach Reiſch-Lemberg in Pohlen, und der Letztere in die Schweiz ſich gewendet haben ſoll, deren allhier lebende Geſchwiſter aber von ihrem Aufenthalte, Leben oder Tode ſeit dieſer Zeit nichts in Erfahrung bringen können, und dahero auf deren Anſuchen, nach Anleitung des unterm 13ten November 1779 wegen Verkürzung der curæ abſentium ins Land ergangenen gnädigſten Generalis, die obernannten abweſenden Gebrüder, der Schramme, wie auch männiglich, ſo an deren ihnen nach Ableben ihrer Eltern zugefallenen in gerichtlicher Beſorgung ſtehenden Vermögen, einen aus was immer für einem Titel herrührenden Anſpruch zu haben ver - meynen, mittelſt erlaſſener ſowol an hieſiger Gerichtsſtelle, als auch unter denen Rathhäuſern der hier ländigen Sechs - Stadt Görlitz, der Churfürſtl. Sächſiſchen Creys-Städte, Meißen und Wittenberg, wie auch zu Reiſch-Lemberg in Poh - len, und zu Bern, in der Schweiz, öffentlich affigirten Edicta - lien peremtoria und ſub pœna præcluſi, imgleichen bey Ver - luſt des Beneficii reſtitutionis in integrum, vorgeladen wor - den, in dem auf dem 31ſten December a. c. anberaumten Edictal-Termine zu rechter früher Gerichtszeit vor der Dom - ſtifts-Kanzley in Budißin ſich anzugeben, ihr Succeßions-Recht oder ſonſtige Anſprüche zu liquidiren und zu beſcheinigen, unter der Verwarnung, daß außerdem obernannte beyde Abweſen - den für todt erkläret, auch ſonſt männiglich für präcludirt ge - achtet, und das denen abweſenden Gebrüder, der Schramme, zuſtändige Vermögen denen ſich legitimirten nächſten Anver - wandten zuerkannt, auch hierüber auf dem 17ten April 1790 ein Beſcheid eröffnet werden ſoll: Als wird ſolches hierdurch ebenfalls öffentlich bekannt gemacht. —
Befehlen Euch, dem aus dem Arreſt zu Stolzenberg ent - wichenen dimittirten Hauptmann, nachherigen Förſter, Hans Siegfried von Thiele, in Termino den 25ſten Auguſt d. J. allhier bey Unſerer Kammer Juſtiz-Deputation vor Un - ſerm Deputato, dem Aßiſtenzrath Riedel, zu erſcheinen, wegen der unternommenen Flucht Rede und Antwort zu geben, und das gegen Unſer wider Euch geſprochenes Urtheil vom 6ten No - vember 1787 eingewandte Rechtsmittel der weitern Verthei - digung fortzuſetzen; widrigenfalls und im Ausbleibungsfall Jhr zu dieſem Rechtsmittel nicht weiter verſtattet, ſondern da - mit präcludiret, das gedachte Urtheil für Rechtskräftig erkläret, der darinn auf 4340 Rthlr. 17 Gr. 9 einfünftel Pfenning be - ſtimmte Caſſendefect aus Eurem zurückgelaſſenen Vermögen, ſo weit ſolches zureicht, beygetrieben, und der Euch ſalva fama zuerkannte ſechsläbrige Veſtungs-Arteſt zu allen Zeiten, ſobald man Eurer habhaft werden kann, an Euch vollzogen werden wird.
Auf Anhalten der Mettendorffſchen Geſchwiſter wird deren ſeit 21 Jahren abweſender Bruder, Johann George Metten - dorff, aus Großoͤhrner, im Manßfeldtſchen, gebuͤrtig, oder deſſen etwanige eheliche Leibeserben, hiedurch citiret, binnen dato und 3 Monaten, und laͤngſtens den 10ten September dieſes Jahrs, vor hieſigem Amte in Perſon oder durch hin - laͤnglich Bevollmaͤchtigten zu erſcheinen, und ſein Erbtheil in Empfang zu nehmen, widrigenfalls er nach Ablauf dieſer Friſt fuͤr todt erklaͤret, und ſein Vermoͤgen ſeinen Geſchwi - ſtern ausgeantwortet werden ſoll.
Amt Großoͤhrner, im Manßfeldiſchen, den 8ten Junii 1789.
Auf Anhalten der Muͤllerſchen Erben wird deren ſeit 18 Jahren abweſende Bruder, Johann Andreas Muͤller, aus Ober-Roͤblingen, im Manßfeldtſchen, gebuͤrtig, oder deſſen etwannige rechtmaͤßige Leibeserben, hiedurch citiret, binnen dato und 3 Monaten, und laͤngſtens den 8ten Sep - tember dieſes Jahrs, vor hieſigem Amte in Perſon oder durch hinlaͤnglich Bevollmaͤchtigten zu erſcheinen, und ſein Erbtheil in Empfang zu nehmen, widrigenfalls er in obbemeldetem Termine fuͤr todt erklaͤret, und ſein Vermoͤgen ſeinen Ge - ſchwiſtern ausgeantwortet werden ſoll.
Amt Schraplau, den 8ten Junii 1789.
Der ſeit 20 Jahren abweſende Johann Gottfried Muͤller, aus Eſperſtedt, im Manßfeldiſchen, gebuͤrtig, oder deſſen et - wannige eheliche Leibeserben, wird auf Anhalten ſeiner Ge - ſchwiſter hiedurch citiret, binnen dato und 3 Monaten, und laͤngſtens den 8ten September dieſes Jahrs, vor hieſigem Amte in Perſon oder durch hinlaͤnglich Bevollmaͤchtigten zu erſcheinen, und das auf ihn kommende Erbtheil in Empfang zu nehmen, widrigenfalls er in obbemeldetem Termine fuͤr todt erklaͤret, und ſein Vermoͤgen ſeinen Geſchwiſtern aus - geantwortet werden ſoll.
Amt Schraplau, im Manßfeldi - ſchen, den 8ten Junii 1789.
Fügen hiemit zu wiſſen: Daß, nachdem die Catharina Wil - helmina Johanna von Ehrencrona den 7ten April dieſes Jahres hieſelbſt mit Tode abgegangen, und die von Jhr mit - telſt einer teſtamentariſchen Verfügung ernannt geweſene Er - binn ſchon vor Jhr verſtorben, von dem Jhr verordnet gewe - ſenen Curatore aber angezeigt worden, wie er, der angeſtell - ten Erkundigungen ohnerachtet, von ihren Jnteſtaterben keine zuverläßige Nachricht erhalten mögen, nachſtehendes Proclama nöthig befunden worden.
Wir citiren, heiſchen und laden demnach alle diejenigen, welche an den anſcheinentlich nur unbeträchtlichen Nachlaß der gedachten Catharina Wilhelmina Johanna von Ehrencrona aus irgend einem Erbſchafts-Titul Anſprache zu haben vermey - nen, hiemit zum erſten, andern und drittenmal, hinfolglich peremtorie, binnen 18 Wochen a dato dieſer öffentlichen La - dung, entweder perſönlich oder durch genugſam inſtruirte Ge - vollmächtigte vor Unſerm hohen Tribunal zu erſcheinen, ihre Anſprache anzugeben und gehörig zu beweiſen, ſolches auch, ſub pœna præcluſi et perpetui ſilentii, nicht anders zu halten. Wornach alle, die es angehet, ſich zu achten haben.
Da ich Alters und Schwachheits halber der nach dem Tode meines zweyten Ehegatten fortgefuͤhrten Handlung laͤnger vorzuſtehen unvermoͤgend bin, und desfalls ſelbige auf Jacobi dieſes Jahrs an meinen juͤngſten Sohn, Johann Lembke, abtreten werde, ſo habe ſolches oͤffentlich hiedurch bekannt zu machen nicht verfehlen wollen; erſuche auch zugleich alle und jede, welche wider Verhoffen an mich und mein Vermoͤgen, beſonders aber aus der von mir bisher continuirten Hand - lung, etwa annoch gegruͤndete Forderung und Anſpruͤche ha -ben moͤchten, ſich ſolcherhalb laͤngſtens Ausgang des Auguſt - Monats dieſes Jahres bey mir zu melden, und ihre ſofortige baare Befriedigung von mir zu gewaͤrtigen.
Demnach Königl. Churfürſtl. Kammer zu verordnen geruhet, daß das bey dem Zolle zu Artlenburg bisher zugleich mit er - hobene Lüderhäuſer Brückengeld, am 1ſten des künftigen Auguſt-Monats an Ort und Stelle zu Lüdershauſen, von dem daſigen Förſter Wallvrecht erhoben werden ſoll; ſo wird ſolches zur Nachricht für Reiſende hiemit öffentlich bekannt gemacht.
Hameln. Vigore Commiſſionis Königl. Churfürſtl. Kriegs - gerichts-Commißion zu Hannover werden auf Anſuchen des Hauptmanns Böhme, 3ten Churhannöveriſchen Jnfanterie - Regiments, von Reden, alle und jede, welche an dem Nach - laſſe und Vermögen deſſen verſtorbenen Ehefrauen, gebohrnen Braun, ex quocunque capite vel cauſa Anſprüche und Forde - rungen zu haben vermeynen, vor dem Gerichte des 3ten Jn - fanterie-Regiments hieſelbſt zu Angabe und Klarmachung ihrer Forderungen auf den 8ten Auguſt dieſes Jahrs, Morgens um 9 Uhr, entweder in Perſon oder durch genugſam inſtruirte Be - vollmächtigte zu erſcheinen ſub pœna præcluſi et perpetui ſilentii verabladet.
Wenn die conſtituirten Vormuͤnder des von dem ohnlaͤngſt zu Quickborn verſtorbenen Herrn Paſtor Mohr hinterlaſſenen unmuͤndigen Sohn um die Abgebung eines oͤffentlichen Pro - clamatis uͤber die Verlaſſenſchaft deſſelben nachgeſucht haben, und dieſem Geſuche deferiret worden; ſo werden Alle und Jede, welche an dem Nachlaß des Herrn Paſtor Mohr zu Quickborn ex capite crediti vel alio quocunqne capite einige An - und Zuſpruͤche zu haben vermeynen, oder dem Verſtor - benen mit Schulden verhaftet ſind, hiedurch per[e]mtorie ſub pœna præcluſi et perpetui ſfilentii, reſpective ſub pœna dupli, citiret und vorgeladen, mit ſelbigen am 17ten Auguſt, wird ſeyn der Montag nach dem 10ten p. Trin. vor dem Koͤnigl. Pinnabergiſchen Conſiſtorio in der Probſtey zu Altona zu er - ſcheinen, die Angaben perſoͤnlich oder durch genugſame Be - vollmaͤchtigte gehoͤrig zu beſorgen, was die loſen Schulden betrifft, auf gehoͤrigem Stempelpapier, die uͤbrigen aber mit - telſt Producirung der in Haͤnden habenden Beweiſe und wel - tern Spruch Rechtens zu gewaͤrtigen, mit der Verwarnung, daß alle und jede, welche am gedachten 17ten Auguſt nicht erſcheinen, mit ihren Anſpruͤchen nicht weiter ſollen gehoͤret, ſondern als in die reſp. angedrohte Strafe verfallen, betrach - tet werden. Wornach alle, ſo es angehet, ſich zu achten ha - ben.
Da ich dieſer Tage eine Parthey extra ſchoͤne Franzoͤſiſche Papier-Tapeten im neueſten Geſchmack, mit denen dazu gehoͤ - rigen Einfaſſungen, in billigſten Preiſen erhalten habe; ſo ermangele nicht, ſolches hiemit bekannt zu machen. Empfehle mir zugleich mit meinen fuͤhrenden Engliſchen und Franzoͤſi - ſchen kurzen Galanterie Waaren, imgleichen mit Porcellain, ſo aus Caffee - und Thee-Servicen, Dejeunées, Vaſen, Blu - menbecher und Toͤpfen, einzelne Muſter-Taſſen mit Deviſen und Buchſtaben, ꝛc. beſtehet, wie auch mit Carton-Waaren, Ludwigsluſter Fabrike; extra feine weiße Jrlaͤndiſche Leinen in getheilten Stuͤcken, und mit Spielzeug fuͤr Kinder zum Vergnuͤgen und Unterricht, unter Verſicherung der prompte - ſten und billigſten Bedienung.
Britt-Marie SchusterManuel WilleArnika LutzNote: Bereitstellung der Texttranskription.Note: Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.2014-07-07T10:32:49Z CLARIN-DNote: Langfristige Bereitstellung der DTA-Ausgabe
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