Vorgeſtern iſt ein Courier vom Fuͤrſten Potemkin angekommen, der ihn in Oliopol den 1ſten dieſes ver - laſſen hat, wo er uͤber den Bog gegangen. Der Prinz Carl von Wuͤrtemberg war daſelbſt auch angelangt. — Der Koͤnigl. General Lieutenant von Numſen, der ſich einige Monate in Copenhagen aufgehalten hat, iſt von da zuruͤckgekommen.
Geſtern Abend kamen der Herzog von Bourbon, der Prinz von Condé, und der Herzog von Enghien, halb bekleidet, und blaß, wie der Tod, in dieſer Stadt an. Dieſen Nachmittag werden ſie nach Bruͤſſel abgehen. Heute fruͤh trafen auch Se. Koͤnigl. Hoheit, der Graf von Artois, hier ein, der ſogleich ſeine Reiſe nach Bruͤſſel fortſetzte. Dieſen Augenblick kommen auch die Kinder deſſelben an. (Die fernern Nachrichten dieſes Briefes, daß die Zahl der bewaffneten Buͤrger in Paris 250000 Mann betrage, daß noch 40000 Mann aus den Provinzen erwartet wuͤrden, daß das Palais von Bour - bon in Brand ſey, ꝛc. ſind zum Theil uͤbertrieben, zum Theil ganz falſch. Das blaue Band, welches der Grena - dier traͤgt, der zuerſt die Baſtille geſtuͤrmt hat, iſt das Band, welches ihm der Prinz von Montbarrey gegeben. Es heißt auch, er habe eine Penſion von 100 Louiſen, und das Verſprechen erhalten, einen anſehnlichen Rang bey der Buͤrgerwache zu erhalten.)
Vorgeſtern ſind hier 4 Franzoͤſiſche Couriers kurz hinter einander angekommen, die den Herrn Necker aufſuchen, welchen der Koͤnig zuruͤck berufen hat.
Der Graf von Artois, welcher hier angelangt iſt, geht nach Spaa. Herr Necker, welcher durch Coͤlln nach Coblenz, ꝛc. gegangen, wird hier taͤglich zuruͤck erwartet.
Alle Gaſthoͤfe ſind hier voll von Franzoͤſiſchen Fluͤcht - lingen. Auch die Aebtißinn von Remiremonde iſt ausParis hier angekommen. Wohin die Familie von Po - lignac gegangen, iſt noch nicht bekannt; man meynt, nach England.
Aus Paris iſt noch Folgendes eingegangen:
Jn ganz Frankreich iſt man nun beſchaͤfftiget, be - waffnete Buͤrgereyen zu Stande zu bringen.
Als der Koͤnig fragte, ob die Baſtille nicht wieder zuruͤckgegeben werden ſollte, erhielt er die Antwort, daß dieſe Veſtung fuͤr ſeinen Dienſt unnuͤtz, und fuͤr die Sicherheit der Buͤrger gefaͤhrlich ſey, weshalb man mit Abbrechung derſelben fortfahren werde. Einige haben den Vorſchlag gethan, auf den Grund der Ba - ſtille einen Pallaſt fuͤr die National-Verſammlung zu errichten, mit der Ueberſchrift: Tempel der Freyheit, errichtet auf den Ruinen des Deſpotismus.
Vor der Koͤnigl. Theſaurie hat man die Worte: Koͤnigl. Schatz, abgenommen, und ſtatt ſelbiger die Worte: National-Bank, geſetzt.
Man ſagt, daß das Betragen des Herrn Baron von Breteuil, des Marſchalls von Broglio, des Siegelbe - wahrers, und des Herrn von Villedeuil, gerichtlich unterſucht werden ſoll.
Es ſind 500 Arbeitsleute, die mit der Niederreißung der Baſtille beſchaͤfftiget ſind. Als das Zeichen zum erſten Hammerſchlag gegeben ward, erſchallte die Luft von den: Es lebe die Nation! Das Mauerwerk dieſer alten Veſtung iſt ſo veſt, daß man wohl 2 Monate mit der Demolirung derſelben zubringen duͤrfte, wenn man ſie nicht ſprengen laͤßt.
Den 20ſten dieſes wurden die Schauſpiele zu Paris wieder eroͤffnet.
Das Regiment Franzoͤſiſcher Garde hat in der Qua - litaͤt eines Regiments der Nation den Eid abgelegt.
Der Graf von Montmorin iſt zu Verſailles wieder Mi - niſter der auswaͤrtigen Angelegenheiten, und der Graf von St. Prieſt Miniſter des Departements von Paris.
[2]Geſtern fruͤh entſtand hier auf dem alten Hofe Brand, wodurch einige kleine Wohnungen beſchaͤdiget, aber ſonſt kein großer Verluſt verurſacht worden.
Aus Bordeaux wird gemeldet, daß es jetzt daſelbſt ſo kalt, als im April ſey. Mau kann nicht ohne tuchene Kleider gehen, und der Anſchein zur Erndte iſt traurig.
Der Spaniſche Geſandte iſt von hier nach Spaa abgegangen, von da er nach Madrid reiſen wird.
Weder im Ober noch Unterhauſe ſind Geſchaͤffte von Erheblichkeit vorgekommen. — Die Bill, wodurch der Toback der Acciſe unterworfen werden ſoll, iſt geſtern zum erſtenmale im Oberhauſe vorgeleſen. Lord Stor - mont uͤberreichte darauf eine Bittſchrift der Tobacks - Fabrikanten, darinn ſie erſuchen, durch Advokaten ge - gen die Bill gehoͤret zu werden. Die Bittſchrift ward angenommen und verordnet, daß die Bill zum Ge - brauch der Lords gedruckt werde. — Die Bill wegen der Korn-Ausfuhr wird am Mittewochen in einer Com - mittee des Unterhauſes unterſucht werden. Die, da - durch das Andenken der Revolution unter Koͤnig Wil - helm von Oranien an einem Sonntage ſollte gefeyert werden, iſt geſtern im Unterhauſe mit einer einzigen Stimme verworfen worden. Zwoͤlf waren dafuͤr, daß ſie paßire, und 13 dagegen.
Unſere letzteren Nachrichten von Weymouth gehen bis zum Sonntage. Der Koͤnig mit ſeiner Begleitung befindet ſich munter und wohl, badete am Sonntage in der See, welches ihm ungemein gut bekommt. Die drey aͤlteſten Prinzeßinnen thun faſt alle Morgen ein Gleiches. Am Freytage wurde eine kleine Seefahrt auf der Fregatte, Southampton, vorgenommen. Man gieng um 11 Uhr unter Segel, und landete zu Wey - mouth wieder um 3 Uhr Nachmittags. Die Koͤniginn, die eine kleine Verkaͤltung hatte, nahm an dieſem Ver - gnuͤgen keinen Antheil, war aber Abends in der Co - moͤdie gegenwaͤrtig. Da der Sonnabend ein ganz un - vergleichlicher Tag war, ſo gieng der Koͤnig nebſt den Prinzeßinnen an Bord des Linienſchiffes, Magnificent. Man beſichtigte das Schiff durchaus, und nahm Er - friſchungen in der Cajuͤte des Capitains. Die Bewun - derung und die Freude der Koͤnigl. Gaͤſte uͤber das, was ſie am Bord ſahen, war ungemein. Beſonders ſchien der Koͤnig uͤber die Reinlichkeit, welche man uͤberall wahrnahm, ganz entzuͤckt zu ſeyn, und ſagte zu den Prinzeßinnen, ſie uͤbertraͤfe den Pallaſt zu Windſor.
Herr Pitt, der einen Anfall vom Podagra gehabt, befindet ſich beſſer, hat aber ſeit einigen Tagen im Parlemente nicht gegenwaͤrtig ſeyn koͤnnen.
Der Graf von Rewitzky, der als Kayſerl. Geſandter bey unſerm Hofe bisher geſtanden, gehet in eben die - ſem Charakter an den Hof von Neapolis. Seine vor - treffliche Bibliothek, die beſonders eine vorzuͤgliche Sammlung koſtbarer und ſeltener Ausgaben Claßiſcher Schriftſteller unter den alten Griechen und Roͤmern enthalten ſoll, hat Lord Sp[e]ncer an ſich gebracht. Es heißt, er habe dem Grafen eine Leibrente dafuͤr be - williget.
Die Oſtindiſche Compagnie hat in ihrem Hauſe, in Leade〈…〉〈…〉 eine Verſammlung ihrer Jntereſſentenam Freytage gehalten, und darinn erklaͤret, daß das Parlement Erlaubniß gegeben, ihr bisheriges Capital von 4 Millionen Pf. Sterl. mit einer neuen zu sor - genden Million zu vermehren. Zugleich ward ange - zeigt, daß bey dieſer neuen Anleihe die bisherigen Jn - tereſſenten und Creditoren der Compagnie den Vorzug vor andern haben ſollen. Auch ward von dem Vorſitzer gemeldet, daß das Parlement der Compagnie erlaube, alle Jahre, wenn ſie es fuͤr gut befaͤnde, 100000 Pf. Sterl. neue Schulden zu machen.
Couriere, die aus Paris vom Herzoge von Dorſet ankommen, nebſt einer Menge vornehmer Franzoͤſiſcher Fluͤchtlinge, die taͤglich bey uns eintreffen, haben uns Nachricht von dem gebracht, was in Paris vorgegan - gen. Der Herzog von Luxenburg iſt auch hier ange - kommen; indeſſen enthalten unſere hieſige Zeitungen ſo viel Unwahrheiten von dieſer Begebenheit, daß man aus ſelbigen keine wahre Geſchichte davon lernen kann. Dahin gehoͤren die ungegruͤndeten Sagen, daß eine Spaniſche Armee Frankreich zu Huͤlfe eile, daß man auf den Kopf einer hohen Perſon 500000 Livres geſetzt habe, daß bey dem Koͤnige von Sardinien Anſuchung gethan worden, Truppen zum Beyſtand zu ſchicken, ꝛc. Unſere heutige Hofzeitung enthaͤlt den aͤchten Bericht von dieſer merkwuͤrdigen Begebenheit, welchen unſer Ambaſſadeur uͤberſandt hat. (Er ſtimmt mit dem, welchen wir in unſerer Zeitung mitgetheilt haben, voͤllig uͤberein; nur iſt in ſelbigem noch angemerkt, daß man in der Baſtille nicht mehr als 4 oder 5 Ge - fangene gefunden habe.) Sonſt iſt hier noch der Graf von Maſſerene angekommen, ein Jrlaͤndiſcher Pair, der in Frankreich 25 Jahr gefangen geſeſſen, und bey dem Tumulte das Gluͤck hatte, ſeine Freyheit wieder zu er - halten. Als er ſeinen Fuß auf Engliſchen Boden ſetzte, war ſeine Freude ſo groß, daß er niederfiel, und die vaterlaͤndiſche Erde kuͤßte. Vor einigen Tagen waren ſchon anſehnliche Summen aus Frankreich hier ange - kommen, die in unſere Fonds gelegt werden ſollen. Fuͤr einen ſichern Herrn ſollen hunderttauſend Pfund eingelegt werden, wodurch ſelbige ſichtbar geſtiegen ſind.
Der Koͤnig hat ſeinen Geſandten zu Dresden, Herrn Eden, zugleich zum bevollmaͤchtigten Geſandten daſelbſt ernannt. Herr Fraſer iſt zum Geſandtſchaftsſecretair in Madrid, und zugleich waͤhrend der Abweſenheit des Ambaſſadeurs zum bevollmaͤchtigten Miniſter, Herr Straton zum Legationsſecretair in Wien, Herr Lindſay zum Legationsſecretair in Petersburg, und Herr Jackſon zum Legationsſecretair in Berlin ernannt worden.
Aus Mogador wird gemeldet, daß der Kayſer von Marocco den dortigen Engliſchen Kaufmann Layton, den er ohne Urſache mit empfindlicher Strafe belegt hatte, zur Satisfaction deſſelben zum Staatsſecretair der Europaͤiſchen Angelegenheiten anſtellen, auch Se. Großbritanniſche Majeſtaͤt bitten wolle, ihm ein be - traͤchtliches Salair zu geben. Ferner will er alle Europaͤiſche Maͤchte verpflichten, mit Jhm in Engliſcher Sprache zu correſpondiren. Die Briefe des Herrn Layton ſind auch wirklich vom Kayſer contraſignirt, ſo daß er als erſter Miniſter deſſelben anzuſehen iſt.
Die Geſandten von Schweden, Daͤnnemark und Holland, welchen ſchon im vorigen Jahr eine Verguͤ -[3]tung des Schadens verſprochen worden, den die Unter - thanen ihrer Herren durch die im vorigen Kriege ge - ſchehene geſetzwidrige Wegnahme verſchiedener Schiffe gelitten haben, ſind noch immer beſchaͤfftigt, die Rech - nungen und Forderungen daruͤber in Ordnung zu brin - gen; aber bis jetzt iſt man mit dieſer Sache noch nicht zu Stande. Die Forderungen der Hollaͤndiſchen Kauf - leute ſind die anſehnlichſten.
Nun ſcheint die Republik der Erfuͤllung ihres Wun - ſches, betreffend die Evacuation der Rußiſchen Truppen und Magazine aus Pohlen, ganz nahe zu ſeyn. Zur Betreibung dieſes Geſchaͤffts hat der Feldmarſchall, Fuͤrft Potemkin, den Herrn General-Major von Bode beordert, welcher auch bereits in Ciekinowka angekom - men iſt, um den bisher allda geſtandenen General von Schamſcheff abzuloͤſen. Die Wahl des Fuͤrſten Po - temkin in der Perſon des Generals von Bode bewei - ſet, daß Rußland es mit der Republik aufrichtig meynt, indem zur Zufriedenheit beyder Theile kein wuͤrdi - gerer Officier haͤtte geſchickt werden koͤnnen, da der naͤmliche Herr General ſchon in verſchiedenen Gele - genheiten hier in Pohlen commandirt, und durch ſeine Gerechtigkeitsliebe und gute Mannszucht ſich uͤberall die Liebe der Pohlniſchen Einwohner erworben hat, welche insgeſammt uͤber dieſe Wahl des Feld - marſchalls ungemein zufrieden ſind, und ſich mit Recht eines gluͤcklichen Ausgangs aller bisher entſtandenen Mißhelligkeiten verſprechen.
Se. Koͤnigl. Hoheit, der Kronprinz, ſind durch eine Erkaͤltung noch genoͤthiget, ſich in Jhren Zimmern zu halten; doch geben Sie Audienz, und geſtern wur - de Hoͤchſtdemſelben von dem Engliſchen Miniſter der nach Stockholm gehende Großbritanniſche Geſandte, M. de Liſton, vorgeſtellt.
Der Graf Souza, Portugieſiſcher Miniſter, iſt nach Luͤbeck abgegangen, und der Capitain Alvarez beſorgt bis zu der Ankunft des zu erwartenden Geſandten die Geſchaͤffte dieſes Hofes.
Der nach Warſchau beſtimmte Daͤniſche Chargé d’Affaires, Herr de Bourke, ſchifft ſich heute nach Danzig ein, und der Staatsminiſter, General Huth, reiſet heute nach Holſtein ab, wie man ſagt, in Koͤn. Geſchaͤfften.
Der Graf Reventlau, Miniſter des hieſigen Hofes an dem Schwediſchen, iſt vergangenen Mittewochen von Stockholm hieher gekommen, wird aber nach zwey Monaten wieder nach ſeinem Geſandſchaftspoſten zu - ruͤckkehren.
Der Kammerherr und Adjutant, Baron Gylden - krone, hat die zweyte Amtmannsſtelle in Hadersleben erhalten.
Den 21ſten kam der Cutter, der fliegende Fiſch, aus der Oſtſee zuruͤck.
Den 22ſten ſegelten die 2 angekommenen Rußiſchen Kriegsſchiffe und 2 Fregatten nach der Kioͤge Bucht, um ſich mit der dort liegenden Eskadre zu vereinigen.
Den 24ſten legte die Fregatte, Schatzmeiſter Schim - melmann, unter Commando des Capitain Riegels, aus auf die Rhede.
Heute wurde ein Kriegsſchiff von 80 Kanonen vom Stapel gelaſſen, und erhielt den Namen Reptunus.
Der Herr Baron von Klopmann, Ober Hofmarſchall der Herzogs von Curland, welcher ſich in der numis - matiſchen Geſchichte bekannt gemacht, hat neulich eine Medaille von unſerm Koͤnigl. Medailleur Abramſon auf den Fuͤrſten Potemkin, bey Gelegenheit der Erobe - rung der Veſtung Oczakow, ſchlagen laſſen. Die Vor - derſeite ſtellt den Kopf des Fuͤrſten im Roͤmiſchen Ge - ſchmack mit dem Lorbeerkranz vor, mit der Aufſchrift: Princeps Potemkin Tawritſcheskoi. Die Ruͤckſeite die Veſtung Oczakow, worauf die Fahne mit dem Chiffre Jhro Rußiſch-Kayſerl. Majeſtaͤt wehet; ferner einen Theil der Stadt, und etliche Rußiſch-Kayſerl. Schiffe im Liman, mit dem Kayſerl. Pavillon und der Auf - ſchrift: Hoc duce nil arduum. Unten lieſet man: Othokakovia expugnata.
Von Sr. Wohlweisheiten, dem Herrn Senatore Weſtphalen, als derzeitigen Wohlweiſen Herrn Land - praͤtor uͤber Bill - und Ochſenwaͤrder, iſt am 24ſten dieſes, nach angehoͤrten Wahlpredigten, der Herr Johann Gerhard Runge, bisheriger beliebter Candidat eines Hochehrwuͤrdigen Miniſteriums, zum adjungirten und ſuccedirten Paſtor zu Billwaͤrder an der Bille er - waͤhlt; und dieſe Wahl iſt von Einem Hochedlen und Hochweiſen Rath beſtaͤtigt worden.
Der Julius des hiſtoriſch-politiſchen Magazins enthaͤlt: 1) Der Urſprung und Fortgang der Kuͤnſte und Regierung in Aſien. 2) Beſchluß der Vertheidi - gung des Rheingrafen von Salm. 3) Allgemeiner Anſchlag der gewiſſen Einkuͤnfte und Ausgaben Frank - reichs; ein Anhang zu Herrn Neckers Rede. 2) Un - terthaͤniger Bericht von den Anſchlaͤgen ſowol wider die Perſon des Koͤnigs, als auch die Wohlfahrt des Schwediſchen Reichs, aus aufrichtigem Herzen zu offen - baren, von A. F. von Toͤrne, Capitain und Ritter. 5) Vollſtaͤndiger authentiſcher Bericht aus dem Ver - hoͤre des Mordbrenners Benzelſtierna, und anderer, an Se. Majeſtaͤt, den Koͤnig von Daͤnnemark. 6) Daͤnnemarks Neutralitaͤt im gegenwaͤrtigen Nordiſchen Kriege. 7) Merkwuͤrdige Revolution in Brabant. 8) Verſammlung der allgemeinen Staͤnde zu Ver - ſailles; Entlaſſung des Herrn Necker, und Ernennung eines neuen Miniſterium. 9) Aufſtand zu Paris; Ver - einigung des Koͤnigs mit der Nation, Zuruͤckberufung des Herrn Necker und des alten Miniſterium. 10) Großbritanniſche Parlements-Naͤchrichten. 11) Pohl - niſche Reichstags-Angelegenheiten. 12) Nachrichten vom Tuͤrkiſchen und Schwediſchen Kriege. 13) Nach - richten von verſchiedenen Laͤndern: Tuͤrkey, barbari - ſche Kuͤſte, Spanien, Jtalien, Frankreich, Großbri - tannien, Deutſchland, Pohlen. 14) Neueſte vermiſchte Nachrichten. 15) Litterariſche Neuigkeiten.
Wir bemerken aus der Vorrede zu dieſem Bande die lobenswuͤrdige Beſcheidenheit und die feine Kritik des edlen Verfaſſers, der auch in den geringſten Kleinig - keiten, in Abſicht auf Versbau und Stetigkeit des Aus - drucks, keinen Flecken dulden will, der einmal geruͤgt[4]worden iſt. Schon dieſer Umſtand wuͤrde hinreichen, ſeine Gedichte mit Gelindigkeit zu beurtheilen, und nicht mit ſcharfem Auge die Fehler aufzuſuchen, deren man auch die vollkommenſten Poeſten bezuͤchtigen kann, wenn man uͤber jede Falte im Gewande der Gedanken kritteln will. Aber ſelbſt dieſer Nachſicht bedarf ein Verfaſſer nicht, der Kritikus genug iſt, um ſolche Maͤngel zu entdecken, und ihnen mit leichter Hand ab - zuhelfen. Jn dieſem Bande ſind enthalten: Geiſtliche Gedichte, Erzaͤhlungen, gelegentliche Zuſchriften, und zwey merkwuͤrdige groͤßere Stuͤcke; ein Lobgedicht auf Mosheim, und der Unzufriedne, eine Didactiſche Epopoe in 8 Geſaͤngen. Dank ſey dem Verfaſſer, daß er den Bitten ſeiner Freunde Gehoͤr gab, und dies letzte ſchoͤne Stuͤck nicht zur Vergeſſenheit verdammte! Aus dieſem ſieht man, wie viel der ehrwuͤrdige Dichter haͤtte leiſten koͤnnen, wenn er das epiſche Fach ganz umarmt, und ſich zu dem eigentlichen Heldengedicht empor geſchwungen haͤtte. Die glaͤnzendſten Stellen aus den Ovidianiſchen Metamorphoſen blitzen allent - halben durch, und es macht Freude, zu ſehen, wie ſehr es aus Meiſterlippen der Deutſchen Sprache gluͤcke, ihrer Lehrerinn getreu zu bleiben, und ſelbſt Nuͤanzen anzubringen, die jener noch fehlten. Die Verſification iſt leicht, voll, und in Alexandrinern; einem Metrum, das unſre Dichter lange zuruͤckgelegt haben, das aber nun durch Schlegels und Gotters Bemuͤhungen wol wieder neue Bearbeitung erhalten wird.
Da in dieſen Tagen die Buͤcher zur Einzeichnung einer freywilligen milden Gabe, welche ein jeder zur Unterſtuͤtzung der hier errichteten neuen Armen-Anſtalt abermals auf Ein Jahr, von abgewichenen Johannis anzurechnen, beyzutragen geſonnen iſt, in allen Haͤuſern dieſer Stadt werden vorgereicht werden; ſo ermuntert und ermahnet Ein Hochedler Rath, alle hieſige Buͤrger und Einwohner, ihre laͤngſt bewahrte Mildthaͤtigkeit auch diesmal nicht unbezeugt zu laſſen, und eine Anſtalt ferner kraͤftig zu unterſtuͤtzen, welche bereits durch die gaͤnzliche Entfernung der Gaſſen-Betteley, und durch die Verſorgung und Beſchaͤfftigung einer faſt unglaub - lichen Anzahl Huͤlf - und Arbeitloſer Armen ſo viel Gutes geſtiftet hat. Ein Hochedler Rath erinnert zugleich Alle und Jede, den Mitgliedern des Loͤblichen Collegii der E. Sechziger, welche ſich mit der Vor - reichung der Buͤcher aus patriotiſchem Eifer bemuͤhen werden, mit Beſcheidenheit und Willfaͤhrigkeit zu be - gegen, und ihnen dieſe freywillige uͤbernommene Muͤhe auf alle Weiſe zu erleichtern.
Da auch die vorjaͤhrige Erfahrung gelehrt, daß durch die von einigen wenigen in Kellern, Saͤlen und Buden wohnenden, geſchehene Einzeichnung in den Buͤchern, bey der woͤchentlichen Sammlung, viele Unordnung und Mißverſtaͤndniſſe bewirkt worden, ſo wird hiemit nachrichtlich angezeigt, daß die Einzeichnungs-Buͤcher fuͤr diesmal in Saͤlen, Kellern und Buden nicht wer - den praͤſentirt werden. Ein Hochedler Rath zweifelt aber nicht, daß diejenigen, welche etwa zur Einzeich - nung in den Buͤchern wuͤrden geneigt geweſen ſeyn, ſich durch dieſe, bloß auf Verhuͤtung aller Unordnung und Mißverſtaͤndniſſe zielende Anordnung, nicht wer - den abhalten laſſen, ihren guten Willen, zur Unter -ſtuͤtzung der Armen-Anſtalt, bey den woͤchentlichen Sammlungen thaͤtig zu beweiſen.
Gegeben in Unſrer Rathsverſammlung.
Hamburg, den 24ſten Julii 1789.
Gottlob Leiſtner, von Leipzig, empfiehlt ſich zu bevorſtehender Braunſchweiger Leurentii-Meſſe mit Stickereyen ſeiner eigenen Fabrike, als Herren - und Damenkleider, auf ſeidnen, wollenen und baumwoll - nen, ꝛc. Fond, mit Gold, Silber und Seide geſtickt; Moußeline - und Battiſt Manchetten. Steht auf der Gallerie.
Jm Verlage der Dieterichſchen Buchhandlung in Göttingen erſcheint zur Michaeli-Meſſe 1789.
Neues vollſtändiges geographiſches Wörterbuch des Rußi - ſchen Reichs; nach ſeiner jetzigen Verfaſſung aus den glaubwürdigſten und beſten Quellen zuſammen getragen. Aus dem Rußiſchen überſetzt.
Das Werk wird in Moskau ſelbſt von einer in großer Ver - bindung ſtehenden Perſon, welche Mittel genug hat, etwas vollſtändiges zu liefern, verfertiget, und eben daſelbſt von einer gleichfalls großen Bekanntſchaft habenden und der Rußiſchen Sprache völlig kundigen Perſon überſetzt, und keine Mühe ge - ſpart werden, dies Werk für den Deutſchen Leſer intereſſant und angenehm zu machen.
Der ſeit einiger Zeit hieſelbſt ſich aufhaltende Oculiſt, Herr Rainieri, hat folgende bey der hieſigen Armen - Anſtalt eingezeichnete Blinde;
erſtere am rechten, und die drey letztern an beyden Augen unentgeldlich operirt. Die ſaͤmtlichen Aerzte der Armenanſtalt verſichern hiedurch oͤffentlich, daß dieſe Operationen in ihrem Beyſeyn mit aller Geſchicklichkeit vollzogen worden, und daß einige der Operirten ſchon voͤllig hergeſtellt ſind, die andern aber die gegruͤndetſte Hoffnung ihrer gaͤnzlichen Geneſung geben. Es iſt dem Herrn Rainieri (welcher ſich nur noch kurze Zeit hieſelbſt aufhaͤlt, und bey Herrn Borgfeld am großen Neumarkt logirt) dieſerwegen die goldene Medaille der hieſigen Geſellſchaft zur Befoͤrderung der Kuͤnſte und nuͤtzlichen Gewerbe mitgetheilt worden.
Jch habe einige der vornehmſten Tiſchler-Arbeiten, ſo bey mir verfertiget werden, in Kupfer ſtechen laſſen, und mit einer Beſchreibung herausgegeben, damit die Liebhaber ſchöner Meublen im Stande ſind, die Form, den Nutzen und Ge - brauch eines jeden Stücks zu ſehen, ehe ſie es kaufen. Man kann ſolche unter dem Titel:
Abbildungen der vornehmſten Tiſchler-Arbeiten, welche verfertiget werden und zu haben ſind bey Friedr. Gottl. Hoffmann in Leipzig,
zu 1 Rthlr. 12 Gr. geheſt bey dem Herrn Buchhändler Göſchen in Leipzig haben.
Dienſtag und Mittewochen, den 18ten und 19ten Auguſt, Vormittags um 10 Uhr, ſoll auf dem Boͤrſenſaal die wohl - bekannte und auserleſene Neumannſche Gemaͤhlde-Samm - lung, von denen beruͤhmteſten und beſten Meiſtern, am Meiſt - bietenden verkauft werden, und zwar auf Ordre eines loͤbl. Zehnpfenning-Amts, durch die Mackler Goverts und Lapor - terie, bey welchen der Catalogus hieruͤber abzufordern iſt.
NB. Obige Sachen ſind Tages zuvor in beliebigem Augen - ſchein zu nehmen.
Des gelehrten und wuͤrdigen Herrn D. Roſenmuͤllers Scholia in Nov. Teſt. ſind durch die wiederholten Auflagen ſo bekannt und mit Beyfall aufgenommen worden, daß die Erwartung des Publicums durch die Ankuͤndigung ſeines fleißigen und gelehrten Herrn Sohnes uͤber das alte Teſtament nicht anders als vielverſprechend ſeyn konnten; und in der That muß man ſich freuen, daß gerade der Sohn des Vaters Plan forſcht, und die Ausarbeitung des alten Teſtaments bey den vielen Amts - arbeiten des Vaters uͤbernommen hat. Unter den Au - gen und der ſteten Unterſtuͤtzung eines ſo erfahrnen Mannes, und in dem ſo ſeltenen aber unumgaͤnglich noͤthigen Beſitz der Huͤlfsmittel, vereinigten ſich mehrere Gegenſtaͤnde, die der beſten Ausfuͤhrung eines ſo wich - tigen Unternehmens und den Erwartungen voͤllig ent - ſprachen. Man muß den eiſernen Fleiß des jungen Ge - lehrten in der That bewundern, wenn man das große 3tehalb Bogen lange Verzeichniß der Autoren durch - geht, woraus er ſchoͤpfte, zuſammentrug, und uͤber - haupt alles that, ſeinen Zweck zu erreichen. Allent - halben zeigt er die richtigſte Kritik und Kenntniß in den hiſtoriſchen Umſtaͤnden, Sitten, Naturgeſchichte des Orients, ꝛc. daß Rec. mit Wahrheit zu ſagen ſich berechtiget haͤlt, daß die Erklaͤrung des Alt. Teſt. durch dies Unternehmen nicht nur beſonders gewinnt, ſondern es auch zu aͤußerſter Erleichterung dienet, die vielen verſchiedenen Erklaͤrungen einzelner aͤlterer und neuerer Gelehrten, uͤber wichtige Stellen zuſammen - geſtellt zu finden, und daß es noch nach vielen Jahren eins der brauchbarſten Handbuͤcher uͤber die Bibel ſeyn wird.
Zum Beweiſe des eben geſagten will ich nun die Grundſaͤtze und die Art, wie der Herr V. ſeinen Plan auszufuͤhren ſucht, naͤher angeben. Er ſammelte naͤm - lich nicht nur aus neuern ſondern auch aus den aͤltern Auslegern und aus vielen andern alten und neuen Schriften dasjenige, was zur Erklaͤrung dunkler Stellen und zur Hebung ſo mancher Schwierigkeiten vorzuͤglich ihm geſchickt ſchien. Zuerſt wird bey jedem Verſe, der einiger Erklaͤrung bedarf, allemal der Sinn der Worte dargeſtellt, und die Erklaͤrung durch Sprachgebrauch der Hebraͤiſchen Sprache und der uͤbrigen mit ihr ver - wandten Morgenlaͤndiſchen Dialecte zu rechtfertigen ge - ſucht, dabey dasjenige, was auf hiſtoriſche Umſtaͤnde, Sitten, Naturgeſchichte des Orients, Namen der Oerter und Perſonen Bezug hatte, kuͤrzlich — ſo viel es ohne Verluſt der Deutlichkeit geſchehen konnte — erlaͤutert iſt, mit Anfuͤhrung derjenigen Schriften, woman weitere Auskunft findet. Hie und da iſt auch die Verſchiedenheit der Lesart, wo ſie Einfluß auf den Sinn hatte, und in ſchweren Stellen die vorzuͤglichſten Er - klaͤrungen derſelben bemerkt worden. Bey den Stellen, die ſich auf die Natur und die Sitten des Morgenlan - des beziehen, hat der V. laͤnger verweilt, da Reiſe - beſchreibungen, aus welchen jene Stellen ſo viel Licht erhalten, und andere dahin gehoͤrige Schriften, theils nicht in aller Haͤnden, theils ſo koſtbar ſind, daß ſie nur von ſehr wenigen koͤnnen angeſchafft werden. Sehr angenehm war es uns hiebey, oft die Worte der Ver - faſſer ſelbſt zu leſen, ein Geſetz, das beſonders Lob verdient, und in den meiſten Faͤllen auch zur Deutlich - keit nothwendig iſt. — Da ſehr viele Stellen des Pen - tateuchs ohne einige Notiz der Lage der Oerter gar nicht verſtanden werden koͤnnen, ſo erheben die zwey dazu beſorgten Charten den Werth des Werks noch um vieles. Auf der einen iſt Syrien und Pallaͤſtina vor - geſtellt, wie dieſe Laͤnder zur Zeit der Patriarchen be - ſchaffen waren, nach Volneys neuer vortrefflichen Charte, mit Weglaſſung der Oerter, die nicht hierher gehoͤren, und Zuſetzung derer, von denen heutiges Tages keine Spuren mehr uͤbrig ſind. Die andere Charte dient zur Erlaͤuterung der Geſchichte von dem Durchgange der Jſraeliten durchs rothe Meer, und ihrer Reiſe durch die Wuͤſte, aus Niebuhrs allgemein geprieſenem Werke. Endlich erhaͤlt man aus dem der Vorrede angehaͤngten Verzeichniß der benutzten und citirten Buͤcher nicht nur gleich eine critiſche Ueberſicht der Huͤlfsmittel, ſondern auch die, die einige Notiz eines citirten Buches wuͤn - ſchen, haben nicht erſt noͤthig, dieſelbe wo anders zu ſuchen. Recenſent wuͤnſchet zuletzt nichts aufrichtiger, als daß der Herr V. durch den Beyfall des Publicums recht bald aufgemuntert werde, auf die Fortſetzung nicht lange warten zu laſſen. Druck, Papier und Preis des 1ſten Theils machen der Verlagshandlung nicht minder Ehre.
Ein Buch fuͤr junge Frauenzimmer, die ihr Herz und ihren Verſtand bilden wollen, von Sophie von la Roche. Erſter Band, 266 S. 8. Zwote mit einem Anhang vermehrte Auflage.
Die erſte Auflage haben wir nicht geſehen; aber wir legten das Buch mit einer Geiſtesſtimmung von der Hand, in die wir uns bey Leſung von Schriften dieſer Art nur ſelten geſetzt ſehen. Recenſent, der auch ſonſt Beruf gehabt, und ganz vorzuͤglich itzt hat, auf eine dergleichen Lectuͤre zu denken, und unter dem Guten das Beſte auszuwaͤhlen, geſteht, nicht ohne Ruͤhrung fuͤr eine ſo vortreffliche Schriftſtellerinn, daß ihm noch nichts vorgekommen ſey, was er einem Teutſchen Maͤd -[6]chen guter Art mit mehrerer Zuverſicht in die Haͤnde geben wuͤrde, als dieſe Briefe an Lina. Nicht etwa aufblaͤhendes Wiſſen wird hier beabſichtiget; der End - zweck iſt groß und aͤdel: durch die Erwerbung deutlicher und richtiger Begriffe von allen das Leben und den Menſchen betreffenden Dingen, und durch die Kennt - niß des wahren Werths der Dinge eine weiſe Heiterkeit und vernuͤnftige Ruhe des Geiſtes zu begruͤnden. So wird die Sammlung ein kleines reizendes Elementar - werk der ausgeſuchteſten Kenntniſſe, die eine weibliche Seele ſchmuͤcken koͤnnen, mit der anſtaͤndigſten aͤdelſten Moral innigſt verwebt. Recenſent kannte die Frau von la Roche zwar ſchon aus ihrer Sternheim und Roſalie, uͤber deren Abfaſſung ſie (S. 68) ſich ſo naiv erklaͤrt; aber er erlaubt es ſich, zu ſagen, daß ſie durch die Briefe an Lina ihr Verdienſt um Teutſche Maͤdchen um vieles vergroͤßert habe. Die Anlage iſt ſo gemacht, daß die Briefe ohngefaͤhr binnen dem Lauf eines Jahrs geſchrieben werden, und ſo fuͤhrt ſelbſt der Wechſel der Zeiten und Vorfaͤlle unvermerkt und ganz natuͤrlich auf Kenntniſſe und ſittliche Winke, die in einer ſyſtematiſchen oder in jeder andern Ordnung viel - leicht nur die halbe Wirkung gehabt haben wuͤrden. Anfangs iſt das Jntereſſe nur ſchwach, aber dieſes waͤchſt gegen das Ende, und wird in der Folge (duͤrften wir doch ſagen: in den folgenden Baͤnden!) noch mehr zunehmen. Recht ſehr muͤſſen wir es loben, daß jede Gelegenheit benutzt iſt, die ſich darbietet, auch die kleinen Schatten in dem Character der Lina Derbach zu bemerken: wir dachten, wenn wir die Frau von la Roche mit den gewoͤhnlichen Moraliſten verglichen, wir dachten hier an Lichtwehrs Rehe. Wir empfehlen in dieſer Hinſicht den 20ſten Brief, S. 153. Sagen wollen wir es auch, daß wir ganz der Meynung des Bruders der Lina ſind, oder vielmehr es ſchon waren, ehe wir noch ſeine Aeußerung, S. 126. geleſen hatten: Lina muͤſſe alles durch das Weiberaug der holden Lehrerinn ſehen. Jmmer trifft ſie den Ton beſſer, als die Maͤnner, ſo oft ſie zum weiblichen Geſchlecht reden wollen. So recht durch dieſes Weiberaug ſieht Lina das Schlafzimmer, das Wohnzimmer, die (leider ſo ſelten von Weiberaugen geſehene) Kuͤche, die Speiſekammer, den Eßſaal, das Beſuchzimmer, die Geraͤthkammer, ihre eigene Buͤcherſammlung iſt nicht das taͤndelhafte Ding unſerer meiſten Maͤdchen, und beſchaͤmt manchen unſerer jungen ſchoͤnen Herren, die mit den Muſenallmanachen wohl beſſer umzuſpringen gelernt haben moͤgen, als mit Hallens Werkſtaͤten oder dem Bode und Schmidt. Vom Gartenbau haͤtten wir doch etwas umſtaͤndliches und belehrendes gewuͤnſcht, aus dieſer alles mit ſo ganz eigener Anmuth darſtellen - den Feder; vielleicht finden wir dieſen von den Frauen ganz unrecht vernachlaͤßigten Theil der weiblichen Wirth - ſchaft, in den Briefen an Lina als Frau, vorgetragen. Recht artig, und zur Befriedigung ſelbſt der Maͤnner, nimmt Frau von la R. die Unterredungen vom weib - lichen Putze in Schutz, (Nr. 47.) Ruͤhrend und wich - tiger, als vielleicht mancher denken mag, iſt auch fuͤr uns die feyerliche Uebergabe des Schluͤſſels zum Weiß - zeug und zur Speiſekammer geweſen: “dieſe alten Mo - den” muͤſſen wir mit Lina (S. 57.) davon ſagen, “ſind mir lieber als manche neue, die ich ſah.” Wohlvor -bereitet iſt der Uebergang aus dem haͤuslichen zu dem geſellſchaftlichen Leben, (S. 88.) Das Entſtehen der Staaten und Reiche, der gegenſeitigen Rechte und Verbindungen der Gewerbe, Manufacturen, des Han - dels: dieſer Artikel iſt vorzuͤglich reichhaltig, (S. 126.) Hierauf vom Muͤnzweſen. Das (S. 141) empfohlene Buch: Vom Urſprung und Wachsthum der Hand - lung, Wien 1769. wird wol die aus dem Franzoͤſiſchen des Huͤet uͤberſetzte Schrift feyn, Wien 1775. dieſe geht aber mehr den Handel der alten Voͤlker an. Die Sinne. Nur im Voruͤbergehen die Geſchichte der kein frohes Ende nehmenden Juſtine: ſie ward das Opfer ihrer unbaͤndigen Leidenſchaft, des Tanzens. (Ließe ſich aus dieſem einzelnen Faden nicht eine ganze Folge belehrender Briefe in den ruͤckſtaͤndigen Baͤnden aus - ſpinnen? Schon ſo, wie die kleine Geſchichte hier ein - geſchaltet iſt, wird ſie jedem guten Herzen aͤußerſt in - tereſſant. Wie viele ſterben wie Juſtine dahin! Es muͤßte der vortrefflichen Schriftſtellerinn leicht fallen, die vier uͤbrigen Toͤchter der Madame Bogen (S. 158.) mit in das Jntereſſe zu ziehen, und dadurch eine neue Veranlaſſung erhalten, ein Hausweſen dem andern entgegen zu ſtellen, und neue warnende Winke fuͤr Frauen zu ertheilen.) Ein leichter Uebergang von Ju - ſtinens Krankheit zu den Aerzten und ihrer Wiſſenſchaft (S. 161. ff. ) ſo wie zu den Predigern und der Gottes - gelehrſamkeit, (S. 170.) Eine Reiſe aufs Land, die Lina vor hat, fuͤhrt auf die Schilderung des Land - beamten, die voll practiſcher wahrer Gedanken iſt, (S. 183-188.) Trefflich iſt die Bemerkung uͤber das gut - muͤthige Anhoͤren der weitſchweifigen Vorſtellungen des ungelehrten Bedraͤngten, (S. 186, 87.) Allerdings hat man Urſache, hier die vorbereitende Kunſt der Verfaſſerinn zu loben, wenn man weiterhin erfaͤhrt, wem die gute Lina ihre Hand giebt. Vortrefflich ſind die Gedanken uͤber die Beſtimmung des weiblichen Ge - ſchlechts, (S. 189. ff.) Eine ſchoͤne Vorſtellung von der ſtufenweiſen Entwickelung menſchlicher Kraͤffte und Faͤ - higkeiten. Der Krieg, der Kriegsmann. Hier iſt faſt der Uebergang etwas prallend, (S. 188, 189.) Endlich die ſchoͤne Ausſicht in Jllbergs Familie, und zugleich in Lucas Wichers Schickſal und auf alles Gute und Schoͤne hin, was die folgenden Baͤnde den Leſer von Lina als Gatten und Mutter hoffen laſſen.
Hervorſtechende Stellen zeichnen wir keine aus: wo das Herz ſo oft ſpricht, koͤnnen ſie nicht ſelten ſeyn. Uns, wie aus dem Jnnern herausgeſchrieben, iſt die Warnung, die Lina auf Faͤlle aufmerkſam machen ſoll, wo es beſſer iſt, von ſeinen Empfindungen uͤber Gottes Wunder zu ſchweigen, (S. 106, 107.) Kurz — denn noch einmal finden wir uns mit Linas Bruder auf einem Wege — “ein Maͤdchen kann durch dieſe Briefe faͤhig werden, mit einem ernſthaften Mann zu ſprechen, und vernuͤnftige Buͤcher zu leſen.” Der Anhang iſt aus der Pomona genommen, und von ihm brauchen wir nicht beſonders zu ſprechen. Der Fortſetzung der Briefe ſehen wir mit froher lehrgieriger Erwartung entgegen.
Der Verfaſſer dieſer (wie man aus dem Titel nicht ſieht) aus dem Engliſchen uͤberſetzten Vertheidigung eines ſeit vielen Jahrhunderten ſchon verabſcheueten, in der That ſehr ehrloſen, und darum auch von allen Geſetzgebern mit den ſchaͤrfſten Strafen bedroheten La - ſters, ſagt mit deutlichen Worten, daß er dieſen Satz zu behaupten gedenke: “Kein Menſch von reifen Jah - ren und geſundem Verſtande, der frey und mit offenen Augen handelt, darf gehindert werden, mit Hinſicht auf ſeinen Vortheil, ſolche Bedingungen einzugehen, die er fuͤr bequem haͤlt, Geld zu erlangen — ferner, welches nothwendig aus dem Vorigen folgt — niemand darf gehindert werden, jenem dis (dies) Geld zu leihen, von welcher Art auch die Bedingungen ſeyn moͤgen, denen er ſich unterwirft.” Man ſieht es ohne Schwuͤ - rigkeit ein, daß es dieſer Hypotheſe an allen logicali - ſchen Requiſiten mangele, und daß ſie ſich unmoͤglich jemalen in einen fehlerfreyen Syllogismum einkleiden laſſe. Diejenigen Ausdruͤcke, in welchen der Verf. ſein Paradoxon vortraͤgt, ſind ſchon an und vor ſich zu weit - ſinnig, um auf dieſem viel zu locker eingelegten Grund - ſtein ein veſtes Gebaͤude bauen zu koͤnnen. Wer iſt denn von reifen Jahren und geſundem Verſtande? Wer han - delt denn frey, und mit offenen Augen? Entſcheiden unſere Jahre uͤber die Reiſe unſers Verſtandes? Und wenn in Hinſicht eines von einem Wucherer uͤbervor - theilten Jndividui die Frage beantwortet werden ſoll, ob der Beraubte zu ſeinen reifen Jahren und geſundem Menſchenverſtand gelangt ſey, oder nicht — ob er frey und mit offenen oder unfrey und mit verſchloſſenen Augen gehandelt; wer ſoll entſcheiden? Der Wucherer oder die Obrigkeit? Der Wucherer? Ja, da kann man ſich wohl die Antwort gedenken. — Die Obrigkeit? Wie ſchwer wuͤrde ihr das mehrmalen werden? Wie oft wuͤrde ſie nicht mit ihrer Antwort zu ſpaͤt kommen? Alle Bedingungen ſoll derjenige eingehen koͤnnen, der Geld bedarf, um dieſes zu erhalten — alle, die er fuͤr bequem haͤlt? Wie laͤßt ſich das alles behaupten — noch mehr, wie laͤßt ſichs erweiſen? Ein jeder begreift dieſe Unmoͤglichkeit. Der Verfaſſer dieſer kleinen Schrift hat dieſe auch wohl ſelbſt einſehen muͤſſen — und Rec. haͤlt ſeine ganze Arbeit fuͤr nichts anders, als einen im Scherze angeſtellten Verſuch, eine Sache zu ver - theidigen, die den allgemeinen Haß der ganzen Menſch - heit wider ſich hat — dieſen auch verdient — und ſich folglich nicht vertheidigen laͤßt. Da die Ueberſetzung von einer Meiſterhand kommt: ſo wird es nicht noͤthig ſeyn, etwas zu ihrem Lobe zu ſagen.
Jn dieſem erſten Stuͤcke dieſes ſeiner Anlage und Aus - fuͤhrung nach vortrefflichen Jnſtituts, ſind nachfolgende Aufſaͤtze enthalten: 1) Nachricht von dem Zweck und der Einrichtung des Magazins, nebſt einigen Betrach -tungen uͤber den gegenwaͤrtigen Zuſtand der Philoſophie in Deutſchland. (Einige Freunde der Philoſophie haben ſich mit einander verbunden, die zerſtreueten Gedan - ken, wozu ihnen die neueſten Vorfaͤlle in der philoſo - phiſchen Welt Gelegenheit geben, ſich einander mitzu - theilen, und diejenigen, die eine ſorgfaͤltige Pruͤfung aushalten, in dieſem Magazin aufzubewahren, und der Beurtheilung des Publicums vorzulegen. Die erſte Abtheilung deſſelben wird eigene Aufſaͤtze, — die zweyte Recenſionen enthalten. Dieſe Aufſaͤtze werden nicht aus lauter ſpeculativen Abhandlungen beſtehen, ſie wer - den mit Beobachtungen, Nachrichten, kurzen Betrach - tungen uͤber Sitten, Geſetze, Begebenheiten, Charactere und aͤhnliche Gegenſtaͤnde abwechſeln. Was laͤßt ſich nicht von einem ſo viel umfaſſenden Plane unter der Direction eines Mannes, von Herrn Eberhardts Geiſte und Herzen erwarten!) D. Ueber die Schranken der menſchlichen Erkenntniß. (Ein lehrreicher, durchge - dachter vortrefflicher Aufſatz — von dem ſich kein Aus - zug machen laͤßt — der ganz geleſen, aber nicht bloß geleſen, ſondern ſtudirt zu werden verdient.) 3. Ueber die wahre und falſche Aufklaͤrung, wie auch uͤber die Rechte der Kirche und des Staats in Anſehung der - ſelben. (Hier findet man mit einem aͤchten philoſophi - ſchen Geiſte die Fragen beantwortet: worinn das We - ſen der Aufklaͤrung beſtehe? kann und ſoll die Aufklaͤ - rung in dem gegenwaͤrtigen Zuſtande der menſchlichen Geſellſchaft allgemein ſeyn? Kann und ſoll die Auf - klaͤrung in der Religion, in dem gegenwaͤrtigen Zu - ſtande der Geſellſchaft allgemein werden? Was iſt falſche Aufklaͤrung? Hat die Kirche — hat der Staat — ein vollkommenes Recht, die Grenzen der Aufklaͤrung zu beſtimmen? Hat der Staat die Pflicht und das Recht, die Aufklaͤrung außerhalb der Kirche zu hindern?) 4. Einige Characterzuͤge der Mexicaniſchen Jndianer. Aus des Herrn Thiery de Menonville Traité de la culture du nopol &c. (Von der koͤrperlichen Bildung und der haͤuslichen Tugend jener Voͤlkerſchaften.) 5. Epiſtel uͤber das Frauenzimmer, an eine junge Graͤfinn. (Leicht und ſchoͤn verſificirt, voll treffender Wahrheit, ſchalk - hafter Laune und lachenden Witzes.) 6. Recenſionen. (Diesmal nur zwo, nemlich: Verſuch uͤber Gott, die Welt und die menſchliche Seele ꝛc. — und Zweifel, uͤber die Kantiſchen Begriffe von Zeit und Raum, von Weishaupt.) Niemalen gieng dem Recenſ. der Wunſch, daß eine neue Zeitſchrift fortgeſetzt werden moͤge, mehr vom Herzen, als bey der Anzeige dieſes ſchaͤtzbaren Werks.
Der prunkloſe Titel und die Weglaſſung des Druck - orts und Verlegers — ein Umſtand, wovon wir die Urſach nicht einſehen — kann dieſe Geſchichte vielleicht unbemerkt laſſen: ſie verdient aber doch aus der großen Menge ihrer Bruͤder und Schweſtern hervorgezogen zu werden. Die vornehmſten Charactere ſind: St. Claur, ein junger gutherziger Franzoſe, voll froͤhlicher Laune, der alles, was ihm vorkommt, mit Munterkeit und Witz behandelt. Amington, ein Englaͤnder voll Edelmuth,[8]Empfindung, und durchdringendem Verſtand. Neben dieſen Miß Warren, ein Frauenzimmer, das, man mag ihr Herz oder ihren Verſtand betrachten, die liebens - wuͤrdigſte, die unſchuldigſte und vollkommenſte ihres Ge - ſchlechts iſt. Lady Bembridge hat von der Natur und Erziehung ein gutes Herz und einen glaͤnzenden Ver - ſtand bekommen. Zerſtreuung und die Sitten der großen Welt haben ſie verdorben; das Ungluͤck macht ſie wieder gut. Dieſe Charactere ſind in ſo mannig - faltige Situationen geſetzt, und in ſo intereſſanten Be - gebenheiten dargeſtellt, daß die Aufmerkſamkeit des Leſers ſehr unterhalten wird. Jndem die Einfaͤlle des St. Claur, ſeine komiſchen Beſchreibungen, der Witz und der Ton der feinern Welt der Lady Bembridge beluſtigen, wird die Unterhaltung mit der Miß Warren eine wohlthuende Uebung aller ſchoͤnen und geſelligen Empfindungen. Hierin, daͤucht uns, liegt der ſchoͤnſte Zweck, den ein Schriftſteller dieſer Gattung haben kann, und der Verfaſſer der Honorie beſitzt die Kunſt, das menſchliche Herz zu guten Empfindungen zu erwecken, ohne zu moraliſiren und ohne zu predigen.
Dieſes claßiſche Werk iſt ſchon zu bekannt, als daß es noch einiger Empfehlung beduͤrfte. Das Original von die - ſem 4ten Bande iſt erſt in der vorjaͤhrigen Leipziper Oſter - meſſe erſchienen. Um ſo viel mehr Dank verdient der gelehrte Herr Ueberſetzer, daß er bey ſeinen mit dem groͤßten Beyfalle begleiteten vielen practiſchen Geſchaͤf - ten eines Arztes, dennoch die Ueberſetzung davon liefert. Demohngeachtet ſiehet man ihr keine Eile an, und ſie iſt vielmehr ſo wie in den vorigen Baͤnden treu und in einer ungezwungenen Schreibart abgefaßt. Es ſind wieder 75 Arten von Gewaͤchſen in dem vorlie - genden Bande abgehandelt. Nicht leicht wird ſich eine hieher gehoͤrige neue Entdeckung oder Bemerkung finden, die nicht an ihrem Orte genutzt waͤre. Solches zeigt ſich vorzuͤglich z. B. unter den Rubricken Campher, Sode und der zugleich abgehandelten Seife, Cozaira - balſam, Gummigutte, Caskarille, Thee und Rha - barber. Das das Werk nun wol ſchon uͤber die Haͤlfte ausgefuͤhrt, auch der beruͤhmte Hr. Verfaſſer noch faſt in ſeinen beſten Jahren, und dabey in ſeinen gelehrten Arbeiten aͤuſſerſt thaͤtig iſt; ſo haben wir die groͤßte Hoffnung, daß ſolches in wenig Jahren ganz werde vollendet werden. (Koſtet in der Heroldſchen Buch - handlung im Dom 4 Mk.)
Eine Streitſchrift, welcher wir, unerachtet der Menge ihrer Schweſtern, dennoch kein unguͤnſtiges Schickſal prophezeyen, wenn naͤmlich der Herausgeber auch kuͤnf - tig gleich intereſſante Aufſaͤtze zu liefern fortfaͤhrt, als die beyden erſten Stuͤcke dieſer Sammlung enthalten. Wir koͤnnen hier nur den Jnhalt derſelben anzeigen. Jm 1ſten Stuͤck ſind folgende Aufſaͤtze: 1) Jdeen uͤber die Urſachen und Gefahren einer eingeſchraͤnkten und falſchen Aufklaͤrung, vom Herausgeber. 2) Von den Staatswirthſchaftlichen Nachtheilen einer koſtbaren und langſamen Juſtizpflege. Eine Vorleſung vom Herausgeber. 3) Das Schickſal, nach Mercier, von Heydenreich. 4) Elegie von Heydenreich. 5) Schrei - ben eines alten Predigers, an den Koͤnigl. Preußiſchen Staatsminiſter von Woͤllner, das Religionsedict vom Julii 1788 betreffend. 6) Bemerkungen uͤber einige Gegenſtaͤnde des allgemeinen und poſitiven Voͤlkerrechts, veranlaßt durch die neuerlich zwiſchen Schweden und Rußland gewechſelten Staatsſchriften. Jm 2ten Stuͤck: 1) Gedichte von einem Frauenzimmer. 2) Ueber die Principien der Aeſthetik, oder uͤber den Urſprung und die Allgemeinguͤltigkeit der Vollkommenheitsgeſetze fuͤr Werke der Empfindung und Phantaſie, von Heydenreich. 3) Liebe. Ein Gedicht von Stamperl. 4) An meinen Freund S —. von Ebendemſelben. 5) Trinklied, von Heydenreich. 6) Jeſuitiſche Wanderungen und wich - tige Entdeckungen des großen Ritters Wunibald. Eine Geſchichte aus der neuſten Zeit. 7) Bemerkungen uͤber einige Gegenſtaͤnde des allgemeinen und poſitiven Voͤl - kerrechts, veranlaßt durch die neuerlich zwiſchen Ruß - land und Schweden gewechſelten Staatsſchriften. Fort - ſetzung. 8) Einige hiſtoriſche Nachrichten, die Ein - miſchung des Rußiſchen Hofs in die innern Schwedi - ſchen Staatsangelegenheiten betreffend, vom Heraus - geber. 9) Einige Bemerkungen uͤber die in oͤffent - lichen Blaͤttern Sr. Majeſtaͤt, dem Kayſer, zugeſchriebene Reſolution, die Buchdruckereyen und den Buchhandel betreffend, d. d. 20ſten November 1788. Von ** l.
Nebſt einem auf dieſen Grundſatz gebauten Verſuch einer Beantwortung der Frage: von den Gruͤnden und Grenzen der aͤlterlichen Gewalt nach dem Naturrecht, und von der im Staate rechtmaͤßigen und nuͤtzlichen Ausdehnung und Ein - ſchraͤnkung dieſer Gewalt, von M. C. G. Tilling. Leip - zig, bey Buͤſchels Wittwe. (Koſtet 1 Rthlr.)
Eins der nuͤtzlichen Werke von denen, welche uͤber dieſe Materie geſchrieben worden, das aber wegen ſeines reichhaltigen Jnhalts ſchlechterdings keinen Aus - zug verſtattet. Der Herr Verfaſſer hat nicht von der Oberflaͤche geſchoͤpft, ſondern ſeinen Gegenſtand durch - dacht und ihn gruͤndlich behandelt. Er ſucht Kant nicht ſowol zu widerlegen, als in vielen Stellen zu ſup - pliren, und die Jdeen deſſelben ſind in ein helleres Licht geſetzt. Der Abſchnitt: Von der Wuͤrde des Menſchen, dem Werth ſeiner Handlungen, von der Reinigkeit der Sitten und dem hoͤchſten Gut, iſt vor - zuͤglich gut bearbeitet. Doch nicht in dieſem allein, auch faſt in allen andern ſtoͤßt man auf neue Gedanken und ſcharfſinnige Bemerkungen. Der Raum erlaubt uns nicht, mehr von dieſem Buche zu ſagen, das ſelbſt der waͤrmſte Verehrer Kants nicht ohne Nutzen leſen wird.
Britt-Marie SchusterManuel WilleArnika LutzNote: Bereitstellung der Texttranskription.Note: Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.2014-07-07T10:32:49Z CLARIN-DNote: Langfristige Bereitstellung der DTA-Ausgabe
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