Briefe aus Turin melden, daß Jhro Koͤnigl. Hoheit, die Graͤſinn von Artois, mit Jhren beyden jungen Prinzen die gedachte Stadt im May verlaſſen, und nach Paris zuruͤckkommen werden. Jhr Herr Gemahl wird ſelbiger ſogleich folgen, wenn unſere Landes-Con - ſtitution voͤllig zu Stande ſeyn wird.
Den 11ten iſt zu Grenoble eine Verſammlung von mehr als 10000 Mann der Nationalgarden aus den benachbarten Provinzen verſammelt geweſen, welche alle geſchworen haben, die neue Conſtitution bis auf ihren letzten Blutstropfen zu vertheidigen. Jndeſſen hat dieſe Parthey doch eine ſtarke Gegenparthey in den dortigen Gegenden, an deren Spitze ſich der Herr Mounier befindet, und welche darauf bedacht iſt, der ex[e] cutiven Macht, das heißt, dem Koͤnige, die ihr zu - kommende Thaͤtigkeit und Autoritaͤt auch die Freyheit wieder zu geben, ſich da aufzuhalten, wo der Koͤnig es fuͤr gut finden wird. Aber die Parthey wird gegen die zahlreichen Nationalgarden nichts ausrichten koͤn - nen, die alle den Marquis de la Fayette ergeben, und zur Ausfuͤhrung ſeiner Befehle ſich aufzuopfern bereit ſind. Man will aber doch verſichern, daß der Marquis de la Fayette ſelbſt die Meynung derer nicht billige, welche die ganze ausuͤbende Macht des Koͤnigs vernich - ten wollen; man ſchließt dieſes daraus, weil es vorzuͤg - lich auf ſein Verlangen geſchieht, daß ſich das Chatelet noch immer mit Abhoͤrung von Zeugen in Betreff der Scenen vom 5ten und 6ten Oetober zu Verſailles be - ſchaͤfftigt. Beſonders werden Mitglieder der National - verſammlung abgehoͤrt. Sogar hat das Chatelet Commiſſarien nach Grenoble und Lauſanne geſchickt, um am erſten Orte den Herrn Mounier, und am zweyten den Herrn von Lally-Tolendal abzuhoͤren, welche beyde die Nationalverſammlung nach dem 6ten October verließen. Man glaubt, daß dieſe beydeHerren wichtige Dinge, ſelbſt gegen einige Glieder der Nationalverſammlung, entdecken werden. Als der Dechant des Unterſuchungsausſchuſſes die Erklaͤrung der Koͤniginn uͤber dieſe Scenen abholte, ſagte die Monarchinn zu ihm: Jch habe alles vergeſſen.
Der Koͤnig iſt uͤber den Laͤrm vom vorigen Dienſtage ſehr traurig. Sonſt pflegte der Monarch des Morgens im Garten der Thuilleries ſpatzieren zu gehen, nun iſt er ſchon ſeit einigen Tagen gar nicht hineingekommen.
Der Marquis von Ambert, welcher zu Marſeille wegen einiger Haͤndel mit der Nationalgarde arretirt ward, hat ſeine Freyheit wieder erhalten, und Mar - ſeille verlaſſen.
Die Parthey der Nationalverſammlung, welche zur rechten Seite des Praͤſidenten ſitzt, faͤhrt noch fort, im Capucinerkloſter Verſammlungen zu halten, aber ihre Entſchluͤſſe und Proteſtationen gegen die Decrete, betreffend die katholiſche Religion und die Adminiſtra - tion der geiſtlichen Guͤter, haben bisher noch nichts ausgerichtet. Geſtern mußte die Verſammlung aus - einander gehen, weil das Volk ſo viel Laͤrm machte, daß keiner den andern reden hoͤren konnte.
Der Ritter Pio, Secretair des hieſigen Neapolitani - ſchen Ambaſſadeurs, welcher beym Anfange der hieſigen Revolution in ſehr enthuſiaſtiſchen Ausdruͤcken von ſelbiger nach ſeinem Vaterlande geſchrieben hatte, hat die Gnade ſeines Hofes verlohren. Er hat ſich nun zum Franzoͤſiſchen Buͤrger aufnehmen laſſen, und traͤgt die Mondirung der Nationalgarde.
Herr Linguet hat am 16ten in dem Diſtrict der Franciſcaner, wo er wohnt, den Buͤrgereid geſchworen.
Der Cincinnatus-Ritter, Herr Deboy, hat dem Koͤnige 17 Perlen geſchenkt, die auch außer der Schaale wachſen, und ihres gleichen hervorbringen. Er hat ſelbige ſeit dem 1ſten November 1788 beſeſſen, ſeit welcher Zeit ſie viel groͤßer geworden. Seit dem[2]Junii 1789 bis jetzt hat er eine Production davon er - halten. Dieſe Art Perlen beſinden ſich zu Manilla, und man bewahrt ſie auf in Reis.
Jn der Sitzung der Nationalverſammlung vom 16ten dieſes wurden die Juden im Elſaß unter den Schutz der Geſetze genommen. Nach einigen andern Debat - ten wurden folgende wichtige Saͤtze decretirt: 1) Die Schulden der Geiſtlichkeit ſollen von dieſem Jahre an fuͤr Nationalſchulden gehalten werden; der Schatz ſoll deren Jntereſſe und Capitalien bezahlen. Die Nation erklaͤrt, daß ſie alle diejenigen als Glaͤubiger des Staats anſieht, welche beweiſen werden, daß ſie geſetzmaͤßig mit der Geiſtlichkeit contrahirt haben, und welche Jn - haber von Rente Contracten, die auf ſelbige aßignirt ſind, ſeyn werden; ſie hypothecirt ihnen folglich alles Eigenthum und Einkuͤnfte, woruͤber ſie diſponiren kann, ſo wie ſie es fuͤr alle ihre uͤbrigen Schulden ge - than hat. 2) Die geiſtlichen Guͤter, welche kraft der Decrete vom 19ten und 21ſten December des v. J. und vom 17ten Maͤrz 1790, verkauft werden ſollen, ſind von aller Hypothek der geſetzmaͤßigen Schuld der Geiſtlichkeit, womit ſie ehemals beſchwert waren, be - freyet, und von beſagten Glaͤubigern kann dem Ver - kaufe dieſer Guͤter kein Hinderniß in den Weg gelegt werden. 3) Die durch die Decrete vom 19ten und 21ſten December des v. J. creirte Aßignate ſollen unter allen Perſonen des Koͤnigreichs Geldcours haben, und als klingende Muͤnze in allen oͤffent - lichen und beſonderen Caſſen angenommen werden. Alſo haben wir nun Papiergeld. Diejenigen Glieder der Nationalverſammlung, welche an der Deliberation uͤber den Verkauf der geiſtlichen Guͤter keinen Antheil genommen, haben auch an dem obgedachten Decret keinen Theil genommen.
Jn der Sitzung vom 17ten wurden die uͤbrigen Arti - kel, betreffend die Aßignate decretirt, wovon wir noch ſolgende anfuͤhren wollen: Fuͤr den Erſatz der Zehnten, die Koſten des oͤffentlichen Gottesdienſtes, ꝛc. ſoll aufs beſte und ſchleunigſte geſorgt werden. — — Die Aßig - nate ſollen von 1000 bis 200 Livres gehen. Die Jn - tereſſe ſoll Tagweiſe gerechnet werden. Ein Aßignat von 1000 Livres giebt taͤglich 1 Sous 8 Deniers; eine von 300 Livres, taͤglich 6, und eins von 200, taͤglich 4 Deniers Jntereſſe. — — Der letzte Jnhaber eines Aßignats erhaͤlt die jaͤhrliche Jntereſſe deſſelben von der außerordentlichen Caſſe. — — Die 400 Millio - nen Aßignate ſollen zuerſt zum Austauſch der Billette der Diſconto Caſſe gebraucht, und der Ueberſchuß in die außerordentliche Caſſe gelegt werden. — — Der 18te und letzte Artikel des Decrets ſagt, daß der Finanz - Ausſchuß naͤchſtens einen Plan zur Einrichtung der Adminiſtration der außerordentlichen Caſſe, zur ſchnel - len Ausfuͤhrung des Decrets einreichen ſolle. Dieſes Decret ward dem Koͤnige noch an dem Tage, da es gemacht war, zur Sanction und Annahme uͤberreicht, und man arbeitet ſchon an der Fabrication dieſer Aßignate von 1000, 300 und 200 Livres. Man wird deren ungefaͤhr 600000 Stuͤck noͤthig haben, und es heißt, Herr Ducruey werde ſelbige allein unterzeichnen.
Nach einer vom Herrn Necker eingegebenen Liſte hat die oͤffentliche Einnahme im Maͤrz 57 Millionen 446000 Livres, und die Ausgabe 45 Millionen 506000Livres betragen. Ausgang Maͤrz befanden ſich in Caſſe 12 Millionen 940000 Livres. Jm April wird die Aus - gabe 36 Millionen 925000 Livres betragen, und die Einnahme nur 15 Millionen und 65000 Livres; im May wird die Ausgabe 36 Millionen 200000, und die Einnahme nur 11 Millionen 860000 Livres betra - gen. Das ganze Deficit fuͤr beyde Monate wird 46 Millionen 200000 Livres ſeyn. Dieſe Liſte hat die Nationalverſammlung in große Beſtuͤrzung geſetzt, und es ward hierauf folgendes decretirt: “Da die Natio - nalverſammlung befohlen hat, daß die Billets der Diſcontocaſſe durch Aßignate erſetzt werden ſollen, welche 3 Procent Jntereſſe tragen, ſo hat ſie folgendes decretirt: 1) Es ſoll kuͤnftig keine neue Ausgabe von Billets ohne ein Decret der Verſammlung und ohne die Gegenwart ihrer Commiſſarien geſchehen. 2) Jn Gegenwart der Commiſſarien ſollen durch die Admini - ſtratoren des Schatzes 20 Millionen Billets zum oͤffent - lichen Dienſt ausbezahlt werden.” Dieſe 20 Millionen erhaͤlt alſo Herr Necker fuͤrs erſte auf ſein Verlangen von 40 Millionen.
Jn der Abendſitzung ward bekannt gemacht, daß Rochelle fuͤr 10 Millionen geiſtliche Guͤter kaufen wolle. — Die National-Cavallerie von Paris ſchenkte dem Schatz 2500 Livres.
Jn der Sonntageſitzung ward deeretirt, daß Herr Necker in 8 Tagen dem Finanzausſchuſſe einen de - taillirten Etat aller Koſten des Maymonats zuſchicken ſoll; ferner, daß die Lage des Schatzes in Betreff der Einnahme und Ausgabe alle Woche dieſem Ausſchuß vorgelegt werden ſoll; und endlich, daß die 20 Millio - nen, welche die Nationalverſammlung dem Herrn Necker ausbezahlt hat, von der Diſcontocaſſe ohne Jn - tereſſe und Gratification geliefert werden ſollen.
General van der Meerſch wird mit ſeiner Frau und ſeinen Kindern in unſerer Citadelle aufs genaueſte be - wacht, und die Deputirten des Congreſſes zu Na〈…〉〈…〉 ur haben eine Schrift herausgegeben, in welcher das Be - tragen des gedachten Generals ſo vorgeſtellet wird, daß man ernſthafte Folgen fuͤr ihn befuͤrchtet. Nun iſt auch Herr von Broux von Bruͤſſel in unſerer Cita - delle angekommen.
Es werden hier alle Anſtalten getroffen, um ſich in Vertheidigungsſtand zu ſetzen. Die Preußiſchen Trup - pen haben nun unſer Land verlaſſen; die Pfaͤlziſchen bleiben auf neuem Befehl noch auf unſerm Gebiete, um, wie es heißt, die Muͤnſterſchen zu erwarten, und dann vereinigt hieher zur Execution aufzubrechen. Jn - zwiſchen haben die Staͤnde alle Staͤdte und Gemeinden des Luͤtticher Landes oͤffentlich aufgeboten, in ihren Diſtricten Wachen auszuſtellen, welche bey Annaͤherung fremder Truppen, die vorher ihre Ankunſt nicht ange - deutet, noch von den Staͤnden die Bewilligung des Durchzugs uͤber das Luͤtticher Territorium erhalten haͤtten, alſo gleich durch Glockenſchlag oder ein ande - res Signal, woruͤber man ſich zu vereinigen habe, uͤberall von Ort zu Ort Laͤrm zu ſchlagen, um wider jeden Ueberfall mit den Waffen in der Hand bereit zu ſeyn. Die Errichtung der 2 neuen Jnfanterie Corps, jedes[3]zu 1000 Mann, und eines Cavallerie-Corps von 150 Mann wird bereits ſtark betrieben, und ſo iſt das pa - triotiſche Anerbieten des Herrn Delle Creyer, 400 Mann einen Monat lang auf ſeine Koſten zu beſolden, mit großer Dankbezeugung angenommen worden.
Geſtern ſind die Muͤnſterſchen Truppen etwa 1000 Mann ſtark, welche ſeit 3 Monaten in unſerm Bezirke cantonnirt haben, uͤber Geilenkirchen aufge - brochen, um zu den an der Maas im Luͤttichſchen lie - genden Churpfaͤlziſchen Truppen zu ſtoßen, und als - denn weiter ins Biſchofthum Luͤttich einzuruͤcken. Der groͤßte Theil des Luͤtticher Domkapitels, wovon nur 5 Glieder in Luͤttich anweſend ſind, und da den erſten Stand ausmachen, befindet ſich jetzt allhier, und tritt taͤglich zuſammen, um ſeine Gerechtſame durch oͤffentliche Proteſtationen zu bewahren.
Herr Tierney that am Dienſtage im Unterhauſe den Antrag, daß die Oſtindiſche Compagnie moͤge gehalten ſeyn, einen Bericht von allen von ihr ſeit 5 Jahren angekauften und ins Reich eingefuͤhrten Thee, mit An - zeigung der verſchiedenen Arten deſſelben, dem Unter - hauſe vorzulegen. Dieſes ward genehmiget. — Wie aber eben gedachter Herr Tierney verlangte, daß die Compagnie moͤge befehliget werden, einen Bericht von allen den Summen einzugeben, welche ſie der Regie - rung ſeit 5 Jahren wegen des Militair-Elabliſſements in Oſtindien ſchuldig ſey, und zugleich die in jedem Jahre dieſerhalb gemachten Schulden einzeln zu be - rechnen und anzuzeigen, ſo ſetzten ſich Herr Dundas und Herr Pitt aus dem Grunde dagegen, weil die Compagnie die hiezu erforderlichen Rechnungen und Nachrichten aus Jndien noch nicht erhalten habe. — Herr Sheridan und Herr Pitt kamen hieruͤber ziem - lich heftig an einander, und es ward zuletzt ſo vermit - telt, daß die Berichte, welche die Compagnie dieſer - wegen ſchon jetzt in Haͤnden habe, durch die gehoͤrigen Beamten ſollten vorgelegt werden — Faſt taͤglich werden aus allen Gegenden Englands und Schottlands Bittſchriften gegen die Tobacksbill und gegen Acciſe im Parlemente uͤberreichet, und man iſt begierig, zu ſehen, was fuͤr einen Ausgang dieſe Sache haben werde. Die Bill, auf Exchequerſcheine 5 Millionen 500000 Pf. Sterl. zu borgen, iſt aus dem Unterhauſe ins Ober - haus uͤbergegangen. Dieſes ſind im Grunde keine neuen Schulden, ſondern heißt nur ſo viel, als mit einer Hand abbezahlen und mit der andern eben ſo viel neugeborgtes Geld wieder aufnehmen. Herr Pitt ſoll geſonnen ſeyn, dieſe geſammte Summe den oͤffent - lichen Fonds einzuverleiben.
Der Koͤnig ſoll gewillet ſeyn, die bisherigen Ver - gnuͤgungen der Jagd voͤllig aufzugeben, weil die Be - wegung zu heftig, und die damit verbundene Gefahr nicht gering iſt.
Von Portsmouth wird gemeldet, daß die beyden Schwediſchen Oſtindienfahrer, die daſelbſt eine langeZeit gelegen, im Begriff ſind, nach Schweden zuruͤck - zukehren. Der eine wollte am Dienſtage aus dem Haven gehen, gerieth aber dabey in den Schlamm, und hat einigen Schaden erlitten, wiewol von keiner großen Bedeutung. Es war ein ungegruͤndetes Vor - geben der hieſigen oͤffentlichen Blaͤtter, daß dieſe Schiffe durch zwo Engliſche Fregatten und einen Cutter nach Schweden wuͤrden convoyiret werden; die Fregatten ſowol als der Cutter ſind Schwediſche. Der letztere iſt ſchon ſeit einem Monate zu Spithead angekommen, und die beyden erſtern werden taͤglich erwartet.
Den letzten Nachrichten aus China zufolge herrſchet in den meiſten Provinzen des Reichs eine große Hun - gersnoth, beſonders in der Gegend von Canton. Es ſollen auch hin und wieder buͤrgerliche Unruhen im Reiche ausgebrochen ſeyn.
Man tadelt die Directeurs unſerer Oſtindiſchen Compagnie ſehr, daß ſie dem Capitain des verlohren gegangenen Schiffes, Vanſittart, deſſen wir mehrmals erwaͤhnet, die Erlaubniß zugeſtanden, einen bisher unverſuchten Weg nach China durch eine unbekannte Straße zu nehmen, wo hin und wieder nicht 20 Fuß tiefes Waſſer iſt. Man rechnet den Werth des verun - gluͤckten Schiffes auf 100000 Pf. St. Außer baa - rem Gelde ſind an die 50000 Pf. Werth Wollenma - nufacturen, welche am Bord waren, verlohren ge - gangen.
Der Winter, der ſo aͤußerſt gelinde bisher geweſen, hat ſich mit vieler Strenge eingeſtellt. Seit mehr als 14 Tagen haben wir die kaͤlteſten und heftigſten Oſt - und Nordoſtwinde, und am Sonntag, ſo wie geſtern, hat es gewaltig und lange geſchneyet. Hier iſt freylich der Schnee gleich verſchwunden, aber in den weſtlichen und noͤrdlichen Theilen des Reiches hat er am Mon - tage an einigen Orten 4 bis 5 Fuß hoch gelegen, ſo daß die Poſten ſind aufgehalten worden.
Se. Majeſtaͤt haben beſchloſſen, daß die Geſchaͤffte in geiſtlichen Studien - und Stiftungsſachen von Un - garn und Siebenbuͤrgen, welche bey der hiezu aufge - ſtellten Hof-Commißion behandelt wurden, kuͤnſtig wieder bloß bey der Ungariſch-Siebenbuͤrgiſchen Hof - kanzley vorgetragen werden ſollen.
Dem Grafen von Sauer, bisherigen Hofrath der Ungariſch-Siebenbuͤrgiſchen Hofkanzley, haben Se. Ma - jeſtaͤt die Probſtey von Großwardein und den Biſchofs - Titel zu verleihen geruhet.
Der Koͤnig hat das Evangeliſch-Lutheriſche Conſi - ſtorium beſtaͤtigt.
Der Staatsrath Martini iſt zum Chef der Geſetz - Commißion ernannt.
Das Departement der geiſtlichen Angelegenheiten iſt aufgehoben, und ihre Direction dem Cardinal-Erz - biſchof uͤbertragen worden. Auch heißt es, daß ver - ſchiedene Kloͤſter und Orden wieder Erlaubniß erhalten haben, Novizen anzunehmen.
Zu Gladowa iſt es vom 1ſten bis 3ten April ſo kalt geweſen, daß Menſchen erfroren ſeyn ſollen, welches doch hoͤchſt unwahrſcheinlich iſt.
Zu Carlsburg iſt der Kaimakan von Buchareſt und 1 Bojar aus gedachter Stadt gefaͤnglich eingebracht[4]worden, welche verbotene Correſpondenz mit den Tuͤr - ken gefuͤhrt haben ſollen.
Der Koͤnig wird ſeine Gemahlinn und 5 Erzherzoͤge mit ſich zur Kroͤnung nach Oſen nehmen, und ſich, ſo wie die Erzherzoͤge, Ungariſch kleiden.
Es heißt, der Monarch habe die Generale vom Tragen der Cherpen diſpenſirt.
Der Feldzeugmeiſter, Graf von Colloredo, geht zur Direction der Artillerie zur Armee nach Maͤhren.
Der Erzherzog Franz hat auf Befehl des Koͤnigs alle Gefaͤngniſſe in Wien in Augenſchein genommen, und Bericht daruͤber abgeſtattet.
Herr Profeſſor Meisner zu Prag dirigirt jetzt daſelbſt die von Schoͤnfeldſche Buchhandlung als Mitgeſellſchaf - ter derſelben.
Des Koͤnigs Majeſtaͤt ſind in Jhrem Cabinet unauf - hoͤrlich beſchaͤfftiget, außer Dienſtags und Freytags, an welchen Tagen Se. Majeſtaͤt fuͤr jedermann oͤffent - liche Audienz geben. Ueber jeden Zweig der Staats - verwaltung fordert der Koͤnig umſtaͤndliche Berichte von den Stellen; auch muͤſſen die ſaͤmmtlichen Stellen ein vollſtaͤndiges Verzeichniß der Beamten uͤberreichen, welchem zugleich der Gehalt, den jeder bezieht, beyge - ſetzt werden muß. Jn Betreff der Penſioniſten will der Koͤnig wiſſen, ob der Penſionirte auf ſein eigenes Verlangen, oder aus andern Urſachen jubilirt worden ſey? Wer noch Dienſte zu thun tauglich iſt, ſoll wie - der angeſtellet werden, damit dem Staate unnoͤthige Ausgaben durch neue Anſtellungen erſpart werden. Das Studienweſen ſoll auf einen beſſern Fuß geſtellet werden, und die bisherige Studien Commißion auf - hoͤren. Die geiſtlichen Seminarien, heißt es, werden aufgehoben, und die Alumnen wieder den Erz - und Biſchoͤfen zur Bildung fuͤr die Seelſorge uͤbergeben. Die Cenſur uͤber alle in das Religionsweſen und in das geiſtliche Fach einſchlagende Gegenſtaͤnde ſoll der Cardinal Erzbiſchof erhalten.
Die wichtige Stelle eines Hof-Kriegsraths Praͤſi - denten ſoll erſt nach hergeſtelltem Frieden wieder beſetzt werden. Jndeſſen haben Se. Majeſtaͤt die Verwaltung derſelben dem General der Cavallerie, Grafen von Tige, und dem Feldmarſchall Lieutenant von Zeſchwiz, gemeinſchaftlich anvertrauet. So viel man vernimmt, ſind die Unterhandlungen mit dem Berliner Hofe noch nicht abgebrochen; und es heißt, daß es den Bemuͤ - hungen einer dritten neutralen Macht noch gelingen koͤnnte, das drohende Ungewitter abzuwenden. Nach den fortgeſetzten Kriegsanſtalten zu urtheilen, ſcheint der Ausbruch eines Krieges unvermeidlich. Die auf dem Marſch zu der Maͤhriſchen und Boͤhmiſchen Armee befindlichen Regimenter beſchleunigen ihre Maͤrſche, und dereits iſt auch das Feld Kriegs Poſtamt ernannt, und das Perſonale befehliget, den 26ſten dieſes Monats auf ihren angewieſenen Poſten zu ſeyn.
Am Sonntage iſt der Freyherr von Buͤhler, welcher zum Rußiſch Kayſ. Geſandten fuͤr den Hof zu Muͤnchen ernannt iſt, aus Jaſſy hier angekommen. Seine vom Fuͤrſten Potemkin erhaltenen Depeſchen ſollen von großer Wichtigkeit ſeyn, und er hat bereits eine be - ſondere Andienz bey des Koͤnigs Majeſtaͤt, und einelange Conferenz mit dem Fuͤrſten Staatskanzler von Kaunitz gehabt. Jn der kuͤnſtigen Woche wird er wie - der nach Jaſſy zuruͤckgehen.
Seit geſtern traͤgt man ſich hier mit dem Geruͤcht, daß der General Souwarow, in Vereinigung mit dem Oeſterreichiſchen Corps unter dem General Jordis, die Tuͤrken bey Braclaw angegriffen, ſie in die Flucht ge - ſchlagen, und ſich dieſer reichen Staͤdt bemaͤchtiget habe. Wenn dem ſo iſt, muß es ſich wol naͤchſter Tage beſtaͤtigen. Gewiſſer iſt es, daß am 15ten dieſes ſaͤmmtliche zum Generalſtaade gehoͤrigen Officiers von hier nach dem kuͤnftigen Hauptquartier des Feldmar - ſchalls Laudon in Maͤhren aufgebrochen ſind, welches zu Wiſchau oder Ollmuͤtz vermuthet wird. Des Feld - marſchalls Laudon Abreiſe dahin ſieht man jetzt ſtuͤnd - lich entgegen, denn nur uͤberhaͤufte Geſchaͤffte haben ihn bis jetzt abgehalten; auch iſt er oft beym Koͤnige. Das Feld-Poſtamt iſt ebenfalls ſchon nach Maͤhren ab - gegangen. Ueberhaupt werden in Boͤhmen, Schleſien und Gallizien von den commandirenden Generals alle Anſtalten zu einem nahen Kriege vorgekehrt, und doch bleibt die allgemeine Vermuthung, daß es nicht dazu kommen werde.
Aus Conſtantinopel hat man Nachrichten, daß die diesjaͤhrigen Kriegsruſtungen vielen Schwierigkeiten unterworfen waͤren, und daß die Aſiatiſchen Truppen nur in ſehr geringer Anzahl eintraͤfen, auch verſpuͤhre man Mangel an Lebensmitteln in dieſer Hauptſtadt; deſto eher hofft man guͤnſtigere Vorſchlaͤge von Seiten der Pforte, und daß der Sultan um ſo geneigter ſich zu einem Frieden werde finden laſſen.
Jn den Eiſenhaͤmmereyen zu Kielze und Konsky werden beſtaͤndig Kanonen gegoſſen, und viele andere Gewehre verfertigt, womit ſich faſt Tag und Nacht viele Haͤnde beſchaͤfftigen. Die Litthauiſche Artillerie wird kurze Gewehre erhalten, damit der bey der Kanone dienende Mann im Nothfalle auch ſeine eigene Perſon vertheidigen koͤnne. Die Commandanten der Diviſionen und alle Officiere uͤberhaupt befinden ſich bereits alle in ihren Standquartieren, und der Prinz Joſeph Ponia - towsky, Neffe unſers Koͤnigs, iſt ebenfalls ſchon nach ſeinem Poſten bey Tultzyn, in der Ukraine, abgegangen.
Einem Befehle der Kriegs-Commißion zufolge ſoll ein Corps von 12000 Mann gegen die Grenzen von Gallizien, eben ſo viele in die Ukraine, und ein gleich ſtarkes Corps gegen Weißrußland ruͤcken, um dort alle Vorfaͤlle zu beobachten, und unſer Gebiet zu decken, da indeſſen der Ueberreſt, welcher in 25000 Mann be - ſteht, unweit Warſchau campiren wird. So oertheilt ſollen dieſe verſchiedene Corps ſtehen bleiben, bis ſie durch Umſtaͤnde zu einer andern Beſtimmung gerufen werden. Zu gleicher Zeit wird auch die Veſtung Ka - miniek, ſo wie Cracau, mit Lebensmitteln, Kanonen und andern Kriegsbeduͤrfniſſen verſehen.
Man ſagt, daß dem Prinzen von Naſſau ein Monu - ment zu Petersburg errichtet werden ſoll.
Nachrichten von der Tuͤrkiſchen Grenze melden, der Tuͤrkiſche Kayſer werde von Conſtantinopel bey der Armee zu Jsmailow erwartet.
Man weiß jetzt aus der zuverlaͤßigſten Quelle, daß die Abſchriften, welche hier von einem zwiſchen Preußen und der Pforte geſchloſſenen Tractat umhergegangen, und deren Aechtheit gleich bey Mittheilung derſelben von uns bezweifelt worden,(man ſehe Nr. 64. dieſer Blaͤtter) ganz und gar nicht authentiſch ſind.
Zu Niemierow, in der Ukraine, iſt den 6ten, des Abends, 29 Minuten auf 10 Uhr, ein Erdbeben ver - ſpuͤrt worden, welches beynahe 5 Minuten gedauert hat. Es wurden nachher in der Nacht noch einige Stoͤße bemerkt. Alle Meublen in den Zimmern ſind von ihrer Stelle geruͤckt worden. Die Erſchuͤtterung war gegen den Bogfluß gerichtet, und man hat dieſes Erdbeben in der ganzen Ukraine verſpuͤrt.
Man glaubt, der neue Rußiſche Geſandte, Herr von Bulgakow, werde ſchon in 14 Tagen von Jaſſy hier eintreffen, nachdem der Ambaſſadeur, Herr Graf von Stackelberg, zuruͤckberufen worden.
Jn der 246ſten und 247ſten Sitzung des Reichstags iſt nichts merkwuͤrdiges vorgegangen. Jn der geſtrigen erwaͤhnte der Reichstagsmarſchall, Graf von Mala - chowski, der kritiſchen Umſtaͤnde, worinn ſich jetzt Pohlen befinde, und der Gefahr, womit es von mehr als einer Seite bedrohet werde. Es heißt auch, daß in Ruͤckſicht auf dieſe Angelegenheiten beſondere Con - ferenzen gehalten werden ſollen, auch daß vielleicht eine beſondere Commißion ernannt werden duͤrfte, die fuͤr eine ſchleunige Vollziehung alles deſſen, was in Ruͤckſicht auf gedachte kritiſche Umſtaͤnde beſchloſſen werden moͤchte, ſorgen ſoll.
Naͤchſtens wird das ganze Galliziſche Obſervations - Corps zuſammenruͤcken. Der Pohlniſche Krongroß - ſchreiber, Graf von Rzewuski, befindet ſich ſchon ſeit geraumer Zeit hier, und ſeine Anweſenheit ſoll wichtige Urſachen haben. Er wird nun naͤchſtens nach Wien gehen.
Zu Sondershauſen iſt am 11ten dieſes die Vermaͤh - lung zwiſchen der Prinzeßinn, Catharine Charlotte Friderike Albertine von Schwarzburg, aͤlteſten Tochter des regierenden Fuͤrſten, und dem Prinzen zu Schwarz - burg, Friedrich Chriſtian Carl Albrecht, vollzogen worden.
Von Seiten Oeſterreichs iſt am Muͤnchner Hofe um den Durchmarſch einiger Truppen angehalten, welcher auch geſtattet worden.
Das neue Oeſterreichiſche Milgiſche Freycorps wird aus 2260 Mann beſtehen, und die Werbung fuͤr ſelbi - ges ſoll ſehr gut von Statten gehen.
Der ehemalige Kayſerl. Miniſter an dem Churcoͤll - niſchen und Churtrierſchen Hofe, wie auch an dem Weſtphaͤliſchen Kreiſe, Graf von Metternich, iſt vor einigen Tagen hier angekommen. Waͤhrend ſeines Aufenthalts nahm er als beſtaͤtigter zweyter Churboͤh - miſcher Bothſchafter bey der bevorſtehenden Kayſer - wahl die Churboͤhmiſche Quartiere in Augenſchein und zeichnete ſie auf. Heute iſt derſelbe nach Coblenz ab - gegangen. — Geſtern iſt die vor 4 Monaten aus Ruß - land hier angekommene Herzoginn von Holſtein Beck, nebſt ihren Prinzen, ihrer Tochter und deren Gemahl, und dem Rußiſchen Genateur, Grafen Nariskin; des - gleichen dem Rußiſchen General, Grafen von Wittgen - ſtein, und deſſen Graͤfinn Tochter, von hier in das Bad zu Aachen abgegangen. Jn ihrem Gefolge befand ſich noch der beruͤhmte Rußiſche Collegienrath und Kammermedicus Weikard.
Zu Spaa iſt das ſchoͤne Vaurhall zerſtoͤhrt. Ueber - haupt iſt das ganze Luͤtticher Land in Bewegung. Man ſagt, daß es ſich frey erklaͤren werde.
Der Reichsgraf von Oberndorf geht als erſter Pfalzbayerſcher Geſandter zur Kayſerwahl nach Frank - furt.
Der neulich zu Wien angekommene Franzoͤſiſche Courier ſoll die Nachricht gebracht haben, daß Frank - reich unabaͤnderlich bey dem Buͤndniſſe mit Oeſter - reich beharren wolle.
Zu Ende dieſer Woche erwarten wir hier den Prinzen Anton von Sachſen mit ſeiner Gemahlinn. — Geſtern ſtarb hier der verdienſtvolle Doctor und Profeſſor, Herr Carl Gottfried von Winkler.
Der Graf von Schoͤnberg, der Herr von Loͤben und der Graf von Riancour werden als Churfuͤrſtl. Mini - ſter dem Wahlgeſchaͤffte zu Frankfurt beywohnen.
Das Geruͤcht, daß eine perſoͤnliche Zuſammenkunft zwiſchen den Koͤnigen von Preußen und Ungarn an der Boͤhmiſch-Saͤchſiſchen Grenze in Vorſchlag ſey, wird mit dem Zuſatz erneuert, daß auch der Churfuͤrſt von Sachſen bey dieſer muͤndlichen Unterredung gegenwaͤr - tig ſeyn werde.
Der Koͤnigl. Ungariſche Courier, Herr Lieutenant von Berſewizy, iſt nach Wien, und der Koͤnigl. Groß - britanniſche Courier, Herr Baſelico, nach London ab - gegangen.
Am Dienſtage, gleich nach der dem Churmaynziſchen Bothſchafter gegebenen Audienz, begab ſich der Koͤnig nach Monbijoux, und ſtartete daſelbſt bey der regie - renden Koͤniginn, wegen des am 6ten dieſes erſolgten Abſterbens Dero Herrn Vaters, des weyland regie - renden Herrn Landgrafen von Heſſen-Darmſtadt, die Condolenz-Viſite ab. Mittags war bey dem Mo -[6]narchen große Tafel, wozu auch der Maynziſche Am - baſſadeur und deſſen Herrn Bruder, der Domherr von Maynz, eingeladen waren. Nach aufgehobener Tafel giengen Se. Majeſtaͤt nach Potsdam ab.
Der Koͤnig hat den bey der Churmaͤrkiſchen Kriegs - und Domainenkammer ſtehenden Director und gehei - men Kriegsrath, Herrn Boͤttcher, imgleichen den Kriegs und Domainenrath, Herrn Gerlach, zu ge - heimen Ober-Finanzraͤthen ernannt.
Jn dieſer mit der groͤßten Wahrheitsliebe und der edelſten Freymuͤthigkeit geſchriebenen Schrift findet das Publicum eine genaue Schilderung der auf dem Titel angezeigten Begebenheit. Zuerſt werden einige Blicke auf die Verfaſſung des Hochſtifts Luͤttich und die Lage der Umſtaͤnde vor der Revolution geworfen. Dann wird dieſe ſelbſt mit allen ihren Folgen geſchildert, und zu - gleich werden die Gruͤnde ſehr einleuchtend auseinander geſetzt, weshalb Se. Majeſtaͤt, der Koͤnig, ſo und nicht anders verfahren haben. Die Geſchichte der ganzen Streitigkeit geht bis auf den gegenwaͤrtigen Zeitpunkt fort, und man erfaͤhrt aus dem Schluſſe derſelben, daß der Herr Fuͤrſt Biſchof Sr. Majeſtaͤt unter dem 27. Maͤrz in den anzuͤglichſten und widrigſten Ausdruͤcken auf Dero Vergleichsvorſchlaͤge vom 9. Maͤrz geantwortet hat: Er laſſe Sich weiter auf keine Vergleichsvorſchlaͤge ein, und uͤbergebe Seine Sache bloß dem Reichskammergericht und den Kreisdirectoren. Se. Majeſtaͤt haben hierauf das Schreiben dem Reichskammergericht zu Wetzlar zu - geſchickt, und dem Herrn General von Schlieffen befoh - len, noch einige Tage nach dem 15. April auf die Ent - ſcheidung dieſes Tribunals zu warten, damit ein buͤr - gerlicher Krieg in dem Bißthum Luͤttich verhuͤtet werde, alsdann aber mit den Koͤnigl. Truppen von Luͤttich abzugehen, und das Laͤnd in dem Stande zu laſſen, wie die Koͤnigl Truppen es bey der Okkupirung gefunden. Jn 27 Anlagen iſt die ganze hieher gehoͤ - rige und zur Erlaͤuterung der Sache dienende Cor - reſpondenz mit eingeruͤckt, auch das letzte Schreiben des Herrn Fuͤrſt Biſchofs; und den Beſchluß macht dann eine vom 6 April datirte Final Note Sr. Maje - ſtaͤt, des Koͤnigs, worinn die Gruͤnde zu dem Verfah - ren, das Allerhoͤchſtdieſelben in dieſer Sache beobach - tet haben, nochmals kurz und ſo buͤndig vorgelegt wer - den, daß kein Unpartheyiſcher ihre Triftigkeit verken - nen wird.
C. D. Ebelings vermiſchte Aufſaͤtze in Engliſcher Proſe, hauptſaͤchlich zum Beſten derer, welche dieſe Sprache in Ruͤckſicht auf buͤrgerliche Geſchaͤffte erler - nen wollen; 5te Auflage. 2 Mk. 8 ßl. — Dieſelben in Franzoͤſiſcher Sprache; 2te Auflage. 2 Mk. 8 ßl. — Dieſelben in Jtalieniſcher Sprache; 2te Auflage. 1 Mk. 8 ßl. — Dieſelben in Hollaͤndiſcher Sprache. 3 Mk. — Eine aͤhnliche Sammlung in Spaniſcher Sprache iſt bereits unter der Preſſe, und erſcheint auf Johannis dieſes Jahrs.
Zur gruͤndlichen und nuͤtzlichen Belehrung des Deut - ſchen Publilums, uͤber die gegenwaͤrtigen Reichsange - legenheiten, gebe ich gleich nach der Oſtermeſſe d. J. dieſes Buch heraus:
“Abhandlung uͤber die Wahl, Kroͤnung, Macht, “Staatseinkuͤnfte und Regentſchaft eines Deut - “ſchen Kayſers, nebſt allen bey der Wahl und “Kronung vorfallenden Gebraͤuchen und Feyer - “lichkeiten.”
Wer alſo uͤber eben dieſen Gegenſtand zu ſchreiben ge - ſonnen iſt, erſpare ſich Zeit, Koſten und Muͤhe.
Jhro Magnificenzen, die Herren Patroni des Hoſpi - tals zu St. Georg, laſſen hiedurch bekannt machen daß am 11ten May dieſes Jahrs, als am Dienſtag nach Rogate, des Vormittags praͤciſe 10½ Uhr, di gewoͤhnliche Verlaſſung auf der Hofmeiſterey zu St Georg werde gehalten werden.
Zu wiſſen, daß am Dienſtage nach dem Sonntage Cantate, wird ſeyn g. G. der 4te May a. c. des Mor - gens um 9 Uhr, das gewoͤhnliche Deichding und Ver - laſſung vom Hamm und Horn, in der vor dem Ham - merbaum belegenen Voigtey werde geheget und gehal - ten werden.
Jm Churfürſtl. Sächſiſchem Amte Zwickau iſt dem ſeit ge - raumer Zeit abweſenden vormaligen Beſitzer des im Bezirk gedachten Amts gelegenen Rittergutes Frankenhauſen, dem Braunſchweigiſchen Hofrath, Herrn Carl Gotthelf Edeln von der Planitz, zufolge ergangenen höchſten Beſehls, Herr Stadt - voigt auch juris Practicus, Carl Gottfried Hofmann, zu Zwickau, zum Curator abſentis beſtellet worden und es wird ſolches, nach Vorſchrift der Churfürſtl. Sächſiſchen neuen Vormundſchafts - Ordnung, Tit. XXV. §. 3. hierdurch öffentlich bekannt ge - macht.
Amt Zwickau, den 5ten März 1790.
Den 6ten May d. J. ſoll eine Quantität Eichen auf dem Stamme von ungefähr 200 Stück auf hieſiger Königl. Churfürſtl. Amtſtube meiſtbietend verkauſt werden.
Es ſteht dies Holz auf dem Kitlitzer-Felde, und iſt beſon - ders zu Schiffsbauholz gut zu gebrauchen, und im Stamme ſämmtlich geſund; daher dieſer Verkauf allen und jeden, die etwa Luſt haben möchten, darauf zu bieten, hiemit öffentlich, und zugleich dabey bekannt gemacht wird, daß die Bäume an Ort und Stelle vorher auch erſt in Augenſchein genommen werden können, und Kaufluſtige dieſerhalb ſich an den Ver - walter Riecke, zu Kitlitz, zu wenden haben.
Am 7ten Junii h. a. ſoll auf dem Neuenwall, in dem Hauſe Nic. X. No. 137. eine Sammlung der brauchbarſten alten und auserleſenen neuen gebundenen Bücher, aus allen Theilen der Wiſſenſchaften und Sprachen, nebſt verſchied[e] nen Ma - nuſcripten, zwey Globen; einige Charten und Riſſen, und einem ſchönen Exemplar der bekannten vortrefflichen Proſpecte von St. Petersburg, öffentlich verkauft werden; wovon der Catalogus für 2 ßl. zu haben.
Britt-Marie SchusterManuel WilleArnika LutzNote: Bereitstellung der Texttranskription.Note: Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.2014-07-07T10:32:49Z CLARIN-DNote: Langfristige Bereitstellung der DTA-Ausgabe
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