Des gluͤcklichen Erfolgs unſerer Waffen ohnge - achtet, glaubt man doch noch nicht ganz mit dieſem hartnaͤckigten und verfuͤhrten Volke fertig zu ſeyn. Guͤte und Sanftmuth hilft nicht. Nichts als eine gaͤnzliche Ausrottung wird allhier erfordert. Man bekoͤmmt viel Gefangene, allein man weiß nicht, was man mit ihnen anfangen ſoll. Wenn man ih - nen trauen duͤrfte, ſo koͤnnten ſie an die Grenzen von Quebeck geſchickt werden, um unſere Grenzcolonien gegen die Jndianer zu bewahren. Man wuͤnſchte wohl, daß etwas dergleichen moͤgte vorgeſchlagen werden. Denn ſo lange ſie die Brittiſche Luft noch an ſich ziehen, koͤnnen wir nicht gaͤnzlich geruhig ſeyn. Man ſiehet eine gewiſſe Beſchreibung von der Groͤſſe der hohen Laͤnder in Schottland, die ſich weiter erſtrecket, als man ſich gemeiniglich davon vorgeſtellet hat. Von der Mull von Kyntyre bis zu Farohead in Strahnaver iſt mehr als 200 Meilen von Suͤden bis nach Norden, und 60 von Farohead an der Nordkuͤſte des veſten Landes. Es findet ſich eine groſſe Anzahl bewohnter Jnſeln, wovon einige ſehr breit und Volkreich ſind, als Jura iſt 24 Mei -len lang, Jsla 16, Mull 14, S〈…〉〈…〉 y 48, Lang-Jſ - land, darunter Bara, Sonthuiſt und Lewes begrif - fen, iſt 100, und viele andere ſind 2 bis 11 Meilen lang. Die Jnſeln von Orknay und Zetland ſind be - traͤchtlich. Die eine davon iſt 24, und die andere 12 Meilen lang. Zu Orknay allein gehoͤren 33 bewohnte Jnſeln, und in Zetland ſind 30, wovon einige 6, und andere 7 Meilen ausmachen. Jn dieſem groſſen Umfange von Land hat Unwiſſenheit und Aberglaube noch voͤllig die Oberhand. An eini - gen Orten ſind auch noch Ueberbleibſel vom Hey - denthume ſelbſt, und an andern hat die Reformation noch nicht ſonderlich Wurzel geſchlagen. Die Pa - rochien der Geiſtlichen ſind gemeiniglich 30, 40, bis 50 Meilen lang, worinn ſich viele unwegſame Ge - buͤrge finden, daß alſo die meiſten Einwohner von allen Mitteln der Erkenntniß entbloͤſſet, ohne Schu - len fuͤr ihre Kinder, und in den Anfangsgruͤnden des Gottesdienſtes und der Tugend gaͤnzlich unerfahren ſind, wobey ſie in Muͤßiggang und Armuth leben, vom Fleiße und der Freyheit keine Begriffe haben, und gaͤnzlich unter dem Befehle ihrer uͤbelgeſinnten Roͤmiſchen Haͤupter leben, die ſich jederzeit wider[2]die Fortpflanzung des Chriſtenthums in der Engli - ſchen Sprache geſetzt haben, damit ſie ihre elende Vaſallen deſto beſſer in einer ſclaviſchen Dependenz erhalten koͤnnten. Sie ſind ein zahlreiches und fruchtbares Volk, und wenn ſie in Anſehung ihrer Sitten verbeſſert wuͤrden, koͤnnten ſie zur Vergroͤſ - ſerung des Wohlſeyns von Großbrittannien ſehr vieles beytragen. Einige Clans von den Hochlaͤn - dern, wenn ſie in der Kriegskunſt wohl unterrichtet, und der Regierung zugethan waͤren, wuͤrden zur Be - ſchuͤtzung ihres eignen Landes ein ſolches bequemes und fuͤrchterliches Corps ausmachen, als Großbrit - tannien, oder die Schweiz, oder irgend ein Land in Europa nur aufzubringen faͤhig iſt.
Man hat ſichere Nachrichten, daß 2 Franzoͤſi - ſche Schiffe, das eine von 35, das andere von 30 Canonen, zu Araſack, in der Weſtgegend von Schottland, und zwar in der Landſchaft der Mac - donalds, zwiſchen Moydart und Knoydart, gelan - det ſind, und es heißt, daß der Praͤtendent ſich darinn an Boord begeben, und nach Frankreich uͤbergegangen ſey. Die letzten Briefe von Jnver - neß melden nichts weiter, als daß der Herzog von Cumberland von da nach Lochabar aufgebrochen ſey. Der Lord Glengary hat ſich dem Herzoge von Cumberland unter gewiſſen Conditionen zu unter - werfen erboten, worauf ihm aber zur Antwort ge - worden, daß er ihm nichts einraͤumen koͤnnte. Er muͤßte ſich freywillig unterwerfen, oder eheſtes Tages von ihnen eine Viſite erwarten.
Heute arrivirte ein Expreſſer mit der Zeitung, daß der Praͤtendent, nebſt dem Herzoge von Perth, den Lords Drummond und Elcho, den 16 May am Boordte eines Franzoͤſiſchen Capers nach Frank - reich gegangen waͤre. Seit dem hat man von ihnen weiter nichts gehoͤret. Die 6000 Heſſen werden wuͤrklich fuͤr Braband embarquiret. Alle Nach - richten, die wir von der Breſter Flotte haben, mel - den, daß ſie nach America beſtimmet ſey, um Mar - tinique und die uͤbrigen Franzoͤſiſchen Colonien mit Victualien zu verſorgen, und wenn es Gelegenheit geben moͤchte, Cap Breton wieder zu erobern. Die Regimenter, ſo nach Eſſeck aufgebrochen, ſind nach den Niederlanden beſtimmt, und ihnen folgen un - verzuͤglich 20 Bataillons von unſern National - Truppen. Einige Nachrichten geben, daß der Kauf - mann Welſch von St. Malo, welcher ein Jrrlaͤnder von Gebuhrt, und ein groſſer Unterhaͤndler der Re -bellen geweſen, mit zween Capern auf der Kuͤſte von Lochabar angekommen, und allda 70 Kiſten mit Waffen, 150 Faͤſſer Pulver, nebſt andern Kriegs - beduͤrfniſſen, und einer betraͤchtlichen Summe Gol - des gelandet ſey, dieſer Welſch begleitete den Praͤ - tendenten bey ſeiner Einſchiffung nach Schottland. Er hat den groͤßten Theil ſeines Capitals auf dieſe thoͤrigte Expedition vergeudet, wofuͤr man ihm die Verſicherung gegeben, daß er zum Herzoge von Edimburg ſollte ernannt werden.
Der Koͤnig wird gegen den 20ſten oder 22ſten die - ſes aus Braband zu Verſailles wieder erwartet, um bey der Niederkunft der Madame la Dauphine ge - genwaͤrtig zu ſeyn. Seine Majeſtaͤt werden aber kurz darauf wiederum zuruͤck kehren. Der Mar - ſchall von Noailles iſt nach gluͤcklich abgelegter Commißion den 28ſten vorigen Monats wieder ab - gereiſet. Der Prinz von Conty iſt den 4ten zu ſei - ner Armee an der Moſel abgereiſet. Mit zwo Fre - gatten, ſo ohnlaͤngſt von Nantes nach Schottland geſeegelt, ſind 35000 Louiſen an den jungen Praͤten - denten geſandt worden. Einige ſagen, er iſt hier, andere, er iſt noch dort. Man kann nicht klug dar - aus werden. Se. Majeſtaͤt haben der Garniſon des Caſteels von Antwerpen eine ſehr honorable Capi - tulation zugeſtanden, weil die Feinde ſich verpflich - teten, die Forts von St. Maria und Paerl einzu - raͤumen.
Geſtern iſt allhier die erſte Abtheilung der Hannoͤ - veriſchen Truppen angekommen, und beſtund aus dem Garde - und 2 andern Regimentern zu Fuß. Dieſe Truppen, welche ſehr ſchoͤn ſind, und unter welchen eine genaue Mannszucht beobachtet wird, haben ſich vor dieſer Stadt an dem Walle gelagert, und der Zulauf von Vornehmen und Geringen iſt ſehr groß. Des Abends gaben die Officiers der Garde an vielen vornehmen Herren und Damen ei - ne ſchoͤne Muſik. Dieſen Morgen kam auch die zweyte Abtheilung an, welche in einem Regiment Reuterey und 2 zu Fuß, wie auch Artillerie beſtund, die zuſammen bis morgen hier Raſttag halten ſollen. Die dritte und vierte wird nach und nach morgen oder uͤbermorgen erwartet, um von hier uͤber Pou - deroven nach der vereinigten Armee zu marſchiren, wo ſie insgeſamt den 15ten dieſes anlangen werden.
Die neueſten Briefe von Antwerpen melden zu - verlaͤßig, daß der Koͤnig von Frankreich als geſtern[3]wieder nach Verſailles abreiſen wolle. Zufolge Briefen von Namur vom 3ten dieſes waͤre ein Corps Franzoͤſiſcher Truppen von 30000 Mann mit ihrer ſchweren Artillerie bey Genappe angekom̃en. Man hat allda befuͤrchtet, daß es Namur gelten wuͤrde. Doch mit Abgang der Poſt hat man allda die Zeitung gehabt, daß die Franzoſen vor Charleroy waͤren. Mons iſt ſeit den 5ten dieſes von den Franzoſen be - rennet, und die Feinde hoffen in wenig Tagen damit fertig zu werden. Die Alliirte Armee bleibet in ih - rem alten Lager in der bisherigen Stellung, und es heißt, daß ſie vor ihren Linien ſogenannte Wolfshoͤ - len graben wollen. Den 5ten iſt die Beſatzung des Caſteels von Antwerpen im Lager zu Breda ange - langet. Sie iſt mit vieler Hoͤflichkeit von den Fran - zoſen bis vor die Linien eſcortiret worden. Der Ge - neral-Major, Graf von Wied, und der Obriſt-Lieu - tenant von Pizza, welche in der Citadelle commandi - ret, haben ihre Capitulation dem Feld-Marſchall Bathyani uͤbergeben, aus welcher erhellet, daß ſie vollkommen frey iſt, und von der Alliirten Armee kann genutzet werden, wo ſie will. Die Grenzen der Republick werden von den Franzoſen nicht auf das mindeſte beleidiget. Den 8ten iſt der Landgraf Friedrich Jacob von Heſſen-Homburg, General der Cavallerie, Gouverneur von dieſem Staate, Gou - verneur zu Herzogenbuſch und der dazu gehoͤrigen Forts, ꝛc. im 73 Jahre ſeines Alters, nach einge - nom̃en Mittags mahl verſtorben, und geſtern Mittag haben die General-Staaten den General, Baron von Ginkel, unſerm Miniſter an dem Hofe zu Ber - lin, wieder an deſſen Stelle ernannt. Briefe von Bourdeaux melden, daß verſchiedene Hollaͤndiſche Schiffe in Weſtindien genommen worden; da von den letzten Schiffen von Martinique, auſſer den 5 verungluͤckten, und andern genommenen, noch 10 vermiſſet werden, fuͤr welche man ſehr beſorget iſt. Ferner wird gemeldet, daß die mehreſten Guͤter von den angekommenen Schiffen beſchaͤdigt ſind.
Wir haben vor einiger Zeit eine allgemeine Erin - nerung von dem rechten Gebrauch und Mißbrauch der Kuͤnſte gegeben;*S. d. 32 Stuͤck. 1746. wir nehmen uns die Freyheit,ein wenig genauer zu beſtimmen, worinnen der rechte Gebrauch und Mißbrauch vorerwehnter Kuͤnſte beſtehe. Daß die Muſic, Mahlerey und Dichtkunſt, den Mitteln nach, deren ſie ſich in der Nachahmung bedienen, unterſchieden ſind. Daß ſich die Mahlerey der Zeichnungen und Farben, die Muſic des Klanges und der Bewegungen, und folg - lich natuͤrlicher Mittel, die Dichtkunſt aber ſich der kuͤnſtlichen Mittel bediene. Dieſes wird ſehr wohl und umſtaͤndlich gezeiget in einem Buch, welches 1744 in Londen unter folgenden Titul zum Vor - ſchein kam: Three Treatiſes. The firſt, con - cerning Art. The ſecond Muſic, Painting, and Poetry. The Third concerning Happineß. Es wird ferner gezeigt, wie man ſich dieſer Mittel ſo wohl bey jeder Kunſt ins beſondre zur Nachahmung bedienen muͤſſe, als auch, wie man ſich deren in Zu - ſammenſetzung zweyer Kuͤnſte, z. E. der Muſic und Dichtkunſt bedienen koͤnne. Weil die Kunſt in der Nachahmung des Guten und Boͤſen, der Laſter und Tugenden, ſich gleichguͤltig verhaͤlt, ſo wuͤrde der Verfaſſer wohl gethan haben, wenn er noch gezeigt haͤtte, wie man ſich in jeder Kunſt der Nachahmung zu Befoͤrderung guter Sitten bedienen koͤnne. Doch dieſes iſt vielleicht ſeiner Abſicht zuwider geweſen. Es beruhet die Sittlichkeit bey den Gebrauch, und die Schaͤdlichkeit bey den Mißbrauch der Kuͤnſte, auf der Art der Zuſammenſetzung einzelner Bilder, Umſtaͤnde und ſinnlichen Empfindungen. Es iſt leichter bey einem, oder wenigen Perſonen, durch Kuͤnſte etwas gutes zu ſtiften, als bey vielen zu - gleich. Alſo wird nach unſern Europaͤiſchen Ge - wohnheiten, ein nackend gemahltes Frauenzimmer ſehr vielen aͤrgerlich ſcheinen, dahingegen wann es die Wahrheit vorſtellt, und neben ihr eine andre Perſon gemahlt wird, die ihr ein Kleid zuwirſt, ſo iſt es wenigen, die keine verderbte Einbildungskraft haben, ein Sittlich Bild. Wenn man in der Muſic einerley Affect erregende Thoͤne ſich bedient, Tu - genden und Laſter vorzuſtellen, ſo befoͤrdert im er - ſten Fall die Kunſt bey einigen gute Sitten, wenn die Tugend reitzend, und das Laſter abſcheulich vor - geſtellt wird, im andern Fall, befoͤrdert die Kunſt die Sclaverey der Affecten, wenn naͤmlich das La - ſter angenehm, und die Tugend widrig vorgeſtellt wird. Die Zuſammenſetzung der Thoͤne iſt biswei - len ſo beſchaffen, daß man auf eine Melodey ein gutes, und ein Buhlerlied dichten kann. Daher ge - ſchiehet es, daß ein ſolches geiſtliches Lied denjeni -[4]gen, dem das Buhlerlied bekannt iſt, aͤrgerlich wird. Aus eben dergleichen Urſachen haͤlt Riccoboni in den Tractat de la Reformation du Theatre, den gegenwaͤrtigen Gebrauch der Schaubuͤhne, den gu - ten Sitten fuͤr ſchaͤdlich und nachtheilig, ob er ſchon ſelbſt 25 Jahre ſich von den Theatro hat naͤh - ren muͤſſen. Quiſtorp, in Roſtock, behauptet in einem beſonders in dieſer Abſicht geſchriebnen Tra - ctat, daß die Poeſie ihre Liebhaber nicht ſo wohl un - gluͤcklich, als ungluͤckſeelig machen koͤnne. Noch andre glauben, daß die Opern der Verbeſſerung des gemeinen Weſens hinderlich fallen. Alles dieſes hat ſeinen guten Grund, wenn man die Urſachen davon in dem Mißbrauch, und nicht in der Kunſt ſelbſt zu finden vermeynt. Man kann die Sittlich - keit der Kuͤnſte betrachten 1) in Abſicht auf den Kuͤnſtler, 2) in Anſehung des Kunſt-Stuͤcks, 3) in Anſehung derer, welchen ein Kunſt-Stuͤck ſoll vorgeleget werden. Ein Kuͤnſtler handelt wider die Pflichten gegen ſich ſelbſt, wenn er etwas zu verfertigen unternimmt, wobey er ſich nicht gleich - guͤltig verhalten kann, ein Kuͤnſtler von verdorbner Einbildungs-Kraft, muß ſich nicht unterſtehen, auch einige Sittliche Bilder zu verfertigen, wenn in deren Zuſammenſetzung, ihm, etwas anſtoͤßiges vorkoͤmmt. Weil wir gewohnt ſind mit ſinnlichen Empfindungen und Bildern moraliſche Gedanken zu verknuͤpfen, ſo muß ſich ein Kunſt-Stuͤck nach den gewohnten guten Verſtellungen richten laſſen, daher geſchiehet es, daß oft ein Kunſt-Stuͤck einen Menſchen zu guten, und einen andern zu boͤſen Vor - ſtellungen reitzt. Es giebt Kunſt-Stuͤcke, die die meiſten, wo nicht alle, zur Tugend reitzen. Es giebt deren einige, welche die meiſten, wo nicht alle, zu boͤſen Gedanken verleiten. Die erſte Art kann man vielen vorlegen. Die andern kaum einen oder den andern. Von der erſten Art ſind die Fabeln, welche keine Vorurtheile befoͤrdern helfen. Sol - ches ſind Sittliche Kunſt-Stuͤcke. Wie man die Sittlichkeit in Anſehung andrer, welchen die Kunſt - Stuͤcke vorgeleget werden, befoͤrdern muͤſſe, ſol - ches laͤßt ſich am beſten aus den beſondern Umſtaͤn - den beurtheilen, die naͤmlich zu der Zeit vorhanden ſind, wenn man jemand etwas ſehen laͤßt. Alter, Gewohnheiten, Neigungen und andere Eigenſchaf - ten der Perſonen muͤſſen zuvor erwogen werden, ehe man jemand etwas vorlegt. Vornehmlich muß man dahin ſehen, daß ihnen die Vorbilder der Bil - der nicht unbekannt ſind, wie dieſes Herr Schle -gel in der 11 Abhandlung von der Nachahmung erinnert. Siehe des Buͤcher-Saales 1 Band. 5 Stuͤck. p. 419. Sind dieſe nicht bekannt, ſo muß man ſie ihnen lieber vorenthalten. Diejenigen, welche anſtoͤßige Kunſt-Stuͤcke durch Druck und Kupfer gemein machen, verſuͤndigen ſich an vielen in der menſchlichen Geſellſchaft, denn ſie haben eine Pflicht, etwas geheim zu halten, daß ihnen ohn - wiſſend andren Schaden kann, wer kann wiſſen, was fuͤr Perſonen dergleichen Sachen in die Haͤnde fallen muͤſſen? Geſetzt, daß eines Menſchen Ein - bildungs-Kraft durch ſolches Kunſt-Stuͤck, als durch ein boͤſes Exempel in eine unheilbare Krank - heit verfaͤllt, wer muß es verantworten? Der Kuͤnſtler oder der Verfuͤhrte? Es iſt eine unnuͤtze Entſchuldigung, wenn man ſagt; Ein Kuͤnſtler koͤnne die beſten Sachen vor den Mißbrauch nicht verwahren, er habe ſich nicht um den Gebrauch zu bekuͤmmern Urſach. Jſt es einerley, eine gute Sache mißbrauchen, und durch eine boͤſe Arbeit zum Mißbrauch Gelegenheit geben? Die gute Wuͤr - kung der Kuͤnſte ſollte ſich im Staat, in der Kirche und in gemeinen Leben zeigen, und bey den Kuͤnſtlern zuerſt. Dieſes geſchiehet ſelten, oͤfters das Gegen - theil, daher iſt das Sprichwort entſtanden: Muſici, Mahler und Poeten ſind Luͤgner und halbe Naxren. Wir wuͤnſchen, daß man eyfriger die guten Sitten durch die Kuͤnſte, die Kuͤnſte ſelbſt zu befoͤrdern ſeyn moͤchte. Wir wuͤnſchen auch, daß man bemuͤht ſeyn moͤchte, die Sittlichkeit jedes Kunſt-Stuͤcks ins beſondre zu zeigen, wobey man gar wohl den Mißbrauch oft verſchweigen koͤnnte.
Denen Herren Praͤnumeranten auf die neue Aus - gabe derer Reichs-Abſchiede, wird hiedurch wiſſend gemacht, daß dieſelben in Joh. Carl Bohns Buch - handlung in der Johanns-Kirche, unter der Orgel, angekommen, und koͤnnen ſolche, gegen Erlegung des Scheins, und ruͤckſtaͤndigen Praͤnumeration, welche betraͤgt auf Druck-Papier 3 Rthlr. 16 Gr. auf Poſt-Papier 6 Rthlr. nebſt 1 Mark 4 ß. Fracht, beliebigſt abgelanget werden. Der Reſt von erwehn - tem Werke wird franco, auſſer der wenigen Fracht, kommende Herbſt-Meſſe, nachgeliefert.
Hamburg, den 15 Jun. 1746.
Morgen wird das ſechste Stuͤck vom Schutz - geiſt ausgegeben.
Britt-Marie SchusterManuel WilleArnika LutzNote: Bereitstellung der Texttranskription.Note: Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.2014-07-28T10:00:34Z CLARIN-DNote: Langfristige Bereitstellung der DTA-Ausgabe
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