Es ist kein Wahn, sondern Wahrheit, daß vor allen Theilen der Erde der Ort, wo unsere Wiege stand, wo wir die harm - losen Zeiten des rosigen Jugendlebens durchgespielt, wo wir unter den Augen geliebter Eltern zu Jünglingen und Jungfrauen heran - gereift sind, einen seltenen Reiz hat. Wenn nun gleichwohl unsere Mitbrüder in Schaaren die deutsche Heimath verlassen, wenn die Zahl zu Hunderttausenden anwächst, die aus eigenem Antriebe das Vaterland meiden für immer, so ist es unverkennbar, daß eine höhere Macht alle diese Gefühle überwältigen läßt, daß ein erhabener Weltengeist die Schritte der Wandernden leitet, und daß schon der einzige Gedanke, über die größten und schönsten Theile der Erde, wo Geistesfinsterniß seit Jahrtausenden herrschte, des Welterlösers Glauben der Liebe und Hoffnung, gleich den Strahlen der Morgenröthe sich ausbreiten zu sehen, ein überaus hehrer ist. Eine neue Geschichte, eine neue Welt, gegründet durch Bildung und Humanität, entfaltet dort die ersten Blätter reicher Begebenheiten, und mit Erstaunen sehen die Zurückgebliebenen Cultur, Christenthum und Völkerglück von Millionen gesitteter Menschen sich dort entfalten, wo früher wenige Wilde bloß jagend die unermeßlichen Strecken ausbeuteten.
Unverkennbar von dem größten Nutzen sind diese Auswande - rungen für diejenigen Länder, wohin die Fortziehenden ihre Schritte lenken, wo sie ihre Hütten bauen, ihre Ansiedelungen gründen und ein neues gesittetes Leben schaffen; unverkennbar haben diese großartigen Auswanderungen aus Deutschland, wie sie das 19. Jahrhundert dem denkenden Manne mit Staunen vorüberführt, auch einen bedeutenden Einfluß auf die Sitten, auf die Lage und Verhältnisse der Zurückgebliebenen; versuchen wir es, die Gegen - wart hierüber zu beleuchten und möglichst den Schleier zu lüften, der in den verschiedensten Erfolgen die Zukunft umhüllt.
Beim Auswandern gewinnt das neue Land, das verlassene ver - liert an Menschen; der Mensch verdient, das Verdiente schlagen wir zu Gelde an; das Geld bestimmt also den Verlust. Nehmen wir den Erwerb des Tages, des Jahres, capitalisiren solchen, so haben wir in einer Geldzahl den Werth des Menschen für das bürgerliche und staatliche Leben. Jm Süden Deutschlands stellt sich dieser auf 750 Thaler für das einzelne Jndividuum, im Norden auf 1500 Thaler; die Mitte ergibt demnach den den Werth von 1125 Thalern für den einzelnen Kopf, und rechnen wir die jetzt jährlich wandernde Zahl nur auf 50,000, so verliert Deutschland alle Jahre in dieser Periode 56,250,000 Thaler an Werth der Menschenkräfte. Wie manche Jahre gibt es aber, wo die Zahl der Auswandernden um noch Vieles höher ist. Hunderttausend Hände für ein Land zu entbehren, diesen Abgang von einem Jahre zum andern wiederkehren zu sehen, ist eine be - denkliche Erscheinung, da das Glück und die Wohlfahrt der Reiche so oft nach der Seelenzahl geschätzt wird: Der Verlust an Menschen ist also der erste Einfluß auf das Vaterland.
Erschrecken müßte uns dieses, wenn nicht die Jahre eines langen Friedens das große, schöne Deutschland mit bedeutender Menschen = Ueberzahl gesegnet hätten. Nehmen wir mal einen südlichen Staat, Baden, und einen nördlichen, Hannover, und sehen, daß ersterer jährlich 10,600 Seelen übergewinnt, letzterer 15,000, und erwägen, daß ganz Deutschland 300,000 Menschen Zuwachs alle Jahre hat, von denen 50 bis 60,000 jährlich aus - wandern, so brauchen wir nicht allein nicht besorgt zu sein, sondern müssen das Verhängniß segnen, welches dem Ueberflusse an Menschen in andern Welttheilen Nahrung und Brod gibt, und können der Sache ruhig zu sehen, so lange nicht der zehnte Mann aus Ger - maniens Gauen geht. Bis dahin hat es aber noch gute Weile.
Bei der an vielen Stellen stattfindenden Uebervölkerung sind diese Ableitungen für Deutschland und für die Lage der zurückbleibenden Bewohner wahrhaft heilbringend; denn wohin würde und müßte es zuletzt geführt haben, wenn Alle die wegen Mangels an Erwerb, wegen Uebervölkerung be - reits Fortgezogenen oder noch Ziehenden geblieben wären; wenn der Zuwachs stufenweise mit den Jahren noch gestiegen wäre? -- Zu weiter nichts, als zum Hunger, zu Jammer und Elend; zur360Unzufriedenheit, Gährung; zu Umsturz und Krieg der Massen gegen einander.
So aber gewinnen die Bleibenden sowohl als die Auswandernden; beiderseits, im Mutterlande und in der Kolonie wird Nutzen gestiftet. Vor zehn und zwanzig Jahren sah man die Auswanderung in Deutschland mit besorgten Augen an; jetzt denkt man ganz anders. Es ist ja auch den Zurückgebliebenen um vieles angenehmer, die Angehörigen im fernen Welttheile, einerlei ob in Nord = oder Südamerika, in Rußland oder in Süd - Australien zufrieden und glücklich zu wissen, als ihre bleichen, bekümmerten Gesichter, ohne Hoffnung auf Milderung, täglich um sich zu sehen. Durch die Schnelligkeiten der Bewegungen, durch die verschiedenen Heimkehrenden, wird die Entfernung ge - mäßigt und erscheint nicht so groß. Auch ziehen Viele fort, die wieder zu sehen das Vergnügen nicht sehr erhebend ist. Manches schlechte Subject, die Plage der Heimath, vermag die stets scheelen Blicke nicht mehr zu ertragen, fühlt sich unheimlich unter den vielen Kennern seiner Bubenstreiche, seiner Gaunerei, seiner Ver - untreuungen, Diebstähle und abgebüßten Verbrechen, und wandert aus in die weite Welt, wo fremde Augen es nicht bemißtrauen, wo man seinen Lebenswandel nicht kennt, und so wird Deutsch - land durch die Auswanderung viele Menschen los, die es im Stillen schon längst dahin wünschte, wo der Prärie = Wolf durch die amerikanische Nacht heult, oder stolze schwarze Schwäne sich auf den klaren Gewässern Poly - nesiens wiegen. Der sittliche Zustand wird unbedingt dadurch gehoben, (weil die Noth Verbrechen erzeugt, die meistens in Veruntreuungen gegen das Eigenthum Anderer be - stehen), daß die Bevölkerung dort sich mindert, wo sie zu groß war, und dem Zurückgebliebenen Raum macht, der gerade durch die Auswanderung wieder Brod und Erwerb findet, und nicht auch, getrieben durch den Nothstand, zum schlechten Menschen wird. Wenn ein Thaler zu verdienen ist für zwei, ist ihnen vielleicht beiden nicht geholfen; wandert aber der Eine aus, und der Zweite gewinnt ihn allein, so ist der Einfluß der Ausgewanderten aller - dings heilsam für den Zurückgebliebenen, und dieß Verhältniß findet sich in Deutschland allenthalben: so mit wird auch die pecuniäre Lage der Deutschen im Mutterlande ge - bessert auf tausenderlei Weise.
Zuvörderst aber empfindet man doch den Mangel an umlaufendem Gelde in denjenigen Theilen Deutschlands, wo die Wanderungen seit den letzten zehn Jahren ungemein über - hand genommen und immer noch fortdauern. So sind uns Striche bekannt von 4 bis 5 Quadratmeilen, woraus in diesem kurzen Zeitraume an 2000 Landbewohner fortgewandert sind, und zwar mit einem Capitale von 200,000 Thalern. Zum Reisen gehört Geld, namentlich zum Uebersiedeln und Ankaufen. Der Ueber - fahrtspreis schwankt von 25 bis 40 Thlr. für die Person, und nehmen wir an, daß jeder Auswanderer durchschnittlich 50 Thlr. mit fortnimmt, (gewiß sehr gering angeschlagen, da neuerer Zeit auch viele Bemittelte fortgehen) und sehen jährlich 50,000 Men - schen auswandern, so verliert Deutschland alle Jahre jetzt hierdurch drittehalb Millionen Thaler baares Geld. Daß diese Ausfälle auf die Lage der Heimgebliebenen einen sehr großen Einfluß haben, läßt sich gar leicht ermessen, zumal dieß Geld meistens aus den niedern Ständen gezogen wird, und die höheren ihre ansehnlichen Capitalien dem Baue der Eisen - bahnen zuwenden.
Dennoch halten wir uns fest überzeugt, daß diese fortgehenden Gelder Deutschland mit seinen reichen Quellen, mit seiner glück - lichen Lage, gar wenig schaden, wenn die Auswandernden nur fest zusammen halten und in der neuen Heimath das deutsche Element bewahren; dann entsteht mit der Zeit ein solcher Verkehr,der für das Mutterland von unberechenbarem Erfolge für Handel und Wohlstand sein wird.
Deutschland ist überwiegend ein ackerbauendes Land. Nur nach einer Seite lehnt es sich an das Meer, an die Nord = und an die Ostsee. Die letztere ist den Deutschen nicht frei, der Dänen Sundzoll vermindert dort den freien Verkehr; zur Nord - see hin liegen Bremen und Hamburg, zwei sehr ehrenwerthe Handels = und Hansastädte, echt deutsch durch und durch, voll Verkehr; aber sie allein können ihr Vaterland nicht zu einem merkantilischen Staate machen. Emden hat sich noch wenig erhoben, Danzig liegt zu fern vom Jnnern, Stettin schwingt sich empor. Dieß ist die deutsche Küste, dieß die Städte des deutschen Seehandels. Große und bedeutende Handelsplätze liegen in der Mitte des Landes. Dennoch ist der Ackerbau des deutschen Reiches Hauptquelle. Von 100 Menschen leben im Süden 69, im Norden 60 davon: also bei weitem über die Hälfte der Deutschen sind Ackerbauer. Jeder Mensch bedarf aber zu seinem Lebens - unterhalt einer gewissen Morgenzahl. Diese Norm konnte in letz - terer Zeit nicht mehr aufrecht erhalten werden, indem an vielen Stellen mehr Menschen vorhanden waren, als der Boden zu er - nähren vermochte. So lange die Jndustrie Mittel und Wege weiß, die Ueberzahl zu erhalten, so lange ist das Gleichgewicht allenfalls noch vorhanden; hören deren Quellen aber auf, wie sie es theilweise gethan, und sollen dann die Bewohner auf den land - wirthschaftlichen Betrieb zurückgewiesen werden, so muß nothwendig Mangel entstehen. Diesem wird durch die Auswanderung abge - holfen, indem der Grund und Boden, der Ackerbau, wieder in ein besseres Verhältniß zur Zahl der Bewohner gebracht wird, was den günstigsten Ein - fluß auf die Lage und Sitten Deutschlands ausübt.
Das ist aber nicht zu leugnen, je bevölkerter eine Gegend ist, je höher steigt der Werth des Bodens. Dieser Werth ist nun freilich durch ganz Deutschland ungemein verschieden. Die nördlichen Marken mit ihren vielen Haiden sind menschenleerer; dort gibt es in den weiten Mooren und Brüchern, in den Weh - sändern und Heiden, Striche genug, wo der Morgen nur etwa 10 Thaler werth ist. Der Weinberg des mittleren Deutschlands hat einen außerordentlich hohen Preis, und kann hier ebenso wenig als Norm angenommen werden, wie die Gärten und Bau - plätze in der Nähe großer frequenter Städte; wohl aber steigt der Bodenwerth zu einer Höhe von 1000 Thalern für den Morgen an den gesuchtesten Plätzen im Ackerlande. Der Morgen ist un - gefähr ein Maaß dem ähnlich, was ein Mann in einem Morgen zu bearbeiten im Stande ist. Den eben angegebenen Preis ver - mag der Boden im Ackerlande durch seinen Ertrag nicht nach - haltig zu verwerthen. Beide Summen, zehn sowohl als tausend, sind jedoch nur Extreme, und der durchschnittliche Werth eines Ackers von der angegebenen Größe möchte 100 bis 200 Thaler im Allgemeinen nicht übersteigen. Jm Werthe des Grundes nun ruht das Vermögen der Landwirthe, und nicht zu leugnen ist es, daß durch die häufigen Auswanderungen so vielfältige Veräuße - rungen von Grundbesitzungen zum Umschlage kommen, daß die Liegenschaften sich sehr im Werthe dadurch vermin - dert haben: also das Vermögen in liegenden Gründen gesunken, somit die Wohlhabenheit der Landwirthe ima - ginär verringert worden ist, obschon dieses natürlicherweise weder auf ihren Unterhalt noch auf die Erzeugnisse des Bodens, in Beziehung auf seine Productionsfähigkeit, Einfluß ausüben kann. So kommen Manche nun in Landbesitz und Eigenthum, die vor der starken Auswanderung nicht die mindeste Hoffnung dazu hegen durften.
Der vorstehende Vortheil für die Lage der hier gebliebenen Landwirthe fällt zunächst auf diejenigen, die in einigen Vermögens -361umständen sind; für die geringere Classe bildet sich durch die Auswanderungen ein anderer heraus, der auch auf ihre Lage sehr günstig einwirkt. Es kommen nämlich die Mobilien, das Vieh, Handwerkszeug, Ackergeräth der Fortziehenden zum Verkaufe. Zwar nimmt jeder gern mit, was er kann, zumal da in den Häfen Nordamerika's, wohin doch die stärkste jetzige Wanderung geht, die Kleidungsstücke, Werkzeuge und Geräthschaften zum Ge - brauche der Einwanderer vom Eingangszolle befreit sind; größere Gegenstände jedoch sind theils zur Uebersiedelung völlig ungeeignet, theils in vielen Fällen zur Beschaffung oder Ergänzung der Reise - mittel nothwendigerweise zu veräußern. Durch diese stets sich wiederholenden Verkäufe der beweglichen Güter kommen andere junge Leute der unteren Classen leichter in den Besitz der zu ihrem Haushalte nothwendigen Gegenstände, und wieder andere suchen, durch die wohlfeilsten Preise veranlaßt, ihre nothwendigen Mobilien zu vervollkommnen und sich besser einzurichten, also an Lebenserfordernissen und häuslichen Bequemlichkeiten zu gewinnen. Die häusigen Auswanderungen aus einer und derselben deutschen Gegend, die immer wiederkehrenden Versteigerungen bedingen eine solche ungemeine Wohlfeilheit der beweglichen Sachen, daß junge Ehepaare des besitzlosen Standes die Mobilien für den Haushalt um den vierten Theil billiger als früher ankaufen können. Jede vermehrte Bequemlichkeit des Lebens, jeder vergrößerte Besitz, bringt eine Behaglichkeit mit sich, und so dienen diese wohlfeilen Mobilienverkäufe der Auswanderer den bleibenden Bewohnern Deutschlands zur bedeutenden Verbesserung ihrer hänslichen Einrichtung.
Aber auch dieser Vortheil hat seine Schattenseite. Denn wer in Auctionen um 3 Thlr. einen Schrank, um 2 Thlr. einen Kessel, um 10 Thlr. einen Ackerwagen, um 4 Gutegroschen ein Faß kaufen kann, wird dieselben Gegenstände gewiß nicht um 10 Thlr. bei dem Schreiner, um 5 Thlr. bei dem Kupferschmied, um 30 Thlr. bei dem Wagenmacher, um 1 Thlr. bei dem Küper bestellen, und der Stand der Land = Handwerksleute wird dadurch empfindlich gedrückt, sein Verdienst außerordentlich geschmälert.
Dennoch steht es fest, daß Deutschland durch die Auswan - derungen mehr gewinnt als verliert; das Ausscheiden einer Menge Menschen aus dem besitzlosen Stande übt unverkennbar auf die Lage und Sitten der Zurückbleibenden einen überwiegend günstigen Einfluß aus. Es ist kein Glück für ein Land, auf den Census = Verzeichnissen große Zahlen von Einwohnern zu haben, wenn Hunderttausende darunter sind, die von der Hand in den Mund leben, die heute noch nicht wissen, ob sie morgen sich satt essen können. Die Verminderung dieser Classe bringt dem Lande nur Segen, wirkt aber auch moralisch auf die Nachgebliebenen. Wenn jeder Mangel täglich ersetzt werden kann, so fehlt nichts; wenn die heute entlassene Arbeitshülfe morgen schon einen Stell - vertreter wieder hat, so vermißt man den Entlassenen nicht; wenn der Miethsmann, der kleine Landpächter, heute auszieht und gleich zehn sich wieder dazu melden, so fragt man nichts nach dem Gehenden; wenn aber in Massen die jungen Dienstboten ihre Herrschaften verlassen, wenn die Handwerker zu tausenden fort - wandern, wenn die Arbeiter und Taglöhner sich von einem Jahre zum andern mehr und mehr aufmachen, an andern Stellen einen höhern Lohn zu verdienen, wenn die kleinen Leute fortziehen, die enge Miethswohnung verlassen, wenn die geringen Landpächter, die Heuerleute, Kötter, weggehen in großen Massen, und von der einen Zeit zur andern dieses Fortwandern sich erschreckend vermehrt; ja wenn sogar begüterte Bürger, geschickte und wohl - eingerichtete Handwerker, junge kenntnißvolle Männer, grund - angesessene Bauern und größere wohlhabende Landwirthe zu Tau - senden unter den Auswandernden sind: dann erregt es nachgeradeUeberlegung, woran dieses liegen möge, Besorgniß, daß es sich noch vermehren werde, Beunruhigung für die Folge und das Streben von Oben, wie auch von Unten, die Mängel zu beseitigen, die Ursachen zu vermindern, auf staat - lichem und bürgerlichem Wege Verbesserungen der Lage der Hierbleibenden eintreten zu lassen. Somit gestalten sich für die Folge die Verhältnisse viel besser, und wird der bürgerliche Zustand gehoben, tritt der moralische Einfluß von selbst ein; die Menschenwürde wird mehr geachtet und die bessere Behandlung der niedern Stände ergibt sich von selbst, zumal da ohne deren Mithülfe kein Verband im bürgerlichen Leben sowohl, wie auch für die Eristenz der Staaten gedacht werden kann.
Daß hierauf schon jetzt eingewirkt wird, bezeugen landes - väterliche Verordnungen von allen Seiten, Abstellungen von Lasten, wo dieses möglich zu machen ist, Verbesserungen der bäuerlichen Verhältnisse, Ersparungen im Staatshaushalte, Entwerfungen von Städte = und Gemeinde = Ordnungen, Gewerbe = Regulirungen, Zollanschlüsse, Belebungen des Handels, der Fabriken, der Jn - dustrie, Verbesserungen des Zustandes der geringen Landbewohner, Milderung der Personen = Steuern, der Schulgelder, Hervorrufun - gen von Arbeiten, wodurch dem Arbeiterstande der Städte Ge - legenheit gegeben wird, und tausende von Einrichtungen, die den Stempel der wohlwollendsten Absichten tragen. Selbst im Volke bilden sich die mannichfaltigsten Vereine für Handel, Gewerbe, Landwirthschaft und für die verschiedensten Zwecke, von Jnnen heraus alles neu zu beleben, und ein hoher Jdeenschwung athmet Leben und neuen Muth durch alle Classen der Bevölkerung. Was praktisch ist, wird befördert; was einträglich ist, sucht man zu erstreben; was mildert, zu erlangen. Daß hierzu die Auswan - derung manchen Jnpuls gegeben, daß die Jdeen, welche jenseits des atlantischen Oceans herüberwehen, hierbei mitwirkend sind, daß die hiesige Lage in Deutschland als erträglicher erscheint, weil es ein Mittel gibt, wenn sie unerträglich wird, sich ihr zu entziehen durch Auswanderung, daß der Blick auf die Möglichkeit schon, einen Raum erlangen zu können in fernen Gegenden, wo vielen Mängeln der Gegenwart entgangen werden kann, daß dieses allein schon erkräftigend wirkt, läßt sich nicht leugnen. Beseelt aber erst Vertrauen und Muth das Volk, so ermattet es auch nicht im Streben. Kommen hierzu denn noch die Jdeen = Mittheilungen aus entfernten freien Ländern, wo man Staaten gebaut hat, deren Bürger sich vollkommen gleich stehen, bei deren Einrichtungen man die Mängel der alten Welt vermieden hat: -- so ist es gewiß unverkennbar, daß gerade durch die Auswanderung diese Jdeen dem Bleibenden zugänglicher, mehr eigen werden, der Geist und die Denkungsart des deutschen Volkes davon annimmt und mit der Zeit das Räthliche, das Dienliche, das Mögliche bei sich in den eigenen Gauen zu realisiren sucht. So haben die Aus - wanderungen auf die Verbesserungen im Staate, im bürgerlichen Leben und auf den freieren Jdeen - schwung Deutschlands großen Einfluß.
Bewahren nun vollends die Auswanderer in den fernen Län - dern ihre Anhänglichkeit zum Mutterlande, so ist ihr auegnblick - licher Verlust ein Quell späterer Wohlthaten für Deuschltand. Seit langen Jahren haben die Auswanderungen sich nach den verschiedensten Ländern gewandt, man findet in allen großen Haupt - städten Europa's die Deutschen zu Tausenden, sieht sie am Ufer der untern Donau wohnen, im südlichen Rußland angesiedelt, auf den westindischen Jnseln, auf Java und am Cap, in Süd - amerika und Canada. Wenn sie sich dort auch zusammenhalten, so verfließen sie mit der Zeit doch in die allgemeine Masse um - gebender Völkerschaften, und ihre nationale Eigenthümlichkeit ist das Opfer davon. Seit mehreren Jahren aber geht der Haupt -362strom deutscher Auswanderung nach den Verein. Staaten Nord - Amerika 's; Tausende ziehen dorthin, wo schon Tausende wohnen, deutsche patriotische Vereine versuchen Alles, die Massen an ein - ander zu fesseln, die deutsche Presse verbreitet in den vielfältigsten Blättern das deutsche Element, man wünscht eine segensreiche Rückwirkung auf das Mutterland zu erzielen und diese bleibt nicht aus, wo am Ende ein großes, weites Reich transatlanti - scher Deutscher sich gebildet hat. Durch Kirchen und Schulen wird die Erhaltung der Nationalität am meisten gefördert, und die innige Verbrüderung der deutschen Landsmannschaften bewahrt die Anhänglichkeit und Liebe zum Mutterlande. Von Jugend auf war man mit dessen Erzeugnissen bekannt; was die Heimath bringt, hat immer einen höhern Werth; und so werden die deut - schen Fabrikate auf einen großen Absatz rechnen können nach den Gegenden Nordamerika's, wo die Stammgenossen zur Größe eines Reiches herangewachsen bei einander wohnen, namentlich aber wird alles dasjenige, was durch Handarbeit geschaffen werden muß, Gegenstand der Einfuhr bleiben, weil der Taglohn in Ame - rika zu hoch steht. So werden die Auswanderungen eine Quelle des deutschen Absatzes und Handels abgeben, das fortgegangene Geld fließt auf merkantilischem Wege dem Mutterlande wieder zu, und segenbringend für den innern Wohlstand Deutschlands stellt sich mit der Zeit der große Abfluß von Menschen und Geldmitteln wieder her.
(Schluß folgt.)
Häufig vorkommende Erkrankungsfälle in Folge eines zu beengten Raumes für die Passagiere während ihrer Ueberfahrt, veranlaßten die Regierung der Vereinigten Staaten von N. A., zu verordnen, daß jedem Zwischendeckspassagier statt des bisherigen Raumes von2 1 / 2 Tonnen pro Kopf, künftig ein Raum von 14 Quadratschuhen gewährt werden müsse. Was auch von manchen Seiten gegen diese Maaßregel vorgebracht werden mochte, der ver - nünftige Unparteiische erkannte, daß sie nur aus Humanität und aus keiner andern Ursache ersprungen sei.
Unterm 21. Mai d. J. erließ hierauf der Bremer Senat eine neue Verordnung, die Beförderung von Auswanderern betreffend, in der es u. a. in Art. 23 heißt:
„ Jn Ansehung der Zahl der zu verschiffenden Passagiere bedarf es zwar für die nach einem Hafen der Verein. Staaten von Nordamerika zu erpedirenden Schiffe für jetzt keiner Vor - schriften, da schon durch die dortigen Gesetze einer Ueberfüllung der Schiffe genügend vorgebeugt ist. Dagegen wird im Betreff der nach anderen Häfen bestimmten Schiffe hiedurch festgesetzt:
a) die Zahl der mitzunehmenden Passagiere richtet sich nach dem Tonnengehalte des Schiffs und darf in keinem Falle mehr als eine Person auf zwei Tonnen gerechnet betragen. “
Während also die nordamer. Regierung, durch den trauri - gen Zustand der landenden Auswanderer dazu bewogen,2 1 / 2 Tonnen Raum für zu wenig für eine Person erachtet und 3 bis3 1 / 2 Tonnen für sie fordert, reducirt die Bremer Regierung die2 1 / 2 Tonnen auf 2 für solche Häfen, in denen noch keine Schutzgesetze für das Frachtgut, „ Passagier “genannt, bestehen! Doch das ist noch nicht Alles; denn wendet man das neue Bremer Gesetz auf ein nach Quebek gehendes Passagierschiff an, so wird die Be - schränkung noch größer, als bestünde sie für den Hafen von New - York, da die Reise nach Newyork durchschnittlich nicht so langewährt, als die nach Quebek, da folglich die Passagiere nach Quebek eher eine Raum = Zulage, als eine Raum = Schmälerung erfahren müßten. Jn unserm Schul = Rechenbuche hieß es: zwei in eins geht nicht, also muß ich eins borgen; “dieses Bremer Erempel scheint -- umgekehrt -- auf dem Grundsatze zu fußen: 2 1 / 2 Tonnen Raum sind für einen Passagier zu wenig, also müssen 2 Tonnen genug sein. Wäre es nicht möglich, zu erfahren, wo der Schlüssel zu diesem Räthsel steckt? --
Newyork, Anfang Juli. Die Aufmerksamkeit der hiesigen deutschen Bevölkerung wurde in diesen Tagen sehr stark in Anspruch genommen, durch den eidlich zum Spruch gekommenen Proceß des deutschen Volksvereins zur Wahrung und Ueberwachung der Jnteressen deutscher Einwanderer gegen den Chef eines hiesigen Passagebureaus, Namens Brisch, welcher von dem Volksvereine wegen Prellerei und betrüglicher Manipulation in der Beförderung eines Deutschen (Claus), nach Pittsburg, vor der Court of Session citirt worden war. -- Wenn es dabei auch sehr zu be - klagen ist, daß der würdige Präsident des Vereins, Hr. H. Böker, seine menschenfreundlichen Bemühungen nicht vollständig hat gekrönt sehen können, weil zu Gunsten des Angeklagten entschieden wurde, so sind doch wenigstens dem Publiko durch die eclatante Führung dieses öffentlichen Processes die Erbärmlichkeiten des hiesigen Emigranten - beförderungswesens einmal recht anschaulich vor Augen gelegt worden.
Abgesehen von den vielen dabei vorgekommenen, nicht uninteres - santen Specialitäten, so handelt es sich in der Hauptsache darum, ob und wie weit Brisch für das Verfahren seines noch in Diensten stehenden Maklers, des berüchtigten French Louis, genannt Ch. Wilmot, genannt Bärenbach (ein notorischer Schläger) criminell haften müsse. -- Und da der Richter Scott seine Charge an die Jury dahin stellte, daß letztere lediglich darnach zu ermessen habe, ob Brisch seinem Mäkler den Betrug des Claus ausdrücklich befohlen habe, so mußte natürlich die Jury ein not guilty aussprechen.
Der Brisch brachte zur Entschuldigung seiner sehr hohen und je nach Gelegenheit stets schwankenden Preise vor, daß er häufig arme Deutsche umsonst fortschaffen müsse, wodurch ihm ein Deficit entstände, welches er durch Höherbesteuerung anderer Passagiere decken müsse ec. Gewiß ist, daß die deutschen Agenten, Mäkler und andere Helfers - helfer, es sorgfältig vermeiden, die bei den Eisenbahn =, Dampfschiff - und Canallinien feststehenden Fahrpreise zu veröffentlichen -- und daß in der Regel die armen Einwanderer viel mehr bezahlen müssen, als die mit den Verhältnissen und Sätzen bekannten Einheimischen.
Weil das überaus schädliche Treiben der Emigranten = Mäkler in so frecher Weise zunimmt, und auch die Einwanderung noch sehr zunehmen wird. -- weil ferner verschiedene von den saubern Gesellen mit Dampf nach Europa geeilt sind, um dort eine förmliche Organi - sation ihrer Pläne und Umtriebe zu befestigen -- und weil man wirk - lich ein sehr gutes Werk thut, die armen Leute, welche oft ihr Letztes daran setzen, damit sie eine neue Heimath und ein besseres Loos erringen, vor den Umtrieben einer frechen Rotte von pfiffigen, betrügerischen Landsleuten zu warnen und zu bewahren, so wäre es eine schöne Aufgabe für die verschiedenen deutschen Zeitschriften, es anzuregen, daß sich in den verschiedenen europäischen Einschiffungsplätzen, und schon dort, wo der Strom der Auswanderung seine Hauptquellen findet, und finden wird, Männer vereinigten, welche es sich angelegen sein ließen, dem hiesigen deutschen Volksvereine vorzuarbeiten, damit das von dem Gelichter fest erwartete gute Geschäft, für welches von ihnen so emsig vorgearbeitet wird, noch rechtzeitig gestört werde.
363Vorstehendes wurde der Leipziger Allgemeinen Zeitung von einem Newyorker Correspondenten geschrieben; derselbe erfreut uns soeben mit einem Auszuge aus dem „ Newyork Herald “vom 14. Juli, welcher uns eine interessante Perspective auf die fernere Entwickelung dieses Rechtshandels eröffnet.
Jn einer am 8. dieses gehaltenen Monatsversammlung des deut - schen Volksvereins wurden folgende Beschlüsse einstimmig angenommen:
Nachdem die thätige Mitwirkung des verehrlichen Präsidenten, Herrmann Böker, Esq., des Vice = Präsidenten, Hrn. Georg C. Gießen und eines Mitgliedes des Directorialausschusses, des Herrn Friedrich Staake, die folgenden Thatsachen zur gehörigen Kenntniß der betreffenden Gerichtsbehörde gebracht und zum Gegenstand einer öffentlichen Untersuchung in den Gerichtssitzungen am 21, 22, 23 u. 24 sten Juni 1847 gemacht worden sind, nämlich: daß Herr Carl Claus am 27. April 1847 ein Fahrbillet in dem Reise = Comptoir (passage agency) der Herren Brisch & Comp. in hiesiger Stadt gelöst und daß er, anstatt eines Billets nach Taylorsville, in der Grafschaft Muskingum, Ohio, um welches er handelte, ein anderes, nur nach Pittsburg in Pennsylvanien erhalten hat, für welches er 11 Dollars, eine, den auf allen regelmäßigen Routen gewöhnlichen Preis übersteigende Summe bezahlen mußte; --
Und nachdem diese Untersuchung die beste Gelegenheit dargeboten hat, über die bei der Fortschaffung der deutschen Auswanderer in das Jnnere angewandten Kunstgriffe das Publikum aufzuklären, und nach - dem der Client eines geschickten Advokaten, welcher sich der allgemeinen Jnteressen der deutschen Auswanderer anzunehmen hatte, nicht allein mit dem ganzen Plane des „ Volksvereins “übereingestimmt hat, sondern von demselben geradezu geleitet worden ist;
Und nachdem es durch die energische Unterstützung mehrerer deut - scher Bürger Newyorks, welche zum Theil Mitglieder der Gesellschaft sind, zum Theil auch nicht, möglich geworden, Franz B. Cutting, Esq., als Advocaten anzunehmen, um zum Besten der Gesellschaft in der oben erwähnten Untersuchung thätig zu sein; -- Und nachdem Franz B. Cutting, Esq., während der ganzen Untersuchung durch seine an - gestrengte Thätigkeit, mittelst welcher er die Verfahrungsweise zahl - reicher Reise = Comptoirs in der Stadt Newyork und an andern Plätzen zur Kenntniß des Publikums brachte und ganz besonders durch seine Schlußrede die Sache der Gesellschaft in der ausgezeichnetsten Weise geführt; -- Und nachdem es sich aus dieser Untersuchung klar ergeben hat, daß Brisch u. Comp. in ihrem Reise = Comptoir nicht allein den Preis für die Fahrt des Herrn Claus von hier nach Pittsburg nach einer ganz willkürlichen Taxe bestimmt, sondern auch in dem ihm gegebenen Billet die dafür bezahlte Summe gar nicht angegeben haben; --
Und nachdem durch Thatsachen bei dieser Untersuchung der Beweis geführt zu sein scheint, daß das Reise = Comptoir von Brisch u. Co. für die Fortschaffung der Reisenden von hier über Philadelphia nach Pittsburg mehr verlangt hat, als den höchsten Preis, der zur Zeit der besagten Ereignisse auf irgend einer regelmäßigen Route für eine solche Entfernung festgesetzt war; --
Und da Gerechtigkeit, Klugheit und gewöhnliche Menschenliebe es den amerikanischen Bürgern, und vor Allem den amerikanischen Bürgern deutscher Herkunft zur Pflicht machen, durch jedwede gesetz - liche Maaßregel dahin zu wirken und dafür zu sorgen, daß deutsche, an diesen Küsten landende Auswanderer, (welche für die Kolonisation des Jnnern wichtig, aber zugleich größtentheils mit der engl. Sprache und der wirklichen Lage der Dinge in diesem Lande unbekannt sind) ihren Weg in das Jnnere, wenn auch nicht mit geringern Kosten, als Andere, so doch stets nach einem Preisansatze finden mögen, der sie vor jeder übermäßigen Forderung bewahrt; --
Und nachdem, schließlich, der Agent des Reise = Comptoirs der Herren Brisch u. Comp., Hr. Heinrich Brisch, welcher von jeder vor die Geschwornen zu bringenden Anklage, den Acten des von ihm zur Führung seiner Sache bestimmten Gehülfen nach, losgesprochen wordenist, bei dem höhern Gerichtshof eine Klage wegen böswilliger gericht - licher Verfolgung gegen die obengenannten Herren Böker, Gießen und Staake anhängig gemacht hat: -- so wurde
Beschlossen, daß der deutsche „ Volksverein “dem F. B. Cutting für die ausgezeichnete Geschicklichkeit und Gewandtheit, mit welcher er bei der gerichtlichen gegen Hrn. Heinrich Brisch geführten Untersuchung in jeder einzelnen Beziehung die Jnteressen der deutschen Auswanderer in Bezug auf ihre Fortschaffung in das Jnnere des Landes verfocht, den wärmsten Dank zollt, welcher hierdurch ausgesprochen wird; --
Beschlossen, daß der deutsche „ Volksverein “den Eifer dankbar anerkennt, welchen sein verehrlicher Präsident, Hr. H. Böker, Esq., sein erster Vice = Präsident, Hr. Georg C. Gießen und Hr. Friedrich Staake, ein Mitglied seines Directorialausschusses, in derselben Ange - legenheit an den Tag gelegt haben; so wie auch, daß der deutsche „ Volksverein “die Vertheidigung dieser Herren in dem Proceß, wel - chen Hr. H. Brisch bei dem höhern Gerichtshof gegen dieselben an - hängig gemacht hat, übernehmen wird; --
Beschlossen, daß der deutsche „ Volksverein “jedes ihm zu Gebote stehende Mittel anwenden wird, um die regelmäßige Fortschaffung der deutschen Auswanderer in das Jnnere sicher zu stellen, und zwar zu bestimmten Preisen, welche so niedrig als möglich sein sollen, mit an - gemessenen Fahrbillets, auf welchen die bezahlte Summe angemerkt ist und mit aller nur thunlichen Erleichterung und Sicherstellellung beim Transport ihres Gepäcks, sowie auch mit hinreichender Garantie gegen alle mit ihrer Fahrt in Verbindung stehenden übermäßigen Forderungen; --
Beschlossen, daß alle die unserer Mitbürger, welche Gerechtigkeit und Ehrlichkeit lieben, hierdurch aufgefordert werden, den Bestrebungen des deutschen „ Volksvereins “eine thätige und wirksame Hülfe zu ge - währen, um in einem für das Beste des Landes und der deutschen Emigranten so wichtigen Falle nicht zu unterliegen; -- und endlich ward
Beschlossen, daß die vorstehenden Beschlüsse sowohl Deutsch als Englisch veröffentlicht, und beglaubigte Abschriften derselben den Herren Cutting, Böker, Gießen und Staake mitgetheilt werden sollten.
Hr. Outendirck, noch unlängst, an der Spitze der „ Gesellschaft zu besserer Beförderung deutscher Auswanderer in Antwerpen “ist vom Assissenhofe zu Brüssel, der Schriftfälschung überwiesen, zu 5 Jahren Zwangsarbeit verurtheilt worden. Er hatte von der Regierung 10,000 Fr. zur Ausrüstung und Verproviantirung eines Schiffes erhalten, welches die unglücklichsten der belgischen Aus - wanderer aus Guatemala nach der Heimath zurückbringen sollte, einen großen Theil dieser Summe aber unterschlagen. Schließt man von diesem einen Verbrechen, welches zur Entdeckung einer so sauberen Praxis führte, auf Outendircks vieljährige Thätigkeit als Schiffsexpe - dient, so kann man sich einen Begriff von den Schändlichkeiten machen, welchen Tausende unsrer ausgewanderten deutschen Landsleute in Ant - werpen preisgegeben sein mögen, wozu wahrscheinlich auch die Expedi - tion des altersmorschen, schon bei Absegelung halb leck gewesenen Schiffes „ Franklin “gehört (in See gegangen am 7. März und nur durch ein Wunder 17. April 1846 bis nach San Miguel, einer der Azoren, gelangt, wo es nach Rettung der Passagiere sofort versank), dessen dadurch für immer gebrandmarkter Capitain, M. H. Sawyer, erst gerichtlich gezwungen werden mußte, 5000 Franks Passagegelder behufs Weiterbeförderung der geängstigten Leute wieder herauszugeben.
Jn einer Sitzung des Stadtraths von Newyork kam es Anfangs Juli zur Sprache, daß seit Erlaß der neuen Passagiergesetze eine Menge nach den Verein. Staaten bestimmter Einwanderer nach Canada geschafft werden, von wo sie sich nach Newyork begeben und eventuell, mit Umgehung der den zur See eintreffenden Passagieren auferlegten Leistung, dem Armenhause anheim -364fallen. Nähere Erforschung des Sachbestandes ist einem Comité über - geben worden. -- Jm Monat Juni kamen zur See an:
Jm Jahr 1845. 251 Schiffe mit 17,013 Passagieren,1846. 282„22,673„1847. 386„26,471„
Das in Neworleans erscheinende Blatt „ Picayune “spendet dem am 27. Juni daselbst angekommenen Bremer Schiffe „ Victoria “, Capt. Rose, folgendes große Lob: „ Die auf diesem Schiffe herrschende bewundernswerthe Ordnung gereicht dessen Eignern und Officieren zu nicht geringer Empfehlung. Kein einziger Todes = oder Krankheitsfall ist während der ganzen Reise auf demselben vorgekommen, und in Bezug auf Reinlichkeit steht sie hinter keinem unserer Newyorker Packete zurück. Mit 315 Passagieren ging es ab und mit 316 ist es angekommen; einem achtbaren Emigranten wurde nämlich unfern der amerikanischen Küste ein Sohn geboren und „ Zacharias Taylor “getauft. “
Auch die norwegischen Niederlassungen in Wisconsin, Jowa und Jllinois sind bereits zahlreich und nehmen rasch zu. Sie enthalten eine Bevölkerung von 15 -- 20,000 Seelen; mäßige, fleißige, ehrliche, ordnungsliebende und Ordnung pflegende Bürger. Die Hauptniederlassung befindet sich auf der Koskonong = Prairie, wo bei 2000 norwegische Familien beisammenwohnen. Jn der Stadt Norway, Racine County, Wisconsin wird demnächst eine norwegische Zeitung erscheinen.
Das große deutsche Nationalfest, welches am 5. Juli in dem 4 Meilen nördlich von Philadelphia reizend gelegenen Lippin - cottswäldchen gefeiert und durch stürmisch applaudirte Reden Dr. Sei - denstückers, Wollenwebers und des Communisten Weitling ausgezeichnet wurde, ist leider nicht ohne Störung abgelaufen, indem die unduldsame „ Native Amerikan Party “, durch fünfzig zerlumpte Proletarier vertreten, die Deutschen hinterrücks mit Steinen angriff und Männer und Frauen insultirte. Aus dem Felde geschlagen, lauerten sie zu Hunderten auf den Landstraßen den zum Theil einzeln zurückkehrenden Deutschen auf und verübten an ihnen die rohesten Schändlichkeiten; meh - rere Deutsche wurden schwer, einzelne, wie man fürchtet, sogar lebensge - fährlich verwundet.
Ein mit 220 Auswanderern von Rotterdam nach Newyork bestimmtes amerikanisches Schiff („ Charles Humberston “, Cpt. Strettel) ist am 6. August in der Nähe von Calais gestrandet, leck ge - worden und größtentheils voll Wasser gelaufen. Mannschaft und Passagiere sind gerettet und haben sich nach Calais begeben.
Bremen, 10. Aug. Die Auswanderung nach Texas hat hier gänzlich aufgehört und scheint ihren Hauptsitz nach Hamburg verlegt zu haben. Dagegen ist in Bremen diejenige nach Südau - stralien in Aufnahme. Es sind im vorigen Monate 300 Preußen mit dem schönen Schiffe „ Beckerath “dorthin abgegangen, und in diesem wird das neue Postschiff „ Gellert “nachfolgen mit einer noch größern Anzahl preußischer Lutheraner, welche unter der Leitung ihres Hirten, des Pastors Oster aus Posen, eine eigene Kolonie begründen wollen, wozu ihnen auch von Seiten der süd = australischen Compagnie in London besondere Unterstützung in Aussicht gestellt ist. Der „ Beckerath “hat auch bereits eine deutsche Presse mitgenommen.
Mainz, 2. August. Durch die „ Karlsruher Zeitung “vom 26. Juli ist ein Artikel über die Transportpreise der deutschen Aus - wanderer, welche über Havre durch die Postschiffslinie oder die Dampf - fregatten reisen, in den öffentlichen Blättern vielfach verbreitet worden, welcher Artikel die Frage über die Transportpreise von einem unrich - tigen Gesichtspunkte und einseitig behandelt. Er nimmt zwar, wie die Generalagentur der Postschiffslinie, ebenfalls die Havrer Preise als Maaßstab an; dagegen nimmt er keine Rücksicht auf den Mo - ment, wo die Auswanderer abreisen, und wo sie in Havre ankom - men, wodurch er zu Jrrthümern, Mißdeutungen und VerdächtigungenVeranlassung gibt. Wenn alle Auswanderer gleich zu derselben Zeit abreisen würden, wo sie in Deutschland mit den Agenten der Post - schiffslinie Accorde abschließen, würden sie bei ihrer Ankunft in Havre finden, daß ihre Preise den Havrer Preisen entsprechen. Allein die meisten Auswanderer reisen nicht in dem Momente des Contractab - schlusses ab, sondern, wenn sie sich durch ihren Accord die Plätze bei der Postschiffsgesellschaft gesichert haben, besorgen sie erst den Verkauf ihrer Liegenschaften, die Einholung der staatlichen Erlaubniß zur Reise und die übrigen Vorkehrungen zur Uebersiedelung in die neue Welt. Dadurch gehen zwei bis drei Monate verloren, und wenn sie nun die Reise antreten und in Havre eintreffen, können sie na - türlich dort nicht mehr die Preise finden, welche ihren Accordab - schlüssen angemessen sind, sondern sie finden, durch die Conjuncturen bedingt, andere Preise, niedere oder höhere, wie dieß nicht anders möglich ist. Wenn sich daher der Verfasser des Artikels in der „ Karlsr. Ztg. “darüber wundert, daß er Auswanderer in Havre getroffen hat, welche in Deutschland viel höhere Preise zahlten, als sie bei ihrer Ankunft in Havre für die Ueberfahrt zu entrichten ge - habt hätten, so wird er sich noch vielmehr darüber wundern, daß umgekehrt tausende von Auswanderern in diesem Jahre in Deutschland beinahe 50 pCt. weniger für die Ueberfahrtsreise zu zahlen hatten, als sie in Havre zu zahlen gehabt hätten, wenn sie auf Gerathewohl dorthin gekommen wären. Die hiesige Generalagentur der Postschiffs - linie ist es, welche im Januar und Februar mehrere tausend Aus - wanderer zum Preise von fl. 70 für Erwachsene und fl. 50 für Kinder für die Postschiffslinie annahm, und als diese im April und Mai befördert wurden, und in Havre die hohen Preise von 180 bis 200 Franken für die Fahrt ab Havre fanden, hatten sie bei - nahe 100 Franken per Kopf gespart, und wünschten sich Glück, daß sie früher bei der Generalagentur in Deutschland contrahirt hatten. Dieser Agentur sind aber ihre Contracte heilig, und sie löste mit großen Opfern all ihre Verbindlichkeiten gegen die zu ganz niedern Preisen aufgenommenen Auswanderer. (Ob. P. Z.)
Die General = Agentur der Newyork = Havrer Post - Schiffe (Washington Finlay) in Mainz hat durch ein uns vorliegendes Circular an ihre Agenten von allem Verdachte der Ueber - vortheilung von Auswanderern sich gründlich gereinigt, ein Verdacht, der, wie wir erfahren, auch im K. Bayer. Ministerio des Jnnern nicht mehr gegen sie gehegt wird. R.
Eine Prämie von 1000 fl. will derselbe Agent den Armen jedes Ortes auszahlen, wo an Gerichtsstelle der Beweis geliefert wird, „ daß er irgend einen Auswanderer nicht genau zu dem im Accorde stipulirten Preis befördert, oder irgend einem derselben auch nur einen Heller Nachzahlung abverlangt habe. “ Nun wird man doch wohl glauben, daß Hr. Finlay sich nicht die geringste Un - redlichkeit zu Schulden kommen ließ!
Der seit mehreren Jahren in Berlin lebende Schriftsteller und Dichter Dr. Wiener hat einen ehrenvollen Ruf als Professor der Philologie an dem College von St. Louis erhalten und wird zu Anfang des nächsten Monats die Reise dahin antreten.
Herr L. Constant, der Verfasser eines Werkes über Afrika, ist von einer längeren Ausflucht nach Mexiko und Texas zurück - gekehrt. Wie uns mitgetheilt worden, können wir binnen Kurzem durch Vorträge oder eine Schrift dieses praktischen Schriftstellers gründ - liche Mittheilungen über Texas und sehr interessant = tragische Auf - klärungen über die dortige deutsche Kolonie Braunfels ec. erwarten.
Der Texas = Verein steht im Begriff, ein Lotterie = Anlehen von 1 Million Gulden abzuschließen. Zwölf Bankierhäuser über - nehmen dasselbe gegen solidarische Haftung der Vereinsmitglieder und geben dafür 120,000 Loose zu 10 fl. aus. Die Provision der Dar - leiher wird demnach in1 2 / 3 fl. von jedem Loose bestehen.
Jnsertionsgebühr 4 1 / 2 Xr. pr. Zeile oder Raum aus Petitschrift. Alle hierher gehörigen Zusendungen werden franko erbeten.
| New-Hampshire, | für 213 Passagiere | ... am 16. August. |
| Robert Parther, | „ 200 „ | ... am 24. August. |
| Ancona, | für 210 Passagiere | .. am 24. August. |
| Vesta, | „ 200 „ | .. am 8. September. |
| Philadelphia, | für 190 Passagiere | .. am 20. August. |
| Shakespeare, | „ 298 „ | .. am 1. September. |
| Cotton Planter, | „ 180 „ | .. am 15 / 20. „ |
Preise der Passage und Güterfracht, sowie nähere Auskunft bei den Unterzeichneten und den Agenten des Vereins.
[2] Nach Charleston S. C.
wird in der ersten Hälfte September's expedirt:
das in der Fahrt dahin rühmlichst und als besonders schnellsegelnd bekannte dreimastige Bremer Schiff erster Classe Johann Friedrich, Capt. H. Wieting.
Als eine ganz vorzügliche Gelegenheit kann ich dasselbe Passagieren zur Ueberfahrt in dem hohen geräumigen Zwischendeck, wie auch in der eleganten und bequemen, mit Staterooms versehenen Cajüte empfehlen. Da indeß ein großer Theil der Plätze schon belegt ist, so muß ich um baldigste An - meldung und Einsendung des Handgeldes ersuchen.
Die Preise sind billigst gestellt und das Nähere bei meinen Herren Agenten, in Rudolstadt im Allgem. Auswanderungsbureau zu erfahren.
Diese Linie besteht aus den folgenden 16 schnellsegelnden amerikanischen Postschiffen von 800 bis 1000 Tonnen Gehalt, nämlich: Independence, American Eagle, Prince Albert, Westminster, Sir Robert Peel, Margaret Evans, St. James, Northumberland, Gladiator, Toronto, Switzerland, Me - diator, Quebec, Victoria, Wellington und Hendrick Hudson, welche regel - mäßig den 6., 13., 24. u. 28. eines jeden Monats im Jahr von London nach New = York absegeln.
Das Nähere ertheilt auf frankirte Briefe der Unterzeichnete
Mainz, den 28. MaiG. H. Paulsen,1847. Spezial = Agent besagter Postschiffe.
Nach Adelaide wird am 1. October d. J. expedirt: das in der Ostindischen Fahrt rühmlichst bekannte, kupferfeste und gekupferte in erster Klasse stehende, schnellsegelnde, dreimastige, bremische Fregattschiff Pauline, geführt durch Capit. L. Stelljes.
Das Schiff hat eine auf's eleganteste eingerichtete, mit Schlafkammern versehene Cajüte, und ein über 7 Fuß hohes, geräumiges und luftiges Zwischendeck, weshalb ich solches Auswanderern ganz besonders empfeh - len kann.
Der Capt. Stelljes, welcher kürzlich eine Gesellschaft Auswanderer nach Adelaide gebracht, giebt gern über die Verhältnisse jenes Landes nähere Auskunft.
Der Ueberfahrtspreis, einschließlich vollständiger Beköstigung ist festgesetzt:
in der ersten Cajüte Preuß. Cour. Thaler 200,im Zwischendeck---80
für jede Person über 9 Jahr, Kinder unter 9 Jahr die Hälfte. Nur solche Auswanderer, die das volle Ueberfahrtsgeld vor der Einschiffung baar be - zahlen, können mitgenommen werden.
Die Herren Rheder behalten sich vor, daß bis zum 5. September für mindestens 100 Personen das Handgeld eingezahlt ist, widrigenfalls es ihnen frei steht, anderweitig über das Schiff zu disponiren, in welchem Falle das Handgeld unverkürzt zurückbezahlt wird.
Der Unterzeichnete und dessen Herren Agenten (in Rudolstadt das Allg. Auswanderungsbureau) sind mit der Annahme der Auswan - derer beauftragt und ertheilen nähere Auskunft.
Wir bringen hierdurch wiederholt zur Anzeige, daß wir fortwährend am 1. und 15. eines jeden Monats, zum Transport von Passa - gieren bequem eingerichtete Schiffe nach Baltimore und New - York abfertigen; außerdem expediren wir vom 1. Septbr. an ebenfalls am 1. und 15. des Monats schöne, geräumige Dreimaster nach New - Orleans.
Unter den nach New = Orleans abgehenden Schiffen sind befindlich und segeln:
am 15. September unser 400 Last großes Schiff Agnes, Capt. H. A. Ahrensfeld; am 1. October unser 500 Last großes Schiff Jtzstein & Welcker, Capt. H. Bosse; am 15. October unser 400 Last großes Schiff F. J. Wichelhausen, Capt. H. Warnken;
sämmtlich fast neue, eigends zur Passagierfahrt erbante, dreimastige Fregatt = Schiffe Erster Classe, mit Acht Fuß hohen Zwischendecken und eleganten geräumigen Cajüten versehen.
Anmeldungen zur Mitfahrt können beim Auswanderungsbureau in Rudolstadt, bei unseren Herren Agenten, wie bei uns direct gemacht werden.
weist stets sichere Schiffsgelegenheit über Bremen nach und schreibt Passa - giere zu den billigsten Preisen ein
Die Ueberfahrts = Preise für die vier Dampffregatten: Union, Philadelphia, Missouri, New - York, deren Abfahrten immer am 15. und am Ende jeden Monats stattfinden und welche die Reise in 12 -- 15 Tagen zurücklegen, sind: auf dem
Ersten Platz, eigenes Zimmer, Tafel, Wein und Bedienung inbegriffen, von Havre nach New = York fl. 500; -- auf dem
Zweiten Platz (Zwischendeck) von Mannheim oder Mainz bis New = York:
für Erwachsene fl. 160, -- für Kinder unter 10 Jahren fl. 90, -- Säuglinge frei.
Dabei ist inbegriffen freier Transport von 2 Centner Reisegepäcke, die Kost auf den Dampfschiffen bis New = York, welche täglich in Frühstück und zwei reichlichen Mahlzeiten besteht, auf der Dampffregatte täglich noch eine Flasche Wein, Bett und Bedienung.
Diese vier Dampffregatten gelten sowohl in den amerikanischen Freistaaten, als auch in Frankreich für Meisterstücke der Schiffbaukunst. Jhre Vortreff - lichkeit bewährte sich schon durch die erste Ueberfahrt der Fregatte Union, welche von Havre nach New = York in 15, und von New = York nach Havre in 13 Tagen ihre Fahrt zurücklegte.
Auf den rühmlichst bekannten sechszehn Segel = Postschiffen von 800 bis 1000 Tonnen = Gehalt: Burgundy, Admiral, Baltimore, Argo, Zurich, New - York, Utica, Splendid, Silvie de Grasse, Louis Philippe, Saint Nicolas, Duchesse d'Orleans, Jowa, Havre, Oneida und Bavaria (schnell - segelnde Dreimaster erster Classe) sind die Ueberfahrtspreise in dem bequemen Zwischendeck für die Monate August und September:
für Erwachsene fl. 80, für Kinder unter 10 Jahren fl. 55, Säug - linge frei, ohne Kost von Mannheim od. Mainz bis New = York, wobei freier Transport von 2 Centner Reisegepäck und das Kopfgeld in Amerika inbegriffen ist.
Die Cajüten = Plätze auf den Postschiffen werden zu fl. 320 von Havre nach New = York mit eigenem Zimmer und freiem Tisch beim Capitän, aber ohne Wein, vergeben.
Die Abfahrten geschehen regelmäßig am 1., 8., 16. und 24. eines jeden Monats.
Die regelmäßige Schiffahrt nach New = Orleans wird durch die schönen gekupferten Dreimaster erster Classe von Anfang August an unterhalten.
Note: [8]Durch Unterzeichneten werden fortwährend am 1. und 15. Tage jeden Monats Schiffe nach
| New-York, | Baltimore, | |
| Neworleans | und | Galveston |
erpedirt und dafür Passagiere zu den billigsten Preisen angenommen.
Beiträge: „ Das Passagebureau Brisch & Comp. und der deutsche Volksverein. “durch Gute des Hrn. J. C. in Newyork: Jhre begleitende Zuschrift wird besonders beant - wortet, und jede fernere zweckdienliche Mittheilung uns höchst willkommen sein. -- „ Schreiben des Drechslers Schomburg aus Ottenstein, an seine Verwandten, “durch F. H. Wir werden Jhre menschenfreundliche Absicht nach Kräften un erstützen. -- „ Colonisation in Brasilien, “von F. -- dt. Wie lange haben Sie uns Jhres Beistandes entbehren lassen! Mochten Sie mit Jhrer gründlichen Kenntniß des Feldes, welches wir bearbeiten, künftig weniger hinterm Berge halten! -- „ Fragen, “von A. C. M. Sch. in G. (Holstein); eine erschöpfende Beantwortung derselben soll eine unserer nächsten Aufgaben sein.
Schriften zur Beurtheilung: „ Reisebriefe aus Brasilien mit besonderer Rücksicht auf die Auswanderung “und „ Denkschrift, von L. F. Kalkmann und J. F. Kocler dem Kaiser von Brasilien überreicht. “ Dem Hrn. Einsender sind wir für diese Aufmerksamkeit zwar dankbar und werden die Schriften demnächst zu würdigen wissen. Pr. Post erwarten wir aber dergl. nur franco, außerdem im Wege des Buchhandels. Die Red.
Note: [9]Jn der Arnoldi schen Buchhandlung in Dresden und Leipzig ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu erhalten:
Briefe aus und über Nordamerika oder Beiträge zu einer richtigen Kenntniß der Vereinigten Staaten und ihrer Bewohner, besonders der deutschen Bevölkerung, in kirchlicher, sittlicher, socialer und politischer Hinsicht, und zur Beantwortung der Frage über Aus - wanderung, nebst Nachrichten über Klima und Krankheiten in diesen Staaten von Dr. J. G. Büttner, Prof. Zweite wohlfeilere Ausgabe. 2 Bände. gr. 8. broch. 1 Thlr. 6 Ngr.
Note: [10]Jn unserm Verlage ist neu erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen, so wie vorräthig bei G. Froebel in Rudolstadt:
Müller, Dr. Heinr. Evangelischer Herzens - spiegel. 2 Bde. brosch. 2 Rl.
Die Einfalt und Jnnigkeit, die Lebendigkeit, Kraft und Klarheit des verkündigten Wortes ist bei Müller mit einer bis jetzt vielleicht viel zu wenig gewürdigten Gründlichkeit der Schriftforschung verbunden. Die in dieser Tiefe vollzogene praktische Verarbeitung des göttlichen Wortes hat diese Predigten auf eine Höhe geführt, von der aus sie in alle Tage und Jahrhunderte der Kirche hineinpassen, und bei der wir nur selten erinnert werden, daß der Prediger bereits vor hundert und zwei und siebenzig Jahren heimgegangen ist; dies wenige zu verwischen wäre leicht gewesen! aber wir haben es uns zur Gewissenssache gemacht, dem christlichen Volke das Wort seines Lehrers treu, ohne alle Aenderung wiederzugeben. -- Dieses Werk, welches150 1 / 4 Bogen oder 1204 S. in 4. umfaßt, kostet nur 2 Rl. Cour., ein Preis, welchen wir nur in Aussicht auf bedeutenden Absatz so billig stellen konnten.
Ferner liefern wir:
Luther, Dr. M. Hauspostille, 648 S. 4. brosch. 1 Rl. pr. Cour.
-- „ -- Großer Katechismus, 155 S. 8. 4 Sgr.
Müller, Dr. H. Geistliche Erquickstunden oder 300 Haus = und Tischandachten, 508 S. gr. 8. brosch. 12 Sgr.
Spener, Dr. Ph. J. Erklärung der christl. Lehre, 404 S. gr. 8. brosch. 10 Sgr.
Note: [11]Binnen Kurzem erscheint im Verlage von G. Forebel in Rudolstadt:
Ursachen und Wirkungen der deutschen Auswanderungen im 19. Jahrhundert. Von Fr. Müller. (Auf vieles Verlangen aus der allg. Auswanderungs - Zeitung besonders abgedruckt. ) 8. Brosch. 12 Sgr. oder 42 Xr.
Diese Zeitung erscheint, wöchentlich einen halben bis einen Bogen stark, im Verlage der Hofbuchdruckerei in Rudolstadt.
Institut für Deutsche Sprache, MannheimNote: Bereitstellung der Bilddigitalisate und TEI Transkription Peter FankhauserNote: Transformation von TUSTEP nach TEI P5. Transformation von TEI P5 in das DTA TEI P5 Format. CLARIN-DNote: Langfristige Bereitstellung der DTA-Ausgabe
Fraktur
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